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University of Toronto
http://www.archive.org/details/gesammtabenteuer02hage
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(iesaiiinilaheiileiHT.
Hundert altdeutsche Erzählungen:
Ritter- und Pfaffen- Hären
Stadt- und Dorfgeschichten
Schwanke, Wundersagen und Legenden
von
Jakob Appet, Dietrich von Glatz, dem Freudenleeren
Heinz dem Kellner, Jansen Enenkel, Heinrich und
Johannes von Freiberg, Hermann Frefsant, dem Hufferer,
Konrad von Würzburg, Niemand, Rafold, Rüdiger dem
Hunthover, Rüdiger von Müner, Ruprecht von Würz-
burg, Sibot, dem Stricker, Volrat, dem Vriolsheimer.
Wernher dem Gartener, Herrand von Wildonie, dem
Zwingäuer und Anderen,
meist zum erstenmal gedruckt
und herausgegeben von
Friedrich Heinrich von der Hasen.
<**
Zweiter Band.
Stuttgart und Tübingen.
J. (>. Colt f I Chet Verlag.
1850.
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»•■
Buchdruckerti dor .1. (i. Cottafschen Buchhandlung in Stuttgart
Geschichte der einzelne» Erzählungen.
XXI. Das Häselein
hat im ersten Theile zwar viel Aehnlichkeit mit dem
folgenden Sperber, ist aber schon dadurch milder gehal-
ten, dafs die unschuldig um ihre Minne Betrogene keine
Braut des Himmels, sondern ein kindliches Landmägd-
lein ist, für welche das bei der Aernte gefangene
Häselein auch befser pafst, als der Sperber für die
Nonne. Der dazu sehr gut stimmende und versöhnende
zweite Theil, die Hochzeit, ist ganz eigenthtimlich,
und wie dieses Gedicht nur in der Strafsburger Hand-
schrift übrig (Quellenverz. 4), so ist es auch dem In-
halte nach sonst nicht bekannt. Die Worte des Dichters,
dafs er zur Ergetzung und Gunst der Edlen, und trotz
der Neider, mit Frau Venus Hülfe diefs »Abendmär-
lein« Deutsch reimen wolle, besagen nicht nothwendig
eine Uebertragung aus fremder Sprache; welche in
Bezug auf den ersten Theil sonst wol verstanden wer-
den könnte, obgleich sie, wegen dieser Beschränkung,
und auch übrigens näher vom folgenden Gedichte gilt.
Die Art wie die vornehme Braut, mehr als naiv, sich
\ erschnappt, wird noch in ähnlichen Verhältnissen
von unserm Pommerschen Fräulein und ihjrem Hof-
meister erzählt.
XXIL Der Sperber.
Hier beruft sich der Dichter auf mündliche Sage.
und weicht auch bedeutend geniig von dem entspre-
chenden A I tfra uz osischen Gedicht ab, sodafs die^. >
auch wenig^tenv nicht unmittelbar seine Quelle js|
vi <Öe|d)id)U' tier etn$*ltt*n €r3äl)lun0*n.
Es ist dort die viel kürzere Erzählung vom Kranich, '
und anstatt des Klosters ist es ein Thurm, wo ein
Burgherr seine schöne Tochter, zur Sicherung ihrer
Ehre, mit ihrer Amme versperrt hat. Während diese
einen Löffel holt und die Thüre offen läfst, kömmt
ein Knappe mit einem (durch einen Sperber) gebaizten
Kranich. Nach dem ersten Schaden geht die Amme
abermals weg, und holt ein Mefser, den gerupften
Kranich zu bereiten; und nach dem rückgängigen Han-
del nimmt ihn der Knappe wieder mit sich weg. —
Dieser rohern Gestalt gemäfs ist auch die Darstellung
vielmehr eine Blofsstellung von der schamlosesten
Nacktheit; wie solche denn überhaupt sehr vielen Alt-
französischen Gedichten von der Minne2 gemein ist.
Absonderlich klingen dicht daneben die Betheurungen bei
allen Heiligen von Orleans, und beim Apostel Petrus! —
Unser ritterliches Gedicht vom Sperber und der kindli-
chen Nonne mit ihrer geistlichen Mutter nimmt sich ge-
gen diesen Französischen (Fischart dolmetscht »franksäui-
schen«) Kranich ebenso züchtig, wie gebildet aus.
Die Beliebtheit dieses Gedichts durch mehre Jahr-
hunderte bekunden acht Handschriften und eine Alt-
niederrheinische Umschreibung. Vgl. Quellenverzeich-
nis 26. Zwei Abdrücke ebd. 4. 6. 10.
XXII I. Das Gänselein.
Auch dieses Gedicht ist aufserdem ebensowenig
bekannt, als der Dichter desselben. Das Gänselein ist
aber sichtlich das Seitenstück zu dem vorstehnden
1 Burbuzun-JVleon IV, 250: De la Griie. 148 Keimzellen.
Aus den Handschriften 7218. 761 5. und St. Germain 1830. Le-
fjrand IV, 299 Auszug; in der Ausg. von 1829 IV, 302, mit
I m ber i's Reimen
2 So steh! hier für dieses schöne Wort immer le foutre,
was freilich noch ein so allgemeiner Französischer Ausruf
ist, dafs schon ein conte bei Barbaian-Meon f 1 1, 488 'Legrand
Sperber: Kloster, Mönch und Abt sind ganz entspre-
chend der Nonne und ihrer Oberin, das Gänselein ist
zugleich das Mägdelein. Die Reden des Mönchs und
seine frommen Wünsche für das Kloster sind ebenso
vergnüglich, wie jene der Nonne; und der Abt mufs
ebenso durch seine eigene Schuld sich trösten, und
schweigen, wie die Oberin. Der alte Fibelspruch:
»Das Fleisch der Gänse schmecket wohl« bewährte
hier sich in neuem Sinne. — Des Dichters Seitenblick
am Schlufse auf das Kloster Drahow, wo zwei oder drei
Mönche solchen Geschmackes ebenso ihren Abt alles
mögen zum besten kehren lafsen, meint wol das
noch so stattliche und wolhäbige Benediktiner-Kloster
Strahov hoch am Hradschin in Prag; in welcher
Stadt damals, am Hofe der Böhmenkönige, Deutsche
Sprache und Dichtkunst gepflegt wurden; sodafs ich
dort, namentlich auch in der glanzenden Bibliothek Stra-
hovs, Altdeutsche Ueberbleibsel davon gefunden habe. '
Drahov, was ich sonst nicht finde, ist aber gleichwol ein
Böhmischer Name, wie Drahomira u. a. Ist hier Stra-
hov zu verstehn, so wohnte der Dichter auch wol in
Prag, und kannte das Leben dieser Mönche.
Ein kurzer Keimspruch eines viel spätem Französi
sehen Dichters, Martin Franc um 1450, deutet den In-
halt nur im Allgemeinen an: dafs einem Mönche die
schönen Frauen für Gänse ausgegeben wurden, und
er nun weder efsen noch trinken, sondern nur die
Gänse sehn wollte, wie er den anderen Mönchen sagte. 2
Früher erzählt Boccaccio (Eingang zu IV): ein
i lorenzer Bürger, Filippo Balducci, wird Witwer und
IV \\1 von einem FrXoleffl erzählt, die jedesmal darüber in
Ohnmacht fiel, jedoch die Sache sich so gfenan umschreiben
und an sich aufführen liefs, wie hier pcschiehl
1 Itriefe in die Heimal '1810, I. 18.
2 Blfl kurze Gedieht in 2 a'htreimijjen Strophen wiederhol»
L Ideler. Ailfranz Ntl-Litt. 8 598, vgl 9. 213, Anm. \).
vni tfM(i)id)U tii-v einzelnen QBr^ä^luuyen.
begibt sich auf den Berg Asinajo als Einsiedler,
wo er seinen Sohn bis zum 18ten Jahr erzieht, dann
mit nach Florenz nimmt, und ihm dort junge von
einer Hochzeit kommende Mädchen junge Gänse (pa-
perej nennt, aber vergeblich davor warnt, weil sie
dem Jüngling über alles gefallen, sodafs er gern eine
davon mitnehmen will. — Lafontaine hat hienach
seine Erzählung les oies de frere Philippe gereimt. '
Hiedurch bildet sich ein Uebergang zu den Er-
zählungen, wo dieses bedeutsame, mit der reine pie-
dauque und mere d'oye märchenhaft verwachsene Gän-
selein ganz aus dem Spiele bleibt, aber dafür der
Teufel eintritt.
Solcher Art ist, älter als alle vorigen Erzählun-
gen, das Beispiel im Barlaam und Josaphat: einem
Königssohne, welcher, um seine Erblindung zu ver-
meiden, neun Jahre im Dunkeln erzogen ist, werden
dann die Herrlichkeiten der Welt gezeigt und benannt,
darunter auch zwei Reihen Männer und Weiber im
Schmucke. Die letzten nennt man ihm zum Scherze
Dämonen: und auf die Frage, was von allen ihm am
meisten gefallen, nennt er die Teufel. — Dieses durch
viele Uebertragungen der Griechischen Legende des Jo-
hannes von Damascus im 8ten Jahrhundert, 2 auch
durch Rudolfs von Hohenems Altdeutsches Gedicht, be-
kannte Beispiel, ist einzeln daraus übersetzt in den Cento
1 Contes et nouvelles en vers {Paris 1768) /. 2. p I.
3 Grundrifs 282. Die Griechische Urschrift steht in Bois-
sonade anecdota Gr. t. 4 ; daraus verdeutscht von F. Liebrecht
(Münster 18 i7). Aus der Lat , schon von Vincenz von ßeau-
vais erwähnten Uebersetzung (aus welcher diefs Heispiel auch
wol in der von Warton hist. of Engl, poetry III, 41. 167 an-
geführten Perg. Hds. von 200 Stücken steht) ist nicht allein
Rudolfs Ged. (her. von F. A. Köpke 1819, von F. Pfeifer 1843).
und eines Andern Gedicht (Nachr. von Diefenbach 1836), son-
dern auch die Altdeut. Prosa, sowie die Französische, Italic-
nische, Spanische und Nordische.
tJMd)td)U fcer einzelnen <l3r3at)Lun^eu. IS
Novelle antiche (n. 13), und wol aus diesen zunächst
von Boccaccio entnommen. Früher, im 13ten Jahr-
hundert, ist es auch in Herbers Dolopatos (7 weise Mei-
ster) übertragen; ' sowie später (Ende des loten Jahrhun-
derts) in Cornazzano's Proverbi (pr. 9). Hans Sachs
erzählt es (IV, 2, 125) von dem Sohne des Schweden-
königs Haidan, vermuthlich aus einem Nordischen
Geschichtsbuche.
XXI V. Der schwangere Mönch. Von dem Zavingäuer.
Der hier in der Reihe von Klostergeschichten
auftretende Schwank ist manigfaltig anders angewandt
und verbreitet. Die kurze Erzählung unter den Fa-
beln der Marie de France2 hat nur die Einbildung
der Schwangerschaft, mit eigenthümlicher Wendung,
indem einem Bauern , bei nöthiger Verrichtung im Ge-
büsch ein Mistkäfer fescarbotj in den Leib schlüpit, und
er sich fortan für schwanger hält, was grofse ärztliche Be-
rathungen veranlafst, und wichtige Ereignisse verkün-
digt, sodafs man Tag und Nacht auf die Wunder-
geburt harrt: bis eines schönen Morgens der Käfer
wieder hinausschlüpft, wie er gekommen ist, und die
Sache vergefsen und lächerlich wird. — Der weitere
Zug in noch gangbaren Volkserzählungen, dafs der
Bauer ein hinter ihm aufspringendes Thier für sein
Kindlein hält, stimmt noch fürder zu unserm Gedichte. —
V. Schmidt Beitr. 27. A. Keller vor des Bühelers 7
uü. M. 19. 69 mit Hinweisung auf Dunlop hist. of fiction II,
273. Im Dolopatos finde ich es aber nicht. Dunlop wieder-
holt Fauchet Vorigine de la langue et poesie Franc. (Paris 1581)
p. 106, der nur gelegentlich bei Hebers Dolopatos bemerkt,
dafs Boccaccio'* Erzählung aus dem Josaphat herrührt.
2 Legrand IV. 408: Du villain et de Vescarbot. In der
Ausgabe von 1829 auch ohne Urschrift, welche in Roqueforts
Ausg. >on Mariens Werken II, 203. Legrand scheint diese Kabel
eine Parodie zu der vom Berge, der eine Maus gebiert.
Die übrigen Erzählungen verbinden meist die Ein-
bildung der Schwangerschaft mit anderen Mystificatio-
nen, Listen, Gaunereien, sodafs mitunter die Schwan-
gerschaft gar nicht mehr vorkömmt, wie bei Strapa-
rola, ' wo solche Täuschungen sich überbieten und
völlig märchenhaft sind.
In Boccaccio's Novelle (IX, 3) wird dem einfälti-
gen und geizigen Calandrino in Florenz von drei lusti-
gen Gesellen und dem Arzte Simon (die als solche
schon in früheren Novellen vorkommen) die Schwan-
gerschaft eingebildet, und wieder durch Glaret (Ge-
würzwein) vertrieben, von dessen angeblicher Zube-
reitung die Viere sich einen fröhlichen Tag machen.
Eine Erzählung des Giraldo Giraldi zu Ende
des 15ten Jahrhunderts steht dem Boccaccio am näch-
sten: sie stimmt aber merkwürdig darin mit unserm
Gedichte, dafs anstatt Calandrino's auch ein einfältiger
Mönch auftritt.2
Spätere Nachbildungen sind von Baudius (amo-
res) und von Poggius: puer gravidus. 3
Hans Sachs hat diesen Stoff als Schwank, 4 und
1544 auch als Fastnachtspiel 5 glücklich und treu nach
Boccaccio bearbeitet. Da sind es vier Bauern und auch
der Arzt Simon. Der karge, schwangere Bauer heifst
Karges.
Der am Ende unsers alten Gedichtes in drei Hand-
1 TV. I, fav. 3. V. Schmidt hat zu der Uebersctzung S.
308 mehre solche Krzählungen zusammengestellt, darunier auch
die zu unserm XLV gehörige.
1 Novelle dt Giraldo Giraldi Fiorentino per la prima volta
date in luce. (Amsterdam 1796) nov. 8. Verschieden \on dem
berühmteren Giraldi Cinihio, dessen 100 Novellen, Hecalom
mithi schon 1565 und 1574 gedruckt sind.
3 Poggü facet. QLond. 1798) II, 178-
* In der Kempfner Ausg. seiner Werke (1612) I. 999.
8 IV, 6 der Ausgabe von 1560. Krneuet von Büsching
II (1819) 229
Schriften als Verfafser sich nennende Zwingäuer ist
aufserdem nicht bekannt.
XXV. Die Nachtigall.
Aehnlichen Inhaltes ist Marie de France Lai
von der Nachtigall: l eine Frau in S. Malo koset mit
dem Geliebten, und sagt, dafs sie dem Gesänge der
Nachtigall auf dem Baum an ihrem Fenster lausche;
der eifersüchtige Ritter fängt aber die Nachtigall , zer-
fleischt sie und wirft ihr das Herz hin; sie sendet sie
dem Geliebten, der sie in einer Goldkapsel stäts am
Herzen trägt. — Die Gesta Romanorum (c. 121) verbin-
den zuletzt durch den Tod des Mannes die Liebenden.
Boccaccio's bekannte Novelle (V, 4) stimmt
sehr nahe mit unserm Gedichte: die Aeltern der bei-
den Gelieben sind Edle der Romagna, der Katharina
Vater ist Lizio da Valbona und Ricciardo gehört zum
Geschlechte der Manardi; welche beide Namen auch bei
Dante ehrenvoll neben einander stehn. 2 Der Vater
tritt auch in der Novelle noch etwas kräftiger auf, als
in unserm Gedicht (das nur in Einer Handschrift vor-
liegt), er versagt anfangs das Gelüst der Tochter, im
Erker (veronej nach dem Garten zu schlafen, und ver-
lobt die beiden Betroffenen sogleich durch seinen und
seiner Gattin Ring. Boccaccio's Darstellung ist, wie
gewöhnlich, noch etwas südlich nackter, obschon auch
Frauen sie vernehmen. — Darnach von Lafontaine
11, 166).
Noch weniger verhüllt ist die gereimte Bearbeitung
von Casti. ' — Lopc de Vega's Lustspiel No wh
1 In R<,iqiH'foils Aus-ahe ihrer Werke '1820; F, 314 : Lue
du luusttc: was doch wnl aus lusctmu entstanden ist. wie ro-
tigmolf Spanisch ruissehur, Italienisch rustgnuolo, usignuolo.
' I'urgulorto \IV. '.»7
1 Novelle galant t 1
XU i0cj"d)id)te t>er einzelnen i&^nbiuugen
todo? ruisenores Los que cantan entre los ßores stimmt
zu Boccaccio, mit Gärtrierverkleidung. A. F. v. Schack
Gesch. des Span. Theaters Bd. 2, S. 373. 696.
XX VI. Frauenlist.
Der Schlufs dieses Gedichts, die derbe AeiTung
des Mannes durch das Bild im Wafserzuber, ist der
Inhalt eines Schwankes unter den Fabeln der Marie
de France. l Der Mann, noch einfältiger, als er
durch das Schlüfselloch gesehen, geht weg, und macht
erst Lärm, als die Frau wieder allein ist.
Von der vorangehenden standhaften Bewerbung
des Schülers (Studenten) um die hochmüthige schöne
Frau erhellt sonst nichts. Die höhnischen Abweisun-
gen erinnern an jene in der Frauenzucht von Sibot
(III). Noch mehr die weiteren Gespräche, und endlich
ihre Berathung und Gespräch mit ihrem Herzen und
der Erfolg, sind ganz in der Art, wie das Herzgespräch,
welches unter ähnlichen Verhältnissen die Heidin
(XVIII) führt.2 In den Liedern der Minnesinger
kommen solche Gespräche mit dem Herzen, das in
ihrer Geschichte so bedeutsam erscheint (XI), noch
häufiger vor: wie in den geistlichen Gedichten die
Gespräche mit der Seele. »Der Minne Buch,« worauf
die Frau sich beruft (388), meint wol weniger irgend
ein bestimmtes Minnegedicht, als überhaupt eine
Sammlung von Aussprüchen der Minnehöfe, oder von
Minneabenteuern, wie das spätere »Buch der Liebe.«
Diefs Gedicht steht nur in zwei Handschriften, wel-
che überdiefs, ungeachtet des starken Einschiebsels der
1 Legrand IV, 394: Du prudt homme qui vit sa femme avec
nn amant . Roqueforts Ausg. ihrer Werke II, 206.
2 Beide Gedichte gebrauchen auch, mit Wallher, den
Spruchreim vom Erwerben und Verderben. Z. 133 und XVIII.
1033
<&efd)id)te Her einzelnen <&xitylvin$en. xni
Abschrift (hinter 348), nur als Eine gelten. ' — Es
könnte wol mit XVIJI der Heidin von Einem Ver-
fafser sein.
Aehnlichen Inhaltes, doch eigenthümlich, ist
XXXVIII Weiberlist.
XXVll. Fraueribeständigkeit.
Das Altfranzösische Gedicht von der Kauf-
mannsfrau in Orleans, die ihren Mann abbläuen liefs, 2
stimmt eben nur darin mit unserm Deutschen, dafs die
Frau ihren eifersüchtigen Mann züchtigen läfst, indem
sie sich stellt, als hielte sie ihn für den zudringlichen,
und deshalb zur Schönen bestellten Liebhaber. Dieser
ist nämlich einer von vier jungen Studenten (clercsj
in Orleans, den die Kaufmannsfrau während einer
Marktreise ihres Mannes aufrichtig bestellt. Es wird
aber durch eine kleine Nichte des Mannes verrathen,
der nur zum Schein abreist, und wolverhüllt dem
Liebhaber zuvorkömmt. Die Frau, die selber ihn
einläfst, erkennt ihn aber, sperrt ihn in ein Zimmer,
dort etwas zu warten, und schickt nun all ihr Ge-
sinde, und selbst die Nichte und ein Paar Neffen hin-
ein, die auch den angeblichen Liebhaber, indem sie
ihm die Kaputze fest über den Kopf ziehen, schmäh-
lich durchprügeln und ihn aus dem Hause auf den
Mist werfen, während die Frau sich mit dem Lieb-
haber vergnügt. Der zerschlagen heimkehrende Mann
gibt vor, Räubern in die Hände gefallen zu sein, wird
gepflegt und abheilt, und freut sich, eine so tugend-
bewahrte Gattin zu haben. Ebenso bei Boccaccio u. a. —
1 Gedr. Koloczaer Codex 95. Auszug von Genlhe IF, 23*.).
2 Barbazan- JWeon III, 161: De la borgoise d'Orliens.
Au* der Hds. 7218 218 Reimzeilon. tegrand IV, 287 fügt
norh der L'efoerschrifl hinzu: De la Dame qui fit battre son
muri. An-::, von 1820 IV. 294 hat die Urschrift nicht. La-
fontaine nach BoCfaCCiO, II. 15: Le cocu ballu et content.
\i \ ©efd)td)te Her eiit3*lntu <£v3ol)lu!Hjen.
Die glänzendste, in ihrer Art vollendete Ausbildung
unsers Stoffes, zwar mit echt Spanisch auf die Spitze
getriebener Wendung und tragischem Ende, ist all-
bekannt mit dem Don Quixote, in der Novelle von
dem »Fürwitzigen Neugierigen« fei curioso impertinente ).
^Millot) histoire des Troubadours III, 296 gibt Raimond
Vidal's Nordfranzös. ähnliche Erzählung von zwei Ara-
gonischen Rittern, die dem König Alfons von Castilien
(st. 12. 14) vorgetragen ward.
XXVIII. Die Teufelsacht.
In der Novelle Boccaccio's (III, 9) ist der
Nerv das rimettere ü diavolo in infemo gemeinsam
mit unserm Gedichte, dort aber noch bedeutsamer,
indem die junge Alibech eine Heidin der Barbarei zu
Kapsa ist, und begierig, nach Weise der Christen Gott
zu dienen, sich zu den heiligen Einsiedlern der The-
baischen Wüste begibt, wo sie, von einigen weiter-
gewiesen, endlich am Bruder Rustico ihren Lehrer des
Dienstes findet, in welchem sie bald so eifrig wird,
dafs Rustico froh ist, ihrer wieder ledig zu werden.
Sie ist nämlich unterdessen Erbin bedeutenden Ver-
mögens geworden, und ein junger Freier Neerbale
sucht sie auf, und führt sie heim. Sie beklagt sich
gegen die Frauen, dafs sie dem frommen Dienst ent-
zogen worden, und wird zwar auf ihren Bräutigam
verwiesen, seitdem aber ist das rimettere ü diavolo in
Inferno sprichwörtlich übers Meer herübergekommen.
Auch diese Novelle hat Casti1 gereimt, sowie
vor ihm schon Lafontaine.2
Unser Gedicht (in zwei Handschriften die nur für
Eine zählen) hebt erst beim Schlufse der Novelle an,
und macht den Bräutigam zum Teufelsächter.
1 Novelle galant i 14.
2 II, 108: Le diable en ertfer.
®efd)id)te fccr einzelnen €t3cil)lungeti. x\
XXIX. Der wahrsagende Baum.
Zu diesem Gedicht (in drei, eigentlich nur zwei '
Handschriften) weifs ich nichts Entsprechendes nach-
zuweisen. Das ländlich -sittliche Bild dürfte wol ein
heimisches sein. Der von heilenden Heiligen bewohnte
hohle Baum ist noch eine Verwandlung der heidni-
schen Baum- und Hainverehrung in Christlichen Hei-
ligendienst. Man denke an die Altgermanische Eiche
ihres Jupiters (Donnergottes = Thor) und an des Deut-
schen Apostels Bonifacius Umhauen der Donnereiche
desselben an der Dimel, wobei man erwartete, dafs
Feuer herausfahren und ihn vernichten würde. Im
Niederland, zwischen Koeklenberg und Moelenbek, un-
weit Brüssel, erzählt man noch, dafs einen uralten
hohlen Eichbaum nachts eine Flamme umspielt, und
eine graunvolle Stimme daraus einem Wanderer zu-
gerufen : »Geh zu , geh zu ! für dich ist der Tag, und
die Nacht ist für mich!« und bei jedem Worte star-
kes Feuer aus dem Baum gefahren: sodafs der Wan-
derer erschrocken heim eilte. 2 Auch sonst singen und
sagen Volkslieder, Abend- und Morgenländische Nacht-
und Tag-Märchen von singenden und redenden Bäu-
men mit ihren Blätterzungen, namentlich von solchen
Orangenbäumen, Hasel- und Holunder- oder Holler-
büschen.
XXX. Der entlaufene Hasenbraten. Von dem
Vriolsheimer.
Das Altfranzösische Gedicht von den Rebhüh-
nern ■ weicht von unserm Altdeutschen nur in ein-
v Gedr. aus der Gothaer Hds. (Quellenverzeichnis 29;. Aus-
zug von Genthe II, 248.
2 Niederländische Saj?en, her. von .1 W. Wolf (Leipzig
1843) Nr. 421.
i Barbazan- JVJeon III. 181: Lf dit drx pardriz, aus der
xvi <&efd)id)te bet ttnjtlimt €r3ol)lunöen.
zelnen Umständen ab : dort ist ein Bauer, Gombaud (Gun-
debald), der in seinem Gehäge zwei Rebhühner fängt,
die Frau ifst sie allein, und sagt, die Katze habe sie
gefrefsen, beschwichtigt dann aber des Mannes Zorn da-
durch, dafs sie vorgibt, der Braten stehe verdeckt warm.
Der Kaplan umarmt vertraulich die Frau, und diese bildet
ihm ein, ihr mefserwetzender Mann wolle ihn abälar-
disiren, ' sodafs er entrinnt, und sich vor dem Nach-
laufenden in seinem Hause verschliefst.
Manigfaltig ist dieser Schwank wiederholt, und
Legrand führt folgende Sammlungen an:
Passa tempo de' curiosi p. 22.
Nouveaux contes ä rire p. 266.
Facette, motti e burle da Chr. Z ab ata p. 06.
Contes du sieur d'Ouville t. 2, p. 225.
Wiederum gereimt von Imbert.
Ihnen ist beizufügen: Tlmoneda Alivio de Cami-
nantes P. II, n. 54. Bibl. de aut Espanol. vol. 3. Mad-
rid 1846.
Der Verfafser unsers Gedichts (in zwei, eigentlich
nur Einer Handschrift) , 2 der sich Vriolsheimer
nennt, ist nicht weiter bekannt. Sein Name ist doch
wol von Friaul herzuleiten, Altdeutsch Vriül, Frlül
(noch näher am ursprünglichen Forum Julü), wie es
im Gedicht des dort benachbarten Wildonie (XLIII, 21)
steht. — Derselben Gegend könnte auch der Vriols-
Handschrift 7218, 156 Reimzeilen. Legrand III, 442 bezeich-
net es mit zwei Sternen , als wenn es zum Castoiement dun
pere a son ßls (Belehrung in Beispielen, bei Barbazan-M6on II)
gehörte, was jedoch nicht der Fall ist. Die Ausgabe von 1829
IV, 38 fügt die Urschrift nicht bei. Eine Deutsche Uebersetzung
der letzten steht im Berliner Conversations-Blatt 1829, Nr. 252:
,,Die beiden Schnepfen." Deut. Uebers. Legrands IV, 110.
1 Das meinen auch die beide Z. 101 und der eine
109, verglichen mit 76 ff.
2 Aus der Koloczaer Hds. erneut von Mailath 246.
®efd)td)te fccr einzelnen (ßrjctyluitflen. xvn
heimer angehören. — Ueber den verwandten Theil des
folgenden Gedichts mehr bei diesem.
XXXI. Der Reiher.
Der vordere Theil dieses nur in zwei Handschrif-
ten (die für Eine gelten) stehenden Gedichtes ' ist eine
Variation des vorigen: hier ist eine Gevatterin, deren
Mann nach St. Jakob (in Spanien) gewallfahrtet, beim
Gelüste der Frau nach dem verbotenen Braten stärker
im Spiele. Und dieser Braten ist ein Reiher, welcher
Vogel der hohen Jagd der Reiherbaize nicht blofs
der Federn wegen gejagt wurde, sondern auch, wie der
Kranich (zu XXII) und Pfau, die ritterliche Tafel
zierte. Sonderbarer Weise wird hier der Reiher durch
einen Hahn erschreckt und gefangen, und der wolhä-
bige Landmann, der mit dem Hahn auf der Hand,
wie ein Ritter mit dem Falken, lustwandelt, will den
Reiher seinem Herrn vorsetzen. Es erinnert, zufällig
wortspielend daran, dafs der Mann ein Hahnrei, oder
laut alter Auslegung ein »Hahnreiher« 2 ist, in einer
folgenden Erzählung, wo die Züchtigung und das Haar-
abschneiden 3 der Frau dadurch befser begründet ist.
Zu jener Erzählung (XLIII), wo die uralte Ueberlie-
ferung in ihrer spätem Ausbildung und in vollem Zu-
sammenhange auftritt, ist die Geschichte dieser Dich-
tung gehörig. Vorliegendes Gedicht vom Reiher ist
sehr nachläfsig in den Reimzeilen und scheint von
1 Gedr. Kolocz. Cod. 127. Auszug von Gräfse II. 243.
i Zu Dr. Lüicke's Abhandlung über dieses Wort in Ger-
mania I (1836,, 1o5 ist noch anzuführen: der Hahnreyen Ab-
kunft 1652, mit der Ableitung von einem Hahnen-Reigen-
Tanz, den auch ein Holzschnitt abbildet; ist mit v. Naglers
Sammlung in die Berliner Bibliothek gekommen.
Verhängnisvoll klingt hierZ. 10 der schon in XVIII und
XXVI vorgekommene Spruch vom langen Haar und kurzen
Sinn der Weiber. Vgl. die Klage: .spannelanger Weibessinn."
n. d, Hmfrn Or.« mm l»br nlm >r. II ||
will (fMri)id)tf Tier einzelnen <£rjäblunflfn
ungeübter Hand, der es jedoch nicht an Anspielungen
mancher Art fehlt. !
XXX11 Ehestandy Tod und Hochzeit-
Auch zu diesem Gedicht ist mir nirgend etwas
Entsprechendes vorgekommen, und meine Ueberschriit
ist nur Hindeutung auf die davon unabhängige Dich-
tung eines ähnlichen, doch zugleich ganz eigenthüm-
lichen Verhältnisses, Das lebhaft ausgeführte Gedicht
ist eine Süddeutsche Dorfgeschichte; und dorthin ge-
hören auch die sieben Handschriften derselben durch
mehre Jahrhunderte. Dafs es in der Würzburger
Handschrift von Strickers »Welt« (Quellenverz. 12)
steht, weist ebendahin.
XXXIII. Ehe im Leben und Tode.
Ein Altfranzösisches Gedicht2 stimmt mit
dem unsrigen nur in dem wirksamen Kunstgriffe der
Frau, den Mann zu beschwichtigen, dafs sie sogleich
in ein Kloster gehn will, und nun der Mann froh
ist, dafs sie sich erbitten läfst, bei ihm zu bleiben.
Der Anlafs dazu ist aber ganz anders, indem ein Bauer
sein Weib, die er mit einem Freunde ins Gebüsch
gehn sieht, eifersüchtig deshalb, schilt; worauf sie
es für eine gespenstische Erscheinung ausgibt, welche
ebenso ihres Vaters und ihrer Mutter Tod angekün-
digt habe, daher sie ihr Seelenheil berathen wolle. —
Von unserm in denselben sieben Handschriften mit
dem vorigen enthaltenen Gedichte gilt auch dafselbe.
1 Aufser der öfter (XIII) erwähnten St. Gertrud (380).
Woirhart (206).
2 Legrand III, 440: Du vi Hain qui vit sa fenne avec un
autrc. Die Ausgabe von 1829 IV, 35 fügt diesem Auszüge
die Urschrift nicht bei. Deut. Uebers. IV, 108.
<$efd)td)te ticr einzelnen Erzählungen. \i\
XXXI K Scheidung und Sühne,
Auch dieses, zwar nur in zwei Handschriften
welche überdiefs nur für Eine zählen) enthaltene Ge-
dicht gehört dem Inhalt und der Darstellung nach
ganz zu demselben Kreise mit den beiden vorigen,
und das fröhliche Liedersingen ist so wie in einem
folgenden Abenteuer.
XXXV. Ehefrau und Bulerin. Von Herman
Fr ef saut.
In dem entsprechenden Altfranzösischen Gedichte
des Jean le Galois d' Aubepierre' wohnt der
Kaufmann Renier zu Decise in der Grafschaft Nevers,
auf einer Loire- Insel, und seine schöne Frau Phelise
ist eine Ritterstochter; er unterhält nur Eine Bulerin
Mabille, und verspricht ihr, als er mit Samt- und
Seidenzeug, Gold- und Silbergeräth zum grofsen
Markte nach Troyes reist, ein Kleid von Ypern. Ein
Spanischer Gewürzhändler aus Galizien eröffnet ihm
das Verständnis des Hellerbeutels fbourse d'un denicr)
voll Witz, welchen die Frau verlangte; und nach der
Bewährung, worin die Frau all ihre Habe darbietet, und
auch das für die Bulerin gekaufte Kleid erhält, prüft
der Kaufmann noch seine Freunde, die ebenso schlecht
bestehn, wie die Bulerin, und durch die Ankunftsei-
ner reichen Waarenlager beschämt werden.
Fauchet gab schon einen umständlichen Auszug
dieser Erzählung, i und darnach hat der ungenannte
' ll.irbaznn - Meon IN, 38: De la bourse pleine de sens.
Par ./rhans U Galois d aubepierre , aus den Hdss. 7218 und
7615. 432 Reim/eilen. Legrand IN, 402. Ausg. v. 1829. IV,
I. Dfiii. lieber*. IV. 77.
2 Recueil de lorigine de la langiie et poesie Franc. (Paris
1581; p. 1f>7— litt. Gereimt im Mercure galant 1f>8'i Octob.
- Unter den drei aubepierre ist wahrscheinlich das nächste
.in Neren in der Matche , an der (iianze von llcrri, gemeint.
xx <$efd)irf)te fccr einzelnen <£r3äl)lnnrjen.
Herausgeber der Italienischen Novellensammlung eine
Novelle gearbeitet, die einzige darin von ihm, womit
er die Sammlung beschliefst, um an diesem Beispiele
zu bewähren, wie die Italienische Novellendichtung
vornämlich aus den älteren Französischen Erzählungen
hervorgegangen ist. '
Unser Deutsches Gedicht hält sich . auch dem
Französischen ziemlich nahe, zwar fast namenlos, von
einer Stadt, die etwa Hermans heimisches Augsburg
meint, von wo die Handelsreise durch Frankreich
Flandern (297. 322) geht, sodafs der Rock von Ypern
(81. 335) völlig mit dem Französischen stimmt, aber
mit der zweiten Bulerin noch Gent (169) hinzukömmt.
Der kürzere Abschluß ist befser, die übrige Darstel-
lung ausführlicher und frischer, gemäfs dem einge-
ständlich ersten Werke des Dichters, der mit Recht
billiges Urtheil dafür anspricht, nach dem alten Sprich-
worte, nicht »in der Mühle harfen« will (8), und sich
vertraut zeigt mit der biblischen Geschichte (Tobias
290), und Mythe (Sirene 587), wie mit den Dichtun-
gen von der Tafelrunde (Parzival, Tristan 585 ff.)
Auch in der Wahl des Stoffes ist er glücklich gewe-
sen, und behandelt ihn mit herzlicher Theilnahme.
Kennen wir diesen Her man Frefsant zwar weiter
nicht, und gehört er auch zu den jüngeren Dichtern,
so hat er sich hier jedoch den Dank der oft sprichwört-
lich mit Recht gerühmten schönen und tugendsamen
Frauen seiner guten Stadt Augsburg verdient. In
derselben ist auch die handschriftliche Sammlung (9)
von Erzählungen im J. 1447 gemacht, welche uns sein
Gedicht vor allen erhalten hat.
Eine andre Altdeutsche Bearbeitung desselben
Stoffes von einem namenlosen Dichter, in der Lafs-
bergischen Sammlung (Quellenverzeichnis 10) ist auch
1 Novelliero Itahano (Venedig 175-ij t. IV, p. 341 -48.
Vorrede p. XXIII.
tÖefd)td)ti? foer etnselitfn <2Br3ctt)luu0eit. xxi
übrigens ganz namenlos, unbestimmt, kurz und dürf-
tig [nur 102 Reimzeilen) : hier ist schlechthin ein jun-
ger Mann, mit zwei jungen Geliebten ', neben seiner
Frau; er macht eine Meerfahrt; gibt vor, gefangen zu
sein, und bittet um Lösegeld; die Frau erhält beide
für die Nebenweiber gekaufte Kleider.
Beide Gedichte scheinen ziemlich gleichzeitig, das
letzte nur nach Hörensagen verfafst. In den Nach-
trägen habe ich es zur Vergleichung wiederholt.
XXX VI. Das warme Almosen
ist aufser den vier [eigentlich nur zwei) Handschriften,
auch dem Inhalte nach, nicht weiter bekannt. Kaum
enthält Rudolfs Barlaani und Josaphat (vgl. zu XXIII)
eine Anspielung darauf. Ich habe die Stelle zu Ru-
dolfs Minneliedern vollständig mitgetheilt, 2 und bei
dem Anlafs, dafs eine Schöne den frommen Jüngling
verführen und sich dafür taufen lafsen will, sagt der
Dichter:
Ich wurde über wunden sus,
Ob mir so manigen sue3en kus
Bute also ein schoene3 wip,
Da3 ich minnete ir werden lip,
Uf die rede, da3 si sich
Gote ergaebe, des hülfe ich;
Ein solich almuosen waer' min gir,
Ob es geruochte ein wlp von mir.
Ob die ganze Stelle, die nicht in allen Hand-
schriften steht, ein Einschiebsel ist, darauf kömmt es
eben nicht viel an: sie bezeugt wenigstens für sich
den sprichwörtlichen Ausdruck »Almosen« der Minne,
welcher hier freilich als Gabe der armutseligen Haus-
frau etwas stark bethätigt ist.
1 „Amyen. " Lafsberg überschreibt daher dieses Gedicht
,,Von den Freundinnen." — Fressant ist wol vrei-zanl.
2 Minnesinger IV, JJ4ß
xxii <£ei'djid)U tirr cu^rintn <£r3ät)lungeti.
XXXVII. Die drei Wünsche.
Diefs Beispiel von der Thorheit menschlicher Wün-
sche, die zum Verderben ausschlagen, oder sich selbst
wieder aufheben müfsen, um nur den vorigen leidli-
chen Zustand herzustellen, gehtauf das Altindische
Fabelbuch zurück. Pantscha tantra ' erzählt: Der
Weber Manthara, der seinen Webestuhl zerbrochen,
will einen Baum am Ufer des Meeres fällen. Ein darin
wohnender Geist erbietet ihm für den Baum die Er-
füllung jedes andern Wunsches. Der Weber beräth
sich mit dem Barbier des Dorfes, der ikn auffordert,
sich zum Könige machen zu lafsen. Die Frau dagegen
beredet ihn, sein Gewerbe zu behalten, sich jedoch
zwei Köpfe und vier Aerme (wie ein Indischer Gott)
zu wünschen, um es desto wirksamer zu betreiben.
Sein Wunsch wird erfüllt, als er aber so verwandelt
zurückkömmt, wird er von den Dorfleuten als ein Un-
geheuer erschlagen.
Die G riechischen, Hebräischen und Arabi-
schen Bearbeitungen der sieben Weisen Meister2
gehn schon ins Abendländische über:
Ein Mann hatte einen Wahrsagergeist [xi-d-m],
der ihm viel Gewinn brachte, und als er von ihm
schied, ihm noch die Erfüllung dreier Wünsche ver-
hiefs. Auf Betrieb seines Weibes wünschte der Mann
sich viele Zeugungsglieder, und alsbald hatte er den
ganzen Leib voll davon [veppäv vai u^or); um der
Last wieder ledig zu werden, wünschte er alle hin-
weg, und damit auch das ihm angeborene, welches
der dritte Wunsch ihm zurückgeben muste.
Dem zunächst steht das Alt französische Gedicht
1 Aus Wilson 193, bei Loiseleur 54. Fehlt bei Dubois.
2 Aus Syntipas 84; Seiidabar; und sieben Visire 154.
bei Loiseleur 114.
<2Mdjid)te t>er nulluni (tfrjäljlungen. xxm
von den vier Wünschen des Heiligen Martin; ' welcher
vornämlich in Frankreich verehrte Heilige 2 hier die
Stelle des Geistes vertritt, und einem Bauern der Nor-
mandie, der fleifsig zu ihm betet, vier Wünsche ver-
leiht. Der Mann gibt seiner Frau einen Wunsch ab, und
sie wünscht nun dafselbe, wie die vorige Frau. Darauf
wünscht aber der Mann ihr eben so viel weibliche Zeuge-
glieder; und die beiden übrigen Wünsche werden dann
ebenfalls zum Wegwünschen und Herstellen verbraucht.
Züchtiger ist die Auffassung in einem Gedicht der
Marie de France:3 Ein Bauer hat einen Geist
(Folet), der im Hause spukt, endlich gefangen, und
dieser löst sich durch Verleihung dreier Wünsche.
Der Bauer beräth sich mit seiner Frau, und bevor
sie sich entscheiden können, geräth der Frau am
Sonntag ein Hammelknochen in den Hals, und sie
wünscht nun ihrem Mann einen Waldschnepfenschna-
bel; worauf er sich durch den gleichen Wunsch an
ihr rächt, und der dritte Wunsch dann beide her-
stellen mufs.
Durch irgend eine Vermittelung ist diefs auch wol
die Quelle von Lafontaine^ Fabel les trois souhaits,
und C. Perraults Erzählung les souhaits rldicules. *
Dem nähert sich am meisten unser Altdeut-
sches Gedicht, wo ein Engel anstatt des Geistes
und Heiligen, das Ganze noch bedeutsamer erhebt,
indem Gott ihn herabsendet, die Klagen des Mannes
1 Barbazan- JVIeon IV. 386: Les quutre souhais S. Mar-
tin, aus Hds. 7218. 200 Reimzeilen.
2 Seinen Mantel, die capa S. Martini, als ein Haupt-
heiligthum, führten die darnach benannten capelani den ältesten
Iianzösischen Königen mit in den Krieg. — Vgl. zu L.
3 Unter den Fabeln , in ihren poesies ed. Roquefort Fl,
140. Legrand IV, 401; in der Ausg. von 4829. IV, 385 ohne
die Urschrift.
4 Keller Einl. CLXXXI1 veiweist hiebei noch auf Mad.
de ßeauiuoiit, im JVIagasin des enfanls.
xxiv <&?|d)id)te l»cr etnadimi <£r3ätflung*n.
und seines Weibes über ihre Armut, da sie sich
doch keiner Schuld bewufst seien, zum Schweigen zu
bringen.
Unter den- sieben Handschriften, welche die Ver-
breitung dieses Gedichtes durch Jahrhunderte bekun-
den, l findet sich auch die Sammlung von Strickers
Welt, dem also dafselbe auch angehören würde.
Aus der Heidelberger und Würzburger Handschrift
gibt es W. Wackernagels Altdeutsches Lesebuch 455
(2. Ausg. 567.)
Auf den Inhalt dieser Dichtung deutet auch Rei-
m ar von Zweter:2 »Unt het1 ich drier wünsche ge-
walt.« Dieselben Worte wie in unserm Gedichte Z. 81.
Spätere Deutsche Bearbeitungen dieses Stoffes sind:
Kirchhofs Wendunmuth (Frankfurt 1573) I, 180:
»Von einem geitzigen weib ein Fabel.«
Lehmanns erneuerter politischer Blumengarten
(Frankfurt 1640): ein Weib, der St. Peter drei Wün-
sche verliehen, wünscht sich erstlich schönes gold-
gelbes Haar, dann eine Bürste dazu; worüber der
Mann erzürnt, einen bösen Wunsch thut, dessen Er-
füllung der dritte wieder aufheben mufs.
Hebels »drei Wünsche« gibt ein »weifses Weib-
lein« die Bergfey »Anna Fritze« (vgl. zu LIV) einem
Ehepaar, das sich lange bedenkt, bis der Lise beim
Rösten der Kartoffeln der Wunsch einer Bratwurst
dazu entfährt, und der Hans im Zorne darüber ihr die
Bratwurst an die Nase wünscht, welche der dritte
Wunsch ihr wieder wegwünschen mufs. 3 —
1 Einen Auszug aus der Wiener Handschrift 428 (Quel-
lenverzeichnis 6) geben Grimm Kinder- und Hausmarchen
(1822) III, 151. Anin. zu 87. Die hienach von Docen, der
das Gedicht dem Stricker zuschreibt, besefsene Handschrifi,
ist wol nur die Würzburg- Münchener (Quellenverz. Hj.
2 Minnesinger II, 187.
3 Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes (Tübingen
1811) S. 117.
<&*fd)id)te toer einzelnen €rjöl)luttöett. xxv
Das Widerspiel zu all diesen unseligen Wün-
schen bilden die klüglich gethanen und wolgerathe-
nen Wünsche. Dergleichen sind auch meist drei,
oder vier, die Christus, St. Peter und andere heilige
Männer für gute Herberge gewähren. Meist ist es
ein Schmid, und vornämlich der von Jüterbog, aber
auch der von Bielefeld, von Apolda, von Mitterbach
in ßaiern, und anderswo in Süddeutschland, von Tachau
in Deutschböhmen u.a. Die Wünsche, welche hier meist
durch Werkzeuge (Hammer, Tasche, Kappe, Stuhl, Baum)
vermittelt wirken, zwingen dem Tode Frist ab, bannen
und vertreiben den Teufel, bringen in den Himmel.
Ein Hannoverscher Schmied wird sogar dadurch vom
Bündnisse mit dem Teufel (unser LXXXIV) befreit. —
Diesen Mären und Sagen reihen sich an die mancher-
lei Wünschelkleinode und Zaubergeräthe, welche ir-
dische Gewalt und Genufs jeder Art gewähren, wie:
der allesfafsende Banzen des Oesterreichischen »Bru
der Lustig«; die Karten und Würfel des Böhmischen
»Spielhansels«, der damit die ganze Welt gewinnt; die
alles festspielende Geige des Münsterischen »Hans
Lustig«; der alles aufnehmende Ranzen und nie leere
Geldbeutel eines Hessischen Märchens: ' also auch die
drei Wünschkleinode des Fortunatus, der Rolands-
knappen u. s. w. —
Ein andres Hessisches Märchen verbindet solche
wolberathene Wünsche mit den unseligen: als der
liebe Gott noch auf Erden wandelte, ward er vor der
Thüre des Reichen abgewiesen, von dem Armen herz-
lich aufgenommen, und gewährt diesem drei Wünsche:
1 Auszüge und weitere Nachweisungen über alle diese
Dichtungen gibt Keller zu den 7 sages Einl. CLXXXII— IV,
und zu liühelers 7. w. M. Einl. 54. Meist nach Grimm III,
135" 149, wo der Schmid durch Thor mit dein Hammer, der
Teufel durch einen Kiesen u. I, w. gedeutet weiden. Das
Märchen von dem Schmied und seinem leufelbanneoden Baum
kenne ich im meiner Heimat der rkermark.
xxvi <$efd)id)U t»*r uiir^liun <&t$tyivin$tn.
die ewige Seligkeit, Gesundheit und Genüge bis zum
Tode, und Erneuung des Hauses. Der darob neidische
Reiche reitet dem abgewiesenen Herrn nach, und
erbittet auch drei Wünsche; darauf sinnend, von sei-
nem stolpernden Pferde gestört, wünscht er, dafs dieses
den Hals breche; als das geschieht, trägt er selber
das Sattelzeug, und unter der Last ärgerlich wünscht
er den Sattel heim und dafs sein Weib darauf fest
säfse: so findet er es daheim, und mufs durch den
dritten Wunsch sie wieder befreien. '
XXXVIII. Weiberlist.
Dieses nur in Einer Handschrift gefundene Ge-
dicht 2 weifs ich auch dem Inhalte nach nicht wei-
ter nachzuweisen. Es gehört im Allgemeinen zur
grofsen Sippschaft der Erzählungen, welche die Ueber-
schrift bezeichnet, und welche zum Theil im Altindi-
schen Fabel buche (Pantscha-tantra, von Dubois les cinq
ruses übersetzt) , und noch mehr in den eigens darauf
angelegten sieben weisen Meistern, manigfaltig ver-
ändert und vermehrt (bis zu den 40 Visiren) , vorgetra-
gen werden, sowie ihnen ein besonderer Tag des
Decamerone gewidmet ist, in welchem sie auch sonst
noch genug wuchern. Damit beginnt auch hier noch
eine Reihe solcher Erzählungen (bis XLV), derglei-
chen schon zuvor (IL IX. XIV. XVIII— XX. XXVI.
XXX. XXXI) sich einmischten. Die eigentümliche
Weise, wie hier der Mann dumm gemacht fdupej
wird, die Verzauberung, ist zwar etwas dick aufge-
tragen, jedoch nicht unglaublich.
1 Grimm Märchen II, 1. Nr. 87. dazu III, 153, wo an Phi-
lemon und Baucis und den antiken, Indischen und Nordischen
Gotler- Besuch der Menschen erinnert wird. Vgl. J. Grimm
Deutsche Mythologie, Vorr. S. XIX.
2 In Prosa von Genthe I. 441.
XXXIX. Der Ritter und die Nüfse.
Ist eine der manigfaltigen Erzählungen, wie ein
Ehemann mit sehenden Augen blind gemacht wird.
Zuerst erscheint sie in dem Altindischen Fabel-
buche, zwar nicht im Pantschatantra , sondern im
Hitopadesa. ' Eine junge Frau, von ihrem alten
Manne mit ihrem Bulen überrascht, schlingt sich ihm
um den Hals, überhäuft ihn mit Liebkosungen, und
hält sein Haupt so zwischen ihren Händen, dafs der
Liebhaber entwischt. — Dann, inPetri Alfonsi disci-
plina clericalis X, 6 — 8: Ein Ritter fmilesj besucht
seinen Weinberg, und kömmt früher heim, weil eine
Rebe ihm ein Auge verletzt. Die Frau hält ihn von
der Bettkammer zurück, wo sie den Liebhaber ver-
borgen hat, und will ihm das gesunde Auge vor ähn-
lichem Schaden sichern durch ihre Heilkunde und
Besprechen fcarminar.e; franz. charmer), indem sie ihren
Mund daran hält und so lange anhaucht ffovetj, bis
der Versteckte ungesehen entschlüpft ist. 2
Uebertragen, unverändert, indem Alt französi-
schen Gedichte des Vaters Lehren in Beispielen.3
Ebenso übersetzt von Steinhövel, bei seinem Ae-
sop: »Die xiij. Fabel von eim listigen Weib eins Wein-
gartners. Kein böser thier auflf erden ist dann ein
weib von argem list.« Auch im Folgenden ist manche
Freiheit des Ausdrucks, und zum Schlufse heifst es:
»Durch den behenden bösen list der frawen ward der
biderman betrogen, als auch vor zeiten in Kriechenlande
1 B. 1, lab. f>; bei Schlegel -Lassen S. 27; bei Wilkins S.
5£ Vgl. Loiseleur 76.
2 Bei V. Schmidt p. 48. 123 — 26, wo die meisten folgen-
den Veränderungen beigebracht sind, meist nach Legrand.
1 Le ('astitirmrnt d'nn per e a son fite. C'onle VII. De lu
male ferne. Bei Barbazan-Meon II, 81. Legrand IV, 158, wo
nicht genau übersetzt isi , dafs die Krau das kranke Auge kiisM
und du gesunde zuhall.
xxviii <ß*fd)i4)tt t»rr fin3*liun <ßr3äl)lun0en.
beschechen ist, gelobt sey Gott, dafs solchs bey vns
nit wirt erfunden.« '
Zum Theil wörtlich, etwas verkürzt, übergegan-
gen in die Gesta Romanorum. 2
Ein sonst unbekannter Adolf us hat unter seinen
zehn, im J. 1315 einem Ulrich gewidmeten Erzählun-
gen in elegischen Versen, auch diese, stark mit My-
thologie aufgestutzt, * besonders die verliebte Zusam-
menkunft. Der Schlufs warnt die Studenten:
Omnes istius fraudes audite , studentes,
Ne vos seducat femina nugigera.
Thais amore caret , juveni non servat amorem:
Fisci bonis viget hie, teque carente perit.
Später, und freier ist das Lateinische Gedicht in
Senaren von Monnoye,4 welches den Mann schon vor-
weg als einäugig aufführt, wie die Novellisten thun.
So die Cent nouvelles nouvelles: ein Ritter in Artois,
der im Kriege das linke Auge verloren, zieht den
Preufsen gegen die Heiden zu Hülfe, und kömmt,
nach tapferen Thaten, unerwartet nachts heim. Die
treulose Frau will geträumt haben, er sehe wieder
auf beiden Augen; was zu bewähren, sie ihm das
1 Der Ausg. von 1555 1*1. 104.
2 Cap. 122. Kellers Ausg. p. 195. Gräfse's Uebersetzung
I. 259. II, 271. Altdeutsche Ueberselzung (1498) Bl. 107: „von
dem ritter, dem ein reb in das aug schlug, und den sein weib
also betrog, wann sy jren bulen in das pedt gelegt hete." —
In der Lat. Ausg. 1489 (o. O. Fol.) Bl. LX . mit der Mora-
lisatio.
3 Aus der Wolfenhütteier Handschrift, gedruckt in P. Ley-
seri hist. poetar. et poemat. med. aevi (Hatae 1721) p. 2011.
Fabula III. Darin eine Anspielung auf den armen Heinricum,
d. i. Heinricus Septimellensis , geineinlich H. paupev genannt.
Vgl- Minnesinger. IV, 578. Vom, in Akrostichen, nennt sich der
Dichter. Die Widmung hinten ist in Leoninischen Versen.
* De la Monnoye oeuvres chois. (La Haye 1770) /. 2. p.
351: Uxor Cocütis. Den Schlufs wiederholt Schmidt 124.
®*fd)id)te fcer etnaeliun (ßr3ttl)lun9en. xxix
rechte Auge zudrückt und das Licht vor das linke
hält, so dafs er nichts sieht. *
Die von Legrand in dieser Reihe genannte No-
velle des Sabadino hat jedoch einen ganz andern
Inkalt. 2
Straparola gibt in der Mundart von Treviso
eine breit ausgesponnene Erzählung mit Aenderungen
und Uebergang zur folgenden Variation, indem der
Mann sich auf den Boden legen mufs, und ihm das
Haupt umhüllt wird. 3
In Bandello's Novelle ist es, unschuldiger, ein
Mädchen, die ihre einäugige Wärterin so hinters Licht
führt. 4
Der Heptameron der Königin Margaretha von
Navarra macht aus dem Ritter einen alten Kammer-
diener des Herzogs Karl von Alencon, der seine Frau
in Verdacht hat, und auch ihre List hinterher ge-
wahrt, sich deshalb von ihr trennt, jedoch durch
Verwandte versöhnt wird. 5
1 Der Ausgabe von Köln 1701*. 1, p. 121— 28. Nouvelle XVI.
Le borgne aveugle. Du sind les bons seigneurs de Prufse vrays
defenseurs de la tres saincte foy ehret ienne ; und die Heiden
heifsen Sarrazins, wie in den Altfranzösischen Heldengedichten
von Karl d. Gr. die Sachsen.
2 Sabadino degli Arienti Le Porretane seltantuna no-
velle 1483 und sechs folgende Ausgaben sind nicht zur Hand: die
von Legrand (und nach ihm von Dunlop hist. offict. II, 404;
angeführle Nov. 4 ist in dorn Novelliero- Italiano QVen. 1754)
II, 141 wiederholt, und daraus Französisch in der Bibl. des
rom. 1778.
8 Notle 5, fav. IV-- Marsilio Vercelese ama la Thia mog-
lie di Ceccato Rabboso , e in casa lo conduce , e menire, cJiella
Ja vn sadazzo al marito, egli chetamenle si fugge. — Die Faxen,
welche die Frau mit dem Mann anstellt, erinnern an die in
unserm LV und XXXI, 429 ff.
* Th. 1, Nov. 23.
' Journ. 1 , nouv. f> : Sublilile d'une femme qui feit evader
son arny, lors aue son mary, qni esloit borgne, les pensoil sur-
prendre.
xxx <&efd)td)te fcer einzelnen €r$äl)lutt0en.
Malespini's Novelle ist eine Uebertragung aus
den cent nouvelles nouvelles, mit Aenderung des Ge-
schichtlichen, Auslafsung von Artois, und wie der
Mann einäugig geworden. '
In der Arcadia di Brenta eines Unbekannten ist
ein ausschweifender Schwank daraus geworden: Die
Frau hat eine Menge Buler, deren zwei durch einen
Ring sich begünstigt erkennen, und das Gelübde einer
Wallfahrt nach Loretto ist dabei ins Spiel gebracht. 2
Aufserdem führt Legrand noch folgende Bearbei-
tungen an:
Contes du sicur d'Ouville. t. 2, p. 245.
Nouveau recueil de bons mots. t. 2 , 216.
Elite des bons mots. t. 2, p. 290.
Zuletzt wiederholte sich diese List in der Liebes-
geschichte des Grafen de Guiche mit Madame, laut
der Briefe der Herzogin von Orleans, Charlotte Eli-
sabeth von der Pfalz und der Biographie universelle t.
32, p. 105, unter Philippe d Orleans. —
Sehr nahe hiemit verwandt ist ein andrer Schwank:
ein Mann vertraut während einer Reise seine Frau
ihrer Mutter: diese begünstigt die Liebschaft ihrer
Tochter, und als der heimkehrende Mann sie über-
rascht, holt sie eine Webe Leinwand von der Tochter
und ihren Händen, um sie ihm zu zeigen, und beide
breiten sie ihm so weit vor den Augen aus, dafs der
Buler entschlüpft.
1 Celio Malespini ducento novelle (Venedig 1609) ent-
halten so sämintliche Cent nouv. nouv., wie Dunlop hist. of fict.
II, 473 einzeln nachgewiesen hat.
2 Bei Legrand p. 131 dieser nicht nährr angegehenen
Sammlung lustiger Geschichten, die in Eheris hihi. Lex. fehlt,
und von welcher V. Schmidt 125 eine spätere Ausgahe he-
nui/te: V Arcadia in Brenta, overo la melanconia sbandita, di
Ginnesio Gavardo Vacalerio (Bologna 1673, 12), welcher Name,
laut der Zueignung des Verlegers, einen sehr vornehmen Mann
maskirt.
t&tty'ufyU tur einzelnen <tBr.\äl)lun0en. xxxi
So erzahlt Petrus Alfonsus (XI, 1 — 4), unmit-
telbar auf den vorigen Schwank; und ebenso folgt
er dicht auf diesen, mit fast wörtlicher Aufnahme,
in den Gesta Romanoruin (c. 123); in den Alt-
französischen Reimen des Castoiement ' (wo der
Ritter zu St. Peter in Rom wallfahrtet und die
Leinewand zu Samt wird); in Legrands Auszug;2
und in Steinhövels Verdeutschung nach Alfonsus:3
während der Altdeutsche Druck der Gesta Romanorum
ihn übergangen hat, 4 wol eben der grofsen Aehnlich-
keit wegen. Das Unterscheidende, zugleich Mildernde
ist, dafs hier ein altes Weib, Schwiegermutter (noch
sprichwörtlich »des Teufels Unterfutter«), die Hände
im Spiele hat; noch mehr, dafs hier der Mann nicht
Ein Auge zudrücken mufs, sondern beide ihm ver-
schleiert werden. Alfonsus allein fügt auf die Be-
merkung der Schwieger, dafs ihre und ihrer Tochter
Hand das Linnen gewoben, hinzu: Cui maritus: Et tu,
domina , scis tale linteum pra>parare? — Et illa: O fili,
multa hujusmodi prwparavi. — Im Widerspruche des
gleichwol am Ende bewährten Sprichworts: »Es ist
nichts so fein gesponnen, Kömmt doch endlich an die
Sonnen.« —
Lange vor Alfonsus waren aber diese Weiber-
Schwänke und Ränke schon im alten Griechenland
1 Baibazan-Meon II. 85: Conte VIII. autre de la male
dame. 40 Reimzeilcn.
2 IV, 160. In der Ausg. von 1829. IV, 188 auch ohne
Urschrift.
3 Minier dem Aesop Bl. 104. .Die xiiij. fabel von dem
allen "Weib n»ii dem Linlaehen. Die alten weib seind schnel-
ler böfslist , des hör ein argument. Do ein kaufTmann vf<*-
fur" u. s. w.
4 In Gräfse's Anmerkung zu seiner Vcrdeulschung II, 271
ist die Hinweisung auf den Griechischen Synlipas sammt Loi-
seleur p. 77. 100 zu streichen, die sich auf die folgende ver-
wandle Krzahlung beziehen.
xxxn <£efd)id)te ber einzelnen €r$äl)lun0en.
bekannt, und in des Aristophanes Thesmophoria-
zusen (v. 498 fT.) kömmt, neben den mancherlei an-
stöfsigen und ausschweifenden Streichen der Weiber,
auch vor, wie eine dem Manne durch Vorzeigen eines
Gewandes das Auge verhüllt, und den Buler ent-
schlüpfen läfst. '
So hat denn auch die neuere Zeit diesen Schwank
selbst auf die Bühne gebracht. Die Englischen
Komödien und Tragödien haben im ersten Theil
vom J. 1624 ein »Lustiges Pickelherings-Spiel von der
schönen Maria und alten Hanrey,« worin ein Laken,
das die Mäuse sollen zerfrefsen haben, diese Rolle
spielt. Dafselbe hat L. A. v. Arnim verarbeitet in
seiner Schaubühne (Berlin 1813): »Herr Hanrei und
Maria vom langen Markte.« 2
Eine dritte Erzählung dieser Gruppe von Weiber-
listen, welche sich dadurch von den beiden vorigen
sondert, dafs hier nicht Verblendung, sondern Spie-
gelfechterei im Spiele ist, verhält sich in ihrer Ge-
schichte auch ganz ähnlich.
Im Altindischen Hitopadesa, wo die obige Fabel
als die Grundlage der beiden vorigen Schwanke zu
betrachten ist, findet auch dieser dritte sich zuerst: 3
Eine Pächtersfrau verkehrt zugleich mit einem Richter
und dessen Sohne. Mit diesem vom Vater überrascht,
verbirgt sie den Sohn auf dem Kornboden, und em-
pfängt den Vater. Da sieht sie auch ihren Mann
kommen, und heifst den Richter mit einem Stock
wie in grofsem Zorne hinaustreten. Dem darüber
verwunderten Manne sagt sie, der Sohn des Richters
1 Die ganze Stelle gibt Schmidt 126. Vgl. zu LVII.
2 In der neuen Ausgabe seiner Werke Bd. 5. 6.
3 B. 2, Fab. 9. Bei Scblegel-Lassen S. 66; bei Wilkins
S. 136. Tgl. Loiseleur 77.
®efrl)td)te tJer nnaelnen <&t$ä\)[\\n$zn. xxxui
habe sich vor dessen Zorn in ihr Haus geflüchtet, wo
sie ihn verborgen, sodafs der Vater ihn nicht ge-
funden habe. Der Jüngling wird hierauf vom Korn-
boden geholt und freundlich aufgenommen.
Zunächst ist diese Weiberlist in die sieben wei-
sen Meister übergegangen, welche dergleichen, einem
gefährlichen Weibe gegenüber, erzählen. In der Grie-
chischen Uebertragung aus dem Syrischen, wo
der zweite Weise diefs vorträgt, vertritt den Richter
und seinen Sohn ein königlicher Kriegsmann und sein
junger Sklave, der als Bote dient, und im Innern des
Hauses versteckt wird. Der Kriegsmann mufs sein
Schwert ziehen und sich auch zornig als Verfolger stel-
len. Das Uebrige stimmt. '
Ebenso erzählen die Hebräische Uebertragung,2
und die Arabischen sieben Visire iwo der Diener
unter einem Korbe verborgen wird, und die Frau
>agt, sie sei gerade beim Waschen gewesen), - nicht
auch die Abendländischen Darstellungen.
Gleich der vorigen, zweiten Erzählung ist diese
eben>o unmittelbar die dritte:
Bei Alfonsus (XII, 1 — 4). Die Anlage ist ganz
wie die vorige, und eine Schwiegermutter dabei thätig,
mich nur Ein Liebhaber, dem sie ein Schwert in die
Hand gibt, ihn an der Thi'irc stehn heifst, und dem
eintretenden Manne sagt, jener habe im Hause vor
drei Mördern Zuflucht gefunden: worauf der Mann
ihn bis zur Nacht dort behält und bewirthet.
Im Castoiement , mit derselben Ueberschrift, wie
1 Synlipus ed. Boissotiade p. 1\). Aus der Wiener Hds. 120
und Parter Hds. 2919 hei V. Schmidt zu Alfonsi disct/jl.
clenc. S. 127. DflCier'S AaSMIg [JMtm. de litt, de l'acad. loyale
/ u, /}. .'i.'ii, wiederhol! LoiMleur 100.
2 Misehle [Parabeln) Sendabar.
1 Bei Ion. Scott s. 07. in 1001 Naebl, meiner mit Ha-
bicht und Bcnall unieriioiiimciicn Verdtutschaog und Ergän-
zung aus der Ttineelteben Hdl durch Habicht, Nacht 98 'i.
- d Ha. II Hl
xxxiv <$c j'd)id)t? tJcr einzelnen ^rjählunflen.
die beiden vorigen Weiberlisten, nur mit zwei Mör-
dern. '
In Steinhöwels Verdeutschung des Alfonsus,
steht diese »Fabel« vor den beiden vorigen. 2
Die Gesta Romanorum haben sie übergangen. 3
Dagegen läfst Adolfus sie dicht auf die erste
folgen, noch mehr mythologisch zugerichtet, und über-
geht die zweite.4
Boccaccio (VII, 6) steht in näherer Berührung
mit den weisen Meistern, und hat keine Schwieger-
mutter, dagegen zwei Buler der Isabella sind zwei
Edelleute, Lionetto und Lambertuccio. Der Mann
wohnt in Florenz, wo diefs wirklich geschehen sein,
also sich wiederholt haben soll. 5 — Bei Sansovino III, 10.
Poggius, auch aus Florenz, hat Boccaccio's No-
velle Lateinisch kurz zusammengezogen. 6
Legrand (IV, 161) führt noch folgende Bearbei-
tungen auf:
Ruses d'Amour.
Bandello t. 2 , nov. ii ( Una donna si trova in
un tempo acer tre inamorali in casa, e venendo ü
marilo quello mirabilmenle beffa; ist verwandten Inhalts).
1 Barbazan-Meon II, 85: Conle IX. Aulre de la male
ferne. Legrand IV, 160 (Ausgabe von 1829, IV, 189} nennt
irrig auch den Dolopatos
2 Hinler Aesop, Bl. 101: „Die X Fabel von einem
KauiTman, seinem Weib, Bulen, vnd Sehwiger."
a Sie soll in der Züricher Hds. der Deutschen Gesta Ro
manorum stehn, laut Kellers Einl. zum Büheler S. 46, wo
aber die Angabe, sie sei auch in die Lateinischen Gesta Ro-
manorum übergegangen, unbelegt ist.
4 Bei Leyser poet. med. aevi p. 2013 : Fabula IV. Vir lu-
cri cupidus longinquos currit ad fndos.
b Einen Auszug gibt Legrand IV, 161. Ausg. v. 1829.
IV, 190. Vgl. zu dieser Novelle V.Schmidts Beilr. 69. Manni
hält sie Cur geschichtlich.
6 Poggii opera (Basel 1538) p. 489: Callida consilia Flo-
i entinae fucinore deprehcnsae.
<*Md)id)tc Tun- einjelnen €rjäl)lumjni. xxxv
(Gast) Convivales sermones (Basel 1545) t. I, p. 27.
Etienne) Apologie pour Herodote.
Ottomari Luscinii joci ac sales.
Contes du sieur d'Ouville IL 204.
Les face'tieuses joume'es p. 251. — Les amans heu-
reux p. 135. — Le printemps de l'amour.
Dunlop (hist. of fict.J nennt (mit Lagrand) als Nach-
ahmung noch Parabosco's Nov. 16 (I diporti di Para-
bosco. Lond. 1795. p. 226 J, die nur entfernt hieher gehört.
Unser Hagedorn hat frei nach Boccaccio ge-
dichtet (II, 154), und führt dazu aufser Gast, noch
als Nachbildung an le Misanlhrope 1 , 14.
Auch für die Bühne ist diese weitverbreitete Er-
zählung verarbeitet. Hans Sachs hat im Jahr 1552
ein Fastnachtspiel «die listig Bulerin« daraus gemacht. '
Von Beaumont und Fletcher ist die Novelle
Boccaccio's mit einer darauf folgenden (VII, 8. unser
XLIII in ihr Lustspiel Women pleased , auf welches
schon Shakspeare's l^aming of the shrew (vgl. zu II)
anspielt,3 verwoben; im zweiten Aufzuge spielt der
verkleidete Bruder der Frau Lionetto\s Holle, nur
um seine Schwester zu versuchen, und diese wird
nicht wirklich verführt, sondern mit ihrem geizigen
Marine gebefsert. 3 Dancour l comcdie La Parisiennc
mit drei Liebhabern, wie bei Bandello.
XI j Die Meier in mit der fieifs.
Abermals eine Weiberlist, einer Jungen mit einer
Alten, den eifersüchtigen Mann durch (ieifsgeschrei
selber zum gehörnten I liiere zu äffen und die Meierin
' B. IV, Th. :j, W. Ü. Den Schlufs wiederholt Schmidt 70.
3 In dein Vorspiele. Näfeeref darüber gibt Tieck zu sei-
ner UftbertetZUng Shaksp'-are's Th. 7 (1832); S. 349. Sehmidi
71 läftt si<h noch über die beiden vereinigten Dichter aus.
6 The vwrks of /' /'■■ Pitnwni and Flttchvr (Lond. 17«>0.
v. H, p 2ß.
beritten zu machen. Das von dein Kitter vorgeschla-
gene verblümte Zeichen zur Vereinigung im Walde
(Z. 73 ff.) ist bedeutsam aus Tristan und Isolde, in
Obergs Gedicht und der daraus gebildeten Prosa. *
Den Inhalt unsers in drei (eigentlich nur zwei)
Handschriften übrigen Gedichtes weifs ich sonst nicht
nachzuweisen.
XLI, Der Ritter unterm Zuber. Ion Jakob Appet.
Diese Weiberlist, mit Hülfe einer treuen Magd,
wie die folgende Niederdeutsche Bearbeitung desselben
Stoffes sich selber nennt, ist dagegen desto weiter
verbreitet, obgleich Hochdeutsch nur in zwei Hand-
schriften (Quellenverzeichnis 4. 11) übrig, neben wel-
chen noch eine mit Gemälden erwähnt wird,2 und
von einem sonst nicht bekannten Dichter, der dies-
seits des Rheines zu Hause war (Z. 143). Dieser hat,
wie er eingangs sagt, das Abenteuer mündlich von
dem Ritter vernommen, dem es selber begegnet war.
Es ist aber früher, wie später, auch schriftlich im Aus-
lande manigfaltig vorhanden, und mag sich wirklich
wiederholt haben.
Zunächst verwandt ist das Al.tfranzösische Ge-
dicht von der Kufe: eine Kaufmannsfrau badet sich
mit ihrem Liebhaber, einem Schreiber fclercj, als ihr
Mann plötzlich mit drei andern Kaufleuten von Pro-
vins heimkömmt. Beide kleiden sich schnell an. Sie
giefst das Bad aus, und der Buler versteckt sich unter
der umgestürzten Kufe. Der Mann deckt selber ein
Tischtuch darüber, und läfst schleunig Efsen auf-
1 Im allen und neuen Buch der Liebe Kap. 40.
2 In dem Verzeichnis eines Handschriftenmalers vor der
Berliner Hds. der H. 3 Könige, wo, unter den 35 Büchern, 25:
Item d. Ritter unter dem Zuber; und 19: Item von einem ge-
treuen ritler der sin eigen hertz gab umb einer schönen frowen
willen. Zu XI gehörig.
<Öe|d)td)U t>er eiujflneit dBrjäljlungeit. xxxvu
tragen, weil er mit den drei Gästen gleich weiter will.
Da läfst die Nachbarin durch ihre Magd die geborgte
Kufe zurückfordern, und der Mann will sie schon
hingeben, die Frau hält sie aber fest, und läfst der
Nachbarin antworten, sie rnüfse ja wifsen, was Noth
fbesoingj sei. Die Nachbarin kannte auch wol solche
Noth, rief einen Bummler fribaut) von der Strafse,
und gab ihm Geld, dafs er laut »Feuer!« schrie. Als-
bald stürzten die Kaufleute aus dem Hause, und der
Versteckte entrann. '
Man sieht, die Verschiedenheit betrifft meist nur
Nebenumstände: die bedeutendste Abweichung ist, dafs
der Mann nicht eifersüchtig mit seinen Brüdern heim-
kömmt, und die Frau sie nicht so keck herausfordert.
Verschiedener ist die Erzählung der Delices de
Verboqttet le genereux (Paris 1623. p. 83), welche
dem Legrand aus dem Fabliau herzurühren scheint:
Die vorn Mann überraschte Frau fürchtet, ihren ver-
steckten Liebhaber durch ein anbellendes Hündlein
verrathen zu sehen, tritt vor die Thüre, und kömmt
mit zerraufter Haube zurück, und ruft um Hülfe ge-
gen zwei Buben; der Mann eilt hinaus, und der Buler
entwischt.
Die hier fehlende Kufe spielt dagegen auch in
Boccaccio's Novelle (VII, 2) die Hauptrolle, nur mit
andrer Kntwickelung, und als Fafs, während sie
im Altfranzösischen Gedicht als Badewanne, für Zwei,
am pafsendsten erscheint (vgl. LXi). Doch kömmt hier
auch das Fafs tx poit noch zu Ehren. Nämlich, Pero-
nella, eines Maurers Frau zu Neapel, läfst ihren Liebha-
ber Gianello in das Fafs steigen, als ihr Mann heimkömmt
mit einem Andern, dem er das Fafs verkauft hat.
Barbazan M6on IM. W: />« cuvier. Ajus der Hds. 7218.
150 r. »in / iicn. Legrandfl Aufzug (III. W.\} lüfol <Jic Frau
selber die letzte Lid anwenden. Anag, v. 1829, IV. M. Deul
IV 120
xxxvih <&f|d)td)ti> "ber einjelnen törsiityluitflcn.
Die Frau schilt, dafs er zu wojfeil verkauft, während
sie es theurer verhandelt habe an einen , der es eben
inwendig besehe. Zugleich springt Gianello heraus,
und bestätigt den Handel, wenn es gehörig gereinigt
werde. Nun steigt der Mann hinein, und während er
damit beschäftigt ist, schaut die Frau mit Gianello
über den Rand hinein, und beide machen es, wie gli
sfrenati cavalli
So erzählt schon A pul ejus im neunten Buche
seiner Metamorphosen,1 woraus Boccaccio frei über-
tragen hat.
Aber nicht nur in das antike Frauenzimmer (Gy-
näceum) , sondern sogar in den Morgenländischen Ha-
rem ist diese Weiberlist eingedrungen, nur mit ört-
lichen Aenderungen.
In 1001 Nacht ist es selbst die Favoritin des
Schachs von Persien zu Ispahan, die, in einen jungen
Seidenhändler verliebt, durch Vermittehing ihrer Amme,
ihn in einer von mehren grofsen Kisten voll Seiden-
waaren in ihr Zimmer bringen läfst, jedoch vom
Sultan überrascht, den kaum daraus hefreiten Lieb-
haber wieder darin verbergen mufs. Der Sultan ist
neugierig die Seidenzeuche zu sehen, die Favoritin aber
weigert sich, weil ihr Liebhaber sich in einer Kiste
befinde; und als der Sultan darob in Wuth geräth,
lacht sie ihn aus, dafs er den Scherz für Ernst halte,
und reicht ihm die Schlüfsel, will aber nicht länger
bei ihm bleiben, weil sie sein Vertrauen verloren
habe. Dadurch kleinlaut gemacht, hat er genug zu
thun, ihren Zorn zu besänftigen.2
Diese mit unserm alten Gedichte stimmende
1 Der Pariser Ausgabe von 1688 S. 269. Bemerkte schon
PW. Beroafdus im Commentar dazu: transposuit commodissimc,
non at interpresy sed ut conditor.
3 In meiner Verdeutschung Nacht 539. IM. XII, S. 201.
Dazu \in, 375. Vgl. die Kiste LXVIII
(Öefd)id)te tjer ^itt^elnen (fcrjäljlungen. xxxix
Geistesgegenwart und Kühnheit der Frau ist auch
auf die Bühne gebracht, in einem Französischen
Lustspiele la Gageure imprevue.
Entfernter steht, als Gegenstück, in den sieben
Visiren der 1001 Nacht die sechste Erzählung der
Frau: des Sultans Sohn wird in einem Kasten, wel-
chen der Visir, als wäre er voll Kostbarkeiten, einem
Kaufmann zu Verwahrung gibt, zu dessen schöner
Frau gebracht, mit der er sich sechs Tage lang ver-
gnügt, bis der Vater nach ihm verlangt, und er so
schleunig abgeholt wird, dafs der Kasten, nicht fest
verschlofsen, sich öffnet, und den Prinzen entdeckt,
worauf der Mann die Frau verstöfst. '
Diese Erzählung findet sich auch schon in einer
alten Französischen Sammlung les Comptes du monde
avantureur , contenant liiij discours (Paris 1582) , die
zweite: La facon qu'une Juifce fut convertie ä la foi
de Jesus Christ par la poursuite d'un jeune Romain. —
Dann auch in les delices de Verboquet le gener eux
(Paris 1623) p. 325. 2
Früher hat sie auch St raparola (IV, 2) verarbei-
tet: in Athen versperrt der eifersüchtige alteErminione
sein schönes Weib Filenia auf einem Thurm, und ein
Schüler (Student) Hippolito aus Kreta, der sie früher
schon liebte, gibt selber ihm einen von zwei gleichen
Kasten, mit Kostbarkeiten, in Verwahrung, wird in
1 Khcnda Nacht 993. Bd. XV, S. 163. Habirhis Krjian -
Kling aus der Tunesischen Handschrift. Hei Jon. Scott 131. —
Dei eifersüchtige Mann hält die schöne Frau in einem festen
Srhlofse verwahrt, der Prinz schiefst Briefe und den Kasten-
RCblüfoel am Pfeile zu ihr hinauf: wie auf dem Bilde zu un-
serem Minnesinger Rubin (bei den Abhandlungen der Berliner
Akademie der Wi fsenschafien, 1H'i8 Taf. VII, und schon in
dem Grieche Ged. de amori/ms Lybisln et Bhodamnes bei Fa
hricit tibi. 0r. <<l Hartes VIII, 1*8.
3 Beides nach Loiseleur 139.
xl <&efd)td)tf fccr etnjelnen «Erklungen.
dem andern, durch Vermittelung seines Dieners, hin-
auf getragen, vergnügt sich mit der Frau, und läfst
sich vor Heimkehr des Mannes wieder wegtragen.
Dieser argwöhnt aber aus gewissen Spuckflecken an
der Decke des Schlafgemachs, die er nicht errei-
chen kann, den Betrug, und verklagt die Frau des
Ehebruchs. Sie soll öffentlich ihre Unschuld beschwö-
ren, und da stellt Hippolito sich als ein Wahnwitziger
und umarmt sie auf der Strafse, so dafs sie getrost
den Eid leistet: ganz wie Tristan und Isolde. Auch
mufs sie (anstatt des glühenden Eisens, im Tristan)
der (ehernen) Schlange auf der rothen Säule die Hand
m den Rachen stecken, der ihr nicht schadet, zum
Zeugnisse der Wahrheit: ähnlich der steinernen bocca
(U veritä Virgils, die noch in Rom gezeigt wird. ' Der
Ankläger sollte nun selber verbrannt werden, ward je-
doch zum Gefängnis begnadigt, worin er bald starb, so-
dafs die beiden Jungen sich ehlichen konnten.
Aehnliche Züge hat eine andre Novelle ßoccac-
cio's (V, 10): In Perugia wird Pietro's Frau mit ihrem
Liebhaber überrascht, und versteckt ihn unter einen
Hühnerkorb; ein Esel tritt ihn aber auf den Finger,
sodafs er entdeckt wird. Die Frau beschwichtigt
jedoch den Mann, und alle Drei verzehren das für
Zwei bereitete Abendefsen. - —
Auch diese Novelle ist aus Apulejus Metamor-
phosen (1. IX. p. 291) übertragen. Manni und Dunlop
vergleichen damit noch Girol. Morlini's Nov. 31
und 33: von welchen jedoch die letzte nicht hieher
gehört. Schmidt (Beitr. 61) fügt »wegen des allge-
meinen« hinzu: Dante Inf. canto 15 und 16, und
Bandello I, 6.
1 Vgl. meine Briefe in die Heimat aus Deutschland, der
Schweiz und Italien (1816—17) IV, 106. 120. Eine Schlange auf
einer Säule steht noch vor S. Ambrogio in Mailand. Ebd. I.
286. Vgl. XCII.
<Öefri)id)te t»er ettt3elnctt <#r$äh,luit0m. xli
XLH. Die treue Magd
ist eine Niederdeutsche, nur in Einer Handschrift
(Quellenverz. 31) übrige Darstellung des vorigen Aben-
teuers, unabhängig von dem Hochdeutschen, aus ge-
meinsamer Ueberlieferung, dabei sichtlich mit eigen-
thümlicher Ausführung. Es ist ein liebliches Bild
eines damaligen Schülers (Studenten), der nach Paris
reitet, wie andere nach Padua,1 zugleich der freien
Künste und des ritterlichen Frauendienstes beflifsen,
ein fahrender Schüler im edlen Sinne. Sein allabend-
liches Gebet zu St. Gertrud (170. 502) hat hier so
kräftige Wirkung, dafs er im einsamen Landhause
des Waldes die reizendste Herberge in den Armen
der schönen Wirthin findet. Wie beide so innig ver-
schlungen, nur Eins scheinend, im Schlafe liegen zu
Angesicht des Mannes und ihrer beiden Brüder, über-
bietet glänzend den Versteck unter Zuber oder Bade-
kufe, wie die Uebertragung der Rettung von der
Nachbarin auf die zuvor schon die Entdeckung sorg-
lich verhütende Magd, deren Treue selig gepriesen,
und nach ihr die ganze Erzählung benannt wird.
Die H. Gertrud aber, welche auch XXXI, 380.
LI, 620 so vorkömmt, wie bei Boccaccio und Lafontaine
II, 22 der H. Julian als Schutzheiliger der Reisenden,2
hatte sich in ein Kloster begeben, obschon ein Rit-
ter sie liebte und dennoch in ihrer Nähe blieb (wie
der Ritter von Toggenburg). Dieser verschrieb sogar
Bein« Seele nach sieben Jahren dem Teufel, der
ihm jedoch nicht zu helfen vermochte. Da erschien
St. Johannes Gertruden im Traum und mahnte sie,
den Ritter zu retten. Sie trat, als Aebtin, mit ihren
L. I0»J. Vgl. XIV. XVI. 70.
2 Auch in einem Fahliau hei Legrtod IM. 41<>: Lhölel de
S. Julien. Ebd. 4'24. Auch Vkötel S Martin komm! eh.l. 418
M \oi. Vgl. zu L
xi.ii <&efd)td)te fcer einzelnen (ßrjctylunijeiu
Nonnen vor das Klosterthor, als eben der Teufel
mit dem Ritter vorüber fuhr, und bot dem Ritter
einen Recher Weins, ihn auf St. Johannes Schutz zu
leeren. Er that's, und beim letzten Tropfen flog unter
(reheul des Teufels die Verschreibung zerril'sen zu
seinen Füfsen. Daher malt man St. Gertruden mit
dem Hirtenstab in der einen Hand , und dem Kelch
in der andern, und trinkt man auf »Sinte Geerte-
minne.« • —
Neben diesem halbheidnischen Minne (Gedächtnis)-
Trinken , welches noch allgemeiner mit S. Johannes ver-
bunden ist, erscheinen hier auch der ganz heidnische Nie-
derdeutsche Ausruf »Jodute« (519), und der geheimnis-
volle märchenhafte Ausdruck: »die Sonne geht zu
Golde.« 2
XLIII. Der verkehrte Wirth. Von Herrand von
Wildonie.
Die Grundlage dieser Erzählung ist das zweite
Beispiel des Altindischen Fabelbuchs Pantschatan-
tra, und fast aller Uebertragungen und Bearbeitungen
desselben: eine Schusterfrau mit ihrem Buler von
ihrem Mann überrascht, wird von diesem an eine
Säule gebunden und gezüchtigt, bis er müde zu Bette
geht. Eine Badersfrau, die als Kupplerin diente, und
sie jetzt zu ihrem Buler abruft, läfst sich an ihrer
Statt binden. Der aufwachende Mann, dem sie nicht ant-
wortet, springt wüthend auf, schneidet ihr die Nase
1 J. W. Wolf Niederländische Sagen (Leipz. 1843) Nr. 350,
aus Willem van Hildegaerdsborgh (1356), in Clignetts Bydragen,
und De Reiß'enberg Nouvelles archives historiques 1827. Nach
(v. Radowiiz, Ikonographie der Heiligen (Berlin 1834] S. 28
wird Si. Gertrud von Eisleben mit den Zeichen (Krumm-
stabj der Aebiissin abgebildet, St. Gertrud von Nivelle mir ganz
anderen Abzeichen.
3 Vgl zu 168 die Lesaricn.
ab, und gibt sie ihr in die Hand, sie ihrem Liebhaber
zu schenken, und geht wieder schlafen. Die Frau
kömmt zurück, tröstet die Unglückliche und löst sie
ab. Am Morgen ruft sie aus, zum Zeichen ihrer Un-
schuld möge ihr die Nase wieder wachsen; so ge-
schieht's, und der Mann nimmt es reuig als ein Wun-
der an. Die Badersfrau verbirgt ihren Schaden, und
als ihr Mann befiehlt , ihm sein Besteck zu geben,
bringt sie ihm dreimal das Scheermefser, worauf er
zornig es nach ihr wirft, und sie aufschreit, dafs er
ihr die Nase getrofTen habe. Nun entsteht ein Zusam-
menlauf, der Bader wird vor Gericht geschleppt, und
soll durch die Strafsen gestäupt werden, als der Ein-
siedler Dewasarma, den der Schuster beherbergt, und
der Alles beobachtet hat, die Wahrheit offenbart. '
Da« Altfranzösische Gedicht von Guerin nähert
sich schon mehr den Deutschen und übrigen Abend-
ländischen Darstellungen: ein Ritter, der mit der Frau
eines andern Ritters bei seiner Schwester heimliche
Zusammenkünfte hat, schleicht nachts in ihr Zimmer,
geräth aber an den Mann, der ihn, als einen Räuber,
ergreift, in einen Zuber stürzt, und nach Licht ruft.
Die Frau erbietet sich, den Räuber so lange zu halten,
1 Wilsons Uebersieht des Panischatanlra (XLIII) nach drei
Handschriften erwähnt dies Heispiel nicht. Loiseleur, der in Pa-
ris nur eine abgekürzte TaJingas-Handschrift halte, gibt nicht
an. woher er seinen Auszug (S 34) genommen. Hei Dubois
fehlt diefs Heispiel auch. Es findet sich dagegen: im Hitopa-
desa fbei Wilkins 431); in Simeon Sethi's Griech. Uebers.
( specim. sap. Ind. Berlin 1697;; in Joels Hebr. Uebers. (aus
dem Arabischen Kaiila und Dimna), die nur noch aus Doni's
llal. Bearbeitung ( la filosofia morale. Vened. 1600) bekannt
Itt, und daraus in der La». Uebers. Johanns von Capua, wo-
durch es in alle Abendl. Sprachen übergegangen ist; ebenso
auch in Galland's und Cardonnc's Franz. l>bcrs. aus dem Tür-
kfMhen (17S4). V. Schmidt zu Boccaccio's Novelle, Beitr. 75
übersetzt das Lateinische, Lc-grand II. 584 u'iht einen Auszug
nach Galland - Cardonne
xliv ®cfrf)td)te tJfr einzelnen €r3ti Ölungen.
und der Mann gibt ihr dessen Haare in die Hand,
bis er Licht und Degen geholt. Sie aber läfst ihren
Buler entwischen, holt das Maulthier herein an den
Zuber, und hält es bei den Ohren. Der Mann erkennt
den Betrug, und weist sie aus dem Hause, dem Ent-
lafsenen nach, und will nichts mehr mit ihr zu schaf-
fen haben. Sie geht auch zu diesem bei dessen
Schwester, und beredet eine Freundin, bei ihrem
Mann ihre Stelle einzunehmen. Der Mann, von den
Wehklagen der vermeintlichen Frau aufgeweckt, züch-
tigt sie mit Stöfsen und Schlägen, und schneidet ihr mit
dem Mefser die Zöpfe ab. So kömmt sie zu der
wirklichen Frau, welche ihr reichen Lohn und auch
die Haare wieder verspricht, sich zu ihrem schlafen-
den Mann begibt, die Zöpfe unter seinem Kopfkissen
findet und einen abgeschnittenen Pferdeschwanz dafür
hinlegt. Am andern Morgen bewährt sie durch ihren
fleckenlosen Leib und lange Locken ihre Unschuld,
und räth dem Manne, der sich für berauscht oder
verblendet hält, zur Augenstärkung nach Vevdosme
und ä la seinte Lerme zu gehen. Er widerspricht fortan
der Frau nicht, und hält alles was ihm anders vor-
kömmt für Täuschung oder Traum. !
Die Hauptänderungen sind hier die Locken an-
statt der Nase. Nase- und Ohren-Abschneiden sind
1 Barbazan-Meon IV, 393: Des tresces. Par Guerin (des-
sen Name im Gedichte selber nicht vorkömmt). Ans Hands.
1830 von St. Germain. 434 Reimzeilen. Legrand II. 280:
De la Dame qui fit aecroire ä son mari quil avait reve. Alias
Les cheveux coupes. Hier wird Guerin (von dem Legrand noch
drei andere Erzählungen hat. Vgl. I, exiv). im Eingange ge-
nannt. Der Auszug weicht auch sonst in Einzelheilen ab: es
ist ein Kalb anstatt des Maulfhiers und Pferdes, und die Lei-
dende ist die Magd der Frau (wie bei Boccaccio), Legrand er-
wähnt auch eine andre „Version," worin der Mann ein Bauer
ist, das Uebrige jedoch wenig abweicht. Die Ausg. von 1829
II, 340 mit der Urschrift. Deut. Uebers. II, 230
#*fdnd)U *« einjflimi <£rjäj)lunöen. xLv
zwar alte schimpfliche Leibesstrafen: aber das Haar-
Abscheeren war schon hei den Germanen des Tacitus
^Germ. c. 19] vornämlich Strafe des seltenen Ehe-
bruchs, und kömmt so im Mittelalter öfter vor; l wäh-
rend das lange, zumal blondlockige Haar und das
Nichtbescheeren desselben (schon im alten und neuen
Testament) eine Auszeichnung, nicht nur der Frauen
(mit langem Haar und kurzem Sinn) war, sondern
auch der edlen Männer, 2 und der alten Königsge-
schlechter, vornämlich der Franken- Burgunden, wo
das Abscheeren des Haares zur Thronfolge unfähig
machte. Es geschah mit goldener Scheere (wie noch
in Vitets Barricaden gedroht wird); zum leidigen
Vorrechte, wie das Enthaupten des Kaisers mit golde-
nem Beile laut des alten Weichbilds (Kap. 8). Leih-
eigene und Knechte waren geschoren; wie die Geist-
lichen aus Demuth, als Gottesknechte, zugleich im
Bilde der Dornenkrone. —
Unser altes, nur in einer Jüngern Abschrift vor-
handenes Gedicht stimmt in diesem Haarabschneiden,
wie alle folgende Darstellungen überein mit dem Fran-
zösischen und auch sonst in den Hauptzügen. Es
fügt aber zuerst die S c h n u r an der Fufszehe hinzu, und
erweckt dadurch sogleich die Eifersucht des »alten«
Hitters, der aus gleichem Grunde, aber minder glaub-
lich, die Frau den Ertappten halten läfst. Der Esel
1 Bei Legrand II, 259. Im Heptameron IV, 2 (Stollbergs
Hülsende vgl. XIj. Le^rand bemerkt aus allen Handschriften, dafs
Kupplerinnen der Khefrauen an den Schandpfahl (pilori) gebun-
den, ihnen die Haar«' abgeschnitten und vor ihnen verbrannt,
sie selb«r verbannt wurden. Dieselbe Strafe litten Mutier, die
ihre Tochter verkuppelten, und vor etlichen Jahren noch (vor
1781 wurden offen Hielte Weiber mit Haarabschneideu be-
straft.
2 Der zu den kahlköpfigen Volkern gehörige Pascha von
Janina »m kannte den Lord liyron für einen vornehmen Mann,
weil der lo^ki^-s Haar, kleine Ohren und kleine Hände halle.
xlvi tÖc[d)id)U t>« eiwjfliifu (tfr^ttljluinjen.
stimmt zum obigen Maulthier, führt aber weiter in
die Irre. Die dort schon von der Leidenden getrennte
Gelegenheitsmacherin fehlt hier ganz, obwol die Ge-
vatterin auch dafür gelten kann, welche das Aben-
teuer aber nicht verschweigt. — Von dem Dichter
Herrand von Wildonie und seinem Gewährsmann
Ulrich von Liechtenstein ist schon bei seiner Erzählung
von der schönen Frau, die dagegen ihren unschönen
Mann lieber hat, als ihren Augapfel (XII), das Nöthige
gesagt. Die Oertlichkeit des Abenteuers im Wälschen
Friaul weiset auf gemeinsame Quelle mit den fol-
genden Italienischen Novellen.
Bei Boccaccio (VII, 8) ist es ein reicher Kauf-
mann Arriguccio Berlinghieri, der eine adlige junge
Frau Monna Sismunda geheiratet, und von dem jungen
Buberto gekrönt und gehörnt wird. Kein andres
Thier ist im Spiele. Während beide Männer auf der
Strafse fechten, beredet die Frau ihre Magd, ihre
Stelle einzunehmen. Der Mann, durch die vom Lärm
erwachenden Bürger vom unbekannten Nebenbuler
geschieden, holt am Morgen ihre drei Brüder und
Mutter herbei, die ihn aber heftig schelten und be-
drohen, als die unschuldig erscheinende Frau ihn an-
klagt, dafs er berauscht wol eine der Bulerinnen, mit
denen er verkehre, so behandelt habe: sodafs er ver-
stummt und sich ihr völlig unterwirft. •
Die der Ehebrecherin gebürende Strafe des Haar-
abschneidens haben wir schon in dem Hahn -Reiher-
Abenteuer (XXXI) gesehen, aber als unschicklich
angewendet für einen dem Mann abgeläugneten und
von der Frau selber verzehrten Braten. Die Gevatte-
rin, die mitgegeisen hat, mufs dort auch aushelfen,
und zwar aus dem eigenthümlichen Vorwande, weil
der Mann so ungenügsam im Bettspiele sei, dafs die
1 Auszug bei Legrauü II, 286.
Frau, überdiefs unwol, es nicht ertragen könne; und
als die abermals leckere Gevatterin, mit ihren abge-
schnittenen Zöpfen in der Hand, wehklagend heim-
geht, wird sie von der Frau noch verhöhnt. —
Die Vermischung jenes in dem entlaufenen Ha-
senbraten (XXX) und anderen entsprechenden Erzäh-
lungen sich angemefsen harmlos abschliefsenden Aben-
teuers mit den blutigen Züchtigungen findet sich
auch in den Cent nouvelles noavelles: ' Ein Kaufmann
in Tours bringt seiner Frau eine Lamprete, den
Pfarrer und einige andere Gäste damit zu bewir-
then. Sie behauptet, nur andere Fische empfangen
zu haben, und bittet unter dem erwähnten Ver-
wand eine Freundin- Witwe, ihre Stelle einzunehmen,
auf welche der Mann ein Bündel Ruthen zerschlägt.
Jedoch schneidet er ihr nicht die Haare ab, weil er
keinen Ehebruch zu strafen im Sinne hat, obgleich
die Frau wirklich diese Strafe verdiente; denn wäh-
rend ihre Stellvertreterin gezüchtigt wird, läfst sie die
lecker zugerichtete Lamprete zu ihrem Franziskaner-
bruder Bernard tragen, bringt die Nacht bei ihm zu,
und kömmt erst am Morgen heim, den Mann dumm
zu machen, und ihm zu beweisen, dafs er ihr ebenso
die Lamprete übergeben, als sie geschlagen habe.
Mit der ganzen Sammlung ist auch diese Novelle
von Malefpini übersetzt.3
Hans Sachs hat sie zu einem Schwanke, »der
Bauer mit dem Zopf,« verarbeitet. l
Nach Boccaccio ist die dritte Erzählung in Lafon-
ta ine's (iagvure des troii commeres. (I, 31). —
Der Erzählung des Indischen Fabelbuchs stehn
1 Nouv. XXXVIII. Um verge pour lautre. Aus/ im bei
LtgraiMl ii. -iHVy
4 Dncento nooeUt n. \\{).
■■ Ii II. II.. 4, Hl 138.
XLViii $ffd)id)U Tier etnjelimi QEr^äljlungeii.
nahe: die Persischen Papageimärchen Tutinameh,'
und das Persische Märchenbuch Bahar-Danusch,
Garten der Erkenntnis,2 worin die Weiberlist sogar
den Braminen, der den fünften Veda unter den besten
Lehrerinnen studirt hat, besiegt.
Mit dem Indischen Buche stimmt auch: unter
den Novelle amorose de gli Incognüi die 23ste, und die
erste der beiden Novellen des Annibal Gampeggi,
zu Anfang des 17ten Jahrhunderts. 3 Sie spielt in
Neapel und ist mythologisch ausstafhrt: der Eifer-
süchtige träumt, er sei in einen Satyr verwandelt,
worauf er dem Weibe die Nase abschneidet.
Die Englischen Bühnendichter haben auch dieser
Erzählung sich bemächtigt. Massinger, Shakspeare's
älterer Zeitgenofse, läfst in seinem Lustspiele The
Guardian, ebenfalls der an die Säule gebundenen ver-
meintlichen Frau die Nase abschneiden. 4
Dagegen ist ein Theil des schon zu XXXIX ge-
dachten Lustspiels Women pleased von Beaumont
und Fletcher aus Boccaccio genommen, und nament-
lich der Faden , welchen der Mann , aber am Finger
der in ihren Kleidern entschlafenen Frau entdeckt. s
Die in den meisten neueren Bearbeitungen aus-
gelafsene Einmischung eines Thieres tritt dagegen
anderweitig in ähnlicher Verbindung auf.
1 Vgl. zu IX. LXVIII. Loiseleur35 führt die Englische
Uebers. p. 98, und die Französische von Marie d'Heures (Paris
1826, aus dem Engl.) p. 95 an: in der Deutschen finde ich
jedoch diese Erzählung nicht.
2 Ins Englische übersetzt von Jon. Scott (Shrewsbury 1799)
Bd. 2, S 82.
3 Novelle due esposte nello stile di M. Giov. Boccaccio
dair Academico Oscuro (Venedig 1630 4). Beide wiederholt im
Novellier o Ital. IV, 273.
4 The plays of Ph. Massinger (Lond. 1813) v. 4, p. 185.
Diese Stelle daraus hat Schmidt (Beitr. 79) übersetzt. Vgl. Dun-
lop. hist. of ßction II, 315.
3 Auch diese Stelle gibt Schmidt (Beitr. 80) Deutsch.
<£*fd)t4)te t«er nn^lnen (ßrjatylunflen. xlix
In den Cent nouvelles nouvelles (61) wird ein Ritter
beim Nachtbesuch einer Kaufmannsfrau in ein dunk-
les Zimmer versperrt: aber während der Mann die
Verwandten der Frau herbeiholt, befreit sie den Ge-
liebten, und sperrt dafür einen Esel ein, der beim
Oeflhen der Thür Allen entgegenbrüllt.
Uebersetzt in Malefpini's Sammlung Nov. 61.
Ebenso erzählen:
(Gast) Convivales sermones t. 2 , p. 99.
Die Novelle di Domenichi p. 71 ; und
Melandri Joco-seria t. 2, p. 41, mit einigen
Veränderungen.
Legrand II, 288 fügt diesen Anführungen hinzu:
In Arislaeneti epist. wird eine Frau mit ihrem
Buler von ihrem Manne nachts überrascht und einge-
sperrt: sie bindet nun ihrem Geliebten die Hände und
überliefert ihn als einen Räuber ihrem Mann. Dieser
will ihn tödten, sie aber räth, ihn am Tage der Ge-
rechtigkeit zu übergeben, und erbietet sich, ihn zu
bewachen. Sobald der Mann entschlafen ist, läfst sie
den Minnedieb entwischen.
XLIV. Die Beichte.
Für diese Erzählung, die nur in Fliner Abschrift
vorhanden, und nicht mit einer manigfaltig verbreiteten
ihnlichei zu vorwechseln ist, wo ein Mann in Verklei-
dung des Beichtvaters die Beichte der Frau hört, habe
ich keine anderweitige Nachweisung. Sie bietet ein
ländlich-sittliches Gemälde in Wintereinsamkeit.
XLV. Der begrabene Ehemann.
Das entsprechende AIHranzösische Gedicht von
.1 « ,. ii de Boves beginnt, ohne die vorbereitende
Abrichtung (des Mannes, damit, dafs die Frau', in ihrer
Vertraulkhkeil mit dem Pfarre*, ihrem Mann, einem
Bauer zu Bailleul in der IVanlio. ontaeL'enoilt und
l (£efd)td)te ber einzelnen <&x?,a\)ii\n#e\i.
ihm Krankheit und endlich den Tod einbildet, ihn
auf dem Stroh im Stalle mit einem Leichentuche be-
deckt, und wehklagt. Der Pfarrer kömmt auch zur
Todtenfeier, singt seine Orenuts, und geht dann mit
der Witwe in die Stube. Der Scheintodte hebt auf
ein Geräusch in der Stube das Tuch auf, und ruft
dem Pfaffen zu, wenn er nicht todt wäre, würde er
ihn todtpriigeln. '
Das läfst noch einen minder grausamen Ausgang
zu, als das Deutsche Gedicht. Andere Erzählungen
machen wirklich nur einen Scherz daraus, und lafsen
auch den anstöfsigen Ehebruch mit dem Pfaffen weg. 2
In Des Periers Erzählungen fnouv. LXX) dient
ein maitre Berthaud in Rouen zur allgemeinen Belusti-
gung, und wie er in allerlei Verkleidung auftrat,
Narrenteiding trieb, und sich viel darauf einbildete,
dafs man ihn Meister nannte, ward er völlig zum
Narren. Lustige Vögel redeten ihm ein, er sei krank,
und endlich gar todt, und führten ihn so mit Libera
me, Domine! durch die Strafsen, wobeier sogar man-
chen Nadelstich in die Lenden aushielt, bis er Einem,
der es zu scharf gemacht, zornig zurief: »wäre ich nicht
todt, ich würde dich sogleich todtschlagen.« Bei dem
fortgesetzten Leichenbegängnis und Klage: »Berthaud
ist todt I« ohne ihn Meister zu nennen, erhob er sich
und rief: »Ihr lügt, noch lebt euer Meister I«
Ebenso erzählen: Poggii faceliae, 3 wo der Zuruf
»Narrl« dieselbe Wirkung thut; und
Les illustres proverbes ;>. 10.
Boccaccio's Novelle (III, 3) bringt dagegen die
1 Logrand IV, 192: Le villain de Bailleul. Alias La femme
qui fit croire ä son mari qu'il etuit mort. Die Ausg. von 1829
hat zu dem Auszug IV, 218 nicht das alte Gedicht, welches
in der Herner Perg. Handschrift 354. 4 sieht. J. R. Sinner catah
codd.bibl Bernens. III (1772). 377.
2 Auszug gibt Legrund III 193.
8 Poggii Florentini opera (Basel 1538) p. 489. V. Schmidt
<Def4)id)te ber einzelnen ^rjaljluttgen. u
Geistlichkeit viel ärger ins Spiel: einem, bis auf die
Weiber, ganz heiligen Abt, in einer einsamen Gegend
Toscana's, gefällt die schöne Frau eines reichen eifer-
süchtigen Bauern dermafsen, dafs er sie mit einem
Ringe beschenkt und beredet, ihm während ihr Mann
im Fegefeuer sei, dessen Stelle vertreten zu lafsen.
Ein Pulver, durch welches der Alte vom Berge seine
Jünger (die nach solchem berauschenden Hanfsafte
genannten Assassinen) in sein Paradies verzückt, ver-
senkt den Ferondo in dreitägigen Schlaf, sodafs er
für todt eingesargt, dann aber heimlich durch Hülfe
eines ßolognesischen Mönchs wieder herausgenommen,
in das dunkle Klostergefängnis gesetzt, und dem
Erwachenden eingebildet wird, er sei im Fegefeuer,
wo er für seine Eifersucht büfsen müfse, und auch
täglich zweimal stark mit Ruthen gestrichen wird.
Unterdes vergnügt sich der Abt mit Ferondo's Witwe,
und benutzt dazu dessen Kleider, sodafs er als Ge-
spenst erscheint. Nach zehn Monaten aber fühlt die
Witwe sich schwanger, und Ferondo wird wieder in
Schlaf versenkt, in den Sarg gelegt, erwacht und er-
steht vom Tode, unter feierlichem Gepränge des
Klosters. Anfangs für ein Gespenst gehalten, kömmt
er heim, ist nicht mehr eifersüchtig, und nimmt den
im Fegefeuer ihm mit der Urstände verkündigten
Sohn, den er zum Danke nach dem Heiligen Benedict
nennen soll, als den seinen an. Der Abt aber, dessen
Heiligkeit durch diefs Wunder noch vermehrt worden,
fetzt den heimlichen Umgang mit seinem Weibe fort. ■
Diese gottlose Einmischung der Geistlichkeit ist
zu seiner tfeberselzung des Biraparoiä S. 309. — Anderweitige
verabredete Einbildungen (Mystiflcaiionen) sind zu XXIV
ongeföferl.
1 Schmidt (Beitr. 24J rührt hinzu eine Novelle Bondello's
(II, 17, an : eines Hresci.ni' ts trunksüchtiges Weih füllt in
einen Mehlka*ten, und heuchelt, auch vom Mehfstatibe , wtihnl
ui ®cfd)td)te tor finjelnrn törjcitylungen.
wieder durch einen andern Hintergrund ersetzt in einer
Novelle von Grazzini, genannt Lasca, der von 1503
bis 1583 lebte: Manente, ein Arzt in Florenz, ward
dem Lorenz Medici, benannt der Prächtige, so über-
lästig, dafs er ihn in der Trunkenheit in ein dunkles
Gemach bringen, und darin ein Jahr lang von Masken
in langen weifsen Mönchskleidern mit blofsem Schwert
in der Hand bedienen läfst, sodafs er sich einbildet,
in einem Zauberpalast zu sein und guter Dinge ist.
Unterdessen wird ein Leichnam an seiner Statt be-
graben, und seine Witwe heiratet wieder. Hierauf
wird er in einem abgelegenen Thale ausgesetzt,
und bei der Heimkehr für ein Gespenst gehalten:
alles zu grofser Ergetzlichkeit Lorenzo's, der ihn
auch nie erfahren läfst, was mit ihm geschehen ist. '
— Hier ist der alte Schwank zur Belustigung des
Hofes erneuet.
Fernere Bearbeitungen sind: in Doni lettere (Flo-
renz 1547) l. 2, p. 14; oder Novelle di Doni (ed.
Zamba 1815) nov. 5. — Von Lafontaine (II, 91)
nach Boccaccio. — Im Almanach des Muses par Har-
douin 1778: Le morl parlani. —
Nach dem Altfranzösischen Gedicht hat Imbert,
in seinen Nouvelles historiettes en vers III, I dieses
Abenteuer gereimt.
XL Fl. Das heifse Eisen.
fis gibt zwar alte Geschichten genug von Gottes-
urteilen der Keuschheit, für welche besonders die
Feuerprobe gehörte : jedoch kenne ich keine Ueber-
lieferung, welche auf ähnliche abenteuerliche Weise
von der treulosen Frau herausgefordert, sie so hart
sie sich in jener Well, beichtet ihre Sünden, ohne sonderliche
Reue, und setzt dann auch ihre Völlerei fort. — Nur als eine
wol kaum absichtliche Umkehrung gehört diefs hieher.
1 Novelle di Grazzini, delto il Lasca (Lond. 1793) t. 2, p.
117. Einen Auszug gibt Schmidt 25.
<0efd)id)U "Der ttttjeltmt ^rjctylutigcn. jlih
gestraft hätte, zumal da der Mann durch den Betrug
keineswegs seine Unschuld bewährt hat. Auf ähnliche
Weise ward Isolde gegen die Feuerprobe bewahrt, '
obgleich sie durch den Minnezaubertrank mit ihrem
enzigen Tristan entschuldigt war.
XL VII Das Schneekind.
Ein sehr altes, oft erneutes Märe, in alten und
neuen Sprachen.
Das Lateinische Gedicht um Anfang des Uten
Jahrhunderts, nach der eigenen, zwar nicht aufgezeich-
neten Sangweise, Modus Liebinc benannt, ist in den
Nachträgen (Bd. 3, S. 728) gegeben.2 Das kurze La-
teinische Gedicht, welches neulich wieder herausge-
geben,* und von Geoffrey de V ine sauf, einem
Normannisch-Englischen Dichter um 1200 verfafst ist,
lautet so:
Rebus in agendis longe remorantc marito,
Uxor moecha parit puerum: post multa reuer so,
De nive conceptum fingit: fraus mutua: caute
Sustulit, asportat, vendil , matrique reportans
Hidiculum similc , liquefactum sole re fingit.
Das Altfranzösische Gedicht hat dagegen noch
einige nähere Bestimmungen : der Mann bleibt zwei
Jahre aus, und die Frau vergeht sich mit einem
1 Gottfrieds von Strafsburg Tristan und Isolde, in meiner
Ausg. seiner Werke (1824j Z. 15,738 IT.
2 Die Zpü bestimmt sich dadurch, dafs in dem Modus
Ollinc (vgl. zu IV) auch K. Otto III gepriesen wird.
■ Durch Thomas Wright essays on subjects connected with
Ihe UUeratttre, populär tuptrsiitian» and Inslory of England in
Ihr nuddle agcs (Lond. 1840, t. % p. 180. Dafsolbc hat schon
Ltysrr (potf. med. aevi p. 901) lO Galfridi de Vinofalvo Lehr-
»ed. I'oetna novo, vom .1. 121(>, aus h lldss. . wo es als liei-
Ipiel bändiget Kürze dient, (ialfrid b«klagt unter andern auch
den Tod Ki<li.irds l.owcnlierz. Lesarten: OgundtS diiUntc %.
Sustinet re portal.
i.iv <&efd)iri)ti? ^** tin&kntn <tBr3ät)iuii^eti.
bacheler (Jüngling). Als der Schneeknabe fünfzehn-
jährig ist, führt der Kaufmann ihn durch die Lom-
bardei nach Genua, und verkauft ihn an einen Händler,
der ihn nach Alexandrien führt zum weitern Verkauf.
Es schliefst mit einem ähnlichen Spruche, wie das in
den Nachträgen stehende Altdeutsche Gedicht:
Bien l'en avint qu' avenir dat, Qu'elle brassa ce qu'ele but. '
Unser in der Reihe stehendes Altdeutsches Ge-
dicht ist das ältere, aus welchem das nur in einer
spätem Abschrift vorhandene Gedicht des Nachtrages
noch einzelne Anklänge behalten hat, und gehört in
der Würzburg -Münchner Handschrift zu Strickers
»Welt«, dem es auch wol zuzuschreiben ist. Eigen
ist ihm der spöttische Trost des Mannes: weil alles
Wafser binnen Jahresfrist zu seinem Ursprünge zurück-
kehre, werde der geschmolzene Schneesohn ihr auch
wieder zufiiefsen.
Italienisch findet sich dieser Schwank in Doni
Filosofia morale (Venedig 1552) t. 2, p. III ; und als
eine der hundert Novellen bei Francesco Sanso-
vino, eigentlich Fr. Tatti geheifsen. 2
Ferner Französisch, in den Facetieuses jour-
ne'es p. 303.
In den -Cent Nouvelles nouvelles fn. 49) ist der Kauf-
mann erst drei, dann zehn Jahre abwesend, und fin-
det einen siebenjährigen Knaben; und die Frau meint,
sie sei länger mit diesem Kinde gegangen, als ge-
wöhnlich; oder als sie im Garten ein vom Schnee be-
decktes Blatt ( feuille dosille ) gesucht, habe sie nur
1 barbazan-Meon 111, 216: De lenfant qui fut remis au
soleä. Aus Hds. 7218. 148 Zeilen. — Legrand III, 86: De
Venfant qui fondit au soleil. In der Ausg. von 1829 III, 81
auch ohne Urschrift. Deut. Uebers. III, 63.
2 Cento novelle scelte (Venedig 1598) giom. 9, nov. 6.
Vgl. über diese Sammlung und ihr Verhältnis zum Deearrie-
rone. Schmidt Iteitr 103.
<$*fd)td)te l»et ein3elneii (2Br3äl)lun^en. lv
ein Stück Schnee genofsen, und sei davon schwanger
geworden: kurz, es sei ein Wunder. Der Mann ver-
kauft den Schneesohn selber in Alexandrien.
In Malespini's zweihundert Novellen übersetzt,
mit allen übrigen dieser Sammlung (Nov. 38)
Contes de Grecourt t. 5, p. 67. • —
Deutsch findet sich diese Erzählung auch schon
in der alten Sammlung »Ernst mit der Wahrheit«
(Frankfurt durch Egenolf) Bl. 38 a.
Endlich, lebt sie noch in Deutscher Mundart,
namentlich in der Fränkischen um Miltenberg am
Maine, woher sie Jos. v. Schmeller in den »Mund-
arten Baierns grammatisch dargestellt« (München 1821)
S. 149 aufgenommen hat. Hier ist es ein Kaufmann
aus Frankfurt, welcher den aus einem Eiszapfen ent-
standenen und so genannten Knaben einem Holländi-
schen Seelenverkäufer verhandelt.
XL VIII. Die halbe Decke.
Diese und die folgende Einschärfung des vierten
Gebotes durch bedeutsame Beispiele gehören auch zu
den weitverbreiteten manigfaltig dargestellten und noch
lebenden Geschichten.
Das Altfranzösische Gedicht, die getheilte Decke,
von Bernier, hat manches Eigene, und stimmt zum
1 heil mehr mit dem Gedichte des Hufferers, im
Nachtrage, als mit dem hier aus vier (eigentlich nur
zwei, Handschriften1 in der Reihe stehenden, auch
hinsichts der Ausführlichkeit. Der sonst nicht be-
kannte Dichter, der sich am Ende nennt, beschwert
sich eingangs, dafs die Hofdichter ( ' Menelricra =F Mini-
fteriaUi; immer nur ihre alten Geschichten wieder-
holen, wahrend man doch in den Schlöfsern , WO viel
lebhafter Verkehr ist, und alle Well, ans- und ein-
geht, tausend neue schöne Geschichten vernimmt,
1 AtiL'"(ini(kt im Efoloesati Cod« 8. i-'t'.i-
lvi <$?fd)id)tf fcer etn$elnm (tfrjätylungen.
welche man benutzen solle, wie die Vorfahren gethan
haben. Er wolle nun eine solche erzählen, welche vor
etwa 20 Jahren einein Bürger von Abbeville begegnet
sei. Dieser Mann, wolbegütert, begab sich wegen
Feindschaft einer mächtigen Familie nach Paris und
ward des Königs Lehnsmann. Als seine Frau starb,
vermalte er seinen Sohn mit einem edeln Fräulein,
deren Brüder nur einwilligten, wenn er sein Vermö-
gen völlig dem Sohne übergäbe, weil er sonst noch
weifser oder schwarzer Mönch oder Tempelherr werden
und ihm dadurch alles entziehen könnte. Bald mochte die
hochmüthige Frau den Alten nicht mehr leiden, und drang
auf seine Entfernung. Der Sohn folgte , und vergeblich
flehte der Vater bei der Verstofsung aus dem Hause we-
nigstens um einen befsern Rock gegen die Kälte, und be-
gnügte sich endlich mit einer Rossdecke. Der sieben-
jährige Enkel zerschneidet die Decke, und sagt den
kindlich-herben Spruch. l
Die Geschichte ist hier weit härter durch die
Ausstofsung des alten Vaters, im Winter, ohne war-
mes Kleid, obgleich etwas gemildert durch die Ein-
wirkung des Weibes auf den Sohn, welche in unsers
sonst nicht bekannten Hufferers Gedicht von einem
Ritter und seinem Sohne, noch mehr allmälig gestei-
gert ist. Unsere beiden Gedichte heben auch die
unbefangene Rede des Kindes als Gottes Stimme des
vierten Gebotes hervor: während in dem Französischen
Gedichte der Knabe, um die halbe Decke zankend,
seinem Vater droht; wie der Dichter am Ende nur
davor warnt, von der Kinder Gnade zu leben.
Dem näher steht die Italienische Novelle des
1 Baibazan-Meon JV, 472: La houce partie. Par Bernier.
Aus Hds. 7218. 416 Zeilen. Legrand IV, 74: Le Bourgeois
$ Abbeville . Alias La hoiisse coupee en deux. Die Ausg. von
1829 IV, 117 hat auch die Urschrift. Deut. Üebers. IV, 197.
— Houce, housse ist dafselbe Wort mit unserm Koizen.
<£*fd)td)te fcer tttwltmt <£r$äh,lmi0en. lvü
Mailändischen Arztes Ortensio Lando um Mitte des
16ten Jahrhunderts, der Luthers Lehre nach Deutsch-
land folgte. Der Vater ist dort ein reicher Florenzer
Kaufmann Riccardo Capponi, der seinem Sohne Vin-
centi, einem ebenso eifrigen und geizigen Kaufmann,
durch Alter und Wafsersucht so überlästig ward , dafs
dieser ihn in ein Krankenhaus verstiefs. Dorthin
sandte der Sohn ihm zwei Hemden durch den sechs-
jährigen Enkel, der eins davon behielt, und seinem
Vater ganz gleiche Behandlung drohte, mit dem
Spruche Chi la fa, Vaspetta, ' welcher seitdem sprich-
wörtlich durch ganz Italien geworden. 2
Denselben Gegenstand behandelten noch wenig
>päter die Novellisten: NiccolöGranucci von Lucca: s
und Sercambi fnov. 5).
Auf ähnliche Weise wie Lando erzählt der Abbe
Le Monnier: 4 der Sohn sendet seinem ins Kranken-
haus verwiesenen Vater von Zeit zu Zeit etwas Suppe
in einem Zinngefäfse. Als der Alte gestorben, will
der Enkel den Napf behalten, um ihn auch seinem
Vater ins Spital zu senden.
Das Altfranzösische Gedicht hat Imbert neu
gereimt
Auch in alten, und noch lebenden Deutschen
Volks 8 1 i in m e n ertönt diese Gottesstimme: » das
1 Altdeutsch selbe tcete, selbe habe.
2 Lando's vierzehn Novellen stehn in seinem farj compo-
ninunti (Venedig \'.Y'ylr Diese dreizehnte Novelle ist unter den
vier in den NovtlHero Italiano (Vened. 1784) Aufgenommenen
Norellen, Bd. '-\, S. 180: Nella teguerrfe nooetta narrasi wi mi-
i ctcoloso acr.idente ; e imparast quanto sia abbominevol cosa la
crudelta de' ßgluoli verso i padri loro. \fi\. die Vorrede
K III.
La fjiacevol notte e lielo giorno, opera morale (Venedig
I .7» /. % p. 100. Vpl. Novelliert) Italiano Hrl. *, Von. S. VI
ßranuecl Übertrag aaeh Boceaccio'i Tescide .-ms den Ollaren
in PrOM.
1 In v.incii Fable*. /, 66. 4tiesug gtbl Legrand IV. H\\.
Lvni <&*fd)trf)te tJ« einzelnen QBr^ci^lun^en.
vierte Gebot«, ein Lied von einem alten Könige von
Frankreich, l und eine Erzählung in der Mundart
um Simmern: dem alten kranken Vater wird an-
statt des irdenen Napfes, der ihm entfallen und zer-
brochen ist, ein hölzerner zu seiner schlechten Kost
an der Thüre gegeben, und der vierjährige Enkel
will nun auch einen solchen hölzernen Napf für sei-
nen Vater schnitzen.2
XLIX. Der Schlägel. Von Rüdiger dem Hunthover.
Nicht so verbreitet, als das vorige Beispiel von
dem unnatürlichen Sohne, dem der Enkel gleiches
Schicksal verkündet, wenigstens nicht bei den Roma-
nischen Völkern, wo sonst, namentlich in Frankreich,
ziemlich allgemein der erwachsene Sohn sich durch
den alten Vater im Besitz und Genufs des Vermögens
für beeinträchtigt hält. Fast weniger grausam, als
die Verstofsung vom Besitz ist bei heidnischen Stäm-
men, auch der Germanen, das Tödten der schwachen
Greise.3 Hier erscheint nun auch der kindliche Un-
dank der 2 Töchter, sowie der 3 Söhne, zugleich noch
verstärkt durch ihre Männer und Weiber. Früh und
manigfaltig ist dieser Stoff dargestellt, wenn auch
sonst nicht in so vollem Chore der Familie, zumeist
in England, vor und nach Shakspeare's Lear;4 er
1 In O. L. 1$. Wolfs Hausschalz der Volkspoesie (Leipzig
1846) S. 191.
2 J. M. Firmenich: Germaniens Völkerstimmen Bd. I (Ber-
lin 1843-46), S. 532.
3 Von den Herulern meldet es Prokop Goth. \\, 14. An-
dere Altnordische, mehr Slavische, AHpreufsische, Nordameri-
kanische, Römische Zeugnisse bei J. Grimm Rechtsalterth. S.
486. Auch Zigeuner.
4 Von den verschiedenen Darstellungen handeln die Aus-
leger Shakspeare's zum Lear, bei uns: Kschenburg zu seiner
Uebersetzung (n. A. 1777) Bd. 11, S. 547-80; Simrock
Quellen Shakspeare's Th. 3 (1831), S. 269-74- Gräfse Lilt.
®efd)id)te fcer einjelnen €rjät)lun0*n. ux
bewegt sich ursprünglich dort, wie Cymbeline (vgl. zu
LXVII1), im königlichen Kreise der Brittischen Sagen-
geschichte.
Galfrid von Monmoruh, im 12ten Jahrhundert,
soll bei König Leir wirklich ältere Walisische Quellen
haben, in der Königskronik Tysilio's, Bischofs von
Wales gegen Ende des 7ten Jahrhunderts, welche nur
in wenigen Abschriften vorhanden ist. Hier ist Llyr,
Bleidduds Sohn, der eilfte Brittische König, und wird
seine Geschichte aus mündlicher Ueberlieferung er-
zählt:2 ohne Sohn will er seinen Töchtern nach dem
Maafs ihrer Liebe das Erbe geben. Goronilla und
Regan schwören bei Himmel und Erde, dafs die erste
ihn mehr liebt als ihre Seele, die andre unaussprech-
lich; worauf er sie mit den Fürsten Magion von Corn-
wall und Henwyn von Alban (Schottland) vermalt und
ihnen die Hälfte des Reiches gibt. Gordeilla, die nur
sagt, sie liebe ihn wie ihren Vater, und verkündet,
er werde nicht mehr geachtet als er Macht und Muth
habe, geht leer aus, und wird dem König Aganip-
pus von Frankreich ohne Erbe gegeben. Als Llyr
alt wird , bemächtigen sich die beiden ersten Schwie-
gersöhne des ganzen Reichs, und Llyr wohnt ab-
wechselnd bei ihnen, wird aber seines Gefolges von
40 Rittern allmälig so beraubt und von den Töchtern
so schnöde behandelt, während er zweimal von einer
zur andern geht, dafs er wüthend und klagend über
die Bewährung der Worte Cordeilla's, mit Einem Ritter
zu ihr flieht, die ihn in Amiad (Amiens) so ausrüstet, dafs
er mit Gefolge in Paris einzieht. Er erhält von Aganip-
pus ein Kriegsheer, Gordeilla allein begleitet ihn, er
<!<•>( Ii. II, '.], W) — 100 und 8. Uebers. der Gesta Romanor
II, 263.
1 Original story of hing Lear, ans dem C'/iromcle of the
Kings, im Edinb. Journul. Deutsch im tili IJiitrrh.-lil. 1842,
ni 811 Weitere Nechweinmg fehl!
lx <&ef4)td)t* &** «tnjelittn Crjaljlunge«.
erobert sein Land wieder, und verjagt die bösen
Schwiegersöhne von der Insel. Unterdes stirbt Aga-
nippus, und Cordeilla bleibt bei dem Vater, und re-
giert mit ihm bis zu seinem Tode. Llyr wird in dem
von ihm erbauten Tempel des Janus bifrons bei seiner
Stadt Caer Llyr (Leicester) am Soramflufse begraben,
und sein Jahresfest gefeiert. Cordeilla regiert allein
noch fünf Jahre, bis ihre Schwestersöhne Margan und
Cunedda sie bekriegen, das Reich erobern, und sie
ins Gefängnis werfen, in welchem sie sich ersticht:
1500 Jahre nach der Sündflut.
Galfrid, und nach ihm Hol ins he d, dessen
Geschichte Shakspeare zunächst, und oft wörtlich
folgte, weichen nur in einzelnen Umständen und Na-
men hievon ab:1 Cordeilla ist eigentlich Leirs liebste
Tochter; wie sich zuletzt auch bewährt. Die
schnöde Behandlung durch die beiden bösen Töch-
ter und deren Männer wird nur allgemein angegeben.
Aganippus zieht mit nach Britannien. Maglanus und
Henninus fallen im Treffen, Leir wird wieder König,
und liegt bei Leicester unter der Wafserleitung des
Doreflufses begraben.
Cordeilla's Schicksale fehlen hier, finden sich je-
doch ebenso in Spensers Feenkönigin (II, 10,
27 — 33), nur dafs sie sich nicht ersticht, sondern er-
hängt; welche Todesart sie auch bei Shakspeare er-
leidet.2
Die Altenglische Ballade von König Lear und
seinen Töchtern,3 deren Zeit nicht genau bestimmt
1 Holinsheds Erzählung verdeutscht Eschenburg zum Lear
S. 548-52.
2 Steevens bemerkt zum Schlufse des Lear, Shakspeare
habe diefs Schicksal Cordeilla's so in der Geschichte gefunden,
und erzählt diese ganz wie Tysilio. Etwa nach Tyrrel general
history of England (Lond. 1700)?
■ Hei Percy reliq. I , 228 aus der Sammlung The golden
(Örf'djidjU tJfr einzelnen €rjäl)lunfleii. lxi
ist, erzählt im Ganzen ebenso: Lear schenkt so-
gleich beiden Töchtern sein ganzes Reich. Cordelia
irrt verlafsen im Lande umher, bis der König von
Frankreich sie findet. Leirs Behandlung wird um-
ständlich geschildert: bei der Wiederkehr zu den bei-
den Töchtern erhält er den Abfall der Speisen von
der Küchenmagd, und wird zuletzt hinausgestofsen.
Er irrt wahnsinnig umher. Cordelia allein hilft ihm
sein Reich wiedergewinnen, kömmt aber im Treffen
um. — Die nur trocken darstellende Ballade könnte
die nähere Aehnlichkeit mit Shakspeare, z. B. Lears
Wahnsinn, erst aus ihm selber haben: aber Andeu-
trng desselben enthält schon Tysilio's Geschichtbuch,
und Johnson bemerkt richtig, der Balladenschreiber
würde mehr dergleichen entlehnt haben, wenn er
Shakspeare's Lear vor sich gehabt hätte.
Das ältere Schauspiel König Lear, welches
schon 1605 in London gedruckt,1 zuvor manchmal
aufgeführt, und von Tieck als Shakspeare's eigenes
früheres Werk verdeutscht ist.2 hat den Wahnsinn
noch nicht, und endet mit Lears Wiedereinsetzung
durch Cordelia und ihren Gemal. Auch sind Gloster,
Edgar und Edmund nicht eingeflochten, welche die
Ballade zwar absichtlich absondern mochte.-
Die Geschichte dieser drei ist aus Sidney's Ar-
kadia ' genommen; ihre Verbindung mit der Brittischen
Garland. Deutsch von Ksrhe-nburj? 552 — 58. 25 Stanzen.
Wiederholt O. L. B. Wolf Hausschalz der Volkspoesic.
1 The true chronicle history of hing JLeir and his l/iree
danishthers fJonord, Rugun and Cordella, as it has ben diuers
and HUldfy times lalely acled. h. Wiederholt in den Six old
piays und bei Steevens iAüSg. von 20 Stücken Shakspeare's
l.ond. IHM \ lide., Bd. 4.
2 Aitor.pl. Theater n IH11;, 2o:s. Vgl Torr. X-Xiv.
Kineo AatMfl |Hm Baetrenbtrrg 509~66.
- Der Ausgabe von 1590. h. p. \h1. Shaksp. ithatr.
III, 1\)\
i.Mi <&cfd)id)U Ucr nn$rtnm (Jrrjul)! unweit.
Sagengeschichte, auf ähnliche Weise wie im Cymbe-
line (s. zu LXVIII), und wie sie Shakspeare auch
sonst liebt, ist in dem vollendeten Werke der reifsten
Zeit des grofsen Dichters von tiefer Bedeutung, als
Seitenbild zu Lear und seinen Töchtern, durch den
Vater mit seinem natürlichen und unnatürlichen Sohne,
welches das erschütternde Zusammentreffen des ver-
stellten mit dem wirklichen Wahnsinn und dem Nar-
ren herbeiführt — Spätere Bühnenbearbeitungen von
Shakspeare's Lear durch Nahum Täte und Colman
haben den glücklichen Schlufs des älteren Lear herge-
stellt, Colman bat jedoch die von Täte hinzugedichtete
Liebe zwischen Edgar und Gordelia wieder entfernt. '
Auf gleicher Grundlage beruht die Erzählung C a m-
den's2 von dem West sächsischen König Ina, der
auch die Liebe seiner drei Töchter erforschte, und
nach den übertriebenen Betheurungen der beiden äl-
teren, von der jüngsten vernimmt, sie liebe ihn, wie
sein Kind, werde jedoch einst jemand noch mehr lie-
ben. Shakspeare läfst dafselbe Gordelien ausdrücklich
in Bezug auf ihren künftigen Mann sagen.
Eine entsprechende Erzählung der Gesla Roma-
norum findet sich auch nur in der Englischen Ueber-
tragung derselben,3 obgleich es hier der Kömische
Kaiser Theodosius ist, dem die jüngste der drei
1 The hislory of king Lear by N. Tale. Lond. 1(581. 4.
1729. 8. - The hislory of king Lear. Lond. 1769 In der
Vorr. nennt sich Colman.
2 Remains {ed. 1674) p. 306.
3 Ch. Swan's Ausgabe (Lond. 1829) c. 21. Douce's
Auszug in s. illustrat. of Shakespeare II, 171. Deutsch bei
Gräfse II, 227 — 30. Auszug bei Si in rock 272-73, der bei
dem Verhältnis beider Schwestern mit Edmund noch an die
beiden Töchter des Servius Tuilius und deren Männer (in Li-
vius) erinnert, wo die Bösen mit den Guten gepaart, diese
weggeschafft werden und Jene sich verbinden, in völliger
Wahlverwandtschaft.
Töchter sagt, sie liebe ihn nur soviel als er verdiene (wie
bei Holinshed, und Galfrid : quanlum habes, tantum
vales, tantumque te diligo); worauf er diese nur einem
Grafen gibt, jene dagegen einem Herzog und König.
Dem vom Könige von Aegypten besiegten Vater er-
bietet die älteste Tochter nur fünf Ritter, die zweite
nur Unterhalt: die jüngste dagegen mit ihrem Manne
stellt ihn her, und erbt das Reich. — Man erkennt
hier wol die unbestimmte Fafsung für den lehrhaften
Zweck dieses Buches.
Wie sich hiezu die Italienischen Novellen des
Marco Cadomosto von Lodi1 undSercambi fnov.
42) verhalten, weifs ich nicht, weil mir diese Bücher
fehlen.
Unser altes Gedicht erscheint sehr eigenthüm-
lich in seiner bürgerlich -heimischen Darstellung und
umständlichen Entwicklung des Verhaltens der fünf
Kinder und ihrer Gatten, sowie der sinnreichen Er-
findung des von der Kreuzfahrt heimgekehrten Freun-
des für das gemächliche Leben des Alten bis ans Ende,
befser als wenn er, nach noch fortwährendem Deut-
schen Recht, »auf den alten Theil« gesetzt wäre; und
zwar auf Kosten der undankbaren Kinder, die durch
sein Vermächtnis tief beschämt und gerecht bestraft
werden.
Diese sonst nicht vorkommende Wendung ist aber
durchgängig in den Deutschen Darstellungen dieses
Stoffes, und noch gegenwärtig lebendig in mündlicher,
ja in bildlicher Ueberlieferung.
Luther hat in seinen Tischreden sich in be-
stimmter Beziehung auf dieselben geäufsert. 2
Die vierte seiner sieben Novellen bei s. Sonetti e altre
nme. Rom 1844. Yy>\. Novellier o Ital. II, Vorr. S. XXII- IV.
Dunlop hisl. of fict. nennt unrichtig hier den Giovanni Brcvio.
Nov. |.
2 K.ip 90 Her Leipziger Aüfg. von 1021, III. 445.
i \i\ (ßtfA)\A)U fcer etit^elnen (tBr3ot)luu^eit.
Hans Sachs hat diesen Stoff vermuthlich auch
aus lebendiger Sage und Anschauung gedichtet,' und
drückt den Spruch, welcher in dem altern Gedichte
das Vermächtnis des Schlägels enthält, in folgenden
Reimen aus:
Wer sein kinden bei seinem leben
Sein hob und gut thut übergeben
Den sol man denn zu schand und Spott
Mit dem kolben schlagen zu todt.
Diefs nähert sich sehr dem noch gangbaren , in
seinen drei bedeutungsschweren Keimen noch kräftiger
lautenden Volksspruche:
»Wer seinen Kindern gibt das Brod,
Und leidet selber dabei Noth,
Den soll man schlagen mit dieser Keule todt.«
So deutete dieser, auch wol daneben stehende
Spruch die an manchem Stadtthore aufgehängte Keule,
wie solche namentlich in Schlesien zu sehen waren,
und wol noch sind, obschon dergleichen immer mehr
verschwindet: weil die heutige hohe Erleuchtung sich
solcher Zeugnifse finsterer Jahrhunderte schämt: zu-
letzt (1824) habe ich sie noch in Krossen am Thore
nach Berlin gesehen.
In England hing, und hängt vielleicht noch, hin-
ter dem Kirchthore the holy mawle, womit der Sohn
den 70jährigen untüchtigen Vater erschlagen mochte. 2
Dieser Widerspruch mit unserm Spruch ist nur schein-
bar, weil jener die unzeitige und völlige Gutsverthei-
lung an die Kinder meint: die Englische Erlaubnis
dagegen in Bezug auf das hohe untüchtige Alter und
biblische Lebensziel von 70 — 80 einen auch bei uns
1 Der Nürnberger Ausgabe von seinem Gedichte von 1560
B. JI, Th. 2, Bl. 105.
2 Anecdotcs and traditions derived front ms. sources, edited
by W. ./. Thoms (JLond. J839. 4. für die Camden society)
p. 8*.
(ftefdjtdjte tier einzelnen ^r^ÖljluKge«. lxv
nicht fremden Sinn ausdrückt. ' Den letzten hält
J. Grimm2 für den älteren, und den heiligen »Ham-
mer oder Schlägel« ursprünglich für den Hammer des
Gottes Donar, Nordisch Thor, welcher etwa am Ein-
gange seines Tempels gehangen oder bildlich ausge-
hauen war. Man kann hinzufügen, dafs die schon im
Namen dem Gotte gewidmeten Orte und Städte 3 sol-
ches auch in Christlicher Zeit als Warzeichen behal-
ten mochten. Die Gestalt der Keule oder Kolbe, an-
statt des Hammers, macht keine Schwierigkeit, da
Thors Blitzhammer auch eine Streitaxt ist, und er in
den noch vorhandenen zahlreichen Bildern des gemein-
samen Germanischen Donnergottes, auch im Norden,
mehr mit der Keule, als mit dem Hammer gebildet
ist. * Unser Schlägel befafst beides: wie das Alteng-
lische maule , jetzt mauL Franz. maiU Kolbe, von
mallem kömmt. Indessen ist kein rechter Grund, in
vorliegender Verbindung des Schlägels, auch des Eng-
lischen heiligen, an Thor zu denken. Ihn durch die Stelle
am Thor mit Thor- Donar zu verknüpfen, wäre eben
auch nur ein thörichter Einfall, wie die Berliner
Thorstrafse vom Gotte Thor herzuleiten. — Wir wifsen
wol, dafs man im Norden sich im Alter vom Felsen
ins Meer stürzte, um zu Odhin zu fahren, weil nur
gewaltsamer Tod zu ihm nach Walhall führte, wäh-
rend di<" von Alter und Siechthum Sterbenden ins
hm l.i.mr handmann meines GeburlMlorfes in solchem
zui lariggewohuten Arbeit untüchtigen Alter pllcgie unmtithig.
nur balb scherzweise ZU Saget!* Sun olltn AJinschcn ih- niisrht
mer Sticht , miitten dot schlan."
2 In M. Baupti Zeitschrift V [1848 72- Vi.
1 Donnersberg, Dornbarg, Drfrsfad, Therm? Wie im Nor-
den Thorbiai g . T/iorbiörg, Thorsnces.
* Unter dttl röti BÜSChing anfangs für Tyi liiMer erklärten
Krzblldern Thors, rfeVerl wol urarrzlg zum Theil In den fern-
sten Germanischer! Lindem gefanden sind, habe Ich nur eins
'bei Gral Kenn«, in Koblenz 1X2:* mit hiihii Hammer Besehen.
" li Hmf ■ <in»in .. ■ ■ II \
lxvi <&*fd)td)U fcer einjeltmi (JErjätylungen.
traurige Haus der Hei (Helle, Hölle) kamen. Diese
Vorstellung lag auch wol dem Tödten der Greise
durchs Schwert (bei den vom Norden kommenden
Herulern) mit zum Grunde. Es bliebe nun anzuneh-
men, dafs hier der Donar-Thor, im Mittellatein meist
Jupiter (TonansJ genannt, als höchster Himmels-Gott,
selbst über Wodan-Odhin (Mercurius), angesehen ward ;
wovon sich allerdings Spuren im Norden zeigen, wie
in Bezug auf Tyr (Ty, Tiu , Ziu), auch bei uns.1
Auf jeden Fall sind uns hier uralte Sinnbilder, Sprüche
und Beispiele bewahrt und aufgegeben.
h. Martinsfest. Von dem Stricker.
Unter den sechs Handschriften dieses Schwankes
ist auch die Wiener gröste Sammlung Strickerscher
Gedichte, 2 und ihm derselbe auch ohnediefs wol
zuzuschreiben. Der Inhalt ist mir sonst noch nicht
vorgekommen. Den Heiligen Martin haben wir schon
als Verleiher der drei Wünsche an seine Verehrer
gesehen, zu XXXVII. Vgl. auch zu LV.
LI. Der Wiener Meerfahrt. Von dem Freuden-
leeren.
Nur in zwei Handschriften vorliegend , welche
überdiefs nur als Eine gelten, ist dieser schon der
antiken Welt angehörige grofsartige Schwank ebenso-
wenig durch frühere mittelalterliche Darstellungen be-
kannt, als der aus Z. 45 namhaft gemachte Dichter,
der Freudenleere: ein angenommener bedeutsamer
Name, wie dergleichen damals schon, im 13ten Jahr-
1 Vgl. Germania \, 366 IT.
2 Quellenverz. 16. Die Zahl 2885 bei den Lesarten ist ir-
rtg, anstatt 2705 (darin dieses das 63ste Gedicht ist), und gehört
der Wiener Papierhandschrift, Quellenverzeichnis 6. — Ausg.
dieses Gedichis von Hahn 20. Darnach in Prosa von Genlhe
II, 105. Aus der Kolocz. Hds. erneut von Mailath 253.
®e|d)id)te tor einzelnen (lErjäljluitflen. lxvii
hundert, aufkamen. ' Der Dichter rühmt den Burg-
grafen Herman von D e v i n , von welchem er das
Abenteuer in Wien vernommen, wie derselbe es von
guten Leuten gehört habe. Devin scheint hienach
das alte Ungarisch-Slavische Devin (Davena , Dovina) 2
unterhalb Wien am Zusammenflufse der March und
Donau, das zu Deven und Theben geworden;
wie der Pfaffe von Kaienberg ( bei Wien ) eigentlich
Weigand von Theben hiefs. 3 Burggrafen von Devin
sind zwar besonders nur von dem Sächsisch-Slavischen
Devin, jetzo Deben, bei Grimma, bekannt, obgleich
kein Herman. Aber auch von dem Donau-Devin gab
es damals Burggrafen, namentlich: Heinrich 1260 und
1269, der die Witwe des Grafen Otto von Hardeck
heiratete, und seitdem auch von Hardeck heifst; und
ein jüngerer Heinrich von Devin 1312: sodafs der
auch hier fehlende Herman doch wol hieher gehört. 4
Der mit ihm befreundete Dichter beschreibt zugleich
noch das Leben zu »Wien in Oesterreich« : dort gebe
es eine Art Bad, wo man des Silbers und der Kleider
völlig blofs und baar gemacht werde. Er meint wol
ein Frauenhaus, vielleicht zugleich ein wirkliches Bad
mit ins Wafser gehenden Frauen; und der Dichter
kannte diefs wol nicht blofs von Hörensagen, sondern
1 Vgl. Minnesinger IV, 710.
2 Civitas quae lingua gentis illius Dowi na, id est puella
dicitur. Rudolfi annal. Fuldens. ct. 864 bei Pertz mon. hist.
Germ. I, 378, wozu der Her. bemerkt, dafs er 1821 die Trüm-
mer von Thürmen und Mauern auf steilem Felsen an der Donau
gesehen habe, wie es 864 schon eine Feste war.
3 Vgl. Grundrifs S. 357.
4 Wilken Geschichte der Kreuzzügc lfd. 4 (1826), Beilagen
S. 54 ei wähnt aus dein Gedichte von des Landgrafen Ludwig
des Frommen Kreuzfahrt den Burggrafen Heinrich v. D. , und
aus Sagittarius (Nachr. von den Burggrafen und Herren zu
Devin, in der Sammlung verm. Nachr. zur Sachs. Geschichlc Bd.
9, S. 357) auch die älteren Burggrafen, Konrad 1185, Erkcn-
bert 1198. 1210.
aus Erfahrung, sodafs er daher etwa sich den Freu-
denleeren nannte. Das gab dann auch nächsten Anlafs
zur umständlichen Dichtung dieses ungeheuerlichen
Abenteuers in einem Wiener Weinhause.
Aufserdem gibt er der Stadt Wien das schönste
Lob: man lebt dort, freilich für Geld (»wer ein Geld
hat«), in Herrlichkeit, Freuden und Fülle, bei köstli-
chen Fischen und Wein, und schönen Fräulein, Rossen
und allerlei (ritterlicher) Kurzweil, Sagen, Singen
und Saitenspiel : eine Schilderung der fröhlichen Zeiten
Wiens vor dem Falle des letzten Babenbergers, Fried-
richs des Streitbaren (in der Ungarnschlacht 1246),
der selber den Tanzreigen anführte und vorsang,3
worauf die trüben freudenleeren und gesanglosen Zei-
ten Oesterreichs folgten, welche Ulrich von Liechten-
stein und der Stricker beklagen. 2
Wenngleich der Freudenleere dieses Abenteuer
aus mündlicher und örtlicher Sage dichtete, so sind
die Grundzüge desselben doch uralt, und gehören schon
der Griechenzeit. < Athenäus 3 erzählt aus dem altern
Sicilischen Geschichtschreiber Tim aus von Taor-
mina, weshalb ein Haus in Agrigent das Schiff ge-
nannt werde: eine taumelnde Trinkgesellschaft darin
bildete sich ein, zu Schiffe im Sturme zu sein, so
dafs sie Tische, Stühle, Bänke und andres Hausge-
räth über Bord warfen und tobten, bis am Morgen
die Obrigkeit erschien, dem Unfuge zu steuern: einer
der Trunkenen hielt die Beamten für Meergötter,
und begrüfste sie als ihre Retter; diese hiefsen alle
heimgehn, und die noch Taumelnden gelobten, wenn
sie glücklich aus dem Sturme kämen, ihnen daheim
bei den andern Seegöttern Bildsäulen zu errichten.
1 VjLil. Minnesinger IV, 422.
a Minnesinger IV. 381. Germania II, 91.
3 Deipnosophist. 1. 2, c. 5. Uebersetzt in Schadeis Ausg.
der Meeilahrt S. 3.
<&efd)td)U "Der einteilten (ßr^ä Ölungen. lxix
Durch unbekannte Vermittelung zeigt unser Ge-
dicht diesen antiken Schwank in der Tracht des Mittel-
alters. Die Seereise und Verehrung der Seegötter
sind hier eine Kreuzfahrt nach dem heiligen Lande.
Als weite Entfernung werden Akers und Prag zu-
sammen genannt (136). Akers vAkkon, St. Jean d'Acre
= Ptolemais), von Saladin 1187 erobert, von Richard
Löwenherz 1191 wiedergewonnen, Sitz der Johanniter-
Kitter, war gewöhnlich Landungsort der Kreuzfahrer,
bis 1291 der Aegyptische Sultan es einnahm, und da-
mit die Christen ganz aus Palästina vertrieb. Dadurch
bestimmt sich die Zeit des Dichters, der ohne Zwei-
fel noch während solcher Meerfahrten lebte. Diese
gingen über Brandeis (360), was nicht dieser Ort
unweit Prag, sondern nur Brundusium, jetzo Brindisi
an der Italischen Ostküste sein kann, sodafs die
Fahrt von dem Wien zunächst liegenden Adriatischen
Meer ausging. In Prag aber, wo damals, vornämlich
unter dem König und Minnesinger Wenzel Deutsche
Dichtkunst blühte, mochte der Dichter wirklich be-
kannt sein. Als andere damals gangbare Wallfahrten
und Kreuzfahrten gedenkt er auch St. Jakobs Weg
nach Compostella in Spanien) und der Preufsen-
fahrt 115. 117 , d. i. der Heerfahrten gegen die
heidnischen Preufsen, auch Litauer genannt, welche
seit dem Uebergange des Deutschordens aus Palästina
1230; auch von Oesterreich und Böhmen aus sich
vielfältig bewegten. ' Der Freudenleere zeigt sich
auch >on>t als ein kundiger Dichter, der (iertrudens
gute Herberge (vgl. zu XLII) der Kriemhilden
.Nibelungen Noth gegenüberstellt (624. 629). Sein
Gedicht ist <\u<\\ cigenthumJich ausgebildet durch die
nicht häufigefl dreireiroig gescblofsenea Sätze (Bei, I.
8. MI , und dem eemäfs isl die mit Fleifs ausgeführte
Darstellung anschaulich und lebendig.
1 Vgl. Minnefcingei iv 13. 290 50fl Gnindr isc,
lxx <&efcl)td)te toer eti^elnctt <CBr3Ctt)luit0ett.
Der Inhalt dieses Gedichts ist seitdem zwar öfter
Deutsch wiederholt, jedoch aus anderweitigen Ver-
mittelungen.
Nicht lange darnach erzählt Hugo von Trim-
berg, in seinem 1300 begonnenen Renner kürzlich
diesen Schwank: in einer Stadt entschliefen Baiern
nachts vom starken süfsen Moste; da riefen zween im
Traume: »Wolauf, über Meer, mit des Königs Heer!«
und Viele erhüben sich; einer der gestreckt da lag,
wurde für todt und dem Schiffe gefährlich, hinab-
geworfen von der hohen Laube, so dafs er Arm und
Bein brach, und laut schrie; worauf die droben erst
nüchtern wurden. '
Stadt und Völkchen sind hier anders; die Baiern,
jetzo mehr ein Biervolk, pafsen nicht so gut zum Most-
rausch, als die Wiener; und die Meerfahrt erst nach
dem Aufruf im Traum ist auch keine glückliche Aen-
derung. Der Auswurf des Leichnams vom Söller und
dessen Unheil stimmt zu dem Gedichte; das Uebrige
ist verkürzt.
Weit ab, in aller Hinsicht, steht, was in Mitte
des 17ten Jahrhunderts Hans Mich. Moscherosch,
in seinen wunderlichen und wahrhaften Gesichten
Philanders von Sittewald, als Erlebnis erzählt
(st. 1669). Philander und seine beiden Freunde Exper-
tus Robertus und Thurnmeyr haben in der Herberge
bei einer Burg an der Saar mit einem Saufbruder
Lälius und einigen Schweizern und Franzosen gezecht,
und ergeh n sich im Freien, während die übrigen
sechs oder sieben mit Lälius fort saufen, von Hollän-
dern und Meerfahrten schwatzen, und sich einbilden im
Schiffe zu sein und Sturm zu leiden, alles Geräth
und ihre Kleider aus dem Fenster werfen, sich dabei
1 Renner: in der Ausg. von 1549 Bl. 53*>; in der Ham-
berger Ausg. 1834 Z. 10,208-35: wiederholt von Lütcke in
Germania V. 139.
<$?fd)id)U tier einzelnen (ßrjätylunflen. lxxi
so lange zutrinken, bis sie niedersinken. Einer der
sich auf die obere Kammer verkrochen hat, vom Lär-
men unten aufgeweckt, stürzt die Treppe hinab. Die
aus dem Freien in die Herberge Zurückkehrenden fin-
den alle am Boden im Unflat liegen und schlafen. — Sehr
umständlich ist alles ausgemalt, und gute Lehre beigefügt. *
Bald darauf erzählt Ulrich Megerle, der unter
dem Namen Abraham a Santa Clara bekannte
burleske Wiener Kanzelredner (st. 1704), denselben
Schwank von den Strafsburgern. 2
Die letzte bekannte Darstellung, welche ebenfalls
unabhängig von den drei vorigen ist, enthält das sel-
tene Buch «Neu eröffnete lustige Schaubühne Mensch-
licher Gewon- und Thorheiten« (o. J. und O. 12) S.
120: »Biere-Logia«, wo, aus Wirkung des alten Bieres,
Saufbrüder sich einbilden, im Schiffe auf stürmischem
Meere zu sein, und alles vom Verdecke werfen, bis
die Wache kömmt, welche sie für Tritonen oder
Meergötter fufsfällig anbeten und ihnen daheim Opfer
geloben. Das Haus wurde seitdem »Triremis oder die
Galeere« genannt. a
Hiemit kehrt diese Erzählung zu ihrem antiken
Ursprünge zurück, wenn auch nicht unmittelbar.
Wie dieselbe manigfaltig, fast für alle Deutsche
Stämme, wiederholt worden, ist auch unser altes Ge-
dicht davon besonders fleifsig bearbeitet worden. Zu-
erst hat es Büsching in Prosa erneuet, aus Glöckle's
Abschrift der Heidelberger (damals noch Vatikanischen)
Nach der Sträfaburger Aasgab« 1606 Thi 2, 8. 227, bei
Sehadel O wiederholt Eli gebort zum neunten Gesicht ,, Hanfs
bi näher, Gaob herüber; J.ukel bieoaus, Jockei herein; (ians
vberi Heer, und wider herüber." welches gegen die Ausländerei
gerfehtei Ist; wie wir noch sagen: ,,es flog ein dänslein über
den Rhein, und kam eine 6 am wieder heim."
2 in dem Beaehefdefeen 1836. s. S84.
1 tfitgetnelli rotl f. r, SoKati In NomVi Anzeiger de- M
A. 1834. 8p. 46. Darani wiederhol! ron Lütcke 142.
i xxu t£e|d)ict)te \>tx einzelnen <tfr3öl)lun0en.
Handschrift, in den Erzählungen u. s. w. des Mittelalters
H. 1 (Breslau 1814), S. 214 — 31. Dann ist es aus
der Koloczaer Anschrift mit 14 andern Gedichten durch
Mailath und Köffinger (Pesth 1817) S. 55 — 74
abgedruckt.' Diesen Abdruck hat Genthe in den
Dichtungen des Mittelalters II (Eisleben 1841), S. 224
— 35 nochmals in Prosa übersetzt.2 Ferner, hat Schä-
del aus demselben Abdrucke, mit Vergleichung eini-
ger Stellen der Heidelberger Urschrift durch Hahn, eine
Ausgabe, als Programm des Gymnasiums zu Klausthal,
1842 besorgt. Endlich, hat Lütcke in der Berliner Deut-
schen Gesellschaft einen Vortrag über dieses Gedicht
gehalten, welcher im Jahrbuche derselben oder Ger-
mania Bd. 5 (1843), S. 122—42 gedruckt ist.3
Es bewährt sich in solcher vielfachen und viel-
seitigen Erneuung dieses Abenteuers ausschliefslich
bei den Deutschen die eigenthümliche Anziehung des
Stoffes für sie, und dafs mit Becht von jeher ihre
Gründlichkeit auch in dieser Hinsicht berühmt ist.
Zu verwundern ist daher, dafs der Bheinländische
Gervinus ein solches Missfallen an diesem Gedichte
hat und es so unbarmherzig verurteilt,4 ungeachtet
des klassischen Ursprunges, welchen er wol noch nicht
kannte. Der Schwank ist hier freilich nicht harmlos,
man darf ihn jedoch den freudigen Wiehern wol zu-
trauen, die im 14ten Jahrhundert noch heftiger Ernst
machten aus dem Spafs, als im Jahre 1848, laut Be-
heims Buch von den Wienern.
1 Vgl. das Quellenvcrzeichnis 2 (S. 757).
2 Den Irrthum, welchen er aus dem >origen Buch über-
kommen, hat schon Schädel 5 berichtigt.
3 Kr ist, mit Schädel, geneigt, den Stricker für den Ver •
fafser zu halten: dem widerspricht aber, aufser dem Namen,
auch Darstellung und Sprache.
4 Geschichte der poetischen Nationallitteralur der Deutschen
Th. I (1835), S. 300, wonach dieses Gedicht noch in Lafs-
bergs Liedersaal stehn soll.
Inhalt.
Seite
XXI. Das Häselein k506 Reime 1
XXII. Der Sperber 370 R.) . 19
XXIII. Das Gänselein 272 R., 37
XXIV Der schwangere Mönch Von dem Zwingäuer 544 R. 49
XXV. Die Nachtigall 264 R.) 71
XXVI. Frauenlist '618 R 83
XXVII. Frauenbeständigkeil 468 K. 105
\WIII. Die Teufelsacht 324 R 123
XXIX. Der wahrsagende Baum 132 R . . 137
XXX. Der entlaufene Hasenbraten. Von dem Vri olsb ei raer
130 R. 145
XXXI. Der Reiher 430 R 153
XXXII. Ehestand, Tod und Hochzeit 644 R.) 171
XX XIII. Ehe im Leben und Tode 246 R.) 193
\\\|\ Scheidung und Sühne 132 R 205
XXXV. Ehefrau und Buhlerin. Von Hermann Frefsant
776 R 215
XXXM. Dm »arme Almosen 130 R., 241
WXVII. Die drei Wünsche 228 R ) 249
XXXWIL Weiberli^t MI 261
WXIX. Der Ritter und die .N'üfse 1% IL. 273
XL Die Meierin mit der Geifs 164R 183
XLI D«-r Ritter unterm Zuber. Von J a k ob A p pet (395 R 293
Xi.ll. Die treue lUgd Mi I ... 300
XI. III Der v.rk.hrt- Wirib Von IL rrand von Wildonie
■I R
xi. iv Dfa leiefcH 84 R MO
\l V DM MMMMM Ehemann 256. R.J
XJ \ I l>.~ heiTse Eisen 198 R. .... :m
xi Ml Dm MMikM DO R 919
XLVIll Di- tat* I). ,.. 304 R. . :W7
lxxiv 3nh,alt.
Seit»
XLIX. Der Schlägel. Von Rüdiger dem Hunthovcr
(1200 K.) 501
L. Martinsfest. Von dem Stricker 214 R.) 653
LI. Der Wiener Meerfahrt. Von dem Freudenleeren
(706 R.) 463
Anbang. Aus Jansen Enenkels Wellbuche 487
i. XCI. Achilles und Deidamia (586 R.) 489
2. XC1I. Der Zauberer Virgilius (530 R.) 509
3. XCI1I. Eraklius (530 R.) 529
4. XCIV. Der Teufels -Papst (356 R.) 549
3. XCV. Kaiser Dagobert (248 R.) 563
6. XCVI. Constantin (388 R.) 575
7. XCVII. Des Reufsenkönigs Tochter (680 R.) 591
8. Karl der Grofse:
I. XCV1II. Liebeszauber (580 R.) 617
II. XCIX. Naturrecht (168 R.) 635
9. C. Saladin 128 R.) 643
CLXV1I. Herr Friedrich von Auchenfurt. Von Jansen Enen-
kel (388 R.) 337
Lesarten, Anmerkungen, Rerichtigungen und Nachträge .... 651
A.^LA.
Pas gSfeletn.
«mml»l,»nlr„,, II
Der Dichter, von Gottes Gnaden, will seine Zeil nicht verlieren,
sondern, den Neidern zu Leide, ein Abendmärlein Deutsch reimen,
den Edlen zu Liebe, und diese mit Hülfe der Frau Venus im Minne-
dienste bestärken.
Ein edler Ritter ritt zur Ärntezeit mit zweien Hunden und einem
Sperber auf die Jagd: ein Häslein entrann ihm in das Korn, wo ein
Schnitter es Gng und dem Jäger gab. Dieser streichelte es, und ge-
dachte, es einem Fraulein zu bringen, um deren Minne er lange schon
vergeblich warb, und nun durch diefs Spielwerk versuchen wollte. Sein
Weg führte ihn durch ein' Dorf, wo ein edles schönes Jungfräulein,
noch voll kindlicher Einfalt, in einer Laube an der Strafse stand, und
auf seinen Grufs sich das Häselein wünschte, wenn es ihm feil wäre.
Er wollte es um ihre Minne geben. Sie fragte, was das wäre, und
bot ihm drei Pfund Fingerlein (Ringe), zehn Bickelsleine und einen
Gürtel mit Gold und Perlen. Der Ritter verlangte jedoch nur ihre
Minne; sie wollte sie gerne geben, wenn sie sie nur halte; und da ihre
Mutter und Gesinde in der Kirche war. stieg er rasch ab. setzte den
Sperber ab, band das Ross an, und ging in die Laube: die Holdselige
empfing freudig das Häfelein, und liefs ihn gerne die Minne suchen,
die er auch glücklich fand, zu beider Wonne, so dafs sie ihn nicht
übervoriheilen wollte, und nochmals suchen liefs, und als er beim
dritten Nachsuchen Überraschung fürchtete, ihm nachrief wiederzu-
kommen; sie wolle nicht seinen Schaden.
Als ihr Müllerlein heimkam, zeigte sie fröhlich ihr Häselein, und
erzählte ihr Alles; da wurden aber ihre gelben Locken zerrauft und
ihre ilrahJenden Wangen gezwickt, so dafs sie huriig entsprang. Sie
trauerte weniger um die Minne, als über die Schläge, und schaute
\on der Laube nach dem Ritter ans um den Handel zurück
zu tliun.
\rn dritten läge kam er wieder, und schon von ferne forderte sie
ihre .Minne zurück und klagte ihm ihr Leid. Er war SOgieicfa hereil;
sie liel herab mit dem Häfelein, nahm mit Freuden ihre. Minne wieder
und wähnte ans einem Weibe wieder Magd geworden zu lein, sah
Jedoch traurig auf dai Häfelein; der Ritter Hefa es ihr gern obenein,
und sie freute lieb, ihn 10 nbervortbeill zu haben.
He eilte, es ihrem MQuerlein zu rerkünden, als die heimkam
wurde aber wieder gerann und gescholten wegen dei doppelten Un-
nei i>ie Mattet gib sich lelber Schuld, and wehklagte. Die
lochtet jedoch blieb gCtrOfl sic wolle ihre Schuld tragen, und zum
Geschehenen müfse man sich des Besten versehen. So tröstete sie
selbst ihre Mutter, die sie schweigen und fröhlich den Jungfernkranz
tragen hiefs.
Darnach über ein Jahr verlobte der Ritter sich mit einem schönen
und reichen Fräulein, und lud zu seiner Hochzeit viele Freunde. Da
gedachte er auch des Mägdleins mit dem Häselein , ritt hin, und lud die
Mutter mit ihr und ihrem Häselein zu seinem Ehrentage. Die Mutler
liefs sich nichts merken, und willigte, obwohl mit schwerem Herzen, ein.
Am Hochzeittage safs der Ritter neben seiner Braut, und als das
Mägdlein mit dem Häselein daher ritt, lachte er, eingedenk des ganzen
Handels, so laut auf und so anhaltend, dafs Alle ihn deshalb fragten.
Vor Allen auch die Braut, deren Fürwilz durch sein Versagen so gereizt
ward, dafs sie ihm keine guten Tage verhiefs, wenn er nicht Bescheid
gäbe. Nun erzählte er ihr Alles, und sie erwiederte, jene sei eine
rechte Thörin gewesen: ihr (der Braut] habe der Kaplan wohl hundert-
mal dafselbe gethan , ohne dafs sie es je ihrer Mutter gesagt habe. Da
erschrack der Bräutigam, wechselte die Farbe, entschlofs sich jedoch
rasch, sprang auf und führte die Schöne mit dem Häselein zum Sitz
an seine Seile. Darnach, als alle Gäste beisammen waren, erhub er
sich, und erzählte laut die ganze Geschichte von Anfang bis zu Ende.
Dann bal er seine Freunde um Ralh und Wahl zwischen den beiden
Bräuten. Alle entschieden einstimmig für das Mägdlein mit dem
Häselein. Jene ward also ihrem Kaplan heimgesandt, und diese dem
Bräutigam angetraut. So bewährte sich: was sein soll, mufs geschehen.
XXI
Da3 heselin.
^Xribe ich die zit vergebene hin,'«
sit ich von Gotes genauen bin
Genemmet in der mäzen,
man solle mich verwäzen:
5 Ich wil durch kurze wile,
den nidaeren ze bile
Ein abent mserlin welzen ,
unt Tiutschlichen velzen
Dise rimes ende.
10 und waer' ich so behende,
Da3 ich so reine worhte,
da3 ich mir niht cnvorhte
Der losen nidaere schimpf,
die dö zehant ungelimpf
15 LT ander liute haut getan,
und doch nihl eren mag an in stau.
Nu wolt' ich han der edeln gunst.
und gli vrou[we] Venus mir vernunsl
So iprenge ich rif h zuoversfbl ,
H) die man nach minnen ringen siht.
Ein rittci . urol gebarende,
(Jci weite günsle v/irendc
Mii mute und mich mit vrumekeit •
leii . <io neogeltch sin körn sneil .
25 Ze reUlc ui stnen akkei
mi /wrin hundrii w ;iUK<i
6 XXI. 5>a9 $äfdetn.
Und mit eime sperwaere;
der selbe bei3aere
Ersach ein junge3 heselin.
30 da jaget' er zuo die hunde sin.
Ouch jaget' er ime selber nach;
ze vlühte was dem hasen gäch.
Und entran hin in da3 körn:
des wart siniu vriheit verlorn,
35 Wan e3 gevieng ein snitter,
und gab e3 dem selben ritter.
Da3 was ouch reht, da3 wi33e Gut.
wan er het 63 gejagöt.
Des vrou[we]te sich der ritter do.
40 und gedähte in sinem muot also:
»Diz ist rehte ein äventiure.«
nu betrahte[te] der gehiure,
Wa3 er hie mite taete:
dö riet sin herze ime staete,
45 Er solt' e3 bringen einre maget,
diu ime lange was versaget.
Nach der sin minne tragender muot
gluejel' in der senede gluot,
Als in der essen tuot da3 golt.
50 des wart sin muot in ein geholt;1
Wan man kumetL> geringe
mit solichem dinge
Ze vriunde (wol) gewinnet;
ein kint den apfel minnet
55 Und naeme ein ei für des riches laut.
alsus reit er al ze hant
Gegen eime dorfe hin,
als in bewisete sin sin.
Da siniu strafe durch gie;
HO sin heselin er streichet' ie.
Nu lag ein junkvröuweün.
edel, schoene unde fin .
1 geholt.'
2 kinl?
XXI. jPaö gäftletn.
Der järe ein kint, und ouch einvalt,
an einre louben, diu gestalt
65 Was en gegen der strä3en hin;
und als er kam geriten in
Mit dem tierlin wilder art
vür die junkvrouwe(n) zart,
Da3 ersach diu junge magt.
70 er gruo3te si; siu sprach: »herfre], sagt.
Wannan kam iu da3 heselin?
wan wolte Got, und weer' e3 min!
Oder waer' e3 iu aber veile?«
er sprach: »e3 mak ze teile
75 lu vil wol werden, schoene3 kint,
ob ir des koufes vli3ik sint« —
»Ja, vil lieber herre min,
vil gerne het' ich da3 heselin;
Nu sagent mir, wes ist e3 wert?
80 und hän ich den iht des ir gert,
Damit ich iuch geweren mak,
ich engelebete nie so lieben tak.«
Er sprach vil balde: »ich gib' e3 iu
umbe iuwer minne.« dö sprach siu:
85 »Minne, herre, wa3 ist da3?
ir vordernt, Got wei3, ich(n) wei3, wa3;
Nemet da3 ich geleisten müge;
ob iu der muot ze koufe züge,
Herre, ich hän in mime schrin
90 beslo33en driu pfunt vingerlin.
Und zehen bikkel steine,
und einen borten kleine,
Sldin, mit golde wol durch slagen.
darüf berlln sint getragen,
?>ö Gemischet rot unde WI3,
daran min muotcr leite irn vil.5
Und aller meisterschefte list:
den Demet, ob iu ernest ist,
l ikI länl den kouf nü vür sich gän j
HM» wan ict] M nu niht be33cr hau.«
8 XXI. 2>as gäfcUiu.
Der ritter der sprach aber dö:
»der kouf mag niht ergän also.
Ich enwil weder golt, noch steine.
wan iuwer minne reine.« -r-
105 »Der hän ich nihl.« — »Ich vinde si w -l
bi iu, ob ich si suochen sol.« —
»So nement si hin; wes beitent ir?
und gent den jungen hasen mir.
Und hänt ir iuwer minne.«
10 er sprach: »ist ieman hinne,
Der uns hoeret oder siht,
so mag ich ir genemen niht:
Ir mue3ent sin aleine.«
dö sprach diu maget reine,
15 Da3 linde turteltiubelin:
»ze kirchen ist min mueterlin.
Und alle3 da3 gesinde.«
do erbeiset' er geswindc,
Den spcrwer säst' er von der hanl
20 und als er do sin pfert gebant,
Do huob er sich ze der louben in
und gap da3 junge heselin
Der jungen maget, da siu sa^
an der niht des Got verga3,
25 Da3 schoeniu wip erzöugen sol;
sin meisterschaft schein an ir wol,
Ir forme was versniten niht,
engelvar was ir gesiht,
Ir wonten wibes site bi,
30 diu mäse lie si wandeis vri;
Ir was wol so rehtc geschehen,
Got möhte selber gerne sehen
Die selbe junkvrouwen
in sime himel schouwen.
35 Und dö da3 selbe megetin
enpfangen hete ir heselin,
Siu sprach: »herre, ich bin geweit,
nemel selber, des ir da gert.«
XXI. 3>ao ilßüUin. 0
Der rittet tet. als irae gelank.
HO da3 junge kint er zuo(z')ime twank.
L'nt kuste ir mündelin rosenrot.
als im sin wille dö gebot.
Herre, wie gewarp er dö,
sit ime diu State wart also,
iö Da lag er sanfte, äne vluoch.
nider üf da3 hungertuoch.
Und betwang in kündekliche ir wer .
diu betwungen hat vil manik her
Unde alle künige twinget ;
•50 der durch liebe ringet,
Swa3 lebelichen lebende ist.
Minne und minneklicher list
Hat noch der weite gesiget an,
die vant ouch hie der junge man
55 Und nÖ3 ir jungen sue3en lip .
bi5 da3 diu maget wart ein wlp.
Da3 dunket, üf minen orden. mich
U3ermä3en wunderlich.
Und do diu junkvrouwe zart
60 der sumerzite ginre(t) wart,
Siu sprach: »suochel [her wider], tiurre hell.
nie zorn, swic vil ir weit,
B15 ir die minne vunden haut ;
sint tuwers heselins gemant.«
EM flocht' er aber viirba3;
li; lic diu junk vrniiw' Arie ha,}.
Dar nach duht' in rarndes /it;
diu junk vrouwr tw.mu in aber s!l
Mit us beraen gelöste
;<► vil liepltch ao k brüsh
Und bat in tertltchd,
d;«3 er niht entwiche,
1 u.i'i' im ander* ittnde,
1 die minne runde,
h.i BOGD Diwan] /<• riiicm mal*
<!<• rorbt' 1 m , Im iw.il>
10 XXI. Uta» «afeletn.
Vreisen waere swanger.
do enbeitet' er niht langer.
Do rief [im] diu junk vrouwe aber nach:
180 »herre, war ist iu so gäch?
Wes nemet ir niht die minne gar?
ich wirde, wei3 Got, wol gewar,
Da3 ir si gar niht hänt genomen;
wellent ir niht her wider komen,
85 So ist mir iuwer schade leit.«
der ritter lachende dannan reit.
Nu hat' ir mueterlin vernomen
messe, und was her wider komen,
Und als[e] diu tohter si ersach.
90 siu lief en gegen ir, und sprach:
»Luoge, liebe muoter, sich,
zarte muoter, wa3 hän ich,
Ein also hübesche3 heselin!«
siu sprach: »sage, kint min,
95 Wer gap dir da3 hübesche lierlin?«
siu beschiet vil eben ir den sin.
Wie siu den hasen hete kouft.
des wart ir gelwe3 har zerrouft,
Darnach ir[e] liehten wangen
200 begunde diu muoter zwangen
Mit irm[e] vil leiden vinger.
diu tohter wart geringer.
In Sprüngen siu von dannan vloch,
irs zornes siu sich sus enzöch.
5 Der jungen tet ir schade we:
doch muoten si die siege me.
Dan der minnefn] Verluste;
kein trüren an ir brüste
Kam nach der verlornen minne.
10 sus gie siu in dem sinne
Ie tages an die louben,
und wartet' in dem glouben
Des ritters, ob er kaeme,
da3 siu ir minne wider naeme.
XXL Da* gafeletn. 11
215 Unde ir taete , als er ir e tet,
da3 siu ir minne wider het'.
Als obe der koufschaz waere verlorn,
des hete siu do wol gesworn.
Nu kam er ouch geriten sider
20 an dem dritten tage wider,
Und als siu in von erst an sach,
vil lüte rief siu unde sprach,
Alse siu niht hete sinne:
»herre, mine minne
25 Süllent ir mir her wider geben,
ich hän ein martelliche3 leben
Und jaemerliche hochgezit
gehabet von minre muoter sit,
Siu hat mir Ü3 min har gerouft;
30 ich hän niht wol umbe iuch gckouft:
Gent mir wider die minne min,
und nement ir iuwer heselin;
Wir süln des koufes wider komen.
ich hän sin schaden gnuog genomen,
35 Sit ich die minne hän verlorn. «
dö sprach der rittcr wolgeborn:
»Müget ir da mite ze hulden komen,
die minne, die ich hän genomen,
Waer* ich eine, die leite ich wider.«
40 nü lief diu schoene hin nider,
Und brähte mit ir da3 heselin.
siu sprach: »zarter herre min.
Sit ich 1111 aber eine bin,
Dement iuwern hasen hin.
iö Und gent mir mine minne.«
der rltter guotei sinne
Ervnlte dö der jungen bet'j
(U3 er oucfa an' daj gerne tet,
!)<"> 1k'3 er llhte lieb erbiten.
50 m;m pfliget noch der selben siteu.
Swarzuo dem manne rial sin muot.
d«5 er das durch kleine bete tuot.
12 XXI: 0as i)o|elnu
Sus wart von eime wtbe magel ,
da,3 ist doch selten nie gesaget;
2.35 Ich mein'3 alsus, nü merkent da3",
siu wände sin, als[e] sin 6 des was,
Ein maget wider worden,
an[e] megetlichen orden;
Wer zwivclt nü dem ma;iv
60 dem guoten rilter waere
Mit irre reiner minne wol?
nie man da3 unbilden sol.
Noch was der aventiure geschihl .
als uns das maere hie verjiht,
65 Der minnen Überguide.
nü wer behuop ir hulde?
Der ritter saelden riche .
da3 diu minnekliche
Wände ein maget sin, als <•.
70 da3 siu verworht habe e. (?)
Und do disiu aventiure ergie,
diu junkvrouwe [dikke] blikket' ie
An ir vil liebe3 heselin;
ouch tet er sine tugent schin ,
75 Und lie3 ir ire minne wider,
und gap ir ouch den hasen sider,
Der bleip ir zuo gewinne;
si dühte in irme sinne,
Siu lief 03 wol geschattet,
SO und er waer[e] gar veraffet.
Nü da3 der ritler wol bedaln
sin pfert ze vclde hatc brahL
Do was ouch komen ir mneterlin;
da3 kinl tet ir aber schin,
85 Und lief vil balde gegen ir,
und rief vil lüle. me den zwir:
(Nü, rnuoter, mag ich noch genesen.
der rilter der ist hie gewesen.
Und hat mir mlne minne wider
00 und ouch den hasen 'ge) geben ^ider.
XXI. jDao 9«ftUt«. 13
Den hau ich vor ze teiles.« »
siu sprach: »we mir dins heiles,
Und owe dem gewinne!«
siu kripfte in irme sinne
295 Ir schcene tohter in da3 här,
siu sprach: »nü \vei3 ich wol vür war.
So da3 ich din muoter bin,
er hat dinen magetuom dahin.
Des muo3 ich iemer trürik sin;
300 und ow6, kint, der eren din!
Ich solte*din ba3 war han genomen.
so waere ich nihl ze leide komen,
In dem min herze muo5 sin begraben
die wile wir da3 leben haben.« —
5 »Nu gehabe dich wol, diz ist geschehen.
man sol ze dem besten sich versehen.«
Sprach da3 wenige kint .
»min leit da3 wert ane under bint ,
l'nd wiset an min ende mich.« —
10 »liebe muoter, nü trceste dich.
Ich tel e3, und sol '3 ouch gerne tragen.
swig und lä din jämer klagen.«
Des kintles tröst der alten wak .
sin sprach: »noch mue3' ich lieben tak
15 An dir geleben und sanlikeil!
vröude dir ist unverseit,
[i sin. sez üf den borten stolz;
i
din sezzen ist noch niht ze holz.
Swig, und la dich \nHirhc sehen,
•20 dir mag noch wunde 1 wol besehenen
hai 11 'ich wart über ein jar,
du wart dem rilter offen |>;u
Kinrc junk viouwcn 11p
• I >«-t vür ein cllch wip,
SS Diu «rat ichoen e) unde kluoh ,
irolgevriunt und rieh genuok,
im nroog der meide BchappeUn,
durch d.-r, siu ein magel jolte iln,
14 XXL jDae $nfdein.
Der borte ist der megede reht.
330 der eren ein getriuwer kneht
[Und] versach sieb niht wan guotes;
des was er hohes muotes
Und bewak sich kosten unde schaden;
vrouwen unde herren laden,
35 Die er ze vriunt bekande,
begunde er in dem lande
Ze sinre eren hoch gezit.
nü pruevet, wä min wän an lit:
Swa3 geschehen sol, da3 gesohiht,
40 also waene ich, und anders niht.
Da3 wart an disen dingen schin:
e3 ergieng, als e3 solte sin.
Der werde junge ritter fin
gedäht' ouch an sin heselin*
45 Unde an da3 kint gehiure,
und aller [der] aventiure,
Wie e3 umbe den kouf ergie;
sin edel -herze niht enlie,
Siu mueste da ze hove sin:
50 sin junkvrouwe und ir heselin,
Wie het* er si gelten da!
hie mite reit er hin iesä,
Da ime der liebe kouf geschach.
diu junkvrouwe von erst ersach
55 Ir vriunt, ze dem ir herze truog,
siu sprach; »liebe muoter, luog',
Der ist, der die minne nam.«
davon diu muoter sere erkam.
»Ach, kint, wes hästu mich ermant!«
tiO nü was ouch er hinzuo gerant,
Unde bat ir [vrouwe ir] mueterlin,
da3 siu iemer durch den willen sin
Ze sinre eren kaeme,
und da3 siu mit ir naeme
65 Die junkvrouwe und ir heselin.
siu gedäht': »owe der eren min!
XXI. Pas gäfelein. 15
Kum ich zuo des höchgezit,
der mine tohter hat gevrit
Ze kebse, wan ich den sihe an,
370 wie lüzzel ich dan vröuden hän!
Sit er des hoves solte
billich, ob er wolte,
Pflegen mit der tohter din.
ouch vürht' ich sere. und lä^ ich sin.
75 Da3 er offene die geschiht.«
siu wolt' e3 im eht versagen niht.
»Herre, gerne,« sprach siu dö,
»ich bin iuwerre eren vrö.
Wir stillen beide gerne komen.«
80 dö sprach der ritter Ü3 genomen :
»Genäde und dank habent iemer.
der tugende vergi3 ich niemer.«
Er schiet von dannan heim vil vro.
nü sich diu zit getruog also,
85 Da3 er an sinre vröuden tak.
an dem sin höchgezit gelak,
Durch kosen bi ir slten sa3,
diu ime gelobet ze wibe was,
Ein wunder dö kam in geriten,
90 da3 kint mit kintllchen siten.
Von dem ich e hän geseit,
und brähte sin heselin gemeit
Mit ime, an' arge liste.
der wirt. der da wol wiste,
95 Wie der hase wart gekouft,
und wie diu tohter wart zcrrouf'i.
Und wie der wehsei kouf geschach.
der lachete, unt tet einen kach.
Und began so sere lachen
400 von den selben sachen.
Und mohle sich des niht cnthabcii.
da3 man in ieze wolte laben,
Und wider käme kam ze sich.
<lö woll»* vrägen mengellch.
IG XXI. Pas $afclctn.
405 Wes er gelachet haete.
des cnlhuop sich wol der staete;
Ich waene, [da3] er sine heinlikeii
vil ungernc ieman haete geseit.
Nu begunde in ouch da.3 vröuwelin.
10 diu sin gemahcl solte sin.
Mit ernstes vrage understan.
durch wa3 er haete getan
So herzekliche3 lachen.
dö wolt' er die Sachen
15 Niht entslie3en. und bat si,
da3 siu in der vrage lie3e vri.
Der vür wiz rei3ete si dö me .
wan ir bef starker wart , dan e .
Siu wolte wi33en dö binamen.
20 wävon kaeme dirre gamen.
Dö werf er: »[s]ich entuon sin niht.«
siu sprach: »ir sagent mir dise geschihl .
Samir leben unde lip.
oder ir gewinnet niefmer] guot wip
25 An mir. unde lieben tak.«
der vrouwen krieg dö nider wak .
Da3 er der jungen briute zart
ires willen volgende wart .
Unde si dö gewerte
30 der rede, der siu gerte.
Und seif ir von des hasen vart.
wie er in dem körne ersuchen warl ,
Und wie er darnach wart verkoufl,
und wie diu tohter wart zerrouft.
35 Da5 siu die minne verlos.
und wie er si aber wider nö,5.
Do er ir die minne wider gap.
siu sprach: »samir da3 heilige grap.
Diu was ein rehte tierin:
40 hete siu gehabet den willen min.
Siu enhef es, wei3 Got. niht geseit;
e3 was ein gro3e tumpheit.
XXI. 2Da* fi&Uitw. 17
Ina! joch het mir unser kappelän
wol hundert stunt also getan,
445 Und wser* mir, wei3Got, [noch] hiute leit,
würde e3 der muoter min geseit.
Ina! wa3 seit' siu rehte3 tcerlin,
wan lie siu niht ir klaffen sin!«
Do der ritter diz vernam,
50 ein schrekke Im an sin herze kam,
Sin varwe so verwandelt was,
da3 er küme (da) gesa,5,
leze bleich und denne rot,
als im der schrekke dö gebot.
55 Und dö er wider sich versan,
ze hant er trahten began.
Wie der rede waere dö;
er gedähte: »ist disem dinge also,
So wirt min brütluft vol bräht
60 anders, dan ich hän gedäht.«
Sin sizzen was niht langer,
in eime zorne uf sprang er,
Er lie hin gen dem kinde trasen,
da3 dö was komen mit dem hasen,
65 ßi sine site sat er die,
die er von erst mit spotte enpfie.
Sw»3 durch in dar komen was,
dö sich da3 alle3 zesamen gelas,
Beide, vrouwen unde man,
70 si Wanten eine brut h;m
An der gemahelten maget:
ii f stuont der wirt, so man saget,
Und hie.-; sich hoeren liberal
und seite von oben ze tal
75 Nil eben, wie eg ergangen was,
mibe <ii/ unde urnbe da3,
Wie könfltch er da$ kint gewan,
und wie er ir mirirx- ruorte <i;m.
1 nd wie er 11 ir gap hin wider:
so dar nach seit' er .'«Ixt lidei
• J Hafn f>»i*mfat»l>«nt*nrr II ~
18 XXI. 33a* $äfelein.
Wie e3 umbe die brüt was getan,
und ouch umbe iren kappelän.
Unde alse er volle seite,
dö bat er gereite,
185 Die sine vriunde wären da,
das si ime durch liebe Seiten sa ,
Unde des würden in ein,
welhiu im geviele under den zwein,
Da3 er die sime Übe
90 behuebe ze einem wibe.
Dö rieten s' an der stunde
alle mit einem munde,
Da3 er die junge fine
miLdem heseline
95 Ze rehte wiben solte,
ob er gedenken wolte,
Wa3 billich waere und ere.
do enbeitet' er niht mere,
Er nam si mit des pfaffen hant.
500 diu ander wider heim wart gesant
Ze irme kappeläne.
Noch bin ich in dem wane,
Und gloub' e3, und wil es ie mer jehen
da3 sin sol, da3 muo3 geschehen.
5 Als an disen selben zwein
geschach, und ofl'enlich erschein.
XXII.
Per Sperber.
In einem stattlichen Frauenkloster, wie man sagt, wetteiferten
Alte und Junge im Gottesdienst, und waren aufserdem nie müfsig,
sondern webten und wirkten, zeichneten und schrieben. Kein Mann
durfte das Kloster betreten, und nur die Nonnen im Amte kamen her-
für: die jungen unerfahrenen blieben stets drinnen, und die Schul-
meisterin lehrte sie singen und lesen, sprechen und gehen, und im
Chore stehen und sich verneigen , dem Orden gemäfs. Sie waren so
lieblich , \lafs Gott ihren rosenrothen Münden keine Bitte versagen
konnte.
Unter ihnen war ein so schönes Jungfräulein, dafs sie untadlich
erschien, und ihr durchaus nichts gebrach, als dafs sie gar nichts von
der Welt aufserhalb des Klosters kannte, in welchem sie schon 15 Jahre
gelebt halte. In dieser klösterlichen Einfalt stand sie einst an der
Ringmauer des Klosters, unweit der Thüre an der Landstrafse. Da
kam ein Ritter daher, zu Rosse, einen Sperber auf der Hand. Sie
grüfste ihn, und fragte, ob er das Vöglein weit her führe; und als er
verneinte, fand sie es wnnderschön, es singe gewis auch süfs , und
die Frau, der er es bringe, müfse ihm immer hold sein. Der Ritter,
ihre gute Einfalt erkennend, sagte, es sei ein Sperber, und ihm wohl
feil. Die Jungfrau beklagte, dafs sie kein Geld habe; jedoch wolle sie
gern sonst etwas dafür geben. Da erbot ihn der Ritter für ihre Minne.
Diese war ihr unbekannt: sie habe in ihrem Schrein nur zwei Bilder,
drei Nadeln, eine Scheere, zwei neue Haarbänder, ihr feiertäglich Gewand
und ihren Psalter ; darunter gebe sie ihm die Wahl. Der Ritler bestand
jedoch sof ihre Minne, die er bald bei ihr finden würde. Sie wollte
ihn gern weben lafsen, er hub sie von der Mauer, führte sie in einen
Baumgarten, band das Ross und den Sperber an einen Ast, safs mit
bdnen in den Klee, und fand bald dieMinne, zu beider Freuden,
so dafs sie sich nicht durch Kargheit vorsünden wollte, sondern ihn
aufforderte, sich nach Herzenslust bezahlt zu machen. Darnach hob er
sie wieder auf die Mauer, und ritt W(
Dal I raulcin ging fröhlich mit dem Sperber zu ihrer Lehrmeisterin,
erzählte ihr den wohlfeilen Mandel, und beklagte, dafs das Kloster
kfint-n Solchen Minnesncher bebe, für den sie- Alle ihre Pfründe hcr-
geben solltes Die Mir schall sie, dafs sie ein Weih geworden, raufte
und schlug iie /wmt zu Boden, so dafs sie fasi lodi lag, Die Junge
gedachte, ei wieder mit zo machen, und wartete frühmorgens heimlich
auf der Mauei ins dei Ritter wiederkam, sogleich forderte sie Ihre
Minne und Magdthum für dei ^i»«i i»<-r zurück, Der Ritter war bereit,
er that ihr abermals, wie zuvor, und sie hielt genau darauf, dafs er
ihr die Minne so dreifach wiedergab, wie er sie genommen. Dann eilte
sie vergnügt zur alten Nonne, verkündigte ihr den glücklichen Tausch,
und rühmte den ehrlichen Mann , der dem Kloster sehr zu wünschen
wäre. Die Alte rügte die überschwängliche Einfalt der Jungen, die
Übel ärger gemacht; warf sich selber jedoch vor, dafs sie nicht befser
vorgesehen hatte, und liefs ihren Zorn über das Unwiederbringliche.
XXII.
Der Sperwsere,
Mfrr ist ein msere geseit
vil gar vür eine wärheit,
Niht vür ein lug, noch vür ein spei,
e3 ist hübesch unde snel;
5 Ich sage iu'3, man seite mir'3:
als ir'3 gelernt, so sagt ouch ir'3.
E3 was hie vor, als man seit,
ein klöster guot und wol bereit,
Erbouwen schön unde wol,
10 als man von reht ein kloster sol;
Da wären vrouwen inne,
die dienten Got mit sinne:
Die alten und die jungen
läsen unde sungen
15 Ze ieslicher ir tagezit,
si dienten (iote ze wider strlt, l
So si allerbeste künden,
und muosten under stunden.
So si niht solden singen,
20 naen oder borten dringen, ;
Oder würken an der ram;
iegUchiu wold' des haben schäm,
Diu iI.j inut'3ik waere belibcn.
si entwarfen oder gchriben,
1 /.. |:t 16 fUdtA 1:
(lingen /'.
24 XXII. Per S^rber.
25 leglichiu nach ir ahte
worhte, swa3 si gemähte. *
Nu was e3, als mir ist geseit,
ir reht und ir gewonheit,
Da3 nimmer dehein man
30 in ir klöster getorste gän
Durch deheine sache;
si wären mit gemache
Inner halp des klösters tür;
ir deheiniu kom hervür,
35 Wan die der amt(e) pflägen:
an den die wizze niht lägen,
Die muosten innerthalben sin.
e3 lert' diu schuole mcisterin
Die jungen singen undc lesen,
40 wie si mit zühten solden wesen,
Beide, sprechen unde gen,
ze köre nigen unde sten ,
Als in der orden da gebot.
in wären die münde also rot,
45 Swes si Got gebäten,
ob si e3 mit vli3e täten,
Da3 er niht enkunde
so rösen rotem munde
Werlichiu dink 2 versagen.
50 Nu was bi den selben tagen
Ein schoeniu junkvrouwe da;
waer* si gewesen anders \vä ,
Da man si mohte hän gesehen,
so rnuesten ir die liute jenen,
55 Da3 si be namen waere
gar unwandelbaere
Libes unde muotes,
da bl alles guotes
1 erdähte. B. Die folgenden Zeilen 27—36 fehlen ebd.
J Belelicher dinge. «■
XXII. jPer £p*rber. 25
Waere volliklich gewert,
60 des man an schoenen vrouwen gert:
Wan da3 ir des einen gebrast,
da3 si den liulen was ein gast,
Und da3 si in dem lande
weder liut noch site erkande .
65 Der man 113er halben pflak;
wan si was vil manigen tak
Da ze klöster beliben
und het ir zit da vertriben
Vil nähen üf funfzehen * jär;
70 si ahte niht als umb ein här
Uf der werlt üppikeit,
si lebet' in einvaltikeit
Lnde reht nach klöster site,
da si was erzogen mite.
75 Diu selbe junkvrouwe
eines tages durch schouwe
l'f die rink müre gie,
diu da3 klöster umbe vie,
Unverre 2 von der klöster tür,
80 da gie diu lantsträ3e vür;
Do kom ein ritter 3 dar geriten,
dem stuont wol nach ritters siten
Sin lip unde sin gewant;
ein sperwer vuort' er üf der haut;
So Do er kom ir so nähen,
ir gruo3 und ir enpfähen
Bot si im, du si in sach,
da3 si also zuo im sprach:
»Ich wil iuch gerne vrägen,
(M) des lät iuch niht betragen. '
1 M«;r tmi zweinzik n.
m n
u tu [bei . /'. i" tiittn, ,
• / H'.t M !■>>'■" ■
26 XXII. Wtx tyktitf.
Min vil lieber beere,
habet ir iht verre
Diz vogelin gevueret her?« —
»nein ich, vrouwe. « so sprach er.
95 Si sprach: »so tuot mir bekant.
wie iu wer vogel si genant:
Im sint sin vue3e also gel,
siniu ougen schoen' und sinewel,
Sin gevider vech l und sieht;
100 waere im sin snabel gereht,
Sone waer' kein gebrest' daran;
vil wol ich mich des entsiän,
Da3 es vil suo3e singet,
swelher vroufwejn ir'3 bringet,
5 Diu muo3 iu immer holt sin;
('3 ist ein schoene3 vogelin.«
Der ritter vil wol hörte
an der junk vrouwen worte,
Da3 si l)e namen waere
10 guot und alwacre; 2
Er tet ir also bekant,
e3 waer' ein sperweer' genant.
»Und ist mir, vrouwe, veile;
03 wirt iu wol ze teile,
15 Und weit ir e3 mir gelten.«
si sprach: »man git mir selten
Ze pfruende 8 pfenninge;
kumt ir an ein gedinge,
Da3 ich selber mak gehän,
20 ich lä.3* des koufes niht zergän,
So gern het' ich da3 vogelin.«
er sprach: »vil liebe vrouwe min.
Sit ir koufes an mich gert,
so nim ich gern iuwern wert:
' eben. n.
2 Z. 107-110 f*Uen. lt.
3 ze miner provenden. n.
XXII. Per Sperber. 27
125 Ich wil'3 umb iuwer minne geben;
da sult ir niht wider streben.«
Sprach diu junkvrouwe dö:
»da3 taet' ich gerne und waer' sin vrö ;
Nun' wei,5 ich leider, wa3 ir weit,
30 da3 ir mir habt vür gezelt
Und e3 minne habt genant.
das ist mir leider unbekant,
Ich wei3 niht, was e3 muge gesin:
ich han niht in minem schrin,
Mo Denne zwen bildaere, '
dri nädel' und ein schaere,
Unt zwei niuwe harbant,
und mtn virteglich gewant, 2
Darzuo minen salter,
40 ich gewan bi minem alter
Niht mer guotes bi der zal:
darunder lä3' ich iu die wal;5
Unt zürnet dan min muemelin,
so hän ich doch da3 vogelin.«
Y6 Er sprach: »vrouwe minneklich,
iuwer lip ist minne rieh, 4
Die wold' ich balde vinden,
solt' ich mich under winden,
Da3 ich bi iu solt' suochen;
50 und wolt ir sin geruochen,
Ich hueb' iueh von der mür' her nidrr.« —
»wie keem' ich daone herüf wider '{«
Sprach diu junk vrouwe do.
der ritter wart der rede vrö:
)> l>;»3 gevueg' ich, vrouwe, wol.«
iln herze da,3 wart vrüudcnvol, i
1 Den nuonen biedere. h
i / 187-138 l-h/rn II
— gnotef 'null ein hii
M den iH'iini ein An' rAi n
• füberlk b stalten B
'>■/.. I >•!.„ b
28 XXII. 3tx Sperber.
Der lieben er sich under want .
er vuorte si dar bl ze hant
In einen boum garten;
160 er begund' mit \li3e warten,
Da3 e3 nie man gesaehe,
wa3 von in beiden geschehe;
Sin pfert bant er vaste
ze eines boumes * aste
65 Und sinen sperwsere;
sin herz' wart vröudenbaere ,
Er sa3 zuo (z')ir an den kle,
der lieben tet er sanfte we,
Er suocht' die minne, unz er si vant;
70 diu sue3e minne si beide bant;
Er hiels si unde kuste,
als vil in des gelüste,
Und suocht' die minne aber dö.
dö sprach diu junkvrouwe so: -
75 »Herre, nemt iuwer minne gar,
da3 ich iu rehte mite var,
Da3 ich mich iht versünde;
und merket, wa3 ich iu künde:
Swer ein dink gewinnet,
80 und sich des niht versinnet,
Da3 er e3 gar vergolden hat.,
da3 ist ein grÖ3e missetät.
Nu nemt hin iuwer minne,
und suochet si mit sinne,
85 Nemt ir, swie vil ir nü weit;
ich hän da3 rehte wol gezelt,
Da3 ich iueh niht han gar gewert,
im nemet ir, swie vil ir gert; '
Sit ich mit minne gelten sol,
90 so getriuwe ich iu vergelten wol;
1 einer linden. B.
> 7,. 171 -17i fehlen. B
* Z. 181 — 1H8 fehlen. H.
XXII. Per Sperber. 29
Geltes bin ich iu bereit.«
der ritter hübsch und wolgemeit.
Suocht' aber dö die minne,
unz in düht' in sim' sinne,
195 Da3 im sin sperwsere
vil wol vergolten waere.
Im sagte ouch da3 herze sin,
da3 im dehein vogelin
Würd* ba3 vergolten, vor, noch sider.
200 er half ir üf die müre wider,
Und nam urloup zuo (z')ir sä;
dö reit er hin, und lie si da.
Nu hoaret, wie e3 ir ergie
und wie si ir dink ane vie:
5 Si gie und gähete zehant,
da si ir meisterinne vant;
Si sprach: »vil liebe3 muemelin ,
dizze schoene vogelin
Hän ich gekoufet ringe,
10 an' alle pfenninge,
Ein herre hat mir e3 gegeben:
da3 er mit saelden muese leben!
Also wil ich im vluochen;
ich lie3 in dar umbe suochen
15 Eine3, da3 ist minne genant,
und ist mir worden wol bekant,
Also da3 ich cnruoche,
wie oft er si bi mir suoche;
Er ist reht ein meister daran.
20 da3 diz klöster nie gewan
Ein solhen suochgere, 1
da3 ist mir immer swaere;
Wir sin doch guotes wol so rieh,
e3 ist harte unbillich, 2
1 fchuolaere. H.
:H) XXII. ü>er Sperber.
2*25 Da5 man uns iht gebresten Inf;
sint man minne veile hat. '
Waer' uns guot so tiure,
so solten wir ze stiure
Unser pfruende geben dar au ; '
30 so liebes ich nie niht gewan.
Ich cnhelfe es da mit gelten.«
diu alte begunde schelten,
Si rouft' si sere unde sluok;
da3 si des koufes ie gewuok,
35 Da3 mohte si wol Gote klagen;
si het' si nach ze töde erslagon,
Ir zornes si lange pflak,
unz si zwir üf der erde lak:
»Nu bistu worden ein wlp,
40 din vil sinne loser lip
Hat dir benomen din ere,
des gewinstu nimmer mere
Wider junk vrouwen namen,
vürwär, du mäht dich immer schämen.«
45 Ir zorn was unma3en grÖ3,
manigen zwik u unde stÖ3
Het diu guot' enpfangen.
Do da3 was ergangen,
Des vröute sich diu guote,
50 und gedähte in ir muote,5
Wie si nach ir schulde
koBm' ze ir muomen hulde,
i des man irgen veile hat. B.
3 R. erweitert:
Unse halbe provende geben ,
umbe ein so kurzewile3 leben ,
Da3 also kan der sue.^e man.
3 Z. '2M-'2U fehlen. B.
* flak. B.
S Z. 249-250 fehlen. B.
XXII. 3D« gerbet. 31
Der gedank' ir an dem herzen lak
bi3 an den dritten tak,
255 Do begund' si heiraelichen
wider üf die müre suchen, l
Ob ir da3 heil geschaehe,
da3 si den ritter saehe,
Dar nach stuont aller ir gedank.
60 du wart dar nach unlank ,
Da3 er kom dort her geriten ;
si sprach im zuo mit unsilen:
»Hebet mich von der müre nider,
und gebet mir min minne wider,
65 Und nemet ir iuwer vogelin;
wan e3 hat min muemelin
Mit mir gezürnet sere,
und jiht, ich hab' min ere
Durch den sperwer verkorn
70 und min magetuom verlorn:
Hebet mich ze der erde,
da3 mir wider werde
Min minne, und iu da3 vogelin.'< :
der ritter sprach: »vrou, da3 sol sin.«
7ö Er huop si nider in den kle.
unt tet ir rehte alsam e,
Und suocht' aber ir minne,
als er von sinem sinne
Allerbeste künde.
80 si sprach : »der mir des gundo ■
Ich koaft' al tag zwei vogelin;
nü jiht aber min muemelin.
i W, füiii Umui
91 M] ■■ n '-tat hin wider,
und lnoget' \>\ der müre nider.
/ M6— 179 ftkltm, f.
/ -jTT-^HO f,hi,„, ti., wo ±H\ k> ImuUt.
In' ireij *a7, ninoe müge itn
32 XXII. JPer Syerbrr.
Ich hab' sin grÖ3C3 laster;
nü muet iuch dester 1 vaster,
285 Da3 ir mich machet magt, als e;
ir wsenet liht, e3 tuo mir we,
Und weit mir lihte 2 borgen:
darumb sult ir niht sorgen;
Machet ir mich wider magt,
90 so sit ir von mir unbeklagt, 3
Ich hän e3 alle3 w°l verguot,
so wa3 ir mit mir nü tuot;
Wan su muo3 min muemelin
ir grÖ3e3 zürnen lä3en sin, 4
95 So ir diu maere werdent kunt.«
dö galt er ir dö ander 5 stunl,
Und sprach: »liebiu vrouwe min,
ich tar niht lenger hie gesin, 6
Wan ich muo3 von hinne varn:
300 Got mue3' iuwer er' 7 und lib bewarn !«
Si sprach: »ir vart also niht hin;
durch da3 ich so einvaltik 8 bin ,
So weit ir mich betriegen ;
sich hueb' ein lange3 kriegen,
5 E da3 ir vueret so von mir:
ir habt mir vergolten niht wan zwir,
i mtiedet iuch de. B.
1 weit die minne. B.
3 Z. 289—290 lauten in B.:
Ich dulde gerne disen pin;
mich sluok so sere min muemelin
* Z. 293—294 fehlen , B. ; und 295 lautet t
er kuste si an iren munt.
J da ze. B.
6 Z. 397-398 fehlen. B.
i in sele. B.
s ich alwaere. B.
XXII. JUct Berber. 33
Und namet min minne dristunt;
e3 waer* ein ungetriuwor vunt.
Welt ir mir so entwichen : i
310 ir mue3et mir nemlichen
Die dritten minne wider geben;
und weit ir iht dawider streben.
Des habt ir immer minen ha3.ee —
»vil gerne, vrouwe, tuon ich da3.ee
15 Sprach der ritter tugentlich,
diu rede düht' in gemelich,
Er galt ir guetllch unde gar;
er sprach: »Got gebe, da3 ich wol govar.ee
Er half ir hin wider2 in;
20 so reit dö der ritter hin. 3
Diu junkvrou was ir wehsels vrö.
ze ir meisterinne sprach si dö:
»Nu, vil liebe3 muemelin.
lä din grÖ3e3 zürnen sin
25 Und lä mich dine hulde hän;
ich hän e3 alle3 wider tän,
Darumbe du mich hast geslagen,
ich wil dir liebiu ma^re sagen,
Jch hän wider min minne,
30 dö ir alle sliefet hinnc,
Hiute vor der nöne,
dö galt er mir vil schöne,
Der ritter, dem ich min minne gap;
ungehalten und äne stap
35 über gen ich noch wol witen rink;4
e3 was ein seltsaene3 dink.
• Z. 30Ü-309 fehlen, und «»/ 310 [pemelicbe] folgt
sA mir (ie>t der rlche ß.
J ir ür die müre H.
3 er reit in wek , ^i Rwnk in. L
* Gieng' ich wol umbe einen rink B
d Haft- lniloimnLlnNun II
34 XXII. Der Sperber.
Da3 du zürntest so sere
und sprachst, mir waer' min ere
Mit der minne gar benomen;
3K) und waer' er niht her wider komen,
Dannoch muest' ich sin genesen:
ich wil im immer holt wesen,
Wan er ist ein getriuwer man,
des versten ich mich wol daran, i
ii Wan er galt mir guetlichen 2 gar;
Got gebe, da.5 er wol gevar!
Des wünsch' ich im, als ich sol;
er zaeme hie ze klöster wol,
Wan waer' er hie, des waer' ich vro.«
50 diu alte diu sprach aber do:
Swa3 ieman seit oder tuot,
so hästu alwaeren muot;
Waere der schade nü einer,
so waer' er dester kleiner:
55 Nü ist es zwirnt geschehen;
des solt' ich e hän under sehen: 3
Sint ich des niht hän getan,
so muo3 ich minen zorn lan.a
Swer da3 viur erkenne,
00 der huet', da3 in iht brenne:
Swer sich aber übersiht,
da3 im solher schade geschiht,
Den nie man erwenden kan,
e3 s! wib oder man,
65 Der sol in guetlich la^en varn ,
alder sol in e bewarn.
« da slän ich mit allon sinnen an. B.
2 guetlich unde. B.
3 Z. 355—356 lauten in ß.:
Ich solde dich ba3 hän behuot,
da3 waere uns beiden gewest guol.
XXII. jDer ^petber. 35
Da3 ist wiser liute site.
hie st iu bescheiden mite
Diz vil hübsche msere
370 von dem sperwaere. 4
» In B. ist dieser Schlusssate , Z. 3S9 — 370, verändert vnd lautet
buchstäblich :
We dese mere gehört hayt
De mirke desen körten rayt
Inde behalde dese lere
Id vromet eme vmmermere
Werne so gedane schade weder uert
Dat hc den nor neyt erwert
x De lais id geueitlichen uaren
Of he sals uan eirste bewaren
Dat is wiser lüde sede
Hey endit sich dese mere roede
Oyg heissit dese mere
Der vrauwen sperwere.
XXIII.
Pos ©on feiet ti.
Ein stattliches Kloster stand in grofsen Ehren, sein Gastbaus be-
wirtbete jeden, der es betrat: wenn aber das Klosterthor geschlofsen
war, durfte bei Leibesstrafe kein Weib eingelafsen werden. So lebten
darin mehrere Mönche, die nie aus dem Kloster kamen, darunter auch
ein junger Mönch, der von Kindheit an drinnen war, und gar nichts
von der Welt wüste, und Rosse und Reiter nur von Hörensagen kannte.
Der bat den Abt, als dieser die Güter des Klosters besuchen wollte,
ihn mitzunehmen; der Abt gewährte, um ihn mit Land und Leuten
bekannt zu machen, damit er einst dem Kloster nützlich werde. So
ritten beide über Feld, und der Abt nannte dem jungen Mönch alles
Gethier, das ihnen begegnete. So kamen sie zu einem Maier des
Klosters, dort zu übernachten, und safsen, wohlaufgenommen , beim
Feuer. Das Weib und die Tochter des Maiers, ein wohlgestaltes acht-
zehnjähriges Mägdlein, muslen sich, auf Geheifs des Abtes, zu ihnen
setzen, und der Mönch fragte, was das für Creaturen wären. Der Abt
sagte ihm, sie hiefsen Gänse. Dem Mönche geGelen sie, und er be-
dauerte, dafs das Kloster nicht solche Gänse hätte, wo sie doch Weide
genug fanden. Reide lachten, und wunderten sich über des Mönchs
Lnwifsenheit, und der Abt erklärte sie ihnen. Der Tochter aber geüel
der junge Mönch, und sie nahm sich im Stillen vor, die Wahrheit zu
versuchen. Um Schlafens Zeit fügte sie es so . dafs dem Abte , seines
Gemaches wegen, fernab von dem Mönche gebettet wurde. Alle gingen
hierauf zurRuhe; der.Mönch aber konnte nicht einschlafen, und dachte
über die zum erstenmal gesehenen mannigfaltigen Geschöpfe und ihre
>'amen nach; auch die Maierstochter lag ohne zu schlafen, und sann
auf die Vollbringung ihres Willens. Sie stand leise auf, und schlich
zum Rette des Mönchs, und als dieser fragte, was da wäre, nannte sie
-ii h das Gänselein, und bat ihn, weil es kalt sei, sie nicht erfrieren
zu Jafsen , sondern unter seine Decke zu nehmen. Der gute Mönch
lhat es gern, und es bewährte sich , daü er gar nichts von dem Belt-
ipielfl verstand: sie aber konnte es etwas befser, und gab ihm ipie-
lendei (nterricht, s.> dafs er es alsbald begriff; und mit Freuden so
lange trieb, bi- h Tag ward. Sie icMrfte ihm ahn beim Beneiden
strenge Vereebwiegeaheil ein: der Abt isdtc lie sonst beide.
Am Morgen besorgte der Abt die Geschäfte des Klosters, und ntl
mit dt-m Mouche heim. |i getzte die KlOflterieute durch die
KrzlMoag von der Heise rertenwieg jedoch sein Abenteaei nii des
•lein
Vor Weihnachten hiefs der Abt den Koch und Kellner der Kloster-
leute wegen des vielen Singens und Lesens reichlich p liegen. Da rieth
der junge Mönch, zur vollständigen Bewirlhung, jedem Bruder auch
eine Gans zu geben. Der Abt verwies ihm zornig die Rede , weil sie
ja kein Fleisch äfsen , und drohte ihm Bufse. Der Mönch muste weichen,
erklärte jedoch allewege Gänse und Gänselein für gute Speise. Der
Abt nahm ihn hierauf beiseite und gebot ihm ernstlich, zu sagen,
warum ihn denn nach Gänsen so gelüste. Da beichtete der junge
Mönch alles; und der Abt legte ihm zwar Bufse auf, gab sich aber
selber die Schuld, weil er ihn getäuscht, und sagte ihm nun, dafs er
ein Weib erkannt habe. — Lug und Trug frommt nimmer. Genug: zu
Drahov sind wohl zwei, drei Mönche, die befser ein Weib erkennen;
denen falbe ich, sich die Huld ihres Abtes zu erwerben.
XXIII.
D a 3 g e n s e 1 i n.
Du maere hei3et da5 genfelin,
und fagt von einem münche und von einem magedin
Ich wil iu sagen ein maere,
da3 [hie bevor] ein klöster w#rc
Schoene und erbouwen wol,
als noch von rehte ein klöster sol.
5 Ir gasthüs unde ir spital
da5 was gesezzet in sulhen wah
In swelhen ziten das der man
geriten oder gegangen kwam .
^33 e33en vand er ie bereit,
10 minnenkllch unde unverseit
Gäben si im, swa3 si mohten hau;
also solten noch diu klöster stau;
Ir spisc wart vor nie man verspart:
und wen da3 tör vcrslo33en wart.
15 So was geboten in den lip.
da3 man keiner slahte wtp
Immer 1 i e,5c darin;
««i sa/.ten nifit wan iien sin,
D;»5 si behielten gar) ir leben,
20 als in /<• rehte was gegeben.
Ich hört' ouch maSTC von in lagen
da.5 ir klöster war' anderslagen,
42 XXIU. 5>a0 eanfelnn.
Da3 die münche und iren gemach
ze rehte vremdes nie man gach.
25 Ich sag' iu selbe ein ma3re,
da3 manger münch da wsere,
Der nimmer Ü3 dem klöster kwam.
da was euch inne ein junger man^
Der het sin jär also vertriben,
30 da3 er darinne was beliben
Von einem kleinen kindelin;
des muost' im unerkennik sin .
Wa3 lebt' in dem lande,
wan da3 er ros [nach sag'] erkande ,
35 Da3 man diu solde riten.
da3 was bi den ziten,
Da3 der apte riten wolde ,
und niht beliben solde,
Uihten umb sines klösters dink.
40 in bat der selbe jungelink,
Da3 er in vuert' mit im in diu lant,
dar umb da3 im würden erkant
Diu reht von dem lande,
der er niht erkande.
45 Der apte da gewerle.
des der münche gerte ;
In einem sinne da3 geschach,
er gedäht' und wider sich selben sprach:
»Und werdent im diu reht bekant,
50 beide, liut und ouch diu lant.
So mag man im enpfelhen wol ,
wes ein man (hie) pflegen sol,
Und wirt ein vil nüzzer man.«
also vuort' er in mit im dan ;
55 Si sä3en üf unde riten,
die klöster Hute niht vermiten.
Do si kwamen üf da3 velt,
ir pfert giengen schöne cnzelt;
Swa3 in viehes wider gie,
60 der münche des niht verlie,
XXJII. 2>as £anftUin. 43
Er vrägte, wie e3 wser" genant,
da3 e3 im würde bekant,
Oder wie sin name solde sin,
e3 wseren schäf, rind[er] oder swki4
65 Da3 macht' im der apte kunt.
si körnen z'einer kurzen stunt
Ze ei[ne]m meyer, da si wolden
beliben unde solden.
Der meyer des niht verlie.
70 sinen herren er enpfie.
Er sprach: »wilkomen, herre min,
und alle die mit iu komen sin.«
AI da man in diu ros enpfie;
der münche und der apte gie
75 Ze einem viu[we]r an ir gemach,
bi einer wile da3 geschach.
Der meyer het ein wip
und eine tohter, der lip
Was ze wünsche wolgestalt
80 und was ahzehen jar alt;
Der apte bat si sizzen nider;
seht, des wären si niht wider,
Si sa3en an derselben stat.
der münch dö den apte bat,
85 Da3 er in wi33en lie3e,
wie diu creatüre hie3e.
Do sprach der apt säzehant.
»da3 sint gense genant.« —
»Crede mich!« sprach der miinicli
90 »so sint die gense siuherlich.
Wie kumt, da3 wir niht gense hau V
nü mohtcn si sich wol begän
An unser klöster weide. a
des lachten si dö beide,
05 Des wirtes tohter und sin wip.
wunder nam (si), daj sin lip
Waer* so rehle ininnenklich,
und dag er niht verstuende sich
. XXIII. $ae ttänftUtn.
Wie da wip waer' genant.
100 den apte vrägten si zehant,
Ob er sinnik waere.
dö sagt' er in diu maere
Vil rehte, wie er dar was bekomen,
als ir e habt vernomen,
5 Wie er erwahsen weere.
dö dizze selbe meere
Des wirtes tohter (wart) bekant,
si gedähte ir zehant:
»Diz ist ein siuberlicher man;
10 da3 ist war, ob ich'3 gevuegen kan,
Ich versuoche noch hint, ob sin lip
erkennen kan, wie man diu wip
An dem bette handeln sol.«
er geviel ir harte wol,
15 Der rede si stille gedagte,
ir gedank si nie man sagte,
Unz man släfen solde gän,
der wirt der wolde niht enlän,
Er hie3 in betten nach ir site;
20 da was ouch sin tohter mite,
Si schuof, da3 dem jungen man
wart gebettet wol hindan
Von dem apte verre,
darumbe da3 der herre
25 Sinen gemach het dester ba3:
nach ir willen geschach da3-
Dö sich die herren [döj geleiten,
der wirt hfes aldä gereiten
Die liut' alle släfen gän,
30 die herren iren gemach hän.
Der münch niht släfen mähte,
er het in slner ahte,
Wie ein ieslich dink wser' genant
als e3 im vor was genant.
35 Diu junkvrouw' unsläfende lak,
vil manger gedank(e) si dö pflak,
XXIII. jDa* «ünfeUiit. 45
Wie ir wille würde volbräht.
als si ir e het gedäht.
Diu junkvrouwe sich dö stal,
140 si kom dar an' allen schal
Und gienk hin vür sin bette dar.
als ir der münche wart gewar,
Er sprach zehant: »wa3 mak hie sin?«
[si sprach:] »ich bin'3, da3 junge genselln,
45 Und hän hie vrostes vil geliten,
und wolde iuch, herre, gerne biten,
Da3 ir hinunder lie3et mich
in der minne, (so) da3 ich
Iht ervries', e3 ist hie kalt.«
50 dö was der münch als einvalt.
Da3 er si hinunder lie,
in der minne das ergie.
Do si da hinunder kwam,
do enkund' der selbe junge man
55 Weder wenik, noch vil,
da3 man hei3el bette spil:
Doch künde si e3 ein wenik ba3,
mit guoten vuogen schuof si da3,
Da3 er in kurzer stunde
60 des selben spils begunde;
Der münch da3 gensei brüchte
mit vli3e, in des düchte,
Im waere wol und dennoch ba3;
also lange triben si da3,
65 Da3 si des duhf, C3 waere tak,
(diu maget da niht lenger lak,)
Si stuont üf unde sprach:
»weit ir haben mer sulhen gemach,
So sull ir nimmer man verjehen,
70 wa3 under uns beiden ist geschehen;
Und wurde e3 dem apt bekant,
er taßt* uns beiden sä zehant
Niht wan den grimmigen tot.«
vil liuw<;r si im da3 verbot,
46 XXIII. £a* (ßänfelctn.
175 (Da3 er sagte sinen gemach.)
nie so schiere da3 geschach.
Under des gie üf der tak,
der apt ouch niht lenger lak,
Er stuond üf und schuof sines klösters dink,
80 er und der selbe jungelink.
Darumbe si körnen dar;
dö si da5 geschuofen gar,
Si sä,3en üf unde riten;
die klösterliute niht vermiten,
85 Dö si heim wären komen,
der junge münch wart vernomen,
Si begunden in vragen vil;
sin rede was ir aller spil,
Idoch pflag er der kündikeit,
90 da3 er nie man niht enseit,
Wie im des nahtes üf der vart
diu junge gans ze teile wart.
Diz geschach vor einer höchzit.
diu noch in dem winder lit
95 Und die winahte ist genant
der apte sich (dö) besant',
Beide, keiner unt koche,
er sprach: »uns näht ein woche,
Da3 wir mue3en vil singen und lesen.
200 nu sult ir alle vli3ik wesen
Und sult uns eine Wirtschaft geben,
die wile die liute in arbeit leben,
Da3 man ir pflege dester ba3.cc
die herren lobten alle da3.
5 Der junge münch stuond ouch däbi,
er sprach: »sit iuwer wille si,
Da3 ir volle3 ampt wellet hän,
so sult ir nimmer verlän,
Mug* e3 an iuwern staten sin,
10 ir schaft, lieber herre min,
Da3 ie dem manne ein gans werde;
so geschach üf dirre erde
XXIII. }Dn9 OänffUin. 47
Nie deheinen liulen ba3.cc
der rede gevie der apte ha5:
215 »Eijä, bruoder, tuot die rede hin;
we, war habt ir iuwern sin
Oder iuwer wizze hin getan?
selber mugt ir iuch verstän,
Da3 wir niht vleisch(es) e33en;
20 ich wil mich des verme33en,
Ir mue3et buo3' darnmbe bestän.cc
er hie3 in balde gen hindan,
Des torst' er verläsen niht,
idoch sprach er: »swa3 mir geschiht,
25 Gense, wer die möhte hän.
die waeren minnenklich getan,
Gense und junge genselin
mugen wol guotiu spise sin.«
Der junge münch wart dö vertriben,
30 die alten alle da beliben,
Si schuofen umb ir lipnar.
dar umb si waren komen dar,
Und umb ir singen unde fumb ir] lesen,
wer des meister solde wesen.
35 Do da3 allesamt geschach,
der apt ze einem münche sprach:
»Bringet mir den jungen man.«
den vuort' er verre hindan
An sine heimliche,
40 er beswert' in tougenliche,
Er sprach (zuoim); »nü sag(e)t an,
von wem diu rede kvvam,
Da 3 du der gense hast gegert?«
der junge münch in do gewert,
45 D6 er so tiawer wart gcmant,
flo verjach er im zehant,
Wie im des nahte* uf der vart
diu junge gans /.<• teile wart.
Als c- dem apfe wart bekanl,
50 Iruriklich sprach er zehant:
48 XXIII. Pas (ßtönfeUtn.
»Leider mir, du bist betrogen,
ich hän dich selber über logen:
Crede mich, e,3 was ein wip;
din vil sinne löser lip
255 Der ist wiben bi gelegen.
ich solt' din ba,5 han gepflegen,
So het' ich rehte getan.«
buo3e hie,3 er in bestän,
Die leist' er nach sinem gebot,
60 e.3 ensolt' im doch sin kein spot;
Wan het' er im die warheit
reht und äne spot geseit.
So het' er sich ba3 behuot.
liegen unt triegen ist selten guot.
65 E3 ist sündc und unerc.
wa3 mag ich iu sagen mere,
Da3 noch ze Drahov si
zwene münche oder dri,
Die ouch wib erkennent ba3-
70 verdienent die irs aptes ha3,
Die werben umb sin hulde, da3 ist min rät
hie mit da3 maer' ein ende hat.
XXIV.
Dev fd)toonflere JHmtd)-
Von
dem Zwingäuer.
v d. Haft flliwlllilllmn II
Ein junger Mönch war seit dem siebenten Jahre tri einem Wald-
kloster und wüste nichts von der Welt. Da las er eines Tages in einem
Buche die Worte „der Minne Band," und ward von Stund an nach-
denklich über ihre Bedeutung. Er schlich zu einem Knechte, der släts
mit dem Abte ausritt, und befragte ihn um die Minne. Der Knecht
rühmte ihm die Macht der Frau Minne und ihr wonnevolles Haus. Der
Mönch wollte dahin, und auf des Knechts Rath bat er den Abt um
Pferd und Knecht zu einer Reise in Angelegenheiten seiner Verwandten.
Der Abt gewährte, und gab ihm auch Reisegeld. So ritt der junge
Mönch, der selber zehn Pfund dazu sparte, hinweg mit dem Knechte, und
dieser brachte ihn in einer Stadt zu Herberge bei einer Frau in ihren
besten Jahren, deren Mann über See war. Sie bewirlhete den Gast
köstlich mit Speisen und Wein, so dafs er sich diesen Minnehof auch
im Kloster wünschte. Der Knecht forderte sie auf, dem Mönch auch
ein Fräulein zur Minne zu verschaffen; und da sie für sechs Pfund
selber dazu bereit war, löste sie ihre Pfänder ein, schmückte sich, und
setzte sich zu dem Mönche: ihre strahlenden Augen, Rosenwangen,
hermelinweifse Brust, zarten Finger, runden Arme und ansehnliche
Gestalt behagten dem Mönche gar sehr. Der Knecht rieth ihm , alles
zu thun, was sie ihn hiefse, und sie dreist anzugreifen: sie werde ihm
die Minne zeigen. Bald brachte sie den Mönch zu Belle, zog ihm den
Rock ab, den er anbehalten wollte, löschte das Licht, legte sich zu
ihm, und drückte ihn an sich; er aber, der Minne ganz unkundig, lag
wie ein Stock. Da gedachte sie im Aerger, ihn zu äffen: sie stiefs ihn
mit den FüJsen, dafs er an die Wand rollte, rückte ihm nah auf den
Leib, knätele ihn mit ihren Knieen und trat ihn mit Füfsen ; zuletzt
gab sie ihm einen Schlag, dafs er stille lag, und sagle, das sende ihm
Frau Minne. Der Mönch empfand die Minne zu schmerzlich, und regte
lieb riichi. Dm Mitternacht wandle die Frau sich um, und streckte
unwillkürlich die Hände nach Minne aus: sie ergriff abermals den
Honen, schlug ihn derb, und sagle, das sei der andere Denkzellel der
Frau Minne. DaÜelbfl th.it sie zum drillen Male gegen den Morgen,
und entlieft den schlaflosen .Mönch , der nun zornig dem Knechte rief,
tun schlennigfl zu entrinnen« Der Knecht erschrak, im Wahne, der
Hanswfrth sei beimgekefrt, und beide ritten eiligst querfeldein, Dbei
drei Meilen: dl Stiegen sie ab, und der Knecht (ragte den Mönch um
die Minne dlCM! wollte jedoch Qicbtl davon nilniien.
All beide wieder daheim im Klosler waren, gerietO der Mönch in
Borge negeo <ie<, Kindes welches wie er «n gehört, *on der Minne
komme, und fragte den Knecht, wer von beiden es trage. Dieser ant-
wortete: der unten liege. Da fiel es ihm schwer aufs Herz, dafs er
diefs gewesen , und nun durch Geburt eines Kindes seine Ehre und
Pfründe verlieren werde. Wohl 12 Wochen ging er so zerschlagen und
schweigend umher: da klagte ein Bauer dem Able, ein Hofmann des
Klosters, der Witwensohn oben im Dorfe , habe ihm eine Kuh so ge-
schlagen, dafs es ein Kalb verworfen', und der Abt entschied sogleich
auf Schadenersatz. Der Mönch merkte sich diesen Handel, und bat
heimlich den Witwensohn, ihn auch so zu schlagen, dafs das Kind von
ihm gehe. Der Schalk, nachdem er ihn gefragt, ob der Abt oder Kellner
an dem Kinde Schuld sei, und alles vernommen hatte, war bereit zu
dem Dienste, für welchen er drei Pfund erhielt. Morgens früh liefs er ihn
in das Gehölz heim Kloster kommen, nahm drei derbe eichene Knüttel,
rog ihn aus bis auf den Bock, warf ihn nieder und zerblaute ihn der-
maafsen , dafs ihm wohl sieben Kinder abgegangen wären. Beim Zer-
schlügen des drillen Knüttels sprang von dem Geräusch ein Base aus dem
Gebüsche : da liefs der .Mönch innehalten , und lief seinem Kindlein nach,
um es einer Amme zu bringen. Als es so schnell vorauslief, pries er es,
dafs es zum fürstlichen Briefbolen gut wäre, so wie seine Löffel (Ohren)
einen guten Koch verkündigten. Bald aber entschwand es ihm, und er
lief wehklagend und sich raufend im Walde umher. Da kam ein andrer
Mönch geritten, und hielt ihn für wahnsinnig, gab ihm einen Kolben-
schlag, und da jener bei seiner Bede verharrte , band er ihm die Hände,
und lührte ihn so unter Streichen ins Kloster zurück. Dort vor dem
Abt und allen Brüdern wiederholte der Unglückliche seine Wehklage,
dafs sein Kindlein unge lauft bleute, bei dem der Prior und Kellner
Gevattern sein sollten. Sic sahen seinen zerschlagenen Leib, hielten
ihn für besefsen, und wollten durch den Psalter und andere Bücher
und Beschwörungen den bösen Geist austreiben: es half aber nicht,
und eben so wenig, dafs sie ihn mit Wcihwafscr besprengten und ihm
die Stole umhängten. Da wurde er, als wahnsinnig, in den Kerker
geworfen, bei Wafser und Brod, wo er noch immer Gott um sein Kind-
lein bat, dafs es doch ein Christ würde. Endlich, am 15ten Tage, in
der Beichte, offenbarte er Alles dem Able, wurde sogleich frei gelafsen,
losgesprochen, und wieder als guler Bruder aufgenommen, in dessen
Gebet der Abt sich befahl.
XXIV.
Der swanger iniin eh.
Diz ift ein fchoenes raaere gnuok,
Wie ein münch ein kint truok.
Mch seit1 ia gern ets\va3,
das iu luste dester ba^.
So ich bi iu wsere:
nü haeret disiu maere,
5 Diu sint seltsaen(e) gnuok,
wie ein münch ein kint truok.
l'nde wie er e$ gewan;
da sult ir wunder prueven an.
Ein kleine3 kint wart gegeben
l!» m einem münch in ein reine3 leben
Im was diu werlt unbekant.
wart c'5 anders wä gesamt
/.<• einem klöster in einen walt;
eg was wan sibeo jar alt;
\6 Lj lernt' die schritt und wlsheit,
diu kunst wart im ilsö bereit,
I » | <•-, alle- da,5 WOl las.
da.-, vor im geschriben was.
D.|-; kint nain an der lengf /.uo.
jn im i den ej an der gftB^e luo.
I!i , wart ein jnngeÜDl .
dei ipi kameren eopfienk.
54 XXIV. Wet fdjnmnöCK Jttoud).
Eines morgens nach mettin
s;i3 er vor sinem bettlin
25 Und las, wa3 er geschribcn vant:
da sach er »der Minne bant«
Geschribcn an einem bletlelin:
er dahl', \va3 C3 möhte gesin,
Oder wa3 e3 bediute,
30 da3 e3 bünde die liute.
Zehant tcl er da3 buoch hin
und leit(e) dar üf sinen sin,
Da3 im wurde bekant
welhe3 waer* der Minne bant.
35 Der münch bcgunde suchen
ze einem knehtfe] heimlichen.
Der pflak ze allen ziten
mit dem apt(e) riten;
Er düht' in vil gewaere,
40 und vrag[e]t* in, wa3 Minne waere,
Und wä man si möhte vinden,
bi alten oder bi kinden,
lud ob si het' iht grÖ3e kraft,
oder ob si bünde von meisterschall
45 Der kneht antwurt' im des:
»ir wi33et selbe niht, wes
Ir mich da habt gevraget:
ob ir skch laeget,
Vroufwe] Minne machet' iuch gesunl;
50 si bindet niht ze aller stunt,
Swem si gibt iren tröst,
der wirt von allem leide erlöst;
Ir hüs ist gezierel wol,
guoter spise und wines vol.«
55 Der münch sprach: »so wil ich dar.
e da3 werde ein halbe3 jar.a
Der kneht gab im die raete,
da3 er den apt baetc
Umb(e) kneht und umb ein pfaert;
60 sine vriunt waeren beswaert
"flott fcem 3tDtn0ttuer. o5
Mit vil swaeren Sachen:
da3 wolte er ze guote machen.
Der apt gewert in siner bet',
kneht unde pfaert an der stet',
65 Und dazuo Silbers genuok.
er was ouch selber so kluok,
Da3 er in einer kurzen stunt
gesam(ne)t het wol zehen pfunt.
Als in der kneht lerte,
70 von hüs er dö kerte;
Der kneht reit alle3 vor,
der münch volgte sinem spor,
Wan er was nie mer Ü3 komen;
da3 hete der kneht wol vernomen.
75 Si kämen in ein guote stat,
der kneht herberge bat
Ze einer vrouwen, diu was balt,
weder ze junk, noch ze alt,
Ir man was über se gevarn,
80 si solt' da heim da3 hüs bewarn.
Der kneht hie3 bereiten gnuok,
der vrouwen er die malhen [zuo] truok.
Vil gern(e) si diu vrouw* enpfienk,
vil vaste si da umb(e) gienk
85 Und hete grÖ3e arbeit,
wie sin gemach wart bereit,
Heim(e)lich(e) , von dem wege,
da si des münches wol pflege.
Do bräht' man spise manikvalt,
00 beide, warm unde kalt,
Dar zuo edeln kuelen wln.
der miinch sprach: »hie mag wol sin
Der Minne[n] hof und ir gewalt;
e3 dunket mich so wol gestalt,
96 Waer* 03 in minem kloster so.
<lic rniinche waeren alle vr6.«
Der kneht sprach zuo der wirtin:
K>wi55el ir ein rröowelln,
56 XXIV. "ßtx fd)u>angere JHünd).
Da3 minem herren gezeeme
100 und guot darumb(e) nseme?«
Diu vrouwe sprach: »wie stet sin leben?
mag er geleisten und gegeben
Zehen pfunt an lieber stat?« l
der kneht die vrouwen vaste bat,
5 Da3 si den miinch ze ir lie3e;
des möht' si wol genie3en.
Diu vrouwe sprach alzehant:
»ich hän versezzet miniu pfant:
Werdent diu mir gelöst,
10 so wirt der junge münch getrost,
Und ich tuon alle3, da3 ich sol.«
der kneht sprach: »so tuot ir wol;
Da3 guot habt ir beslo33en,
nu nemet unverdro33en,
15 Swie vil ir selbe wolt;
er ist iu von herzen holt,
Wan er sere nach iu tobt.«
dö wurden sehs pfunt gelobt
Unt ze hant da gezalt;
20 also der kneht die minne galt.
Diu vrouwe ervolte sin gebet.
diu besten kleider si an tet,
Zuo dem münche si gesa3,
ir munt was niht an \v0rten-la5,
*25 [r ougen als der stern(e) schin .
rösen var ir wengelin,
Ir kel W13 als ein härm,
ir vinger klein, sinewel ir arm,
Si was ze guoler mä3e grÖ3
30 den münch des dinges niht verdi'63:
1 Die andre Handschrift liest hui
Sehs pfunt an dirre stal.
si wöll' in luon der minne sat.
Der kneht die Yrouwen vürba} bat,
dö si sust geredet hat.
Das s» u- 8- w-
Von tJem 3unii{jttuer. 57
Anders kund' er niht mere:
der kneht gab im die lere,
Swa3 in diu vrouwe hie3e.
da3 er des niht enlie3e;
135 Er sprach: »si sol iu zeigen
die Minne ist iuwer eigen:
Nu grifet si vrilichen an,
wan ich si wol verlönet hän.«
Der münch wart der maere vrö.
40 er sprach: »ich wil e3 vuegen so,
Da3 diu Minne mit mir vert
und dem apte vröude mert,
Dar zuo der samenunge,
alt' unde junge.«
4-5 Der töre wänt(e) des vürwär,
der apt und der münche schar
Waeren sunder minne erzogen:
da was er sere an betrogen.
Ze hant diu wirtinne kwam,
50 den münch si bi der hant nam;
Eijä, wie schiere er wart braht.
da si hin het gedäht!
Da stuont ein bette wol bereit,
da wart der münch üf geleit. *
55 Sinen rok behielt er an.
dö sprach diu vrouwe wol getan:
»\v sit in iuwerm klöster niht,
tuot ab den rok.a dö lasch da3 Lieht.
Niht lenger si dö heile.
60 ze dem münche si sich leite.
Der töre lag, als ein stok ;
diu vrouwe zöch im ab den rok,
1 in it. i andei n Himdttfu i / 1 laute» 'iicti- 4 Zeiten
i);i was oucii bereit
"in bell e irol bekleit
DI iran dei mfineta in cel< il
riiil tllei siha'iilM'il
.58 XXIV. jDer fcbuattgere Jttimtt).
Hin näher si ze im rukte.
sere si in zuo ir drukte;
165 Si hete gerne gesehen,
da3 ir ein guot waer' gesehen. l
Er lak stille, als ein ron,
wanne ern' weste niht davon.
Wa3 er da solde triben;
70 er was vor allen wiben
Von kintheit sicher gewesen;
er künde singen unde lesen
Vil ba3, denne minnen.
diu vrouwe in irn sinnen
75 Mit liste des gedähte,
wie si in ze tören mähte,
Wan si des muo3 ligens verdrÖ3 :
si gab dem münch einen stÖ3
Mit den vue3en alzehant,
80 da3 er wielz an die want;
Der vrouwen was ze dem münehe gäclu
vil vaste si im rukte nach .
Mit iren knien si in knat,
mit iren vue3en si in trat;
85 An rükke und an herzen
begund' e3 in sere smerzen.
Als er verbrant waere;
er däht' im vil unmaere
Alliu wip ze minnen;
90 vil gern wolt' er entrinnen;
Da3 er die minne het' erkorn,
des het' er wol gesworn.
Im gab diu vrouw* einen slak,
da3 er (aber) stille lak,
95 Si sprach: »nü liget, ir boes(e)wiht,
iu geschiht an dem Übe niht,
Ua3 hat iu vrouw(c) Minne gesant,
nach der ir vart in diu laut.«
1 Eb<l. fehlen dtese 6 Zmlen.
Von fcem ^nungäutfr. 59
Des slahens wart du wol geswigen.
200 der münch beleip da stille liger
Do e.5 mittiu naht wart,
diu vrouwe tet nach ir art.
Si begund' sich umbe wenden.
113 warf si die hende
5 Nach minne, so diu natüre tuot.
so si ze schänden hat den muot.
Den münch si aber an gewant.
mit grÖ3en siegen al zehant
Kürzet' si im die wile.
10 er waer* über hundert mile
Gewesen lieber, danne da;
in düht', im wsere diu Minne ze na.
Owe , wie wenik er da slief !
si sprach: »da3 ist der ander briet.
15 Den iu vrou Minne hat gegeben:
nü mugt ir wol mit vröuden leben.«
Er sweik vil stille, und gedäht(e) doch:
»waer> ich in minem klöster noch,
Und sa33[e] vrou Minne vor dem tör.
20 ich enkoem' nimmer dar vor.a
Dar nach ein wenik vor dem lag(e)
huop sich der vrouwen dritte klag(^),
Da.5 si von im versümct was;
eine[nj lezzen si im dö las
25 Mit siegen, da3 was diu dritte not.
do sach si den morgen rot.
( 'rloup <:;il> si dem münche d<>.
des was er von herzen vrö,
Ungesegenl <t von danne lief;
JO dem kneht er do mit zorne riei .
Da3 ef <lin pl.f.'ii brffihte na,
er wolt' niht lenger beltben da.
Der kneht erschrak der maere,
er w.irii'. [das] ^(:r w'rl kotnen wa;r<
35 In w;i> beiden vil gach,
dei müm h ruor dem kneble nach
60 XXIV. ßtx fd)ioantjere Mond),
Si riten ba3, den enzcll.
alle3 tw erlies über velt
Mer den guoter mile dri;
240 ir 'tweder was da sorgen vri,
B13 ze einer gruencn heide;
da erbei,3ten si beide.
Der kneht sach den herren an,
er düht' in missevar getan.
45 Bleich gar an den wangen,
er vrägt' , wie e$ im [waer'] ergangen
(Waere) mit der Minne. l
der münch sprach mit sinne:
»Ob e3 mir ist ergangen wol,
50 da von ich mich niht ruemen sol ;
Wen ruemen da3 ist Got(e) leit,
des sag' ich dir die wärheit.«
Der kneht wägt' in niht mere.
der münch ilte sere
55 Heim ze sinem klöster wider;
zuo dem knehte sprach er sider:
»Ich hän vil dikke (wol) vernomen,
da3 davon kint sint komen,
Wä zwei bi einander sin:
60 nü sag' mir, üf die triuwe din,
Wer sol da3 kint tragen?« —
»da5 wil ich rchte sagen:« 2
Sprach der kneht, »der under lit.« —
»owe der jämmerlichen zit!«
65 Gedäht' der münch alzehaht,
alrest wart im leit erkant;
; hi. \.< Retinpaai fehlt der andern Handschrift.
■ Dient lieimpuar vermehrt die andre Handschrift.
Wedrc3 (reit daj kindelin? <
>'da3 sog' ich üf die triuwe min.«
Sprach der kneht dö
ilisi'in ding ist also.
Weders under lit.
Von fcem 3nungäu*r. 61
Er gedäht': »owe. wes sol ich pflegen?
nü bin ich armer under gelegen,
Nu wirt ein kint von mir geborn;
270 so hab' ich min ere gar verlorn;
Darzuo verliuse ich min pfruend(e) gar,
ob sin der apt wirt gewar,
Und die münche gemeine
werdent mich von in scheiden; *
75 So waer' mir lieber der tot,
e ich lide iren spot.«
Darnach wol zwelf wochen
dö gienk der münch sochen;
So hete si in zestÖ3en.
80 in vrägeten sin genesen
Wie er weere so gar dürre,
und ouch, wa3 im würre.
Er woir e.5 keinem verjehen,
\va.5 im von [der] Minne waer* gesehen ;
85 Wan er wol hete gesworn,
e,5 wurde ein kint von im geborn.
Darnach an einem tag(e)
kom dem apt ein grÖ3iu klag(e)
Von einem sinem hofman;
90 da,5 hört' der tragent münch an;
Der man sprach: »ich muo3 iu klagen,
der witwen sun hat mir geslagen
Dort oben in dem dorfe,
ein riiit. da3 e3 hat verworfen
95 Ein vil schoßne3 kelbelin.« —
»ich wil guot rihter stn,a
Sprach der apt ze dem hofman,
»er ist mir so under tan.
Da£ ich in wol betwinge,
300 und er mit dir dinge,
Und vergilt dir diu Kalp wol ,
als er'3 cc rcht <■ gelten so!.«
l Li ii- i nud-in llanJithitft I
die icbönent min kleine
62 XXIV. Wet fdjumnjjere Mona).
Der tragent münch het wol gehört
vil eben des hove mannes wort;
305 Nach der witwen sun er sant(e)
wan er in wol erkant(e) ,
Da3 er heimlich zuo im kwaeme
und sin wort vernaeme.
Der witwen sun in da3 klöster gienk;
10 der münch in lieplichen enpfienk,
Und vuort' in heimlich) enj an sin gemach;
nü hcer(e)t, wie der münch sprach:
»Ich hurt' hiut' über dich klagen,
da3 du ein rint betest gesiagen,
15 Da3 C3 ein kalp verwürfe:
mich dünkt, wie ich ouch wol bedürfe
Sulher siege von diner haut;
wan mir ist leider wol bekant,
Da3 ich (ein) lebende3 kint trage;
20 nü vürht' ich, ob ich'3 ie man sage,
Da3 ich (gar) werd(e) geschant.«
der witwen sun sprach sä ze hant : f
»We , wä von ist iu komen da3 ?
nü dunket mich der prior ze 133,
25 So ist der apt gar ze alt:
wer hat da3 wunder an iu gestalt?
Hat e3 der keiner getan,
so ist er ein vrevellicher man.«
Der münch sprach: »waerlich, nein er,
30 der münch(e) ist keiner
Schuldig an minem übe:
ich trag' C3 von einem wibe,
Mit der han ich minne getriben,
da3 mir da3 kint ist beliben.«
' Die folgenden 4 Zeilen erweitert die andre Handschrift •
Wä von ist da3 bekomen ,
da3 iu ein kint ist zuo benomen?
Nü dunkel mich der priol la3,
so mag der apt borvil ba3;
Wer hat diz wunder an iu gestalt?
was er jung oder alt ?
Von fc*m Jtamtgäuer. 63
335 Do sprach aber der witweo sun :
»herre, ich wil gerne tuon
Alles, da3 iu liep ist:
idoch wenik liute genist,
Die ir Lint (niht) mugen getragen
40 volle zit ze iren tagen.«
Der münch sprach : »ich wil e$ wägen ,
nü IÄ5 dich's niht betragen:
Slach mich sere, des ist mir not,
- niht gedenke an minen tot;
45 Ich vergib' liuterlichen dir,
swa3 du Sünden begest an mir.
Da3 ich des slahens gewis si,
ich gib' dir guoter pfunde dri.«
Der witwen sun was des gemeit,
50 niht lenger er dö beit', ■
[Er sprach:] »da3 holz da3 bi dem klöster IU,
Darin kumt morgen ze primezit,
So wil ich iu helfen, ob ich mak,
e da3 werde mitter tak.«
55 [Der münch sprach:] »ich wil volgen dinem rät,2
kum ouch du niht ze spät.«
Der witwen sun was ein schalk,
er macht(e) üf des münches balk
Dri knütel eichin,
60 die bräht' er mit im darin.
Der münch was vruo komen dar;
du er des knehtes wart gewar,
Er gab im driu pfunt unde sprach :
»unverdro33en(lichen) slach, 3
• In der andern Handichrifl :
Da3 im der raüncli also seil'.
- Ihr andre Handtchrift lieft.
DeK niurnli sprach: ich volg' dir dräl <
' Hirt* 4 Zeilen lauten in dar andern Handtchi if't
M et im knehfei irarl ^"w.ir
do gafc et nn aas *-ii h«-r dar ,
i.r jawaafc: »wnbedrossenltcben ilach.
da} nieinl' BT, do er die knijli-l fach
64 XXIV. 23er fd)roati(jere Jttcind).
365 Du solt min niht schonen,
ich wil dir('3iioch) ba3 Ionen. «
Darzuo sprach der witwen sun:
)>ir sult ab iu die kappen tuon.«
Da3 was vil schiere getan,
70 im beleip niht dan ein rok an ;
Er warf in nider, als ein rint,
und sluog in, [und] wseren siben kint
In sinem libe gewesen,
ir waer(e) keine3 genesen;
75 Alle sine knochen
wurden im zebrochen l
Und(er) mangen herten slak.
da bi in einer (vurhen) lak
[Lag] mit vorhten ein junger hase,
80 der was bedekket mit dem grase,
Der torste sich niht geregen
vor den engestlichen siegen:
Do der dritte knütel brach,
der münch den hasen loufensach,
85 Er sprach: »lä die siege sin,
ich wil [loufen] nach dem kinde min.
Owe, möht' ich e3 gevän,
ich wold' e3 einer ammen lan,
Da3 si e3 ernerte.«
90 der hase gegen walde kerte;
Der münch sach im alle3 nach,
vil jaemerlichen er dö sprach:
»Owe, min vil liebe3 kint,
wie snel dir diu bein sint!
95 Da3 muo3 ich immer klagen;
du soldest [eines] vürsten brief tragen,
Wan in einer kurzen wil'
liefest du manik mir,
1 Dieses Reimpaar fehlt in der andern Handschrift , die <**tch für die
beiden folgenden nur liest :
Mit vorhlen was ein kleiner has'
verborgen in dem gras.
■ t> Dil $fcm J>iöin{jauer. 65
Oder soldest worden sin ein koch,
100 wan du treist die löffel noch
Bereit, als ein ander man.
der wol z'e33en machen kau.«
Nu pruevet an dem tören:
er meint' des hasen ören,
o Diu er üf gerekket sach.
gegen walde wart dem münche gacfa ,
Er wolt' da3 leit niht lenger doln ,
er wolt(e) sin kint wider holn,
Er lief, als ein tobender hunt,
10 sin herze sluog er tüsentstunt,
Sin hende er jaemerlichen want;
sin kint er do(ch) niht envant;
Von leide rouft' er Ü3 sin här.
Des wart ein alter münch gewar.
15 Der kam [von] unwi33en(d') dar geriten.
er sprach: »wa3 mein(e)t ir hiemiten?
Oder wes ist diu schulde,
da3 ir hapt so grÖ3' undulde?
Oder meint 03 unsers herren zorn?« '
20 er sprach: amin kint hab' ich verlorn.
Da3 ich selbe hab' getragen;
d;«3 muo3 ich von schulden klagen. <
Der ritende münch mit zorne spracht
»Got veig wol, da3 ich nie gesach
■2.i Münch kint mer getragen;
ich wil e3 dem apt(e) sagen.
Dar zuo der samenunge.«
des antwurt' im der junge: ;
' In du andern Hr:nd$chrift
Weder meinet *j UQgiB oder zorn
I ilieiet Reimpaar lieit die andre Handichnft
Des .intwnrt' in der jung«
| nur rin geldkgC ,
Daj nur min kint Vttrdfl
sA \\;i\ ich Inf bürde.
t ' d Hmf" f'ifunmx l.»nl#n#r II
06 W1V. U*er fdjuiattgere Jttönri).
»Ich enruechtc, wer 05 wesle.
430 der bopsest' oder der beste,
Het' ich wan min killt wider,
hie lit min vröude gar dernidcr.«1
Er gab im einen kolben slak,
da,5 er vor im nider lak.
35 [Er sprach:] »ir sit unsinnik worden
und schendet uns den orden
Und alle die da inne sint.«
er sprach: »hef ich min kint
Noch z' ei(nemymäl gesehen,
40 ichn' mochte, wflfl mir [noch] möht' gesehen.«
»In nomine!« sprach der aide
»da3 ir in disem walde
Eid kint woldet vinden.«
er begunde im serc binden
\o Die hende. als einem diebe;
er sprach: »sint iu so liebe
Ist ze vremden kinden,
ir sült e3 wol ervinden.
Wie mir dar umbe ist ze muote.«
50 vil lüzzel er dö ruote,
Er sluog in mit der kiule
vil manik grÖ3e biulc.
Was der alte münch gereit,
der junge alles neben im schreit,
55 Gebunden an ei[ne]m strikke;
vil hei3(e) weint' er dikke,
Sin[e]s kindes er gedäht(e).
do er in in das kloster bräht(e).
Die münchc namen sin al[le] war.
(>0 unt kamen mit der menige dar.
Do in der apt an gesach,
vil lougenlichen er do sprach :
1 I. nuttt rlxndasellisl i
Hcl' ich nü min kint.«
er sprach: »dri liuvcl in iu sini.
tJon fccm 3toin0ttUfr. 67
»Sag' an, liebe, wie ist dir gesehen ?«
er sprach: »hef ir min kint gesehen.
465 E3 muest iu wol behagen;
ich kan iu niht mer gesagen.
Wan, möht' ich e^ erloufen,
ich wolt' e3 läsen toufen,
Und wold' iueh ze gevatern biten.
70 und den prior dämiten.
Dazuo den kelnaere.«
den münchen disiu maere
Wunderlich(e) dühten;
den rok si im üf lühten.
75 Do si die siege sähen.
mit alle si da jähen.
Da3 er waere behaft
von der boesen geist(e) kraft.
Der apt hie3 dö suochen
SO den salter mit andern buochen,
l nd hie3 beswern den boesen geist
mit aller siner volleist,
Da3 der münch erlöst würde
von siner swaeren bürde.
Ko Des aples gebot si [dö] täten.
über den münch si [dö] träten .
Guote segen si [dö] läsen.
der münch begunde rasen.
In disem grÖ3en leide
W) [sprach der münch:] »min kint ist noch beiden); l
Mit' f'5 cnpfangen die Kristenheit.
so waer' zergangen min leit«
f)cr apt sprach: »nti, hoereJ .
wie uns der tiuvel teeret!
K Siniu wort sint [so] spaehe,
da3 bannen ist im smaehe.
Kr k.in b<M€r liste genuok.«
den wih branoen man dar truok .
1 h.'.rn all 'rlhtl
C)S XXIV. Hier fdjtuttuflm JWouft).
Und begund' in mit sprengen.
500 mit der stol' umb hengen.
Swa3 si im taten,
si dröten oder bäten,
Da3 was alle3 ein wint;
er sprach: »het' ich min liebe3 kint.
5 Da3 ich wol zwelf wochen truok,
su het' ich aller vröuden genuok.«
Do wart den münchen allen zorn ,
si heten alle des gesworn,
Da3 er unsinnik waere.
10 in einen karkaere
Sazten si in mit grimme.
da was der arme inne l
Vierzehen tag* unde naht,
da3 im e33ens niht wart bräht,
15 Wan itel wa33er unde bröt.
ze allen ziten bat er Got,
Da3 er sin kint dar sante,
da3 e3 Kristen nara(en) erkante.
An dem vunf zehenden tage
20 der münch begunde dem apt sagen
In siner bihte rehte
von der minne und von dem knehte
Und von der vrouwen , diu in da sluok ,
von der er da3 kint truok,
25 Und wie er under ir lak,
dö si der minne mit im pflak,
Und sagt' von ende, wie C3 geschach.
dö sprach der apt: »din ungemach
Sol hiute (hie ein) ende nemen;
30 du darft dich nimmer(me) Schemen
Vor mir, noch vor dem prlöre,
du solt gen ze köre,
1 Kbtndaielb§t i
Slii33Cn si in dö.
des was der arm' unvrö.
DA was er vierzehen naht.
Von ticm JNiiitgäuti. 69
k t
l'nt soll singen unde lesen,
unde solt ein guot kint wesen.
535 Als du gewonheit vor tet;
und hab' mich in dinera gebet!
Din sünde sint dir vergeben:
nü wirb umb da3 ewige leben.«
1 Hie endet sich diz maere:
40 da3 macht' der Zwinge(u)wsere,
Und hat geseit des münches not.
nü biten wir den selben Got,
Da3 er uns an dem jüngsten tag(e)
sin himel rlch(e) niht versag(e).
1 Di f im Schlau hat allein die andre Bandtvhrift
XXV.
jPte HadjtijjaU.
oHan sagt, in einem Gau safs ein Ritler auf einem hoben festen
Hause, der hatte reiches Gut und eine Tochter, sein einziges Kind und
weit und breit das schönste Fräulein. Da safs in der Nachbarschaft ein
andrer reicher Ritter, der hatte einen schönen Sohn , auch sein einziges
Kind, den er sorgfältig erzog, bis er seinen Sinn auf Minne richtete.
Die beiden Jungen waren zwanzig Jahre alt, und der Jüngling warb mit
stätiger Liebe um die Gunst der Schönen, die ihn auch lieber hatte, als
alles Silber und Gold. Sie war aber in ihrem Hause so versperrt, dafs
beide nicht zu einander kommen konnten.
Vor dem Hause lag ein fest eingehegter Garten, unter dessen
Bäumen und Blumen die Luft befser und süfser war als anderswo, und
in welchen ein enges Thürlein aus dem Hause führte. Drinnen stand
ein hohes laubiges Sommerhaus, in welchem gespeiset wurde. Nun
sandte das Fräulein ihrem Geliebten einen Boten, dafs er Nachts heim-
lich in den Baumgarten käme, wo sie ihn erwarte. Er sagte mit Freu-
den zu, und sie legte sich zu Bette und klagte sehr über Weh am
Haupte, Herzen und allenthalben. Der Vater rieth zu einer guten Salbe,
die Tochter wüste aber ein befseres Mittel: wenn sie die Nacht auf der
Laube schliefe , wo die Luft so gewürzig sei , und ihr vielleicht auch
ein Vöglein so nahe käme, dafs sie es fienge und sich erfreue. Die
Muller liefs sogleich ein frisches Bette auf der Laube bereiten, und
dem Gesinde wurde alles Geräusch verboten , um das liebe Kind nicht
zu wecken , die sich beim Schlafengehen noch ein Glas gulen Weins
vor das Bette stellen liefs. Die Mutter sperrte die 'Ihüre zu, und liefs
das Töchlerlein allein. In der Nacht schlich der Jungherr herbei , slic^
an einem Schaft in den Garten . und kam in das Luslhaus zu der
Jungfrau, die ihn lieblich empfing, und mit ihm bald im süfsen Minne-
spiel nicht auf den Vogelgesang achtele, so dafs der Morgen der zu
kurzen Nacht sie noch darin fand. Sie verschliefen dann aber beide
du- Zeit, so dafs die Sonne sie übersclnen
MC .Mutier war besorgt darüber, und der Vater sland auf. ging bin
und sah durch ein kleines Fenster in dai Gemach des Töchterleini da
lagen die Geliebten, ohne Gewand und Decke, die hinabgesunken vwir
inmn' in einander gesehrniegl. Der \aler ging leise zurück , und rei
kundeie der Müller« wie das l o< iblerlein wirklich einen Vogel gefangen
und ihn lest beim Kragen balle. Die Mutter nahm et ffir Spott; dei
Vater beschrieb ihr aber die Pracht des Tbieres; und lie, das Vöglei r
beklagend, Iral selber an «las PenSterietn Bjej dem Anblicke ichlog lil
die Hände zusammen Eerraufte lieh, und erhob ein Wehgesebrei
Davon erwachte der Jüngling, erschrak, und wehklagte, dafs der helle
Sonnenschein sie beide überrascht habe. Da trat der Vater zur Thüre
herein, und freute sich, dafs die Tochter das Vöglein gefangen habe
und genesen sei, rieth ihr aber es nicht entrinnen zu lafsen. Der Jüng-
ling bat um sein Leben, und der Vater versicherte es ihm, wenn er
die Geminneie zum Weibe nehme. Er war gerne bereit dazu, und von
beiden Aeltern wurden die Gelieben einander zur Ehe gegeben , und
reichlich ausgestattet, so dafs sie in Freuden und Ehren lebten.
XXV.
Diu nahtigal.
Swa3 ein iegelich hübisch man
aventiure \vei3 oder kan.
Von gemellichen dingen ,
die sol er vür bringen;
ö Wan gevellet e$ einem niht,
ist e3 seltsaene geschiht,
So behaget si dem andern wol ;
da von man des niht heln sol.
Da Von kan ich niht geladen da.3,
10 ich muo3 iu sagen ctwa3;
Man saget, e3 waer* gese33en
ein rilter, wol verme33en,
l f einem göuw(e) hie vor,
der het ein hus, da3 stuont eriboi .
15 L)a3 was erbüwen veste,
darinne was kein gebreslc.
1 1 was des guotes ein richer man .
und hete ein tohter wol getan,
Und hete ouch niht mer kinde.
20 all ich (-3 hfe bovindc.
Schon' und wol gestatl wai If llp
daj man weder magt, noch \\i|»
In der gegene, noch über laut.
choonea niergenl bHi( envant,
76 XXV. Wit Dtad)ttflaU.
25 Und was däbi gese33en
ein ritter, gar verme33en.
Des guotes ouch gar riche .
der sa3 gar weideliche ;
Einen schoenen sun hete der,
30 unde ouch kindes niht mer,
Den zöch er [schön bi3] an die stunde
da3 der sun trahten begunde
Und war ze nemene umb ein wip;
er hete einen schoenen lip,
35 Er was hübisch unde kluok
unde dar zuo vlaetig gnuok;
Er was ouch, als man im zalt'
niht mer den zweinzig jar alt.
Sus wären si beide siuberlich.
40 ouch vlei3 der junkherre sich
Umb der junkvrouwen minne;
wie er des [solte] beginne,
Daran wante er sinen muot,
als noch vil manger llhte tuot,
45 Der da vindet, da3 im behaget,
also warb er umb die maget
Mit vll3e ze aller stunde,
wen(ne) si im des gunde,
Unde e3 ime vuoge mohte gesin.
50 si was ouch, da3 megetin,
Dem knaben worden also holt.
da3 si weder silber, noch golt
Da vür (niemer) hete genomen ,
swä si zuo im möhle komen.
55 Doch was diu maget so verspart
unde in irs vaters hüs bewärt,
Da3 weder bi tag, noch bi naht,
kein mensche zuo ir kumen mahl' .
Weder dar 113, noch darin;
tH) da3 was der zweier ungewin.
Vor dem hiise ein boum garte lak
dar umb gieng ein vcsle3 hak ,
XXV. ÜHc tlod)ttüfllL 77
Damit er bevridet was;
beide , bluomen unde gras
65 Man darin(ne) ste(he)n sach.
die heten ein vil riche3 dach
Von vil edelen boumen breit.
die wären schren' und wolbekleit.
Ouch hete der ritter vil trüt
70 manig würze unde krut,
Diu er darinnen het erzogen;
man sagt vür war und ungelogen .
Da3 der luft besser da
und sue3er waere, denne anders w;'i.
75 Von dem hüse gieng darin
ein vil enge3 türlin.
Nu häte der wirt ouch da vor
gebü[we]t ein louben hoch enbor.
Diu was gemachet umbe da3,
80 da3 der wirt darinne sa3,
In dem sumer. wen er 83:
in düht' . in bekaem' diu spise des ba3»
Eines tages diu maget nam
ein[en] boten, der dar zuo gezam.
S5 Den sante si säzehant,
da man den junkherren vant,
Und hie3 im sagen maere.
da3 er des nahtes waere
Aller dinge bereitet dar.
90 und verholn(e) kaeme dar
In den boum garten,
da wolte si sin warten.
Ob si e3 mit gevuegen dingen
[ie mer] dar zuo möhte bringen.
!)5 So wolte si leisten sin gebet
der knabe e3 willeklichen tet.
Als er die botschaft vernam,
diu von der junk vronwen kam T
Er wart (des) von herzen vro .
100 slner junk vronwen danket' er dö.
78 XXV. Site IftadtttgaU.
l)a,3 im so liebe solte geschehen.
da3 er si da solte sehen.
Do ir da3 wart wider (ge)seit.
an ein bette si sich leit'
105 Und begunde sich sere klagen;
da3 künde si niht vertragen,
Ir muoter, als si da3 vernam,
zehant si zuo der tohter kam,
Und sprach: »sage mir, tohterlin.
10 wa3 mag dir geschehen sin?
Oder wa lit din ungemach?
diu tohter zuo ir muoter sprach:
»In dem houpt, und wa3 mir ist,
da3 swachet sere an dirre vrist.«
15 Und dö da3 der vater vernam,
balde er zuo in beiden kam,
Zuo der tohter er dö sprach:
»wä ist din meiste3 ungemach?« —
»Umb da3 herze unde allenthalben.«
20 er sprach: »mit einer guoten salben
Sol man dich bestrichen,
so muo3 von dir entwichen
Din leit und din ungemach.«
diu junkvrouwe hin wider sprach:
25 »Vater, ich han vunden einen list,
der mir benamen guot ist,
Und der mir wol mag gevrumen,
sol mir ihtes ze staten kumen,
Ob e3 (l)iht also geschiht.«
30 er sprach: »kint, des hil mir nihl,
Des (en)wirt dir niht verzigen.«
si sprach: »benamen, da wil ich ligen
Uf der louben, diu davor stet;
wan von dem lüfte der da get,
35 Von dem smakke der kriuter guot,
lihtert mir min swaerer muot,
und von dem boum garten ;
ich wolte joch gerne warten.
XXV. jD« KUdjttflaU. 79
Ob mir ein vogel kseme nahen,
140 da3 ich in möhte gevähen,
[wan] so hete min sorge ein ende. <
»Got dir den schiere sende !«
Sprach ir muoter da ze hanl.
schoen und rösche3 betgewant
io Hie3 man dar bereiten,
man wolt' niht lenger beiten,
E33en unt trinken man dar truok. -
slafens man ze hant gewuok,
Ouch verbot man den schal
50 den hüs gesinden liberal,
Da3 man da3 kint iht schrekkete,
oder 113 dem slafe erwekkete.
E da3 e3 naht wurde gar,
dö kam ir muoter wider dar,
55 Und sprach, ob si iht wolte.
si sprach: »muoter, ich solte
Ein glas mit guotem wine han,
da3 sol vor minem bette stan,
l)a3 ich mich mit gelabe,
(>0 ob ich mich ba3 gehabe.«
Der win vil schiere bräht wart,
diu muoter die tür nach ir verspart'.
Und lie3 die tohter eine da;
[wan] ir was da ba3, den anders wa.
(>5 Als balde dö der tag entweich.
der junkherre [balde] zuo ir sleich,
Wan er vil gr63(er) vuoge pflak.
mit listen kam er durch den hak.
Eine(n) schaft er zuo im nam,
70 bi3 er in den boum garten kam,
Daran steig er darin zehant,
da er die jiink vrouweu vant,
Liepltch si sich cnplicngeii,
an <l;i5 bfttfi si (beide] giengen.
75 l 11t trilicn da der minncii lpt1,
si beten kurze wllc vil ,
80 XXV. Ute t!t<td)tiiiaU.
Si ahten niht der vogel gesank,
diu naht dühte si niht ze lank.
Unde als ich vernomen han,
180 dö der tag wolte üf gän,
Si heten sich gesmükket
ze samen unde gedrükket
Mit wi3en armen, diu vrouwe sprach
»lieber mir nie me geschach,
85 Wan da3 ich dich saeligen man
hinaht nach mlnem willen hän.«
Doch versliefen si gemein,
bi3 si diu sunne über schein.
Der muoter wart (do) zuo ir gäch,
90 ze irem meister si dö sprach:
»Mir ist übel (vil) geschehen,
da3 ich da3 kint niht hän besehen.
Ob uns Got die saelde git,
da3 si noch lebendig lit.«
95 Er sprach: »ir sület hie besten,
ich wil selber dar gen.«
Und leit' er an sin gewant,
er stuont üf unde gienk ze hant
An ein (enge3) venster spehen,
200 da wolt' er sin tohter sehen,
Ob si, nach ir swaere,
[iht] in [ein] ruowe komen wrere:
Dö sach er an dem vensterlln,
da3 der knabe und diu tohter sin
5 Bi ein ander lägen
und schnener ruowe pflägen;
Also stuond er und sach si an:
da waren si gar wol getan,
Der släf hete si begriffen ,
10 und was ab in gesliffen
Da3 dekke lachen unde ir gewant.
si hete den slnen in der hant.
Der stuond in aller siner kraft,
und ragete vaste als ein schalt,
XXV. Pte ttad)tt0«U. 81
215 Er stuond ir rilicher vür. 1
der ritter dö vermeit die tür,
Wan er si also släfen lie,
ze sinem bette er wider gie,
Er sprach: »vil liebe vrouwe,
20 nü stand üf, unde schouwe,
E3 ist diner tohter wol ergangen,
si hat den vogel gevangen,
Als du si nehten hortest sagen,
si hat in begriffen bi dem kragen.«
25 Si sprach: »e3 ist liht din spot.« —
»nein e3, vrouwe, sammer Got,
Wol il mir des geloubet,
er brinnet umb sin houbet,
Da3 er niht schoener möhte gesin.«
30 »owe da3 (arme) vögellin!«
Sprach si »ich wil ouch dar gän
unde wärheit schouwen sän.«
Si gie zuo dem vensterlin,
da der knabe und da3 megelin
35 Bi ein ander lägen ,
und hübischer ruowe pflägen.
Als balde diu muoter e3 gesach,
ze hant si roufet' sich und sprach ;
»Da3 mich min muoter ie getruok!«
40 die hende si vast ze samen sluok.
Der knabe erwachte und hört* den schal,
und do diu sunne schein überal,
Er sprach: »wäfen, herre, wäfen!
wir haben ze lange gcsläfen
15 Beide an disem bette hie.«
der ritter zuo der tür in gie,
Und sprach zuo dem mcgetln:
»tohter, haslu da3 vögellin ?
Bistu genesen, da.3 ist guot:
>0 din v;'ihen glt uns SWtBren mimt.
• in rilleher kür?
82 XXV. Ute ttad)tiöall.
i
Nu warte des vogels mit sinne,
da3 er dir iht entrinne.«
Der knabe sprach: »lieber herre,
da3 mir ze dem libe iht werre.«
255 [Er sprach:] »iu wirret niht ze dem libe,
behabt ir si ze [einem] wibe,
Sit ir ir sit gelegen bi,
so wartet, da3 iu ern(ejst si.«
Er sprach: »ich wil si gerne han.«
60 also wart er ir eman,
Ir beder veter gaben in guot,
si gewunnen gnuog, und höhen muot,
Des bejagten si pris und ere.
der nahtigal [rede] ist niht mere.
XXVI.
£ x tt u t tt 1 1 ft
Ein Schüler, tugendlich gemuth, mied schnöde Gesellschaft, redete
nie übel von Frauen, und widersprach solcher Rede: es gebe tausend
gute gegen eine böse; alle Menschen seien Frauenkind, und wer Frauen
ehre und Gott liebe, dessen Ende werde gut; Gott schuf sie, wie die
Engel im Himmel, so zu Engeln der Erde. Dieser Jüngling verliebte
sich sterblich in eine überaus schöne Frau, die aber so spöttisch und
so hoch von Geburt war, dafs er sie nicht anzureden wagte, und hin
und her sann; endlich vertraute er seiner Beständigkeit und grüfste sie
eines Morgens mit lieblichen "Worten. Sie sprach höhnisch: »ich spüre,
hier fuhr gestern auch einer vorbei.« Den andern Tag, als er den Hut
zog und grüfste, sagte sie: »meist uns sieben Füfse, das sind drei und
vier, die anderen kommen nach.« Ebenso am dritten Tage: »sie kom-
men nimmer her.« Als er fragte: »wer?« sagte sie: »die wilden Heiden.«
Zum vierlenmale kehrte sie sich verächtlich um zu ihrer Dirne und
hiefs sie ihm danken; sie habe Kopfweh. Abermals wünschte sie
Gott möge es ihm nimmer danken, dafs er so grüfssam sei: so könne
er es lange treiben. Ihm war v>ohl mit diesem Gezanke, und er er-
wiederte, wer den Vogel fangen wolle, müfse ihm viele Stricke span-
nen. Leber diese Worte ward sie daheim so nachdenklich, dafs sie
ihren Fürwilz nicht bezwingen konnte , sondern ihre Dirne nach dem
Schüler sandte. Er kam voll Freuden , und auf ihre Frage bedeutete
er sie, dafs er mit allen Sinnen sie in der Minne Stricke zu verwirren
trachte, weil sein Herz fast zerspringe vor unsäglicher Liebe. Sie ver-
hohnto ihn: wenn dem Esel zu wohl sei, gehe er aufs Eis; Schweifen
halle ihm vielleicht eher ihre Huld gewonnen; der zu früh aus dem
Ekute lliegende Vogel werde ein Kinderspiel: er rede wie ein Kind
Er erklärte sich auch für ein Kind, rede ebenso die Wahrheit und be-
harre kindlich in seinem Verlangen. Sie warnte ihn darauf vor der
Kulhe: er aher wollte gern alles Weh von ihr leiden, weil er so sehr
Hfl liebe, dafs ihr in jener Well seine Seele leibeigen sein solle, wie
hur der Leib. Sie erwiederle, der Dorn Steche, wie schöne Hosen er
trage, und die Galle bleibe bitter, wie viel Honig man darauf streiche:
er betbeoerte dagegen seine herzliche Liebe, und Hehle um Erwiederung.
Sie achtete sein Wort so gering, als < ine Heere; erinnerte, dafs er ihr
Mite Nachstellung gedroht, und boi ihm eben so stite Gegenwehr.
Bf erkürte, er ringe nur nach ihrer Huld. Sie nannte ihn einen klugen
Fiten*, rühmte sich aber auch der Schule, sie habe dei Minne Buch
gelesen, und Mi längst gewesen, «<> u bin wolle; er sei ein Thor,
und wähne, ifc raeb zu bethören ile wolle nichts mehr hören. Fr
Bebte, dafs sie »ein Herz, dai sie mil der Minne Pfeil verwundet, dureb
ihren Rosenmund heile. Sie trotzte seinen losen Heden , und wenn er
noch viermal so schlau wäre. Kr wollte gern schweigen, wenn er nur
einmal sie küssen dürfte. Sie höhnte: ehe sie ihm ein Leid geschehen
liefse, lieber liefse sie ihn stäupen und scheeren , und drohte, ihm ein
Bad zu bereiten, und es ihrem Manne zu sagen. Er ergab sich gänzlich
ihrem Willen, und wenn ihm das Herz nicht breche, werde ersieh
erstechen.
Als sie ihn so herzlich und standhält sah, gereute es sie, dafs er
um sie sterben sollte, und hiefs ihn gehen, bevor ihr Mann käme. Er
wollte nicht ohne Trost sie verlafsen ; sie verhiefs ihm, sich mit ihrem
Herzen zu beralhen , und ihm bald Kunde zu goben : da ging er fröh-
lich von ihr. In demselben Augenblicke kam auch der Mann.
Die Frau besprach sich nun mit ihrem Herzen, und dieses rielh ihr.
dem Werbenden zu gewähren, um sein schmerzliches Leid und seine
herzliche Liebe. Auf den Einwand der Ehre antwortete das Herz: um
die Liebe solle man Leib, Gut und Ehre wagen; die Liebe gebot Gott
selber; sie ist stärker als der Tod. Endlich in Betreff des Ehemannes
rielli das Herz, alle Schuld eben nur dem Herzen zu geben, das un-
widerstehlich sei. So folgte die Trau ihrem Herzen, und bat nur um
Geheimhaltung, die das Herz verhiefs, wofür die Frau seine Wunden
\on Venus Pfeile zu heilen versprach.
Sie sandle nun nach dem Schüler, umarmte ihn, und ergab sich
ihm ganz zu Willen: nach herzlichen Küssen gingen sie in die Kammer;
und was sie darin thaten , davon will der Dichter nur sagen , dafs es
ihm selber lieber wäre, denn tausend Pfund Goldes. Als der Schüler
wieder herausging, erblickte ihn der Ehemann, der gerade heim kam.
Dieser befragte die Frau deshalb, und sie machte ihm weifs , der Schüler
habe ihr drinnen einen Brief gegen das Zahnweh geschrieben; wie er
noch öfter thun müfsc, weil es so gut wirke. Ein andermal sah ihn
der Mann wieder aus der Kammer kommen, und meinte, er schriebe
eine üble Schrift: sie gab vor, er habe ihr den Husten geheilt, was
heimlieh geschehen müfse. Der Mann liefs es gut sein, gab aber fortan
schärfer Acht; und als er abermals den Schüler von seinem Weibe
kommen sah , wollte er im Zorne sie tödten. Sie entschuldigte sich,
und da er sich auf den Augenschein berief, wodurch er wifse und nicht
glaube, führte sie, ihn über einen nahe stehenden Wafscrzuber, worin
er sie und sich ersah, da hiefs sie ihn hineingreifen, sich von der
Nichtigkeit des Scheins zu überzeugen, und äffte ihn somit, dafs er
nicht glaube was er sehe, bevor er es nicht mit Händen greife.
XXVI.
Vrouwen list.
Diz buechel hei3et vrouwen list:
Got herre uns selben bi ist.
^IVelt ir hceren ein hübsche3 maer'
von einem stolzen schuolaer':
Der hat', als ich verrihtet bin,
darnach gewendet sinen sin,
5 Da3 er reiner tugende wielt,
die er in sin herze vielt,
Da3 im 65 stnem munde
nie ze keiner stunde
Entran ein unbesniten3 wort.
10 er hct' sich lan ut tode ermort,
E er kein unzuht hct' gcstift.
vor vröuden reht als ein vergift,
Vloch er snrede geselleschaft;
wan er vorht(e), da3 er behaft'
15 I Dd m<1i verwurre in bw.scn siten ,
<la,3 er mit Untugenden wurd' vcrsniten.
Wan mit den guoten wirt man guol .
und bOMC bi dem, der bCMÜCfa tUOt.
Swi man vnnnwn übel sprach,
20 da-, * herzen un^cmach,
88 XXVI. irauctilHl.
Da3 wider ret' er immer,
und sprach: »man sol nimmer
Vrouwcn übel sprechen,
min herze möhl' e brechen,
25 Swen ich hoerje] solhe koese.
ist ir einiu boese.
So sint tüsent oder mer,
den niht so liep ist, als ir e*J,
Die niht durch aller werlde guot
30 wolden velschen iren muot
Und ir herze reine;
der vindet man niht eine.
Swer den vrouwen übel spricht .
mit dem hän ich keine pfliht;
35 E3 ist ein schänden wernder sit'.
er un£rt sich selbe damit,
Wan wir sin alle vrouwen kint,
tump stnes herzen sinne sint,
Fr sult da3 (wi33en) sunder spot,
40 swer vrouwen cr[e]t und minnet Gol,
Da3 sin-ende v\ir(de)t guot:
übel im geschiht, swer des niht tuot.
Wir sul[le]n die vrouwen eren,
und ir lob niht verseren;
45 Wan(de) Got mit sinem wort
(im) beschuof die engel dort:
Solch[e] genäde er an uns begie,
da3 er si gap vür engel hie.« —
Mit zühten er sich zäfte;
50 selben er sich strafte,
Swen sin herze in valle neik
gegen Untugenden, dawider treifc
Sin stolzen muot en vollen,
sin herze was unbcwollen
55 Mit der untugende scham(e),
wand der tugent säm(e)
Gewurzelt het so sere
darinne, da3 zuht und cre
XXVI. frauctüift. 89
ßluet' «3 sines herzen grult .
fiO da3 was siner saelden guft.
Der selbe stolze schuoleer',
von dem getihtet ist da3 maer'.
Der was einer vrouwen holt.
da von (sin) herze smerzen dolt\
65 Diu was unmä3en schoene. •
und da bi ouch gar hoene,
Ouch was si an geburt so hoch,
das in sere dar ab zöch,
Da3 er sines herzen gir
70 mit rede niht torste künden ir.
»Eijä«, däht' er in dem herzen sin
»törsf ich reden den willen min.
So muest' mir sorge wilden,
min vröude mueste zwispilden:
75 Ob min mu(n)t nü sprichet iht .
si stet mir als lange niht,
Da3 ich vol ende min wort;
so sprich' ich, min sin[ne] der tört,
Ich wei3, si ist so tugenllich,
80 da3 si niht versmaehet mich;
Ir tugent darzuo twinge[n]t sie,
tuot si mir niht mer, da3 si doch ie
An minen Wörtern inne wirt,
da3 mir ir lip trüren birt,
85 Und wa3 min herze leides dolt
davon, da3 ich ir bin so holt.«
Do gedaht' er sider her wider:
»si ist ze hoch, und ich ze nidei
Ich hört e) sagen, da3 der viel.
00 der ze hoch sttgen wiLa
Er bcgunde aber bei wider heben: '
~j ist gn">5er dink geschehen.
Wan «»b d;i3 geseh.ehe;
^n\i«' si mir si ze wahr
1 Ornci ]ili.|,
90 XXVI. Jratstttlift
95 Doch wil ich dar an niht verzagen,
ei, liebe3 herze, wir sullen'3 wagen.«
Er däht' im aber: »leider,
snoede sint min kleider,
Dar umb si liht versmaehet mich,
100 da3 ich bin arm, und si ist rieh.«
Wider sich selben er aber sprach:
»die gedanke die sint swach,
Kwaem' ich in irs herzen schrin,
e3 diuht' si alle3 Scharlach sin.
5 Wie ob si 03 iren vriunden klaget,
und ouch irem wirte saget,
So möht' ich leben unde lip
Verliesen durch da3 reine wip.
Nu hin, da3 wil ich alle3 wägen,
10 wird' ich durch die scheene erslagen,
Da3 ist niht ein gro3e not;
ich wei3 doch wol, da3 mich der tot
Immer mer niht leben lät;
darumb(e) wirt sin vil guot rät —
15 Z'wär,« däht* er »ich wil dar ab län,
e3 mag doch nimmer vür sich gän;
Wil ich niht von dem willen treten,
da3 mag mich mit schänden weten. —
Dar umb ich'3 nimmer lä3en wil;
20 ich hän da von gehoeret vil,
Swarnäch der man mit staete rank,
da3 im (iedoch) ein teil gelank,
Ob t\3 im niht alle3 werden kan; ,
ich wil üf den selben wän
25 Versuochen min gelükke:
wie ob min saelde vlükke
Wir(t) von ir tröstes stiuren!
swa3 mir von der gehiuren
Geschiht, des hän ich mich verwegen.
30 ich möhtc so lange swigens pflegen,
Da3 ich gar verdürbe,
oder vor leide stürbe:
XXVI. frmienlifi. 91
Vil ofte ein dink verdirbet,
da5 man niht enwirbet. ■
135 Davon ich sin lä^e niht,
swa3 halt mir da von geschiht.
Entwerf' ich wider ir kiusch' ilil nü,
se, wa3 sprichet si dar zu?
Min sin der ist daran verirt;
40 ich weig wöl, das diu guote wirt
Zürnen und mir tragen ha3.
verwär, s6 waer' mir verre bas,
Da3 ich begraben waere,
e ich ir hulde enbaere;
45 Nein, si ist so tugentsam,
si wirt mir nimmer dar umbe gram.
Solt' si mir triuwe gelden
mit untriuwe und mit scheiden,
Daran het' ich vil schiere erspurt,
50 da3 sie ein boese äder ruort';
Da,3 tuon(t) die ungeslahten;
son' enwold' ich niramer ahten
Der liebe, die ich hän getragen
zuo ir, und wold' ouch nimmer klagen,
55 Das mir ie waer(e) worden kunt.
des trouw' ich dir niht, roter muut !
Ktslichiu sich ein wile vrist
mit wollen, allc,3 durch (den) list,
D.13 si nn erde innc,
GO wie des inanncs sinne,
D muot und ouch sin herze ste;
»Ich triegen2 d.13 tue! sanfte w^.
Ob cr'3 mit triuwen meine.
ob .si der il eine,
<>o Da- lief ich schier au ir \einomeii .
w.'rr' ich init ir /<: rede körnen:
Dar ii r kau ich mich Kerstan,
>mi ich mkh'fl mir genietet baa
Vtrgi H Minnei 1 f6fl
92 XXY1. Sraueiilifl.
Vil liebe3 herze , nü wis vrö .
170 03 muo3 reht(e) wcsen so,
Ich wil reden, und wil e3 wägen,
sold' ich zc lüde werden crslagen.«
Er sach eines morgens vruo
Die vrouwen, und sprach ir lipplich zuo:
75 »Got grue3' iueh, liebe vrouwe min!« —
»des sul[le] wir alle vroilich sin.
Ich pruev(e) wol üf disem spor
hie vuor ouch einer gestern vor.«
Diz was ir antwurt, hönsohaft vol.
80 dö däht' der schuoler: »C3 wil wol.«
Des andern (tages) er niht vermeit,
dö er si sach, er was gereit,
Da3 er von dem houpt den huot
lie3 vliegen und sprach : »vrouwe guol ,
85 Da3 iueh min engel grue3e!« —
»so me3t uns siben vue3e,
Da3 sint tri und vier(e),
die andern kumen(t) schier(e).«
Da3 was aber ir antwurt dö.
90 des dritten tages kom e3 also,
Da3 er die vrouwen aber sach,
mit sinem gruo3 er ir zuo sprach.
Da3 was der vrouwen gar unmacr',
si sprach: »si kument nimmer her.« —
95 »Wer?« sprach er »vrouwe milde.«
si sprach : »die heiden wilde.«
Dar nach kurzlich aber geschaeh ,
da3 er ir zuo mit gruo3e sprach:
Smaehlich si sich umbe kart'
200 und sprach ze der dirnen: »liebe, wart',
Wer uns gruc3e, dem danke du;
ich bin ein teil zc krank dar zuo,
Mir ist in dem houbet we;
red' ich den[ne] vil, sin wurde me.«
ö Ein ander mal C3 aber kwam,
da3 er sie gruo3tc in hönsam *
» L, •<*,•!■ gruozle hovesara
XXYI. fraufnliff. 93
Des het si aber iren spot,
und sprach: »da3 e$ iu nimmer Got
Vergelde, da3 ir so gruessam stt;
210 so habt ir'3 vor iu lange zit.«
Mit dem gezenke was im wol,
er sprach: »vrouw(e), tugentvol,
Swer den vogel vähen wil,
der mu03 im (legen) strikke vil,
15 Da3 er sich darinne
verwerre und niht entrinner
Er darf guoter sinne wol,
der ein solch tier vähen sol.«
Diu wort si in ir herze nam ,
20 und dö si an die her berg' kwam .,
In die kemenäte
gienk si ein (vil) dräte,
Vil vaste si sich darinne
\ersl03, irn VI13, ir sinne
25 Leget' si darüf, wa3 disiu wort
meinten, diu si het' gehört.
Si törte rehte sam ein kint;
als [si] vrouwen vürwizz(ik) sint,
Ir wart so swinde, und we darnach,
30 da3 si zuo der dirne sprach:
»Vil liebe mine, lose her,
sende uns nach dem schuoler,
Der uns gruc3ct so gerne,
da3 ich von im lerne
35 Kin dink, da3 ich ie wi33en sol;
des darf ich Ü3 der ma3e wol.«
Da3 tot diu dirn' mit willen gar,
si gieng nach im; er kom dar.
Diu vrouwe hie3 in \vil[le] komeu sin.
40 er sprach: »vrouwe, wa3 dürft ir min?
Da3 iuwer tilgend und iuwer zulit
von iuwern gnideD des gemocht .
Da3 ir nach mir habt gcsant;
und wa;r' ich in dem vierden laut,
94 XXVI. frauenlif*.
245 Ich wolde gerne körnen her;
ich \vei3 wol, 03 sint vremdiu maßr'.«
Do sprach diu vrouwe minnenklich:
»iuwer wort' der wundert mich,
Diu sint so seltssen, diu ir sprächt;
50 da [ha] nun ich sider üf gedäht.
Wa3 ir damit meinet,
da3 ir mich des bescheidet.« l
Er sprach: »ich \vei3 niht, wa3 ich hau
geret.« diu vrouwe wol getan
55 Sprach: »ir sagt von einem tier.ee
er sprach: »entriuwen, da3 sit ir.
Ich lege darüf minen sin,
swä ich in der werlde bin,
Mit allem VÜ3 ich ringe,
60 wie ich'3 darzuo bringe,
Da3 ich iueh in der minne strik
wurre, da3 ich benäh' den sik.
Vrouwe, swen iueh min ougen sehen,
so möht(e) mir niht lieber gesehen;
65 Vor liebe spilt da3 herze min
in minem libe sunder pin,
E3 wirt so ganzer vröuden vol,
e3 wei3 niht, wie e3 gebären sol,
E3 kan nirgen beliben,
70 e3 wil vor liebe zeklieben,
Geloubet mir, da3 ich iu sag(e)
die liebe, die ich zuo (z')iu trag(e),
Die mak kein herze durch denken niht ,
menschlich mu(n)t e3 niht wol 2 spricht;
75 Des sult ir mich genie3en län,
vrouwe, da3 stet iu wol an.«
Si sprach: »ja, ist da3 diu not?
der hoch vart über heb' iueh Got;
Ir habet erraten, stiget herab.«
80 solhe antwurt si im in hönschaft gap
» mir da3 besclieinel?
2 beste) vol.
XXVI. frattenlift. 95
»Sint da3 ich e$ iu sagen sol,
Swenne dem esel ist ze wol,
So get er tanzen üf da3 1s :
^ ir sult wi33en, waer' er wis',
285 Er gieng' lieber verre von dan.
dem selben habt ir glich getan,
Do ich iu gunde, durch min zuht,
ze reden; nü habt ir mich versuocht:
Da3 ir suocht, des vint ir niht,
90 iuwer rede ist gar en wiht.
Wa3 habt ir gewunnen dran?
e5 ist be33er vor gelän;
Het ir geswigen, wi^et da3,
ir het min hulde liht des[ter] ba3.
95 Der vogel sich selben triuget, %
der von dem neste vliuget
Ze vruo, der wirf der kinde spil;
da3 seihe ich iu geliehen wil:
Ich heere wol, ir sit ein kint.
300 des iuwer wort ouch kintlich sint.« -
>Jch bin ein kint, da3 ist war,
dar umbe ich kintlich gebär';
Diu kint redent mer die warheit;
^ swarzuo ir kintlich sin[ne] si treit,
5 Darnach strebent si sere :
also muo3 ich immer mere,
Nrouwe, nach iuwern holden streben.
'Ii'- wile ich einen tak sol leben.
Svva diu kint gevallent an.
M muelich man si dar ab kan
Geräten mit biten und mit vle[he]u,
f\5 muo.5 üäeh irem willen gen:
I)er selben kint ich eines '*'"?
dag nimmer niemen minen sin
"5 Ab gerihte[n] tag, noch naht,
'■5 "' ^iim', als ich bin gedaht« —
»Habt ir aber wrnomeii iht,
wie dem kinde dan getdübt?
% XXVI. franenltft. j
Sprach diu vrouwe wol getan.
^-0 »swen sie niht von dem kriege laut,
Man zühtigt sie dar umb also ,
beide, mit siegen und mit dm,
Da3 sie lieber äne pin
möhten mit gemache sin.«
25 Er sprach: »liebe vrouwe miny
swa3 ich smerzen oder pin
Durch iuwern willen lide,
darumbe ich niht vermide,
Ich trag' iu immer holden muot,
30 vrouwe her', swie ir mir tuot;
In dem muot ich sterben wil,
e3 ist mir ein wunnen spil,
Ob durch iuwern willen iht
ungemaches mir geschiht;
35 Ze tröst(e) hän ich iuh erkorn,
ich bin ze dienst(e) iu geborn
Immer al die wile ich hän
von Got da3 leben; und swen ich dan
Sterbe, so sol diu sele min
40 iu under tan mit dienest sin
In jener werlt, als [ichj hie den * lip.«
dö sprach da3 wol gemachet wip:
»Der dorn vil schoener rösen birt,
des stechen doch vil sere swirt;
45 Da vor sol ich mich hueten noch.
diu galle was ie bitter doch,
Swa3 man honiges darüf streich:
iuwer smieren wirt niht weich.« 2
Er sprach : »vrouwe tugent rieh 9
50 ir sult niht erkennen mich
Vür einen glihsenaer(e) ;
e3 sol mir sin unmaer(e),
• besser der.
2 Hier hat die Kotoczaer Abschrift noch 40 Reimzellen , offenbar Ein-
schiebsel des Abschreibers , wie Inhalt (Fortsetzung des Gesprächs und Entschfuss
der Frau zur Gewährung) und auch die Reime bezeugen.
XXVI. itttufitlilt. 97
Da3 ich rede mit dem munt,
da3 dem herzen si unkunt,
355 So enwerd' ich nimmer sorgen vrt,
ob iht valsches da bi st.
So liebe3 liep wart mir nie kunt,
liebe get Ü3 des herzen grünt,
Alles valsches äne.
60 eijä, sue3e wol getane,
Min[e]s herzen tröst, min keiserin,
lä3t mieh in iuwern hulden sin.«
Si sprach: »ich gib(e) niht ein ber[e]
umb iuwer rede; mich wundert serfej,
65 Da3 iuch der rede niht bevilt,
min vriuntschaft sol iu wesen wilt,
Ich kan sin niht verswigen;
ir sprech[e]t, ir wellet kriegen
Mit mir, und weit niht ab(e) län,
70 iu[we]r wille mue3e viir sich gän:
Ich kan, des geloubet mir,
kriegens als(ö) vil, als ir,
Ich kriege mit iu immer me,
und besehe, wes kriek viir ge\« —
75 »Also sult ir's niht verstän.«
sprach er »vrouwe wol getan:
Anders krieges ich niht pflege
wider iuch, wan da3 ich allewege
Mit \li3e darnach ringe,
80 da3 mir so wol gelinge,
Da3 in min dien(e)st wol behage,
da3 ist min trahten alle tage.
Vrouwe here, da3 ist der strlt.
den wil ich haben ze aller zlt.cc —
85 »Ir sit ein kluoger vuhs, aleine
e3 iuch wider mich helfe kleine.
II bin ich ouch ze schuolc gewesen,
und hän »der Minnen buoch« gelesen;
S\\;i ir hin weit, da bin ich um
90 gewesen, ir slt ein rehtei tör',
v. d Haft ....,!/.•......, || '
98 XXVJ. Sraurnltfi.
Üa3 ir iuch des nemet an.
da3 muelich mak vür sich gän;
Ir sult iuch der rede ma3en,
[und] mich sin vür ba3 erlaben ,
395 Ich wil sin nimmer hoeren:
ir waent, ir sult mich toeren.« —
»Kein törheit suoch' ich an iu niht;
ich \vei3 wol, da3 min herze bricht
Von bitterlicher kwale;
400 mit der minnen strale
Habt ir min herze troffen;
diu wunde stet noch offen,
Diu nimmer mak gehcilen.
ir(n') wellet mit mir teilen
5 luwern minnenklichen lip.
noch troestä du mich, sselik wlp!
Wiltu, ich wird(e) wol gesunt;
hilf, rösen varwer röter munt!« —
»Ir kunt loser rede genuok:
10 und wser(e)t ir vier stund als kluok,
Ir verkert niht minen muot;
da von weset hoch gemuot.« —
»Vrouwe, ich rede an' valschen list,
da3 mir umb da3 herze ist:
15 Der rede wold' ich geswigen,
möhl* ich mir da3 erkriegen,
Da3 ich kusle ze einer stunt
iuwern rösen röten munt.« —
»Se , wa3 het' ich an iu ersehen!
20 e ich iu lie3' ein leit gesehen,
Ich lie3' iuch villen unde schern.
z'wär, weit ir sin niht enbern,
lu wirt von mir ein bat bereit,
da3 iuch beriuwet und wirt leit:
25 Ich wil e3 minem wirte sagen,
und(e) wil sin niht verdagen.« —
»Vrouwe, dar umb tuot, swa3 ir weit;
min herze sich (vil) sere kwelt
XXVI. frautnlifi. 99
Nach iu, da3 ich niht lange lebe,
430 ob ich in solhem leide strebe
Die lenge, vroufwe], so bin ich tot.
e ich lebte in solher not,
Wolf mir da3 herz[e] niht brechen.
ich wold' mich selbe erstechen.«
35 Do da3 geprueft diu vrouwe guot,
das sm herze und ouch sin muot
In ganzer liebe [so] staete was,
die liebe si in ir herze las,
Und bedähte gar ebene,
40 ob er von dem lebene
Durch ir willen kwaeme,
da3 ir da3 niht enzaeme.
Si sprach: »get, da3 ist iuwer vrum',
e da3 min man er heim her ■ kum'.«
lo Si waere gerne von im erlöst.
er sprach: »ich kum' niht ungetröst
Von iuwer gnaden, sue3e3 wip.« 8
dö sprach da3 wunnen bernde3 [schoen] wip:
»Nu tuot ein dink, da3 wol stät,
50 unde get. ich wil nemen rat
Darüber zuo dem herzen min;
und wa3 e3 danne mag gesin,
Da3 sag' ich iu in kurzer vrist,
als liep min vröulich ere mir ist.«
55 Des wart er vrö, und schiet von dan.
sä ze hant dö kwam der man.
Diu vrouwe gie ze rate,
beidiu, vruo und späte,
Mit irem herzen unde rank
60 mit der liebe, diu sie twank,
Si sprach: ^Iicbe3 herze min,
wa3 dunket dich da3 beste sinV
i Hrjm man her heimo
» Ufjtei fuejcr lij)
100 XXVI. frauenlitf.
Rät, wie ich gebare,
da,3 ich min ere beware.«
465 Ir herze antwurt' ir des schier
und sprach: »wiltu volgen mir.
So tuostu niht wan des er gert;
wan des ist er (vil) wol wert;
Dar zuo soltu niht werden la3.« —
70 »wämit hat er verdienet da3?«
Sprach diu vrouwe »herze min.« —
»da hat er smerzen unde pin
Durch dinen willen vil erliden;
den tot den het' er niht vermiden,
75 Sol(de) er in durch dich kiesen;
des sol er niht Verliesen.«
Do sprach diu vrouwe wol getan:
»wie stuend' da3 minen eren an?
Möht' ich da3 verwinden [w]ie?«
80 dö sprach da3 herze wider sie:
»Man sol durch vriundes liebe vil,
als ich dich verrihten wil,
Wägen, lip, guot, ere.
noch hnere ein ander lere:
85 Ist er dir holt, so wis im sam;
reinen vrouwen da3 ie zam;
Die liebe selbe Got gebot:
diu liebe ist sterker, den der tot.«
Si sprach: »du weist wol, da3 ich hin,
90 vil liebe3 herze, einen man,
Der mir ist zu(r) e gegeben;
dar umbe bedenke dich vil eben,
Da3 din rät darüber si,
da3 ich werd[e] der eren vrt.«
95 Da3 herze aber antwurt' ir
und sprach: »gib die schulde mir,
Sprich: min herz[e] mich dar zuo twank.
e3 wil dar, an' minen dank,
Ich muo3 im sinen willen län,
500 sint ich im niht erweren kan.«
XXVI. iraurnl.fi. 101
Si sprach: »ich wil volgen dir. ,
da3 du hast geraten mir.
Nu gib mir, herz[e], die sinne,
da3 man sin niht werde innc,
505 Da3 mir niht ein ungemach
da von entste.« da3 herze sprach .
»Din sorge die sin kleine,
dar umb lä mich eine
Sorgen, nü unt ze aller vrist;
10 ich kan wol so mangen list,
Dä3 ich dem man enpfuere ,
da3 er dar nach geswuere ,
Da3 des nie niht waer' gesehen,
da3 er mit ougen het' gesehen.«
15 Si sprach: »liebe3 herze min,
ich tuon durch den willen din>
Da3 du in vröuden werdest geil
und din wunden werden heil.
Die Venus mit ir sträle
20 dir schÖ3, davon du kwäle
Lidest also bitterlich;
dar umb muo3 ich erbarmen mich.
Ich hän alrerst enpt'unden
an dinen bittern wunden,
25 Wa3 ungemaches im wirt kunt.
den diu Minne reht verwunt.«
Nach dem schuoler sande sie,
mit armen sie in umbe vie,
Sie sprach: »trut geselle min.
30 hiut(e) sol der willc [sin] diu
Erg6o nach dlnes herzen gir;
swes du muoteo tarst an mir,
Des wirstu \\ illiUlicli gewert,
sprich mir zuo, des din herze gerLo
35 S6 wart, als sie wolden,
mit küssen kus vergolden
Liepltcb von m beiden«
*er möbte di«' gescheiden
102 XXVI. irauenüft.
Die so holt einander sint,
540 die lieb(e) strikket unde bint:
Wa3 in an lip, [oder] an sei' geschiht.
des enruocht sie an in niht.
In die kcmenäten
sie giengen: wa3 sie täten
45 Darinne dö, davon wil ich
niht vür ba,3 sagen, wan da3 ich sprich'.
Da3 ich naem' ein solhe stunt
vür rotes goldes tüsent pfunt.
Do sie herÜ3 solden gän,
50 dö kwam ir elicher man,
Er sach vil wol den schuolser',
nnd[e] vräget' die vrouwen, wer er wser'
Und wa3 er hete mit ir getan
in dem gadem. sie sprach san:
55 »Sint ir da3 wi33et gerne,
er hat vür den zant swerne
Mir geschriben einen brief.«
also eilet' sie den gief,
Sie sprach: »sie tuont mir nimmer we.
60 idoch muo3 er mir schriben me.«
Ze einer andern stunt geschach,
da3 er den schuoler aber sach
U3 der kemenaten gän:
»se, wa3 hat der hie getan?«
65 Sprach er zuo dem wibe.
»da3 dich der tiuvel schribe!
Mich dunkt, er schrib' ein boese schritt.
da3 mir schand' und schaden stift.« —
»Zürne niht, vil lieber man,«
70 sprach diu vrouwe wol getan
»Er buo3te mir des huosten;
dar umbe wir gen muosten
An ein heim(e)lich(e) stat;
wan den menschen niht verlät
75 Diu siuche, swen e3 ieman siht,
so hilfet solhiu buo3e niht.«
XXVI. /rauenltft. 103
Er tet, als ein guot mau,
und lie3 e$ aber hin gän ;
ldoch begund' er prueven da3-
580 und der vrouwen hueten ba3-
Ein[e]s tages kam er vür die tür.
und sach aber gen da her vür
Den schuoler von dem wibe;
er wold' sie von dem übe
85 Haben getan vor zorne:
»du bist e3 diu verlorne,«
Sprach er »sint ich niht enkan
dir erleiden vremden man!«
Sie sprach: »herre, wa3 ist diu schult,
90 da3 du hast solhen ungedult?«
Er sprach: »sold' ich zürnen niht
darumbe, da3 min ougen siht,
Da3 ich so ofte han vunden,
[beide] nü unt ze [allen] andern stunden
95 Bi dir einen vremden man?
üf min triuwe, man sol mich han,
Ob ich dir'3 vertruege
und dich niht zesluege.
Z'wär, swa,5 min ouge reht ersiht,
600 da3 wei3 ich, und geloub[e] sin niht.«
Diu vrouwe gunde in eff'cn wol,
über einen zuber \va33ers vol
Vuort' sie in, und stuont da bi :
..warta, wa3 dar inne si.«
5 Sprach diu vrouwe. er sach dar,
wa3 da wa-r\ des nam er war,
Er sprach : "ich sich mich unde dich.'«
dö sprach diu vrouwe minnenklich:
oGrtf dar, wart', ist da£ ibl?«
10 er greif dar, und sprach: »nein <•-, niht.« —
Also ist jene- gewesen.
lieber man. l;'i mich genesen,
l mir geloube nimmer mc
Ifaj du sihsl . du urilesi . ■-, £
104 XXVI. JfrauenlipL
615 Sust wart geeffet der tumbe man,
als noch manger wirt getan.
Diz buechel hei3et Vrouwen list:
von leide scheide uns Jesu Krist'.
XXVII.
fraunibeftiinMjjkeit.
Im Osterlande safs ein reicher und ehrenhafter Ritter, der hatte
eine schöne und züchtige Frau, und beide lebten glücklich zusammen.
Da gerieth der Mann auf den unseligen Gedanken , die Treue der Frau
zu versuchen. Er hatte einen getreuen Edelknecht üänselein, den bat er
heimlich, um die Frau zu werben. Der Knappe weigerte es, der Herr
aber gebot es bei seiner Ungnade , und wenn die Frau ihm ihre Gunst
gewahre, wolle er (der Mann; an seine Stelle treten. Der Jüngling ge-
horchte ungern. Er war zunächst um die Herrin, und machte sich ihr
auf alle Weise dienstlich und gefällig: endlich bat er sie um Erlaubnis,
was er schon lange im Herzen trage, zu sagen. Sie gewährte, sofern
es bescheiden sei; und er erklärte ihr nun seine glühende Liebe, die,
unerwiedert, sein Leben verzehre. Sie nahm es für zu starken Scherz,
und gebot ihm Schweigen , bei seinem Leben. Er aber ergab ihr Tod
und Leben. Da drohte sie, es seinem Herrn zu sagen.
Der Knappe selber hinterbrachte alles seinem Herrn. Dieser hiefs
ihn dennoch in der Bewerbung fortfahren; und als solches geschah,
klagte alsbald die Frau es ihrem Manne, und bat ihn, den Knappen
rurecht zu weisen. Der Mann wollte jedoch dergleichen nicht hören,
und sich den getreuen Knecht dadurch nicht verdächtigen lafsen. Die
Frau erschrak über diesen Bescheid, und bat leid voll Gott, sie zu be-
hüten.
Der Knappe setzte seine Liebeswerbung fort. Die Herrin drohte
ihm nun, es nächste Feiertage ihren Verwandten zu klagen; er aber
beharrte, und koste es auch sein Leben. Die Frau bedachte nun,
wie sie ihre Ehre bewahrte, ohne das klägliche Ende, da der Knappe
von ihren Verwandten sicher erschlagen würde. Sie rief die Mutter
Gottes an , und fand einen andern Ausweg.
Als der Knappe wieder kam. hiels sie ihn sit/en , und sagte ihm
freundlich . seine Beharrlichkeit habe sie überwunden, und sein Lehen
sei ihr lieb, weil er doch von edler Geburt sei: er möge des nächsten
Tages, da sein Herr wegreite, spat durch das (, artlein zu ihrer Kammer
konnttB, wo sie selber ihn einleiten werde. Fr dankte fröhlich, eilte
im seinem Herrn und UgtC Ihn alles. Dieser fand nun F r e i d a n k s
Spruch vom Wankelmnlhe der Weibei bewahrt.
Die Iran aber enldeckte alles heimlich ihren Jungfrauen . und bat
lia /nr Bewahrung ihrer BhrC den frechen süchtigen lU helfen. Sie
waren gen bereil dazu; das Eammerwelh annale drei derbe EniUel und
Ine Ruthen herbeischaffen und alle«, eurde verabredet.
Am bestimmten Sonntag Abend schlich der Herr anstatt des Knappen,
dem er freundlich dankte, zur Kammerlhüre seiner Frau, klopfte an,
nannte sich Hänselein , und wurde in die fast dunkle Kammer gelafsen.
Alsbald aber griff ihm die stärkste der Jungfrauen mit beiden Händen
ins Haar und riis ihn auf den Estrich nieder; die drei anderen Jung-
frauen und das Kamnierweib schlugen zugleich mit den Stäben und
Gerten dermafsen auf ihn los*, dafs nimmer ein Hofschalk so zerbläuet
ward: wie sehr er um Gnade rief und sich zu erkennen gab, sie schlugen
nur um so stärker; kein Turnier und Streit hatte ihm so weh gethan;
und zuletzt muste er, wenn er genefen wollte, Huld schwören, sein
Lebelang ihrem Willen zu gehorchen. Nun wurde das verschaltete
Kerzenlicht aufgedeckt, und mit Erstaunen erkannte die Frau ihren
leiblichen Ehemann. Auf ihre zürnende Frage bekannte er seinen un-
seligen Fürwitz und die Verstellung, und bat um Gnade. Die Frau
schalt ihn ernstlich: wie sein zerschlagener Leib kein Mitleid und
Pflege verdiene. Sie betheuerte, dafs kein Mann auf Erden lebe, der
sie seiner Ehre vergefsen machen könne. Wie mislrauisch er aber auch
gegen sie gehandelt habe, dennoch wolle sie ihm befsere Treue be-
weisen. Sie liefs sogleich Morgens einen Heilkundigen kommen, und
den Zerschlagenen mit Salben bestreichen, so dafs er nach einem
halben Jahre geheilt war. Er lohnte es der treuen Gattin fortan durch
festes Vertrauen.
XXVII.
Vrouwen staetikeit.
Diz roaere uns hie seit
von einer vrouwen stretikeit.
Seltsamer dinge vil geschiht.
als man hoßr(e)t unde siht
Tegelichen besunder:
der selben vremden wunder
5 Ich eine3 ze sagen, willen hän,
von einem riehen werden man ,
Mit rimen so ich beste kan,
und hebe also zem ersten an.
E3 was in österlande
10 ein ritter äne schände
Gese,33en, rieh und vrüm genuok.
der lobes vil und eren truok
Nor andern slnen genügen,
riehen unde blöden;
15 Der selbe edel biderb' man
het ein vrouwe(n) wol getan.
Rein und onch wol gezogen;
ir lob was also vür gevlogcn,
Der cdelen (unde) stufen vruht,
20 d*3 in Iriosche, an stoter roht
Fn dem lande bl der [selben] stunde
der soeben niht geliehen kunde.
110 XXVII. frauenb^äntJtökeit
Der ritter unde sin wip
stalten ir leben und ir lip
25 Nach triuwen und nach eren.
nü begunde verkeren
Unheil des wirtes sin,
üf der vrouwen ungewin,
Im selber ouch ze unguote,
30 da3 er gedäht' in sinem muote:
»Mich wundert an der vrouwen min.
ob si staete muge sin,
Als si kan gebaren,
da3 ich da3 [an ir] möhte ervaren.«
35 Hoeret, wie ein wunderlich sin,
an' wizze wol, verleitet in.
Nü het der ritter einen kneht,
der was getriuwe unde sieht.
Unde was wol von der art,
40 da3 er ritters namen vart'
Von mägen und von [den] vriunden sin,
der was gehei3en Henselin:
Den bat der ritter heim(e)lich,
da3 er under wunde sich
45 Gewerbes gein siner vrouwen:
»min vorderunge under houwen (unverhouwen?)
Muostu dar umbe immer hän.« —
»herre, des sult ir mich erlan
Durch iuwer selbes ere,
50 unt tuot der bet' niht mere
Durch zuht und durch iuwern pris;
mich dunket diu bete unwis,«
Sprach der selbe jungelink
»e3 sint wunderlichiu dink,
55 Der ir, herre, gert an mich;
mit hulden so verzihe ich
luch dirre üppigen bet',
diu nu gein mir iuwer munt tet.«
Aber dö der ritter sprach:
60 »ich jihe noch, als ich 6 jach,
XXVII. frauenbeftcinfctgkeit. 111
üb du da.5 an min bet(e) tuost.
da3 du des genie3en muost;
Verzihestu mich aber der bet'.
swa3 ich dir triuwen ie getet,
65 Diu muo3 dar umbe ein ende hän.
doch soltu reht min bet' verstän:
Mäht du mit hübschen dingen
e5 immer dar zuo bringen,
Da3 din vrouwe dir (e)s gan,
70 unde ob din muot erwerben kan
Da3 si dir ganze liebe jiht»
swenne so da3 geschiht,
Da3 si dir'3 gehei3en hat,
so wil ich treten an din stat;
75 Davon so schat e3 wenik dir,
e3 sol ouch wenik schaden ir.
Ouch wil ich dich'.-} wi33en län,
war umbe ich e3 hegunnen han:
Da3 ist dar umbe geschehen.
80 da3 ich gerne wil besehen
Diner vrouwen staetikeit,
die man witen von ir seit,
Zuo der schoene die si hat;
ist, da3 si nü staete bestat
85 Gein der rede, der ich dich wlse,
da3 wil ich [d]ir zelen ze prise.« ^
D6 disiu seltsaeniu maere
der knappe hübsch und gewaerc
\ ernnm von sinem herren,
90 da3 im niht mohl' trewerren
Der dienst den er taete,
ob CT sin vrouwen [der minne] bete
In so verborgener wlse.
la* schaden und Ad' unprise,
16 I»'» tei ir. ;ils ein biderber kneht.
er sprach: >;hcrre. ich bin gerebl
lu ze dienst (•;, swic m well.
wan. (\;\~} ich triulös geidl
112 XXV1L /rauenbe(lantJtökeit.
Wurde; da3 waer' mir an' ende
100 schade, an' schände wende,
Herre, b! iuwern hulden.
weit ir gerne dulden,
Dirre dinge waer* ich gerne ab:
doch da3 ich iuwer hulde benäh',
5 So wil ich werben also dar,
da3 mich darunder Got bewar,
Des bit' ich in vil sere,
min triuwe und ouch min ere.«
Hie mit nam diu rede ein ende ;
10 der knappe hübsch und behende
Was [an] siner vrouwen waege
mit dienste, und niht ze traege,
Von tak ze tage ie ba3 und ba3-
an einem tage gevuogt' sich da3,
15 Da3 si solt' von kirchen gän,
als si vor dikke hete getan:
Der jungelink des niht enlie,
wen er was der naehste ie,
Eintweder enneben oder bevor
20 wiste er sie hubschlich enbor,
Als man noch tuot, nach vrouwen sit';
nü begunde er ouch hie mit
An der selben stunde,
als er beste künde,
25 Er sprach: »vrouwe min, genäde,
durch iuwer tugent, da3 mir iht schad(
Min rede, der ich beginne
[wil] gegen iu, küneginne,
Als ich ir lange gedäht hän;
30 in hulden sol da3 sin getan.«
Diu vrouwe tugentrich
antwurt' also zühtiklich:
»Sage mir, liebe3 Henselin,
wa3 rede mak so dizz(e) sin,
35 Da3 du urloup nimest von mir?
ich gunde ie wol ze reden dir,
XXVII. franenbeßönlJtöhett. 113
Als den andern knappen min:
nü rede reht den willen din
Ouch gein mir in triuwen noch,
140 und da3 bescheiden si (ie) doch.« —
»Genade, vrouwe sue3e,
da3 ich leben mue3e
Die zit miner jär',
mir hat herze und sinne gar
45 Betwungen min gemuete
iuwer schoene und iuwer guete,
In minen tagen jungen
so bevangen und betwungen,
Da3 min leben muo3 swinden,
50 ich (en)muge genäde vinden
Uf lieplicher vrouwen [besser vröuden) wän,
den ich lange gehabt hän
Mit getriuwen ougen
gein iu in herzen tougen.«
55 Des antwurt' im diu guote,
vor valsche wolbehuote: **
»Dir ist des Schimpfes gar ze vil,
davon gebiut' ich unde wil.
Da3 du der rede dich nutest
60 imd mich der bei' erlägest,
Als liep so dir da3 leben si.« —
»genäde, vrouwe, missewende vri.
Ich hän min lip und min leben
in in iuwer genäde ergeben.
»>.j Leben und des tödes zil
lldcn. iwie iuwer genäde wil.a
DÖ sprach diu reine minnenklich.
ilu bliest un.sicherlich [besser unsinneklieli
Sint du niht wilt er winden,
70 e.-, 1U1103 diu berre befinden,
Niht incre wil ieli »In lagen ,
noch in diseä zweieo Lagen««
D.i mit gie si ec «lern hose in.
im bete der knappe den sin,
O. d Huf 'rmu.ru .)... '. ü O
114 XXVII. iMuenbefiänMflkeit.
175 Da3 er zuo dem herren gie
und die rede in wi33en lic.
Er sprach: »herre, min vrouwe
ist so veste, da3 ich getrouwe
Mit rede gein ir geschaffen niht;
80 wan si vil zornlichen jiht,
Si welle iu klagen über mich.«
der herre sprach: »nun enruoche dich
So vervahe ich ir'3 in der wlse.
da3 si olTenlich, noch lise
85 Mir sin geweeheht nimmer me.«
hie mit warp der knappe , als e,
Aber nach sines herren bet\
ouch gie diu vrouwe so gar stößt',
Ze irem wirte zühtiklich
90 unt klaget* im bescheidenlich
Und bat in des z'einer gäbe,
da3 er sulhes muotes abe
Wiste disen jungelink.
dö sprach er: »vrouwe, al sulch dinl<
- 95 Sult ir mir nimmer bringen vür;
ir weit, da3 ich den kncht verlür .
Des muest' ich immer schaden hau;
hat er iu anders iht getan,
Vrouwe, des sult ir mir verjehen;
200 wan ich enhan nie (mer) gesehen
Ein[en] kncht also gclriuwen.
des muest' er mich [immer] riuwen.
Ob ir im pruevet sulhe not,
da3 er mueste ligen von mir tot.
5 Davon, liebe vrouwe min,
mügt ir iuwer klagen la3en sin.«
Der antwurt diu vrouwe erschrak .
si gelebet' nie so leiden tak,
Mauikvall was ir leit,
10 da3 si im die rede hete geseit,
Und er ir's do also vervie,
vil nahefn] ir da3 ze herzen gie:
XXVIJ. frttiunbeftünfctghrit 11"
»Von himelriche [vil] sue3er Got,
hilf, da5 keiner bände not.
215 Noch laster üf mich werde gezogen!«
Der knappe hübsch und niht betrogen.
Aber nach sines herren rat,
die vrouwe(n) umb ir minne bat
Mit gevuegen worten,
20 der kund' er vil an allen orten.
Si sprach: »sint ich*5 han geseit
dinem herren, und er da3 verdeit,
Da3 er dir'3 niht underseit.
da5 ist mir doch von herzen leit;
•25 Doch so wil ich, ob ich mak,
als schier so mir der vihertak.
Kumt, minen vriunden klagen.
da3 si den gewerp dir under sagen;
Wiltu mich sin niht überheben,
30 du muost darumbe da3 leben geben. <
Er sprach: »vrouwe. ich wei3 wol .
da3 ich sterben DIU03 und sol.
Des hau ich alles mich erwegen.
e da3 ich welle niderlegen
Vd Die rede, der ich begunnen han;
min lip muo3 ze pfände stan:
Doch bit' ich Got. da3 ir iuch ba3
\ erdenket, gerne hosre ich das«
Tougen disiu rede ergie.
10 diu rrouwe <loch des niht enlie.
m entaste bin und bere,
wi<" »i gewiste d nähte] 11 1 1
Ir leit was undei seheiden
mit Eweierhande leiden,
_• •d.ihi' 1 »old' ich im klagen
minen \11unden und minen rn.igen
DUe wi[ilicl)' geschiht .
KM) enl-r/nl MC des nihl.
Sic 'ii lUbeo in dar umb m UM
50 tö lim nli j;irner unde nnl
116 XXVII. Srautnbtftänttakttt.
Diewile ich lebe immer mere;
verliuse aber ich min cre,
Des hän ich laster unde spot
von der werlde und von Got.
255 Nun enwei3 ich, wa3 ich tuo
beide, spät unde vruo,
Was da3 in irem sinne:
v»himelische küneginne,«
Sprach diu tugentveste,
60 »nü [räl' und] vuege mir da3 besle;
Des bit' ich dich vil sere
durch dines kindes ere!«
Nü sant' ir Got der guot'
in ir sinne und in iren muot
65 Mit guoten listen einen gedank,
der leit unt kumber vor ir twank.
Ouch was der knappe wise
dar komen so lise
Ze der vrouwen mit vuogen,
70 mit spaehen worten kluogcn
Von herzen unt von munde
warp er, so er beste künde.
Do hie3 in diu vrouwe sizzen.
si sprach mit guoten wizzen:
75 »Ich hoere nü wol din staetc.
da3 min bete, noch min netc
Min vlehen, noch min drö
' e3 niht kan geschaffen so, ♦
Ich muo3 der eren mich erwegen,
80 und dich durch liebe zuo mir legen;
Des hän ich wol bedähl mich,
da3 dizze noch gevueg(e)l sich,
E da3 din lip und din leben
dem töde durch mich wurd' gegeben,
85 Und du doch bist von edelcr arlf
so wirt e3 lenger niht gespart.
Nü merke reht, wa3 ich dir sage-
^in herre wil nach discm tage
XXVJI. frauenbefiäiajtflhett. 117
Riten, so kum[e ouch] du späte
•290 ze miner kemenate
Durch das kleine gerteliu,
da wil ich läsen dich selber in. «
Des dankte er ir- und was s4n vrö ,
heimlichen zuo dem herren dö
95 Er vil balde gähte;
die rede er im zuo brähte.
Der herre sprach: »diz seit ich dir,
wiltu noch gelouben mir,
Die vrouwen sint ir muotes krank,
300 als uns saget der Vridank,
Sie waeren alle staete,
der ir keiner [niht en]b?ete
Ir libes, noch ir minne:
des bin ich [noch wol] worden inne.«
ö Diu vrouwe doch des niht enlie,
eines tages si heimlich gie
Mit iren junk vrouwen in ir kemenate
und hies die tür sperren dräte,
Ein alte3 kamer wip gienk nach ir,
10 si sprach: »junk vrouwen, helfet mir,
Da3 ich min triuwe behalte
und ouch mit [mlnen] eren alte,
Vls(ö) ich her komen st.«
HC sprachen: »sagt an, vrouwe. \\i< '
\6 In«, si wir willik und bereit. «
diu vrouwe in dö vil rehle seil'.
Wie der knappe junge
von eren sie gerne verdrunge ,
S6 «1,13 er ir minne gert ,
20 und d»3 bete wol ein ]ki jjewerl
1 wil ich mit listen
itoeo llp vristen:
Des sunUges nahl jpät(e)
kumt er an min kemenal
DI wil ich in in lau
all ich im geheimen hau
118 XXVII. /rauenbeftäntotfkeit.
So sult ir vrouwen bi mir sin.
unde swen ich in laze hör in,
So sich bi dinem libe.«
330 sprach si ze dem kamer wibe
»Da3 du driu starke spi3 holz
habest zuo dem knappen stolz
Bräh», und dri [guote] ruoten
mit zaehen esten guoten,
35 Da mit wir im sin hüt zebern,
und uns vor schänden wol ernern;
Diu under uns diu sterkest' si,
diu si im diu naehest bi
Unt vähe in rehte bi dem här
40 und werfe in üf den estrich dar.
Da,3 demselben äffen
rükke und rip(pe) [beginnen] klaffen ;
Die andern mit den gerten
in slähen zuo der hebten
45 Und mit den zwigen staben,
Da3 man in mit wa33er muo3 laben
Wir suln im Ölen da3 krüt,
bi3 da3 sin verworhte hüt
Sich schrinde unt zerizen mak ;
50 durch minen willen lät niht ab,
Swa3 ich spreche oder tuo:
so släh(e)t ouch ir vaste zuo. « —
Diz geviel dem herren wol:
»vil gerne ich dir danken sol«
55 Sprach er zuo dem jungelink
»dirre heimelichen dink.«
Da mite gie er dräte,
nach slnes knappen rate,
Des selben abendes spate
W) ze der vrouwen kemenäte.
Unt klopfet' dar an gevuoge.
diu schoene und die kluoge
Sprach: »wer mak nü da sin?«
»vrouwe. da3 bin ich Henselin,
XXVII. i:raiunbeftantitijkett. 119
365 Iuwer langer diener und iuwer kneht.« —
»mich dunket des, du habest reht,
An dem gange und an der stimme din. c«
nü was ein kleine3 kerzelin
Verborgen gesezzet verre hindan.
70 da3 selbe lüht' unde bran.
»Intens ist nü zit. cc
ein wenik üf und niht se wit
Wart diu kemenät' getan
unde dirre man in gelän.
75 Zehant was ouch diu erste,
diu tjurest unde herste
Mit beiden henden komen dar
und nam in reht(e) bi dem här,
Uf den estrich si in swank,
80 da3 er muost' strüchen äne dank
Und im der lip erklärtet'.
dri junk vrouwen, als si het geschaffet,
War(e)n ouch ze hant da,
und da3 kamer wip alsij,
85 Mit den starken, vesten
stehen, und auch den esten
Zesluogen sie im so) den balk,
Da3 nie kein hol schalk
Mit stehen sä wol durch slagpn wart.
90 in gerou wol zehen stunt diu vart.
Die er dar het getan;
er ruoft' vaste die vrouwen an:
»Genide, vrouwe. ja bin ich e^l«
§A wart im ie eines Striches
Dcste me gegeben
rrnt den swarhen besser starken) stehen
l)o er <li wol wart durch slagen,
hl ilneo tagen
In lurnei. noch in strlte
100 nie -iwan rjnwigar ttte •
M bit-5 si in hiil<l<- sw<-in.
<>n ei lieh selbe wolde ernei n
120 XX VII. fraimibefUnTngluit.
Des was er willik und bereit.
er swuor des üf sinem eit *
405 Und üf sin menlich ere,
da3 er immer mere
Gerne taete und auch verbaere
alle3 da3 ir wille waere,
Die wile da3 er lebt*.
10 ze hant dö wart erhebt
Da3 lieht, da3 da verborgen was
alrerst ersach diu vrouwe da3,
Da3 er ir wirt waere:
si begunde in vrägen der maerc.
15 Diu reine und ouch diu guote
mit grözem unmuote
Hin zuo im der rede began:
»sagt mir, vil unsseliger man.
Wa3 hat iueh her in braht
20 hinte in [so] sulher aht?«
Von der grÖ3en vreise
er sprach: »unsaelde leise
Hat mich verwlset, vrouwe;
iuwern genäden ich getrouwe ,
25 Ir helfet mir, da3 ich genese;
üf genade, wil ich verjehen des.
Wider iueh han ich getan,
mich hat betrogen min tumber wän. «
Dö sagt* er ir vil reht,
30 wie er sinen kneht
Het gebeten, Henselin:
»da3 was alle3 von den schulden min.
Swa3 er warp unde gebat. «
diu vrouwe sprach an der selben slal :
35 »Pfi dichr ungetriuwer man!
und stuend' e3 mir niht übel an.
Ich lie3* iueh also dürftigen
in bette rise wlse ligen.
Wajnt ir, da3 ich min statte
40 und min ere über traete
XXVII. /rtiif«fctfti«tfgl*H. 121
Durch in oder durch ander man?
ich wei3 üf der erden nie man
In allen Diutschen riehen
so schoenen, noch [so] werltlichen,
413 Der guotes so vil gehaben künde.
da3 ich iueh ze keiner stunde
Wolde mit im über sehen.
iu ist vil reht geschehen;
Swie aber ir mir habt getan.
50 so wil ich be33er triuwe hän,
Danne ir habt erzeiget mir.«
si hie3 ze hant bringen ir
Des morgens einen wisen man,
der streich im guote salben an,
55 Diu im be,nam diu meil
und macht' im die wunden heil.
Vür war ich iu dar sagen wil .
da3 er in halben järes zil
Küm geheilet' schone:
60 vil mangen Gotes löne
Gab er der hübschen vrouwen.
ouch wold'er getrouwen
Vür ba3 immer mere.
Durch der vrouwen cre
65 Wart da3 kurze maere
sieht unde gewaere
Genant, als man mir seil,
der reinen vrouwen staetikeit.
xxvm.
Wie £cufel0ttd)t
In den guten Tagen , als der neue Bund an die Stelle des allen
trat, lebte eine schöne Jungfrau, die von ihrer Mutter tugendsam er-
zogen wurde, bis zu 20 Jahren r da wurde sie, mit Willen der Ver-
wandten, einem anständigen Manne vermählt. Als sie am Hochtzeitlage
zu Bette gehen wollte, belehrte ihre Mutter sie noch, alles gern zu dul-
den was der Bräutigam mit ihr thue zu ihrem Heile. Dieser begann
mit ihr alsbald das Werk ,* wodurch die Welt vermehrt wird; sie, ver-
wundert über ihre Lage, fragte ihn, was das wäre. Er sagte, damit
werde der Teufel, den es ärgere, geächtet. Der Minne ganz unkundig,
erbot sie um so lieber ihre kräftige Hülfe gegen den Höllenwichl; und
als es geschehen war, schalt sie eifrig auf den bösen Geist. Der junge
Mann küssle und herzte sie nun inbrünstig; auf ihre Frage, bedeutele
er sie, das sei Minne, und fragte, was ihr lieber wäre, diese, oder die
Teufelsächlung. Sie meinte, wenn man nicht beides haben könne,
müfse man, nach ihrer Mutler und ihres Pfarrers Lehre, zuvörderst das
Seelenbeil bedenken, und den .Teufel wieder in die Hölle treiben; es
•ei ihr lieber als Psalterlesen: sie erbot sich mit Beinen und Armen
dazu, und er war ebenso rüstig zum Heileswerke. Darnach gedachte
sie all ihrer Sünden, und beichtete ihrem Mann, wie sie ihre Mutter
hestohlen, um Haarband, Nadeln und Binglcin zu kaufen, wofür sie
sicherlich in dir Holle müfse, wenn er ihr den Teufel nicht vertreiben
helfe. Es geschah abermals so, dafs sie Tag und Nacht den Lucifer
lebte« wollte. Dann entschliefen beide lieblich , bis der Tag sie be-
sehiea. Die Mutter trat ein, und wünschte ihnen Gottes Segen und
Heil. Die Braut Wurde nun als junge Frau in Linnen und Scharlach-
ljiaufei gekleidet, und dem Jungen Paare ein kräftiges Morgeneisen be-
reitet. Ais sie mii Freunden fröhlich beim Mahle saften, rühmte die
Brut, wie sie beide nai sfatl den leufel dreimal in die Hölle verjagt
und wm- <•*> ihr dabei ergangen. Alle sahen einander ia und lachten;
der Juri,:'- Hanfl *.ird -rli.i.iinrolh . und die Mutter liiels die Tochter
schweigen; diese aber tagte zu ibrei Mannes Schwester, die Muttei
selber habe sie fs rorm Niederlegen ermahnt, des Bräutigams Willen
EU lliuii , und d,is habe sie willig geleistet, und wolle auch linder gern
mit ihm den Teufel .oiiien. Die Mutter lachte, und bekannte sich für
Die Mannet musten hieraul hinausgehen . und die Frauen
i liefa nun uiusl.iinllii h von dei Iw.iul erzählen Wii BJC sieh bei
reufelsarhi anstellen mutte sie empfahl ei ibaei iber, ungeacbtei
des anfänglichen Wehes, mehr als Wallfahrten nach lloni und über
Meer, mehr als Faslen und Beten; sie wolle wenigstens' ihre Sünden
nie anders büfsen ; sie schlafe sanft darnach in ihres IManncs Armen.
Darum wollte sie auch, als ein Bote die Frauen zum Kirchgange abrief,
daheim bleiben, und mit ihrem Manne ihr Seelenheil berathen: wie
denn auch immerfort geschah.
XXVIII.
Des tiuvels ähte.
DJz hei3et de,s tiuvels ehte ,
des ptlag ein meit mit einem knehte
Hie vor dö da3 geschach.
das man die alten e zebrach
l iid uns gab die niuwen,
ine ha3 mit triuwen
i NN 'as dfl wip unde man,
si heten niht ze valsche wän.
Bi den ziten. als man saget,
was ein wol getane maget,
Zuo den selben guoten tagen,
10 \on der wil ich diz maerc sagen,
Die ir tnüater triullchen zöch,
davon si mi^oHcndc vloch,
Uni n w;irt wol y.woin/ik ja* alt;
N wart dar und er nie so halt,
15 Dag rf lieh d& ihl wokfc bewegen.
da3 si iht m.uincs wolde pflegen:
Ir munde wollen «loch nihl,
all ron vriimdcti noch geschult,
Man enga&e si re m.m.
90 dag dohte die nnoter aföl getan,
Diu sprach : > <•- ist nu wol /.it.
da.5 man iJ [wof] /.«• manne glt. «
128 XXVIII. Wie fceufeUa*t.
Do man des willen wart gewar,
vil schiere kom in einer dar,
25 Der ir ze manne wol gezam
und si wil williklichen nam.
Do das gelübde da geschach,
und man des tages nimme sach,
Die schoenen hie3 man släfen gan.
30 diu muoter bat si stille stän,
[Si sprach:] »tohter, merke minen rat,
ich wei3 vil wol, wie'3 dir ergat,
S\va3 din gemechid' mit dir tuot,
da3 soltu haben gar ver guot
35 Und solt e3 williklichen doln,
da3 mak dir saelikeit erholn,
Nu enruoch', wie er dir tuo,
oder ich verwize dir e3 vruo.«
Hie mit leite si sich nider,
40 und gienk von der guoten wider
Zuo dem jungen hübschen man,
und hie3 in ouch da släfen gän.
Der schcßnen er sich under want,
er worhte mit ir sa ze hant,
\o Damit diu werlt ist gemerct,
da3 wart si dö geleret;
Und do er des werkes pQak
und si so wunderlichen lak,
Do sprach diu schoene sunder ha3:
50 »sagt mir, herre, wa3 ist da3,
Des wir mit einander pfligenV
ich muo3 so gemelichen ligen,
E3 dunket mich ein vremde sit\ «
[er sprach:] »do sehte wir den tiuvel mit,
55 Dem ist C3 leit und ungemach.a
der schämen er alsust verjach;
Si weste niht, wa3 minne was,
da von si sit vil wol genas.
Dö was der junge wol gemuot,
(>0 beide, so hübsch und so guot.
XXVIII. 9te fc*ufdsad)t. 129
Das er ir tet, als man sol,
da3 ir wart sanft unde wol,
Mit guetlicher worhte.
[si sprach:] »ist diz des tiuvels vorhte,
65 Und mak man den damit verjagen,
. sone wil ich niht verzagen,«
Sprach diu schoene wol getan
»ich hilf iu, so ich beste kan,
Den tiuvel in die ahte bringen;
70 ich wil an iuch gedingen,
Da3 wir diz ungetriuwe wiht
noch hinte bringen gar ze niht.
Sieh, nü tuo mir, swa3 du wilt,
des mich nimmer (mer) bevilt,
75 Sit e3 dem tiuvel ist so leit,
des ehtens bin ich vil bereit. «
Diu minneklich' sich des bewäk,
da3 si des ehtens mit im pflak,
So si immer beste künde,
80 ze leide dem helle hunde;
Der ehte wurden si beide vro, .
si ehten wekkerlichen dö.
Da3 ehten was unlank,
e da3 in beiden geswant
85 Unde stille gelägen,
[und] des ehtens nimmc pflägen.
Der guoten guetlichen geschach;
Ü3 wibes guete si do sprach:
»Mini' gefet nie ehten ba3,
90 vil b<eser geist, nu \vi33e da3,
SU ich diz ehten also \vei3,
da3 du mir rumen muost den krei3-«
Der junge man du niht cnlie,
die .seltenen er zun im ge?ie
95 Und drukte ir liebten wngbltn
also D4heo .'in * 1 r 1 3 sin,
El k nstc si in ir roten munt
in kurzer \s i J < • wol < i 1131 k stunt.
« < '/nf,m , ii'iimm'.
130 XXVIII. Pte fceufeUttrtjt
Do da3 küssen was gesehen,
100 ze hant bat si, ir verjehen,
Si sprach: »herre, tuo mir kunt,
warumbe hästu dinen munt
So dikke gestÖ3en an den min?
wa3 ist e3, oder wa3 mag e3 stn?
5 Min lip sich's niht versinnet.«
er sprach: »e3 ist geminnet.
Da von balde sage mir ,
\veder3 ba3 gevalle dir,
Diu minne oder diu ante?«
10 diu reine wol bedahte :
»Des einen sul[Ie] wir uns bewegen,
und des andern sul[le] wir pflegen,«
Sprach diu schoene wol getan
»muge wir ir beider niht gehän,
15 So ist e3 vil ungeteilet,
da mit man die sele heilet
Unde den tiuvel verjaget,
mir hat min muoter vil gesaget
Und ouch min pfarraere
20 vil jaemerlichiu rnaere.
Diu helle si ein übel hol:
da von gevellet mir vil wol,
Da3 wir die minne la3en,
und ehten den verwa3en. «
25 In Gotes dienste si gerne schein:
ir slehte linden wi3en bein
Gab si ir gesellen in die hant,
si sprach: »nu, helt, wis gemant,
Bringen in die ahte;
30 ein saelik man, der's ie gedähte,
Da3 man an der sele mak genesen;
ich nim 63 vür min salter lesen,
Nu lä sin niht gerasten;
wan ich wil minnen vasten,
35 Vür keine mine süude,
er muo3 in da3 ab gründe,
XXVIII. JKt fceufdsndjt. 131
Wider in die helle;
neinä« trut geselle,
La dar näher strichen,
140 und ehte wekkerlichen. «
Da3 ehten [da3] gienk so hin in ein ,
si vlähten arm unde bein ,
Vue3e unde hande,
da3 man niht erkande,
45 Weder3 da da3 ander was.
si triben also lange da3,
Bi3 in beiden verswant,
dar nach ietweder3 want
Hende, arm' unt vue3e,
50 dö wart da3 ehten sue3e;
Si lagen eine wile,
wol ein halbe mile.
Si begundefn] ir sünde riuwen,
si sprach: »in rehten triuwen.
55 Ich han begangen harte vi],
da3 ich dir ie zuo hinten wil ,
E3 wirt niht lenger verholn,
ich han miner muoter verstoln,
Swa3 ich in ir hüse vant,
60 da3 gab ich umb diu härbanl,
N adeln unde vingerlln ;
des muo3 ich leider immer sin
Gesinde in der helle:
neina, trut geselle,
66 Hilf mir, $Q5 kb*5 gcbpej0«
dn3 dir Got Ionen muc3e ;
Wol im, der's ic gedalite!
bring* wir'n in die dritten ahte;
Des wil ich immer wesen vro. «
70 vi 1 diäte eihuobcn si du
Die dritten ihte in beide :
»fwe? dil ehten scheide
Der gewünne nimmer herzen I i«- j *
LAeifei - du rehter diep.
132 XXVIII. Wxt fteufeUad)t.
175 Ich tuon dir laster unde leit,
ich wil ze ehten sin bereit
Hinnen vür naht unde tak,
da3 ich dich ehte, swen ich mak. «
Da3 ehten vriuntlich ergie,
80 ietweder3 da3 ander umbe vie.
Vil wenik si dö riefen ,
lieplich si entsliefen
Beide samt unz an den tak;
der schein über si, diu brüt erschrak,
85 Si wakt' ir man, der dannoch slief.
an der tür ein vrouwe rief,
Diu was ir muoter und sin swiger,
si lagen dennoch beide nider,
An da3 gadem tet si mangen stÖ3,
90 schier man ir die tür üf SI03,
Si sprach: »Got grue3* iuch, kinder,
ros unde rinder,
Korn unde win
bescher iu unser trehtin,
95 Sseide unde heil,
guotes ein michcl teil ,
Immer cwikliche,
und ouch sin himel riche
Teil er mit iu beiden!«
200 diu vrouwe was bescheiden,
Diu tür wart nach in zuo getan,
unz da3 si sich geleiten an.
Diu wirtin gie mit guoten siten
und nam diu bette, diu zeriten
5 Waren von ein ander nider,
und leite si vil schone wider,
Dar nach SI63 si üf einfen] schrin
und nam daru3, da3 muoste sin,
Harte guote lin wät ,
10 kleine unde wol genät,
Und bant si mit vli3e
in ein kürsen W13C,
XXVIII. jDie e«?ufd*ad)t. 133
[In] einen scharlaches mantel guot,
den man oucb her vür truok,
215 Den leit(e) si ir tohter an,
der der briute wol gezam.
Zuo dem knappen sprach sin swiger:
»lieben kint, nü sizzet nider;
Ich wil gen nach den liuten.
20 e3 ist billich, da3 man mit briuten
An dem morgen e33en sol.
da3 hän ich geschaffet wol.«
Si sprachen beide: »da3 sol sin.«
man truok dar bröt unde win,
25 Ir hüs was wol beraten,
gesoten und gebraten
Truok man dar ein michel teil;
si ä3en vaste und wären geil.
Diu brüt, dö da3 diu muoter sach,
30 si begund' ir winken unde sprach:
»Tohter, wa3 hästu gedäht?« —
»muoter, da hän ich ze ahte bräht,
Ich und min geselle,
den tiuvel in der helle,
35 liinaht dri stunt verjaget, v.
vil rehte wart in dö gesaget,
Wa3 si des nahtes hete erliten.
<lö wart lachens niht vermiten,
Igliche3 sach da3 ander an.
40 des schemte sich der junge man,
D93 sach man wol, wan er wart rot.
diu muoter ir ze haut verbot,
Da3 si geswige der maere,
si wahren lasterbajre
45 Ze sagen einer briute. —
>; [muoter, J W9Q nchten oder hiute
Ich hän begangen dar an,
<i,j bistu rcht sehuldik an,
Vi ist diu schuld«- ojergeo min.
•>0 ich wil dir sagen, swcslcrlin.
134 XXVIII. Wxt fceufebadjt.
Sprach si ze ir mannes swester
»nehten unde gester
Hie3 min muoter dikke mich
unde bat mich, da3 ich
255 Willikllchen taBte,
swes mich din bruoder baete;
Hie mite leiten si mich nider;
deswär, done wart ich nie wider,
Ich taete, swa3 er wolde,
60 und swie ich mich legen solde,
Da3 tet ich waerliche;
und wil ouch sicherliche
Den tiuvel [helfen] ehten gerne,
wen ich e3 ba3 gelerne.«
65 Diu muoter lachen began,
die rede nam si sich an,
Si sprach: »swik, liebe tohter min,
ich wil diu schuldige stn. «
Hie mite der rede wart geswigen;
70 die man wurden Ü3 getriben,
Die vrouwen dar inne bliben,
die knehte und man wurden Ü3 getriben ;
Alrest huob sich ein brehten
von den vrouwen umb da3 ehten,
75 Si vrägten si der maere,
wie so grÖ3e swsere
Der tiuvel lide von in zwein.
si sprach : » ze hant er mir diu bein
In beide hende gevie,
80 [eines dinges er mich niht erlie,]
dö drukt' er mir diu knie
Nähen zuo dem herzen,
dö muost' ich liden smerzen;
Wa3 sol ich iu sagen me?
da3 ehten tuot von erste we,
85 Und beginnet darnach sue3en;
welle iuwer keiniu bue3en
Sünde oder missetät,
diu ehte den tiuvel, da3 ist min rat.
XXVUI. Wu ®tuUlsad)t. 135
In manger wise man die sele genert,
290 vil liute gegen Röme vert,
Si varent etslöch' über mer;
man sol immer mit wer
Wider den välant sin;
gnuoge enpfähent kerrin'
95 Unt vastent vür die missetät;
etslicher ouch den siten hat,
Da3 er vastet und betet vil:
min sünde ich anders bue3en wil,
Wil mir helfen ehten min man,
300 ich bringe mange sele [dan] von der helle ban
Mit der ahte wise
[da3 si kument] in da3 paradise.
Mir ist ze ehten gar gäch,
ich ruowe sanfte darnach
5 An mines mannes armen.
er sol mich klein erbarmen ,
Der der helle hat gewalt,
ich tuon im laster manikvalt;
Den leidigen helle hunden ,
10 die da sint gebunden,
Den wil ich immer sin geha3;
ir vrouwen, wi33et alle da3,
Da3 ich den tiuvel ehten wil
unz an mines tödes Eil.«
15 Nach den vrouwen ein böte kwam,
si solten zuo der kirchen gän;
Des antwurt(e) do diu brüt,
beide, stille und überlüt:
n Wan ich und der geselle min
20 wellen rehte hie heime sin,
Wir begen wol anders unser zlt. <<
alsust ehtent si immer slt
Den tiuvel vür ir missetät.
hie mite diu rede ein ende hat.
XXIX.
Der umbrliißeirtic fkmu.
Ein ein faltiger Mann nahm vor Fastnacht eine junge Braut, die er
so lieb hatte, dafs er die leiseste Beschwerde von ihr abhielt. So lag
er auch nachts bei ihr, und überwand ihr beider Jugendgelüste, um
ihr ja kein Leid zu thun. Das verdrofs jedoch auf die Länge die jung-
fräuliche Frau , und sie sann Tag und Nacht darauf, ihren Bettgenofsen
andres Sinnes zu machen. Endlich fand sie's: sie klagte ihrem Manne,
ihr Leib thue ihr so wehe, sei bald heifs bald kalt, und sterbenskrank.
Der Mann beklagte sie zärtlich, wüste aber auch kein Mittel. Da fiel
ihr ein: in der Nähe stehe ein hohler Baum, in welchem Heilige woh-
nen und Aller Gebet erhören ; zu dem solle er hingehen , und auf-
merken , was er dort vernehme. Der gute Mann ging alsbald hin. Sie
aber lief unbemerkt, wie ein Pfeil voraus in den Wald, und versteckte
sich in dem Hohlbaume. Darauf trat der Mann heran, fiel auf seine
Knie und rief zu den Heiligen des Baumes um Hülfe für seine Frau.
Da sprach eine Stimme aus dem Baume: das beste Mittel gegen all ihre
Welitage sei, sie wirklich zur Frau zu machen, viermal vor dem Hah-
nenschrei, und dreimal darnach; darauf möge er Nacht und Tag be-
flifsen sein, so werde sie lange Jahre gesund und fröhlich mit ihm
leben. Der gute Mann ging gläubig damit heim," die Frau jedoch eilte
ihm wieder heimlich zuvor, und als der Mann an die Thüre kam, that
sie ihm auf, und fragte ihn sogleich, was er vernommen habe. Er
fürchtete, dafs es ihr schädlich sein möchte; sie aber drang darauf,
und als er ihr nun den Ausspruch des Hohlbaumes sagte, crmahnte sie
ihn, getrost denselben zu erfüllen. Das geschah denn auch, und die
Frau war wirklich alsbald genesen und zufrieden.
XXIX.
Der holboum.
Diz ist von einem alwaeren man,
den sin wip effen began.
E3 was ein alwaere man,
von dem ich niht gesagen kan
Reht an disem maere,
wannen oder wä er waere,
5 Der nam vor vasenaht ein brüt,
diu was im liep unde trüt,
Da3 er ir niht engunde,
noch geliden künde,
Da3 ir ie man taete,
10 da von sie swaere haete.
Des nahtes als sie lägen,
ktirzewlle pflagcn,
Als noch junge liutc tuont,
so sie diu vröude bestuont
15 Und sie bereit warn ZUÖ dem spil ,
»nein, z'wär C3 ist ze tri!.«
D.iht' er in slnem muote
»lA$e e3 kumen dir ze guote. «
Snst lieg cr'3 dikke b es tan,
20 ob er 63 doch wol htÜ gelAn.
Efl w;i:re änc zorn hdiben.
do er dizze hete golrihcri
142 XXIX. Hier tDabrfagentie SJauin.
Lange utide alze lange,
dö wart der vrouwen bange,
25 Wie sie ir des erdaehte,
da3 sie in inne breehte,
Von allem irem sinne,
des spiles von der minne,
Do was sie üf gedäht,
30 beide, tag unde naht;
Dar umbe vant sie einen list,
sie sprach: »vil lieber man, mir ist
In minem übe also we,
ich enmak iezunt nimmt' ;
35 Ich vürht', ich sterben muo3e:
kündestu keine buo3e?«
Er sprach: »owe mir, we1
nü wart nie manne me
Wlp so liep, so du mir bist;
40 kündestu selbe keinen list,
Davon du möhtest genesen,
und dir guot mohte wesen?«
Sie sprach: »z'wär, ich enwei3,
ich bin kalt, ich bin hei'3,
45 Ich enwei3, wa3 mir guot st:
wan, ein holboum stet hiebt;
Nü hoere, wie du solt an vähen,
zehant soltu dar gähen,
S\va3 du da [hoerest oder] merkest,
50 da3 du dich daran sterkest
An dinen guoten sinnen;
da sint heiligen innen,
Die erhreren aller Hute gebet! «
Der selbe guote man da3 tet;
55 Er was gar alwaere
und geloubet' wol der msere,
Unde huop sich vil balde
hin zuo dem walde.
Diu vrouwe lief vor in das holz
60 also snel als ein bolz,
XXIX. JU« nif»t)rfa0etttie Baum. 143
In den holen boum sie sich bouk,
nü hoert, wie sie den man betrouk.
Do der alwaere man
dem boume so nähen kwam,
65 Er viel an siniu baren knie
und sprach: »wa3 heiligen sint hie,
Die bit' ich vil sere,
durch ir selbes ere,
Da3 sie mir rat wolden geben
70 umb mines lieben wibes leben,
Wie ich ir gehelfen sol.«
dö sprach diu vrouwe Ü3 dem hol: *
»Nu hoere mich, vil guot man,
den besten rät den ich kan
75 Dir geraten zuo dem wibe,
da3 sie mit gesundem übe
Mak geleben noch manik jär;
so sage ich dir vür war,
Triute sie vierstunt vor der hankrät,
80 dri stunt darnach, so wirt ir rät
Aller irre we tagen,
und hoerest sie nimmer me geklagen
Weder hei3, noch kalt.
ich sag* dir, wa3 du tuon salt :
85 Naht unde tage habe die site,
da3 du ir vaste spiles mite
Mit vli3e disiu selben spil,
so gevellest du ir vil;
l ritl triute ouch vasle dln wlp,
90 so gewinnet sie gesunden 11p.«
Der man was ahvaßrc
unde geloubte wol der rnaerc,
Unde huop sich d6 vil bilde
wider Ü3 dem waldc.
t)ö Diu vrouwe lief ümbe
die rihle und die krümbe ,
Z 73 - S8 (tkUu 1,. (,
144 XXIX. Per roaljrfaflenfce $aum.
Und was wider heim komen,
da3 der man niht hate veraomen,
Und do er kwam vür die tür,
100 sie sprach: »liebe, bistu dävür?
Hästu iht guotes vernomen
da3 uns beiden nü muge vromen?«
Er sprach: »ich dir da3 ncete sage,
da3 ich lag lange an miner klage,
5 Ich vürhte, da3 ich dich beswa3re. «.
sie sprach: »swa3 e3 nü weere ,
Des soltu mir niht vernein;
wie lange sol ich nü kweln
In der jämmerlichen not?
10 ja wa3re mir lieber der tot. « *
Do sprach der man alwsere:
»nü hoere disiu maere,
Diu ich dort vernam,
do ich dem boum so nahen kwam,
15 Do sprach ein stimme wider mich,
ich solte vaste minnen dich:
Nü waen' ich dir schaden tuo. « —
»gehoert anders iht darzuo,
Da von ich muge genesen
20 unde mir guot muge wesen.
So dir Got Ionen muo3e, •
nü halt vaste die buo3e,
Ich genise wol da bi,
e3n* si, da3 ich veige si. «
25 Also hielt er die buo3e
statte unde. mit muo3e;
Davon wart sin wlp gesunt.
und alda wart ir kunt
Da3 spil von der minne,
30 do begunde sie gewinnen
Vröude immer mere.
alsust endet sich da3 maere.
* Z. 11 - U fehlen in (/
XXX.
Der entlaufene J)afenbraten.
Von
dem Vriolsheimer.
> < Hafi , <" MISU ' •■ I II * ''
Ein Ritter erjagte einst zwei Hasen, brachte sie heim, und hiefs
sie wohl bereiten. Die Hausfrau rielh , den Pfarrer, ihren Gevatter,
dazu einzuladen. Der Mann lhats gern, zur Erwiederung so mancher
Bewirthung, und hiefs die Frau ein reichliches Gastmahl zurichten. Sie
ging hurtig ans Werk, und bat auch ihre Muhmen, Basen und Nifteln
Nichten; dazu. Das geschah am Sonntage, und während der Mann
noch in der Kirche, und das Wild schon gebraten war, forderte sie
ihre Gefreundinnen auf, mit ihr den einen Hasen zu efsen: die Männer
hätten an dem andern genug. Als der eine verzehrt war, liefs sie aber
auch den andern auftragen und getrost verspeisen : Frauengelüst gehe
vor Männergeniefs.
Indem kam der Wirth mit dem Pfarrer geritten. Die Frau entschul-
digte sich, dafs das Efsen noch nicht bereit wäre, weil er Magd und
Knecht zu lange schlafen lafse. Der Pfarrer muste sich neben sie setzen,
und es wurde Trinken gebracht. Der Wirth, unzufrieden und hungrig,
nahm sein Mefser und schärfle es auf einem Wetzstein. Der Pfarrer
fragte die Frau, warum der Herr so unmuthig sei. Sie sagte ihm leise,
es geschehe deshalb, weil sie mit ihm (dem Pfarren eines verbotenen
Umganges fälschlich bezichtigt worden. Der Pfarrer, voll Furcht, es
möchte ihm ergehen, wie so manchem Pfaffen wegen verstohlener
Minne,* schwang sich heimlich auf sein Pferd, und trabte ohne Knecht
von hinnen.
Jetzt brachte ein Diener feine Fifchlachen, und Becken mit Hand-
wafser: der Herr fragte nach dem Pfarrer, und die Frau sagte, der sei
davon geritten mit den beiden Hasen. Er fand das sehr unziemlich,
und setzte sich auch sogleich zu Pferde, ihm die Hasen wieder abzu-
jagen. Als CT ihm nachkam, rief er ihm schon von weiten zu: er
müfse sie ihm beide da lafsen. Der Pfarrer eilte um so mehr, und
schalt den feindseligen Freund; er wollte auch nichts hören, als ihm
zugerufen wurde , wenigstens einen da zu lafsen, sondern erreichte glück-
lich Minen Fnidhof. entrann in die Kirche, und verschlofs sich darin.
Da liefs der Ritter WÜK B Zorn fahren, rill heim, und afs was noch
rorhanden war. Darnach vernahm er, \»n: ei zusammenhing , und sagte
zu der Frau. Beben sei Urwelten gut, wenn knn Zorn dabei sei.
Diese wahrhafte Brzlhlung dichtete der Vriolshcimer.
i N*alich , irn *»» Ah«Ur«f
XXX.
Die h a s e n.
Diz ist von den basen,
die man jaget üf den rasen.
Ein ritter eines tages reit
kurze wilen an sin gejeit,
Do er zwene hasen vienk,
von siner künste da3 ergienk.
5 Sin gelükke er dran spurte,
die hasen er [bede] heim vuorte,
Kr hie3 sie im bereiten wol.
dö sprach diu hüsvrouwe: »man sol
L'nsern gevatern dar zuo laden,
10 gar^e wir s' eine, da3 müht' uns schaden
Wirtschaft suenet dikke ha3.«
do sprach der wirt: »so schaffe3 ba3,
Li dir 's niht werden swaere:
nnsern gevatern den pfarraire
1ö Wil ich dar zuo biten kumen,
der hat mich dikke genomen
Hin heim ze slner sptsc;
ich wrere niht vil wisc,
II' ich'l niht wider tuon;
20 d;i3 lanip. mImI, gans, kizze , (I.13 huon
IIH3 bereiten und den nnlvogel."
dö wart diu wirtln so gogel.
150 XXX. Per entlaufene $afenbraten.
Da3 sie dar zuo kumen bat
ir niftel, muomen an der stat,
25 Sie bat ir basen ouch dar zuo.
Diz geschach eines suntages vruo.
Die wile der wirt ze kirchen was;
des vordem tages gevangen der has'
Was und da3 wiltprsete,
30 diu wärheit diu ist staete.
Sie sprach: »muome, niftel, basen,
nu ge33e wir den einen hasen,
Der wirt hat an dem andern genuok,
und der techant sint so kluok,
35 Da3 si'3 wol kunnen vähen.«
dö sie den gäzen nähen,
Do hie3 sie den andern ouch dar tragen,
[sie sprach:] »solf ich werden gar zerslagen,
Im wirt der hasen nimmer niht,
40 swa3 halt mir dar umbe geschiht;
Vrouwen schimpf get [dikke] mannen vor. «
In[nen] des kom geriten an da3 tor
Der wirt und der pfarraere,
in dem huse vrägt' er der maere,
45 Ob da3 e33en wxf bereit.
diu vrouwe sprach mit kündikeit :
»Ja, wie ir nü vor hunger veht!
ir lä3et die dirne und den kneht
Des morgens lange släfen. «
50 [also] begunde sie den ritter strafen,
[Sie sprach:] »e3 ist noch niht so nähen,
ir mugt sin niht ergähen,
Ir mue3et noch lenger bltcn. «
an der hüs vrouwen siten
55 Sazte man den pfaffen.
der wirt hie3 im trinken schallen,
Wan er was zorniklich gemuot,
er tet, als noch ein man tuot,
Den hungert, und hat spise daheim.
60 er zoch uz einen wezzel stein.
Von tum Wxxoiityeimet. 151
Sin me33er begund' er wezzen,
er wolf sich schiere sezzen.
Do der pfaffe da3 gesach,
zuo der vrouwen er dö sprach:
65 »Vil liebe gevater, saget mir,
durch Got, unde wi33et ir,
War umbe ist der wirt so ungemuot?«
sie sprach: »wi3t ir, warumb er da3 tuot?.v —
»Triuwen,« sprach er »nein, ich.« —
70 »man hat iuch unde mich
Gezigen, da3 wir hän getan,
wir solten e3 billich hän verlän;
Ir sit gein im belogen«
do begund' er gein der tür zogen,
75 Er sprach: «mir ist ein teil ze hei3. «
er gedaht': »mir geschiht liht, Gotwei3,
Als mangem pfaffen ist ergän,
der verholne minnet', sunder wän;
Davor sol mich Got bewarn:
80 mag aber ich da3 undervarn,
So geschiht mir hie niht pfaffen reht.«
üf sin pfert gesa3 er äne kneht,
[Dannen] trabet' er vil kekke.
tisch lachen unde bekke.
85 ßräjbt' ein kameraere dar,
ein tish lachen WI3 gevar
Von bilden vil ahtbaerc.
»wä ist min gevater der pfarrsere«
Sprach der wirt »hin bekomen?«
90 diu vrouwe sprach: »er hat genomen
Die hasen bede, und ist da hin.« —
»triuwen,« sprach der wirt »den sin
Prueve ich niht vür werdikeit. «
des wirtes pfert was ouch bereit,
95 Er sprach: »er laet sie hie, wci3 Got,
vuert' er sie hin, da3 waer* ein spot,
Man het' mich vur ein[enj allen.«
dö rant' er nach dem [»lallen;
152 XXX. Per entlaufene $afenbraten.
Dö er in verrest ane sach,
100 er rief lüte unde sprach:
»Wei'3 Got, ir lä3et sie bede hie!«
der pfaffe dar näher loufen He,
Er sprach: »ich entuon, ob Got wil,
mir wart nie erteilt sulch spil,
5 Es ist gar an' die schulde min:
ich wänt', ir solt min vriunt sin,
Des enist niht, da3 sihe ich wol;
ichn' wei'3 niht, wa ich mich hueten sol.«
»Eijä, so la3 mir doch den einen!« —
10 »nein, ich, triuwen, keinen,
Die wile ich'3 wol erwenden mak. «
sin kirche im so nahen lak,
Da3 er den vrithof gewan,
wie balde er in die kirche entran!
15 Die SI03 er vaste nach im zuo.
do bedähte sich der ritter duo,
Do er sin niht moht' ergrifen,
do lie3 er zorn entslifen,
Von dannen er dö kerte,
20 sin zuht er damit erte,
Er reit heim, unde sa3
und hie3 im vür tragen, und a3
Die spise , die er mohte hän ,
unz da3 er het sin[en] zorn verlän,
25 Und da3 er reht inne wart
umb die hasen und [umb] des pfaften vart.
Er sprach: »ja, vrouwe, schimpf ist guot
underwilen, d6 man in ane zorn tuot. «
Diz ungelogen maere
30 macht' uns der Vriolsheimaere.
XXXI.
jP e r "Hetzer.
^W as aller Welt behagt , zu singen und zu sagen ohne Sünde, dazu
gehört ein Wunder: verständig ist, wer guter Leute Gunst durch seine
Kunst behalten kann.
Ea heifst: Frauen haben langes Haar und kurzen Sinn; befser als
ich erkannte sie, wer sie zuerst Frauen nannte; welche Frau aber
fraulich thut in rechter Zucht und so sich ehrt, dafs sie ein Weib
von reinen Sitten heifsen mag, um die mag ein Mann gerne werben.
Wollt ihr nun schweigen, so sage ich ein artiges Märe, weiches ein
Behendiger gedichtet hat.
Ein Mann, reich an Gut und Ländereien, hatte seine Freude an
einem Hahne, der auf seinen Ruf ihm auf die Hand tlog und sich so
überall mit umhertragen liefs. So fand der Mann einst an' seinem
Teiche einen Reiher, der sich beim Anblicke des habichtähnlichen Hahns
niederduckte. Der Manu trat näher, schwang den Hahn von der Hand,
warf sein Gewand über den Reiher und fing ihn. Er eilte nach Hause,
und frohlockte, dafs er mit seinem Hahne, den e"r wieder (wie einen
Falken, auf der Hand trug, einen Reiher gebeizt habe; worauf seine
Frau ihn öfter so jagen hiefs. Er liefs einen Koch kommen, den Reiher
köstlich zurichten , und ihn seiner Frau bringen. Sie hiefs die Magd
ihn bewahren, und willigle in den Vorschlag ihres Mannes, seinen
Herrn zu dem Wildpret einzuladen. Frühmorgens ritt der Mann zu
•l<m Herrn; die Frau aber lud ihre Gevatterin zu Tische, und als beide
gegefsen und getrunken , bezeigte die Frau Gelüste nach dem Wild-
urete ; die Gevatterin ersann den Vorwand , dafs ihr, als einer Kranken,
ein Flügel und eine K'Mile davon gesandt worden; und als diese ver-
zehrt »aren, erbot lie lieh auch lur das I brige büfsen zu helfen, und
ICH heul«- rt.-n ganzen Reiher, und vergruben das Gebein; worauf
, ratterte heimging.
Unterdessen halte der Mann seinen Jierrn zu Gaste geladen, und
kam mit ihm zu Hause geritten Die Frau empfing ihn ehrerbietig;
«t wurde ihm Handwaaeei gereicht und mancherlei speise und Trank
vorgesetzt; worauf der Wfrtfa ihm den Reiher ankündigte, und der
Ptaa gebt* den Braten aufzutragen. Dieae wollte von keinem Reiber
_'• ihn derjenige bringen, dem er ihn ra Bewahrung ge-
geben habe. Der Mann fand den Bpaia nnxeitig; ifc aber bertei lieh
auf ihr Gefinde, und alle bezeugten es als unglaublich daüi man
»•inen Reibet mit einem H.ihrn- ( i n ^r « • l»-i Wirih Ith lieh uhersli illm
drohte aber Vergeltung Der Herr forderte ihn auf, ihn nach Hauet
n und beide ritten hinweg
Die Frau liefs sogleich die Gevatterin kommen, stellte sich unwohl,
und bat sie, die Nacht ihre Stelle bei ihrem Manne einzunehmen, der
ungenügsam sei im Bettspiel und auch die Kranke nicht in Ruhe lafsen
werde. Die Gevatterin wandte den doppelten Ehebruch ein, der einem
Todtschlage gleich sei ; die Frau aber erbot sich durch dreifsigMessen und
Speisung dreier Dürftigen an jedem Sonntag ein Jahrlang, die Sünde
zu biifsen , und schenkte der Gevatterin einen schönen neuen Schleier.
Diese willigte ein , und beide setzten sich in ein Kämmerlein und tranken
vom Besten.
Als der Mann heimkam, schnitt er sich drei Stäbe, und steckte
sie im Schlafgemache neben dem Bettbrette, ging dann zu seinen Leuten
und spielte mit dem Kinde. Die Frau kam hervor, er hiefs sie zornig
schlafen gehn , und sie liefs nun die Gevatterin sich ins Bette an die
Wand legen. Diese hatte vergefsen, St. Gertruden um gute Herberge
zu bitten; der Mann ging in Wolfharts Muthe zu Bette, und zerschlug
auf ihr die drei Stäbe, mit dem Zuruf: er sei noch der Mann, der den
Reiher mit dem Hahne fing; dann schnitt er ihr zum Warzeichen beide
Zöpfe ab. Sie raffte nun ihre Zöpfe auf und schlüpfte hinaus. Auf die
Frage der Wirthin, ob sie der Minne satt sei, verfluchte sie das Gelüst
nach dem Beiher, und wünschte ^ dafs sie mit ihrem Mann ein Wolken-
bruch ersäufe. Die Wirthin hiefs sie, diese Minne (Angedenken) von
ihnen zu haben, und sie abzureiben, wenn sie trockne.
Am Morgen weckte die Frau ihren Mann, der sich wunderte, sie so
munter zu sehen , und sich laut rühmte, drei Knüttel auf ihr zerschlagen
zu haben. Sie erwiederte, das sei eben so wahr, als er den Reiher mit
dem Hahne gefangen ; und als er sich auf die abgeschnittenen Zöpfe
berief, liefs sie ihr langes wachsgelbes Haar wallen. Da bekannte der
Mann sich für unsinnig, und bat sie um Heilung. Sie nahm ihr neues
Kopfband, mafs ihn damit die Länge und die Queere, fafste es zwei-
fach, hiefs ihn, auf ihren rechten Fufs treten, hindurchblasen, sich zu^
Bette legen, bis er schwitze, und dann drillhalb Boggenkörner efsen,
so werde er genesen.
So äffte die Frau ihren Mann.
XXXI.
Der r e i g e r,
Diz ist von einem reiger ein maere:
Got überhebe uns aller swaere.
^Ter nü kan singen unde sagen ,
da3 al der werlde sol behagen.
Mak da,5 äne sünde sin,
da muo3 wunder wesen bi.
5 Wer vür bringen kan sin kunst.
[ai]sö da3 er guoter liute gunst
Mit vuogen kan behalten,
der mak wizze walten.
Ich hört' ie sagen, da3 ist war:
10 vrouwen die haben langes bar,
Da bt einen kurzen sin.
also dunkct mich an in,
I);i- si sie ba.5 den ich erkanlen,
die sie alrest vrouwen nanten.
15 Aber welch vroiiw' vrouliclien tuot,
dai ti ir berze und iren muoi
Wendet an refalc zuht,
hat diu schände von ir vluht;
Als ein vrouw' iren werden 1 i |>
2i) f& liurct . dag vi ein wlp
<i< |,rj-;<ii mtk mit reinen siicn .
dei mak ein m;in vil gerne bilen
158 XXXI. £« Heiner.
Wolt ir mir nü stille gedagen,
so wold' ich iu vil gerne sagen
25 Ein Loveliche3 maere:
da3 hat ein Behendigaere
Getihtet von einem man,
der vienk den reiger mit dem han,
Der was des guotes riche:
30^holz unde tiche
Hat' er, manik akker lank;
darzuo so tet er mangen gank,
Als ich iu nü wil sagen:
ein han begund' im wol behagen
35 Den ezt' er dikke üf siner hant,
üf da3, da3 er im wurde [wol] bekant;
Wen er im zeimäl gerief,
vil snellichen er dar lief,
Er vlouk im sän üf sine hant
40 willikllchen, sunder bant,
Er truog in, war in dühte guot,
da3 im ze vliegen niht stuont sin muot.
Ze einen ziten da3 geschach,
da3 der wirt durch sin gemach
45 Ze sinen tichen wolde gän,
da vant er einen reiger stän,
Der wart', ob er iht vische
ze spise mohte erwischen ;
Als er des hanen wart gewar,
50 der hat' ouch eines habechs var,
Er begunde sich drükken.
der wirt däht': »ob mir [ein] glükke
Gesch(aeh)e zuo dirre stunt,
da3 diuhte mich ein tiure vunt,
55 Da3 mir so wol ergienge,
da3 ich [mit den hanen] den reiger vienge.«
Der reiger was erschrokken gar,
der wirt der trat im vaste när,
Do betroug in sin tumber sin,
60 da3 er kwam über in,
XXXI. $ex fotljer. 159
Den hanen stie3 er von der hant,
über den reiger warf er sin gewant,
Er drukt' in zuo der erden,
[er sprach:] »du muost gevangen werden.«
65 Als er den reiger dö vienk,
zehant er gegen hüse gienk:
»Disen reiger vieng ich mit dem han
wa3 wir dem guotes haben getan,
Da3 hab' wir alle3 wol bewant.«
70 [den]noch stuont im der han üf der hant.
[Si sprach.] »kunt ir mit han(en) reiger vän,
so sult ir dikke bei3en gän. «
Der wirt hie3 werben umb einen koch,
er sprach: »man sol den reiger noch
75 Von meisterlichen Sachen
mit guoten würzen machen.«
Als der reiger wart bereit
von meisterlicher arbeit,
Der koch truog in ze hant,
80 da er sinen herren vant.
[Er sprach:] »du solt in diner vnouwen tragen,
lä3 si sehen, wie er ir behage.«
Zornikllchen sprach si[n]: »meit,
hcerst du, wa3 ich dir hab' geseit,
85 Trage den reiger von dem wege
und hald' in vaste in diner pflege.«
Der wirt sprach: »vrouwc guote,
mir ist in minem muote,
Mdfaf 03 mit dlnem willen sin,
90 da3 ich den lieben heren min
Her ze hüse baetc
ze disem wiltpraete. »
Si sprach: »e3 ist min willc wol,
ich bin, diu c.3 verdienen sol,
95 W«i3 kumen mag zuo £rcn
iu und iuwerm h£ren,
Des bin ich iiinenkllchen vro. «
also antwurt* im diu vrouwc du.
160 XXXI. Der Beitjcr.
Des morgens dö e^ tagctc.
100 der wirt niht langer endagete,
Er hie3 gereiten diu pfert,
des wart er schiere gewert,
Ze sinem heren da3 er reit.
diu vrouwe niht langer beit\
5^Si sprach: »meif, ge her ze mir
und e hoere, \va5 ich sage dir.
Ge ze miner gevatern In.
und wart', ob si däheime si;
Hei3e si zuo mir kumen her ,
10 sprich, ich mug' ir niht enbern. «
Zehant diu meit des niht enlie3,
da3 si ir vrouwe tuon hie3,
Si lief al ze hant,
da si die gevatern vant,
15 [Si sprach:] »vrouwe, min herre ist Ü3 geriten,
min vrouw' Iaet iucfr ze hüse biten,
Wir wellen [noch hiute] haben einen guoten tak,
ob ich e3 umb iuh erwerben mak,
Herzen liebe vrouwe,
20 nü 133t iuch balde zouwen.«
[Si sprach:] »z'wär, du wirbest din botschaft
also mit gewaltiklicher kraft,
Von swannen du her bist bekomen;
ich hab' ouch dikke vernomen:
25 Wer einen biderben [boten] sendet,
sine ere er wol vol endet.
Ob ich e3 nü gerne lie3e,
si muest' des boten genie3en. «
Si sprach: »meit, nü breng' her in
30 da3 gebende und ouch diu kleider min. «
Vil schier hat' si sich an goleit. —
»wiltu gen, ich bin bereit.«
Si giengen beide al zehant,
da si die gevatern vant.
35 Als si die gevatern an gesach,
da3 wort si guetlichen sprach,
XXXI. 2>*r tteit)er. 161
.Si sprach: »vil liebe gevater min.
da3 ir saelik mue3et sin,
Wie mag da3 immer gesehen,
140 da3 ir mir sit so seltseen'?
Da3 ich iuh dikke mueste sehen,
mir künde liebers niht gesehen.«
Diu vrouwe begunde winken,
diu meit diu bräht(e) trinken;
45 Si trunken unde sazten nider. —
»simmeit, genk her wider,
Ist da3 e33en bereit?« —
»ja, vrou[we], da3 bröt ist uf geleit.« —
»Nu hin, [gevater,] so ge wir e33en,
50 da3 wir ouch verge33en
Unsre grÖ3en leide,
ir und ich, wir beide.«
Si sazten sich ze dem tische,
vleisch unde vische
55 Wart da vil vür getragen,
ich wile3 iu waerlichen sagen,
Als si dö häten ge33en.
diu wirtin[ne] sprach; »ich hab' verge33en,
Gevater, gebet mir iuwer raete,
60 min wirt hat ein wilpraete,
Wie wir des mit unsern sinnen
im ein wenik an gewinnen.«
Si sprach: »den rat den vinde ich wol,
hei3 uns da3 wilpraete holn.«
65 Als der reiger wart braht,
i iprach: »gefatere, ich hab' gedaht,
Ir sull sprechen, ich si siech,
einen vitch und ein dieefa
Habet ir mir gesendet.« —
70 >>so ist diu teidink vol endet,
Got !-r<'l)e uns goot geltikki
si n.iiDcn dei reigeri zwei stükke,
I)iu blies \or in kurzen VU03;
die v. ärheit ich 1111 IprecbeD mu03,
162 XXXL Uer Weitet.
175 Do sprach diu gestinne:
»ich kan mich niht versinnen,
Ob ich ie be^ers wilpraets enbei3,
diu galreide ist von würzen hei3,
Gevatere, ich bite iuh unde vle,
80 gebt mir des wilpraetes me.«
Si sprach: »diu bet' ist gar verlorn,
ja vürht' ich mines mannes zorn,
Und aht' ouch dikke sines gebotes
verre mer, denne Gotes.«
85 [Si sprach: »gevater,] mich ist komen an ein gelust,
nü gebt mir des reigers brüst ?
Und nemt darnach da3 beste stükke:
so! man e3 bue3en, ich wil mich bükken
Und wil mir lä3en smizzen
90 mit willen siben spizzen. «
[Si sprach:] »gevater, weit ir'3 understen,
so wil ich e3 mit iu an gen,
Da3 ir mir'3 helfet bue3en,
ob sür kumt nach sue3en. « —
95 »Ja ich, vil liebe gevater min,
da3 ir sselik mue3et sin. «
Nü hin , der reiger wart ge33en ,
dö wart niht lenger gese33en,
Si nämen da3 gebeine,
200 beide, grÖ3 unt kleine,
Si begruoben'3 in einem stalle
mit lüzz(e)lem schalle.
Als da3 gebeine wart begraben.
diu gestin sprach: »ich wil urloup haben,
5 Min gesinde ich selber muo3 bewarn,
ze sent Jakob ist min man gevarn. «
Als si den urloup genam ,
ze hant der wirt geriten kwam,
Da er sinen heren vant,
10 er sprach mit willen sazehant:
»Here, also liep als ich iu si,
so tuot mich hiute sorgen vri
XXXI. Btt tleibcr. 163
f'nd e,55et mit mir arm(en) man
des ich iu ze geben(e) han.«
•215 [Er sprach:] »sit du es mit willen hast gegert
so soltu sin vil wol gewert.«
Als diu vrouwe da,3 vernam.
da5 der here mit dem wirte kwam.
Si wurden wol enpfangen .
20 si kwamgegen in gegangen,
Si sprach: »vil lieber here min,
Got muostu wille komen sin;
Ich gesach bi einem järe
nie liebern gast, ver wäre. «
25 Als diu vrouwe den wirt an gesach, .
da3 wort si guetlichen sprach:
»Hei.3et e33en unsern heren •
mit vil grölen eren. «
Ze hant der here wa33er nam.
30 der gerillte vil ze tische kwnm
Von spise und ouch von tränke,
da3 stuont da wol ze danke.
Der wirt vür sinen heren trat,
[ersprach: «\vi3t ir.J warumbich iueh ze hüse bat?
15 K3 ist mir wol ergangen,
ich habe mit einem han einen reiger gevangen,
Des solle wir e33en,
r denne wir's vcrge33cn.«
Er Iprach: »troUfpen, ist da3 gesehen.'
10 'I.15 habe i< h leiten mer gesehen.«
Der mitsprach :] »vreuw', als liepien in muge sin.
• bringet uns den reiger her in.«
I)d sprach diu \rou\w ino der stünt:
hui ist umh keinen reiger [nihl] kunt;
16 Den h einen reiger ze halten habt gAlan,
den mnget ir'n in bringen ldnv«
1 1 iprach:] oachnde and Bchimpl isl bawi
mich rnuci atanst gebe
\ rnuwe, ich enwil sin niht enbern,
>o im' bringet uns den reiger her.«
164 XXXI. Per Heiner.
[Si sprach:] »nü hoeret, lieben alle,
wie iu da3 gevalle,
Da3 mir hie unser man
wil ertwingen einen reiger an.«
255 Do spräch(en) si ze der stunde
mit gemeinem munde:
»Z'wär, ich warne, da3 e3 doch ie ergienge,
da3 man mit hanen reiger vienge.«
Do sprach der wirt mit guoten siten:
60 »seht, nü bin ich überstriten:
E3 muo3 aber etswer engelden.«
»ja,« daht' si »der mit as, der muo3 mit gelden.«
Als der here da3 gesach,
da3 der wirt hat* ungemach,
65 Er sprach: »nü lät iuwer sorgen;
ich wil iu vröude borgen,
Ir sult niht lenger biten,
ir sult mit mir gegen hüse riten;
Ir kumt dennoch sider
70 wol bi sunnen schin her wider.«
Als er den hof gerümete,
diu vrouwe niht lenger sümete,
Si leget' sich nider üf ir diech
unde seite, si wa?re siech,
75 Si sprach: »meit, gank her ze mir,
und hoere, wa3 ich sage dir,
Louf[e] ze mtner gevateren
und ruof ir über den gateren.«
Zehant diu meit des niht enlie3,
80 da3 si ir vrouwe tuon hie3,
Si lief zuo ir gevateren,
und rief ir über den gateren.
Do kwam si geswungen;
ir was ouch e gelungen.
85 Als si die gevateren an gesach,
da3 wort si guollichen sprach:
»Eijä, liebe gevater, wie ist iu gesehen?
ich hab' iuh selten me so krank gesehen.«
XXXI. 3P« «eilpcr. 165
Do sprach si zuo der stunt:
290 »ich bin siech und ungesunt,
£3 grimmet mich ze dem herzen
und lide gre^en smerzen.«
[Si sprach: »gevater,] sagt mir, wa3 iu werre;
und sold' ich e3 holen verre
95 Uf mines selbes übe,
iuwer siuehe [wil] ich gar vertribe[n].c<
[Si sprach:] »gevater, ich habe einen man,
ich enwei3, wa3 den ist komen an:
Als ich mich in da3 bette lege,
300 unde mich nirgen rege
Unde e ich vollen werde warm,
so nimt er mich an sinen arm,
Und da3 da hei3et bette spil,
des kan er 113er ma3en vil,
5 Da3 er mir keiner ruowe [niht] enlät:
und het' er den visch von salat
An einem ende ge33en,
er waer(e) gnuok verme33en.
Sol ich ouch hinaht bi im ligen,
10 der tot der muo3 mir an gesigen:
[Gevater,] weit aber ir, da5 ich genese,
so sult ir hinaht bl im wesen.«
Si sprach: »die rede lä3t besten;
also braech' ich zwo e,
15 Und laege ich bl im ein(e) naht,
ba3 bue3te ich ein(e) man slaht. «
[Si sprach: »nein, gevater,] ich sag' iu, wa3ichtuo,
ich bringe e3 vil wol anders zuo:
Drl3ik bete messe
20 werden vil gewisse
Aon mir gevrümt;
und d.13 ba3 ze staten kümt,
Alle suntage ein jär
drl dürftigen, da3 ist war,
25 Von mir ze tische gesezzet;
damit werde wir ergezzet
166 XXXI. Wn Bei^r.
[Alle] der sünde die wir daran hegen,
die lä3t alle üf mir besten. «
[Si sprach:] »gevater, mag e3 also gewesen,
330 so wil ich iuch gerne helfen genesen. «
Diu wirtin nam die laden üf den scho3,
vil schiere si üf geslÖ5,
Si nam mit ir hende
her Ü3 ein [ wei3] stolz gebende ,
35 [Si sprach:] »gevater, ir sit mir getriuwe,
nü nemet hin die risen niuwe.«
Do kwam der wirt geriten zuo ,
[si sprach:] »gevater, wra3 sol ich nü tuonV« .
[Si sprach:] »dö ge wir also dräte
40 bi unser kemenäte
Jn ein kleine3 kemerlin,
da welle wir uns sezzen in
Unt trinken des besten des da st,
so werde wir aller sorge vri. »
45 Als der wirt erbei3te,
sin muot in sere rei3te,
Er huob sich alzehant,
da er einen hüfen holz vant,
DarÜ3 sneit er dri Stabe;
50 merket, war zuo wold' er die haben?
Er truok si also dräte
in sine kemenäte
Und slie3 si bi sin betbret;
merket, warumb er da3 tet.
55 Er gienk ze sinem gesinde
und spilte mit dem kinde.
Diu wirtin sprach: »gevater, ir sult nirgeu gen,
ich wil warten, wie'3 umb den wirt muge sten.o
Als der wirt die vrouwen an gesach,
60 da3 wort er zorniklichen sprach:
»E3 waer(e) släfens zit;
ich lie3 iuch suochen immer slt.«
Si sprach: »ich bin al bereit,
ich het' mich hiut' sän gerne geleit.« —
XXXI. Per Bei^r. 167
365 Si sprach: »gevater, weit ir nü üf sten,
der wirt der hei3et mich släfen gen. *
Vil schiere hat' si sich bedäht,
Got der gaebe ir guot(e) naht.
Si sprach: »so stet üf sä zehant,
70 und leget iuch in da3 bette bi die want,
Und swiget gar stille,
bi3 da3 erget sin wille,
So wirt er der allerbeste man,
den ie kein vrouwe gewan. «
75 Släfen gienk der guote
in Wolfhartes muote,
Lüzzel was sin rÜ3en.
si begunde lÜ3en;
Si hat' ouch bi aller wochen
80 Sente Gedrüden nie gesprochen
Noch umb kein guote her berge gebeten.
merket, wa3 der wirt tete,
Unz er ertihte,
üf er sich rihte,
85 Niht lenger er da lak,
wan da was niht wan: slähä, släch!
Er sprach: »ja bin ich e3 noh der man,
der [da] vienk den reiger mit dem han!«
Ich wil e3 iu waerlichen sagen,
90 bi3 er hat' üf ir dri knütel zeslagen,
Bi zöch da3 me33er Ü3 der scheide
und sneit ir abe die zöpfe beide,
[Er sprach:] »diz >\ il ich ze worzeichen habn,
da3 strlt ir mir doch morgen niht ab. «
95 Uf der erden si dö reifte,
bi3 si die topfe erkreiftc;
l)o \s ;irt niht lenger gespart)
ipilf des samen mit der vart',
Üi 03 der kemenAton trat.
i<X) diu Wirtin sprach : »ftt ir noch tnul<n\ >;it?«
1 .1. a sprach si, 1KU13 mich iuwersreigers hat gelust,
ertüBkl iuch beide ein gröj wölken brust.a
168 XXXI. jP« meiljrr.
Si sprach: »die minne sult ir von uns haben;
getrukkent si, so ribet si abe. «
405 Des morgens dö man lüte,
diu vrouwe gienk ze irem trüte,
Si sprach: »weit ir niht üf sten?
man liut, ir sult ze kirchen gen.«
Er sprach: »sim, sit ir iezunt genesen?«
10 si sprach sän: »wa3 sal mir wesen?« —
»Ich wänt', ir waer(e)t lange tot.«
si sprach: »von welher hande not?« —
»Ja, lieben, lat iu sagen,
ich hab' dri knütel an ir zeslagen.« —
15 »Ja, da3 ist reht als vil ergangen,
als ir mit hanen reiger habt gevangen. «
Er sprach: »ich sneit iu die zöpfe ab.« —
»z'vvär, ich waen', das *cn si alhie hab'.« —
»Ja, bringet ir mich dan iuwers häres inne,
20 so hab' ich niht rehter sinne.«
Si swank hervür ein vahs,
der was gel als ein wahs,
Si sprach: »ja ist wunder, da3 ir lebt,
und doch also sere in grimme strebt.«
25 Er sprach: »liebe, ich habe niht miner sinne,
hilf mir, da3 ich si gewinne;
Bue3t du mir niht, vil liebe3 wip,
so verlius' ich minen lip.»
Si sprach: »so halt her und lä3t iuch me33en,
30 ob ihtes an iu si verge33en.«
Si was ungetriuwe,
si nam ir risen niuwe,
Si ma3 in nach der lenge:
da was e3 im ze enge.
35 Si ma3 im twerhes über houbt —
swa3 ich spreche, da3 geloubt —
Si nam die risen zwivalt:
»blaset dar durch mit gewalt,
Unt tret mir üf minen rehten vuoz,
40 so wirt iu iuwer siuche buo3.
XXXI. 9» tUtljer. 169
Ir sult iuch in da3 bette legen
unde sult iuch nirgen regen,
Bi3 da3 ir erhizzet
und ein wenik erswizzet,
445 So e33et drithalp rokkenkorn,
so wirt iuwer siuche gar verlorn,
Und lät iu den ungelouben
der sinne nibt me berouben. «
Seht, also efte diu vrouw' iren man.
50 reht als ich iu gesaget hän.
XXXII.
Ein Bauer hatte auf sein Weib einen solchen flafs geworfen, dafs
er sie umgebracht hätte, wenn er nicht die Leute gefürchtet; ihr An-
blick und Rede war ihm zuwider, und er bat Gott, der Tod möge ihn
von ihr befreien, oder der Donner sie beide erschlagen: der Teufel und
seine Mutter habe sie zusammengebracht. Er raufte und schlug sie,
bis er sie für todt liegen liefs, und schalt und fluchte, dafs sie doch
nicht davon sterbe. Gleichwohl wüste er keinen gerechten Grund seines
Hafses anzugeben. Die Mifshandlung ward so arg, dafs die Frau auch
lieber todt gewesen wäre. Da kam eine Gevatterin zu ihr, der klagte
sie ihr Leid, und diese verhiefs ihr, den Mann so zu verwandeln, dafs
er sie lieber haben sollte, als all des Kaisers Gold. Die unglückliche
Frau erbot der Gevatterin grofsen Lohn dalür; diese aber wollte es nur
ihr zu Liebe ihun, und beide verabredeten sich.
Die Gevatterin ging hinaus zu dem Manne, der eben aufs Feld
ziehen wollte, und sagte ihm, er möge nur daheim bleiben, seine Frau
liege drinnen lodlkrank , so dafs er sie nicht mehr lebend träfe, wenn
er nicht sehr eilte. Er hielt es für Scherz, wollte' aber gern 10 Pfund
für die Wahrheil geben, und verhiefs ihr Botenlohn , wenn es binnen
lieben Tagen geschähe; ihn gelüste nicht, sie zu sehen, er wolle auch
nicht eher heimkommen, als bis sie begraben wäre: der Pfarrer und
sie die Gevatterin, möchten nur das Begräbnifs besorgen, er wolle gern
alles bezahlen.
Die Gevatterin ging wieder zu der Frau, und hiefs sie all ihr Lin-
nenzeug, Kleider und Geld zusammensuchen; sie thalen es in Säcke,
und gingen damit beimliefa in die Wohnung der Gevatterin, die unver-
heiralhei und ein erfahrend Biederweib war. Dort bezog die Frau ein
annehmliche, Bebk%emicb mit Faden, und hielt sich verborgen darin.
Die Gevatterin ging dann wieder zur Wohnung des Bauern, schlofs
den Hof zu, und trug einen Bloek ins Haus; den kleidete sie als eine
Leiche ein, meldete dann dem Pfarrer d.-n Jod der Frau, die vor dem
n. hneiiM i,r.-i rereehieden fei, und rernieA ihm die reichliche Gabe
des Mannes, wenn sie heute noch begraben wurde. Der Pfarrer wun-
derte sich, dafs sie so schleunig, ohne beichte und Gelaule, gestorben,
und die Gevatterin gab der I nrninne des Mannes Schuld, dais sie nicht
gehörig besorgt worden \ jedu< h habe ja der Pfarrer ihre Beichte olt
gehört, und sie sei gewif«, feiig gestorben. Der Plarrer lonlerle Pfand
für zwei Pfund, liefs durch »eine Knechte die Leiche abholen, und »iö
gehörig bfgn]
Hierauf ging sie zu dem Witwer und meldete ihm alles; dieser,
der eben mit vier Ochsen zu pflügen zog, erbot ihr vor Freuden den
Ochsen sammt dem Pfluge, ja sein halbes Gut. Sie hiefs ihn Gott
danken, und verlangte nur. dafs er sie zu Rathe zöge, wenn er sich
■wieder beweiben wollte. Er versprach es ihr, die ihm lieber wäre, als
Gott, und lebte nun in stäten Freuden fünf Wochen lang.
Da sagte er der Gevatterin, dafs er nicht länger ohne Weib sein wolle.
Sie war bereit, ihn binnen einer Woche mit einer Frau ganz nach Herzens
Wunsche bekannt zu machen. Er war froh , und sie pflegte der bei
ihr Verborgenen aus deren Mitteln auf alle Weise so wohl, dafs sie
nach den sechs Wochen wieder völlig in ihrer Schönheit blühte. Sie
kleidete sie eben so fein und zierlich, und führte nun den Mann heim-
lich zu ihr in das köstlich geschmückte Gemach. Die Schöne grüfsie
ihn freundlich; er erwiederte höflich, und sie gefiel ihm über die
Maafsen, als eine nie Gesehene. Er afs vergnügt mit ihr, und nach
dem reichlichen Mahle nahm er die Gevatterin bei Seite und drang
auf Verbindung mit der Schönen Auf ihr Bedenken wegen seiner Mis-
handlung der ersten Frau, gelobte er die liebreichste Behandlung der
Holden. Die Gevatterin hiefs ihn heimgehen, und zur Nacht heimlich
wiederkommen. Das geschah ; der Verliebte fand Gnade bei der Schönen,
und es ward ihm die Nacht bei ihr so wohl, dafs er den Tag ver-
wünschte. Er konnte sich ihrer Liebe nicht ersättigen , blieb Tag und
Nacht bei ihr, und kümmerte sich nicht um Wagen und Pflug. Seine
Freunde kamen und schalten ihn deshalb, er aber entschuldigte sich
durch einen unwiderstehlichen Zauber , und blieb in seinem Himmel-
reiche. Da fragte sie ihn endlich, warum sie, die früher Mishandelle,
ihm denn nun so lieb sei; und entdeckte die Täuschung, die ihn nun
so belehrte. Er bat sie um Geheimhaltung: dennoch ward die Geschichte
schon binnen zwölf Tagen landkundig, und er blieb immerdar der Leute
Spott, wiewohl er fortan mit seinem Weibe in Frieden lebte.
Das b 1 o eh.
Du maere ist. wie ein bloch wart
begraben von der kündigen gevateren rÄt.
E3 was hie vor ein gebüre
den dühte bitter und süre
Bi stnem wibe da3 wesen .
ern' trüte bi ir niht genesen
5 [Weder] an sele, noch an lib<-
e3n' wart keinem wibe
Ir man nie mer so gram;
da3 er ir den lip niht ennam ,
Da3 lie#5 er durch die liute rrn'.
10 deunc durch die geistlichen e.
Enr1 mohl' ir niht zuo besprechen
im wällte sin herze brechen,
D«3 er sie hört* ande sach;
swa , \\ 13 sie sprach .
15 Dag diilitc in - 1 1 1 * - 3 Im'sc.
13 mich 60I von dir erlossel <
I>;i."j sprach er zc nllr-n zlten
ol ich des erbtten,
D13 am der tot scheide?
20 der dooeT slafae uns beide!
Der tmvci brfthte mich it 'lir,
unt dirh sin muoter her 70 mir
176 XXXII. tfljefUtrt), ®ofc mit» $cid)jeit.
Swenne er sie roufte unde sluok,
des düht' in nimmer genuok,
25 Unz er sie vür tot ligen lies;
er trat sie sere unde sties,
Des genuoget' in vil selten,
sin vluochen und sin schelten
Diu wären äne mä3e gar;
30 er nam der vuoge ninder war,
Er swuor vil ernstliche,
al[le die] liute üf ertriche ,
Beide, man, kint unde wip,
ob sie alle sluegen üf ir lip,
35 Sie wurde nimmer wol erslagen.
ern' künde nie man gesagen,
Wa3 gebresten an \r waere,
und was im doch unmaere.
Da3 wip weinte sere;
40 sie muete da3 noch mere,
Da3 er ir missetät nie gewuok,
denne alle3 da3 er sie gesluok;
Er tet ir wirs danne we,
unt zeich sie da bl nihtes me,
45 Wan, da3 er ir vinl was;
so sie vil küme genas,
So sluog er sie aber nider,
und habte danne niht wider
Unz er sie brähte in die not ,
50 da3 ir michel lieber der tot
Und ouch be33er waere gewesen,
denne also kumberlich genesen,
Do sich ir not solt' enden
und sie Got wolde wenden,
55 Do kom ein ir gevater dar,
diu wart ir leides wol gewar,
Diu sprach: »gevater, saget mir,
durch Got, warumbe trüret ir?
Ist iu min gevater gram,
60 ich mache in iu so gehorsam,
XXXII. tfljeßaniJ, $0* im* $od)jett. 177
Da3 er iu nimmer niht getuot,
wan, alle3 da3 iuch dunket guot. «
Sie sprach: »er ist mir geha3,
ern' \vei3 niht selbe, umbe wa3,
65 Ich was im holt mit triuwen ie,
ich über gie sin gebot nie,
Sin wille und sin ere
diu wären mir also sere
Bevolhen, so min sele.
70 der Got, der Daniele
Von den löuwen löste sinen lip.
der loese mich vil arme3 wip!
lehn* künde iu nimmer vollen sagen,
wa3 er mich hat gerouf[e]t und geslagen
75 Und getreten unde gestehen. ,
under allen sinen genesen
Wart nie tiuwerre man geborn ,
swen erlie3e sinen zorn.«
Do sprach diu ander ze haut:
80 »min triuwe diu si iuwer pfant,
Tuot, als ich iuch lere,
ern' gesieht iuch nimmer mere^
Und wirt iu dar zuo so holt,
het' er des keisers golt,
85 Da3 gaebe er iuwerm übe
£, danne deheinem wibe.«
Si sprach: »des enger ich niht;
p^inne ich oder hin ich iht,
De* ir ze Knie dar umbe #ert,
90 des sit ir alle* gewert,
D;j3 ir mir'5 bringet dar /uo,
Da5 er sieb slahens abe tuo. «
Sie sprach: »sit rin^os rnuotcs,
ichnJ ger uilii iuwen guotes;
95 Ich wil in min nieisterfebaft
erzeigen durch der liebe Kraft ,
Die icb in li.'in lange getragen 1
11 u' suit an mir niht rei tagen,
178 XXXII. €l)e|hnti, $ofc unt> tyofoat.
Swa3 ich iuch hei3e, da3 tuot;
100 ich mache iu vröuden riehen muot:
So ir in von akker varen sehet,
so leget iuch nider, unde jehet,
Iu tuo da3 herze vil we;
ich wil in ouch gesprechen e,
5 Und wil im wserlichen sagen.
da3 ir in disen zwein tagen
Vil gewislichen sterbet,
unde niht lange serbet.
Iuch hat der sselden tak betagt,
10 der al der werlde wol behagt,
Da3 ich iu zuo komen bin.«
Mit der rede gie sie hin.
Da sie in ze akker varen sach,
sie gruo3t' in weinde unde sprach:
15 »0 we, trüt gevater min,
lät iuwer ze akker varen stn!
Min gevater, iuwer wip,
diu wil verwandeln disen lip:
Sie ist der tot ane komen. «
20 als er da3 hete vernomen,
Er sprach: »e3 ist iuwer spot. «
sie sprach: »so helfe mir Got,
Irn' gähet denne sere,
irn' gesehet sie nimmer mere
25 Weder lebent, noch gesunt. «
er sprach: »hef ich zehen pfunt,
Diu sold' ich iu ze löne geben,
sol ich siben tage leben,
Gelit mir da3 wip tot,
30 ich gibe iu gerne ein boten bröt :
Swie vil mir ze vasten geschiht,
ich wil dester e heim niht,
Mich enlustet niht, da3 ich sie sehe.
si, da3 mir so wol gesche,
35 Da3 sie verwandel da3 leben,
swa3 ich dem pfaffen sol geben,
XXXII. tftjejlanfc, $ol> unt> #nd)3ett. 179
Davür sezze ich nü ein pfant.
da3 er mir helfe ze hant,
Da3 sie begraben werde.
140 verstünde sie diu erde,
So wold' ich vrö dar heim varn :
da3 wil ieh e vil wol bewarn,
Die wile ich sie unbegraben weis,
so swizze ich bluotigen swei3.
45 Swa3 ir weit, da3 gebet dar abe ,
da3 man ir balde ein grab grabe ,
Als ir diu sele Ü3 ge;
begrabet ir s' ouch ein wenik e.
Sie stirbet in dem grabe wol;
50 swa3 e3 mich danne kosten sol,
Da3 ich sie vinde begraben,
den schaden wil ich gerne haben.«
Do gie sie balde von dan.
und dähte vaste dar an,
55 Wie sie ir gevateren beide
erloste von ir leide;
Sie muete ir beider ungemach.
zuo dem wibe sie dö sprach,
Do sie hin wider heim kwam:
60 »min gevater ist iu vil gram;
Nu sit ein herzen hafte3 wip:
ir werdet im liep, sam sin lip.
>ü traget viir her ze hant
iu\Ncr beste linin gewant
05 l'nd dar zuo alle,-; 4a£ gnot,
(J 1- ir vor dem v>irte habt behuot,
Tuoeh, kleider, pfeaoinge;
des war, ich poache iu ringe
Mit ein ander in wer leben,
70 oder ich wil in ininen lip geben.«
I)ö ifc ir gnot alU'3 bialil'-.
diu meisterinne (Abte,
Da3 sie'5 in sekke geslic3;
ir gerateren sie bieg
180 XXXII. gtKfianfc, ®oti un* %oA)v'\L
175 Vil balde mit ir heim(e) gän.
da3 wart schiere getan,
Sie kwämen tougenlichen dar,
unt truogen da3 guot gar,
Des ir gevater also wielt,
80 da3 sie'3 dem wirte vür gehielt.
Do was diu meisterinne
ein wip vol richer sinne ;
Sie was lange an' man genesen,
und wolt' ouch immer also wesen,
85 Und was vil wärhaft erkant;.
da von geloubten ir ze hanf
lr gevatern beide dester ba3;
sine warp ouch ninder umb ir ha3-
Sie het ein schoene3 släfgadem,
90 da3 was geworht mit guoten laden;
Da tet sie ir gevatern in,
und gie vil balde wider hin.
Nu hteret, wes sie dö pflak:
in ir gevatern hove lak
95 Ein bloch wol also swaere,
sam e3 ein mensche waere,
Und was ouch in der mä3e grÖ3#,
den hof sie vaste beslÖ3,
Da3 bloch sie in da3 hüs truok,
200 da3 sie nie man zuo gewuok,
Sin wart ouch nie man gewar;
dö kleite sie da3 bloch gar
Und macht' e3 also gestalt,
da3 e3 weder junk, noch alt,
5 Nie man het an gesehen,
er muest' es ze einem toten jehen;
Also machte si'3 geschaffen.
dö gie sie zuo dem pfaffen
,Und saget' im da3 maere,
10 da3 ir gevater tot waere
Nehten vor der hän krät :
>)nü wil der wirt keinen rat
XXXII. €be|iant>, $0* untj fiofye'xt 181
Vor sinem zorne des haben,
sine werde hiute begraben,
215 Ern' wil ouch zuo (z')ir grabe niht:
swa3 im ze gebene geschiht,
Da vür sezze ich iu ein pfant,
daj ir sie leget sä ze hant. «
Der pfaffe sprach: »'wie ist da3 komen?
20 ich solde ir bihte hän vernomen
Und solt' ir rehte hän getan,
und solt' ir ouch gehütet hän
Dar nach ze hant dö sie starp. « —
»das ir da3 hie nie man warp,«
25 So sprach diu meisterinne
»da3 schuof diu grÖ3e unminne,
Die ir der wirt nü lange truok :
der düht' in dannoch niht genuok,
Dane hat er sie niht wol behuot;
30 da vür neraet ir sin guot,
Ich sezze iu pfant vür swa3 ir well .
da3 ir langer niht entweit,
Irn' leget sie, da sie ligen söl;
ir habet an ir bihte wol
35 Vi! dikke und ofte vernomen.
sie i>t mit triuwen her komen;
Nu ist sie des gaehen todes beliben:
sit an den buochen ist geschriben,
Swie der rehte mensche stirbet,
40 d.'ij diu geJe nilil verditbet;
I'.i soii sult ir gewis wesen,
üc ist /au) der lele wol genesen. -
»Nu g£t hin bakle, a ipfach ei
»Und bfingel mir ein pfant her.
D13 zwefer pfunlde n\<tl iL
I nebte itoondeo du bt,
Die laut? <t nach den tot<
•lern UocJm wart geschroten
Ein ^r.ili . dl li'a i.i buoben
-11 ui'l «-5 vi l *<>i begruobea
182 XXXII. €t)*fkni>, <£<«* unto ^od)jeit.
Swie dem pfaffen was gelogen,
er was idoch niht gar betrogen.
Er het ein pfant vür zwei pfunt.
da3 tet diu meisterinne kunt
255 Ir gevatern vil schiere.
der ohsen wären viere,
Da mit er ze akker gie;
er sprach: »gevater, nemet hie
Disen ohsen mit dem pfluoge;
60 ob iu des niht genuoge,
Da3 sult ir mich wiegen län,
ich gibe iu halbe3, da3 ich hau,
E ich mich der majre verzige.
nü hat min vröude den sige
65 An minem herzen leide erstriten;
der saelde hän ich küme erbileu. «
Do sprach diu meisterinne :
»gevater, ich gewinne
luwer guot wol, swenne ich wil,
70 e3 si wenik oder vil,
Sw<'»3 iu ze heile si gesehen,
der gnaden sult ir Got Jen,
Des bin ich äne schulde;
doch wil ich iuwer hulde
75 Ze boten brote gern(e).hän,
und wil iueh des niht erlän,
Irn' gebet mir iuwer triuwe,
und leiste3 äne riuwe,
Swenne iuwer muot ze minqen sie,
80 da3 ir ein wip ze iuwer e
Nach minem rate kieset;
s\va3 ir dar an verlicset,
Deswar, des wirt vil kleine:
ichn' rät' iu an keine,
85 Irn' mue3et mir des immer jehen.
e3 wurde nie be33er wip gesehen.«
Er sprach: »des wil ich iu swern,
die wolve mue3en mich verzern,
XXXII. <ßbtfant>, fco* unt> tyofatit. 183
Ich wei3 iuch wol so reine,
290 geneme ich immer keine,
Wan, die mir zeiget iuwer rät;
da3 ir mir so vi! guotes hat
Getan, unde ouch noch tuot,
des gib' ich lip unde guot
95 Vil gar in iuwer gebot,
ir sit mir lieber, danne Got.«
Sin hoch gemuete da3 nam zuo
mit vröuden spät unde vruo,
Swa3 im leides ie gewar,
300 des verga3 er a'so §ar5
Oa3 er küm an' wip beleip,
unz er vünve wochen vertreip.
Do sprach er: »trat gevater min,
ichn' mag niht än(e) wip gesin;
5 Nu machet aber niuwe
die gevaterlichen triuwe,
Lud helfet mir, da3 ich iuwer kunst
und iuwerfn] vriuntlichen gunst
Daran geniesen mue3e;
10 diu maere sint so sue3e,
Diu man saget von wibes guete,
da3 ich immer min gemuete
VürbtQ getwingen mak:
sol ich mere keinen tak
15 Einei wlbes enbern.
so mag ich lenger niht gewern. «
iprach: ogerrater, nü sit vrö,
ich wil e3 vuegen also,
I);«3 ich iu zeigen wil ein wip,
20 diu einen wnnnenkli« hen lip
Von {,i)[c< meistereebefta hat,
der nll«'3 d;i3 /«• wünsche stät,
D«3 rn;in in wiben loben sol:
e iffl <i<t tagende so vol,
96 Ifl '5 ifl inwerm heile
da3 sie in winlet ze laflc
184 XXXII. €lje(lant>, fcot» un* ftotyitit
So geschach nie mannes übe
so wol mit einem wibe;
Sie ist ouch also staete ,
330 da3 sie nie man des erbaete,
Da3 sie immer wurde mannes wip,
sine tuo e3 denfne] durch minen lip,
Nu enthabet iuch dise wochen,
unz da3 hän ich sie besprochen.
35 Sol ich in disen sehse tagen
da3 ze samene getragen,
Da3 ir ein ander mugct sehen,
da3 muo3 ir halben geschehen
Von grÖ3er miner arbeit, /
40 sit ich iu von ir hän geseit,
Ich wäge guot unde lip,
sine mue3e werden iuwer wip.«
Er neig ir unde sprach dö:
«gevater, ich bin iuwer vrö
45 Ir sult gebieten [al ze hant] über mich;
swa3 ir weit, da3 wil ouch ich
Mit worten und mit muote;
mit libe und mit guote
Diene ich nach juwern hulden.
50 ich bin von iuwern schulden
Ein vröuden rieh (und) saelik man.«
er schiet mit urloube dan
Unt pflag wol sines libes.
Dö pflag ouch sie des wibes
55 So rehte meisterliche wol,
da3 man sie dar umbe'loben sol:
Diene lie3 sie ninder vür da3 gaden;
C33en, släfen unde baden,
Da3 was ein leben, des sie pflak;
60 ir bette da sie üfe lak,
Da3 was senfte unde hoch;
dane mohle ein sneller vlöch
Mit springen niht gelangen,
e3 was vil wol behängen
XXXII. <£l)e(iüni>, fcofc unfc fiofoeit. 185
365 AI umbe und urabe, vür den stoup;
beide, krüt, gras unde loup,
Des lag der estrich vol;
dillen und wende wären wol
Mit bluomen gar bedekket;
70 der was daran gestekket,
Da5 man da niht wan bluomen sach.
ir was so wol, da5 sie des jach,
Sie waere in dem paradise.
der allerbesten spise,
75 Diu an dem market veile kwam.
sie waere wilt oder zam ,
Der koufte diu meisterinne genuok;
wan sie in dem biutel truok
Ir[re] gevateren pfenninge.
80 die dühtcn sie vil ringe.
Sie künde ouch vil wol kochen,
und machte in den sehs wochen
Irre] gevatern ein[en] so schcenen lip,
da3 man (ein) so schoene wip
85 In der gegende ninder vant.
sie het ouch be53er gewant,
Denne kein gebiurinne da:
einTen] niuwen mantel der was blä.
Der was genät ze vll3e;
90 ein gnade kürscn \si5e,
Die sie darunder truok,
diu stuonden beide wol genuok;
Ein sidin houbet lachen guot,
und einen wulstenden huot,
95 L'nde guot linln gewant.
dem h<- <• \n,iv, wol lxLint,
Dem w.itc sie nu \remde.
ir rokkol und ir hemde
Ihn u.ircfi klein UUdt WI3;
400 iic bete niebeleo rU5
An kleine reiten K<-i<-it;
h ^urtd was ze ma3c brni
186 XXXII. <£l)e|kn*; $ot> unt> go^cit.
E3 was ein borte wol beslagen,
daran muoste sie tragen
405 Einen schoenen biutel würzen vol ;
ir schuohe stuonden harte wol
Unde ir wi3en schepelinge.
sie was ouch aller dinge
Volkomen an dem libe
10 z'einem vil biderben wibe.
Do diu sehste woche ende nam ,
der man vil vrölichen kwam,
Do enpfienk in sin gevater wol:
wichn' wei3, wa3 ich 's genie3en sol,«
15 So sprach diu meisterinne
»ich hän umbe iuwer minne
Erbten michel arebeit,
und hän von iuwer vrumekeit
Iuch vaste vermneret:
20 ist, da3 ir e3 niht bewseret,
So hän ich min ere verlorn;
ich hän vil sere gesworn,
Getriuwe und erbaere,
ir sit, biderbe und gewaere,
25 Gevuege, milt unde guot,
bescheiden, staete und wol gemuot ,
Da3 hän ich herzuo genomen.
nü wil diu vrouwe her komen
Und wil iuch hiule gesehen;
30 da3 sol so stille gesehen,
Da3 e3 nie man wi33e, danne wir.
sie wil hie enbi33en mit mir,
So sult ouch ir hie e33en,
und sult des niht verge33en,
35 Als ir die messe habe vernomen,
ir sult so heimelichen komen <
Da3 nie man wi33e, wer ir sit;
wir sul[lejn e3 helen an der zil,
Dag wir tougen gesehen,
iO wes wir offenlichen wellen jenen.«
XXXII. <£l)e(iant>, $ot> unt> tyofytit 187
Dö muoste er zuo der kirchen gän,
das het' er gerne verlän, *
In dühte diu wile vil lank.
unz man messe gesank;
445 Do entsagte er sich den liuten gar,
und kwam vil heimfejlichen dar.
Dö lie3 in sin gevater in,
und wiste in in da5 gadem liin
Da3 dö so wol gebluemel was, x
50 niuwe luup. krüt unde gras
Da3 machte darinne kuele;
do hete sie die stuele
Mit vehen küssen bedähl.
und het ouch alle die naht
55 Bereitet wol ze prise
ein Wirtschaft guoter spise.
Dö er in da3 gadem gie.
da3 wip in minncnklich enpiie ;
Da3 galt er ir mit wizzen.
00 sie hie3 in zuoz'ir sizzen.
Des dühl' er sich ein saelik man.
er sach sie vrölichen an.
Dö dühte sie in ein so schüene3 wip.
da3 in, dühte, sin lip
65 Wier' immer me vor aller not
gevriet unz an sinen Lot .
Wurde sie im ze teile;
<J;i5 \v;rr' for allem heile
>in beste BSlde immer m<
70 het er sie ie gesehen I
Da3 was im nü unbekant.
dö gab im Wa35ei /•• hanl
li ge Tater, diu \si^- .
und g;ib in guoter Rplac
78 l in «nrUchait WiHekltche.
der man irai Monden riebe
Purcfa die leboBBt dei idb
in dühte, ob t\ des Itbes
188 XXXII. «fye|Un*, fco* im* ^jett.
Gewaltik wesen solde,
480 da3 er immer werden wolde
Unsaelik, arme und unvrö;
er wolt' ouch danken also
Siner gevatern unde Got;
er wolt' ir zweier gebot
85 Leisten grÖ3er staete,
danne ie kein man getaete.
Do da3 e33en ergie,
sin gevateren er gevie
Vrölich bi der hende,
90 hin an des gademes ende
Wiste er sie von dem wibe,
, er sprach: »mit minem libe,
Mit allem minem guote
tuot, swes iu si ze muote,
95 Und samet mich unt da3 wip;
da3 beiten nimet mir den lip. «
Sie sprach: »ich entsizze da3,
da3 min gevater grÖ3en ha3
Von iu muese dulden,
500 ich enwei3 von weihen schulden:
Tuot ir nü disem wibe sam,
.(so ist ze wäre grÖ3 diu schäm)
In der ich danne muo3 gestä.n;
wan ich vür iuch gelobet hän,
Ir sit der beste wibes man,
5 den disiu werld ie gewan.« —
» Da vür nemet minen eit
und alle die gewisheit,
Der ir gedenket,« sprach er.
10 sie sprach: »nü get ze nahte, her
Und liget ir tougenllchen bi;
swie sie iu danne morgen si,
Darnach sul wir uns keren:
wir sin von unsern eren
15 Beide samt gescheiden,
beginnet sie iu leiden,
XXXII. <et)e|hni>, $ol> untJ $od)3eit. 189
Da3 sint gar iuwer schulde,
so versag' ich iu min hulde;
Sie ist so genzlichen guot ,
520 wolt' ein herre sinen muot
An ein wip durch tugende keren,
er naeme sie ze allen eren.
Nu lät sehen, ob ir darzuo tuget,
da3 ir guot vür guot nemen muget.« —
25 »Ja,« sprach er »ob Got wil:
wirt miner sselden (al)sö vil,
Da3 sie mir holt mak gewesen.
so möhte ein pfaffe niht erlesen
Die vil manikvalde ere,
30 die ich immer an sie kere. «
Sie sprach: »get hin verholn(e),
unt komet her wider verstoln(e)
Ze nahte so man släfen sol;
ich hcere morgen vruo wol,
35 Welch geist iuch danne vueret;
iwa£ ir mir nü swueret,
Ich geloube iu danne an' eide ba3-
nü sprechent doch die wisen da3,
Vinde der töre goldes iht,
10 e3 muge in doch gehelfen niht:
Swer sich der eren niht wert,
ir ist im dester me beschert.«
l)o gie er danne über mäht.
unt kom dar wider hin ze naht.
45 Da wart er wol cnplangen;
do was diu naht ergangen.
E dan im üep w.ere:
»diz ist da,5 buvste maere,«
Sprach er »da3 ich ie vernam. -
50 d<> sin gerater dar kwam »
Dod ipraefa : w»-t ui, t$ ist tak.«
er sprach: »gevater, ich enmak:
Bwag mir dar umhe getchiht,
ich körn von dem wibe niht.
190 XXXII. (ßtjeftanfc, %>i> unt» god)jett
555 lehn' wei,3, wa,3 Got genäden habe,
er hat mir reht her abe
Ein himel riche gegeben,
lie,3C er mich nü so lange leben ,
Da3 ich mich es doch geniete,
60 so wsere reht. da3 ich in miete,
Mit guote und mit libe. »
sust beleip er bi dem wibe
Vil lange naht unde tak ;
swie vil er bi ir gelak,
65 Des endüht' in alle3 niht genuok ;
er lie den wagen und den pfluok
So lange stille dar umbe sten,
da3 im zuo begunden gen
Sine vrlunde, und jähen,
70 dö sie in ligen sähen,
Er wolde gar verderben,
unde hie3en in werben,
Als ein ander sin genÖ3'.
er sprach: «diu liebe ist so grÖ3,
75 Diu mich ze dem wibe twinget,
swer mich von ir bringet,
Da3 muo3 mit zouber gesehen;
ich hän alrest nü gesehen,
Wa3 gnäde an guoten wlben ist.«
80 sust lag er stille unz an die vrist,
Da3 die vremden und die künden
sin leben gar bevunden
In der gegende über al ;
wan er sit nie man des enhal,
85 Im enhete Got an ir gegeben
hie an erde ein himelische3 leben.
Also verzert(e) der man
alle3 da3 er ie gewan.
Dö sprach er zuo dem wibe,
90 »ich muo3 D* dinem libe
Von hunger ligen tot,
uns wil nie man ein bröt
XXXII. tityrflan*, $ot> unfc tyofae'xt. 191
Weder lihen, noch geben;
sol ich Verliesen min leben,
595 Da3 muo3 hie bLdir gesehen,
ich stirbe, sol ich dich niht sehen. «
Do sie wol hete vernomen,
da3 er von ir niht mohte komen
So verre unz er gewunne ein bröt,
600 done wolte sie so grÖ3e not
Mit der liebe wol erwerben,
da3 sie hungers wolde sterben:
» Durch Got, nü saget,« sprach da3 wlp
» von swelhen schulden ist min lip
5 Nü so guot wider e,
do ir mir tätet so we
Mit siegen naht unde tak?
ich wei3 wol, als ich e lak.
Als ich hän sit bi iu gelegen.«
10 dö tet er vür sich einen segen
l'nd sprach: »hästu mir war geseit?«
sie sprach; »e3 ist diu wärheit,
lehn' starp niht, ich lebe noch,
und hän dich underwiset doch,
15 Da3 du ein vil tumber man bist,
und en weist, wa3 guot oder übel ist.«
Er sprach: »nü swige durch Got;
ich muo3 der lant liute spot
Liden unz an minen tot,
20 sie tuont mir so %rö$e not,
Vreiscbent sie d;i,5 maere,
d;i3 ich gerner tut wasre.«
Swie wol üe (*3 rerdageten,
und nie man niht ensageten,
25 Da3 DUBTC Wirt in zw elf Ligen
durch die gegende getragen
Allenthalben in dag lant.
do rn.'in die w;irh<it bevant,
hö wart er §6 /«• ichalle,
90 daj (,IC hart uula ■!!•
192 XXXII. fytftavto, fcot> un$ $od)jeit.
Mit im unmue3ik waren.
in allen sinen jären
Moht' er den spot nicht über streben;
solt' er tüsent jär leben,
635 Er waere der liute spot gewesen,
sit lie3 er da3 vvip genesen,
Die getorst' er schelten, noch loben,
man nant' ietweder3 vür ein toben.
Sust was sin tumbheit erkant,
40 und was sin wisheit geschant.
Wan da3 man's niht versuochen sol,
man vunde noch den man wol,
Den man also wol betrüge,
dem man so kündiklichen lüge.
XXXIII.
<ßl)e im gfeben un& Cofce*
■ 4 hm .* '»um i!«inn II
13
Ein Mann verlangte von seinem Weibe, sie solle nach seinem
Tode ohne Mann bleiben, um sich, mit seinem Danke, das Lob der
Welt und das Himmelreich zu verdienen. Sie erwiederte, er möge nur
sorgen, dafs sie bei seinem Leben ohne andern Mann bleibe; sie
kümmere sich nicht, was er nach ihrem Tode thue. Er aber bestand
darauf, schalt sie eine Unchristin, und drohte ihr den Tod. Sie erbat
sich drei Tage Bedenkzeit, ging zu einer Gevatterin und bot ihr Geld
für guten Rath. Diese wollte gern umsonst solche Forderung von allen
Freunden abwenden, und belehrte sie, so dafs sie fröhlich ward und
manches Lied sang, bis zum vierten Tage. Da kamen ihre und ihres
Mannes Verwandten , die Zeugen ihres Gelübdes sein sollten. Sie wollte
zuvor wifsen, ob er es aus Liebe oder Hafs fordere. Erbetheuerte
seine Liebe, und sie verlangte nun von ihm das gleiche Gelübde. Er
leistete es mit einem Eide, und setzte ihren Verwandten 30 Pfund zum
Pfände, dafs er ihn nicht bräche. Da sagte sie, sie wifse kein befseres
Pfand, als dafs sie beide sich sogleich schieden urfd jedes mit der
Hälfte ihrer gemeinsamen Habe zur Pfründe in ein Kloster ginge. Er
aber betheuerte, er könne ohne sie nicht leben, er wolle lieber seinen
Eid brechen und alles hingeben, als ihr Pfand annehmen. Sie bestand
darauf; da bat er sie fufsfällig, und hiefs alle Gegenwärtige für ihn
bitten, bis sie endlich gewährte, jedoch mit der Bufse, dafs er ihr
noch <irnn Mann zu beliebiger Zeit erlaube. Er willigle in Alles, sie
gab ihm den Versohnungskuss, und freudig feierte er mit ihr .von
neuem Mine Hochzeit. Er hielt nun seine Frau um so werther, damit
sm- rn< lii ron ihrem Rechte Gebrauch machte, und beide lebten seitdem
vergnügt und in Frieden mit einander.
XXXIII.
Man und wip.
Üiz isi ein sellsttaej uia-re,
wie ein man sin wip bat. da3 si nach sinem töde äne man waere.
Ein man sprach ze sinem wibe :
»nü wis nach mlnem Übe
Durch minen willen äne man ,
da gewinnest du vil dinges an.
5 Dich lobet diu werlt gellche,
und verdienst ouch Gotes rlche ;
Dar zuo wil ich e$ verschulden
so wol gegen dinen hulden,
Da3 man nie dienst ba3 vergäll.
10 ich wil dir*3 gelten hunderi,vall.'< —
»Ir muget wol gräwen,« sprach da3 wlp
»sich mak wol rümpfen iuwer lip,
Da3 ir fvremde] swaere borget
und ir darumbe sorget,
15 Wie C3 nach iuwerm töde ergo;
ob ('3 hl iuwerm leben wol sie.
Des lobet ir Gut vil sere;
und enbitet mich nihles merc,
Wan, d.i3 ich bl iuwerm Übe
20 Inf ander man bellbc
Und ri(;rn«'l da£ von mir vür ^uot,
sw.i3 ir nach mlriom Lud«- tuol
198 XXXIII. «jfye im feben untJ fcotie.
Da sorge ich lüzzel umbe:
waeret ir niht ein tumbe.
25 Ir taetet mir vil rehte alsam;
da3 ich mich der rede vür iuch schäm
Und ir iuch selben niht enschamt,
da habet ir rehte tören amt.cc
Er sprach: »nu lä die rede stän;
30 des ich dich d4 gebeten han,
Desn' wil ich von dir niht enbern;
wil du mich sin niht {vil] gern gew«rn.
Deswär, ich nime dir den lip;
du bist ein unkristen wip,
35 Das du dich sezzest wider mich;
des wil ouch ich mich wider dich
Mit alle sezzen ze hant.
nü gib mir ein gewisses pfant.
Ob du mich überlebest,
40 dise werlt mit alle üf gebest,
Des wil ich dich erlä3en niht;
sprichst aber du dawider iht,
Swie C3 mir darnach erge,
dun'en sprichest wort nimmer me.«
45 Si sprach: »ich wände, wei3 Got,
e3 waere ein schimpf und ein spot:
Sit dir der rede ernest ist,
so gib mir dri tage vrist,
Unz da3 wil ich bedenken mich;
50 so solt ouch du bedenken dich,
Wa3 pfandes sich gevuege,
des dich von mir genuege.« —
»Da3 tuon ich gerne;« sprach er
»ich wil des tages bringen her,
55 Beide, min vriunt und ouch die din,
da3 si der rede geziuk sin.«
Do si die vrist von im gewan,
da mit gie si von dan,
Da si ein ir gevatern vant.
60 der tet si schiere bekant.
XXXIII. <£l)e im tfeben unt> fcofce. 199
Da3 ir man darnach strebete,
ob si in über lebete,
Da3 si alle man verheere,
und als ein nunne wsere,
65 »Des wil er haben gewisheit,
e3 si mir liep oder leit,
Rente an dem vierden tage vruo;
durch Got, nü ratet mir darzuo,
Mugt ir e3 immer understän,
70 ich gib' iu alle3 da3 ich hän.«
Ir gevater lachet' unde sprach:
»wurde iuwer saelde sA swach,
Da3 er iuch des überkwaeme,
so da3 diu werlt vernaeme,
75 So wolt' e3 danne ein ietslich mau;
da3 wil ich wenden, ob ich kan.
Sit vrölich unde wol gemuot
und habet iu alle3 iuwer guot,
Ich gelere iuch da3 vergebene,
80 da3 er iu bi sinem lebene
Ein[en] andern man erloubet;
da3 habet üf min houbet. «
Si hie3 si zuo(z')ir sizzen
und lerte si mit wizzen,
85 Wie si ir man solde
überreden, swes si wolde,
Si lerte si vil schiere also,
da3 si wart geil unde vro
Und gar von ungemuete schiel;
•X) si sank vor vröuden manik liel.
I)«s vierden tages komen dar
ir munde und ouch des mannes gar,
1)6 huob sj selbe ir rede an,
si sprach: »mich hilft min man,
95 D^S ich nach sinem übe
an' ludet man bclihe;
Nu sult ir alle bOMteH da.$.
ob <;r da?, tun durch mitten ha3,
200 XXXIII. €l)e im faben unU fcü*t\
Oder erc3 durch mine liebe tuo;
100 mir ist dester lieber darzuo,
Ob ere3 durch rehte liebe tuot. «
er sprach: »min lip und min guot
Mue3e ich Verliesen, als ein diep,
dune slst mir also rehte liep,
5 Da3 ichc3 durch ganze minne ger;
und weste ich hiute,« sprach er
»Da3 du nimmer man genaemest me,
ich stürbe zehen jär dester e. «
Si sprach: »nü tuo, des ich dich bite
10 da bewarestu die liebe mite,
Vermidfe] du nach mir elliu wip,
so vermide ich aller manne lip,
Und gewer mich, des ich dich wer.«
»da3 tuon ich gerne,« sprach er
15 »Da3 habe üf minem libe,
ich gewinne ze keinem wlbe
Nimmer nie keinen muot.«
si sprach: »diu rede ist vil guot,
Der gib mir ein gewisse3 pfant,
20 da3 selbe gib' ich dir zehant.«
Er sprach: »swa3 pfandes du gerst,
da3 ouch du mich des selben werst,
Des pfandes bin ich vil bereit.«
si sprach; »des swer mir einen eit. «
25 Den eit swuor er sä ze stunt.
si sprach: »nü sezze dri3ik pfunt
Ze wider wette vür den eit,
ob du brechest dine wärheit,
Da3 du diu minen vriunden gebest
30 und dawider niht enstrebest.«
Diu dri3ik pfunt sazte er dar,
unt tet ir willen vil gar.
Do wart si vröuden riche
und sprach vil vröliche:
35 »lehn' wei3 kein gewisser pfant,
so, das wir uns scheiden zehant
XXXIII. £t)e im julmt unti <&ot»e. 201
Mit übe und mit guote,
und mit guotem muote
Durch Got in zwei klöster varn;
140 wir mugen uns nimmer ba3 bewarn .
So gelern' ich unz an dinen tot,
da3 ich wol danne äne not
An' ander man belibe;
so entwonestu ouch dem wibe
45 Unz hin an mines tödes vrist,
da3 du rinklich äne wip bist.
Des pfandes wil ich niht enbern,
des sul wir beide ein ander gewern.« —
»0 we !« sprach er »vrouwe min ,
50 sol ich din selbe äne sin ,
So stirbe ich aber hie zehant.
het' ich dir umbe da3 pfant
Tüsent eide gesworn,
si würden alle verlorn.«
55 Ir mägc sprächen säzestunt:
»ir mue3et uns geben drl3ik pfunt ,
Welt ir den eit niht slaete län.«
er sprach: »so nemet, swa3 ich hän,
Der eide mak niht staete sin.«
60 si sprach: »da3 guot ist halbe3 min.
Da wil ich pfruende koufen mit,
und leben nach der nunnen sit';
Ir sult ouch als ein münch leben;
ir mue3et drl3ik pfunt geben,
05 Und brechet dar zuo iuwern eit;
da3 wurde ein grÖ3c unwerdikeit,
So verlürt ir guot und ere
und wert danne immer mcre
Aller der werlde ungenaeme
70 und ouch mir so wider zaeme,
Dag ich e3 mit iu niht enwäge.«
dö kniet' er vür ir m i
I rifl bat si, swie er künde .
da.5 si in der drJ3ik pfunde
202 XXXIII. <% im feben untJ $o*e.
175 Durch den riehen Got erlie3en
und da3 wip ir zornes hie3en
Verge33en durch die namen dri ,
und in des eides lie3en vri.
Do sprächen si alle gemeine:
80 »sine lä3e den eit al eine
Unde la3e dar zuo ir zorn,
diu dri3ik pfunt sint gar verlorn.«
Des swuoren si bl ir libe.
dö gieng er zuo dem wibe
85 Und viel ir an ir vue3e
und bat si durch die sue3e ,
Die an ir tugenden wären
und durch ir schepfer baren,
Da3 si ir zorn varn lie3e,
90 er taet', swa3 si in hie3e.
Der bete nam si ninder war.
dö rief er sinen mägen dar ,
Da3 si ir mäge baeten,
und e3 danne alle tseten
95 Durch Got und durch Gotes tot,
da3 si im hülfen von der not.
Des schämten sich sine mäge;
sumelicher tet e3 träge,
Dö was ouch der, der e3 gerne tet;
200 doch komens' alle zuo der bet*
Und bäten im umb ir hulde.
si sprach: »ichn' wil die schulde
Niht lä3en, dunenbue3est mir.«
er sprach: »vrouwe, ich bue3e dir
5 Dane zwivel aber nimmer an.«
si sprach: »du muost mir einen man
Erlouben, des bedenke dich,
und muost da3 lä3en ane mich,
Da3 ich den neme, swanne ich wil:
10 du mäht mir lihte so vil
Gedienen, da3 ich e3 lä3e.
dich dühte da3 unmäje,
XXXIII. <£l)e tm feben un* ^ot>*. 203
Ob ich nach dir naeme einen:
nü wil ich dir keinen
215 Verloben bi dinem leben(e).«
er sprach: »da3 lit vil eben(e),
La niht wan dinen zorn varn;
du kanst din ere wol bewarn ,
Tuo alle3 da3 dich dunket guot.«
20 dö lie3 si slifen ir muot,
Und huob in üf unt kust' in.
dö was diu ungenäde hin.
Des genädet' er in allen;
er sprach: »nu ist e3 mir gevallen
25 Ein seit 1 von iuwern schulden,
da3 ich bin komen ze hulden;
Nü wil ich brütloft machen.«
des begunden s' alle lachen,
Da5 im diu schände geschach,
30 und er doch saelden dar an jach.
Er machete ein hoch zit,
und hete die hüs vrouwen sit
An allen dingen dester ba3,
da3 si ir zornes verga3
35 Und ander man verbaere
die wile er lebende waere;
Des düht' in ^ar ze lüzzel e :
nu gert' er von ir nihtes me.
Si lebten vrulichen sit
iO und heten nie keinen strit;
Er tet alle5 da3 si wolde,
<ln tet si, swa3 si solde.
Si beswasrten beide einander nie;
do Bf ^i leides erlie,
45 Do erlie3 si in aller swacre.
mjs endet sich d.15 niaere.
u-ii
/
XXXIV.
Ein Mann schalt heftig auf sein Weib, und wollte nicht mehr ein
Jahr bei ihr bleiben, ja er ereiferte sich allmählich so, dafs er von
Stund' an von ihr scheiden wollte, als von dem abscheulichsten aller
Weiber an Leib und Gemüth. Sie erwiederte, es möge auf der Stelle
an ein Scheiden gehen, jedoch sich bedenkend, hielt sie morgen für
befser, und so in umgekehrter Steigerung, beschlofs sie damit, dafs
iie nun und nimmermehr bis zum Tode von ihm scheiden werde, das
könne weder der Teufel, noch Gott verhindern; und sie drohte dem
Manne, wenn er dawider spräche, ihn wie ein Huhn zu erwürgen.
Alsbald ward er kleinlaut, bat fufsfällig um Gnade, entschuldigte sich
durch Trunkenheit, und pries sie hoch über alle andere Weiber an
Schönheit und Tugend. Da vergab sie ihm, beide küssten sich, ver-
söhnten sich sogleich vollends auf dem Bette und sanken ein Lied in
einer hohen Weise.
XXXIV.
W i p und in a n.
Diz ouere isl von man und von wide
ilif lii ein ander wolilen nilit beiiben
Kiu man sprach ze sinem wibe:
wmnstu. da,5 ich bl dir beltbe
Immer alle^ min leiten?
ich wil dir urlouli geben
> Von hiute über ein jär:
\s ir mue3en uns scheiden, da,3 ist w.u.
Von biut über vierzik wochen;
ich hin missesprochen.
Ir werdent vil küme di 1.51k :
10 ich bin des gerne vli3ik,
ha-, e3 in zweinzigen erge ;
g< < hihi . WC15 Got, michels e,
Wan ich e$ in sehzehen tuon wil;
dannoch w iri ii oihl so x i i .
15 Wan <'5 EQU03 in zwelven gesehen;
ich wil dich selbe la^en s£n .
D.15 v-y in zehen geschult ;
irn' wir! idoefa SO vil nihl ,
l\-, mQO^ in elilen eiiNin;
20 und wnt noch michels & getan,
1 , wni mii sehsen geendel ;
I werde aber ich geschendet,
1 '•
• 210 XXXIV. £dKil>unü un* Sitynt.
Irn' suln niwan viere sin;
behalt' aber ich den lip min,
25 E3 geschiht über vier zehen naht ;
und wirt noch naeher gemacht,
E3 geschiht in disen siben tagen;
ir wirt noch me ab geslagen.
Der tage werden niwan dri;
30 du bist mir also swaere bi,
Wir mue3en uns scheiden morgen;
ich bin in grölen sorgen,
Wie ich bl dir bellbe disen tak;
da3 ich getuon niht enmak ,
35 Wan du muost ie zuo von mir.
sach ich den tiuvel an dir,
Da3 ich ie so lange bi dir beleip,
<la3 ich dich von mir niht entreip ?
Du bist boese unde ark.
W) übel gestalt unde kark,
Du bist gerumpfen unde swarz,
din arme smekkent als ein harz;
Du bist aller wibe unere,
du schadest der werlde sere,
15 Die Hute engeldent alle din,
da3 sie alle unsaelik mue3en sin.
Mir wart nie boeser wip kunt;
der mir gaebe dri3ik pfunt^
Da3 ich unz morgen bi dir waerc.
50 diu waeren mir unmaere;
Mir grulet, da3 ich dich sehen sol ;
hcl' ich pfenninge einen sak vol,
Die gaebe ich ane swaere,
da3 ich ein mile von dir waere,
55 Waer' ich von den ougen din,
waer' alle3 ertriche min,
Da3 wolde ich gerne drumbe geben:
ich behalde anders nimmer min leben.»
Dawider sprach dö da3 wip:
60 »e3 muese, sam mir min lip,
XXXIV. Stiftung unti $fityrit. 211
An ein scheiden ie zuo gän,
wan , da3 ich mich bedäht han ,
Wir suln unz morgen ent samt wesen;
>old1 aber dü's nimmer genesen ,
65 Wir sin noch samet siben tage.
du jihest, wie übel ich dir behage:
i)a3 wirt an dir gerochen.
wir sin noch samet zwo wochen ;
Deswar. ir werdent wol dri.
70 diu vierde muo3 da wesen bi,
L'nd dannoch diu vünfte dar zuo ;
swie \vc 03 dinem libe tuo.
Diu sehste woche muo3 ouch her:
swie dir din herze drumbe swer,
75 Ich wil die '} siben wochen hau;
die ahten wil ich dich niht Jan.
Und dar zuo die niunden;
mit allen dlnen vriunden
Mahtn des niht werden vrl.
80 ichn' sl dir zehen wochen bi;
Die einleite*) 1^3' ich dich niht,
ob man dich toten ligen siht.
Ich \mI dln zwelf wochen pflegen;
dirn' mühte ein keiser niht gewesen,
) Duo' -o>t dri zehen wochen min;
diu fier zehende 04103 da mite sin.
Und diu vünfaehende also wol;
dtn ~nit min niht so vol.
Du mnosl -i.nli $ehzehen wochen sehen;
90 'i' .5 !iiu«'.3 noejk me geschehen.
Diu iben teiient 111003 ouch dar ,
md dii binde also fcar,
i ml dai zuo 'Im :ooo teilende ;
1 de ich dei wärheil jehende,
I » - h'Ii (in lehn 1 k
I lost noch tweinzik wochen hie
212 XXXIV. &d)eit>unö «„*> gütyu.
Uni zweinzik wochen darnach;
dirne si von mir ninder so gach,
Ich bin immer mit dir;
100 der tot (en)scheide dich von mir,
Du muost leisten min gebot;
da3 enmak der tiuvel, noch Got,
Noch aHiii diu werlt wider tuon;
ich zebriche dich rehte als ein nuon ,
5 Sprichest ein wort da widere.«
Do neigete er sich dänidere
Und suocht* ir hulde umbe da3,
da3 er genese dester ba3,
Er sprach: »du solt dinen zorn län;
10 ichn' wei3 , wa3 ich gesprochen hän,
Ich bin so trunken disen tak,
da3 ich mich niht versinnen mak,
lehn' wei3, wa3 ich dir bue3en sol.
sprach ich übel oder wol,
15 Da3 was gar von dem wine;
des enpfähfe] die triuwe mine.
So hclP mir unser herrc Rrist,
du waer' mir ie und immer bist
Als liep, sam min eigen lip;
20 e3n' wart nie vrouwe, noch wip
Be33er, noch ba3 geschaffen;
ezn' möhten alle pfafFen
Din tugent niht vol schriben ;
du bist vor allen wiben,
25 Sam diu sunne vor den Sternen;
die vrouwen solten lernen
Din tugent alle gemeine;
e3n' wart nie wip so reine,
Din name schinet vor Got obe
30 allen den vrouwen mit lobe,
Die man inder künde vinden
under allen Adames kinden ;
Din vil minnenklicher lip
der machet sselik elliu wip;
WXIV. $4ftfenK0 uuti $üt)iu\ 213
135 Diu werlt solt' elliu wesen diu ;
dune mohtest nimmer be35er sin ,
(jot enwart nie besser wip kunt;
du soldest junk und gesunt
Immer ewikliche leben!«
40 si sprach: x-nüsi dir vergeben,
Swa3 du ie ge(tae)te wider mich
iesä kusten sie sich ,
Du nam der zorn ein ende;
er vie sie bi der hende
\6 Und wiste s' an ein bette hin ;
do ergie ein suone under in.
Diu gröse vröude machte;
sie lächle, und er lachte,
Do .sie schieden \on dem belle,
>o sie kusten sich ze welle
Und sangen ein liet ze prlse
in einer vi I höhen wise.
XXXV.
+
Von
Hi» riii ann Fressant.
Der Dichter biltet für dieses sein erstes Gedicht, welches ihn
jemand nach seiner Erzählung dichten hiefs, um freundliche Aufnahme
Ein junger Kaufmann in einer Stadt hatte eine tugendreicbe Frau,
der zum Herzeleid er gleichwohl noch zwei Bulerinnen unterhielt, die
er tleifsig besuchte und reichlich beschenkte. So kam er vor einer
Reise zu der einen, ergetzte sich mit ihr und fragte sie, was er ihr
mitbringen solle. Sie verlangte einen rothen Rock und Mantel von
Vpern. weinte beim Abschied sehr, und verhiefs, bis zu seiner Wieder-
kehr zu fasten und zu beten und in keinen Schuh zu treten. Als er
zu der andern Bulerin kam. bellte ihn ein Hündlein an, und war ein
andrer Mann oben bei ihr. Diesen versteckte sie alsbald in einer Kiste,
eilte dem Kaufmann entgegen, und führte ihn unten in ein Gemach,
wo sie ihm alles Liebes erwies. Beim Abschiede weinte sie sehr, wollte
Messen und Almosen für ihn geben und släts trauern , bis sie ihn wieder-
sähe, und bat ihn um einen Rock und Mantel von Gent. — Bei der
Schilderung ihrer Liebkosungen beklagt der Dichter, dafs er wie der
Blinde von Rosen und Sonne rede. — Hierauf ging der Kaufmann heim
zu seiner Hausfrau, die liebreich sein Ausbleiben beklagte, und heim
Al.-<hied ihm einen Heller gab, mit der Bitte, ihr dafür aus der Fremde
einen Hellerwerth Witz mitzubringen. Er versprach ihr, sich fleiisi^
darnach umzuthiin, und schied zärtlich von ihr, die ihm St. Tobias
nachrief.
Fr ritt fröhlichdurch Frankreich und Flandern, und forschte zugleich
überall nach dem Hellerwerth Witz. So ging er auch in Ypern die
Gaffen aul und ab, laut seinen Heller ausbielend, und wurde von zwei
Gefeiten, d rdrofs, derb abgedroschen. Ein (»iris der vor seinei
I, nahm Biet) d befragte ihn genau, und vernahm
ron iiirn den gasten Zusammenhang. Da -ral> er ihm weisen Halb, und
erhielt "laiin den Heller,
l)«-r Kaufmann /«^ einen »cblecblen Rock an und ^m^ heim. Bi
u.iin zu der einen Bulerin, klagte ihi dafa ei gani beraubt wire
und aiahi ibten [reue lie aber wiei Ihn an ••inen Juden
und -.'-"• ihm rreeh ihre Gunst auf, weil er ohne Gut sei. Da ging
'i ca*dei andern Bulerin , und versuchte aul gleiche Weise Ihre Treue
die r< n lumi. Wafsei schlug ihm einen Sehlüfsel
an den kopi und itiefi ihn mit Hülfe eines andern Weibei lur Thfire
ahsaoi Dei Dichtet ichilt aul die bösen Weibei die alle Schönheit
und rügend Guvernali Pai rristam Uawani Gamureti und
i Hsnd " und
tntugend um Geld rainnen: dagegen könnten alle Meister, wieOvidiu»
die guten Weiber, das Herrlichste unter der Sonnen, nie genug loben. —
Der Kaufmann ging nun von den feilen Dirnen zu seiner Hausehre, die
ihn freudig und liebevoll empfing, und treulich seine vorgebliche Nolh
beklagte. Sie wusch ihm das Haupt , und wollte nunmehr früh und
spät für sie beide nähen und spinnen. Da pries der Mann den Tag
glückselig , da er solche Treue gefunden , offenbarte ihr alles , wie eT
endlich den Witz gekauft, und gelobte Ihr auch fortan State Treue.
Sic dankte Gott für die Bekehrung , und beide lebten glücklich mit-
sammen bis ans Ende.
Zuletzt nennt sich der Dichter, Hermann Fressant aus Augs-
burg, und preiset solche tugendhafte und treue Frauen , um die ev
gern 30 Meilen und weiter wandern möchte
XXXV.
Von den ledigen wiben.
VFer die long' wider w 833er swimmc 1
und sich v^et . da3 er klim[melt .
h;i sich nie man geheben mak .
und wer rueft einen ganzen tak
5 l nd im duch nie man antwurt ,
und wer diu wa33er rit an' vurl .
Der verliurt gre^er arbeit vil;
und #er in der mal harpfen spil
Trlbl und sue3C3 gigen .
10 der möht1 vil lieber swlgen,
Waii im sin sie man saget dank
mir mag diu wil' wol wesen lank
Wan ich dise rede sagen,
und di bi nie man wil bedagen
i i Dei vi wel merken und ?ernem(tn.
vo ist mir rehl also jenem .
Dei sin körn ±;rA nn da3 girier .
• in nein such allen sin genh
Dil ist rnii getihl ;
tat in rersm&hen niht
Rehl durch iuwer kurtesln 1
1 .ml mir 1I1« limie sm
j ieh doch nichl gelan
ed< dei ich hegunnen h
220 XXXV. tftrfrau un* Mrtiv.
25 Die braeht' ich gerne vürba3,
vörht' ich niht der valschen ha3,
Wan von in niht gebe33ert wirl.
vil liht min getiht mir gebirt
Ein[en] hab'dank von den liuten;
/ 30 da von ich iu betiuten
Wil ein harte vremde3 dink.
E3 was hie vor ein jüngelink ,
Ein kouf man so verme33en
in einer stat gese33en,
S6 Der het ein rvip ze der slaet(e) .
ich waen, [da3] ie kein man haeljej
Ein wib also zühtik;
aller tugent genühtik
Was si, als mich \vi33en lies,
40 der mich diz maere tihten bieg.
Der selben vrouwen was da3 leit.
da3 ir man ze ledikeit
Zwei wip het gesazt ze hus.
swenne er wolte varen 113,
45 So kam er heim vil selten,
si muost' sin [ouch] dik engellcn
Ir man het des guoten sit'.
der im gerne volget' mit,
Swenne er wolf varn in diu lant.
50 so gieng er sa ze haut
Zuo den ledigen wiben;
die künden im vertriben
Die zit undc ouch die stunt;
in wart ouch dikke von im kunl
55 Gröge liebe unde miet%
swenne er von dem lande schiel.
Nu vuogt' e3 sich ze einen zilen
da3 er sines koufes riten
Mit koul schaz wolf in diu laut.
t>0 uinbe da3 im wurde bekant
Etlicher gewin an der vart.
da3 wart lenger niht gespart ,
\X\V. gferfraa mit» ItoUrin. 22
• Ze einer ledigen er dö gienk;
minneklich si in enpfienk,
55 Si begund' in zuo (z')ir sezzen.
er sprach: »ich wil mich lezzen.«
Ind hie3 dar tragen guolen win.
»nu sag' mir, liebiu vrouwe min.
Wa3 dir aller best behage.
70 da3 bring* ich dir, als ich dir sage.
So ich schierest mag von lande;
lä3 dir niht wesen ande.
Da3 ich bi dir niht mag gesin. «
si sprach; »min jämer und min ptn
75 Mue3en immer niuwe wesen,
wan ich an' dich niht mag genesen .
So getriu ist da3 herze min.
stl «'5 niht anders mag gesin.
& -iiln wir'5 zera besten riden ,
so du si.lt niht vermiden .
Dd bringest mir an' wandcl .
beidinj rok und mandel
In roter varw' der guoten
von Yper, wiil ich muoten.« —
85 »Da3 tuon ich gerne.« sprach der man.
mit ir ringen er began
I iid \\;irf si an ein bette.
dö wart rs allei wette.
Wan er raochtc (da) ze hant
*H) ein §tat, diu ist mir unhekanl ,
Ich kan niht \vi33e11. wie man si nenl .
wan. man dl die Mouwcn <lik an real
Mit 16 vrcislicher hurl.
im \vi33et, da3 er den selben niri
95 Nd runden hei anf alle3 lieht.
m%% ron in beiden nti geacbiht,
Dea bedarf man niht wagen;
ich iaa/ im . des •' lagen
(ii-sniukt ;'in' allen mih-i /<'ii ,
100 tcbimpCen and oacfa »cherzen
2W>2 XXXV. t&Wxaa uuti jJtaUrin.
Begunnen si ein guole wil(e .
ze stund mit [vil] gaeher il(e)
Sprach er: »ich süm' mich seit .
din[en] lib und al din ere
105 Geruoche Got der guote
haben in siner huote.«
Sere weinen si began:
»hiute so wil ich heben an«
Sprach si »mit vasten und mit beten,
10 und wil nimmer mer getreten
In keinen schuoch hin z' an die stunl,
da3 mir din kunft wir(de)t kunt;
So wil ich [den] durch den willen diu
aber in hohem muote sin. «
15 Küssent si in umbe vienk.
Hie mit er von dannen gienk,
Er kam ze der andern vrouwen sin,
do er schreit in da3 hüs hin in,
Ein kleine3 hündlin bal in an
20 dö was bl ir ein ander man
In einer kamer obnan üf,
und luoget' ze einem venster druf.
Unt vrägte, wer da waere. —
»geloube mir ein maere,
25 E3 ist min bruoder, wi33e da3,
des muest* ich haben sinen ha3,
Und würde er des innen,
da3 du bist bi mir hinneu,
So hueb' sich angest unde not.
30 wan er taet' uns beiden den tot \
Da von 133 dich verslie3en ,
und IA3 dich niht verdrie3en. «
In einer kisten da3 beschach;
wie schiere si herÜ3 sprach!
35 »Wer ist da?« — » da3 bin ich.«
>;jä, bistu da3? wie vröuw' ich mich!
Sprach si, und lief resch herab,
ungehunken, ane stab
\XXV. €t)efrau un* Huleriti. 223
Kam si ze der tür gegangen,
140 er wart vil wol enpfangen
Von ir, und !) vuorte in vil dral
hie unden in ein kemenät,
, Da im alle3 lieb geschach.
ze hant er da (zuo z'ir) sprach
i5 »Du solt wi33en, vrouwe min,
das ich bi dir niht mag gesin
Kein wir an disen ziten,
wan ich von hinnen riten
Wil morgen vruo, als e3 taget;
öö swa3 dir nü allerbest behaget.
Da3 bring* ich dir mit willen.«
weinende uf die dillen
Sa3 si nider (al) ze hant
und sprach: »wiltu nü in da$ laut
Von mir varen hie zcstunt,
als mir verjehen hat din munt
x» kan mir leider niht geschehen;
wan man mich beginnet sehen
In jämer und in trüren,
ft<) dlle vröud' vermüren
Wil ich hin z' an den tak.
da3 ich dich aber gesehen mak
Nach mines herzen gelüste.
\riuntliche si in kuste,
65 Und sprach. » sit du niht mahl
bellben, so han ich mir bedahl,
Gol gebe, CU5 mir geling*:
roh und mantel du mir bring
Von dcnt des guolen, l»it* ich dich,
70 er ipracb; »d83 tuon ich sicherlich,
Ol» ich d.'i3 leben sol hau,
10 rii.io5 diu wil dar an ergän .
Und war' (3 zwirnt als iiurc
1 spra< h »du bisl »0 gehiure ,
■ . .i-
224 XXXV. €i)cfrau mit» Ühtlmn
175 Da3 ich al zit gern bi dir war';
alle man sint mir unmaer',
Denne du, des muo3 ich jehen,
wan mir niht liebes mag geschehen,
Den so ich dich erwische;
80 von dir so wird' ich vrische
An muot und an dem herzen.«
ze hant begund' er scherzen
Mit ir an einem bette.
wer wil nü (des) wetten,
85 Ob [nu] von in lenger wurde vermilen,
da3 si mit höflichen siten
Waren, an' alle3 kriegen?
der red' ir mich niht liegen
Hei3et; wan 03 von in geschach.
90 nü wi33et, da3 si düht' niht swach
Da3 vröudenriche bette spil. —
man vindet [noch] blinder Hute vil,
Die noch beginnent kosen
von liehten glänz rösen
95 Unt von der sunnen also klar:
ich sage iu, da3 niht vür war
Ze dfser red* geliehen kan
ein also hüpscher man,
Sit ich von vremden dingen
200 rede muo3 beginnen,
Der ich niht (en)hän gesehen,
des ist mir reht als dem geschehen,
Der da saget msere,
wie tief da3 mer waere,
5 Und der doch nie dar (be)kam. —
si lägen, als in wol gezam,
Vil guot' wir bi einander;
da3 er suocht' , da3 vand er.
Und also schiere da3 ergie,
10 er sprach: »ich mag niht lenger hie
Beliben, wan 03 ist nü zit,
du solt e3 lan an allen strlt,
XXXV. getrau unt> Bultrin. 225
Da3 ich HIU03 von dir gähen. «
halsen und umb vähen
•215 Wart von in niht vergessen.
«mit almuosen und [mit] messen
So wil ich din [al3 wol] gedenken.« —
»Got geb', da3 ich dir schenken
Mue3' mit vröuden, als ich ger. «
-*) da ze hant nam er
Urloub, unt kom gegangen
hin heim, da er enpfangen
Wart wol in sinem hüs:
»wä bistu so lang Ü3
29 Gewesen?« sprach sin vrouwe.
»da3 ^cn dir so wol getrouwe,
Des engilt' ich dikke sere;
du soltest nach miner lere
Leben, des fröuwet' ich mich.«
M) er sprach: »vil gerne tuon ich
.\lle3 da3 dir lieh ist.«
>i sprach: ^nim hin an diser vrisL
Einen helbling, und niht mer,
und kouf mir, als ich beger,
Y6 Dar umb ein haller wert wizze. «■
er sprach: »wazuo sol dizze,
Ua3 du mir hie vor hast genant l
da3 soltu tuon mir bekant,
Da3 ich dich sus hoer' nennen;
U) ich gloub', ob man e3 erkennen
Kund' in allen landen,
\on wlben und von mannen,
Ob] ich e3 [niht] ervorsehen mag.«
I sprach: »vernini, wa.3 ich dir sag',
ii Wen du Itamett in diu laut,
I I man ie guoten kouf vant.
Bin haller wert wizze, als ich ger,
wiltu volgen miner 1er',
56 vindeitu etwen einen man.
>o der <lir den helbling gelten kan.
//«,.. ....„ 11 15
22(> XXXV. eijefrau im* Bulmn.
Nu tuo, da3 ich dich hii'.
da erwirbest du mit
Min hulde ewiklichen.« —
»mir welle denn(e) entwichen«
255 Sprach er »der lib und da3 guot,
so bin ich wol in dem muot,
Da3 ich der vrag' niht enlä3e,
swa ich var üf der strafe,
Unt kum ouch herhein nimmer,
60 und soll' ich varen immer,
Bi3 da3 ich vind* ein haller wert wiz.
unt tüo da3 allermeist umb diz,
Da3 du niht mügest sprechen,
da3 ich wel zerbrechen
65 Min triuwe und da3 ich dir hab'
gehei3en, des gang' ich dir niht ab;
Des mahtu wol wesen sicher, a
si gedäht' ir inneklicher:
»86 mag min ding wol werden guot,
70 ist er den also gemuot,
Da3 er der vräge niht erwint,
so wei3 ich (wol), da3 er vint
Vil mengen wizzigen man,
der im den helbling gelten kan.«
75 Ir gedank was alsus.
manik trütlicher kus
Von in beiden da geschach.
darnach der man aber sprach
Mit senfter rede suese:
80 »Got dich behueten mue3e
Mit slner statten huote!
mir ist des wol ze muote,
Da3 ich zehant wil riten,
ich mag niht lenger biten,
85 Wan 03 ist (des) volliu z!t.«
do begund' er si an' allen nit
Halsen und umbvahen.
hie mit begund' er gähen
WXV. £tKt'uui Mrt ÜtaUrin. 221
Ze sinein ros und dar üt sa.5.
290 »der guote her Sant Toblas«
Sprach si »der geruoch' din pilegeii! A
si tet im nach vil mangen segen,
L'nde nant' im aber diz ,
daj da hei3t ein heiwert wiz.
95 Si enpfalch in Got vil liure.
hin reit der gehiure
Gegen Frankrich dem lande,
da er die wirf wol erkande.
Und ouch in Flandern liberal;
300 er vuor hin vroelich mit schal.
Da3 im sin wip enpfolhen het
vil mengem er e$ kunt tet.
Der im niht geraten künde,
er lief vil menig stunde .
5 Üa3 \vi33et sicherliche.
dem vil gar geliche.
Der sin kuo verloren hat.
der vräget ouch, swa er ga*!.
Ob si ieman gesehen hab\
10 ein ga53en üf, die andern ab
Hegund' er schrien und louf'en
wer gibt mir ze koufen
.-in haller wert, als ich beger?«
vil manger sprach /da): »\>tJ3 wil tfei '
lö Dirr' wil uns hie heberen
und nie man län gehoereu.«
Kr enruochte, swa3 re man srir',
von vruomes bi.3 ze vesperzlt
Lid it schrien alle tage,
20 eg ist war. wa3 ich iu sage.
\ 011 einer stat zer andern
liberal in Flandern.
1)33 er nie kund' (Mvorschen diz .
da3 da hei3t ein haller wert wiz.
Swann' er (dar rdch) vorsehen ttogan
gedihf im ie der man
228 XXXV. €hefron unt> fftnlerin.
>Dü mäht wol hän eins narren sin.«
und gienk zehant von im hin,
Als er sin niht verstanden het.
330 wie (nü) der koufman tet,
Der nach dem he] wert wiz vräget?
ob iuch der red' niht betraget,
So sag* ich iu, wie im gelank.
e3 stuont darnach unlank,
35 Da3 er gen Yper kerte,
als in sin sin lerte,
Da lief er an den Strien,
des wolf er niht lä3en.
Von ga33en hin ze ga33en,
40 unz man in [ser) begunde ha33en.
Er gieng eins tages vruo Ü3,
da liefen zwen' gen im her Ü3
Die begunden in wol erdreschen
da3 von keiner weschen,
45 Diu in der hant ein slagen hat,
weder hemd' , noch niderwat
Nie so wol gebluwen wart.
vil ser gerouw in diu vart,
Da3 er ie dar kam.
50 der ein' in bi der hant nam
Und warf in [under sich] üf die erd(e),
er wart gar unwerd(e)
Gehandelt von in beiden:
»wir sin noch ungescheiden,
55 E du der wizze wir(de)st sat!«
der eine sltiog, der ander trat,
Unz er sin genuog gewan.
nü hoeret, wie der koufman
Tet, dö si in heten gelten:
60 dö gieng er an die Strien
Unt klagte ser sin ungemach.
vil schier ein burger da3 ersach,
Der was mit listen wise
und von alter grlse,
\X\V. CtKt'rau uut> i&uUrin. ±29
305 Der sa3 alters ein(e)
vor [sinejm hüs üf einen) stein(o).
Er begund' im ruefen zuo(z'im dar.
er sprach, er saeh' wol und naem' wnr
Da,5 im vil leides waer' besehenen,
70 da3 künd' er wo! an im ersehen.
Doch vragt' er in der allere,
wa3 im beschehen waere,
Uder wer im getan haete.
da3 er im da3 kunt taete ,
75 Ob er im niht künd' geraten
umb die selben getäten. —
»Mir ist vil gro3e3 ungemach
nun da3 ich vür si gie und sprach.
Wer gaeb' mir ze koufen ein heiwert wiz. «
80 do sprach der burger: » wa3 ist diz?
Da5 du mir vor hast genant,
da3 soltu tuon mir bekaut.«
Er vuort' in an ein heimlich' stat,
da er in verjehen bat
85 Von dem hei wert wizze;
er nam in bl dem silzze
Und hie3 in nider sizzen.
do seit' er im mit wizzen
Von den drien wiben.
i>0 die red' begund' er schriben
In sines herzen porte,
dö er diu maer' erhörte.
Als die wtsen gerne tuont.
<r sprach: »dir wirt von mir kunl
96 Wiltu mir gerne volgen
und niht wesen erholten.
So wil ich dich leren einen list,
der wol eins hei billiges wert ist:
Nu \euiirn, wa3 ich dir sage,
100 DD «5 dir wol beh.i
i \\ ;n iinihe si dqg taten)
8 I \i.l_:' <lu minern r.ile
und vorder dich vil dratC
$3£) XXXV. €befran uni> Sulmn.
Heim gen dinem lande;
in vil boßsem gewande
105 Soltu dich la3en schouwen
vor den drien vrouwen,
Und ervar michel wunder.
unt klag' ir ietslich besunder
Din swaere und din armuot,
10 und wie man dir alle3 din guol
Beroubct und genomen hab' .
[und] man züg' dir al3 din gewanl ah.
Und habest üf aller erde
niht eines Schillings werde;
15 Und man si aller triuwen,
der alten und der niuwen.
Der du io ze in gewänne,
und da3 man (ie) dich [ze allen zitenl vünd<
Bi in in hohem muote
20 die wil* du wärest bi guote,
Da3 si des noch gedenken,
und hei3 dir etwa3 schenken
Dar nach als ir genäde si.
also versuoch' si alle dri ,
25 Und merke eben minen rat:
welhiu denne dich wol hat
Und niht siht gerne din armuot.
der soltu tragen holden muot ;
Wan diu meint dich mit triuwen g;ir:
,10 der guoten vriunde nimt man war
In der rehten noete. «
der koufman was genaue
Des rätes, den er von im nam .
und sprach . als im vil wol gezam :
:15 »lr hant vil wol vergolten mir
den helbling nach mins herzen gir.«
Er nam urloub und schiet von dan
er tet einen bansen rok an
Als in der burger lerte.
bO do zchant er kerte
XXXV. tfljctrttu untJ Uulctin. 231
Heim gen sinem lande,
in vil boesem gewande
Kam er hin heim gegangen,
er wart vil trag' enpfangen
445 Von der ersten vrouwen.
die wolt' er gerne schouwen.
Int kam vil drät' geloften
ze irem hüs, da3 vant er ofl'en,
Da vant er si inne sizzen,
50 du gruo3t' er si mit wizzen,
Do seit' er ir da3 ze maere,
da3 er beroubet waere
I.ibes und ouch guotes
(
55 Da3 waer' dahin zernage):
»und sich an die bittern kwäl
Die ich dulde von armuot.
du gedenke, d«i3 ich hohen muot
Wllent hete durch dich,
60 uiul da3 du dikke vröuden rieh
Nun miner gäbe würde,
nu entloese mich der bürde.«
Si sprach: »min vriuntliche hüll
ich gen dir vil lüzzel gedult,
65 l'nd muo3 dir immer sin versparl. ■<
da si von im des innen wart,
Da3 im was genomen sin guol,
dö tet si. als noch mengiu tuot,
lud rette zuo .// im \il unwert,
70 und sprach, wa3 ei hete bereit
Von einem wilden heiden:
>(lu soll von human scheiden .
Ob (16 will mit vride sin.
ein Jud' und ouch ein kar/in '
75 Die UlOftt du im /<• uuol. "
<i iprach: »dir ist ratn nuol
u im !
232 XXXV. €l)d'rau uut» $ulmn.
Gewesen ie hold mit triuwen;
e3 mag mich vil wol riuwen,
Ob du des wilt verge33en;
480 ich bin ouch dik gese33en
Bi dir also nähen,
da3 halsen und umb vähen
Von dir niht wart vermiten;
ich wil dich manen und biten.
85 Da3 du weinent sprach' ze mir.
do ich ze jungest schiet von dir,
Du wöltest durch den willen min
alle die wil' die ich Ü3 wolt' sin.
Vil vasten unde beten
90 und wöltest ouch nimmer treten
In keinen schuoch bi3 an die staut;
da3 dir min kunft wurde kunt:
Nu bin ich komen leider
guotes und ouch kleider
95 Nakket (und) enblo33et gar.« —
»da3 ich dir sage, da3 ist war,«
Sprach si an derselben stunt
»des mag gelougen niht min munt,
Ich waer' dir wllent undertan:
oOO das tet ich nun üt' den wän.
Da3 ich din möhte genießen.
hoer% ich wil dir ents!ie3en
Ein vnemde red' an diser vrisl:
sit du des guotes äne bist [
5 So schaffe, swa3 du wellest,
ich sag* dir, du gevellest
Mir niht eines häres wert;
heteslu guot hiur', als vert.
So waerestu vil gehiure:
10 dir muo3 sust wesen tiure
Von mir genäd' und vriuntschall
du wahrest dan so s tathaft,
Üa3 dir (niht) waer' genomen din guot,
so w»r' ich ba3 gen dir gemuot :
XXXV. tftjefrau unt« ^uleriu. :>33
515 Sit du nimmer guotes hast,
vil bald du Ü3 minen ougen gast,
Oder es geriuwet dich.«
mit der red' da schieden si sich.
Do gedäht' er im und sprach:
20 »wie rehte liebe mir geschach,
Da3 man mir den helbling galt!«
da ze hant lief er vil balt
Ze der andern ledigen vrouwen
und wolt' ouch ir triu schouwen.
25 Mit disen niuwen maeren
wolt' er si ouch ervaeren.
Do er zuo (z')ir komen was,
dö seit' er ir ze maere da3,
Da3 im genomen waer' sin guot,
30 unt klagt' ir ser sin armuot
Und wa3 er kumbers het' erliten.
er sprach: »ich wil dich manen und biten
Aller der triuwen,
der alten und der niuwen,
35 Die ich ie ze dir gewan,
da3 du gedenkest daran
Unt tuo mir diner genaden schin,
da3 wil ich immer dienent sin,
Die wil' und ich da3 leben hau.«
40 »du solt die bete abe lau«
>prach si »und din kallen;
du muost mir missevallen,
Sit man dich beroubet hat,
96 vürder dich hin Ü3 drat',
iö Wan ich gib' dir niht an der slunl
einen WtJföeM trunk iu den miint ,
DI von (t6j swig stille.«
er sprach: »min guoter will«-
Wai g4s dir wllent niuwe
>o in vriuntllcher triuwe.
I>(^ sota) niht vergc33en."
ei vs.is zuo (i'j ir gete35en
234 XXXV. tftjcfrau un* iMerin.
Des si dühte, ze nähen,
da3 begund' ir gar versmähen,
555 Und sluog in an den drü^el,
mit einem grÖ3en slü35el
Sluog si in vornen an den köpf,
da3 im bluotig wart der schöpf.
Ir wären zwo in der stuben,
60 mit ein ander si in schuben
Hin Ü3 mit dem hals,
si sprach: »nü truz unde kals.
Da3 ich gewesen si din wlp!«
er gedähte: »waere min 11p
65 Mit eren komen hinÜ3l«
si stie3en in vür da3 hus,
Als ob er waere ein diep.
er gedähte: »wart ich dir so liep.
Dem hästu getan gar ungelich.«
70 von dem hüse huob er sich,
Und begunde nigen in da3 lant,
da er da3 heiwert wizze vant.
Also schied er von ir hin. —
E3 hat betruebet mir den sin .
75 Da3 manik zierliche3 wip
so reht wol hat ein zieren lip
Und so reht unendlich tuot,
da3 si sich lät durch guot
Erwerben und gewinnen.
SO als ich mich kan versinnen.
So hänt vil vrouwen ouch den sil',
welher man in niht git.
Der wirt in schier unmaere,
und ob er als kluog waere,
85 Als der hüpsche Curvenäl,
und waer' er schoen als ParciväL
Und sünge ba3, wenne Siren'.
* hat er den vrouwen niht ze gen ,
Si künnen in schier' versmähen;
90 e3 künd' in niht vervähen.
WXV. Ctit'Tnut unti l^nlcrtn. 335
l'nd mint' er ba3, denne Tristan.
und waer' er als Gawin ein man
An tugend und an muote ,
und waer' er kuen und vruote
595 Ais Gämuret genant,
er künde doch mit laerer hant
Nimmer vrouwen gunst bejagen.
sprechen, singen unde sagen.
Zuht mit bescheidenheit
600 und allerhand behendikeit,
Swa3 der weit ie vröuden brähl'.
da3 ist alle.3 durch wib erdaht:
Der went si nimmer ahten.
si beginnent nun ze tränten
0 L'mb ein guotes riehen man.
den sehent si vil lieber au.
Swie ungestalt er waere.
(•3 diuhte si niht ze swaere.
ob im sin atem stinke.
10 und waer* er lam und hinke.
lud waer' an allen tilgenden ha».
het' er alliu siniu jar
\ ertriben und alle sine zit .
ob er den vrouwen guot git.
15 Kr liebet in an der st mit:
lief er einen witen munl
Mit <Ji i leisen oder mer .
v,,v\ er mran als ein bei.
I ml hei ein hover binden unl muh.
20 (ln.5 Iie3en si an' allen zorn.
I od wurde soll in L'«-\\erl
alles des sin hei/. hegerl.
Ibei einem reinem >vi|j
der wai' ein solicher llp
1 > l nrna-i'. und het' er ftUeg golt .
si Itünd' im nimmer werden hob
h.i 900 w«3 u h wol an' iv in .
da-, n'inui wip der ereil van
'236 XXXV. <&t)tfraii unt> ftuUrin.
Tragent und den höchsten pris.
630 Ovidius der sinne wis
Und alle die meister, der ich
noch aller versinne mich
le gevreisten von Adamen,
die künnen nimmer wibes nameu
35 Niht volprisen üf ein ort:
si sint ein schaz und ein hört
Und aller tugend genühtik;
ein reine3 wip gar zühtik
Ervrischet (eines) mannes muot.
40 wa3 waer' diu weit, wa3 waere guot,
Wie solt' tuon [eins] jungen mannes lip,
waeren üf erd' niht reiniu wip?
Der name ist also rein,
da3 diu sunne über schein
45 Kein ding so vröudenrich;
e3 mag joch niht sin ir gelich
Ob der erd', noch darunder;
aller tugend' ein zunder
Sint reiniu wip, da3 muo3 ich jenen.
50 man mag ouch mangen vunken spehen
An ei[ne]m unreinen wibe,
diu erzeigt mit irem libe
Mangen (argen) valschen list.
der alhie bewaeret ist
55 Mit disen wiben unreine.
so si der tiuvel meine! —
Do er sin euch vrouwen vant ,
do begund' er klagen zehant,
Da3 im waer' alle3 da3 genomen,
60 da mit er waere Ü3 komen.
Mit schoenen zühten si bedagt
hinz' da3 er ir hete gesagt.
Wie gar er waer' beroubet.
ob ir mir nü geloubel,
65 So sage ich iu, wie si tete:
si hie3 im an der selben stete
XXXV. gtjefrau unti IMmn- jSW
Nach sinen arbeiten
ein guot bad bereiten.
Er wart von ir wol gehandlot,
670 ir muot wart nie verwandlöt.
Swie gar er waer' beronbet,
si zwuog im wol da3 houbet,
Wan si was aller tilgend vol,
si sprach: »vriunt, gehab' dich wol,
75 Sit dir genomen ist din guot,
so verzag* niht an dem muot
Unt volge minem rate,
ich wil vruo und späte
Mir selber des enblanden .
SO ich getriu mit minen handen
Uns vil genuog gewinnen
mit naejen und mit spinnen,
üni e3 waeger werden mak.« -
»wol mich. da(5 ich ie disen tak
So Hän gelebet!« sprach der man
»nü bin ich worden innan,
Wä ich triu sol suochen.
vrouw', wiltu geruochen,
So sag* ich dir an diser vrisl,
90 wie mir gelungen ist.« —
»Ja wil ich.« (also) sprach sie.
oso vernim wol, rehte wie
Mir gelang an diser vart.«
vil schier si von im innen wart
!>ö Der maere, als ich hän gesagt;
mit schoenen zühten si bedagt\
Bi,5 er si het erma;ret ,
wie er diu wlb orvaret,
Und wie im davor geschach.
700 dö ze haut si da sprach:
Ich \\il des immer loben kxist.
d»3 du innen worden bist,
Wer dich mit tun wen mcinlc -
gar wol bi bfescheinle,
238 XXXV. «Ehefrau unt» Ütaitrin.
705 Da3 si im was mit triuwen bi:
»als rehte lieb ich dir si.
So vermid ir geselleschaft ;
da3 du niht me werdest behalt.
[Des] wil ich [dir] mit triuwen raten.
10 gedenk' ? da3 si dir täten
So rehte ungetriuwelich.« —
»wa3 du wilt, da3 wil ouch ich:«
Sprach er »da3 wil ich dir sweru;
din triu, din guet' mag mir erwern,
15 Da3 ich muo3 miden alliu wip,
den dinen tugentlichen lip,
Des mag ich vermiden niht;
min herz' dir ganzer triu verjiht,
Wenn' ich gedenk' an die getät,
20 die din lip begangen hat
An mir in rehter triuwe.«
si sprach: »da3 wirt noch niuwe.
Ob ich da3 leben sol hän,
so wirt dir von mir kunt getan,
25 Des du dich lüzzel solt schämen
( )
Do sprach der man zuo dem wip:
»du bist mins herzen leit vertrip ,
Ich wil dir der [ganzen] wärheit(e) jenen ,
30 swie grÖ3e3 leit mir ist geschehen.
Bi3 ich dir kouft' ein heiwert wiz,
so wil ich dir doch sagen diz ;
Du solt haben guoten muot,
wan ich hän noch er' und guot,
35 Dar umb soltu niht sorgen:
ich hof , e3 kumen über morgen
Niun wegene wol geladen.
ich hof, ich hab' den groesten schaden
Nu vürba3 überwunden;
40 wan ich min triu hän vunden.
Von Flandern 113 dem lande
XXXY. «ßbefnw nntJ $ulmn. 239
l nde von Yper der stat
si vuerent (vil) riche wät.«
745 Da3 ist war be namen.
unde went ir sinen namen.
Der dise rede hat beriht
unde vür bräht in getiht,
Der wirt iu allen hie bekant:
50 er hei3et Herrn an Fressant.
Also hat er sich genennet;
ze Augspurg man in [wol] erkennet.
Da3 geloubent. ob ir mugent,
mit vil menger tugent
55 Lebten disiu vrouw' und man,
als ich von in vernomen han.
So was ir leben wunniklich.
da3 wölt' ich gerne, sicherlich,
Da3 ein ietlich zühtig man,
60 der tugent und er' erkennen kau;
Het' ein also zühtig wip,
und eines sölhen mannes lip
Ein ietlich reine vrouwe haet'.
dar umb ich gienge, der mich baet',
05 Dri^ig mile oder mere;
durch reiner vrouwen fcre
Wöll' ich e3 tuon mit willen.
ein reine wip kan stillen
Mannes ungemuete
70 mit ir wipllch(er) guete.
D,i3 i>t an diser vrouwen schin :
N kund1 ir man wol wenden pin,
Weao(e] er ungemuot was.
«rlpUcher guet' si niht verga3
75 Dnd erzeigt' im reiner vrouwen |H\
bie h.u diu red' ein ende mit.
XXXVI.
Pos ttintme Jllmofrn.
1 1
10
Ein .Mann war so karg , dafs er sogar vor seinem Weibe alles
rersehlofs und den Schlüfsel stäls bei sich trug, auch wenn er nicht
daheim war; er zählte die Käse und wüste jedes Ei, das ihm gelegt
ward: sein Weib aber hatte kaum zu efsen. Eines Tages war er nach
det Mühle gefahren tind sie allein zu Hause; da trat ein armer Mann
herein und bat sie um Gotteswiüen ihm etwas zu geben. Sie klagte
ihm ihre eigene Noih. und dafs ihr. wie gern sie gäbe, ihr Mann alles
\ ersperrte: wolle er der Bittende jedoch ihre Minne, so gebe sie sie
ihm um Gotteswillen. Der Arme hielt es für Spott: sie aber führte ihn
zu einem Reite und gab ihm ihr Almosen sowohl anstatt des Fleisches,
.ils des Brotes. Der Arme liefs es sich Wohlgefallen, und rühmte, dafs
er nimmer ein befser Almosen empfangen habe, und St. Michael und
das heilige (irab mögen es ihr lohnen. Damit ging er hinweg, gerade
.tIs der Mann heimkam. Dieser hörte vor der Thüre die Danksagung,
eilte hinein und fragte seine Frau, was sie dem Armen gegeben habe.
Nie läugnete jede Gabe, weil er ihr ja nichts dazu gelafsen habe. Er
aber ergriff ein Scheit und schlug sie, bis sie weinend gestand, dafs
sie das zum Seelenheil nöthige Almosen , in Ermangelung anderer Mittel,
durch ihre Minne gegeben habe. Da verwünschte der Mann seine Karg-
heit, die ihn so thener zu stehen gekommen war, übergab der Frau
die Schlüfsel und liefs sie von nun an über alles im Hause schalten
und walten, verbot ihr aber bei ihrer Ehre, fürder ein solches Almosen
zu geben Der Dichter meiol jedoch, es wäre immer noch ein preise*
UflMM nn es minniglich um Gotteswillen gegeben würde.
XXXVI.
Da3 warme almuosen.
L)iz isl ein seltseen' m*re gnuok
von dem warmen almuosen kluok.
K3 was hie vor ein karger man ,
der nam sich einen siten an,
Des er vil lüzzel geno3,
vor sinem wibe er verslö,5
vlle3 da3 er häte.
beide, vruo und spate,
Lr pflak des noch der karge pflit,
1« n ^Iu33el truog er z'aller ztt,
Swa er gienk oder reit,
lo wie manik ei im wart geieit,
Da3 weste er wol bi dem tage;
sie künde im eineg niht entsagen.
Sin ka^e wären ouch gezalt.
er lie3 'r deinen gewalt
15 I eber diz, noch über da3,
ir w;nt kume da3 sie ga3-
Liu> tages soll' er ze dei mule vain
und IM tl.i heim da3 hüs bewarn.
M kwam lieft) ein vil arm man
2X) zuo /',n in il;i3 hus gegän .
Li bat sie inneklichen
iiuir-h < *ol den vil riehen .
210 XXX VJ. jDnö urnrntc 5Uiim|Vu.
Da3 sie im gaebe eteswa3-
diu vrouwe kleite im das-
25 Da3 sie niht enhaete,
swie gerne sie das taete,
Sie sprach: »mir hat min karger man
beslo35en alles da3 ich hän,
Beide, vleisch unde bröt;
30 sold' ich vor hunger ligen tot,
Ich künde sin niht gewinnen:
wolt ir inine minnen,
Die gaebe ich iu durch Got.«
er sprach- »vrouwe, lä3t den Spot;
35 Ich bin ein so armer man.
mich get niht spottens an.
Da3 ouch da3 selbe maere
luwer ernest waere,
Des waer' mir innenklichen nut;
W) man gibt mir vleisch unde brot
So vil, das icn den ^P gcuer
und mich des hungers wol erwer.«
Diu vruuwe nam in bi der haut,
sie vuort' in, da sie ein bette vant.
15 Hie leiten ^sie) sich \ beide] an,
diu vrouwe und der guule man;
Sehet, do spiit' er ir mit
mit vrouden, nach der werlde sit',
Lud nam da3 almuosen da,
öö und sprach, da3 im nie anders wa
bin wurde nie inere
erboten großer ere.
Sie sprach: »das ich gegeben hau,
das hän ich vür da3 brot getan;
öö Nemt iu vür da3 vleisch darzuo,
ob ir'3 nu gerne wellet luon.«
llie gewant' [aber] der guote man
aber sine vrouwen an .
Und nam da3 almuosen Ins;
60 mit vÜ3e gab sie im da3-
XXXVI. 3>a* umritte iUmofeit, 247
Er sprach: »min herre Sent Michael
der vergeldes irre sei".
Mir wart bi allem minem leben
ein solch almuosen nie gegeben;
65 Da3 sie mir dar zuo gap ,
da3 lone ir da3 heilige grap!«
Sust gie er danken vür die tür.
do begegent' im da vür
Der wirt, und hört(e) sin gebet
70 unde da3 danken, da3 er tet.
Der wirt der lief hin in ze hant ,
da er die hüsvrouwen vant,
Er sprach: »vrouwe, saget an,
wa5 gäb^t ir dem guoten man,
75 Der gein mir hin Ü3 gät,
und iu su vil gedauket hat?«
Sie sprach: »ich (en)gab im niht;
weune Iie3el ir mir iht,
Da3 ich ieman mühte gegeben?
SO ich hab' ein sele, und wei3, wes leben. «
lue erwischt' der wirt ein schlt
und sluuk die vrou[we], bi3 an die zlt,
Da3 sie im der wärheit bejach,
sie begunde weinen, unde sprach:
üo »NA wei3 ich doch ein dink wol,
wer ze himel kumen sul,
Der 1HU03 sin almuosen geben;
ich hab' ein sele, und wil niht leben,
Alb ein [ander] heideninne:
90 ich gab im mine minne
Zoo sele gerate,
wau ich anders niht enh«ete ,
Vür iuwer sünde und vür die min.
da3 Ion sol unser beider sin.«
U5 i)() sieh da der guote man
umbe dt£ lasier versau.
K3 was im leit und ungemach,
vil lule riet er und«* sprach:
248 XXXVI. las wanne JUmofeu.
»Owe, da3 ich ie wart gebornl
100 da3 du din ere hast verlorn,
Unde ich da3 gemachet han!
da3 laster da3 du hast getan
Da3 hetestu wol bewart;
wan ich dir vor hat' verspart
5 Wes du soltest leben
und den armen liuten geben;
Des ist diu schulde min
als(ö) vaste, als diu dln.
Nu under wint dich alles des ich hän
10 und alles des ich ie gewan,
Beide , vleisch unde bröl ,
und gib, wes den armen si not;
Und gibest du [der dinge] iht mere ,
e3 get dir an dln ere.«
15 Sust gewan diu vrouwe ir[enj man
den gewalt und die slü33el an,
Unde gewan ein vil guot leben;
sie mohte da3 almuosen [gerne] geben
Noch nimt mich immer wunder,
20 da3 pruevet besunder,
Ob e3 noch ein vrouwe tsete,
ob sie sin almuosen haete.
Eine3 sprich' ich wol, sunder wän,
sie taet* noch grÖ3 almuosen dran,
25 Diu e3 gaebe minnenkliche
durch Got von himel riche.
Hie hat diz msere ein ende
an' alle missewende
Mue3en die vrouwen immer leben,
30 die sulch[e3j almuosen gerne geben.
XXXVII.
P'ic fcret Wnnfät.
»
Ein Mann klagte seinem Weibe bitterlich ihrer beider Armut, da
i'i doch nicht wilse, womit er sich gegen Gott versündigt habe, und
Iragle sie, ob sie etwa sich einer Schuld bewufst wäre. Sie verneinte,
und er glaubte nun, wenn sie beide Gott recht ernstlich lag und Nacht
baten, werde er sie reich und glücklich machen. Das lhaten sie denn
auch so lange, bis Gott den Engel des Mannes herabsandte, der ihn
belehrte, er inüise nicht um Gut bitten, weil er es ohnedieis erhalten
halte, veno es ihm beschieden und zuträglich wäre. Der Mann jedoch
bestand auf seiner bitte, dais ihm Uecht geschehe, und der Engel
gewährte: da er ihm und Gott nicht glauben wolle, möge er sein
Heil versuchen, und selber die Schuld tragen, wenn er wieder arm
werde. Er ^ab ihm drei Wünsche, die unfehlbar erfüllt würden.
Der .'Wann ging fröhlich heim zu seinem Weibe und pries sich mit
ihr überglücklich durch diese Gabe. Sie gingen nun zu iiathe über
die drei Wünsche. Er schlug vor: einen groisen Berg (joldes, mit
einer festen hohen Mauer umher gegen das Vieh; oder einen Schrein
inner gleich voll Goldes, wieviel auch davon genommen würde. Das
Weib bat ihn /.uvor uiu einen der drei Wünsche, und als er ihr ge-
wahrt war, wünschte sie sich ein so schönes Kleid, wie es noch nie-
mals ein Weib auf der Well gelragen habe: und auf der Stelle war sie
dasail bekleidet. Da schall sie der Mann, dais sie nur an sich gedacht
habe, wahrend sie doch zugleich alle andere Frauen hätte bekleiden
können, und r erwünschte das JUeid ihr in den Hauch, damit sie satt davon
wurde. Auch dieser Wunsch ward erlüllt: das kleid fuhr dem Weibe
sogleich in den bauch, und (hat ihr so weh, dais sie fürchterlich schrie.
1> • lauern liefen .ili-' herbei, und das Weib klagte ihnen, dais ihr
■aan es ihr angetnan habe. Da drohten sie ihm und zückten Meiser
und Schwelt, wenn Bl -'in NN>ii, sieht wieder erlöse. Es blieb ihm
nuhls anderes übrig, eis -ic durch den drillen und letzten Wunsch von
ihrer ^ual m hofa waren die drei Wunsche schmählich ver-
bracht, und beide überwiesen, d.ij-. si< ki in Gut verdienten. Doch gab
man -lein Hanne die meiste schuld, und er ward so der Leute Spott.
r Geil um des tod bat, und auch vor l.eid verdarb und starb. —
Dei iii'iii'-i besehlieJst mit dei Betrachtung: es gebe dreierlei Thoren
leicht, die wc. irr wiimii Doch können; lolche, die nicht wifseo wollen
und solche, die wohl wilsen und können, jedoch da~. Uebelsie thun,
und IUI Meli <»ui und Freude trachten ohne dei Seele zu gedenken.
XXXVII.
I) r i wünsche.
Diz ist ein miere ze halten
von drin wünsch Gewalten.
Ein man sprach ze sinem wibe :
»an unser zweier llbe
Tuot Got grÖ3e ungenäde schin
d;i,5 er uns sust lael arme sin:
ä Sol ich unz an minen tut
vnii armuot liden sulhe not:
Ich wolde mich selbe tceten e;
mir tuot armuot so we,
Da3 ich en\vei3, wie ich gebaren sol.
10 ich bin zornes und leides vol.
Jchn' kau des nihl vei sinnen mich,
da3 ich mich Inder wider dich
Verworhl habe, oder wider Got:
hlfta linier liole.s gebot
lö Zebtochen . dag soll du mir sagen;
ich hilf«' dir die btio.^e tragen.
Unz ieli dich diner schulde
bringe an Gotei huldc.a
gj ipracb: oswag ich begangen nan
20 (i.15 isl gar mit dir getan.«
Ei ipracb: p§& isi mir nibi bekanl,
v>ai mnbe uns Got bebe gepfanl
251 XXXVII. IDte tiret WMfa.
Eren und grÖ3es guotes;
Got ist so rehtes rauotes,
25 Gert(en) wir's, als wir soltcn.
er wert' uns swes wir wolten:
Wir suln wachen über mäht
und biten in tak unde naht.
Das er uns gebe michel guot;
30 ersiht er unsern staeten muot
Und die grÖ3en arbeit darzuo.
die wir beide spat unt vruo
Mit der bete liden mue3en.
er beginnet uns sin lihte bue3cn.«
35 »Da3 tuon ich gerne,« sprach da,5 w!p
»sol icfi's Verliesen den lip,
So tuot mir ba3 ein kurzer tot,
denne da5 ich ein lange not
Vor armuot mue3e liden;
40 die wil ich gerne miden.«
Sine sümlen sich niht mere,
sie bäten Got vil sere
Umb wer(l)tliche richeit,
und liden michel arbeit
45 Mit wachen und mit vasten.
sin enlie3en ir lip niht rasten
Mit venie unde mit gebet,
swa3 ie man mit gebet(e) tet ,
Des lie3en sie niht under wegen;
50 des begunden sie so lange pflegen.
Unz Got ir tumpheit schände
und in sin[en] engel sande,
Der kwam, da er den man vant,
zuo dem sprach er zehanl:
55 »Dun* ensolt niht biten umbe guot;
Got hat so geiiccdigen muot .
Soidestu guot gehabet han,
er hete dir rehle getan,
Als er den andern rehte tuot,
60 Die er laet haben michel guot.
XXXVII. Wtc tiret WMfa. 255
Ich bin der engel, der din pfliget :
da3 dir diu tumpheit an gesiget.
Des verliuse ich min arbeit.
da3 ist mir inneklichen leit.»
65 Er sprach: »da3 ich niht guot hän,
da hat mir Got gewalt getan;
Ich waer' als wol guotes wert .
sam alle die er guotes hat gewert;
Gaebe er mir'3, so sol ich e3 hän;
70 ir mue3t genäde an mir began.
Ich bit" dich immer umbe guot,
unz da3 er minen willen tuot.«
Dö sprach der himelische bot':
»sit du dem oberisten Got
75 Niht gelouben wil, noch mir,
so wil ich guotes geben dir
Noch mere. denne ein michel teil.
033 du versuochest din heil;
Wirst 11 danne ein armer man .
HO dl bistu selbe schuldik an.
Habe drier wünsche gewalt;
swie dine wünsche sint gestalt.
Die ersten dri die werden war;
« soldestu leben tüsent jär,
80 Du bist mere. danne vil,
ob d.13 guot mit dir wesen wil.«
Er sprach: »so bin ich riebe.«
er gie vil vrollche
Hin heim <e sinem wlbe,
90 [er sprach:] »unser zweier übe
Hit Got ir not verendet,
er bit uns guot gesendet
Ifer den wir in gebeten bin,
wir Bugen in wol mit vrilr l;ui
Und nngen wo] mit vröuden leben
er bit iJii wünsche mir gegeben,
Die werden! wir alle drl 1
nu I | J uns d;i- lies!'
256 XXXVH. Wie ftrrt Vßvmfät.
Dunkel dich da3 wol gewant ,
100 so wil ich wünschen ze hant
Vol goldes einen grÖ3en berk,
und dar umbe ein so vestes werk
Von einer höhen mure guot,
da,5 uns da.3 vihe niht entuot;
5 Da3 wünsche ich ze einem wünsche wol.
oder ich wünsch' einen schrin vol
Swie guoler pfenninge ich wil ,
der immer si gelichfe) vil.
Swie vil ich drÜ3 genemen kan ,
10 und swem ich drÜ3 ze nemen gafc:
Da3 er doch si geliche vol.«
dö sprach da3 wip: »ich hoere wol,
Wir haben mere, danne vil;
nü tuo, des ich dich bilen wil.
15 Du solt mir einen wünsch geben,
und solt dawider niht streben,
Du hast genuok an dan zw ein;
du weist wol, da3 ich miniu bein
So vil darnach gebogen han;
20 e3 hat Got also wol getan
Durch min gebete, sam durch da3 diu;
ein wünsch ist billich(e) min.ee
Er sprach: »nu habe dir einen,
ichn' gib' dir me deheinen.
25 Und sich, da3 du in bestatest so,
da3 es alliu diu werlt werde vrö.«
»Do wolte Got,« sprach sie zehant
»hete ich da^ beste gewant
le zuo an minem übe ,
30 da3 an keinem wibe
Ze dirre werlt ie wart gesehen. a
als der wünsch was geschehen .
Do hete sie da3 gewant an.
»we mir we!« sprach der man
35 »Du vil (un)sa;lige3 wip,
du mühtest aller wibe lip
XXXVII. 5>ie Um WünfoV- 257
Vil wol zuo dir gekleidet hän.
und hetest dannoch ba3 getan,
Wserstu ie man holt gewesen:
140 din sele ist immer ungenesen,
Da3 du nie maus vriunt gewesen bisi ;
da3 wolde der heilige Krist,
SU du triuwen bist laere,
da5 e3 dir in dem buche waere,
15 Daj du gewandes wurdest sat U<
da3 wart war an der stat.
Da3 gewant was in dem wibe
da3 hete si in dem übe
Vil nach gezerret enzwei;
50 vil ungevuoge sie schrei,
Wan ir was wirs, danne we,
.>ie schrei ie me unde me.
Üö man gehorte disen schal,
die gebüren körnen über al ,
55 Lnt vrägten, wa3 ir waere.
dö sagete si in da3 maere,
Ua3 e3 ir von ir manne geschaili
da3 was ir vriunden ungemacli .
Die dröuten im mit schalle,
60 und sprächen da3 alle:
>;Lcßset ir uns niht da5 wlp
wir nemen iu ie zuo den lip.«
Sie zuklcn ir inegder und ir strerl
und drangen vaftte dar wert.
66 l><> er wol hört' unde sach,
beide, des wibes ungemach
l odc sinei vinde drö,
dö macht' eis' allesamt vr<».
l.i sprach: »da3 WOMfl <n>l. unser tröst,
70 das s"' s'Uilt<; ITCre erlöst.
Dej im geaunt wa'i', ad e.«
do eowai t ir aber nibt w«- me,
vrai M aogenadeo Mi.
i nd beten die wünsche alle drl
ii 1 <
258 XXXVII. 9u t»rei «Ptinf^e.
175 Ein schentlich ende genomen,
und waren sie des ze ende komen,
Da3 sie niht guotes solten han.
sie heten beide missetan:
Doch wart dem man[ne] der schult verjehen,
80 dem was ouch vaste misseschehen ,
Des wart im wol vergolten,
er wart so vil gescholten
Und wart so gar der werlde spot,
da3 er unsern herren Got
85 Niht anders bat, wan umb den tot;
sin schade was ein grÖ3e not,
Do wart sin unwerdikeit
vil volliklich ein herzen leit.
Sin laster und sin schände
90 vulten alle in dem lande
[Beide] naht unt tak ir ören,
er wart vor allen tören
Mit [den] Worten ungeschoenet
und wart so gar verhornet,
95 Da3 er vor leide verdarp
und durch da3 leit vor leide starp.
Swer so vil guotes noch verlür,
swie grÖ3e klage er drumbe erkür,
Er möht' e3 volle klagen niht,
200 als uns der tören sit(e) jiht:
Unrehtiu gir, unrehte bejagen,
und nach vluste unrehte3 klagen,
Da3 ist der tören ahte.
die tören sint drier slahte:
5 Die niht sinne hant gewunnen.
din enwi33en, noch enkunnen;
Die andern wellent wi33en niht,
die sint noch vür ba3 ein wihl;
So sint die dritten sinne vol,
10 die kunnen unde wi33en wol ,
Unt tuont da3 boeste da bi;
swie e3 in allen kunt si,
XXXVII. Du *m Wünfd»tv 259
Manik tore ist des muotes,
ob er vil vröude und [vil] guotes
215 Gewinnen und behalten kan,
so dunk[e]t er sich ein wise man.
Swa3 vröude er hat, swie rieh er ist,
und ist der heilige Krist
Sin vriunt niht alters eine,
20 so hilft e3 alle3 kleine,
Swa3 er vriunde und guotes hat.
swenne er vriunde und guot lät,
Ist im diu sele danne ungenesen,
so ist er ie ein tör' gewesen.
25 Swer die sele niht ernert,
der ist ein tore, swie er vert.
E3n' hat nie man wisen muot,
wan, der Gotes willen tuot.
XXXVIII.
W e i b e r l i |i.
lWeibeelial auf Minne isi so behende, dafs sie den Mann mit
sehenden Augen blind macht.
Ein Mann sah einen Bulcr von seinem Weibe gehen: sie wollte
ihm einreden, er habe sich versehen , und das Geschrei darüber brächte
ihnen beiden nur Schande ohne Noth. Er aber liefs sich nicht weg-
läugnen , dafs er an ihrem Leibe \ier hülse gesehen, ergriff ein Scheit,
verblaute ihr den Kücken und zog sie bei den Haaren, dafs sie laut
um Hülfe schrie. Die Nachbarn liefen herbei und machten sie los; sie
klagte ihnen, ihr .Mann sei \om Teufel besefsen und habe sich aufser
dem Hause voll Weise« getrunken. Es wurde Sühne gestiftet, und
beide lebten vier läge in Frieden, Die Frau aber sann darauf, sich
lolebea Wehtagen zu verwahren. Sic ging zu einer alten Fügerin
Kupplerin in_der Stadt, klagte ihr die Noth. und bot ihr reichen
Lohn, nenn ihrem Manne die Eifersucht, sie wifse wohl auf wen, be-
nommen würde. Die Alte war bereit, und fragte, ob sie an jenem Tage
nicht etwa eine ungewöhnliche Speise gegefsen haben. Die Frau er-
innerte lieh, tt sei kerbelkraul gewesen. Da hiefs die Alle sie gutes
Mttlhei st in . und die Junge ging heim. Der Mann fragte, wo sie ge-
-■•• sagte, in der Kirche, und schalt zugleich auf ihn, dafs er
beim Eingang in die Kirche viel nach einer Bulerin geblickt, und
beklagte lieb ober »eine untreue. Er aber erwiederte, sie wolle sich
nur damit besehenen; und als iie weinte und wehklagte , ging er zornig
hinaus l».i trat ihm die alle Kupplerin entgegen grüfste ihn, und eni-
h ragleieu vor seinem nngebenerliehen Ansehen mit iwei
i und riet Mfeen. El bebte, und Meli ei ftti Bpeet; sie jedoch
niederholte emetlieh, daiii er ao entatelll »ei, All er betbenerte , i
anrerindert, i lieh, daJj iie .'-'•ru ein ublea Kraut gegefaen,
vednreb - i di er i und entschuldigte lieb, wenn iie ihm
hl gethan bebe: ei he jedem io, der rou den Kraut efae,
ris dir /wei ii ml zwei lur drei Mbe. l.r fragt« liC darauf,
wie das Kraul I BL Alsbald gedachte Sei
ihor, daA <r rielleichl lieb abenao veraehen und lein Weib unacfauldig
adelt habe. Ei ging beim, und rragte logleieb icIbc Hausfrau,
n jenem l len haben. Sie verwiei ihn an die Kuchen'
dtC habe ihr geklaut dafl sie damals eifl Kraut in die Bpeifl
gethan , davon er gewiss so unsinnig geworden . dafs sie gedacht . es
wäre vom Weine. Auf seine Frage, nannte sie es Kerbelkraut: da be-
reute er laut, dafs er ihr unschuldig so wehe gelhan , herzte und
tröstete sie. und versprach ihr zur Sühne das schönste neue Kleid.
So ward er von der alten Kupplerin und der losen Jungen geäfft:
wie noch so manchem Manne geschieht: drum ist es ebenso verlorene
Arbeit, seines Weibes zu hüten, als einen Todten zu Stuhle zu tragen.
XXXVIII.
Der wibe List.
üiz seit von der wibe list.
Ein maere ich iu sagen wil.
da3 wibes list also vil,
Siu si jung [oder] alt, und swie siu si,
und ist ir muot also vrl,
6 Da3 siu wil pflegen minne,
siu hat ouch soliche sinne
Uf kluoge sünde wsehe,
ob e3 ir man joch saehe,
Siu spreech', er het' es niht gesehen.
10 da bi mag man wunder spehen,
Wie einem man hie vor geschach .
der von sinem wibe sach
Einen sicherllchen gan:
M sprach: »eg ist unreht getan!"
> Und begunde zürnen serc.
lin sprach: »du will mir min <n
Bco6meo1 min vil lieber man.
• in weist wo!, daß ich nie gewan
Unrehte mium gegen dir;
20 du soit vil bag gelouben mir,
Dan dlnea ougen, mag ich jehen;
iiu h.iui dir si rc misseseben
266 XXXVIII. Weiberlifl.
Unt triegent dir die sinne din.
dur Got, du lä die rede sin,
25 Und gip mich niht den liuten vür:
unt kumet diu rede vür die tür,
So sin wir iemerme geschant.
ich wolt' e, da5 ich weere verbrant.
Ob ich e3 taele.« sprach da3 wlp.
30 er sprach : »da3 dir Got dinen lip
Schiere sehenden mue3e!
doch sach ich vier vue3e:
Die stänt an dime libe niht.
sol man gelouben da3 man siht,
35 So ist e3 äne lougen,
ich sach e3 mit den ougen;
Oder siu wurden mir Ü3 gegraben.
ein biderbe wip wände ich haben.
Nu ist min wän enbunden;
40 ich habe e3 wol bevunden,
Üa3 du mir sere hast gelogen
und lange (mich) daher betrogen,
Gemacbet ze eime tören.«
eins schites begunde er vären
15 Und gap ir üf den rükken har,
in dem hüse hier und dar
Zöch er sie bi dem häre nider.
siu schre eht alles vaste wider;
»Du tuost mir unreht, samir Got!
50 und machest uns der liute spot.«
Vil lüte schrei siu umbe da3,
da3 ir ze helfe deste ba5
Die näh gebaren keemen.
so siu den schrei vernaemen.
55 Vil schiere ir do ze helle kan.
beide, vrouwen unde man.
Ab irem man zoch und stie3-
unz er ir da3 här verlies.
Do vrägete man in maere.
(iO \V33 ime beschehen waere.
\XXV1I1. WeibcrUft. 267
Oder wie e3 waere ergangen.
siu sprach: »er ist gevangen
Mit dem tiuvel leider.
er hat mir minin kleider
ti5 Zerzerret unt zerbrochen.
ist ime dizze iht gesprochen.
Da3 ist mir sicherlichen leit.
sin grÖ3e unbescheidenheit
Diu tuot mir manig ungemach;
70 er seit ein ding, da3 nie geschach.
Und (n)ie mer joch geschehen sol.
er ist da 113c worden vol,
Des mu.03 ich heime engelten;
vluochen unde schellen
7o Hab' ich von ime, und anders nihl ;
der ungeslahte boese wiht
Der hat sich wines ervüllet,
dar umbe er mich hie krüllet (knüllet?).«
Do bäten siu umbe einen vride.
90 ic doch hat' er ir diu gelid[e]
Harte wol gestreichel.
mit bengeln so erweichet,
Da3 e3 ir was ein ungehabe.
der vride werte vier tage
55 Zwischen in dö beiden,
iImjs wart e3 gescheidcn.
Hie bl erdahte siu einen lisi.
•de <lat5 sin sich ^evrisl',
Dag <-.5 geschehe nie mer nie
'<» die siege taten ii ftö wc.
Einet morgent siu geArat
/<■ • •im' alten wibe in die stal.
Diu was ein vin^cimnc
lind \v i^t«- oi.« h solhc liiiiiuc.
I > Diu hic.5 sie dole wilKoiru- sin
-in sprach: „<,ot Um' dir, rnuoh-i min
1 ni tel ouch nie so rehte not .
niin rtian wil mir den immmm Löl
268 XXXV1I1. ttDeiberltrt.
Tuon mit starken siegen grÖ3.
100 waer' ich ein herter ane 063.
Ich solte davon zerklieben:
möht' ich mich ime gelieben,
Da3 ich ime würde, als im was e,
dar umbe wolt' ich dir ie merme,
5 Beide, lihen unde geben,
min schulde muo3 ich dir verjehen :
Er sach einen von mir gen,1
du weist wol, wen ich da mein*.
Muoter, nü soltu mir geben,
10 des ich dir hän verjehen,
Dinfen] rät und dine stiure
ze dirre äventiure.«
Diu alte sprach: »tuot es dir not.
so kan ich dir wol guoten rät
15 Geben zuo der Sachen,
und dinen man gemachen,
Da3 er swuere hundert eide.
ime geschaehe nie so leide
So da3 er sluege dinen lip.«
20 dö lachete da3 junge wip.
Do sprach [ouch] diu vuegerinne:
»lä trueben niht die sinne.
Liebe tohter, unde sage.
ä3et ir an dem tage
25 Keinfe] seltsaene spise?
der maere du mich bewise.« —
»Ja,« sprach diu junge ze hant
»ein krüt ist kerle genant
Da3 kam in unser e33en,
30 da3 hän ich unverge33en. «
Do sprach diu alte: »da3 ist guot,
tohter, nü hab' ich höhen muot,
Ich getriuwe dir gehelfcn wol,
wan ich dir bilüch[e] gehelfen sol. <«
1 hsssc) . liehen von mir ein
XXXVIII. Weiberltft, 269
135 Diu junge [dö] von ir urloup nam.
dö siu wider heim da kam.
Dö sprach der man: »wä waer' du hin?« —
»mueding,« sprach siu wider in
»Saehe du mich niht vor [der] kirchen stau?
40 wie sol'3 mir armen wibe ergän!
Und wiltu alsus missesehen,
so mahtu wol ze den ougen jehen:
»Wie weit ir mich betriegen
und machen ze eime giegen!«
45 Du gienge doch ze der kirchen in,
unt stuende bi dem neven din;
Dö sach ich gar dikke.
da3 din aneblikke
Einre schumpfen wären bi ;
50 das ich davon sach, da3 si.
Davon ich lide herze leit,
und da3 min 11p dir da3 vertreit,
Da3 din ungeslahter lip
minnet lieber ander[e] wlp,
55 Davon ich kumber dulde
gar äne mlne schulde.«
Mit rede siu begunde
versuochen, obe siu künde
Dekeine sache vinden,
60 da mite siu in mühte gelinden,
Da3 er sin zürnen lie3e sin.
er sprach: »die valschen tükke dln
Die sint mir komen zuo gesiht;
du mäht dich beschoenen niht,
65 Wan ich <'3 mit den ougen sach.«
nü hreret, wie siu wider in sprach:
0E5 ist noch war, tog man seit,
da3 mannes triuwe ist niht ze breit.
Da3 hän ich wol bevunden
70 an dii M mani^er stunden."
Sm weinde und want ir hende
■ |i. Gol . 'du) mir sende
270 XXXVIll. ttribrrltft.
Den tot, da3 ich niht lebe me!
mir tuot niht also rehte we,
175 Als, deme ich nie ungetriuwe wart,
der nü sin[e] triuwe gegen mir spart.«
Mit zorne er vür die türe gie.
diu alte vuegerin was hie,
Unt trat engegen im har;
80 nü hoeret, wie siu in törte gar:
Siu sprach: »sun, Got grue3e dich,
durch Got, du solt becheiden mich,
Obe du sist worden wilde;
sich hat din menschen bilde
85 So wunderlich entschikket,
da3 sin min herze erschrikket.«
Er sprach : » wie ist mir den besehen ? «
siu sprach: »ich hän an dir ersen
Zwo nasen und vier vue3e;
90 da3 dir Got Ionen mue3e,
Gä heim; e3 stät dir übel an.«
er sere lachen dö began:
Und sprach: »muoter, so dir Got,
oder ist dir ernst, oder spot,
3ö Oder ist dir din gesiht(e)
worden nü ze niht(e)?«
Siu sprach: »obe mir sin ernst si?
mir wont wol solich alter bi,
Da3 ich nie mann.es spotten sol.
200 darzuo gesihe ich harte wol,
Du hast vier vue3e und nasen zwo.«
balde sprach er zuo(z)ir do:
»Muoter, dir ist gar unreht;
mir ist min antliz also sieht,
5 Als ei[nejm menschen sol billich|en] sin.
do sprach diu alte vuegerin:
»Nü lä mich dich beschouwen ba5:
ein veige3 krüt ich nehten a3-
Davon ich ie sit missesihe:
10 sunder maere ich dir verjihe,
XXXVIII. Wrtbrrlift. 271
l)a3 ich dir unreht hau getan,
nü Iä gen mir disen zora stän ,
Und lä mich hän din hulde!
da3 krüt da3 hat diu schulde,
215 Wer e3 i33et, dem geschiht, ,
da3 er alsus missesiht,
Ein3 vür zwei, zwei vür driu.
lieber sun. nü se min triu,
Da3 mir so leide nie geschach«
20 alsus nü diu alte sprach
»An dir, du waerje] mir ie so trüt;
da3 ungeslahte veige krüt
Da3 het mich so getoeret,
der sinne min zerstceret.a
25 Er sprach: »wie ist da3 krüt genant?«
siu sprach: »da3 tuon ich dir bekant,
E3 hei3et kernel z'wäre.«
ze hant gedähtfe] der tore:
»Mir ist ouch lihte also geschehen;
30 ach, und hän ich missesehen
An mime lieben wibe,
wie hän ich denne ir[me] übe
Unschuldeklich getan so wo!
ich viirhte , ich sin ze buo3e ste
35 Lmbe die siinde Got und ir;
ist cht alsus geschehen mir.
Üa3 ich des selben krütes a3,
ich geloub' e3 ir ie mer deste ba3-«
Niht langer wolt' er dö geslän.
iO er sprach: »muoter, ich wil gän
Beim versuochen, obe mir st
da3 selbe krüt gewesen bl.«
l)o lachet« siu, und kerte [sich] dan
Im •im(e) gie der tumbe man
16 Geswindc und ouch gediäte.
•>in \\i|i er bald« vräle,
w.15 er des leget »3«,
daj er §& angenage
272 XXXVIII. Wtibtrlift.
Mit siegen was tit iren lip.
250 gar zornliche sprach da3 wip:
»Da,3 soltu vrägen dine maget;
siu hat mir sider wol geklaget,
Siu tet ein krüt in unser muos,
da von dir rehter sinne DU03
55 Wart e in dem hirne,
dir umb lief dine stirne,
Ich wände, e$ waer[e] von wine.«
»ach, liebe vrouwe mine,
Wie ist da3 krüt genennet ?« —
60 »da3 tuon ich dir bekennet,
E3 ist gehei3en kernet krüt.« —
»owe!« sprach er »liebe3 trüt,
Nu solt dü'3 vergeben mir,
sit ich unschuldekliche dir
65 Hän getan so rehte we:
sich , e3 geschiht dir nie mer me ,
Des sol min triuwe sin din pfanl.
ze suone kouf ich dir ein gewant,
Da3 beste da3 man vindet.«
70 alsus wart er gelindet
An muot und an dem sinne.
da3 geschuof diu vuegaerinne
Und der junge lose lip.
sus künnen sümelichiu wip
75 Noch wol ir man vertoeren.
die eht siu went gehoßren.
Davon nie man enwuete,
da3 er sins wibes huete:
E3 ist verlorniu arbeit,
80 wer den töten selben treit.
XXXIX.
Per Bitter unfc Me Hüße.
m. d. Hmftm, Otl— ■ ufct»t> mar, II.
Ulan soll von den Frauen Gutes reden, denn sie haben viel Künste.
Ein Ritter ritt eines Tages mit Windhunden auf die Jagd. Seine
Frau sandle alsbald heimlich zu ihrem Bulen, der auch sogleich kam und
mit.ihrthat, was ein Mönch rathen mag. Ein heftiger Regen aber veran-
lafste den Ritler heimzureiten ; da traf er unterweges Kinder, die Nüfse ge-
pflückt hatten, und auch heimgingen; er liefs sich in seinem Hute Nüfse
von ihnen geben, und knackte davon. Seine Hunde liefen voraus und
kratzten an der Thüre. Der Ritter, der bei der Frau lag, erschrak; die
Frau aberstund auf, hiefs ihn ruhig liegen und zu allem stillschweigen:
sie werde ihn schon befreien; sie zog den Umhang zu, und setzte sich
davor. Der Hausherr ritt in den Hof, liefs sich das Pferd abnehmen,
und ging zu seiner Frau. Sie empfing ihn freundlich, und sagte, sie
wollte eben schlafen gehen, weil ihr so allein die Zeit lang werde, und
beklagte sich, dafs er stäts auf die Jagd ritte. Er beschwichtigte sie
damit, dafs er ihr zur Kurzweile Nüfse mitgebracht, schüttete sie ihr
in den Schoofs, und beide safsen und bifsen sie auf. Die Frau rief
laut dem Ritter im Belle zu, er dürfe nicht sorgen, sie werde ihn, wie
sie versprochen, sicher hinaushelfen; er möge sich auch die Zeit mit
<len Nüfsen vertreiben: und damit warf sie eine Handvoll unter den
Umhang. Der Mann verwunderte sich, und sie wiederholte, es läge ein
Ritter da an ihrer Belislatt. Der Mann nahm es für Scherz; die Frau
aberforderte ihn auf. sich zu überzeugen, und beklagte, dafs ihre Kurz-
weile gestört worden, da der wackere Held bei ihr gelegen. Der Mann
schalt sie für besefsen: sie möge sich doch besinnen. Sie jedoch hiefs
ihn aufstehen und selber schauen. Er meinte, sie wolle ihn nur äffen,
um ihn darnach mit anderen Weibern zu verspotten. Sie schalt ihn ver-
zagt, und mit Recht liege der Kühne dort. Dieser halle nicht Lust, die
ihm zugeworfenen Nüfse zu knacken, und \^are lieber zu St. Jakob
von ConpotteUa] darnach gewaltet. Der Mann blieb aber ruhig sitzen
Da sagte auch die Frau, es sei alles nur Neckerei: jedoch vermaafs sie
lieb, *cnn Wirklich ein Rittet dort lige, ihn füglich hinaus/iibringcn.
Er war neugierig n vernehmen nie. Dl Mgtfl lie, sie würde ihn fort
an sich drin ken, ihm ihr Gewand überwerfen, mit ihm (ingen, und
den Biliar hinausgehen beiJjen. Indem ih.it sie diefs alles wirklich: und
gel Riller eilt« binnen und kam unbemerkt von dannen. Nun liefs die
I ran ihrem Mann das Haupt Mieder frei, und bat ihn um Vcrzeihim»
dafs sie lieh den Beben nril Ihm erlaubt iahe.
\ or baaea Weibeta, lie M mausen können, soll man sich hüten.
und den Narren imi Koiheri lauten.
XXXIX.
Von dem ritter mit den nü33en.
Man sol vrouwen reden guot ,
er ist saelig, wer da3 tuot.
Wen die vrouwen [die] künnen vil ;
davon merket ein bispil,
5 Wie ein ritter wart betrogen,
daj wil ich Sagen unerlogen.
Do er von slner vrouwen reit
eins tages, nach gewonheit,
Ze velde mit den hunden,
10 si besant' an disen stunden
Iren minneklichen trut,
dag tet si niht überlüt,
D.15 er ball zuo ir kaemc
und dl ir red' vernaeme.
15 Do er die botschaft vernam.
er \\;i^ fTÖ, mide K.irn.
DA er in die kantet trat,
(lö giengen si an die bette stät,
Diu zwei heimlichen holden.
'_><> nnd leten . wag si wolden.
Aber \v.15 |j t.ilcii
«1.-15 stöbt1 em mfineh raten.
Nu arider tuot dem bero ein regen,
d.r, er \sidcr Kerl' linder wegen .
278 XXXIX. Jfret BUtfr im* Me Wifc.
25 Er gedähte: »nü wirstu na3,
ker' wider nein, da tuostu ba3.«
Wan diu wölken vlu33en„
da waren gangen nu33en
Kint, zuo den er (hin) reit,
30 diu vluhen ouch den regen breit,
E da3 e3 vester [an] gü33e.
da heten si [ein teil] der nü33e
In iren buosem gebrochen,
da von ich hän gesprochen,
35 Do bat er, im der nü33e geben.
des gewerten si in eben,
Er huob dar sinen huot,
in düht' diu kurzwilc guot,
Diu kint teten niht da wider.
40 dö reit der ritter hein wider,
Sin winde liefen im vor,
der eine krazzet' an dem tor,
Da3 der ritter ser erschrak.
der an des wirtes bette lak,
45 Er gedäht', der wirt waer' komcn.
dö da3 d«u vrouwe het vernomen,
Si stuond üf in allem gan:
»ir bedürfet kein' angest hän«,
[Si sprach,] »her ritter, liget stiil(e),
< 50 ich rat* [iu e3] und ist min (wille),
Der umbe hang ist gelesen,
uns mag arges niht bi wesen,
Ich sol iuch [wol von] hinnen bringen,
mit wol vuoglichen dingen;
55 Swa3 ich sprich', so swigct ir;
ich hilf iu [von] hinnen, gloubet rnir.u
Dö der wirt in den not kam,
zehant man im sin pfer(i)t nam;
Bi3 er an die kemnäten kam hin(vür),
60 dö het si üf getan die tür,
Und was nider gese33en bi einem stein,
dort lag der ritter al ein
XXXIX. Dn Bitter unt« *>k tlüfje. 279
Inder dem umbe hange.
dar nach was niht lange ,
65 Da3 der wirt in gienk.
diu vrouw' in guetlich enpfienk.
»Wib,« sprach er »wa3 tuost du?« —
»dö wolt' ich« sprach si »ie zuo
Släfen sin gegangen;
70 mich begunde ser belangen,
Da3 ich also einig sa3.
ach Got, wa3 (mag) dich helfen da3,
Da3 du ze allen stunden
ritest mit den hunden,
75 Und last mich einig sizzen?
unt pflaegestu guoter wizzen.
Du wahrest dikker bi mir;
wen ich diu unsanft enbir.«
[Er sprach : »swig,] ich hän dir hasel nÜ53e bräht.«
*0 si sprach: >;dü hast wol gedäht.
Da5 ich niht kurze wile hän.
dem hästu wol gelich getan;
Wen du bist wol verwi33en.«
da sasen si und brföejp
86 Der nü33e Ü3 der vrouwen schÖ3.
des gastes angest diu was grÖ3,
Der da lak verborgen.
>;dir bedürfet niht sorgen«,
[Sprach si] »her ritter an dein belle
90 ich hilf in. tat weite,
115 (lisci kcmriiätrii
II slt hie unvcrräti n.
Ms ich in vor beschiel .
III kau hie geSCJucfel nicl.
M Wag -<>\ man in verwarn?
lullet uns [ouch] der vAföt bi.vii
\s m in nie m.in icbaden mL«
do D4ID si der 1111.55«' «in hanl \<»l
I in! w.iil U iiimIci den iiiiiIk- buk
1<k> das bljcn dübl' den gati /»• lanli
280 XXXIX, 3tx KlttUr untJ Die Ulii(fe.
Der wirt begunde si an sehen,
er sprach: »ach Got, wa3 ist dir besehenen,
Ze wem sprichstu disiu wort?«
si sprach: »da lit ein ritter dort
105 An unser bette stat.ee
der ritter sprach vil drat
Ze disen selben ziten :
»er torst' min niht [da] erbiten,
Und wa3r' er da.« — »das gloub' ich dir,
10 du seitest e3, wei3 Got, tälank mir.
Nu wil ich sin kein sünde han:
ich hei3* dich selber dar gän,
Stand üf und luog', wer er si;
er lag mir sider vil nähe bi.
15 Da3 du so schiere bist komen,
des hästu du uns kurz wil' vil benomen,
Wen er ist ein helt verme33en.« —
»z'wär«, sprach er »dich hat bese33en
Ein tiuvel, genant Leste(r)Iink:
20 Got der be33er diniu dink,
[Und helf mir,] da3 du dine sinnefn]
wider mue3est gewinnen,
Des waere dir, wei3 Got, not.
wer waer' der, der üf sinen tot
25 An mine betstat gienge,
da3 ich in erslueg' oder vienge?
So dir Got helf, bedenke dich
und lä3 unbekümbert mich.«
Do sprach des herren vrouwe:
30 »nü stand üf und schouwe;
Waenest du, da3 ich unbesinnet si?
mir sint vil guoterwizze bi :
Du bist an dir selb' betrogen.«
[er sprach:] »ich bin von dir unbetrogen,
35 Swa3 du tälest geschaffest,
und da3 du mich also äffest,
Da3 ich nur dar kaeme
und nie man da vernaeme .
XXXIX. 2>et Bitter mit» tue tlüflc. 281
Da3 du sin dan lachetest
140 und dinen spot machetest !
L'5 mir under andern wiben:
ich sol und wü hie beliben,
Wen ich getriuw' din[en] werken b. wollen Biht.«
si sprach: «diu rede ist vür niht.
45 Getrouwwol den hengst hin reit: 2
doch ist e3 gar ein wärheit.
Da3 wil ich nemen üf minen eit,
alle3 da3 ich dir hän geseit.
Du getarst niht dar gän,
50 des bistu gar ein verzagter man:
So lit er da von rehte,
gelich einem kuenen knehte.«
Swie vil si in des beschiet.
dennoch kam er dar niel.
55 Jener der da3 bette büte,
und ir gar wol getrüte,
Der bei3 der 11Ü55C klein(e) :
[wen] er het si lieber [alters] eine
Geholet zuo Sani Jakop,
60 wen er bejagt' wol ritters lop.
»Be namen ,« sprach si »da3 gloub' mir,
ich hän unreht gesaget dir.
NN '.'in (l,i ist waerltcn nie man,
Iran ich dir alles guotes gan,
h > Doch Mg1 ich dir ein in.crr ,
ob Uli ein rilter d.i wirre,
Den wölt' ich dainicn bringen
mit gar vuokltchen dingen,
Dag er 05 dftnem hose luem'
70 unl keine -, t : J i ; i r i < J < • davon nami
Er sprach: »wie wölteslu daflj Luon?
das ich dir tage !<• zuon:
l><> n.irn' ich dich also 16 haut
iqo mir ander min gewanl
■ Ui„ iiandickujt rttmUi laebotift: machotiil
2 Wohl ein iprichwörtlichei shi*.iiu<
282 XXXIX. ßet m»ttfr unt> tue ltu||>.
175 Und bcgünd' dich an mich Iwingen
unt vaste mit dir ringen,
Also verdakt' ich dir da3 houpt:
herre gast, iu si erloupt,
Nu kernt bald iuwer stra3e.
80 wan ich sin niht erlabe,
Und rümet uns da3 hüs sän,
da3 houpt ich im verdekket hän.«
Do si dem gast also geseit,
er sich niht sümete, er schreit ')
85 Des weges hinu3 vil verholn.
;ils6 half si irem buoln,
Da3 er kam sin Strien,
dobegund* si im da3 houpt lä3en.
Si greif im vornen an den schöpf!
90 »heb' üf, lieb, dinen köpf
Ujide sich mich vrilich an,
da3 ich den schimpf begangen hän
Und vergib mirc3 durch diu guete.«
Vor [boesen] wiben man sich huete,
95 Die also künnen müsen.
man sol narren mit kolben luscn.
1 In der Handschrift sieht :
Des weges er sich nicht sümel
Kr schreit hin u-, vil verholn '
XL.
IDte Jftrimn mit tat ©riß.
Die Frauen, die durch strenge Hut an ihrer Minne gehindert wer-
den, erfinden oft solche Listen, dafs es lustig zu hören ist.
Ein Meier hatte das schönste Weib, so je ein Mann gewann: ihr
Haar war gelb wie Seide und lockig, Kinn und Brauen waren lieblich,
die Augen wonniglich, Mund und Wangen rosig, die Brüsllein lein und
rund, die Arme voll und weifs, die Händlein zierlich und lang: sie
verdiente eine Gräfin zu seyn, und der Dichter würde noch mehr ihren
holdseligen Leib loben, fürchtete er nicht den Hafs höherer Frauen.
Der Meier hatte diefs schöne Weib so lieb, dafs er sie nimmer ohne Hui
liefs. Wenn er etwa nicht daheim schlief, so kam seine Schwester und
gab auf sie Acht. *
In der Nähe stand eine Burg, da safs ein Ritter, dem die Meierin
so wohl gefiel, dafs er zu ihr durchs Meer gewatet wäre. Er bot einer
Werberin Gabe und Geld, und die erwarb ihm auch bald die Gunst des
schönen Weibes. Es war zur fröhlichen Sommerzeit, und er meldete
- honen: wann sie zu der Pfarrkirche bei der Burg durch das Ge-
hölz ginge, sollte ein in den Weg geworfener Zweig bedeuten, dafs er
recbtsah reaitMkt ihrer harre. Sie wandte ein, dafs ihre Schwiegerin
und deren Bruder sie släls begleiteten; und die Alle, ihr die grofse
Brunst des Killers vorstellend, hiefs sie etwas anderes erfinden. Da
In -Hin ite ^ich und sagte: ihr Mann habe eine Geiis, nach welcher
vorige Nacht die Wölfe gegraben; der Ritler möge durch seinen Schüler
die Geifl heimlich wegführen lafsen, so werde der Meier hinterdrein
laufen , und der Ritter könne unterdessen zu ihr ins Haus schleichen.
Der Allen gefiel dieser Anschlag, und als eben der Meier dazu kam, fing
sie dersBalsen in zu hosten, dafs er wlbnte, es wäre ihr Ende, und
lein Weib ihr etwas geben. Die antwortete schnöde, sie hätte sie
noch lange ohne Gabe Vitien lafsen, wenn er es nicht geböte. Das
gefiel dem Heier, und die lltC ging weg, so lange ächzend und kräch-
zend . bis er "iic nicht mehr böl '
Der Bitter war vergnijgl aber ihre Botschaft, und richtete den An-
schlag SOgleiea ms Werk. In der linsierri Vicht ging er mit dem. Schüler
und einem hnci hie sur Meierei, und s;r brachten die Geifs zum schreien
Da weckte die Heierin ihren Mann: die Wölfe waren wieder da. her
Hciet ("hr auf und Inf der Geifl Dach, welche der Schiller über man-
chen Zaun binwegfuhrte und ibl «las Ohr kniff, dals lit schrie, her
alle i nor lief i.iui ruienii so lange hinterdrein, ins ei ile dem Wolfe
wieder abjagte i nterd essen hatte der Ritter mit der schonen Meierin
ein kurz* B eben, und wai schon wieder von hinnen
als der Meier mit teinei Geifl heim kam
VNcr seines Weibe Hieb hütet verliert all Mine krboit.
XL.
Von der meirin mit der gei%.
Wer heimlich wirbct umb diu wip,
dem erlachet dik der lip,
So er ze weide liuten kumt.
diu min[ne] den vrouwen also vrumt,
5 Wen ein vrouwc ze irem man
irs willen [niht] gevuegen kan
Niht vor großer huote,
si vindet in irem muote
Vil manigen sphaehen list,
10 da3 sich ze lachenne ist.
Da3 ist mir in mengen dingen kunl.
E3 was ein meir ze einer stunt,
Der het da3 aller schoenest wlp,
so si ie gewan marines lip,
15 n.15 ist äne iwlyel wkt:
gel als diu side was ir här,
Ir kinne, ir brau man lohen sol,
ir ougen stuonden wunne[klichen| wol b. vol),
Ir mund und ouch ir wengelln
20 diu gäben roesefahten ichin,
Ir här was reid tiude gel,
ir hriistlln klein und sinewel ,
Ir arm' gedrolleo Hilde blank;
WI3, höflich uude lank
288 XL. W\e JWeimn mit fcer <&e\%.
25 Waren ir diu hendelin; t-
da3 si niht solf ein grsevin sin,
Da3 klag' ich stille und offenbar; —
ir lib was hübsch unde klär:
Ir lob da3 wölt' ich meren ba3,
30 so vürht' ich höher vrouwen ha3.
Des wil ich von der meirin gedagen,
und wil von dem meire sagen ,
Wie dem sin wip ze herzen gie :
wan also, da3 er niht enlie
35 An' huote sin wib einen tak.
wan er niht däheime lak,
So kam sin liebiu swester dar
und nam ir vil eben war.
Ein pfarre bi einer bürge was,
40 darüt man sang unde las;
Da bi was gese33en
ein ritter gar verme33en,
Der selb' ritter was unverzagt,
diu meirin im so wol behagt'.
45 Er leite an si al die list,
da3 e3 äne ma3e ist.
Der selbe ritter also her
er weer' gewaten durch da3 mer
Zuo der kluogen meirin,
50 da3 er ze ir komen möhte sin.
Er gedäht' in sinem muote:
»e3 kumt mir liht ze guote,
Wan si ze der kirchen sol gän,
so mag si niht gelän,
55 Si muo3 gän durch da3 holz.«
des vröute sich der ritter stolz,
Ob diu kluoge meirin
wölt' im ein teil genaedig sin.
Der kuene ritterliche man,
60 ein werberin er da gewan,
Der gab er gäbe unt pfennink,
diu hete balde siniu dink
XL Sic Jftettsin mit *tx ®t\\\. 289
Geworben gen der meirin,
da3 si wüll' den willen sin
65 Rehte gerne vuegen.
des muost' [doch] in wol benuegen. #
Da3 geschach in einer sumerzit.
so ietlich vögelin wider strit
Vil suo3e sang, swa e3 sa3;
70 do enböt der hübsche ritter da3
Der vil kluogen meirin,
er wölt' üf gnäd' ir diener sin,
So si ze der kirchen gienge,
da3 si da5 eben vervienge ,
T6 Da si vünd' ein gruene3 zwik
vür sich gevallen in den stik,
Däbi soll' ir sin bekant,
da3 si gieng' ze der rehten hant,
Da3 si in an derselben] stunde
so sicherlich da vunde.
Do sprach diu kluoge meirin:
»da3 töet-' 'cn Sern? unü" naohl' e3 sin:
Swä ich nü hine gän
und ein wile da gestän,
S.'i So gät min geswie mit mir
und ir bruoder uueh mit ir,
Und huetent ze allen ziten min;
und mag ouch leider niht gesin.«
Der böte was ein altc3 wip,
90 li sprach: »vrou, rnines herren 11p
Lidet von iu so grö$e not,
<l;i,3 irn WSger waßr* der tot:
Besehet, ob ir die stunt
ienan (so) jevuegen kunt,
95 D43 min her l»i iu mii^' weseq:
oder <t ist immer ungenesen.«
li houpt iu <i;'i oider seik ;
ein kleine wile ^i da sweik;
D6 si m'i wider uf sach:
100 >, nl inincn cid. »fidd Iprach
iu
290 XL. jBHe JWwrin mit tier <&n£.
Da3 ich be33ers niht (en)wei3,
wen: wir haben eine gei3,
Da gruoben nehten [die] wolve zuo;
sprechet ze im, da3 er [ouch] also tut»
105 Und da3 er sinen schuoler hei3'
suchen heimlich zuo der gei3#,
So wei3 ich wol, ze der selben zit
da3 der meier niht verlit,
Er louft alic3 hinden nach,
10 und ist im ze helfenne gäch,
Er schrit «haha! [ha ha] du muost hie län!«
so kan der ritter in da3 hüs gän.«
Diu alte sprach: »nü weent ' ir wol,
min herre sich des vröuwen sol,
15 Und muo3 ouch immer vrö sin.«
ze hant gieng der meier in;
Die alten dö der huoste brach,
da3 si weder sach, noch sprach;
Er wänt', si möhte niht genesen,
20 er hie3 ir sin wib etwa3 geben.
Dö sprach diu stolze meilin:
»nü muest' si lang gese33en sin,
E ich ir het' geben an' iur wort.«
da3 düht' den meier gar ein hört.
25 Do nü diu alte Ü3 gienk,
»owe!« si dö schrien vienk,
Dö schrei si al3: »0 we und ach!«
bi3 si nie man me (ge)sach,
Dö da nie man sa3, (?)
30 wie balde si dar komen was,
Da si vant den ritter kluok,
si seit' im liebes hart genuok.
Er sprach : »ich hän üf miner vest(e)
ein schuoler, der rät mir da3 best(e);
35 Dennoch hän ich einen kneht,
der vuoget dar zuo vil reht,
1 In der Handschrift : wend.
XL. Wu iWt'xtx'xn mit t»er ®eifi. 291
Der wci3 des dinges wol ein aht.«
Da kam gar ein vinster naht,
Do giengen die dri dahin,
140 unt teten nach der meirin sin,
Als sich da diu lere vant,
dö wart diu gei'3 an gerant.
Do diu gei3 (lüte) schre,
dö schrei diu meirin: »owe!
15 Her meier, hästu niht vernomen?
die leidigen wolv' sint aber komcn.«
Bi3 da3 diu meirin gedsehte,
wie si den meir üf braehte,
Do het der schuoler die gei3
50 über mengen zun, Got wei3,
Er bei3 si [vil] vast in das ör(e).
[hinden] nach lief der alte tör(ej
Und schrei a^: »haho! du veiger grüs!« *
dö sprang der riller in da3 hüs.
55 IÜ3 der meir dem wolf die gei3 genam.
dö was der ritter komen hin dan.
Der äventiur' was geswigen [me den] ein jar.
da3 ist sicherlichen war:
Wer überig' huol' an sin wib leit,
00 der verliuset michel arbeit.
Da3 ist der meirin maere:
Got bue3' uns [al] unser swaere,
An' alle missewende!
hie hat diu rod' ein ende.
» lh< II , imft fimt ll.llll j
XLI.
Wev ttttter unterm jhtber.
Von
Jakob A p p e t.
Viel "wird erzählt, wie Frauen ihre Alarmer überlisten. So ver-
nahm ich auch ein Abenteuer aus dem Munde eines Ritters, der mit
einer Frau lang im innigsten Liebesverständnisse lebte, bis es rucht-
bar ward. Ihr Mann hatte drei starke Brüder, die ihm die stadtkundige
Ehrlosigkeit seines Weibes vorhielten; er wollte es nicht glauben, sie
aber erboten sich, ihn zu überzeugen, und verabredeten alles mit ihm
Am Morgen gab der Mann eine dringende weite Reise vor, und hiefs
die Frau das Haus hüten. Sie wollte ihn mit zärtlichen Worten, Küssen
und Tbränen zurückhalten, so dafs er sie Tür schuldlos hielt, jedoch
hinweg ritt.
Alsbald sandte sie zu ihrem Ritter, der auch zur Nacht kam, minnig-
lich empfangen wurde, mit ihr zu Belle ging und ein Spiel begann,
wie man jenseit des Rheines thut. Sie erzählte ihm noch den rühren-
den Abschied: da war der Mann schon heimlich mit seinen Brüdern
zurückgekommen, vernahm beide drinnen, und pochte an die Thür.
Der Riller sprang auf, und verbarg sich, blofs im Niederkleid, beim
Heerd unter einem Zuber; sein übriges Gewand versteckte die Frau,
und öffnele den ungestüm Hereindringenden, die sogleich im Bette
suchten, aber das Nest leer fanden. Sic muste Licht anzünden, der
Mann kehrte das ganze Haus um, und schall ihre Treulosigkeit, die er
wohJ belauscht habe. Sie entschuldigte sich mit ihrer grofsen Liebe zu
ihm, dafs sie im Traume ihn zu umarmen gewähnt und etwa laut ge-
redet habe, sie betheuerle ihre Treue und liebkoste ihm. Er besänftigte
sich, zumal da sie selber noch vergeblich suchen half. Er dankte Gott,
dafs der leufel ihn nicht zum Morde seines Weibes verblendet habe,
setzte sich mit seinen Brüdern am Feuerheerde, liefs Speise und Wein
bringen, und alle waren guter Dinge. Einer safs auf dem Zuber, darun-
ter der Killer stak, und bemerkte, dafs überall gesucht worden, bis
auf diesen labtr. Die Frau schall seine Nachläfsigkeit , denn sie habe
wirklidi den Killer darunter versteckt Joner lachte, und wollte sich
nicht riodi mehr beihoren lafsen. Sie wiederholte, der Ritter sitze
verdrießlich darunter und müfse durch Abenteuer befreit werden. Der
Mann bat sie, ihr Spotten zu lafsen, es sei genug an des Teufels Spott.
Sie erwii'd.rt.-. Spott gefeite auf Schaden , und er solle noch fürder
bethort werden.
Nebenan wohnlo eine Beckerin , der der Zuber gehorle. die sandte
am Morien, als sie backen wollte, ihre Magd darnach. Die bedrängte
Krau liefs ||t bei ihrer (.evaiu i -i hall biilen, ihr den Zuber noch MI
lalwn und aU «Im- lleckenn abermals ihn lordein lieft, bat sie, sie
durch Weibesnolh /u entschuldigen. Die Bei kenn , die solche Alien-
lener und der heimlichen Minne Kechl wohl verstund zurate defl ihre
Nachbarin diefs nicht eher gesagt: sie würde sie sogleich beireit haben
Damit ergriff sie einen Brand, zündete ein abwärts stehendes Scheuer-
lein an, und schrie Feuer! Da lief der Mann mit seinen Brüdern eiligst
«um Löschen, und die Frau liefs unterdessen den Bitter zur Hinterthüre
hinaus, gab ihm seine Kleider, küsste ihn und befahl ihn Gott. So
kam er glücklich heim, und bewahrte sieh Weiberlist.
Jakob Appet sagt: wer hat, der hüte wohl; verliert er etwa*
ohne es zu vermissen1, was schadet ihm das?
XU.
Di/, ist der ritter underm zuber.
E5 ist uns dikkc wol gescit.
wa3 liste und gros' kündikeit
Künnent sümelichiu wip,
da mite siu vil dikkc iren l!p
5 Vor im mannen vristent .
die siu vil dikkc überlistenl
l ml machent si ze toren gar.
hieb! nemet einre msere war,
Wie einiu ävcntiur' beschach
10 eime ritter, den ich sach,
Der mirl3 mit sinem munde
seite ze einre stunde :
Er minnete eine wirlin .
diu selbe ouch sere minKet'in.
15 Si beten b8de an ander liep;
ii Eweiger rriuntschafl möht' ein diep
Unsanfte in beiden hän verstoln.
wenn«- e$ mohte stn verhöhi .
So* körnen si ze ein and
20 10 enwart nie saiamandei
In dem hei yw \ime Im- .
«leime in zwein blnander wai
Diu muiiiIm h.iii \w\ te langen lab i
te jüngeal . ah melde nie geiai
2> Dei \mii bete itarkei bniedei drl
nach langei rede wie dem
298 XLI. Per Witt« unterm £uber.
Diu m<ere si bevunden,
si begunden an den stunden
Den bruoder strafen sere:
30 »da3 dir Got alle din ere
Neme, du rehte boesewiht!«
sprächen si c weist du niht,
Wie man von dinera wibe seit
so rehte gros' unstaHikeit?
35 Siu minnet einen ritter,
der lebet also milir,
Da3 wir sin haben schände
in allem disem lande.« l
Der wirt sprach: »da ist niht an,
40 min wip enminnct keinen man
Anders, waerlich, danne mich,
des wolT ich swern sicherlich;
Siu ist so staete und ist so guot,
ich wei3 wol, da3 siu niht entuot.«
45 Si sprächen: »e3 ist sicher war,
siu tribet e3 ieze wol ein jär,
Da3 siu in offenlichc hat,
e3 wei3 gemeinliche al diu stat,
Kint, wip und alle die man;
50 des lasters maniger dir verbau.»
Do sprach der wirt: »da3 ist mir lei(.
wie bevinde ich nü die wärheit?«
Sprach er aber zuo (z')in. —
»wiltü nü hoeren unsern sin
55 Und wilt der wärheit kumen zuo,
so soltu sprechen morne vruo,
Du wellest riten etewar:
des nahtcs so kum wider har,
Und lä3 uns alle mit dir gän
60 und vür alle ire türen stän,
1 M. verkürzt Z. 35—88:
Wie siu einen ritter minnet,
da.5 dir unde uns niht wol an zinict.
XLI. jDcr Bitter unterm 3ubrr. 299
Und gang du selber an die want,
so hoerest in dinne alzehant.«
Der wirt des rätes schiere pflak,
morne vruo dö e^ wart tak,
65 Und er sich schöne an geleit
und sich diu vrouwe ouch hat' bereit,
Dö sprach er: »liebe vrouwe min,
la dir min hüs bevolhen sin;
Wan ich in disen ziten
70 muo3 verre von dir riten;
Mir ist solichiu botschaft getan,
da3 ich e$ nicht mag abe län;
Und enkume niht in kurzer vrist:
huete wol, also liep du mir bist.a
75 Dö sprach diu vrouwe: »wa3 seist du?
wiltu aber von mir nü?
Wa3 wiltu da mite meinen?«
siu begunde weinen
Und sprach: »grÖ3' sünde du begast,
SO da3 du mich alters eine last.
Lieber wirt, belib bi mir;
wan ich din also küme enbir.«
Von triuwen rette siu niht da3:
ir tet da3 hinscheiden ba3;
85 Wan siu des was von herzen vrö.
mit armen umbe vieng siu in dö
Unt kuste in mit irem munde:
der kus gienk niht von gründe.
Siu sprach: «min lieber trüler will.
90 wie küme diu min lip cnbirl!«
Doch d.iht' siu heimlich: >;da3 ist war,
ach Got, wen wahrest du ein jär,
D«3 vvolt' ich harte ringe wegen,
und li('3c diu dort den tiuvcl pflegen,
96 Und bei' ich hie niinnc und gemaefa
mit dem, den ich ie gerne MCh.«
Vor Um siu gn">3c trchen'en) Ifci
d§3 wenig ir ze herzen ^<*
300 XLI. Per Bitter unterm 3uber.
Da,3 gröse weinen da3 siu tet.
100 der wirf vil nach verzaget het,
Da3 er beliben wolte sin; *
er däht[e]: »däst war, die brueder din
Die hänt dich sicherlich betrogen;
wan si hänt üf din wip gelogen.«
5 Und sprach ze ir: »gehabe dich wol.«
siu sprach: »ich tuon ba3? dan ich sol,
Wan mir din hine vart swaere liU<
er sprach: »tuo wol, 03 ist ritens zit.«
Alsus der wirt von hüse reit.
10 dem rilter wart dö balde geseit,
Da3 er des nahtes kseme ze hüs,
der wirt wssre geriten 113;
Er solte hän minne und gemach.
»der riche Gol mich ie gesach.«
15 Sprach der ritler, und was vrö.
üf huop er sich balde du
Des nahtes unde kam al dar.
diu vrouwe nam sin schöne war,
Und hie3 in Gote wilkome sin:
20 »vriunt und lieber herre min,
Nu süln wir wunneklichen leben,
sit uns Got den tag hat gegeben ,
Da3 uns gerümet hat min man.
ir sült gar kleine sorge hän,
25 Da3 er iht kume in kurzer stunt,
da3 hat verjehen mir sin munt.«
Siu truog dar ir amise
vil reinre guoter spise,
Darzuo den allerbesten win;
30 siu sprach : »vil lieber herre min ,
»Nu sült ir leben ime süse,
ir sit hie wirt ze hüse, 2
1 M. lieft hier noch :
Er gedähte : ,,diz ist niht war ,
daz ist kunl unde offenbar."
2 Diese beiden Zeilen läfslM. aus, und ändert die i vorhergehenden
l'eberhaupl weicht von hier an IM. stärker ab
XL1. Da XWiUt unterm Silber 301
\V;ij ir weit, da5 ist geschehen,
dawider getar nie man jenen.
135 Doch wil ich iu sagen den murz.
wol üf , 63 ist zit, diu naht ist kurz.
Wir süln ze saraen släfen gan.a
der ritter sprach: »da3 si getan.
Des ir gert, des bin ich vrö.«
40 si giengen mit ein ander do
Ze bette do ze stunden,
eins spiles si da begunden,
Also man jensit Rines tuot: *
da3 spil den wirt niht dühte gm«!
45 Do da,5 spil ein ende nam.
diu vrouwe sagen do began,
Wie von ir gescheiden was
ir man vil gar äne allen ha3,
Und wie siu drumbe weinte.
50 und da3 niht anders meinte,
Wan da3 siu was des scheidens vrö.
alsus seite siu [dem ritter] dö
Diu[selbenJ msere dem ritter;
da3 düht[e] den wirt gar bitter.
56 Der [wirt] was des abendes wider komen.
und hele werk und rede vernomen;
Und darzuo siner brueder dri,
die im da stuonden nähei bi.
Si sprachen: »bruoder, huerstu in daV?c»
60 »en triuwen/t ipracfa er abruoder, ja.
Ich hieie in leider dinne,
mich triegen den[ne] min[e| sinne.
Heide, man und mich min wip;
däst war, es gilt[etj ir beider llp
iV6 Die brueder sprachen: »so i^t es t\t
begunden friderstrtt
Klopfen harte »Are.
>jo \sr , iemeff /ihm
Sprach der ritter »war lol ich,
70 dl ich irol rerberge mich
302 XLI. Wex lütter unterm 3nber.
Do sprach diu vil gehiure:«
«da Ü5e bi dem viure
Ein vil grÖ3er zuber stat ,
da sliefet under, das 'st min ™l-((
175 Der ritter niht 3e traege was,
under den zuber er dö sa3,
Ze male bark er sich darin.
sin hübe vvaer' ich lieber gesin
Des mäles, den[ne] sin niderkleit,
80 als er mir selber sider seit'.
Die wile verbarg siu sin gewant
also da3 e3 nie man vant.
Do da3 verbergen geschach,
dort Ü3e der wirt mit zorne sprach:
85 »Wiltu mich niht lä3en in«?
»ja, vil lieber meister min.«
Siu zuhte die tür üf schiere;
dö drungen si alle viere
In da3 (hüs) in wette,
90 si suohlen an dem bette, '
Ob ieman daran waere:
dö vunden si e3 laere?
Die vogel' wären Ü3 gevlogen.
der wirt wart gar ungezogen,
D5 Dö er nie man dinne ervant:
»zünd' üf ein lieht!« sprach er zehant
>-Lä mich ersuochen alle gadcn
nach dem, der mir tuot grÖ3en schaden
An guote und an eren.«
200 er begunde da3 hüs umb keren.
Diu vrouwe sprach: »wie verstu sus«?
er sprach: »da muostu boeser nus«
1 M. ließ:
Mittenaoder in da3 hüs,
dem ritter machten si grölen grüs.
linde suocheten, ob ff.
XLI. 2er ttitter tmterm 3nber. 303
Von mir noch hiute erb?3en.
wiltu mich so beseiten . *
•205 Du boese lottervalle!
joch hört' ich iuwer kalle,
Die ir tribet bedesant,
dö ich stuont bi iu an der want
lud ir min nämet kleine war,
10 dö hört' ich iuwer kallen gar.«
Siu sprach: »da3 la mich dir sagen,
ich wil e3 Gote von himel klagen,
Da3 ir mich hat erschrekket
und alse unsanfte erwekket,
15 In eime troume dö ich lak
und ich vil grÖ3er vröuden pflak;
Ich wände, da3 ich dich hette
bi mir an dem bette,
So rette ich vil Mite etewas;
20 wan ich din selten ie verga,5;
Wan wer dem andern guotes gan,
küme er des verge33en kan,
Er släfe oder wache.
kumel mir das z'ungeinache,
25 Da3 ich hän gegen dir triuwe grÖ3,
so engilte ich des ich nie genö3,
L'nd mag mir iemer werden leit
min triuwe und ouch min staetikeit;
Wan du zuo keinen stunden
30 hast untriuwe an mir bevunden;
Wes zlhest du mich arme3 wlp?
ze pfände sez ich mlnen 11p,
Da3 nie kein wlp häte einen man
so rehte liep, als ich dich hän.«
35 Dö der wirt die rede bevanl,
do begund' er muten da zehant
I In M. lauten diele 3 Zeilen I
VM w.i-risiu \in<l<n in <l*ni Im
El sprach: Jt>MdltS6tiU midi alsA,
des mahlu z'wär wesen vrA.
301 XU. $n Bitter unterm £ulm\
Und 1103 ein teil sin wuclcn.
»Got mucsc dich behueten
Vor allem leide!« sprach siu do
*2I0 «lieber wirt, wie tuostu so
Gegen dimc reinen wibe?
Got rech' e$ an irem Übe!
Die dich darzuo bringen,
mir zuo ungclingen,
45 Da3 du mich bringest ze niofe hie.«
mit armen siu in umbe vic,
Siu sprach: »du solt din zürnen län.«
do sprach der wirt: »das sl getan.«
Er lie sin zürnen do zehant;
50 siu half ouch, da3 er nie man vant,
Beide, hörte, noch ensach.
zuo den bruedern er do sprach :
»Der tiuvel mit uns umbe gat,
der dikke mort geschaffen hat,
55 Der wolte lihte, da3 ich min wip
ermordet' unde da3 min lip
Davon würde ze spotte.
ich dank' es iemer Gote,
Da3 des tiuvels boesiu kralt
60 hie niht ist worden sigehaft.«
Sus nam der zorn ein ende gar.
der wirt hie3 balde tragen dar
Spise und darzuo guoten win;
er und ouch die brueder sin
05 Zuo dem viure sä3en
unt trunken unde a3en,
Ir schallen da3 was harte grÖ3.
da3 doch den ritler sere verdrös,
Der da under dem zuber lak
70 und da vil kleinre vröuden pllak.
Einer üf den zuber sa3,
da der ritter under was,
Er sprach: »nü hän ich alles gar
das hüs ersuochet har und dar,
XLI. Jfrex bitter unterm Ünbex 305
275 Wan, under disem zuber hie,
darunder gesuochete ich nie.«
Mit der viuste er den sluok.
diu vrouwe sprach: »däst ungevuok ,
Da3 du des niht enruochest,
80 under dem zuber suochest,
Wan er ist drunden, \vi53est da3,
der bi mir an dem bette was.
Was er eht an dem bette da,
so vindestu in da, niht anders wa,
85 Wan ich in drunder sliefen hie3,
dö min man an die türe stie3,
Die rehte wärheit ich dir sage;
suochestu in niht, so bist ein zage.«
Des begunde er lachen:
90 »wiltn mich« sprach er »machen
Zuo eime tören? sage mir;
des rates ich niht volge dir.
ja sin wir genuok verteeret.«
siu sprach: »däst war, er hoeret,
95 Wa3 wir alle hän geseit;
ime ist da3 lange sizzen leit,
Wan ime ist vröude tiure.
mit vremder aventiure
MU03 er von iu werden braht,
300 swie übcl3 ir über in hat gedaht.«
Der wirt sprach: »liebe wirtin,
du solt diu spotten lä3en sin;
lief ich in vunden hinne,
ime wajren dine minne
5 Zc süre worden, samir Got!
davon so KI5 uns Ine ipot;
Min ist gespottet harte genuok:
da3 tet des liuvels iinvuok.« '
DA sprach aber diu wirtin
10 vwol rerftandenre Twister min.
1 In M. ffhl'-n diese ln-iilen Zeilen
• 4 Har-- 1 'in»ifiip|..l.»nl»n»r II '2,{ )
306 XLI. $>« Witter unterm *nber.
Spot nach schaden hoeret.
ir werdet ba3 vertoBret,
Da3 wil ich offenliche sagen.«
innen des begund' e3 tagen.
315 Nu was gese33en neben in
ein hüsbach [kluoge] brötbekkerin, *
Diu wol der maere sich vcrstuont,
alse hübsche vrouwen dikke tuont, 2
Diu wiste wol der minnen reht,
20 siu wiste, bede, krump und sieht,
Wa3 heimeliche minne hörte an,
darüf siu sich gar wol versan;
Der selben ouch der zuber was,
da der ritter under sa3,
25 Diu wolte des morgens bachen
unde ir teig machen, 3
Do muoste siu iren zuber hän; ■
siu sprach ze der megede: »gä hindan
Zuo minre gevatern hüs ,
30 bring mir den zuber balde herÜ3,
Den ich ir nehten späte lech,
und ircn ungerne verzech.«
Diu maget diu gienk balde dar,
siu sprach: »vrouwe min, gät har,
35 Gebt uns den zuber wider hein,
wir mue3en in haben über ein.« *
Diu vrouwe sprach: »min trüt gespil,
hoere, wa3 ich dir sagen wil,
Sage dinre vrouwen, er si haft,
40 da3 siu durch rehte gevaterschaft
Mir den zuber lä3e hie;
siu tct mir so liebe nie.«
i In M. fehlt hüs bach.
2 Auch diese beiden Zeilen fehlen in M.
3 Beide Zeilen fehlen in M.
* Für diese 4- Zeilen sieht in M. nur :
Siu sprach: ,,min vrouwe, da3 si getan,"
siu kam zuo der Wirtin gän.
XLI. Der XYxtitx unterm 3uber. 307
Diu maget diu gienk wider hein.
diu vrouwe sprach: »bringestu?« — »nein.«
345 Siu sprach: »wie gevueget sich da3?« —
»vrouwe, siu wil in brüchen ba3,
Und wil e3 ze grÖ3em dienste hän,
weit ir ir den zuber lan.«
Diu vrouwe zurnde sere,
50 siu sprach: ȟf alle min ere,
Hei3 mir den zuber wider gen;
oder es muo3 alle3 da3 vernen,
Da3 in dirre ga33en ist,
samer der werde sue3e Krist!«
55 Diu maget gie balde wider dan,
siu sprach: »ich muo3 den zuber hän,
Vrouwe, da3 geloubet mir.«
siu sprach: »gä wider, und sage ir,
Wibes not diu irre mich;
t>0 niht me ze dinre vrouwen sprich:
Ich hän dävür, siu merk' C3 wol,
des ich ir getrüwen sol.« '
Diu maget gie wider hein und sprach :
»vrouwe min, hat guot gemach,
<>5 Des zubers mue3et ir enbern;
des wil ich iueh mit triuwen wern,
Wanne e3 meinet wibes not.«
»lösä!« [sprach siu] »durch des tiuvels tot!
Bristet minre gevatern anders niht?
70 da3 ist ein wunderlicher sit', 2
H<:te siu mir des hiute [lange] gedäht,
ich hetc sie von sorgen bräht,
Swic zornig min gevater sl.«
nü stuont ein schiurlin dlbl
1) Ein wemnk von dem hüse hindan,
dn,5 zunte diu brotbekkerin an
' / 'M:>,-i>2 fohtM in M.
J M hrjt :
des wund'ri nur h , worin» dm gOMfeiht,
laftt die drei folgenden Zeilen am, und fahrt fort:
ich wil iie muhen indes vri.
308 XLI. UJer Bitter unterm Juber.
Mit eime viure säzehant.
dö da3 schiurlin was enbrant,
Do schre siu: »viurä!« i sere.
80 wa3 sol diu rede mere?
Dar kam geloufen manig man,
der wirt mit sinen bruedern kan
Geloufen zuo dem viure.
die wile diu gehiure
85 Den zuber abe dem ritter stie3,
zer hindertür siu in 113 Iie3,
Diu kleider gap siu im an den arm,
siu sprach: »nü mue3e iuch Got bewarn!«
Unt kuste in guetlich an sin munt.
90 hin schiet der ritter da zestunt.
Alsus so wart der wirt betrogen.
diz msere ist war und niht gelogen.
Wip künnen grÖ3e kündikeit:
alse Iakob Appet dö hat geseit:
95 Der habe, der huete deste ba3;
verliurt er iht, wa3 schat ime da3? 2
1 viurio ! M.
3 Anstatt der 3 leinten Zeilen , schliefst M. dreireimig :
da3 ist uns dikke vor geseit.
des mügen siu wol sin gemeit.
XLII.
pie treue JWao>
Höret Alle meine heilsame Rede. Niemand kennt genugsam die
böse Welt: jedoch soll er klüglich thun, wie einst ein Schreiber (Stu-
dent , der täglich zwei Gebete sprach: eins des Morgens, an den
dreieinigen Gott um Behütung vor Schaden; und eins gegen Abend, an
die Heilige Gertrud um gute Herberge. Der junge Schreiber war eines
reichen Herrn Sohn, fleifsig zur Schule, und so tugendsam , dafs er
überall, wo er hinkam, Heiterkeit verbreitete. Da fing er an, über die
Zierheit Freude der Welt nachzusinnen, von welcher er so mancher-
lei hörte. Er befragte seines Vaters Knecht deshalb. Dieser pries ihm
das [Leben der Fürsten und Edelherren , die stäts in .hohen Ehren,
Festen und Ritterspielen leben. Ein Anderer pries mehr die Pfaffen
Geistlichen), welche sich hoher Künste und Lehre befieifsen, und da-
durch gemächlich und geehrt leben. Der Dritte erhob über beide die
zarten minniglichen Frauen und ihre Freuden. Der junge Schreiber
beschlofs hierauf, sich den Künsten (WTifsenschaftem und zugleich dem
Frauendienste zu widmen, und bat seinen Vater, ihn noch mehr lernen
zu lafsen. Der Vater sagte, wenn er das gewust, hätte er ihn längst
nach Padua oder Paris gesandt; er gab dem Sohne Silber und Gold
und einen Zelter, darauf nach Paris zu reiten. Die Mutter gab ihm
beim zärtlichen Abschiede noch 50 Gulden (Goldstücke). Freunde und
Verwandte begleiteten ihn bis auf eine weite Heide.
Der Schreiber ritt in Gottes Namen allein fürder. Da traf er unter-
weges reiche Krämer und Kaufleule, gesellte sich zu ihnen, und sie
ritten fröhlich 60 Meilen zusammen, bis zu einer Stadt, von welcher
l«iK' heimkehrten. Kr wollte hier nicht sein Gut verzehren, hefahl
sich dem dreieinigen Gott, und ritt einsam weiter. Als die Sonne
unterging, bevor er die nächste Stadt erreichen konnte, da rief er zur
Heilten i.iihiiil um Herlx ffgfl , versah sich jedoch im Walde, noch
'i Meilen roa lei Steil, übernachten tn miifscn, und lieft sein Pferd
gemächlich gehen. Da >,iii er seitwärts ein Mägdlein Lämmer und
BehWlUM MM 4m Heule treiben, dankte Gott, dafi er Leute antreffe,
und rill nach einem Hole, und spornte sein Pferd stattlich hinein. Km
Kindlein sah ihn. Iie| |.in und meldete es der Herrin. Diese Irat an
ein Fenster , und der holeliche Schreibet Mb liC Oben stehen. \>ie eine
Imm du- lieh mb Hergen inbebliefjt. Neun Lugen spielten ergrüfttc
und (ragte uai h dem Herrn. Die Iran erv.ied.Me ihr Mann sei
»■ehori ul.'-i drei l.i.e ,iu|>eu. und Iragle, oh er elv-e- l.e.luile Er bat,
allein atner liemd-i MNUeV, nur um »um- ll<i l.<i -•• Die Iran wai
erhohu ;iiii h WOhl seiner dni /u beh.i hergen. wenn iln Mann /.n HaUSC
Der Schulet bal sie um Goltei willen , weil ihn du- Madt bu ferst
wär^.'. Er redete so zutraulich, dafs der Frau das Herz im Leibe lachte,
und sie minniglich antwortete, sie thäte es gerne, wenn nur die Leute
nicht so lästerlich wären. Da tröstete der Schreiber sich mit dem
Spruche: ,,was nicht sein kann, darnach soll man nicht ringen;" er
hoffte dennoch bessern Abend, und wollte fürder durch die Nacht rei-
ten. Die Frau hielt ihn noch mit lieblichen Worten auf; ihr ward so
weh ums Herz, und gerne hätte sie noch lange mit ihm gesprochen.
Indem kam ein Knappe über den Hof, der grüfste den Jungherrn,
nahm ihm das Pferd ab, und sagte der Frau, es sei der Sohn eines
reichen Mannes, dem er lange gedient habe, und bat für ihn um Her-
berge. Da willigte sie ein, liefs das Pferd in den Stall ziehen, und dem
Schreiber IVJalwasier und Romanischen Wein schenken. Darnach ward
ihm Handwalser gereicht, und lud sie ihn zum Abendbrod. Er safs
neben ihr, und sie war so minniglich und sah ihn stäts so lieblich an,
dafs er zu den wundersamsten Reden aufgeregt ward. Alle lachten dar-
über, und die Frau entbrannte dermafsen, dafs ihr die Speise im Wunde
erstarb, und ihr so wehe ward, wie dem Fisch an der Angel. Auf seine
Verwunderung darüber, entschuldigte sie sich, dafs ihr das Herz wehe
ihue, wenn sie am fröhlichsten sein sollte; sie stund auf und gab ihm
ihren Segen. Dann hiefs sie ihre Mägde dem Gaste betten , wie einem
Herrn, dafs er morgen früh bei der Abreise ihnen danke, und legte
sich nieder. Als aber auch der Gast und alles Gesinde schlafen ge-
gangen waren, da stund sie wieder auf und ging, von der Minne be-
zwungen, zu dem Gaste; sie umarmte ihn, und sagte, sein junger Leib
lödte sie. Er wüste nicht, was er gethan, und bereute, wenn er etwas
geredet habe, das ihr Leid sei. Sie beruhigte ihn darüber: sie komme,
mit ihm zu kosen und auf dem Minnefelde mit ihm Rosen zu brechen.
Er hielt es für Scherz; sie versicherte ihn jedoch ihres Ernstes, und er
gab sich ihr ganz zu eigen, und erwiederte ihre Küsse mit inniger Um-
armung. Was weiter geschah, kann ich nicht errathen.
Als es Tag ward und beide entschlafen waren , kam der Wirth heim
mit zweien ihrer Brüder und stieg im Hofe vom Pferde. Die Dienst-
magd kam herbei , und der Wirth , der mit seinen Schwägern in das
Gastzimmer trat, hiefs sie Feuer anmachen. Die beiden lagen dort im
liefen Schlafe, und hielten sich so fest umschlungen, dafs es aussah,
als wenn nur Flin Mensch im Bette läge, Als der Wirth beim Scheine
des Feuers sie sah, sagte die Magd ihm, wer es wäre. Der Herr hiefs
den Gast ruhig schlafen lafsen , und als der eine Schwager den weifsen
Arm bemerkte, den die Frau aus dem Bette streckte, meinte der Wirth,
so ein Schreiber habe ein gemächliches Leben und sei nur auf Frauen-
dienst bedacht. Der andere Schwager rühmte darauf die weifse Hand
des Gastes, und der Wirth erklärte es, weil die Schreiber keine Äxte
und Hauen angreifen. Er hiefs die Magd seine Frau aufwecken, und
als diese das Bette derselben leer fand, erschrak sie, und vermulhete
sogleich, dafs sie bei dem Schreiber läge. Sie zerschlug und zerraufte
sich , ging jedoch wieder zum Herrn, und entschuldigle die Frau durch
Wehtage, dafs sie nicht sogleich käme. Sie nahm einen Tisch und
stellte ihn an das Feuer, damit der Schreiber nicht von dem Rauch
erweckt würde. Als aber die Frau immer noch nicht erschien, ward dti
Wirlh ungeduldig, und befahl der Magd abermals sie zu rufen. Die
Magd ging mit einer Kerze in ihre Kammer, klebte die Kerze an ein
Fensterlein, und safs auf dem Bettbreüe, wand jammernd die Hände,
und wüste nicht, was sie thun sollte. Da gab St. Gertrud ihr einen
Rath: sie ging wieder ins Gastzimmer, meldete, die Frau kleide sich
an und werde alsbald kommen; sie selber müfse in den Hof gehen, zu
sehen, warum die Ferken so laut grunzen. Nun lief sie schnell ums
Haus, nahm die Kerze aus ihrem Kammerfenster, rannte damit zur
Scheune und entzündete das Dach. Dann eilte sie wieder zum Hause,
und rief: ,,lo Jodute!" (Zeter!) Die Herren sprangen hinaus zu löschen,
und die Magd schlüpfte hinein; sie weckte die Frau und den Schreiber,
die beide erschrocken auffuhren , sich schnell ankleideten, und nun alles
vernahmen. Der Brand wurde bald gelöscht, und die Frau ging hinaus
ihren Mann und Brüder zu empfangen. Der Schreiber trat auch hervor,
und der Wirlh bedauerte, dafs er so unsanft geweckt worden, und lud
ihn freundlich ein; so dafs er noch drei Tage bleiben, und mit ihm
und den Schwägern zu Gaste umherreiten muste. Als sie wieder heim-
kamen, vergafs der Schreiber nicht sein Gebet an St. Gertrud, und
wurde von der Frau minniglich empfangen. Sie koste heimlich mit
ihm, gab ihm einen Goldring mit einem Edelsteine, wohl 10 Mark
wcrih, kiisste ihn, und bat ihn zu schweigen und wiederzukommen,
wenn er heim reite. Er verhiefs es, umarmte sie herzlich, und Beide
schieden freudig, obschon mitlhränen. Hierauf dankte er dem Herrn
für die gastliche Aufnahme, und ritt nach Paris.
Er ward ein hochgelehrter Mann: aber stäts, wenn er in die Vor-
lesungen gehen sollte, gedachte er mit inniger Freude der Frau, die
ihm so J.iebes gethan hatte. — Wem Gott das Heil gönnt, dem ge-
lingen noch wohl hübsche Dinge.
Dieb Mahre heifst die treue Magd, deren Treue den Tod nicht
rttrehtele. Drum hüten wir alle Gott und die Heilige Jungfrau, dal's
wir am jüngsten läge mit solcher Treue bestehen mögen , wie diese
Magd im Diesel ihrer Frau. Amen
XLII.
De truwe maged.
M u höret algelike,
se sin arm idder rike:
wil he de land buwen,
he ensal sik nicht laten ruwen,
5 he enmerke, wat ik sage,
so setlet he uppe de wage,
beide, levent unde gud;
nein man weit der werlde mud,
se is leider bos genoch,
10 doch sal ein man wesen kloch,
und don, als ein skrivcr dedc,
he spr.ik alle dage twe bede,
des morgens wan he solde ut gan,
so gink he mid bcdcndc dan;
15 dat God durch sine namen dri
ome makede van allen jamer vri ;
^an dat an den avcnt trat,
<lal ander betfa be denne bat,
«lir ei. bemelll idder lud .
•*) der bilg€D ItlDte (ierhud.
dal ic ■ nie icbopc berberge gud ,
ik mcnc wol an mim»- mini.
316 XIII. UKe treue Jktaafc.
hedde dat sulve beth (nicht) gedan,
dat were ome jamerliken gan.
25 wo deme skriwer lang,
dat sage ik ju, hedde ik des dank;
höret, wo eme si gelungen,
van jaren was he junge,
und vornemet disse mere
30 van den sulven skrivere.
sin kumpan sede ome also,
sin vader were ein here ho
und des gudes also rik,
dat men nergen sin gelik
35 mochte hebben gevunden.
to den sulven stunden
de skriver alto der schole ging
und so grote lere entving
aller dat he horde,
^0 mid dem sulven worde,
dat he sinen sin daran kerde,
dat he dat alsovort lerde.
dar to was he so dogentsam ,
wor he eins henne kwam,
45 mit tuchten he dat makede,
dat men dikke lachede.
dat warde so lange,
dat dem skrivere wart bange
na der werlde sirheit;
50 ome wart dikke geseil
so selsene vromede mere,
de in dcme lande were.
he sprak to sines vaders knechte:
»do wal und sage mi rechte,
55 wat de werlt al sirheit halt
und wo\se si in vrauden stalt,
künde mi dat ieman sagen.«
de knecht sprak: »sunt ji mi vragcn,
ik wil ju des berichten wal,
60 wat man vor de besten kescn sal,
XLII. Wm treue Mn*. 317
dar na mach ein leven
und lust der werlde heven:
dat sint vorsten und edele heren,
65 de leven an groten eren.
und ok to allen tiden
durch lust dustern und striden,
se hebben durch leve steden mud
70 und an dem lande manige tucht gud,
beide, sulver unde gold,
dure stene, kleder manigvold,
de sint stolt unde vrisch.«
ein ander sprak : » ik geve den papen hogeren pris,
75 de sik vliten jummermere
an hogen kunsten sere,
so leven se mid gemake
und hebben nenes dinges brake.
se vorwerven mid der lere
80 van den luden lof und ere;
kenen riddern unde knapen,
dat beste lof geve ik den papen,
nu und to allen tiden.« %
de derde sprak: »ik mach des nicht liden,
85 vor riddet und vor knapen
und vor den lerden papen,
love ik de werden vrauwen zart,
gesiret na minnichlikcr art,
de alle sorgen swaken
90 und manigc vraude makcn :
[dat maefa men alle dag* schauwen: j
den bogesten pris geve ik den vrauwen
de ikriveff sprak. ><ik \vi! nummn ran wen.
mi danket an mincs Rllfefl mud.
dal kunste atogeii wesen gud:
9 > Ol M holde ik Mgen,
dat mi mach wal hchagon
und der fogel VOge4 wal .
dal men Barten vranwen denen Ml;
und Dener lüde man liier vinl,
loo den der, d<- aelerel sinl .
318 XLII. Wu treue Mag).
de dat vor war menen ,
dat se hoveschen vrauwen denen.«
he ging to deme vader sin
und sprak: »leve vader min,
105 were dat an juwer gunst,
ik lerde gerne groter kunst.«
do sprak de vader altohant:
»ik hedde di lange gesant
to Padawe idder to Paris,
10 wiste ik, dat du dinen vlit
woldest darto keren,
dat du woldest leren.«
de sone lovede ome dat.
de vader ging unde mat
15 ome, beide, sulver unde gold,
wente he was ome van herten hold,
und gaf ome en gut teldene perd,
und het ome riden to Paris werd.
do sin moder dat vornam,
20 al weinende dar se to ome kwam,
se sprak: »leve sone here,
ik vruchte, ik se di nummer mere;
darumme so wil ik di mede geven,
dat du desto bet mögest leven,
25 viftich gülden de sint hi[r],
de nim, leve kint, to di[r],
und vertere se to tiden. «
do sach se ome drovichliken van or riden.
he nam or orlof, unde reit;
30 he wart herde wal beleit
van vrunden und van magen,
de one begunden to klagen;
wente on was vor ome leide.
vor ener groten neide,
35 de do sine vrund wern,
de heit he weder torugge kern
he reit alleine in Godes segen.
do af reit he under wegen
XL1I. JKe treue Mw*- 319
kramere und koplude
140 dat sage ik ju hude,
he grotte se herde tamelik:
se weren weldich unde rik
und dankeden ome mid vliten:
he begunde mid on to riden,
V6 al in Godes namen
reden se tosamen
mid vrauden und ok mid ile
des weges sestich mile;
do gingen se ome ave,
50 se bekosten grote have,
und mosten to hus weder varn.
he sprak: »wene God wil bewarn,
de is to allen tiden wal behut.
er ik vorterde hir al min gut,
55 ik rede er aleine.«
de junge skriver reine
gar drovelik reit ut der stat.
nu möge ji hören, wo he bat;
he sprak: »eija, vader Iesu god,
60 wene du behodest, de is behot,
do dat durch diner namen dri,
und make mi van sorgen vri!«
Hen reit de junge skriver.
dat ging ome wal na siner ger,
65 sunder dat ome was de stat,
alto verne und was spat,
to der he riden solde;
de sunne ging to golde,
do skrei he overlud:
70 >.eija, junLvrnuwc sunte Gertrud.
do mi guder berberge kund.
dal ik bebolde mint .sunt.«
bfl rnoijde sik gar halde,
wciit«; he reit in einem walde
!'■') und in einer groten beide;
darumme was ome leide.
320 XLII. DU treue üla«).
und begunde sere llcn.
wente he hadde groter milen
dre, er he de stat konde schauwen.
180 he dachte: »du most hir doch rauwen;
dat ik dat perd to dode rinne,
doch konde ik nicht komen darinne;
darumme wil ik sachte riden.«
do sach he verne bi der siden
85 ut der heide ein megedin
driven lemmer unde swin
in eines riken ridders hof;
he sprak: »God des hebbe lof,
dat ik dar gekomen bin,
90 dar ik lüde mach sin. «
rechte he to dem hove reit,
ome was leve unde leit,
do he bi den hof kwam,
dat perd he mid den sporen nam,
95 und reid gar hoveliken darin.
do leip ein klene kindelin
und sede dat der vrauwen.
se stund up und wolde schauwen
und ging vor ein klene venster stan.
200 de skriver hovesch und walgedan
sach de vrauwen boven ome stan,
so ein rose, de des morgens is up gan;
sine ogen spelden, do he sc sach;
tohand de junge skriver sprak,
5 und begunde gruten
mid dogentliken worden suten
de vrauwen an der stunde
rechte so he wal künde:
>:God groete ju, edle vrauwe hie!
10 dot wal unde saget mi[r],
wor de here möge sin.«
de vrauwe sprak: »de here min
de reit over dren dagen ut;
he solde lange komen wesen to hus.«
XLII. 2Du treue Jttaijt». 321
215 se sprak: «bedurte ji sin icht nodlik?»
he sprak: «nein, t'war, vrauw, jo bin ik
ein arm elende scholere;
wil ji mi herbergen umme Unser Vrauwen ere?»
se sprak: «were hir heime min here,
20 dat juwer noch twe were,
ik herbergede nu alle gerne. »
he sprak: «mi is de stat to verne;
hir umme, edele vrauwe gud,
durch Unser Vrauwen willen dut,
25 herberget mi man disse nacht.»
sine wort weren trovelik und sacht,
de wort begunde he so hovelik to maken
der vrauwen herte to lachen
begunde in orem live;
30 went he nicht mid kive,
gar tuchtichliken he de vrauwen bad.
nu hört, wo minnichliken si to ome sprak:
«eija, vil herte leve kint,
ik dede dat gerne: went nu sint
35 de lüde also unslicht.
dat dar nemant blift unvordicht.
werlik. mochte dat geschein,
ik lete ju nicht van hinnen tein.»
do de skriver horde
44) an der vrauwen worde
und vornam an orer rede,
dat se nicht twiden wolde siner bede,
doch he de vrauwen an sach
und sprak: «wat nicht wesen mach,
16 ik bebtM dat ut den boken lesen,
wat nicht mach wesen.
dar Dl s.il ein nummer ringen,
sal mi noch aventlang gelingen,
M bin ik des seker undc wis,
50 dal Peil noch beirr, wan dat siin [n)v n
itfl mi ok gan fmadarlikeii,
M Bkrt ik v;m hinncrj wikcn ,
4 //«ft» BaMMMutoatm« II ^1
322 XLII. JDU treue Jttaa>
ik enkan des nicht vermiden,
wente ik mut van hinnen riden
255 durch dat holt und durch den struk
disse nacht alut und ut:
doch wil ik dat ringe wegen,
dat is mi nu also gelegen
und anders nicht mach sin,
60 God segene ju, edele vrauwe fin,
wente ik mut van hinnen scheiden.»
do heit se one beiden,
und heilt one mid worden losen
uppe, dat se mid ome mochte kosen.
65 de vrauwe one do an gesach;^
vor war ik ju dat sagen mach,
dat van den tertliken worden,
de de vrauwe van ome horde,
went ik ju der warheit je,
70 or wart to dem herten we
und an dem müde bange;
se hedde gerne lange
dar mid ome gesproken,
dat hedde or nicht vordroten,
75 dal segge ik ju al sunder wan.
do sach he dar komen gan
over den hof einen knapen sere,
de sprak: «sit wilkomen, leve junkhere. »
he sach wal, wo it ome was bewant,
80 dat perd nam he ome ut der hant,
he sprak: «vrauwe, sint dit nicht selsen mere,
dat one God gesent heft here:
sinem vader ik lange gedenet han;
- de is so gar ein rike man,
85 dat borge und lant sin egen sin.
ik bidde ju, leve vrauwe min,
dat ji one van dissen avende nergen lan.»
do sprak de vrauwe walgedan:
«so le dat perd hin in. »
90 se leit dem skriver schenken win,
XL11. Pie Um JgUot. 323
molmesie, romaine und guden drank;
se sprak: «wi maken dat alto lank.
men drage uns dat brot hirin;
wolde min here komen sin,
295 he were komen lange.»
ore spilden ogen und or bloindejr] wange
van deme skriver nicht wolde gein,
se wolde one stedelik an gesein.
tohand droch men dat brot henin.
300 se sprak: «stat up, leve her gast min.
nemet water, des is tid;
ik weit wal, dat ji mode sit. »
de skriver tohant water entfing,
gar tuchtichlike he vor se ging.
5 se sprak: «komet und settet ju her,
ik ete mid ju also mer,
als ik aleine sete
unde nicht vel ete. »
de skriver bi de vrauwen sat.
10 so minnichlik de vrauwe was,
dat se den skriver darto band,
dat he selsene rede vand,
dat se alle mosten lachen.
de vrauwe van den sulven sachen
15 van ome wart so gar un[t]sund.
de spise de se in den mund
gesteken hadde, de vorstarf;
sin hovescheit de vorwarf.
dat der uauwen ward so we,
'20 als de vische in der .se,
de in (Jen Mlgtl komen i->
van sulker kwale, als ji wal wist;
also kweled«' de vrauwe sere.
de ikrivefl darbte: «ach urnmer mer
98 wat mach der vrauwen .sin?»
In- sprak*. Kittel« lene vrauwe nun.»
m iprali txetet vor ju, letfl her gast,
eine lal e <lui mi owerlasl .
324 XLII. Ite treu* Mn*
wan ik aller vrolikest sal sin,
330 so dut mi we dat herte min.
we gerne ik bi ju sete,
uppe dat ji deste bet eten,
nu wil dat God also nicht han. »
se stund up und ging van dan,
35 se gaf deme skriver oren segen;
deme gesinde heit se siner plegen,
ok sprak se to den megeden also:
«gat und halet deme gaste stro,
und nemet beddewand hirvor,
40 ik wil sluten de dor,
beddet ome, als einen hern;
wente he wil vro van hinnen kern,
so mach he ju dank seggen:
ik mut mi to bedde leggen. »
45 de megede deden wat se on heit.
do de dach was al vorscheit,
men heit den skriver up stan
und heit one to bedde gan.
de skriver lede sik neder.
50 also dede dat ingesinne seder.
do dat gesinne slapen was,
de vrauwe in deme bedde sat,
ore was vil we to müde,
se sprak: «riker God vil gude,
55 sal ik hude nicht bi eme sin,
so vorlese ik dat levent min.»
up stund de vrauwe altohand,
de werde sute minne se darto band,
dat se to deme skriver ging,
60 mid oren armen se ene umme ving,
se sprak; «eija, leve skrivere,
uppe juwe gnade kome ik here,
dat mut ik don durch de nod,
juwe junge lif dut mi den dod.»
65 alna se sik bi one lede.
nu höre, wo de skriver sede:
XLII. Ute treue ittagti. 325
«eija, leve vrauwe her.
wat do ik ju, wat wite ji mir?
God van himele dat wal weit,
370 han ik icht geredet, dat ju si leit.
dat ruwet mi van herten sere.»
se sprak: «eija, min leve skrivere,
ji hebt mi nicht to leide gedan:
doch so moste ik to ju gan.
75 und vrundliken mid ju kosen,
und breken mid ju de rosen
uppe der Minnen velde.
eija, min utirwelde,
sal ik min leit vordriven,
80 so mut ik nu bi ju bliven. »
to hand de junge skriver sprak:
«eddele vrauwe, hebt juwe gemak
und latet juwe schimpent sin.»
se sprak: «leve broder min.
86 wat solde des lusten mi.
dat ik aldus kweme to di
an disse nacht aleine,
werliken ik dat meine,
wo temede mi dat ik solde up stau
90 und hire to juwe bedde gan
und bidden des min wiile nicht enweie?
dat weren selsene mere. »
he sprak: «eddele vrauwe god,
ik bin juwe egen, darumme dul
i! dat ji nicht willen lan.»
tohand ore kussent und ore ummevan
den jungen skriver darlo band.
det he de Mao wen nam bi der hand.
und lede M in <len arm sin;
400 do \s is OBM vrautlc worden schin :
ir rninnichli1 limine fingen sil.
des gewesen nicht kau ik
und nein man to vollen reden,
wo lelliken <!<• iwe deden,
326 XL1I. J)u treue Jttagfc.
405 over wat se dar daden,
des enkan ik nicht entraden.
doch segge ik ju, als ik vornam:
do it an den dach kwam,
und se alle beide entslapen warn,
10 und hadden des vil kleine varn,
dat de werd gekomen was
und in deme hove af sat,
und ore brodere twe mid im.
he sprak to sinem knechte: «nim
15 de perde und vore se henin.«
do sprak he to den swegern sin:
»walan, ga wi in dat hus.«
do kwam de maget tegen ome ut,
se entfeng de knapen stolt.
20 de werd de sprak: «men hale uns holt.
und make uns en gud vur to hant: »
noch was den twen de slap bekant.
do si begonden in gan,
und dat bedde sejen stan
25 und kwemen alle gegangen,
do legen de twe al umme bevangen
und wem al na to samende komen ,
und hedden sik leflik ummenomen,
dat se alle hedden gesworn,
30 dat dar nene twe in dem bedde warn.
«in grot vur ward dar gemaket.
de werd vragede sine maget,
we in deme bedde were.
se sprak f «dal is ein skrivere;
35 t'avent he de herberge bat,
juwe kriecht sinem vader denet hat,
de secht, sin vader si ein so rike man,
dat ome borge und land sin under dan. »
do sprak de here: «latet one ungewekket.
40 de vrauwe hadde ut der dekken strekket
orn arm, dat men one sach;
to hand de jungeste broder sprak:
XL1I. Bit treue JUugt. 327
«segge, leve swager nim.
sejestu ju einen arm so fin ,
445 so du machst schauwen, dat segge ik di[r]?
van witler hut, als(o) hi[r] ?»
he sprak: «swager, ik segge di dat.
dat nenen luden is bat;
se endorven nicht vele sorgen
50 unde ok nicht borgen:
dat mach wal wesen ore hogeste kwal ,
wo se schonen vrauwen denen wal.»
de (anner) broder sprak tohand:
«se, leve broder, welk ein wit hand!
55 sejestu ju ene hand so suverlik?»
he sprak: «swager, weistu nicht.
dat skriver weke hende han?
wente se gripen seiden an
axen unde hauwen.
t>0 dar umme lat din schauwen,
und lat ome hebn sjn gemak. »
de werd to der maget sprak:
«lat dinc vrauwen up stan
und lat se hire vor gan.»
05 De maget in de kemenaden ging.
dat bedde se al umme ving,
se sprak: «vrauwe, is ju worden bat?»
tu band begonde se lo denken dat.
do sc dar nicht inne lach,
70 vil sere se du vorschrak,
ore bette dat was leides vol,
\n rule se merkede wol,
dal se l»i (lerne skrivere lach;
VftO leide «al sc sik manigen slach.
75 M K''ig weder vor de dure.
he sprak: «kumpt M noch nicht hei '?or<
Sprak; «herc. ik sage in dal.
dal ore t'avcude ger we w;e~
doch eil •><• sc lieie bir \<»t gaiL >
m> i|<> sach se dar enon disch itan.
328 XLII. Wie treue J*laöt>.
dene disch droch se vor de glud;
se sprak: <xik mut deme skriver wesen gud:
ik se wal, dar de wint weit
und de roik one nicht slapen leit.»
485 de list hadde se bedacht,
dat se or vrauwen hedde van dannen bracht.
do se eine wile seten,
der vrauwen se nicht vorgeten,
do sprak de werd: «horstu,
90 wo lange slept din vraawe nu ?
ga und hete se hir ut gan. »
de maget moste aver up stan,
ore hende se jamerliken wand;
eine kerse nam se in de hand,
95 se ging ander werve henin,
de kersen klevede se bi ein vensterlin.
se sette sik uppe dat beddebret,
so jamerliken als de junk vrauwe berl
rnid ruwen und mid klagen,
500 dat ik ju des nicht half kan sagen.
dat dede se nicht overlud.
ik mene, min vrauwe Sunte Gertrud.
de de skriver des avendes an bad ,
de gaf der junk vrauwen einen rad,
5 dat se ging weder vor de dore,
und sprak: «se kumpt schere hirvoie,
se deit sik vaste an.
ik mut in den hof gan,
ik (en)weit, wat de varken mach erren.
10 ik höre se vaste gerren. »
de magel ging lo hand hen ut
und leip snelle umme dat hus
to der kemenaden vensterlin
und grep suverliken dar in .
15 de kersen nam se in de hand _
und lep dar se de schune vand ,
se stak de kersen in dat dak.
\ se leip weder in, und sprak.
XL1I. Jtu treue itteto> 329
«to Jodute, hude und jummer mer!»
520 de hern lepen ut tegen er,
und lepen in der schunen wand,
de maged lep in dat hus to hand
und wekkede up de vrauwen gud.
do se sach de groten glud ,
25 do vorschrak se also sere,
and on wunderde beiden, wo it darum nie were,
unt togen sik snelliken an.
de maged sede or, wat se hedde gedan.
wo ore man und ore broder komen was
30 und aller bi dem vure sat.
de schune to hand geleschet wart.
de vrauwe des ok nicht enspart,
gar snelle se hen ut ging,
dene werd und ore brodere entfing.
35 de ene broder sprak also:
«wo bislu also unvro?>-
se sprak: «jo wil dat God aldus hau.»
begunden weder in dat hus gan.
de skriver hadde sik bereit,
40 de kleder hadde he an geleit.
de werd sprak: «we heft ju gewekket?
ji mochten wol wesen vorskrekket.»
(truwen,)) sprak de skrivere
«lat sint selsene mere.
lat ik so sere slapen han ,
dat diss' allent is gedan
und disse Mir is gemakf! .
und ik bin nicht eojwaket»
de irerd iprak: "ji mochten alle sin lorbranl
50 God hell uns bire heniir g£8antj
dat nm gelescfret hebt de schulte;
hus. bol hedde gebrant und de tchunei
do sprak de wert lo deme skrivere:
Llet ju hei i
- i de iki irer moste aik dar getlen .
leides weiden ie rorgeten;
330 XLII. Wie treu* itöttg*.
dre dage bad he one to hus ,
dat he reid mid ome ut,
dat he one wolde laten nerne.
560 de swegere mid ome reden gerne;
wal dre dage se ute wem,
do begunden se weder kern.
do se aldus weder reden,
hemelik sprak he sine beden,
(>5 der he plach herde sere.
in Sunte Gertrudis ere,
do se kwemen in riden.
des de vrauwe plach to allen tiden .
ok se des do nicht enleit,
70 de vrauwe se alle wille komen heit,
also se to allen tiden plach:
God wet wal, wene se levest sach.
dar wem se alle vrauden rik.
de edele vrauwe dogenlik
75 deme skrivere begunde vaken
(hemelike vraude maken.)
de minnichlike vrauwe fin
gaf ome ein golden vingerlin
mit edelem duren steine,
80 dat kostede wol der marke teine.
in der sulven stund
kussede he der vrauwen vor oren mund.
se sprak: «eija, leve skrivere,
ik bidde ju, dat ji disse mere
85 nemande open barn.
wen ji willen weder to hus varn,
so komet weder to mir.»
do antworde he der vrauwen schii :
«ik weit wol, wat ik swigen sal.»
90 imune grep he de vrauwen smal :
nicht lenger dorsle he dat malten.
se schedefde]n sik mid lachen,
doch se beide le[i]ten
dat water ule den ogen vielen.
XLII. Pie treue Mn^ 331
595 de vrauwe doch sik van ome wand.
he reid dar he den hern vand
und dankede ome mid ganzer vlit.
he reid hen to Paris
und ward an kunsten ein groter man.
600 wan he to der lekzion solde gan,
ome were wal idder unsachte,
mid vruntheit he jo der vrauwen dachte,
de ome God hedde gedan.
deme God noch der salde gan,
5 deme mach an hoveschen dingen
noch rechte wal gelingen,
Nu hebbe ik ju de mere gesaget,
unde heit de truwe maged,
de durch truwe nu [b. nicht) vruchte den dod.
10 des bidde wi alle den leve(n) God
und de edelen vrlen,
de milden moder Marien,
dal uns nummer werde schin
der ewigen helle pin,
15 und wan wi komen an den dach,
dar sik nein man vorbergen mach,
he enmute vor gerichte gan,
dat wi an truwen vaste stan,
als disse maged orer vr[a]uwen
20 was an oren denste truwen.
dc(s) helpc uns allen de milde God
• lurch sinen bittern dod
und durch sine hilgen dre narnen.
nu spreket alle: amen!
XLIII.
Per t»erkel)rte HPirtl).
Von
Herrand von Wildonie.
Erzählung von Abenteuer soll wahr und bezeugt sein, damit ein
linhübscber sie nicht Lügen strafe. Folgendes Abenteuer hat mir ein in
allewege vollkommener Ritler , Herr Ulrich von Lichtenstein,
gesagt.
Ein alter Ritter in Friaul hatte ein schönes junges Weib: sein
Hof lag auf der Ebene und dahinter ein lustiger Hag. In der Nähe safs
ein stattlicher Ritter, welcher der Schönen so fleifsig diente, bis sie ihm
Lohn verbiefs, und durch einen Roten zu dem Erker bestellte, der nach
dem Hage hinausgieng. wo er einen Ring an einer Schnur finden werde,
welche, an ihren Fufs gebunden, ihr seine Ankunft anzeigen solle. Der
Ritter schlich in der Nacht herbei, und zog an der Schnur. Der Mann,
dem sie über das Rein gieng, erwachte zuerst davon, spürte nach, und
fand wo die Schnur angebunden war; er zog sie an sich mit dem Ring,
und erkannte die leidige Untreue. Er sprang auf, lief durch ein Thür-
lein in den Hag hinaus, ergriff den dort harrenden Ritter beim Haar, und
rief sein Gesinde. Da erwachte die Frau, erschrack , und lieT hin, wo
die beiden mit einander rangen. Der Wann rief, er müfse seinenEhren-
räuber erkennen, und die Frau erbot sich, ihn zu hallen, bis er Lichl
Dei .Mann fürchtete, wenn er die Frau nach Licht gehen liefse.
wo mehr als zehn Männer lagen, gröfsern Schaden, als durch den einen
hier, und übergab ihr diesen, mit der Drohung, sie umzubringen , wenn
sie ihn enlliefse. Als der Mann weg war, hiefs die Frau den Ritler
in den Hof geben und ihrer warten. Der Ritter wollte lieber sein Leben
lafsen. als das ihre gefährden: sie aber hiefs ihn getrost gehen ; er
und (hat's; >,ie holte nun einen Esel herbei, und ergriff ihn
bei den Ohren, wurde aber von dem Thiere weit umher durch Nefseln
und Dornen geteilt, bis ihr Mann mit der l'ackel kam. Als dieser den
; iah, schalt er ihre Treulosigkeit, und biefr sie zu Bette gehn. Er
eh auch nieder und H bliel fest ein. Da stand die Frau wieder
in .ii'ii Hol in einei Gevatterin, und bot ihr ein halb Pfund,
wenn >i<- ihre Melle einnähme, und von ihrem Manne. Wegen eines
kleinen z eh etwa* gefallen iieise. Dieae war bereit, und
nun zu den Hitler, und ergezte sich mit ihm nach Herzens
Lust. Die (j Hierin ibei wurde ron dem erwachenden Mann erti tüchtig
mit einem Riegel durcttgeblluet , und ihr dann zum Wal vn dien das
tchnitten, oime d«fi ile lieh durch ein Wort reirielh* Dai
nach kam die Iran und lorderte ihren Mann zurück , der |ei/i in lud-
ähnlichem Schlafe lag. Die Gevatterin beklagte »ich schwer wui
doi h dun h den Lohn I» I i ich nun wieder zu ihrem
umschlang ihn bii ei bei hoher Sonne erwachte I >.■ schall ei
sie, und hielt ihr den ganzen Verlauf der unruhigen Nacht vor: sie aber
läugnete alles , und bewies ihm durch ihren fleckenlosen Leib und ihr
über die Hüften herabwallendes Haar ihre Unschuld, und dafs alles nur
ein böser Traum gewesen. Da sagte er, er habe nur gescherzt: sie aber
nahm den Scherz mit ihrer Ehre übel , und er muste sie dadurch be-
gütigen, dafs er ihr einen Mantel von Sammt oder Baldakin (Zeuch aus
Baldak, Bagdad) versprach
Wir würden nichts von dieser Geschichte wifsen , wenn die zer-
schlagene Gevatterin sie nicht verlautbart hätte , weil die Frau ihr nicht
das Verheifsene geben wollte. So hat Herrand von Wildonie diefs
Abenteuer gedichtet.
XLIII.
Der verkerte wirt.
Da3 bupchpl heizet der verkerte wirt
A.ventiure wer die seit ,
der sol die mit der wärheit
Oder mit geziugen bringen dar;
ob e3 ein hübscher hab' vür war,
5 So wil lihte ein unhübscher jenen,
e3 en hab' nie man * gesehen :
Su[n]st getäne3 striten
wil ich an disen ziten
Zevueren mit der wärheit;
10 wan mir ein ritter hat gescit
Dise äventiur(e) ,
des Iib ist so gehinr(e)
Und an örrn so volkomen,
w«3 ich han von im vernomeu,
15 Da3 ich da3 mit crcn mal
wol b[e]reiten an den liebten tal»:
Flor I'olrich von f A eh le nst <*i n .
der ic (in) ritters Iren ^rlipin .
Sagt(e) mir die m;r
20 da3 ein rittor wsere
Ia- I' r i u i gesehen ;
und hat er sin rerg655en •
» in ärt Ha* ttrht v •• t/n hab nyemand
. 4 Hmt.» hmilltlllwi II — *
338 XLIII. JJer uerk^tte Wixfy.
Da5 er in mir niht hat genant,
so tuon ouch ich'3 iu niht bekant.
25 Der selbe ritter het ein wip,
diu het ein so schcenen lip,
Da3 si was guot ze sehen' an:
da bi was vil alt der man.
Sin hof an einer eben* lak,
30 darhinder was ein schäme hak;
U3 gegen dem hag ein ärker 4 gie ,
da er des nahtes ruow' enpfie.
Nu was gese33en nähen bl in
ein ritter, der het sinen sin
35 Gewonet 2 an diz schoene wip;
dem selben ritter was der lip
Ze solhen dingen wolgestalt,
des er niht gegen ir engalt.
Nu er gedienet het so vil ,
40 da3 diu vrouwe im gab ein zil,
Wie si im Ionen wolle,
der ritter gerne dolte
Disiu maere , wan er nie
so rehte guotiu maer' enpfie.
45 Der bot(e) sprach: »min vrouwe iu hat
enboten, da3 ir Ilse gat
Hin zuo dem hüse, und in dem 3 nage
wartet, unde vor dem tage
Gähet under den ärker,
50 da vindet ir, nach iu\v(e)r ger,
An einer snuor ein vingerlin
hangent, da5 diu vrouwe min
Hat gebunden an irfen] V1103;
dä3 ziehet: al ze hant si muo3
55 Sin werden inne, da3 ir'3 sit
hie, unt kumt iu an der zit.«
1 So lese ich immer für agkei.
3 gewendet?
3 In der Hdt iien
XLI1I. Wtx verheerte Wrtb. 339
Dar ritter sleich hin bi der naht.
als sin diu vrouwe het gedäht.
Er vant die snuor und da3 vingerlin
60 hangen, nach dem willen sin,
Da greif er zuo unt zuk[ke]te dar.
nü wart der wirt der snuor gewar,
Wan si im gie über da3 ein sin bein:
do in da5 twang, er wart enein,
65 Er wolt(ej wekken niht sin wip,
und doch besehen, wa3 im den lip
Besiffelt; stille greif er dar;
nü wart er schier(e) des gewar,
Wa diu snuor gebunden was;
70 die selbe(n) snuor er alles las
Inz an ein ende [als] in sin haut:
dö er da3 vingerlin da vant,
Do erschrak sin alter lip;
er däht' : «e$ wil niht wol min wip.»
75 Vor leide im viel da3 vingerlin
unwissende von der hende sin;
Er sprang üf von dem bette sin
und lief, da er ein türelin
Wiste l gende in da3 hak.
SO der ritter, der da wartens pflak,
Gedäht': «e5 ist diu vrouwe min.»
do er da3 kleine türelin
Horte üf gän. er gahte dar.
der wirt 'erwischte in bi dem häi.
K5 Und sehn: nach dem gesinde sin.
der gast gedäht': »were ich mich diu.
9 kumt diu vrouw(e) min in wort.
M bin ich an den eren mort.
Ich han mich schier(e) dir ben<>m<n.
90 du bist än,rc] swert und [an'] nieder körnen
So hän ich bi mir min wer,
dl von hän ich dir über \wr. ■<
1 Wl**H i/i dri Hat., wtlthi mei't h. l',<t.,,i„ guf \r to „,„tcl%l
340 JLLIII. JUer uerheljrU Wrtl).
Von des wirtes ruof erschrak
diu vrouw(e), diu vor släfes pflak;
95 Si zukte bald an sich ir wät,
und dähte: »awe, min man der hat
Disen ritter vunden hie.«
• si lief, niht blide si dar gie,
Und sprank ze in beiden in da3 hak,
100 ie zuo der ob, der [ander] undcr lak,
Si sprach: «wie nü, wa3 sol da3 sin?
vil lieber wirt, bedarftu min?«
Er sprach: »da wiste ich gern(e) , wer
diser waere, der mir her
5 Ist bekomen üf minen schaden.«
si sprach: »des wirstu liht entladen,
Gib mir in her, und bring ein lieht:
und gib' ich dir hin wider niht,
Wa3 du mir gist in min(e) hant,
10 so hab' min houbfe)t dir ze pfant.«
Der wirt gedäht': »la3' ich si gän
dahin, da mer dan zehen man
Ligent, unde zündenft] lieht,'
ich waen', mer schaden da geschiht,
15 Dann(e) von dem einen hie.»
er sprach: »nemt hin, und merket, wie
Ich iu bevilhe disen man:
und lät ir den, so sit ir daran
Schuldig, da3 er her ist komen,
20 so wi33et, da3 iu wirt benomen
Hie der lib an siner stat.«
diu vrouw(e) sprach: »wa3 ir mir lät.
Da3 wil ich iu hin wider geben ,
oder ir nemt mir min leben.»
25 Er gab in ir, und lief dahin
nach einem lieht[e], da3 was sin sin.
Der ritter sprach: »ich bin her komen
iu leider, vrouwe, niht ze vrumen.»
Diu vrouwe sprach: »get, wartet min,
30 hin in den hof.» — «des mag niht sin.»
XL11I ®<t «trafst* Witt). 341
Sprach der ritter »schoen(e) wip,
nü habt ir vür mich iuw(e)rn lip
Besezzet: e dan ich den verlür,
den tot ich e mit willen kür.»
135 Si sprach: anü sorget niht umb mich.»
er kuste si: »Got der segen' dich!«
Wa3 si dö let, da3 wei3 ich wol,
und wei3, wie ichc3 iu nennen sol,
AVan einen esel, den si vant.
40 den nam diu vrouw(e) säzehant
Bi sinen ören. und habet' in.
nü hat da3 kunter sölhen sin,
Da3 03 im niht wol geziint,
wer e3 bl den ören nimt;
45 Da3 kunter hinder sich dö gie,
da3 hag wart so dikke nie,
E3 endente sich darin.
si daht': »und lag? ich dich, so bin
Ich schuldig gar umb disen man,
50 wan ich dich wil ze worte hän.«
Dorn, ne33el, manig ast
was da niht der vrouwen gast,
Wan si ir nähen wären bl, *
aller kleider wart si vri.
55 Dö diu vrouw(e) wart gar blÖ3,
von bluote ir schocner Hb hin go^.
Ine des lief zuo der wirt,
anlange het er sich vorirt.
Dö bi. iht' er ein fe) pühel grÖ3.
60 diu bran. die \rouw(e) des verdroß.
Das CT -So tafcge was gewesen,
diu vrouw(e) sehn-: ^ ich mag genesen
Niht, ir un got riii wer man,
fOO (i<*m, 493 '■' mir habt vrrlän. n
Co Vi lief er hl.iM-ndc • im was gäch.
da et sin wil) in nn-lm «,a< h,
I r w«iir ir helfen : dö er vanl
di/ kunter ro irer hanl ,
342 XLIII. U>er »erkürte Wrtl).
Do erschrak er, unde sprach:
170 »awe, da3 ich iuch ie gesach!«
Er sprach: »war ist komen der man?«
si sprach: »nü seht da3 ich hie hän.
Da3 ir mir gäbet in min haut,
so ir dem tinvel sit bekarit, «
75 Er sprach: »gät släfen, ich weis wol.
da3 ir slt boßser [unjtriuwen vol.«
Der wirt gieng släfen , und sin wip
was vor dem belte; schier sin lip
Entsläfen was; diu vrouwe gie,
80 dö si in sach su[n]st mueden hie,
Hin in den hof, und bat ein wip,
der gevater was ir lip,
Si sprach: »gät zuo dem wirte min
und sizzet vüt da3 bette sin;
85 Ret er mit iu, so swiget ir:
ich kum iu, da3 geloubet, schier. «
Si sprach: »wa3 habt ir getan? »
da3 ir niht selber weit dar gän. «
Diu vrouwe sprach: »ein zornlln
90 ist zwischen uns; nü lät da3 sin.
Ob er iuch slahe, des ist vil,
da3 selb' ich wider dienen wil,
Ich wil iu geben ein halp pfunt.»
si däht' : »und wird' ich von im wunt,
95 Da3 würde mit dem halben heil;
die andern werden mir ze teil.»
Si gieng hin, und sa3 hinvür,
unt tet vil lise zuo die tür.
Diu vrouwe disem e3 wol bot:
•200. wes si da pflägen, des ist unnöt,
Da3 ich da3 ieman tuo bekant.
Der wirt erwachte; dö er vant
Sin wib niht an dem bette sin,
er sprach: aweit ir noch spotten min?);
5 Si sweig; er sprach: «nü legt iuch her.«
si sweig; den rigel zukket' er
XL1JI. 0er Herhörte Wirt^. 343
Und legi' si vür sich, unde sluok,
unz in selber diihte genuok.
Er leget' sich nider unde ptnach.
210 aber er zoruiklichen sprach:
»Get ir niht her, iu mag geschehen,
da3 ir ungerue müget sehen.«
Diu arme dähte: »und melde ich mich,
so ist verlorn gar, wa3 ich
15 Leides hie erliten hän,
und muo3 des guotes ab gestän,
Da3 man mir git: unsaelde hat
mich hräht an dise veigen stat.«
Er sprach: «und weit ir nicht zuo mir.
20 so kum aber ich iu so, da3 ir
Mich gerne wisset anders wä.»
er nam den selben rigel da
Und slnog ir manigen grÖ3en slak.
er sprach: »so e3 nü werde tak ,
!2o So jeht, ich hab' iuch niht geslagen;
ein Wortzeichen sult ir tragen,
Da3 muo3 bewarn mir den man,
den ir valschlich habt Verlan. «
Die armen er zen vue3en swank,
30 unt zukte ein me33er da3 was lank,
lud sneid ir ab ir schoene här
oberthalb der örcn gar.
Et sprach: »ich bin an' angest z'wär,
da5 ir iu müget ein ander har
36 Gemachen, als ir 113 dem man
einen esel habt getan. »
Nu bei 80 sere sich erregen
der wirt, do er si« h wolle legen,
D13 er bin viel nht viir tot.
'»0 Diu vrouw' 03 nvoI ir[n] vriu*de[u] böl,
I nd g;il> im urlonb . und gie bin
Wider /110 der kriiM'.n.dni in ,
Si ipracfa «gerfätefin . n m4( «an.
ich wil ouch iniiicn mliien man.»
344 XLHI. Jto vexk^xU Wixfy,
245 Diu arme sprach: »da3 triuten min
mag wol gen im verloren sin;
Ich enwei3, wa3 ir im habt getan,
ich han vür iuch ein buo3e enpfän,
Der ich gedenken immer mak,
50 so mangen ungehiur(e)n slak
Het', ich waen', nie wib erliten,
darzuo hat er mir ab gesniten
Min schoen(e) här. «. diu vrouwe sprach:
»wer niht lidet ungemach,
55 Dem wart nie mit gemache wol:
billich ich iiich ergezzen sol. »
Diu arme gienk ze iren kinder(n) wider.
diu vrouwe smukte sich dar nider
Zuo irem wirte lise gar.
60 vor muede wart er niht gewar, .
Da3 in da3 vil karge wip
twank vil nähen an ir lip
Unt twang ir wange an da3 sin.
Do hoch üf kam der sunnen schin,
65 Der wirt erwachte, und sach si an,
er sprach: «hiet ir da3 e getan,
So möht ir mit ruowe sin.»
si sprach: «wa3 meinstu, herre min?» —
»Ich mein', da3 ir vil bcese3 wip
70 mir habt bes\vaer(e)t minen lip. « —
»Mit weihen dingen, herre min?«
er sprach: »wa3 ist da3 vingerlin,
Da3 an iuwer snuere was
gehangen ab hin üf da3 gras
75 Und gelegt an iuwer zehen?
nü weit ir mir da3 ab ervlehcn.
Da3 ich verge33e sölher tat,
die iuwer lib begangen hat.«
Si sprach: »z'wiu het' ich da3 getan?« —
80 »da het ir einen vremden man
HeJ3en kumen in da3 hak;
diu snuor rif minem beine lak.
XLIII. Pet turheljrte Wixfy. 345
Do er ziehen die began,
dö kam ouch ich, den1 selben man
285 Begreif ich, nach dem willen min,
bi dem här und den ören sin.«
Si sprach; »war tet ir den man?« —
»ir gewunnet mir in an,
Also da5 iuwern valschen lip
90 ich immer ha33e, boese3 wip!« —
»Sit ich in iu an gewan,
nü wahin hän ich in getan?« —
»Da gäbet ir vii \alsche3 wip
mir minen esel vür sinen lip,
9ö Den hieltet ir bi sinen ören.
habt ir mich vür einen toren,
Da bin ich iir doch ze grä. «
si sprach: »wa3 tet ir mir da?» —
«Da3 ist an iurem rukke[n] schin.» —
300 si sprach: «seht ir die siege min,
So sult ir haben e3 vür v^är.»
si endakte sich: da sach er dar.
Si sprach: »ist schcen' der rukke min,
su mag e3 iu wol getroumet sin.«
o Er2 sprach: »nü zeiget iuwer här.« —
«warumbeV« — »da hän ich' 3 iu gar
Ab gesniten. « — »ja, ir helt!
und habt ir mich darzuo erweit,
Dag in von mir troumen sol,
10 da3 miiicii en:n stät niht wol?«
Kr .sprach: » ir l.i .5«- L feg ungern sehen.« —
si sprich: »und ist es niht geschehen,
SC sit ir gar .in [ej sin,
so wi^et, da3 ich immer bin
15 In {-'eli.15, und wil e3 klagen
darzuo Tillen minen rn.i^en.«
I 1 '•pr.iih: »den zorn weit ir hän
dar nnil). ich mue.-/ 13 w HHian
1 /" 'Ir, 11,1, (Il-IM
i 1,1 n II ■
346 XLIII. Per uerkeljrte Wixfy.
\Vi33et, sin mag niht geschehen,
320 ich(n') rnue3* iuch schön gestrel(e)t sehen.«
Si sprach: »weit ir sin niht enbern,
so 133' ich iuchc3 sehen gern:
So hän schön gestrelet ich
gegen im, mit dem ir zihet mich.« -
25 Si brach ir risen ab in zorn,
und sprach: »han ich min här verlorn,
Da3 ist dem leid, durch den ichc3 tragen
wil an den„nähsten vire tagen. «
Nu was der vrouwen här so lank,
30 da3 e3 ir üf diu hüffel sprank.
Der wirt erschrak, und dähte: »ich bin
unsselig und gar än(e) sin I
Wes hän gezigen ich min wip?
e3 ist billich, da3 mir ir lip
35 Nimmer mere werde holt,
da3 hän ich wol gen ir verscholt.
Wäfen, wie ist mir geschehen!
und het* ich selber niht gesehen
Ir schoenen üb, ir schcen(e) här,
40 ich wolte waenen, e3 waer' war.«
Er sprach: »liebe vrouwe min,
nü la3et in wer zürnen sin,
Wan ich mit iu geschimpfet hän.«
si sprach: »des sült ir mich erlän,
45 Da3 ir die schimpfe mit mir haut,
die mir an min ere gänt:
Nu suochet sölhiu wib genuok,
die solhe schimpfe hän verguot. «
Er sprach: »liebe vrouwe min,
50 von samit oder von baldekin l
Gib' ich iu einen mantel guot,
da3 ir lät iuwern zornes muot.«
Si sprach: »nü si durch iuch getan;
ir sült's aber vürba3 raicn erlän.»
• In der Hds. samal- Baltekain
XLIII. Per pfrheljrte IPirth- 347
355 Nu raüht(e) wir des wi35en niht,
von weihen dingen diu geschiht
Waer' geschehen, wan, das wtp,
der zerslagen wart der lip,
Diu saget' e3, durch solhen muot,
60 diu vrouw(e) wolt' ir niht da3 guot
Geben, da3 si ir het benant:
da von wart uns da3 maere bekant. —
Der iueh der äventiur(e) mant,
der ist von Wildonie Herrant.
XLIV.
I i e $> e i d) t e.
njy
* <« '$ i
Ein Mann wohnte vor einem Walde, fernab von der Kirche. An
einem Palmsonntage, da tiefer Schnee lag, und alle Leute zur Beichte
gingen, machte der Mann seiner Frau, von der er viele kleine Kinder
hatte, den Vorschlag, weil die Wege so verschneit wären, sich daheim
gegenseitig zu beichten und zu sühnen. Die Frau willigte ein, kniete
nieder vor ihm, und beichtete: als im vorigen Jahr ihr junger Herr
gegen sie beide sehr erzürnt gewesen, habe sie ihn zu sich gelegt, so
dafs er ihm gnädig geworden; der Amtmann Heinrich, der ihm auch
Schaden gethan , habe zur Ärnlezeit sie beredet, ihn in ihre Stube zu
lafsen und seinen Willen zu thun ; auch ihr Nachbar Kunz habe sie,
als sie vom Brunnen gegangen, zu seinem Willen verleitet; und auf dem
Wege zur Mühle habe ein Pfaffe sie angehalten und bewogen, ihm zu
Willen zu sein.
Auf des Mannes Frage, ob das alles sei, betheuerte sie es, und
gelobte Befserung, und der Mann bog sie in seinen Schoofs, gab ihr
drei kleine Stöfse, und verzieh ihr in Gottes Namen die Schuld.
Sie forderte hierauf seine Beichte, und er versicherte, so lange sie
sein Weib, sei er ihr nicht untreu gewesen, aufser einmal, da ihr
Dienstmädchen Adelheid am Feuer gelegen in einem feinen Hemde,
durch weiches ihr Leib so minniglich geschienen, dafs er seinen Willen
mit ihr gethan habe.
Da schalt das Weib laut den treulosen Mann, ergriff ihn bei den
Haaren, zog ihn zur Thüre hinaus und schlug ihn mit dem verkehrten
Besen.
Wo der Mann vom Weibe geschlagen wird , das heilt nimmer. Gott
züchtig« dit- treulosen Weiber, die ihre Männer um kleine Schuld
meistern wollen
XLIV.
Diu b i h t e.
Ein man vor einem walde sa5-
in dühte, er sa33(e) niendert ba5,
Wan da3 er niemer des vergas«
da3 er der kirchen ze verre was».
5 Sich vuogt' an einem balmtage.
als noch die liut(e) gänt ze der klage
l'nd alle liut' ze kirchen sinl ,
der man het vil kleiniu kint.
Do was der sne unma3en grö,5,
10 da3 in der kirchverte bedrÖ3.
Er nam zuo der vrouwen rat,
und sprach: »ze der kirchen niht pfades gät;
Vrouwe, du solt hinten mir:
also wil irli tuon ouch dir.
15 I)a.5 tuon ictS alles um ho da;}.
da;; linder uns word' (lest minder ha,3- >-
Diu % i « 1 1 1 bedahf sich staet
da3 si d,i3 gerne t.el c),
l'nt kniuwet' nidcr vür irn wirt,
U si sprach: »reit wurden wir vorirt
Gen iiDserm jungen heiren ,
dor trtlOg uns großen uerron:
Don hin ich .sidor geleit zuo mir,
sid ist er gmecüg forden dir.
25 Und Heinrich dei amman,
der hat dir oach vil leid getan .
4 llmf. •««••■ II l.\
354 XLIV. flte JMcfcte,
Vert dö man da3 körn sneit,
dö prueft' er mit siner kündikeit,
Da3 ich in in die Stuben lie,
30 sin willen er an mir begie.
Unt Kunz, der unser nächgebür ist,
der erdäht' im einen list,
Da ich von dem brunnen gie,
bi der hend' er mich gevie
35 Und meret' mir min vröude ie,
bi3 da3 sin wil an mir ergie.
Dö ich ze müle solte gän,
dö sach ich an dem wege stän
Einen pfaffen wo! getan,
40 der wolt(e) mich ouch nihts erlän,
Er vürtrat mir da3 pfat,
also vast er mich bat,
Da3 ich in naem', durch sin bet'
' ich ouch sinen willen tet.«
45 Er sprach: »sag' üf die triuwe din,
mag aber ir iht mer(e) sin?«
Si sprach: »ich hän dir gar verjehen;
e3 sol niemerme besehenen.«
Er bouk si in sin schoe3elin
50 und gab ir driu stoe3elin,
Er sprach: »vergeben si dir din schult
vor Got, so habe ouch min hult.«
Si sprach: »nü wil ich niht gedagen,
du solt mir ouch din bihte sagen,
55 Du vil kündiger ' man,
wa3 hästu wider Got getan?« —
»Vrou, sid du mir würd' geben ie,
sid über hüpft' ich dich nie,
Nufn) unser dirne Adelheit,
60 diu het sich gen dem viur geleit,
Ein kleine3 hemde het si an,
ir wi3er IIb dar durch schein,
1 sündiger?
XL1V. ü»if Setzte. 355
Ich sach ir iren stolzen lip,
dö was si gar ein minniklich wip,
65 Und gevuegt' sich sider hie,
da3 min wil an ir ergie.« —
»Owe, ir vil boeser man,
habt ir da3 wider mich [erbaer' wlb] getan!«
Si nam den man bi dem här,
70 si zöch in umb vil ungevär,
Si zöch in Ü3 vür die tür,
si kert' dem besem da3 hinder her vür
Und sluog in damit ser(e).
Da3 heilet nimermer(e),
75 Swa ein man von wiben wirt geslagen,
sust hoer> ich da3 maere sagen,
Und wil stn machen ein end(e).
da3 Got diu valschen wip schend(e),
Die gro?3er schuld hän, dan ir man,
80 da3 wünsch' ich, so ich beste kan,
Da3 in Got geb' ein boese3 jär,
beidiu, stil und offenbar,
Sid si von kleiner schuld went twingen
die man mit allen dingen.
XLV.
Per begrabene (Cljemann.
Ein Mann betheuerte seinem Weibe, sie sei ihm lieber, als der
Griechen Gold. Sie verlangte zum Beweise die Gewährung einer Bitte,
so wie sie alles thäte, was er verlange, weil sie ihn tausendmal lieber
habe, als er sie. Er gelobte es, und sie forderte, dafs er glaube, was
sie ihm sage. Er beschwur es , und sie entbod ihn am hellen Mittage
zum Abendefsen und Schlafengehn. Er wandte den Tag ein, und sie
schalt ihn eidbrüchig, und sagte ihm ihre Huld auf. Er bereute, und
bat um Sühne. Sie gewährte, und warnte. Zwölf Tage daraufsagte sie
ihm eine andere Unwahrheit, und ward durch den Erfolg ihrer Herr-
schaft versichert. Sie versuchte ihn nun stärker, und hiefs ihn in ein
warmes Bad geben, das aber kalt war : er fand es warm genug, obschon
er heftig darin fror; und sie bewies sich ihm nun so hold, und kirrte
ihn so, dafs er auf ihr Wort geglaubt hätte, die Erde sei Gold. So trieb
sie es wohl ein halbes Jahr.
Da war in der Stadt ein Pfaffe, der die Frau oft um ihre Gunst bat,
und es nun dahin brachte, dafs sie ihn minnete. Eines Tages sah ihr
Mann sie von ihm aus dem Stadel (Scheune) gehen. Er tadelte ihre
Vertraulichkeit mit dem Pfaffen; sie aber betheuerle ihre Treue, schall
»'•in Misstraun, und drohte, sich ganz von ihm zu scheiden: er gelobte
alles gut zu beifsen , was sie sage und thue, und sie bezeigte sich ihm
so hold , dafs er das beste Weib zu haben wähnte. Die Frau gewann
aber den Pfaffen dermafsen lieb, dafs er ihr ihren Mann verleidete. Als
er eines Tages vom Felde kam , fragte sie, was ihm geschehen, weil er
so bleich sei, und hiefs ihn zu Bette gehen. Sie holte den Pfaffen , liefs
den Todkranken beichten und ihm das Nachtmal reichen. Dann gab sie
ihm eine Kerze in die Hand, drückte ihm die Augen zu, und erklärte
ihn für gestorben. Man legte ihn auf die Bahre, die Nachbaren kamen,
man bewachte ihn die Nacht, und trug ihn am Morgen zur Kirche.
Die Frau webklagte und zerraufte ihr Haar, wünschte jedoch mit
dem Pfaffen sich des (jeäffien zu entledigen, der aus Liebe und Furcht
fid alles gefallen liefs. und Erlösung hoffte, bis man ihn ins Grab
senkte und schb-uni^' begrab. Da rief er und machte sich auf alle Weis«
wrnfhmlirh: der Pfaffe aber gebot Allen, einen Segen zu sprechen, um
den Teufel von dem armen l.r-ichnam zu vertreiben. Das Weib, und
•dir Gegenwärtigen sprachen Amen dazu. Vergeblich schrie der Mann
>n d'-r Gruft, die beiden blieben dabei, es wäre der Teufel, und Ueftefl
ihn tiefet wied«r ausgraben So kam er um sein Leben, weil er sich
>'in «inem thonchten Weibe beherrschen lieft
XLV.
Der begrabene einan.
Dii maere , seit , wie ein wip iren man
Jebendik besruob iesän.
Kin inan sprach wider sin wip:
»du bist mir liep also der lip.
Z'wäre, waerest du mir
so rehte holt, als ich dir,
5 Da3 naem' ich vür der Kriechen golt;
dun enmühtest mir nimmer so holt
Werden, als ich dir bin;
mir ist da3 herze und der sin
So rehte sere an dich geslaijen.
10 da3 ich dir nimmer kan gesagen.«
Si sprach: >A<\^ lä werden schin;
ich tet durch den willen din,
Swei «In mich ic ^ebsete.
und bin dran immer stiele.
lo Tuo ein dink, des ich dich bit';
des war, (l.i wirbest du mit.
I-.-, -I weiiik oder vil,
d.13 ich 0g immer alle3 tuon wil.
Swei du gwinnest ane mich ,
20 und mW des inue bringen duli.
|);r, du noch lieber bist mir
tüsenl Blunl dan ich dir. «
362 XLV. Jfrtt bt$t*bem (ßijemann.
Er sprach: »nü sage, wa3 ist das?
ich tuon e3 michel vürba3,
25 Danne dücs immer gegerest;
darumbe da3 du mich des gewerest,
Da3 du also sere mirinest mich
mit triuwen immer, als ich dich.«
Si sprach: »des geloube mir,
30 min trüt, swa3 ich gesage dir,
E3 muet ein ietslich wip,
und get ir rehte an den lip ,
Swa3 si gesaget ir man,
da3 er des niht gelouben kan,
35 Uns entuot kein dink so we.«
er sprach: »enist des niht me,
Des du mich bitest?« si sprach: »nein.«
er sprach: »da3 wa3r' ein mort und [ein] mein,
(En)waer' ich dir des vil bereit;
40 ich wil dir sweren einen eit ,
Durch da3 du mir so wol behagest,
swa3 du (immer) mir gesagest,
Da3 ich des gelouben wil;
diner triuwen ist so vil,
$5 So du mich minnest, als ich dich,
da3 du nimmer getriugest mich.«
Als er der rede volle vuor,
da3 er ir den eit geswuor,
Do gedähte si daran:
50 »wie versuoch' ich, ob min man
Gelouben welle da3 ich sage?«
Da3 was an einem mitten tage,
Si sprach: »geselle, e3 ist naht,
ich hän uns z'e33en gemäht,
55 Wir sollen e33en und släfen gän.«
er sprach: »wie hästu so getan?
E3 ist noch küm' mitter tak.« —
»da3 ich din ie so wol gepflak,«
Sprach da3 wlp »da3 ist mir leit.
60 nü hoere ich die warheit,
XLV. IDer begrabene ((Ehemann. 363
Da3 der manne triuwe boese ist.
sit du meineit worden bist
In so kurzer wile wider mich;
ich wolt' und hän versuochet dich,
65 Üb din triuwe und din eit
heten deheine staetikeit:
Nu sich ich unde heere wol,
da3 ich dich immer haben sol
Vür ein triuwe löse3 va3.
70 wa3 hete dir geworren da3,
Doch ich dir sagte, e3 waer' naht,
hetestu dich wärhaft gemäht,
Und hetest gesprochen: «e3 ist war?»
ich hän me danne ein halp jär
75 [Noch] ba3 getriutet dinen lip,
dannoch ie dehein wip
Ir manne me getaete:
so ist din triuwe unstsete,
Des scheidet sich (diu) vriuntschaft nü.
80 ich sach e3 also wol, als du,
Da3 e3 küm mitte(r) tak ist,
wan, da3 ich e3 tete durch den list,
Da3 ich dich damit ervuor.«
vil sere si bl ir libe swuor,
85 (Er) gewünne ir hulde nimmerme.
diu drö diu tet im also we,
Da3 er vil küme genas,
wan im da3 wlp so liep was.
Dag wort er Irüriklichcn sprach:
90 »Oft, da3 e3 mir ie geschach,
J)a3 Ieit unde d.15 unheil!
d,i von llde ich grölen mcil
An allern mlncm llbe,
<la5 ich mlncm wtbe
Oo Nihl gevolget hän so vil
an irern lugenthaltcn spil .
Da3 ist mir leil vil sere,
mit klag' vr0 vrouNven Ere,
364 XLV. Jbtx begrabene (Ermann.
Und muo3 ouch [da3] Got erbarmen;
100 e3 was mir werlt armen
Verge35en, sam mir min lip.«
; dö kniete er nider vür da3 wip,
[Er sprach:] »liebe vrouwe sue3e,
gunne mir, da3 ich e3 bue3e,
5 Und da3 ich e3 immerme getuo;
ich wil dir geloben darzuo,
Geschaeh' e3 mir iht me,
da3 e3 immer unversuenet ste.«
Si sprach: »so wil ich e3 varn län:
* 10 du solt da3 vil gewis hän,
E3 muet mich nü so sere,
getuostuc3 immer mere,
So ist diu vriuntschaft dahin,
unt kumest nimmer, da ich bin.«
15 Dö was er vrö, da3 si den zorn
so schiere hete verlorn. *
Darnach in zwelf tagen
begunde si im aber sagen
Ein gelogen maere, umbe da3,
20 da3 si in versuochen wolte ba3;
Si dühte an disem maere,
da3 si sin meister waere,
Des wart si stolz unde balt:
si macht' ein volbat da3 was kalt,
25 Und sprach: »gank in, e3 ist warm.>;
dö was er des muotes so arm,
Da3 er dawider niht ensprach;
wan er sich aber des versach.
Das er ir hulde verlür;
30 swie sere er in dem bade vriir,
Er sprach: »e3 ist warm genuok.«
wan er da3 so wol vertruok,
Des wart ir herze vröuden vol,
sit bot si*5 im also wol,
1 \ erkor 11 ".'
XLV. 13er begrabene (ßbemaun. 365
135 Sam si davor e getaete,
und beleip daran so staete,
Da3 si in ir machte so holt,
hete si gesprochen: »diu erde ist golt,»
Er hete gesprochen: »e3 ist war.«
40 da3 tet si ouch wol ouch wol ein halp jär.
Do was ein pfaffe in der stat.
der si des libes dikke bat,
Swen erl3 gevuegen künde;
das treip er an die stunde,
45 Das s* m niinnen began.
eines tages sach si ir man
Von im Ü3 ir stadel gän,
er sprach: »da3 ist missetän.
Das du dem pfaffen [so] heimlich bist.»
50 si sprach: »du liugest, wi33e Krist'
E3 muet aber dinen sin,
da3 ich dir so holt bin;
E3n' wart nie wip, geloube mir.
ir manne holder, danne ich dir;
55 Wil du mir des gelouben niht,
und sprichest du dawider iht,
Ich tuon dir sulhen zorn schin,
da3 wir gescheiden immer sin.
Swa3 ich gespriche und.begän,
00 wil du da3 niht vür guot hän,
D15 soltu baldr Bogen mir,
so wil ich mir-h Beneiden von dir.«
El sprach: »03 ist alle, guol.
swa3 dln reiner lip getuot;
Oo Dlmo wort [diu] sint alle war;
Boldesta leben tfaend jli •
Ich gextbe dich nihtei ml
du tet si im aber b.15, den »"•.
Si bot ej irn wol und dimnoch ba3;
70 so Lange begjerte si 11,13.
Uni si in darsno brAhte,
dftg <r ze allen ittcn dlhte
366 XLV. Jfrtt begrabene (jEljemonn.
wich hän da3 allerbeste wip,
diu ie gewan wibes lip.«
175 Doch wart e$ so geschaffen,
da3 si den selben pfaffen
So sere minnen began,
da3 ir erleidet' ir man,
Da3 tet si schin, ich sag1 iu,x wie.
80 eins tages do er von akker gie,
Do begunde si in ane sehen,
si sprach: »wa3 ist dir geschehen?
Da3 ich min leben ie gewan!« —
»wa3 meinstu, liebe?« sprach der man
85 Si sprach: »da bistu garwe
tot an diner varwe;
Dir wil des tödes smerze
iezuo gen an din hefze;
Da enist leider niht wider.
90 gank an din bette und lege dich nider.
We mir, du wilt sterben!
la mich dir den pfaffen erwerben,
Da3 er dir die sele bewar.«
do brähte si den pfaffen dar,
95 Und hie3 in sprechen sin bihte.
des erbat si in vil lihte,
Er wolt' an allen dingen
ir willen vollen bringen.
Des twank in zweier hande not,
200 da3 si(c3) im so wol erbot,
Und ouch da3 nie dehein man
ein wip so rehte liep gewan.
Do si sin bihte vernämen,
und er Gotes lichamen
5 Zuo dem töde (da) genam,
und der pfaffe danne kwam,
Do gab sim an sine hant
ein kerze, diu was schon enbrant,
Unt tet im diu ougen zuo.
10 si sprach: »lieber man, nü tuo,
XLV. JJer begrabene tffyemann. 367
Sam die ouch sint in dirre not;
wan leider mir, du bist tot;
Dun' ensolt' dich nimmer me geregen. «
Si begunden in üf die bare legen,
215 Die brähte si vil schiere dar.
dö körnen ir gebüren gar,
Die naht man im wachte,
unz sich der tak üf machte,
Zuo der kirchen man in truok.
20 dö roufte si sich unde sluok,
Si gienk im weinunde mite
und hete klegeliche site.
Die sele messe man im sank;
die wile idoch vil unlank
25 Darnach truok man in ze grabe.
si körnen sin beide gerne abe,
Da3 wip und ouch der pfaffe:
dannoch wänt' der äffe,
Si versuocht' in aber also
30 und wolt' in darnach machen vrö,
Da3 wolt' er vil gewis hän.
so lange het er den wän,
Unz man in in da3 grap huop
und in vil balde begruop.
35 Do e3 im an die rehten not gie,
dö rief er an alle die,
Die da umb da3 grap waren,
und begunde gebären,
Als, den da twinget der tot.
40 der pfafl'e in allen dö gebot,
I)a3 si einen segen vür sich taeten
und Got vil sere bauten,
D.15 er den tiuvel da vertribe ,
dag W nihl lenger da belibe
45 Bl dem armen llchamen.
si ipracb: »dag werde \\;lr.« — »amen'
Spradl do man unde wip.
ais«j ferlöi er ilneo Hi>,
368 XLV. jDer begrabene (gfyemann.
Swa3 er gerief und geschrei,
ioO dö sprächen doch disiu zwei,
Diu da westen diu msere,
da3 e,3 der tiuvel wsere,
Und lie3en in niht 113 graben,
den schaden muost' er des haben .
55 Da3 er sazt' ein tumbe3 wip
ze meister über sinen lip.
XL VI.
Pas beiße <ß t f e n.
4 Hn,.n BllflltllWW I 'i\
Ein Weib pries ihren Mann, und betheuerte ihm, dafs kein Weib
ihren Mann so lieb hätte, verlangte aber dieselbe Versicherung von ihm.
Kr erbot sich zu jedem Beweise, und sie forderte die Feuerprobe seiner
Irene, dafs er ein heifses Eisen tragen solle. Er war bereit dazu: das
Eisen wurde alsbald geglühet, und auf zwei Steine gelegt; der Mann
hatte zuvor einen Span in seinen Aermel gesteckt, welchen er unver-
merkt in die Hand gleiten liefs , als er hinzutrat, das glühende Eisen
aufhob, und es sechs Schritte, mit Betheurung seiner Treue, trug; wo-
rauf er den Span wieder heimlich in den Aermel schob, und die un-
versehrte Hand zeigte. Die Frau war befriedigt, und verhiefs ihm ihre
«täte Huld. Der Mann forderte nun aber von ihr auf der Stelle denselben
Beweis. Sie meinte, er wäre ohnediefs schon von ihr überzeugt, dafs
er ihr tausendmal lieber als ihre Seele sei. Er jedoch bestand darauf,
liefs das Eisen wieder ins Feuer legen und glühen. Da sie sich nicht
mehr weigern konnte, bat sie ihn, den starken Mann, um Nachsicht mit
dem schwach geschaffenen Weibe, und umZulafsung nur Eines Mannes,
welchen sie aufser ihm gehabt habe. Er bewilligte, drang aber auf die
Feuerprobe. Darauf bat sie noch um zwei Männer, und als auch diese
zugestanden wurden, erbotsie ihm drei Pfund Geldes, welche sie heim-
lich bewahre, wenn er ihr noch drei Männer verstaue. Er gewährte
.im h diefs, drohte ihr aber den Tod, wenn sie fürder Ausrede mache.
Sie musit.- al«o schweigen, und nahm das Eisen, verbrannte sich aber
so sehr, dafs sie es schreiend fallen liefs. Er hatte ein Wachs und
In<h bereit, sie damit zu verbinden: sie aber wies ihn zurück , und
wehklagt«, dafs ihre Hand für immer unbrauchbar sei. Da gerielh er
m Zorn, verkündigte ihr leinen Abscheu, und schall ihre eingestandene
rreulonigkeil für irelehe lic den rerdienten Lohn empfangen habe.
XLVI.
Da3 hei3e isen.
\)\i isi ein maere guot genuok .
wie ein wip das hei3e isen Iruok. *
l^in wip sprach zuo ir man:
tla5 ich din künde ie gewan,
Des wil ich immer wesen vro;
(iot hat dich gezieret so
5 An schoenc und an vrümikeit.
und hat so gar an dich geleit,
Swa3 einem manne wol geziml ,
d;«5 mir diu sorge den lip benimt,
Die ich din vor andern wiben hau;
10 w;rr' diu muot uü 50 getan,
Da 5 du mich des gewis tagtest,
'i-i,5 du niht ander wip ha-test,
Da3 wolt' ich immer men-
gedieoen alsä vre,
I > Dag du des selben jshefil
td « 1 ii die warheit saehest,
Da£ nie kein wip Üreo man
\«»n herzen al*6 Kep gewänne«
• /,. ,/., h,..,t ii t- \n icbel, fini *cUi<-ni ruogi di« iwri 4«) hfiy
i«.rn Uno,.
374 XL VI. IDaa l)ttßc «ifen.
Er sprach: »vil liebiu minne min,
20 ichn' ger keines wibes , den din,
Da bist mir lieber, danne liep;
ich si ein ungenaemer diep,
Hän ich deheine, wan dich;
so dir Got, niht enzihe mich,
25 Da3 ich solhe3 iht tuo,
da bistu mir ze liebe zuo;
Ich bin dir gerne bereit
aller der gewisheit,
Der du an mich geruochest,
30 da3 du wol versuochest,
Da3 ich dinen lieben lip
minnen wil vür alliu wip.«
Si sprach: »unde tuostu da3,
so wart nie kein man ba3
35 Gehandelt von si[ne]m wibe,
dan[ne] du von minem übe i
Gehandelt immer werden muost,
ob du mir ein gerihte tuost,
Des ich dich wil bewisen:
40 trag mir da3 hei3e isen,
Als liep ich dir ze vriunde si.
da wil ich rehte sehen bi,
Welch liebe du zuo mir hast,
und ob du äne schulde stäst,
45 Des wil ich von dir niht enbern;
und wilt du mich es niht gewern,
So hästu immer minen ha3,
so laestu e3 niht, wan umbe da3,
Da3 du minnest ander wip
50 und enahtest niht üf minen lip.a
Er sprach: »diu rede ist äne not,
mir waer' lieber der bitter tot,
Danne ich erwürbe dinen ha3;
ich tuon vil gerne alle3 da3,
' Dies Reimpaar fehlt in D-
XL VI. Uas Ijeiße «ifeti. 375
55 Damit ich dir gedienen mak;
ichn' wil dir weder naht, noch tak
Dines willen niht versagen;
ich wil da,3 isen iezuo tragen
Darumbe, da3 Got bescheine,
60 da3 dich alters eine
Mit triuwen minnet min Hp,
und anders an dehein wip
Nie gewan keinen muot.c<
da3 tsen wart ze hant gegluot.
65 Zwen' steine wären da bereit.
da wart da3 isen üf geleit,
Da 03 nach sinem rehte lak.
si sprach: »hebe üf unt trak,
Da3 ich dine triuwe ervar.«
70 der man neigte sich dar:
Do het er einen gevuegen spän
vor in den ermel getan,
Den Iic3 er vallen in die hant.
da3 es da3 wip niht bevant,
75 Darüf nam er da3 isen:
er sprach: »nü sol Got wisen,
I)a3 dir min 11p, noch min gedank
noch nie getet keinen wank
Ind dir was ie mit triuwen mit.«
HO er Iruog e,5 m<r dan sehse schrit;
Do da5 schiere was getan,
«1<» bark er aber sinen spän
I nde lie si die hant sehen.
H sprach: »ich wil dir immer jenen,
BS Dag »In dich wol bewart hast
und alles ralsebtfi Ina stäst,
Diu haut ist scluene . als ein golt.
i< h wil dir immer wesen holt.«
Kr spi.irh: odei löne dir Got;
PO im ist min bei' und min gebot,
Da3 ouch du mir da3 isen ürajNH .
iibn' stau- nihl. iaj) du mir\5 versagest,
376 XLVI. Pae t)t\fa dEtfen.
E3 muo3 hie zehant gesehen,
ich wil ouch dine triuwe sehen.«
95 Si sprach : »trüt geselle min ,
darzuo wil ich dir ze liep sin,
Da3 e3 immer koem' in dinen gedank.
da3 ich dir [so] getaete keinen wank;
Du weist doch wol, wie mir ist,
100 da3 du mir tusentstunt bist
Lieber danne diu sele min.«
er sprach: »lä die rede sin,
Dune woldest mich sin niht erlan,
z'wär, also wirst ouch du getan,
5 Dune kanst dich sin niht entsagen,
du muost da3 isen iezuo tragen.«
Zehant erc3 in da3 viuwer truok
unde gluol' e3 scre genuok
Und leit' e3, da e3 ouch im lak,
10 er sprach: »hebe üf unt trak
Diewile und e3 die hizze hat.«
si sprach: »ist es kein rät?« —
»INein e3, entriuwen,« sprach er
»du hebest dich wserliche her,
15 Und muost e3 tragen, als ouch ich.«
si sprach: »geselle, so bit' ich dich
Einer vil wenigen gebe,
da3 gediene ich immer unz ich lebe ,
Swa3 ich dir liebes ie getete,
20 gewerstu mich der selben bete,
Des gedenke mir hie mite
unt tuo nü, des ich dich bite.
Du weist wol, da3 sich ein man
genuoger dinge enthaben kan,
25 Er hat starken muot und lip:
so si wir swach und broediu wip
Und enmugen uns niht enthaben so -wol;
die man sint grÖ3er krefte vol,
Des mugen si tuon unde län
30 und mugen dem dinge wider stän;
XLVI. Utas beißt tfifen. 377
Da3 wir der krefte niht enhän.
das hat Got an uns getan,
Des sol uns nie man verdenken,
ob wir etewenne wenken:
135 Davon lä mir vor einen man;
\va» ich nie keinen me gewan,
Ane dich, des wil ich Got jehen,
da3 soltu an dem gerihte sehen.« —
»Da3 wil ich tuon;« sprach er
40 »nü hebe dich zuo dem isen her.«
Si sprach: »lieber man, nü tuo,
des ich dich bite, dar zuo,
Da3 gediene ich also ,
da3 du muost immer wesen vro,
45 Da3 düc3 ie getaele;
so ist ouch immer staete
Diu herzeliche vriuntschaft
mit inniklicher triuwen kraft
Und diu liebe, die ich zuo dir hän.
•SO so hastu wol zuo mir getan,
Da3 du mir noch zwene vor last;
sit du so wol zuo mir getan hast,
Nu tuo wol vollen wider mich,
da3 diene ich immer umbe dich.«
Et sprach: »da3 si getan;
du muost balt zuo dem isen gän.« —
Lieber geselle,« sprach siu
H h h.ui noch guoter pfunde drin,
Dei <l u einen pfenninfe niht enweisl
80 nö (uo'3 durch Got allermeist,
Und nim diu selben driu pf'unt .
ob dir ie /(' keiner stunt
Kein liep il ron mir gesehen
daran soltu biate gen,
Ui liep so dir dln sele si .
und || mir ü-,rn QOCfa dl i.« '
• /' /n'/i /i//n«
\ ii r iiml il.ii CIM •'!'» i 'irnii
niiil nimmei r? j • keinen
378 XLVI. Da* t)ei&e tfifen.
Er sprach: »die wil ich dir Verlan;
du hast der rede genuok getan,
Gesprichstu tälank kein wort nie,
170 du entragest mir da3 isen e,
Deswär, ich tuon dir den tot.«
dö muoste si swigen durch not,
Da3 isen nams' üf die hant,
und wart also sere verbrant,
75 Da3 si lüt schrei mit ungehabe:
»owe, mir ist diu hant abe!« *
Ein wahs het er gebreitet
und ein tuoch darzuo bereitet
Und wolte si verbinden.
80 des hie3 si in erwinden,
Si sprach: »wa3 hilfet da3 bantV
mir ist diu hant so gar verbrant.
Da3 si mir nü nimmerme
ze vrumen mak werden, als e.«
85 Als er da3 hörte unde sach,
113 grÖ3em zorne er dö sprach:
»Hie ist diu triuwe worden schln;
nü solt ouch du des gewis sin ,
Da3 mir hiute kein wip
% unma)rre ist, danne din lip;
Und alle3 da3 dir leit ist,
da3 wil ich tuon nach dirre vrist.
Nü hästu üf dich geladen,
beide, laster unde schaden,
95 Diu wil ich dir helfen meren ;^
reht als du [der] diner eren
Unzher hast geschönet,
also wirt ouch dir gelönet.«
1 Die folgenden 8 Zeilen fehlen in D.
' Anstalt der letzten 6 Zeilen , beschtiejst 1)
II ic liai disiu red' ein ende.
<io( verlih' «ins ein guol endr.
XL VII.
Pas ^ttytuektnti.
Ein Kaufmann hatte ein Weib, die seine herzliche Liebe mit
Falschheit erwiederte. Einst fuhr er nach Gewinn über Meer, und kam
in ein fernes Land, wo er so guten Kauf fand, dafs er drei Jahre dort
blieb, und erst mit Ende des vierten Jahres heimkam. Sein Weib
empfing ihn minniglich: ein Kindlein ging mit ihr. Aul" seine Frage,
wem es gehöre, erzählte sie, wie sie, im brünstigen Verlangen nach
ihm, in ihr Gärtlein gegangen, Schnee in den Mund genommen, seine
Minne gespürt, und so das Kindlein von ihm empfangen habe. Der
Mann meinte, es möge wohl sein, und wollte das Kind erziehen. Er
lehrte den Knaben jagen mit Hunden und Habichten und allerlei Feder-
spiel, dazu Schach ziehen, artig sprechen und schweigen, harfen, geigen
und allerhand Saitenspiel, und viele andere Kurzweile. Hierauf, nach
zehn Jahren, ging er abermals zu Schiffe, und nahm den Schneesohn
mit. Er wurde in ein schönes Land verschlagen, wo er einem reichen
Kaufmanne den Schneesohn als Waare darbot, und ihn für dreihundert
Mark verkaufte: damit fuhr er heim. Seine Hausfrau empfing ihn
minniglich; und auf ihre Frage nach dem Kinde, erzählte er: als der
Wind auf dem wilden Meer ihn hin und her verschlagen habe, da sei
das Schneekind nafs geworden und zu Wafser geschmolzen. Sie dürfe
jedoch nicht klagen, denn wenn es wahr wäre, wie er höre, dafs jedes
Wafser, wie weit es auch wegfliefse, binnen Jahresfrist zu seinem Ur-
sprünge zurückkehre, so fliefse dafselbe wieder zu ihr.
J - ist klug gelhan, wenn ein Mann so Weibeslist überbietet; denn
■Uk Weiber haben bekanntlich manchen Mann betrogen.
XLVII.
Des snewes sun,
E3 het ein koufman ein wlp,
diu was im liep als der lip.
Er wsere ir liep, des jach ouch sie:
ie doch gewan ir herze nie
5 Die wärheit darinne;
da.3 wären valsche minne.
E3 geschach bl einen zlten,
niht langer wolde er biten .
Von sinem huse vuor er
10 mit koufe durch gewinnes ger.
Er huop sich nf des meres vluot.
als noch manik koufman tuot.
1)6 kom er in ein vremde3 laut,
da er guoten kouf inne vant.
15 Er beleip durch gewinne
drin j;"ir darinne,
I > ;» 3 er nie wider heim k;im.
11 nz da3 vierdc jar ende nam.
sin wlp in minnekliche enpfienk:
20 ein kindelln mitsamt ir gienk.
h» vragt'er der m;i ire,
\srs dag kint warn 1
Si iprachi] »herre, mich gelöste diu,
du gieng ich in rnln gerleliu:
H Ihs mtwtt Wirt k h 111 den miiiil.
<]m wurden mir diu minoc kunt .
384 XL VII. ßi\& $4iirrlitn*.
Do gewan ich dizze kindelin:
ze minen triuwen, e3 ist din.« —
»Ja mahtu vil wol war hän;
30 wir suln 63 ziehen.« sprach der man.
Ern' brähle si des inne,
da3 er valscher minne
An ir was worden gewar,
unz dar nach (wol) über zehen jär.
35 Er lerte3 kint under stunden
mit hebechen und mit hunden,
Schach zabel, und mit vederspil
maneger hant vröude vil,
Mit zühte sprechen [und] swlgen,
40 herpfen, rotten [und] gigen
Und aller hande seitspil,
und ander kurzwile vil.
Er gebot da3 sin knehte
diu scheC bereitten rehte
45 Mit spise nach dem altem site.
des snewes sun vuorte er mite.
Er huop sich üf da3 wilde mer.
die unde x sluogen in en twer :
Si sluogen in in ein schcene lant,
50 da er einen riehen koufman vant.
Der vragte in der maere,
wä sin koufschaz waere.
Des snewes sun wart vür gestalt.
mit [drin] hundert marken er in galt ;
55 Da3 was ein größer richtuom.
ouch hete er des vil grÖ3en ruom,
Da3 er daran niht was betrogen,
da3 er da3 göuchel 2 haete gezogen.
Der schaz bräht' im in sinen gewalt,
60 da3 ime zwir als vil galt.
Nu beleip er niht langer da,
mit vröuden vuor er heim sä.
1 winde.
2 JLesarfen: gouchelin, gensei, grechel.
XLV1I. Da» £4)nfehini>, 385
Sin hüsvrouwe gein im gienk,
minnekliche sin enpfienk.
65 Si vfägte in: »wä ist da3 kint?«
er sprach: » ! mich sluok der wint
Beidiu hin unde her
üf dem wildem mer entwer:
Do wart da3 kint na3 da
70 und wart ze wa33er iesä;
Wände ich het von dir vernomen,
da3 er von snewe waere bekomen.
Ist aber war, deich hoere sagen,
sone darft du'n Ammer geklagen.
75 Dehein wa33er vlie3e (so) sere.
e3(n') habe (die) widerkere
Innerthalbe järes vrist,
zem ursprink, danne e3 komen ist:
So solt ouch du gelouben mir,
80 e3 vliu3el schiere wider ze dir.«
Sus hete er widernüllet,
da3 er was betrüllet.
Swelch man sich des bedenket,
ob in sin wip bekrenket,
85 Da3 er den schaden (wider) stürze
und mit listen liste lürze,
Da3 ist ein michel wlsheit;
wan diu wip hänt mit karkeit
Vil manegen man über komen,
90 als ir <"• dikke habt vernomen.
> \rouwe?
i i Hmgi- 0WMMtafctM«Mt
i:>
XLVIII.
Em reicher Bürger in einer Stadt , der sehr mildlhätig war. übergab
als das Alter ihn an die Krücke brachte und sein Weib starb, Haus
und Habe seinem 20jährigen Sohne. Dieser aber vergafs ganz seiner
Pilicht, und wenn er zu Tische safs, liefs er den Vater wie einen armen
Pilger an der Thüre sitzen und ihm geringe Kost reichen. Der Sohn nahm
ein Weib, und lebte mit ihr in grofser Fülle, welche der Alte dem Kinde
bereitet hatte. Diesem ward nun aber eine Streu auf der Erde unter
der Stiege angewiesen, wo er jämmerlich gehallen wurde: ihm zunächst
lagen die Mastschweine seines Sohnes, von deren Kleien die Knechte
ihm gaben. Die Frau gebar einen Knaben, der, als er siebenjährig
ward, dem Grofsvater so liebevoll zugethan war, dafs er fast den ganzen
lag bei ihm unter der Stiege lag, und ihm spät und früh das Beste aus
Küche und Keller, oder auch ein altes, für ihn geslolenes Gewand zutrug.
Der Alte herzte und küssie den holden Enkel und flehte Gottes Segen auf
ihn heiab
Hierauf kam ein sehr kalter Winter. Der Alte litt hart vom Frost,
und hiefs den Enkel, ihm zum Schulze der Beine und Schenkel vom
Vater einen alten Kotzen Teppich, Decke) erbitten, welchen er selber
einel üb» r .Aber mitgebracht habe. Der Knabe gieng sogleich, und bat
den Vater darum , der auch einen Knecht den rauhen Kolzen holen hiefs.
zugleich aber klagte, dafs der Tod ihn noch immer nicht von dem alten
Manne befreie. Der Knabe wünschte, dafs Gott ihn nicht bei dieser
Kt-.le lafse. Der Valer jedoch , als er den Kolzen so lang und breit sah,
schnitt ihn mit einem Mefser mittendurch, und liefs das befsere Stück
wieder bewahrten, weil das andere für den Allen genüge. Der Knabe
brachte ei dem Grofsvater, der sich über das Erbarmen des Sohnes
freute , dem Enkel weinend dafür dankte, und sich auf dem Stroh
10 behaglieb il iic Deck« hullte, dafs der Knabe sogleich wieder zu
dem Vater lief, ihm um den Hals fiel, und dringend um das andre
Blttch bat Der Valet gewahrte, und fragte, was er damit thun wolle.
Da Israeli itJ Kind: „wenn «Ins Altet dich an den Stab bringt und du
ie hilflos rie dei Grofsvater, dann gebe ich dir dieses Stück
11 ii <1 Wind.'4 Der Vater erkannte in dieser Rede des Kindes
Gottes Eingebung, und ^ieng in sich Kr hiefs sogleich in einem Stü-
beiein ein wermei Bad bereiten gieng tum Valer, knieete nieder, und
ilM fi.-undhrli. Der Alle, der dOU Sohn wohl in einem Halb
|ahre nicht gesehen haue, rerwuaderte sieh, nnd fürchtete, daA ihm
Dache wieder genommen werden sollte. i>< r Bonn nbei bat um
Vergebung leine/Missethat, zerbrach die Thftr des Vorschlages unter der
Btiege, hob <i«'u Vater auf, und img ihn In das Bad blas wusch ei
irlber ibm Haupt und Haar u im. und legte ihn in sein eigenes
Bette. Nach dem Schlafe zog er ihm Linnen und Pelzgewand an , führte
ihn in den Saal , setzte ihn neben die Hausfrau , und erquickte ihn mit Wein
und Speise. Darnach fragte er das Kind, wie es ihn einst behandeln
wollte; und das Kind sagte: ebenso, wie er an dem Grofsvater, wolle es
einst sein Alter ehren. Der Vater wünschte das zu erleben , hiefs aber
den Kotzen aus dem Hause schaffen und den Armen geben, und ge-
lobte, seinen Vater bis ans Ende zu ehren als seinen Herrn und ihm den
Ehrenplatz am Tische zu geben.
Also soll man, nach Gottes Gebote, Vater und Mutter ehren, und
die Kinder dadurch lehren, dafs sie desgleichen thun , und man am all-
gemeinen Ende auf Gottes Gnade hoffen darf.
XLVIII.
Der k o z z e.
Diz heikel in ko/.zen innere :
(joi beneiue uns unser sw&rc.
E.5 sa3 ein rlcher burgaer(e) ,
milt', biderb' und gewaer(e),
In einer stat mit hüs(e);
nü hceret alters grus(e) :
5 Der lugend was er unverzeit,
sin bröt was den unvcrscit,
Die ze sinem hüse kwämen
und e3 in der minne nämen.
Vi körn 63 im au die stunde.
10 daj ein krükkcn begundc
In vor sin[cn] triten leiten,
von [sines] alters arbeiten,
D«3 im an der kraft gebrast.
dei linl engalt (manikj armer gast,
15 Den er williklichefn] cnbol
hihii \Nin, sin sleisch, [und ouch] sin bröt.
Sin wtp enpfolheo wart dem grab(c) ;
beide, iu büsere und sin hab(e)
Slnem lieben iiin er seit',
20 dem waren zweinzil jar gezelt.
i».i- selbe kint gewan den inuot9
llf(d] kint noch liiut«' tUOl
392 XL VIII. U>te tjalbe Webt.
Dö er von im selben kwam,
da3 er des vaters klein war nam
25 Und[e] siner triuwen gar verga3
an im; so man ze tische sa3,
So lie er den vater sin,
als einen armen pilgerin ,
Un(t)riu[wek]lich[en] sizzen bi der lür,
30 dem truog man wenik des besten vür.
Da3 hüs nach eren was erboun,
da sazte der sun im ein vroun,
Diu vand darinne, swa3 ein man
ze bette, ze tische ertrahten kan,
35 Unt ze allen den Sachen
da3 gebresten kan swachen,
Da3 der alt' mit wizzen leren
da er het gehör[e]t mit eren
Ob des jungen menscheit
40 darumbe nie erleit arbeit.
Davon enwi33en niht diu kintr
so si in grÖ3em vollen sint,
Beide, geweget und erzogen,
wannen die krän sint gevlogen,
45 Unt versmaehent den alten stam.
nü hoeret, wie e3 ende nam.
Der alte muost' sich smiegen,
bi der erde under ein stiegen
Wart im ein bettelin geströut.
50 der sun in selten da gevröut
Mit guoter handelunge.
nu gewan der selbe junge
Ouch ein degenkindelin,
da3 im gebar diu vrouwe sin.
55 Dö da3 siben jär alt wart,
den enen e3 vil selten spart'
Mit liebe, er C3 an sich went
und der muoter sin eritspent,
Da3 e3 vil nach allen den tak
60 bi im under der stiege(n) lak.
XLV1II. Wie Ijalbe UJedu. 393
l'nt truog im spät unde vruo,
s\va5 e3 künde, da3 beste zuo,
Da3 e3 ze tische, ze keller vant.
etwen stai'3 ein alt gewant
65 Unt truog e3 ouch dem enen dar;
wan sin verge33en was vil gar,
Da3 im nie man niht enböt;
des leit er armuot unde not.
Mit sinen fügenden e3 in nert'.
70 der tot in ander(s) het' entwert
Des lebens von gebresten.
bt im zenaehest mesten
Des jungen wirtes kneht' diu swin,
die gäben ouch im der selben klin,
75 E da3 kint dar zuo würd(e),
da3 t*3 im half tragen sin bürd(e).
Er drukt' e3 dikke an sin brüst,
diu wengclin, den munt er kust'
Und s\va3 er bU^/t^ an im vant,
80 er sprach: >;Got hat dich mir gesarit
Von siner grölen barmherzikeit.
diu Ion ze himel wirt bereit,
l'nd üf der erde wunnehaft.
der pälriarken segen kraft
85 Die sullen, kint, an erben dich;
den wünsch du dienest umbe mich
Mit diner handelunge gro3,
diu tu^oiif «-int engeis gen(\5.«
VkIi den ittcfl Korn ein winder
*M) so kalt und 90 s winder,
Den mau kreltikliehen k<»s .
\N.in manik w, 155er tief gcvrös;
IM DMOtf mich vriescn den aldcn
\on der grölen k.ilden.
96 Er ipraen rao dem kleinen
dei ffOff nur ;m den beinen
1 do( wi und .in den leoden ;
)T%V ieh dich [redenden
394 XLVIII. Die Ijalk j^chc.
Zuo rainem herren, dinem vatcr,
100 einen alten kozzcn hat er,
Den bräht' ich wilent über mer:
sent' er mir den, der waer' min wei
Vür dise kalden, die ich dol.« —
»ja, enel, ich trouw(e) wol
5 Den kozzen dir gewinnen,
und ist er indert hinnen.«
Da3 kindelin huob sich zehant,
da e3 sinen vater vant,
Umb den kozzen e.5 in bat.
10 er sprach: »wer hat dir den rat
Umb den kozzen gegeben?«
e3 jach: »min enel wil da3 leben
Von der kalden enden;
davon soltu im senden
15 Den selben alten ruhen vlek.«
er sagt' einem kneht: »nü ge enwck
Und bringe minem sun ! den kotzen,
da3 er darüf muge getozzen,2
Under die stiege(n) däniden. —
20 wa,3 hän ich ungemaches erliden
Von dem selben alten man!
da3 C3 der tot niht enden kan
Unde nem' in von hinne!«
da3 kint sprach mit sinne,
25 Als im sin engel gab die lere:
»dise rede Got an dir verkere!
Ja lebt er doch mit kranker mäht.«
der alte kozze der wart bräht,
Des der alte sieche gert',
30 er was doch krankes schazzes weil ,
Ze ma5en lank, ze ma3en breit,
an der mitte er in sneit
En zwei mit einem me33er,
und (hie3) hin tragen da3 be33cr
1 befser : valer.
3 Kann auch gCCOZzef) gelesen werden
XLVI1I. JKe tjalbe jDrcke. 395
135 Teil behalten ab dem wege;
er seit': »kint, diz teil da3 lege
Im über, er hat sin genuok.«
den halben kozzen e$ dar truok
Sinem enen üf da3 strö.
40 des dankt' er im, und was sin vrö.
Er sprach: »Got löne dir, kindelin.
der kintlichen triuweu din,
Die du mir kanst bescheinen.«
er begunde vor vröu.den weinen,
45 Diu ougen im über wielen,
da3 im die treher vielen
Ze tal über den gräwen bart.
er sprach: »ö wol mich nü wart,
Da3 min sün hat ernen(d)et
50 und den kozzen mir gesendet. «
Da3 kindelin warte [t] alle3 dar
und nam des e[i]nen vröude war. %
Die er mit dem kozzen treip;
niht langer e3 da beleip,
55 Hin wider e3 zuo dem vater lief.
sin arm' e3 umb den hals swief,
E3 weint', e3 bat, e^ kust' in,
('3 sprach: »gedenk et, da3 ich bin
Diu eine3 kinl , gcwere mich.« -
(ü) iwa du gerest, des were ich dich.
Vil lieher sun. gehabe dich wol.« —
int min bei' ver\;ihen sol.
?vx ich . liebes veterllo,
dea indem trumes, das gl min,
l),i3 ab dem kozzen ist gesniten.«
ei fraget' d,i5 kint mit suchen siten,
Daj '"•"> mi W8**i durch weihen vnmi
es halden wolde das wlbe imm.
Dei \ rag* es im antwort ^r;ip:
70 n f& im diu tut kiimt ;in den st.ip.
Das dich das alder binden wii 1 ,
und du ' .ill( 1 gema< li wil.nl .
' h.Jtrl l\\c\\
396 XLYI1I. 3>« ijalb* JJecKe.
Sam minen enen, der da lit,
dem niemen tröst, noch helfe git,
175 So lihe ich dir des kozzen ort,
der wirt dir denne, als im, ein hört
Vür den vrost unt vür den wint.«
er sprach: »we mir we, liebe3 kint,
» Wiltu mir also mit(e) varn!
80 ob Got wil, da3 sol ich bewarn:
Du sprichest Ü3 der wisen munt,
an' Gotes lere, [dir] nie man kunt'
Dir, kint, geme33en disen sin;
der dir in hat gestÖ3en in,
85 Da3 ist Got der sue3e,
der wil, da3 ich da3 bue3e;
Der muo3 gelobt sin und geer[e]t,
da3 er den sin dich hat geler[e]t!«
Er hie3 junge und aide,
90 da3 man bereit(e) balde
In slnem stiibelin ein bat;
da3 wart bereitet an der stat.
Hinab er zuo dem grisen gie,
üf siniu knie er sich lie,
95 Er bot im minnenklichen gruo3-
der alt(e) neig im üf den VU03,
In wundert', ob er wolde,
da3 er im wider solde
Den kozzen geben; wan er z'war
200 in (in) einem halben jär
Mit sinen wi33en (niht) hat' gesehen;
oder wa3 im waer' gesehen,
Da3 er die diemuot an sich nam
unt zuo siner stieg(en) kwam,
5 Da er bi den swinen lak
und was gelegen mangen tak.
Der sun den alten vater bat:
»vergip rnir mine missetät,
Die ich an dir begangen hän. «
10 diu starke riuwe het in bestän
XLT111. W\e Ijalbt JUrcKe. 397
Und der gebrest(e), den er sach ;
die spang' und diu breter er brach
Von der stiege(n) türlin.
üf huob er den vater sin.
215 In da3 bat er in truok,
selbe reib er in unt twuok,
Beide, sin houbt und sin här.
dar nach ein bade lachen klär
Da3 gab er dem alden an,
20 und wisle in an ein bette dan.
Dar er selbe an lak.
nach dem släfe er in wak[t]
Wider üf sä ze hant,
guot linin unde vech gewant,
25 Des er hete dikke wol gepfleget,
da3 wart der alte vor an geleget,
Und gewiset in den sal,
da er durch hüs ere manik mal
Vil williklichen hat' gegeben;
30 der schämen hüsvrouwen neben
Wart der werde gesezzet
und siner muede ergezzet;
Mit win und mit spise
ergezzet wart der grise
35 Des kozzen und der klien,
mit der sue3e Ü3 den bien,
Da3 von dem honig gegrawen i wart.
und mit manger handelunge zart.
Der an im wart verge33en.
¥) Nach des tisches e33en
IIie3 den kleinen £än vür sich
sin vater; er sprach: »kint, nu sprich ,
\\'i<- wil du mir län gesehen ?t< —
»vater*, ;ils ich hau gesehen,
4ö Wie ir mlnem enen getatet
und in rv tische gebätcl .
> K<l*rnwi-nT
398 XLYIIJ. 9te l)albe IHecKe.
U3 der stieg(en) gewandelt,
nach eren schon gehandelt:
Da3 gibet mir die lere,
250 da3 ich dln alter ere,
Ob ich da3 ge(le)ben sol.« —
»lieber sun, so lerne wol.
[Gegen] dem kozzen hän ich grüse,
er muo3 Ü3 dem hüse,
55 Von herzen ich im vint bin;
nü traget in den armen hin.
Er ist mir ungenaeme
und ist mir widerzaeme.
Den vater min ich eren wil
60 unz an mines ende(s) zil;
Du hast die lere mir gegeben;
die wll' ich und er sol leben.
So muo3 er min herre sin,
unt ze tische ob halb min,
65 Nach hüses eren, sizzen.
Got gunne mir der vvizzen,
Die mir e wilde wären
minen tagen und jären. «
Da3 merket, arm' und rieh« ,
70 junge und alt' geliche,
Da3 nach Gotes lere
ein ieglich mensche ere
Sinfen] vater und sin muoter;
Got ist im dester guoter
75 An sines lebens orte,
so diu sele von der porte
Scheiden sol des mundes,
und beget im des grundes
Der ewigen helle.
80 da3 merke, geselle,
Ob du si beide erest,
din selbes kint du lerest,
Da3 e3 her nach dich eret ,
so der stap dich treten leret.
XLV1II. W\e Ijalbe $>fche. 399
285 L'nde gedenket daran:
»als du dinem vater hast getan.
Also tuon ich, vater, dir.«
mit disen dröuwen sulle wir
Leben an unser ende,
90 unz (wir) diz blind' eilende
Mit sue3en zühten rümen,
die wärheit niht ensümen,
Die ewikeit erkennen,
und Goles baimde nennen,
95 Sin[en] höhen namen prisen.
da3 tuont alle die wisen,
Die betrahtent disen sin,
da3 die tage slichent hin
Und der tot alle3 nach-
300 der sagt uns mit den alten »schach!«
Darnach erzeiget er sin wmat.«
wie aber e3 darnach ergät,
An Gotes genäden da3 stät:
wir mue5en ot alle an da3 pfat.
XLIX.
Per # d) l fi g e l.
Von
Rüdiger dem Hunthover.
•I Hat'" . htumm'.
26
Höret von mir, Rüdiger dem Hunlhover, ein wundersames,
wahres Märe, das die Jungen Gottes Gebot, Vater und Mutter zu ehren,
lehrt, und die Allen warnt, sich den Kindern ganz hinzugeben.
Ein reicher Kaufmann war durch seine grofse Milde, Gott zu Ehren
und der Welt zum Frommen , weit umher belobt. Dabei hatte er zwo
Töchter und drei Söhne reichlich ausgestattet, dafs sie in vollen Ehren
lebten. Im hohen Alter starb seine Gallin, und lebensmüde gedachte
er,^die übrigen Tage sorglos bei den Kindern zu verleben. Er beschied
diese zu sich, und erbot ihnen all seine übrige Gabe, um als Witwer bei
ihnen sein Leben zu beschliefsen. Der älteste Sohn sagte, ihm gebüre
es, den Vater bei sich zu pllegen , führte ihn in sein Haus, und ehrte
ihn kindlich, sieben Wochen lang. Da rieth er ihm, eine Weile zu dem
Bruder zu gehen, damit dieser es nicht übel nähme. Das lhal der Vater,
und der zweite Sohn und die Schnur empfiengen ihn freudig, und pflegten
ihn zu Tische und zu Bette, vierzig Tage lang. Da hiefs er den Vater,
auch des jüngsten Bruders Haushalt und Pflege einige Zeit zu versuchen,
und dann wieder zu kommen. Auch das geschah, und der dritte Sohn,
der gerade beim Brettspiele safs, sprang ihm entgegen, und bewirthete
ihn gastlich, sechs Wochen lang. Da forderle er ihn auf,' auch die
beiden Schwestern und Schwieger nicht zu verschmähen. Er gab ihm
ein Stäblein in die Hand, sich der Hunde zu erwehren, und der Alle
kroch so zu der nächsten Tochter. Auch diese erbot ihm alle Ehre, zwei
Monden lang. Da wies sie ihn zu der andern Schwester, welche eben
fette Schweine und Kinder geschlachtet habe. Willig ging er zur jüng-
sten Tochter, die, vorzüglich reich an Hausrath, sogleich Teppiche auf
die Hanke legen and an die Winde hängen, und die Stühle mit Seide beklei-
den lieft, und den Väter Msllich bewirthete, sieben Tage lang. Da wies
dai T Achterlei n ihn zum ältesten Bruder zurück, der wol hundert Puder
betten Hbejnweinfl bekommen bebe Del Alle nahm den Stab wieder
zur Hand, und gierig zum Sobne, der eben zu Tische safs, "und den
r, welchen er erst nach einem Jahre wieder erwartete, hohnisch
ii.i,'ic, wo er <<> lange gewesen. Der Alle klagte, dafs die J&ugtte
lorhter so bald seiner übe rd ruf S ig geworden , und der Sohn hiefs ihn . zm
gutung, im Glulbeerd im Winkel sitzen, lieb zti wlrtnen, und Heft
ihm in schmutzigem Geschirre Speise und 'irank reichen. So schnöde
und rerMchtlicfa hielten der Sohn und sein Weib, während sje Ift Oep]
keit lebten, fortan den Vater, der nun die Verlheilung all seiner Habe
berate, Sieh jedoch noch des andern Sohnes getröstete, und in seinen
K idern mit zerlumptem .Mantel, ra Ihm schlich. Diesei Sohn
und sein Weih mochten es aber ebenso: ei luefs den Vater au I den Ofen
litten und ihm kiaiit und Hur reichen, woran diesei nicht gewöhnt
war. Traurig begab er sich zum dritten Sohne , der gerade beim Ring-
spiele * war, und schon alles wüste, jedoch, den Vater, der kaum
eingelafsen wurde, auf der Bank am Feuer ebenso gering abspeiste,
zuletzt mit einem Käse und einer Birn. Der Alte bereute noch stärker
seine Thorheit, und setzte bald seinen Stab weiter, zu der altern Tochter.
Diese that , als hätte sie ihn nie gesehen, fragte was er wollte, und
wies ihn zu seinen Söhnen , denen er so viel gegeben habe. Nachdem
er lange gestanden, hiefs sie ihn auf die Ofenbank sitzen, und gab ihm
dünnes Mus, Erbsen und Bohnen. Er hatte bald genug, und kam end-
lich zu seiner jüngsten Tochter : die lag eben auf seidenen Kissen , grüfste
ihn verächtlich, und schall den Tod, dafs er ihn noch immer, ihnen
allen zur Schande , so zerlumpt herumgehen lafse. Der Vater s^gte,
dafs er vor Hunger nicht an Kleidung denken könne, und erhielt nun
Brod , Käse und Aflerbier. Da weinte der Alle , und sah hierin die
Strafe, dafs er zuvor nicht die 'Armen gespeist und gekleidet habe.
Nun halte der gute Mann in seinen wohlhabenden Tagen einen Freund,
der über See zum heiligen Grabe gefahren und mehr als ein Jahr lang
ausgeblieben war: der kam gerade damcls heim, und wurde von seinen
Bekannten in der Stadt, wo er Weib und Kind und angesehene Ver-
wandten hatte, freudig empfangen. Dieser Bürger stund eines Tages
an der Kirchthüre seiner Pfarre, als der alle Elende, mit gesenktem
Hute, vorüberging, und bei seinem Anblicke vor Scham erschrack.
Sein Freund hielt ihn am Mantel, zweifelnd, ob er es wäre. Beide er-
kannten sich unler Thränen ; der Arme wollte die Ursache seines Zu-
siandes bei befserer Gelegenheit erzählen : der Freund aber 'nahm ihn
sogleich mit in sein Haus, bewirlhete ihn gastlich, und vernahm nun
Alles. Er schalt den Undank der Kinder, und erbot dem Alten ein
Mittel, bis ans Ende sorglos zu leben; was dieser mit Dank annahm.
Er liefs aus vier Blöcken eine Kiste machen , schwer mit Eisen beschlagen,
und an starken Spangen , mit fünf grofsen Schlöfsern versehen , deren
kleine Schlüfsel künstlich gezahnt und gebohrt waren. Diese Kiste,
an welcher wol zwanzig Mann zu tragen hatten, wurde leer in ein Ge-
wölbe gesetzt, und einen der Schlüfsel muste der Alte an einem Riemen
umhängen , und damit nach Verabredung thun.
So ging der Vater wieder zum ältesten Sohne, der mit seinem Ge-
sinde zh Tische safs, und bat um Brod. Der Sohn, unwillig, als der
älteste zumeist angesprochen zu werden, und den Eigensinn des Todes
scheltend, der Gesunde wegraffe und den alten Siechen immer noch
umkriechen lafse, wies ihn wieder auf die Ofenbank und gab ihm zu
efsen. Der Alte gebarte dabei so , dafs der Sohn den funkelnden Schlüfsel
am Riemen auf der linken Seite durch den löcherigen Mantel erblickte.
Als das Gesinde gegefsen hatte und hinaus gegangen war, trat der Sohn
zu dem Alten hin, ergriff den Schlüfsel, und besah ihn. Der Alte that.
erschrocken, und wollte ihn verstecken. Der Sohn aber hiefs ihn ge-
■ »Der vingerlin spiln ,« oder »vingerlin snellenb — einen am Faden
aufgehängten Ring auf einen Haken an der Wand schnellen , ist noch
in Schlesien und auch sonst wohl üblich
Host sein, und fragte, ob der künstliche Schlüfsel etwa zu einem Kisl-
lein gehörte. Er rief alsbald seinem Knechte Helm brecht, hiefs ihn
im silbernen Cecher Moras Gewurzwein bringen, setzte sich traulich zu
dem Vater, bot selber ihm den Becher, und forschte weiter nach dem
SchliifseJ. Der Vater verlraulecihm nun, weil er doch einmal den
Schlüfsel gesehen , dafs er noch eine groise Kiste mit Geld vorlängsl
in einem Gewölbe bei einem Freunde verwahrt habe, der kürzlich erst
von Jerusalem heimgekehrt sei, so dafs er bis dahin ihrer ermangelt
habe: zu den fünf Schlöfsern derselben gehören fünf Schlüfsel, deren
einen er bei sich trage; so wie er jedem Kinde einen Schlüfsel hinter-
lafsen wolle. Der Sohn liefs sogleich seinen Fuchspelz und einen guten
.Mantel bringen, und erbot dem Vater ein Bad. Dieser weigerte sich,
und wollte die schon ein halbes Jahr getragene Entbehrung bis an sein
nahe« Ende halten: der Sohn aber entkleidete selber den Vater bis aufs
Hemde, und g;ib ihm schöne Kleider; er ging mit ihm ins Bad, legte
ihn dann in ein Bette mit Sammt und Pelzdecken , gab ihm feine Speise,
und pflegte ihn. wie einen Altherren.
Des andern Tages ging der Alle zu seinem Freunde, dankte ihm
herzlich, und vlurde weiter von ihm angewiesen. Am dritten Morgen.
da die Brüder zur Kirche gingen, sahen die beiden jüngeren den Vater
im Felzkleide und heileren Angesichts bei dem alteren, und beide arg-
wöhnten sogleich den Grund. Sie traten zu ihm, als er betete, grüfsten
ihn, und blieben neben ihm bis zum Segen ; im Hinausgehen fafsten
fiu beim Hocke, beschwerteu sich, dafs er sie verschmähe, baten
ihn zu sich, »und stritten, wessen Gast er zuerst sein sollte. Der Vater
mvpraea, mit beiden abzuwechseln, und ging mit dem einen. Köstliche
r>peisen und edler Wein wurden ihm geboten; und nach dem Male licl*
\on ungefähr den >ohn seinen Schlüfsel an dem Biemen sehen,
weichet noch durch eine schone Kette verstärkt war- Der Sohn fragte
darnach, und lufserte, der Vater habe wol seine Kiste, wozu der
ie. dem altern Coline gebracht, der ihm dafür sein alle>
hie; . nachdem er ihn zuvor habe erfrieren lalsen : der solle
t <r niebl Alle-» allein erhalten. Der Vater stillte seinen Zorn durch
die Erzählung von der Starken BcfcatzkittC in Gewölbe eines kürzlich erst
heimgekehrten Freunde*, mit ihren lunl Schlolscrn und Schlüfscln.
n Inhalt allen fünf hindern | heilt werden solle: eben diese
Entdeckung habe den Utesten Sehe 10 gemacht. Der zweite
■Soli' ,'Ti Knecht 1 1 ii I r i e d . IneJs ihn schleunig »eine besten
mit Borten und l'elz geschmückten Kleider, Hut und Schuhe bringen.
Vajei anstatt der Lumpen anlegen moste. Dieser dankte
im Stillen seinem Freunde, und gab das abgelegte Gewand den Annen.
wie er sie Bjanctastl beschenk! hatte. Er ^ing /ur Kirche, GoM zu
danken, und Alle wunderten «i<h Ubei seine Veränderung. Der jüngste
Bob n suchte ihn ir.it naefa dem Amte zu ihm, und i dürfe nlehl
ohne ihn n\ seiner Irin kommen er fühlte ihn beim WO die I r.iu ihn
berrliefa empfing nebei täte, und pelbei M ihm beqnem ssoebte
Uta den Schlüfsel blinken welchen dm Bnbn fortan mein
beachtete .jIs dai Wildprei Weifsbrod und Wein Nadi
dem fröhlichen Male, fragte er, und vernahm das Warlein von der
Schatzkiste und ihren fünf Schlüfseln. Da wollte er den beiden Brüdern
nichts vorauslafsen , rief seine Magd Prange, und hiefs sie schleunig
sein Gewand , Rock und Mantel bringen , und der Vater muste Schar-
± lach mit neuem Pelzwerk anlegen , anstatt »der alten Schlinken« (Kittel),
welche er den Armen gab.
Bald kam auch den beiden Töchtern , Jeu te und Hilde, -das Gerücht
von der Schalzkiste zu Ohren, sie besprachen sich, und wollten auch
hinter den Brüdern nicht zurückstehen. Nächsten Tages legten beide
ihre Festkleider an, gingen zur Kirche, und sahen auf dem Kirchhofe,
ihren Vater mit dem Sohne, von Freunden umgeben, wie einen Bischof.
Sie fielen ihn an mit Vorwürfen, dafs er sie verschmähe, verliefsen
ihn nicht wieder, und nach dem Segen muste er mit ihnen heimgehen, wo
beide sich zur besten Bewirthung vereinten, ihn mit Schmeichelworten
bedienten, und ihn küsslen , als er ihnen auch Alles eröffnete.
So ging des Alten Glück wieder auf, wie ein Teig; und seine fünf
zärtlichen Kinder vereinten sich, dafs sie abwechselnd, jedes ein Jahr
lang, ihn behalten sollten; und die Kiste verschaffte ihm fortan das ehren-
vollste Leben.
Als er endlich seinen nahen Tod fühlte, liefs er alle Kinder, vier
Bürger und seinen Pfaffen kommen, übergab jedem dieser Fünfe einen
Schlüfsel, und bat sie, nach seiner Bestattung, gemeinsam die Kiste zu
öffnen und den Nachlafs zu theilen: er selber wolle es nicht mehr thun.
weil etwa Zwist sein Abscheiden irren könnte. So kam er auch mit
grofsen Ehren ins Grab. Die Kinder konnten kaum die Zeit erwarten,
dafs in Aller Beisein zur Eröffnung der Kiste geschritten wurde. Müh-
sam hob man, nach Aufschlufs der fünf Schlöfser, den Deckel : da ragte
der Stiel eines grofsen Schlägels empor; weiter war nichts in der Kiste:
an dem Stiele hing ein Zettel, welcher öffentlich gelesen wurde, und
also lautete: »Wer so närrisch ist, und all seine Habe seinen Kindern
gibt, so dafs er selber Noth leidet, dem soll man zuletzt mit diesem
Schlägel das Gehirn einschlagen, und ihn auf den Rindsanger werfen.«
Die Erben sahen verdutzt einander an; ihre Freude war wie ein Stroh-
feuer verloschen: anstatt des gehofften grofsen Schatzes, war ihnen ein
Streich gespielt, welchen alle Gegenwärtigen ihnen als wohlverdient
gönnten : alle fünf trugen gleiches Theil davon.
So hatte der getreue und sinnreiche Freund den guten Mann gegen
die ungetreuen Kinder beralhen : wie man noch wohl mehr Gutes von
Fremden, als von Blutsfreunden erfährt.
Dieses Märlein heifset der Schlägel. — Wer sich aul Kegel- und
ander Spiel einlälst, mufs auf Täuschung gefafst sein; und wer sich
äffen läfst, der wird zum Narren.
XLIX.
Der slegel.
Diz maere isi der Siegel genant,
und schuof im manik ere bekant. «
Jüan hoeret, der e3 verneinen wil,
wunderlicher dinge vil,
Diu nü ergant und sint geschehen ,
der ich iu eines wil verjehen,
5 Ruedeger der Hunthovaer(e),2
und ist ein wäre3 maer(e),
Und ist durch tugentltchen muot
alten und jungen ze hceren guot,
Da3 der junge3, nach Gotes lere,
10 rater unde muoter ere,
Und da3 alter sich bchuet(c)
vor der jungen ungerauet(e); k
Wan d;i3 zehent kindelin
tnot niht dem rater die triuwe schln,
lö Die er im erzeiget.
diu werlt da3 ° sere veiget,
W'an si tcgellchcs nb'c)
nimt an aller lügende hab(e):
nniii.in |6bc mm gaol ü". <l<-r haut. Kolarz Abn.hn/i
' Radifei wmI binigbttMi t) Dr§id, i/-'»
i).!^ )ogeal. P
Ml />
408 XLIX. 9tx ^4)laöa.
Das wilent was gehiure,
20 nemt war, da3 ist nü [leider] A tiure.
Ob e3 nü mug* mit vuogen sin,
so hoeret dizz(e) mserlin,
Da3 ich von der wärheit hän.
e3 was ein richer koufman,
25 Er was gar 2 milte ,
des in niht bevilte,
Ze Got und nach der werlde lop
. lag er 3 teg(e)lichen op
Mit tutenden unt»4 prise,
30 höhe3 lop het der wise
AI umb in dem lande ,
da man in erkande.
Nü het der werde man da bl
zwo tohter unde sün(e) dri,
35 leglich kint bestatet ö eben
mit grÖ3em guotfe] bi sinem leben,
Da si sä3en mit eren last
und in nihtes gebrast.
Nü kom der tot mit siner kraft
4) und nam ö sin wip tugenthaft;
Des verdro3 in ze leben;
er gedäht': »ich wil min habe geben
Minen kinden gemeine,
und wil leben mit in eine,
45 Sunder hüs vrouwen ,
mich lä[3e]n 7 durch nehtik schouwen.
Wan ich bin ein man alt,
unde sint min tage gezalt
. Vil nähen an ein ende.
50 min(iu) kint ich besende
1 leider fehlt U. t
J Ewer getriu und. D.
> er ir. D.
4 und mit. D.
1 bestall' er. D.
6 nam im. D.
■ lau. D.
XL1X. P« $4U*eft. 409
Und sag* in allen minen muot.
wa3 sol mir ere unde 1 guot?
Sint das ich 2 sterben muo3.
und gerech'5 ich minen VU05.
co So ist min sele eilende;
e3 ist guot, da3 ich wende
Min guota minen kindelin,
da3 si her nach gedenken min. «
Ze hant er des niht enlie3.
öO diu kint er im bringen hie3;
Den willen sin er niht enbark,
er gaebe in wol üf tüsent mark,
Und sprach: «lieben kint, diu5 minen,
l;it kintlich triuwe an mir schinen , 6
t>5 Helfet mir mit eren ze dem grabe;
ich gen nü leider an dem stabe,
Und hüses mak (ich) niht gepflegen; :
min guot wil ich iu alle3 wegen.
Ob ich nü mir ein konen ^ meine. ,
70 minfen] allen tagen9 da3 niht enzaeme.
Und waer* ouch iu vil liht(ej swaer'.
ich wil nü sin ein wilwaer',
Vür die gro3en missetat
die min 11p begangen hat,
75 Sit ich siinden erst began. ra
kint, nü hebet mit mir an,
D.13 ii 63 endet mit eren,
all iueh iuwer gewi33en ^ leren. *
nur nun _i«, , l>
■ >ii ieo doch u hi'i 0
ntüL D
■ .not tUC D
- diu (*k
iriu enchlnen D.
1 m b. 0 in«- pflegen u
i< li nur «in wtf D
' mm' rn ,ilt<T.
l v. , wM l> kirnt** lOfl
1 ■*./ I)
410 XLIX. Wtx £d)läö<l.
Der alte sun sprach: »vater min,
80 e3 ist billich, du solt sin
In minen triuwen * und bi mir,
kintlich triuwe leist' ich dir.«
Bi der hende gevie er in
und wist' in ze sinem hüse hin
85 Unt tet im schon unde wol,
als ein kint sinem vater sol,
Da3 er des keinstunt2 verga3,
ab siner schü33el er a3
Mit im al die stunde,
90 und im des saelde gunde.
Diu zit mit vröuden wart vertribeu,
bi3 da3 vergiengen wochen siben;
Der sun sprach3: »vater here,
nü volge miner lere,
95 Unde tuo nach minem rät :
min bruoder liht vür übel hat,
Da3 du so lange bist bi mir;
kurz wile ze im, da3 rät' ich dir,
Und habe e3 vür übel niht,
100 din snuor* dich vil gerne siht,
Wis bi im 5 ein wile ouch da,
unt kum mir denne her wider sä. « 6
Der alte sprach: »da3 sol gesehen
ich wil ouch dinen bruoder sehen;
5 Er warnt liht, da3 e3 mir versmäht.«
urloup er nam und guot(e) naht
Ze dem andern sun, da klopft' er an.
vil balde wart im üf getan,
Gegen im lief sun unde snuor
10 mit vil snellicher ruor. 7
1 miner ptleg. D.
- des nimmer. D.
i Do sprach der sun. H. (Meidelberg. Hd$.)
-• dins suns wip. I).
» Bis im bi. D.
" fehlt D,
7 ..liefen sun und suns wip
Von 1% reflen irs lip. D
XL1X. i>tx £d)läe*l. 411
Lud hie5en in wiikomen l sin.
matras, bolster 2 pflüm vederin
Wurden im vil schön geleget 3
unde sin nach eren gepfleget,4
i lo Ze lisch,6 ze bette, dort und hie,
sizzeut, ligent, swä er gie.
Den sun sin wille lerte da3,
da3 er in schikkete 6 vürba3;
Do er den vater alten
20 het vierzik 7 tag' behalten .
Er sprach: »bliebe3 veterlin,
du solt den jungen bruoder min
Gesehen . wie er hüses pflege
und wie er an den tugenden mege:
25 Und wis ouch da9 etliche vi ist,
unt kum her wider; din genist
Da3 gib' ich dir mit triuwen 10 gern.«
er jach: »des wil ich dich gewern,
Ich wil den jungen wirt ouch schouwen
30 und sin lieben hüs vrouwen.«
Mit urloub er ouch schiet von dan11,
ze dem dritten kinde kom er sän,
[rid ruorl' den rink an der tür.
diu malre körnen snelle vür;
Der sun der zäbelt M üf dem bret(e),
da3 spil sluog er ül ze slet(e)
Und lief n dem alten cn gegen,
und hii'3 im schön(e) tepich legen.
< urille komeu n
D.ir n.if h pfolben V
gelegen D
ii w.iri ii e. gepflegen t)
1 tisch.' //
• ei -ukk.t //
rierzebea D
I Ml n
'' F«is oii.li im |,i I)
i iriawei ftkä u
luilf Man. //
l.lot I)
II hrf«. //
412 XLIX .JUer £4la8el.
Guot' spise unde klaren1 win,
140 und swa3 edels ' moht' gesin,
Da3 teilt' er dem vater mit.
hu tet er nach der andern sit\
[Da3] sehs 3 wochen nämen ende :
der sun seit': »vater, wende
45 Dich ze minen geswhi,4
unt versuoch' ouch da der brien , '
Ze minen swestern beiden;
unt doch von mir niht scheiden
Du enkumest mir 6 kurzlich ;
50 mit triuwen ich dir niht entwich'.« 7
Er jach: »sun, du seist mir war,
ich wil ein siben tag' ouch dar,
Wie sich min löhter halden.«
dem grisen ein valden
S 55 Wart gegeben sin geverte,
da3 was ein steblin herte,
Da mite er sich der hunde werte
zuo der selben verle. 8
U3 dem hüse er dö krouch,
00 ze der nsehsten tohter kom er ouch.
Unt klopft' oben an die want;
diu lie3 9 in in ouch sä ze hant.
Die rede ich iu kürzen wil:
man erbot im ouch da eren 10 vil;
(i5 B13 da3 vergiengen manen11 zwen,
si sprach: »vater, du solt gen
1 edelen. H
* klares. H
'3 Da viiiil. D.
* sweslran. i>.
1 ouch ir bestan D-
ö Dil kunisl her wider. U
enlswieh. B.
H feMl D.
') lie. fi.
J> guole-). D.
11 monal. D.
XL1X. Ber $4lo0el. 413
Ze der jungen miner • s wester,
diu hat geslahlet gester
(iro3iu swin und rinder. «
170 er sprach: »Got löne iu , 2 kinder.
lr tuot mir helflich unde wol,
des iu Got immer Ionen3 soll«
l rloup er ouch ze der (ohter nam,
ze dem jungen tohterlin er kwam .
75 Diu was gar en vollen
mit guote bewollen '•
l'nde mit hüs 6 rat(e);
si hic3 im 6 bringen drät(e)
Tepich' zuo den ? benken
80 und an die wende henken
Sidiniu stuol lachen, 5
und ganze Wirtschaft machen,
Des sich ervröut' da3 gesinuY.
guoten win und spise linde,
S.i Getemper(t) wol mit vli3e.
gab man ze dem imbi3e <J
i)<n abent und den morgen.
nu wold' 10 niht leuger borgen
J)a3 tohterlin junge M :
!>0 do siben tag' verdrungen .
D<> gab si im urloup.
de« wart der grisc harte ' ; toup,
/u< in j. i>
' in Heben "
deaken D
- (ekU I>
■ „IIOlllll 1>
im l-l'it H
M die. //
,.n Ihm D.
/ I)
(.uot.-ri win iiml lind <• s|>i>
mperiert vw>i mil rllj
d.il) in. in im /<• i riihi | .
■ Irin .ilirii il< i «.is trri-.
• woll < i l>
" \il )vaftfl 0
i ili p\t i>
414 XLIX. Per $A)[Z$d.
Er sprach: »liebe, war sol ich nn?« —
»vater min, da solt tu
195 Gen ze dem altem mineni l bruoder.
dem hat 2 wol hundert vuoder
GrÖ3er va33e bräht der B Rln,
da3 ist der allerbeste win,
Des ie (hat) kein munt bekort,
200 und wis ein wile ouch mit im dorl. « *
Der alt* gedäht' ze tuon(e) da3:
»er ist liht verstanden ba3, 5
Ich kom aldar, als er mich hie3:
min tohter hat min hie verdrie3. «
5 Sinen geverten er niht lie,
der vor sinen triten gie,
Der was geleinet an ein want,
den nam er 6 sä in die hant.
Urloup er nam, und sleich dan,
10 als ein guot einvalt man, 7
Zuo des alten suns tor,
da was ein schoene loube vor
Und ein türlin en neben,
da3 vel SI03 ruort' s er eben
15 Und bat sich in la3en.
wirt und hüs vrou sä3en
Mit vröuden ob dem tische
und heten riche vische:
Dem sun körnen maere,
20 da3 der vater da waere;
1 zuo mineni al ton. I>
- häl man. />.
) von dem. O.
* D. fügt hintu :
Und lab' da din zungen
an dem win, und die hingen.
5 Min elter sun versläl sich ba3_ D
<» er ie. V.
Din Reimpaar fehlt 1>
<> huob. D.
XLIX. JPer $4loflfl. 415
Vil träge sprach er : »nu lä in l ;
wie schiere er komen ist her in! ■
Ich hete des wän, zewär,
er mide uns doch ein • jär.,«
225 Vür den tisch der alte gie.
der sun seit': »vater, sag* an, wie
Bist du gewest 4 so lange vrist? «
diu vräge was ein valscher list,
Wan hönischen 5 under bunt
30 erzeiget' sin herze und sin munt.
Er jach: »ich hän beschouwet doch
diu kinder; ich bin zitlich noch
Komen; eine3 ich dir sage,
ich bin gewest wan 6 siben tage
35 Ze der7 jungen tohter, diu gab mir
urloup, dö gie ich her ze dir;8
Mich düht', si hät(e) min verdrie3;
sust si mich von ir scheiden lie3. « 9
Er sprach: »des mag wol werden rat;
U) vruo si sich din genietet hat.
■ Nu gang 10 hin und siz dort
zuo dem gluotherd an da3 ort; M
Min sin12 da3 wol kiuset,
da3 dich serc vriusct.^
15 DA a man im ze C33en truok,
sin silber va3 " da3 was ein kruok
1 hm. /*. in in. D.
3 es muet mich |f die truiwe min D.
n halbes, d.
♦ geweeea. i>
> harnisrhiu iirbimi. I>
i '
7 mirif-r D
, was irs heften «ir. D.
p hie* D
w Kink //
" gjueieil an den. D
13 siiirn- //
a Day ■
'* lilber guchiri«- 0
416 XLIX. Wn £d)laöcl.
und ein becher vil sal;
man"erlie3 in da * der guölen mal,
Der man in vor hete gewenet,
250 der guoten handelunge entspenet
Wart 'er vür sin almuosen;
manigem armen truog er ze buosem.
Der sun ahtet' sin niht umb ein ei,
wen als ein voller kruphei, 3
55 Der gät üf einem tenne,
und als ein vol gekruftiu 4 henne .
Diu niht mer gluggen 3 mak,
also giengens' alle den 6 tak .
Diu hüs vrouw(e) und er,
l>0 hoch brogent in dem hüs en twer:
Ir kurz wil(e) diu was ganz,
si künden beide wol den swanz.
Den alten verdrÖ3 der sit', 7
da3 man im vuor unrehte mit;
65 Er gedäht' : »ich bin hie niht wol:
ze dem andern minen sun ich söl,
Der denket liht der triuwen sin
an mir und gibt mir sinen win
Und etwenne schcene3 bröt ;
70 ich lige hie vor hunger 8 tot ,
Min sun hat gegen mir höchvart:
we, da3 ich ie geborn wart!
Wes hän ich silber unde golt
gar minen kinden dar gebolt. °
i da fehlt D.
3 Der vor sin almuosen
naangem armen truog zuo buosen. D-
3 krupfei. K. pfay. D.
'* vol gekrupfet. K. vol kröpfe. D.
5 nimmer gelouben. Ä.
*> al. D.
' Für 260 — 63 Real V. : den alten verdrÖ3 des ser.
s von gebresten. D.
9 eevon. D.
XLIX. 2>*r £d)läflel. 417
275 Da3 ich nu selbe * niht enhän,
des bin ich ein unsaelik man.
Diu wile ist mir von schulden laiiK
ich bin alt 2 unde krank
l'nde bin nü gar ab geschahen;
SO Got wolde. da3 ich waer* begraben!«
U3 dem hüse sleich er3 verholn;
im wären versliffen gar4 die soln.
Und da3 gewant erarmet;
ir deheinen * da3 erbarmet' .
85 Der5 im gaebe ein gewant;
der mandel was im 6 da zer hant
Durch und 7 da ze dem8 eile bogen;
also gie der arme gesmogen
Ze dem andern sun ze dem andern9 mal:
iK) der sa3 in slner stuben sal
Und enpGe in über wendikliche. 10
»nu Ion' dir Got der riche!«
So sprach der einvaltc,
»mir sint diu lid erkalte,
95 Ich wil uf dinen u oven sizzen;
der rok mir dürhel ist ze den slizzen '
Die schuohe sint mir15 unden hol.«
der sun1'* sprach: »so gevellet mir wol,
Du gest1' da dir werde warm.«
MX) 11 f den oven sa3 der arm'.
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418 XLIX, J)tt ^laöel.
Do er ein wile da gesa3,
im wart gedienet ' lüzzel ba3 ,
Man gab im ein ke35elkrüt
und ein bier. sin sun der 2 trüt'
305 Sach im also mit vli3e zuo,
beide, spät unde vrüo,
Ern' roocht(e) , 3 wie er lebt(e) ;
diu sele kum in im klebt(e) , 4
Wan der arme grise
10 het so kranker spise
Niht gewenet den sinen 11p.
uii der 5 tet ouch [als] des wirtes wlp. 6
Er gedäht': »o we mir we!
ich vürht', da3 e3 mir übel erge;
15 Dise zwen(e) sun* sint gar
gedüht 7 in ein kaes kar. 8a
Niht lenger wold' er da bestän,
ze dem dritten sun kom er sän;
Do spilten si der vingerlln:
20 doch mit noeten kom er in
In die stuben niuwe;
da suocht' er kindes triuwe. 9
»Vater, nü wis willekomen;«
seit' der sun »ich hän vernomen,
25 Da3 dir min bruoder 10 niht wil geben
und dich armen u lä3en leben: 12
» gedienöt. D. •
2 der fehlt D.
3 r. kleine. R.
« diu zung' was im verklebt. D.
5 undär? Vgl. 399. 331.
6 Unlür tet des suns wip. D.
1 getrukt. D.
8 kaes gar kar. H.
9 Diet Reimpaar fehlt D.
»o m. br. dir. H.
11 dich so arme. D.
** hier folgt in D. noch :
Da3 ist ein missewend(e);
gang bin, werm din hend(e).
XLIX. $tt S^ltgeh 419
Siz zuo der gluot üf die • bank,
ich sihe wol, da3 du bist krank.«
Von im leint* er sinen stap,
330 zehant man im ze e33en gap
Ein vil undaer' 2 rihte,
diu was gemacht von nihte, 3
Darnach ein kaes' '4 und ein bim,
da3 selten 5 gevröut im sin hirn\
35 Alrest begunde im leiden,
da3 er von guot was gescheiden.
Unde gedäht' 6 hinder sich ,
er sprach: »owe7, wa3 han ich
An mir selben getan!
M) da3 ich mines guotes 5 hau
So vil niht hehalten,
da3 ich mir armen alten
Doch.kouft' ein labunge. 9
mir ist niht wol gelunge(n)
%6 Nu in minen alten tagen;
da3 wil ich Got von himel klagen
Und allem himelischem her:
ichn' wei3, wie ich mich armen ner.
Wä 10 sol ich helfe [nu] M vinden?
50 sint ich [nu] versmähe12 mlnfen] kinden;
Des hat mich deste[r] W unwerde,
swa3 lebet üf der Vi erde.«
1 dem oven üf den D
' arme. D
I> fu%t htrmu
An « kaes' und än(e) smalz .
dar üf gen-rl «M eil Mh
• milch. D
• wenig. D.
i Kr gedähl' nfi l>
r ipvaefc owA, ich umi P
I guo<s lelbei //
' lahmi^f-n. I)
» war. //
" kk nü triu. D.
II ich vermähl bin ron D
'• Die Mal mUk §n >>■
M 9H |, ml | |.-Mi. H
420 XLIX. Wa Sulagil.
Niht lenger er sich sumt(e),
da3 hüs er balde rümt(e),
355 Und gie ze siner tohter;
vor leide vil * übel moht' er.
Diu tet, als ich iu wil verjehen,
sam si in nie m er het' gesehen;
Si vrägt' in, wa3 er wolde?
60 swa3 2 er kumbers dolde
An henden und an vue3en,
da3 3 solten im wol * bue3en
Sin[en] süne[n], den het' er6 gegeben
guotes vil bi sinem leben;
65 Bi den sold' er beliben.
er gedäht' : »ist nü 6 den wiben,
Als den leiden7 mannen,
so bin ich wol 8 verbannen
Von 9 minen kinden allen ;
> 70 in unsselde ich bin gevallen:
Da3 sol ich llden mit gedult,
e3 ist min eigen schult.«10
Do er nü lange was gestän,
diu tohter hie3 in sizzen gän
75 Bi dem oven zuo der want;
e33en gab man im zehant;
Ein dünne3 muos und [einen] löffel.
diu vil liebe [tohter] 11 Söffel
Pflak sin also schöne,
80 arbei3 12 unde böne
l Vil fehlt D.
* oder wa3. D.
3 die. H.
* si im. D.
* Wa3 er in het. D.
*> bin ich. D.
7 Als unmaer', als den. D.
8 erst. D.
9 Vor. D.
10 E5 ist min gernde zuht. H. Herauf wiederholt D. : Billich ich e3 duld.
» diu lieb' sin t. D. Vgl. 988
'» erwis. D.
XLIX. $<x £d)läöd. 421
Gap si im vür braten.
der tiuvel het ir'5 geraten ; l
Wan si het guotes äne zal.
dö 2 si im gab so krankiu mal,
38o Er het sich schier genietet3 da,
von dannen schiet der alte grä.
Sin * gesellen nam er, den stap,
der in selten ie 5 begap
Siner reise deheinen trit,
90 der volgt' im endiklichen 6 mit.
Ze der jungen tohler kom er wider;
diu het üf sidtn pflürae 7 nider
Sich geleit durch ir 8 gemach ;
irn vater si sust armen sach
95 Dort her treten an dem stab(e)
mit ummehtiger kreft(e) hab(e),
Wan sin mage het dikken slin
von dem muose und von dem brln ;
Si gruo3l(e) in vil undär 9
U)0 und seit(e): »wie bist tu so bar? "'
Wä ist dlnes gewandes me?«
er jach: »mir ist von hunger we,
I)a3 ich gewandes [gar] vergi33e.« —
»so sizze nider und 133c. «
5 Also sprach diu junge
mit unmilter lI zungeu:
» Gebt im l2 ka?s' unde bröt. —
wunderlich doch ist der töl .
■ bei I ' ii g. ■
i;( l). , wo diei<- Zf/f voi anfleht.
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11 Und w'<i!' 1 ri > /' i
422 XL1X. Wet SifelagcL
Da3 er dich niht von hinne nimt!
410 din swache3 leben uns niht zimt,
Wan du uns ze schänden gast,
und weder umbe, noch an1 hast.«
Si hie3 im bringen schier
zuo 2 dem kaes* ein after bier.
15 Da3 beweint* er vil tougen,
er sprach: »miniu ougen
Süllen des engelten,
da3 ich die armen selten
Hie vor hän gespiset;
20 des sint si 5 nu gewlset,
Da3 si mich selbe(n) sehent arm
unt von gewande seiden warm*.«
Nu het der guote man gewaer'
ze gesellen einen burgaer',
25 Wilent dö er was bi hab(e) ;
der was zuo dem heiligen grab(e)
Gevarn über den wilden se,
und was gewest 5 ein jär und me ,
Der kom wider an den stunden;
30 schon und erllch von den künden
Wart er enpfangen in der stat,
da er wip unt kint hat'
Und ander riche mäge.
der stuont an einem tage 6
35 Bi 7 siner pfarre kirchtür,
da gie der6 eilende vür,
1 an, noch in dich. D.
* nach. D.
3 bin ich. D.
1 D. reimt arm: erwarm. Hierauf folgt noch:
Die hend' begund'er winden
und sich krazzen und schinden,
Als ein man tuot vor leid(e),
dem an gewand und spis', beid(ej,
Und an kreften ab gä[n]t,
und sich das nie man erbarmen läinjt
* da gewesen. D.
6 e. virlage. D
^ Vor. D.
* der alt', n.
XLIX. P*r »Wbü. 423
Und het den huot gesenket
unt vür diu ougen gehenket;
Wan dö er in erblikt(e),
440 vor schäm er sere erschrikt(e).
Des nam war1 der pilgerin,
er gedäht': »weder mahtu e3 gesin,
Min vü 2 lieber geselle?
des Got niht enwelle,
45 Ob du als arm worden bist
küm in einer 3 järes vrist. «
Er warte [t] unz er her wider gie,
vil blidikliche[n] * er in gevie
Bi dem sinen mandel:
50 »zürnet niht. ob ich verhandele '
Sprach der pilgrin wert
»min wille iuch ze vrägen gert,
Sit ir'3 b der geselle min?«
do über wielen 7 im diu ougen sin,
55 Der wärheit er im sa verjach.
dem pilgrin ouch da3 weinen brach,
Da3 er die zeher rert(e):
»geselle, s wa3 [hat] verkert(e)
Dine grÖ3e richeit?
60 mir gät ze herzen ser[e] 9 din leit. « —
»Geselle, wie mir geschehen ist,
<k*!> mag ich lü ze dirre vrist
Nu niht gesagen an ein zil,
vür ba3 ich 03 iu sagen wil,
65 So mir des wirt ljt'33cr stat. «
l< 1 pilgrin seil': »geselle, so gät
4»»arr>l /'
- rü fehlt H
■ in-r fehlt H
■ Min-klif li.-n t>
<la\ iu harnl«! l>
Bislu ruht I'
sprach <.i /'
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I Ml /'
424 XLIX. J)er &d)läöet.
Mit mir heim(e) e33en;
miner triuw' 1 ich verge33en
Nimmer wil an iu zewar;
470 wan wir mit vröuden mangiu jär
Haben gelebt lieplich(e). «
in nam der 2 triuwen rich(e)
Und Ue3 in da niht 3 langer stän .
er muost' mit im heim(e) gan.
75 Da lobt' er sine menscheit;
darnach der guot(e) man im seit'.
Wie er über eine
sin guot algemeine
Sinen kinden het gegeben,
80 und in nu also 4 lie3en leben
Mit gebrcsten 5 armen.
»da3 mue3e Got erbarmen,«
Sprach der 6 burgaer(e)
biderb' und 7 gewaer(e)
85 »Da3 wir uns lä[3e]n an unser kint,
und si uns8 ungehorsam sinl;
So wir lip unde leben
und die sel(e) durch si [gejgeben.
So verdienen wir wan9 da3.
90 da3 si untriuwe unde ha3
Immer mer uns bietent,
[und] sich unser schiere genietenl.
So e3 uns kuml an die rer\
da3 wir in niht geben mer. « — '"
' tritt wen. H.
2 der vil. H
' lie in niht. H.
in so swach. D
ä g. also. D
6 der all'. D
7 der Iriu und der. /'
s uns so. D.
9 nun. D.
W Für dies Reimpaar aibt D . .
Da soll' ein ietlich wiser man
die wil' er lebt, gedenken daran
XLIX 2>et g^lagel.
425
195 Er sprach: »geselle, [nü] volge mir,
ich wil gar wol raten dir,
Da3 du sunder wende
mit eren kümst [unz] an din ende.«
Des kust' der arm' [man] sin hende;
oOO an' alle missewende, '
Er lopt(e) 2 leisten sin gebot,
und bat im ouch danken Got.
Zehant hie^ er mit listen
Türken eine kisten5
5 Von vier grÖ3en biochen,
und oben wol belochen, 4
Beilagen mit isnin 3 spangen ,
da3 überlit wol angehangen;
.Mit iserinen spangen stark
10 wart geworht diu selbe ark, b
Als si war' ergo33en,
mit vünf starken slÖ3[3]en.
Darzuo7 slü33el kleine.
gemerlt 5 harte reine,
lö Die bolzen9 inner halben hol.
also was diu kiste wol
l rab und umbfe) beslagen;
Eweiauk man heten ze tragen
V ii der kisten (da) genuok;
20 in ein gewelbp man si truok .
' -eiltn laut<ii n, l>
| dll kuuisl mit >-u ii .in ihn 'im
In in ml Ih-imI e
i in • i' hin grög r kisten
Wlllk'Ii lltlv
<la3 m.in »i ril kürn felrueg • n
H leimt lilnkktll hdllkk" Tl
nlaen //
>Iii -l.irki-ii l-.ni'li ii i-fiin
hrin
ll'*;irl tnil D « w fol9( \A 1 , -''"'" III. /'
I)
l>
brtliHn n
426 XLIX. U>*r $>Mh*l>
Da sazt(e) man si also laer',
sam si zehen jär ' gestanden waer*.
Damit und ouch da3 geschach,
ze sinem2 gesellen er da sprach:
525 »Sich, dirre slü33el wirt dir nuz,
den mach' an din kuz 3
Innerthalb an ein[en] riemen
und la3 in sehen niemen:
Nur * ob in din sun gesaehe ,
30 und an' din wi33en da3 geschaehe. «
Und sagt' im darzuo die raet(e),
wie er gebärt' unt ta3t(e). 5
Hin gie der alt(e) unverzaget,
als der geselle im het gesaget,
35 Hin zuo dem eltisten 6 sun
unde bat, im da üf tuon.
Man vrägt(e) , wer da waere.
»da3 bin ich , der arm' gengelaere, 7
Und 333' gern mines ? sunes bröt,
40 mich hungert, und wa3r' mir sin not.«
Der sun 9 ob dem tische sa3 ,
und da3 gesinde liberal 83.
Der tor wertel 10 gie hin vür
und sagt', der alt* waer* an der tür,
45 Ob e3 der wirt wolde,
da3 man in in u lä3en solde.
Der vräg' antwurt(e) dö 12 der wirt:
»min vater selten mich verbirt,
1 jär da. D
3 s. armen g. er sp. H.
! nüz : dinen slüz. D.
■* niht wan. D.
1 den räl: tat. D.
*> eitern. D.
gangler. D.
s a?3e gerne mines. H
4 wirt. D.
u> torwart der. D.
11 in hin in. H.
-' dö fehlt H
XL1X. Wtx Stywti. 427
Und[e] suocht min brueder selten;
550 sol ich des engelten,
Da3 ich da3 eltist kint bin sin? l
nü gank hin und lä3 in her in.
Mich muet sin umb(e) kriechen;
da3 der tot in siechen
35 Mit noeten hat gebunden,
unt tcetet einen gesunden,
Vür michel wunder ich da3 hän. «
der arme 2 der wart in verlän.
Er gie, da er e was gese33en,
bO zuo dem oven, e33en,
Unt kerte die tenken 3 siten dar,
da5 4 der sun möht' nemen war,
Da zuo dem eilen bogen, wie
der slü33el an dem riemen hie.
65 Der sun vil dik 5 dar wart(c) ;
vil wite was diu schart(e),
Diu durch da3 mentelin gie:
der slü33el da ze blikke hie,
Als ob er waere silberin,
70 so reht(e) 6 lieht was sin schin.
Do da3 gesinde ge33en hat',
und da3 man den tisch7 entlät'.
Das diu stube wart eine,
der sun stuont uf vil seine, s
75 Und gie an des tischcs ende,
<1.» s;i 5 der arme eilende,"
tm < i. /. ,u f"/fj< im /' imiti i in in
zuo mir in daj bAl min
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I runklidi tu uf <!• , |,,,hl.
pfrveod e| *«* ««• *«•*»■ n ki/ink .
428 XLIX. 2D« £4)iaöd.
Und leint' sich, da der slÜ33el hie,
bi dem riemen er in gevie
Und schont' in, wan er was gemeit.
580 der alle tet, sam e3 im waer' leit,
Da3 er in het' erblikket,
er zittert' i und erschrikket'
Und wolde in haben verborgen.
»dun2 ensolt niht sorgen,«
85 Jach der sun »Vater min,
sag' mir hästu ein kistelin?
Ich gesach nie slü53el so kluogen.
noch also gevuogen. « 3
Er ruoft(e) sinem kneht(e),
90 dem snellen Helmbreht(e) , *
Da3 er im bräht' den silber5 köpf:
»davon erburt sich din 6 schöpf.«
Und dar inne möra3. 7
zuo(z') im üf die bank er b sa3
95 Und gab 9 dem vater an den munt:
»trink vaste, so wirstu gesunt;
[Und] lä dich niht belangen hinne,
ich enbiut' t0 dir kintlich minne;
Trink , lieber tetel ? ' vaste ,
600 da3 der köpf1' iht geraste,13
Das er verholn da beweint(e).
der sun sich gen im ieiniu-
ze der siten , da u. s. w.
1 zittröt'. D
a du. D.
^ kluoge, gewürkt mit sölichem vuoge. D
* Ucllepreht. D.
' bracht' den silbrin. />.
6 sich enport der. D.
' in guot win was. D.
c> er üf die b H. den b. D.
9 gab in. D.
10 erzeig'. D.
" vater. D.
u becher. H.
■3 Hierauf hat D. noch :
Dü bist düä' ser crkiiben ,
du foltest bi mir sin beliben ,
XLDL IDer Sd)iä(jeU 429
Und sag' mir, lieber vater, me,
wie 63 umb den slii35el ste. « —
»Sun, sit tu in hast ersehen,
so wil ich heimlich dir verjehen: l
605 Ich bin ein man, der alt ist,
und wirde schiere asche und'2 mist,
Und bin ouch des muotes:
und het' ich vil guotes,
Da3 mueste miner ■ kindelin
10 alle3 nach minem töde sin;
Doch da3 selbe da3 ich hän,
noch hulf einen wisen man.
Ich hän ein(e) kisten verspart,
diu selten ie entsl033en wart,
15 Daran sint vünf SI03 viP stark,
und darinne, ichn' wei3, wie5 manik mark.
Diu hän ich noch behalten.
wa3 sol si 6 mir alten?
In einem gewelbe si ist
20 ze mlnem gesellen lange vrist
Gestanden, der da nü ist komen,
des kunft ich gern(e) hän 7 vernomen,
Von Jerusalem her wider;
ich hän sin sere gemangelt8 sider.
25 Der slü33el einen hän ich hie,
den ich noch nie von mir verlie;
s 0 \\ei3 'cn w0' die viere,
swen ich wil , die rinde ich schier* ;
Ich hän z'wär '<• Ihim.h
als vil, als min getlA}' hAt
im Mg* 11 I, w.
iCfc <lir df:r w;'irli.-il |i-ln-n />
' MfcJei .iis ein D
iawei D
. Vil frklt II
11 Fi <■•-<■ j fßi lt
ll nü D
| wol l>
1 h
430 XLIX. IDet £4>l«ö«i.
Und swer üf tuon wil den schrin,
630 so mue3ens' alle da sin:
Der wil ich nach i minem 'leben
itslichem kinde einen geben.«
Der sun hie3 balde springen ,
sin 2 vühsin gewant im bringen
35 Und einen lüter vehen 3 huot,
und * dar zuo ein kappen guot: 5
»Vater min, da3 leg* an dich;
ziuch ab da3 alt' ; du erbarmest mich ;
Und gank 6 dan und bade wir,
40 ich wil ouch selbe gen mit dir.«
Der vater sprach: »sun, nein ich,
ich sol vür Sünden 7 also mich
Hinnen vür behalten;8
Got der 9 mue3e min walten!
i5 Din gewant hei3 tragen ab dem wege, 10
e3 ist sünde, ob ich e3 an 41 lege;
Ich sol niht weeher wät tragen:
der tot mir sizzet üf dem kragen.
Ouch bin ich gewest z'wär 12
50 ungebadet 13 ein halbe3 jär,
Und wart nie so warm, noch so kalt,
da3 mir diu wile 14 würde gestalt. «
1 bi. d.
* ein. D.
3 guoten märderin. D.
«und fehlt H.
5 Hierauf folgt in D. noch:
schuoch und(e) lin gewant,
da3 wart alleä bräht ze haut.
6 gangen-baden. D.
7 sol versmiden. D.
s halten, ff.
9 der fehlt D.
•o dem fehlt D.
11 ich an mich. D.
12 gewesen da3 ist war. D.
13 ungewaetet. ff.
■* wil' ie. D.
XLIX. 3>er gdjläöel. 431
Der sun sprach: »tetel'1 da3 lä ligen,
des2 muo3 ich dir an gesigen,
655 E3 ist mir 5 kein ere niht,
da3 man dich also gen * siht. «
Den alten huot er von im nam.
den mantel und den rok alsam,
Hemde , 5 schuohe und nider kleit :
60 sin gewant er im an leit',
Und[e] begunde den grisen
mit im ze bade wisen
Und da feisieren6 schön(e).
er gedäht': »da3 Got dir lön(e)
65 Geselliche liebe 7 mir bekant!
Got hat 3e tröst dich mir gesant
Mit dinem gar getriuwen rät,
den mir din munt gegeben hat.«
Mit triuwen der gepriset'
70 wart von dem bade gewiset
An ein bette durch s gemach,
da man grÖ3(e) rlcheit 9 sach,
Da3 bette was bedekket,
mit samit über strekket,10
75 Da bi mit vehe und mit 14 bunt.
des wart der siech' ein teil gesunt;
Wan man sin pflak besunder
mit edler splse 12 wunder.
• vatcr. d.
I kriegei. H.
3 war* uns. D.
• dich so armen. D.
• hemde /VA// D-.
» vaisiren. //. Und hlej s!n pllegen. n
1 gesell« lieber />
» dun i mii. D.
' groyn ricritnom 1>.
w Mit semit lilxr dekket,
mit würzen wol bestekket l>
" Darob la^ Hnk und P
11 klirer tplse «umkr //
432 XLIX. Wet £d)tfflel.
AI nach sinen eren,
680 als eines altheren.
Des andern tages er niht enlie,
ze sinem gesellen er da gie
Und dankt' im siner triuwen.
»nü swik, ja muo3 sich niuwen
85 Din vröude,«1 sprach der geselle
»e3n' si, da3 2 Got niht welle,
So jeniu kint dich nü gesehent,
so wirstu [wol] inne, wes diu jehent. <
Des dritten morgens dö man sank
90 unt vor der kirchen was gedrank,
[Und] die süne ze kirchen wollen gän,
dö sähen si den vater stän
In wiltwerkim'3 gewand(e);
der junge in küm erkand(e),
95 Swie lieht waer' 4 siner ougen schin;
er seit' ze dem andern5 bruoder sin:
»Warf, wä 6 unser vater7 stät!
weistu, 8 wa3 in beraten hat?
Des nimet mich grÖ3 9 wunder;
700 er hat etewa3 besunder
Behalten sin(e) tag(e) her;
sihstu niht, wie kuenlich 10 stät er
In siner vehen H houben. « —
»ein ander3 wil ich gelouben,«
5 Sprach der ander (sun) zehant
»er treit unsers bruoders gewant,
i vrum. D.
3 ob e5. D
3 wiitwerkine. D.
* wären. H.
• andern fehlt H.
f» wie. JD.
vater dort. H.
s weist nil. D.
1 micbel. D.
>° kintlico. H.
11 märdrin. D.
XLJX. Per S^logrl. 433
Das vühsin und da3 niuwe.« —
»da3 ist war, üf min triuwe. « —
»So hän ich da5 betrahtet eben,
710 er hat im'3 niht1 umb sust gegeben ;
Uns sol des niht betragen,
wir suln der maer' in vrägen,
Und der warheil(e) lägen.
und niht lenger gedagen. «
15 Si giengen dar sä ze stet',
da der vater sprach sin gebet;
Er stuont an' 5 vrostes sorgen;
si gäben im guoten morgen.
Den gruo3 er si* niht versweik,
20 er dankte in beiden unde neik.
Neben im si stuonden eben,
bi3 man den segen het gegeben.
Und man het gesungen,
und die liute vol 5 drungen
25 Und heim ze dem e33en 6 giengen,
diu kint in gevicugen '
£n neben bi dem geren:
» du solt danne keren ,
Lieber vater, heim7 mit uns;
30 du sollest doch dius s alten suns
Uns niht län ,J engelten;
da3 du kumst so seilen
Heim ze unserm tische,
da3 stet ° ungeliche. wi55e: "
• lihi. //
: In lt. fehlt dlff 'Anlr , Und dlt '.{ roihrrgi-hi-mlrii jnlyeit la \ 712 713 711
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* er in />
\<in kirrlim V
■■ inl.i- /'
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i dlnet. //
9 lAyri. //
| i<-t uns I»
" *'3i'" /«**" /' . *"> 'ln'jfgrn noch f<>l<it
•. d Hm/"- QaMMMttoaira« II *"
434 XLIX. 9» £d)lä0d.
735 Wir sin doch,1 \vi33e Krist,
ouch diniu kint, als er ist.«
Si wolten in des niht erlän,
den vater, er muoste mit 2 gän.
Der eine sun sprach: »vater min,
40 du solt hiute min gast sin.«
Der ander jach: 3 »vater min,
du solt gän mit mir heim.«*
Da3 was ir kriegen und ir schal,
der vater sprach: »gebt mir die wal.«
45 Diu wart an in verlä3en. 5
»so wil ich, sunder ha33^n,6
Den einen hiute 7 in bi3ens wem ,
den andern morgen, harte gern.«
Des 8 wart verhenget (da) von in ;
50 mit dem einen gieng 9 er hin.
Dem andern lobet' er zewar.
er Ksem' des andern tages dar.
Im wart erboten wol da3 mal
mit spise, der man hete die wal.
55 Und mit edelem 10 wine. —
da3 vuogt' sich von dem schrine:
Swa3 halt darinne wrcr' verspart,
des bring' ich iuch wol an die varl. ll
Nu welln wir uns erirahlin,
da3 wir ze der ammo verwehselt sin.
Ist zu berichtigen: Nun' welle unser trehlin
1 doch , daj. D.
3 Er m. mil in hein. D
3 snn sprach. D.
4 befser bin. oder nein fiir tri i I i
* lä3en. H.
<> ich mil dir c^en ze m;'i-,en. />
7 und hiul eins inbis. />.
3 Da3. D.
9 gie. H
10 von klarem, ü.
11 I). I'i'ujt hinzu :
Lind ob ir well da3 ich in Ino ,
da geba'rl iuch ijoch? swigen zuo.
XL1X. U>*r $d)ltiöd 435
Du man nü het ge55eu.
760 dö was der alte gese35en
Gegen dem sun. ich(n' wei3, ' wie,
also da3 der 2 slü35el hie
Von der 5 gürtel en neben
ze blik, da3 in der sun sach eben,
tio l'nd het einen smit gebeten.
der im ein(e) kluoge 4 keten
Zuo dem riemen het geworht .
sam er sin ze Stelen vorht'.
Do der sun den slü35el sach.
70 also er zuo dem vater sprach:
»Sag* an, ist der slü33el diu?« —
»ja, entriuwen, er ist min.«
»So enmag ich des niht verdagen.
du hast din kislelin getragen
75 Ze minem bruoder [dem] alten.
der wil C3 dir3 behalten;
Ich sich6 wol9 da i>t inne.
du hetest ' uogerae hinne
D§3 selbe ki^tel la^en siea;
SO du woldest ze allen ziten gen
NN an in sin hüs, und niht ze mir:
des ich doch niht getroute dir.
Da3 rede ich nur durch diu. s
er kan wol stuiu sibeniu,
Ho I »n -, h;it er gelin9 bekaut,
und dir sin alU'3 gewanf
Oik h mag man dl bi kiesen,
hIi H| in l>
J <r den /'
i um ilcrn /'
* guot i>
> hat dir ej f>
' mi-\; l>
TT'.' »mickit folgt i ilmiiii/
lllCD l.rudil.-i *- .* r i
li llltll dOCh »Hill» tllli» P
• CT \.\i- w.l Uli I)
ii n
136 XLIX. jPn 94Ui0tl.
er hat dich län ervriesen
Her alle3 dizz(e) l lange jär.
790 nu ist im da3 kistel komen dar, -
Dainne wei3 er den murzelink;
er kan wol schaffen siniu dink
Mit sinen listen grÖ3en.
wir mugen uns5 wol daran stehen,
95 Da3 er uns dizz(e) 4 hat verholn:
er muc-3 ouch uns der brosenr* smoln, 5
Swie verre uns si diu kiste,
in helfent niht sin liste.«
Der sun wart harte zorn var.
800 des nam der vater vil wol war,
Er sprach: »sun,.dise rede verbir,
ein ander maer(e) sag' ich dir,
Ich wil des wesen din gewer,
du bist mir als(ö) liep, als er,
5 Und hän dich als(ö) hart erarnt;
der triuwen wis ouch (du) gewarnt, (i
Die ich im hän ernennet:
Got hat in7 wider gesendet,
Den vil lieben gesellen min,
10 in des gewelbe s stet min schrin:
Da3 ist der, den mir min vater lie,
der wart entspart noch 9 selten ie
Von keines menschen handen,
beslagen mit starken 10 banden ;
15 Und dö min hüs vrouw(e) starp,
an einem smide ich da3 erwarp,
1 Noch hiur her da3. D.
- würzling. D.
3 uns fehlt. D.
* er e3 uns so lang. D.
* län der prosmä holn. D,
6 I). reimt erarnöl: bis gcwarnöl, vnd wiederholt , anstatt der folgenden
Zeile, Der ich erarnöt.
7 hat mir her. D.
8 gewalt. D.
f entsiegelt. D.
'o isnin. D.
XLIX. SDrr Sffcloflcl. 437
Der ist mir ouch sit tot geseit, '
da3 er mir vünf SI03 dran leil'
Und vünf slü35el dar zuo ;
820 ob der tot kum spät' oder vruo
Und mich welle meinen ,
[so] sol man ieslichem einen
Geben miner kinde,
und swa3 man darinne 2 vinde,
25 Daz sol man in g(e)lich(e) 3 wegen.
da3 si e3 iht teilen mit den siegen.
Dar zuo wil ich schaffen
leijen unde pfaffen. *
Ich het' e3 verholn noch lange6 vrist,
30 wan da3 din elter 6 bruoder ist
Etlicher mä3e gewertik, 7
der erblikt' 8 des riemen slrik,
Da dirFe slii53el an hie,
zehant er mich des 9 nihl enlio,
35 Ich muost' im sagen die w.irheit;
dar umbe hat er an mich geleil.
Als du 10 sihest, dizzfe) klcit
mit manger hande schcenheit . « ,l
Der sun jach: »ist also den maern,
40 so sol dich, vater, niht bcswaern,
Du muost dise lumpen lau,
und miuiu kleider legen an.«
Er riei Irnvriden,
und (ge bot im bi der widcn . ■
» l>cr Ist omii verscheiden ill //
h iniwm töfl . waj man />
3 gemci P
' Dietct R--i in paar fehlt 1)
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'• f|t<rr«- //
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* <Ips f.klt II
*> <iü vol. D
•• Ihr., /„„, fthlt I)
III I)
Er I r dirncn r1;it
iiihI 1> .( ir bl d<:r wil' r*wir
438 XLIX. JP» S4l£0el.
845 Da3 er im balde * braehte
sin gewant, mit borten gewaehte.
Und niht den vilzinen 2 huot;
von Muret ein gugeln 3 guot
Mit lütrem vehen 4 bunde:
50 daz muost' er an der stunde
Legen an unverholn-;
er wart der versliffen soln
Harte wol ergezzet,
und in gemach gesezzet.
55 Der genäden und der 5 minue
dankt' er in 6 sinem sinne
Si[ne]m gesellen, der in'37 lert(e),
da3 man in so hoch 8 ert(e).
Des morgens dö diu sunne erschein,
60 dö dakt' er9 sin all(e)3 gcbein,
Da3 im davor was ervrorn,
en neben, hinden unde vorn 10
Mit il gewande warmen:
jene3 gab er den armen;12
65 Wan er davor bi sinem leben
den armen manige3 het gegeben.
Hin gieng13 er ze kirchen wider
und banht' ze Gote lj siniu glider
Mit venigen 15 und mit gebet(e)
70 an einer heim(e)lichen stet(e),
1 sä im dar. D.
3 vilzin. D.
3 mürrit ein kappen, ü.
* lüterem. 11.
5 Der kintlichen. l>
6 der all' in. H.
7 in da. H ,
« also. H.
9 ward im. D.
>° Dies Reimpaar fehlt D.
>i In dem. D
"2 H. reimt arm: warm
'3 gie. H.
!* huop ze Gol üf />
,s weinen. D.
XL1X. Btt $d)läöd. 439
Bi dem kor(e) nähen.
alle [die] wundert', die in sähen,
Und in vor heten gesehen,
wa3 bildes l an im waer' gesehen
875 Und in [siechen] in kurzen stunden
het gemachet wol gesunden. 2
Sin junger sun der lesl(e)
disiu5 maere niht enwest(e),
Der suocht' in her unde dar
80 und nam sin dort und hie war.
Do da3 ampt wart1 getan,
dö vant er in einen5 stän,
Da er was unde bat,
er'j sprach: »vater min, nu gät
Hö Mit mir ze in wer snueT(e), 7
ich hau reht, da3 ich iueh vuer(e)
Heim <■ in min ä hüs ze ir;
da3^ hat si geboten mir
Bi ir minne ban[de]ne. «
'M> er muost' gen mit im danne. lu
Tür unt tor im wart entsparl,
mit rren er enpfangen wart
Ze menschlicher geuuhlsam; -.
diu snuor11 in bi der heude nam
Und sazt' in ao ir siten.
do enwarl niht lenger12 bilen,
Den swaeher si engeste.
der sun fragt' in ze leste
1 wunden D
fwjt himu. unii von ihm n'>i enbusden
I diu /'
i> i int. n
' in dort .il ein D.
* i|<r sun /'
/*
/>
•> »an da] /'
ii. leimt bandfl rlaniK ii
" det midi wlb /'
i»
440 XL1X. Der S^lagd.
Wan * da3 gewant waer(e) komen
900 unde wer im'3 2 hete genomen.
In dühte, sin bruoder beide
santen im ein3 kleide:4
»Bi den borten ich'3 erkenne;
mir mag noch 3 etwenne
5 Kunt werden da3 gela^e,
da ich gestuend' oder gesäte. «6
Der alt' die gürtel rukt(e), 7
da3 der slü33el sich verzukt(e) b
Mit der keten üf da3 bein:
10 zehant er dem sun erschein,
Wan er was lieht silbervar,
und daran geleget VI13 gar, y
Er10 sprach: »nü lä schouwen
mich und min hüsvrouwen
15 Disen guoten11 slü33el. «
vür getragen warn die schü^el
Mit edelm wiltpraet(e)
und manger hende geraet(e),
Win unde schoen(e3) bröt.
20 dem sun er den slü33el bot.
Da3 e33en lie312 er lange stän
und sach wan13 den slü33el an,
Wie schön der slü33el was gevilt. Ut
dö enwart niht geilt, ,5
1 wanne im. D.
J oder wä er e3. D.
3 inti'3 ze?
* samlöten in ir scheid(e). D.
i Ja mit Cwirt?) mir. ü.
*> an der Irukken oder an der ne33e« H.
* den g. gezukt. D.
8 sl. her vür rukt. D.
9 D. reimt silber W13: mit VÜ3.
>° Der sun. D. •
11 kluogen. D., wo die folgende Zeile fehlt.
« lie. H.
•3 nü. D.
>* er was gevilöt. D.
w gei!6t. D.
XL1X. JJet £d)lttfld. 441
V25 Wan man mue3iklichen sas-
und vrölichen ■ trank und a$.
Der2 sun des küm erbeite,
da3 man ab [dem] tische geleite
Da3 \v13e tisch lachen;
30 dö vrägt' er von den sachen
Umb den slü33el säzestunt,
da3 im der vater taet(ej kunt,
Wes der slü33el möht(e) sin.
er jach: »ein kiste diu ist min,
35 Da hcert3 er zuo und slü33el vier;
des wänes bewise4 ich dich schier:
Der5 burger, der nü ist komen,
des kunft tu nü wol hast vernomen,
Der ist min geselle, z'wär,
40 gewest6 mer denne dri3ik jär;
Der hat von tagen alten
ein kisten mir behalten,
Da hoerent zuo vünf slü33el eben,
der wfl ich dir einen geben
45 Und einen ie dem kinde,
nach miLneJm töd, 7 swa3 man vinde,
Da3 süln si teilen än(e) strlt;
man wirl wol innen, wa3 drin8 llt.
Ich bin alt, wa3 sol e3 mir?
50 ich lä3' (e3j mlnen kinden und dir.«"
l'nd sagt' im, wfe da3 waer' gesehen,
d;i3 .vin bruoder het gesehen
Den slü35el, und wie er im ze haut
gab10 sin vühsin gewani;
1 mit \romlcn. li
- Doch der. 11
I \\tyVfi. II.
* wäns jj< icheid i>
* D»T W»T<i*' H
* gewesen. P
ll
* <lrinne. H dar in l>
' MM Hrimpriar fehlt l>
142 XLIX. ßet £4läa*l.
955 Und von dem andrem bruoder.
er sprach: »ich wil da3 ruoder
Ouch nach dem winde1 wenden;
si wolden mir den venden
Vor ziehen mit listen:
60 des gesmides in der kisten
M1103 mir, ob Got wil, werden ouch;
si waenent des,2 ich st3 ein gouch;
Leg* ab die alten slukken:
si wollen mich verdrukken.
65 Du muost an legen Scharlach,
da3 beste da3 ie man gesach;
Dar under ist ein niuwe veder,
da3 min bruoder ietweder
Nie so guotes niht getruok;
70 dar zuo wil ich dir genuok
Geben alle3 da3 du wil,
unz an dines endes zil.«
Er ruoft' siner magde Prange:
»bring mir4 ab miner stange5
75 Min gewant, rok und mandcl. —
du muost der kleider haben wandel,
Diu dir min bruoder hat gegeben;6
diu sint ze wit und stänt niht eben. 7
Got günne mir din lang8 ze leben!
80 wan ich wil dir'3 gern(e) geben.«
Da3 alt' gewant er den armen gap,
da ert' er mit9.da3 heilige grap,
1 den winden. 1)
2 liht. D si si. H
3 sukkeln. D.
* bringe mir balde. H.
i D. reimt Brangen : slangcn
6 Diese und Zeile 980 fehlen D.
i dise sinl wint u. Stent dir eben h
»» lang fehlt H. "
'' da mit ftrdt er. D
XLIX. J)n $4lä«el. 443
Da sin geselle was gewesen.
und wider kom , vor 1 töde genesen. 8
985 Melde kom, diu nie gelak.
und selten ouch geligen raak,
Sinfen] tohtern, den wibes bilden,
Jiuten 3 unde Hilden,
Da5 ein kiste [vunden] waere
90 (vunden)4 unmä3en swaere.
In des vater5 gewalt,
dar inne waer* guot6 ungezalt;
Und wie in mit richer kraft
ein sun vür den andern zäft 7
95 Mit spise und mit gewande.
»e3 ist uns schade und schände,«
Diu eine zuo der andern sprach
»sul wir der kisten sehen nach;
D?3 uns der rüden3 niht enwirt.
1000 in minem herzen mir9 das swirt:
L'nd an den ma?ren ich da3 spür.
nü habent unser bruoder vür
In durch da.5 guot geva,53et;
wir werden10 so niht verla33et"
5 Von in des1- lieben vater min,
wir haben ouch brot unde win;
• von (i'-m. V ,
2 Hierauf fint I). noch
1 ad bai <»oi d.i-, et In vrisl «•
durch »In -'''Irin ire lisl
■ » i * - ct mi bei bei .
et Mut ern warl gespisci
h.-lr, l>
l>
» VM«H D
* da I .1 in D
' vahi //
I di I'
| ftkJt H
D
.ii,.' H
n im d«-m /'
444 XL1X. Wtx Sdjlajjd.
Uns ensol niht engen der schrin,
ob wir sullen bl leben sin.«1
Den tak si vil2 küm erbiten.
1010 da3 si den kirch gank iht vermiten.
Si legten an ir lip zehant.
beide ir höchzitlich3 gewant
Und ir pi'sewin huete.
als eki heide4 bluete,
15 Also giengen si gevar.
da sähen si die vriundes schar
Stän üf dem kirchof, ,
irn vater als einen bischof, 5
Und sine[n] sün' 6 ze den stten.
20 do enwart niht lenger biten,
Si vielen beid' 7 den vater an :
»nü sprich, wa3 hän wir8 dir getan 'i
Da3 du uns midest so lange vrist.
weist9 niht, da3 du unser10 vater bist,
25 Und ordenlicher sippe 11 stam?
warumb tuost du niht gein uns sam12
Nü du gegen13 unsern bruodern tuost?
grÖ3e wizze1* darumb du liden muost.
Sag* an, weder versmahe wir15
30 unde unser wirte dir?
Oder sparstu unser bröt?
zewär(e), des ist dir unnöt, 16
1 Diese Zeile fehlt D.
3 vil fehlt H.
3 virteglich. D.
* heid' diu. D.
5 si stuonden ze hant dar nach üf. D.
6 sähen den sun. D.
7 bede. H.
8 ich. H.
9 weistu. H.
10 uns. D.
» sipp. JL
a uns niht alsam. D. /
»3 als du. />.
'» Hed*. D.
Ji wir dir. D. fährt fort . du tuost wider unsers herzen gir.
•* o wo, vater. daj ist an' n6t. D.
XLIX. $ex £d)la.jel. 145
Wir geben dir'3 willeklichen x gern.
z'wär, wir wellen2 des niht enberu,
1035 Valer min, du gast3 mit uns
als billich, als4 keins dtnes suns,
Durch gemach in unser hüs,
und wis ouch in unser klüs,
J3[3est] unser5 bröt darunder,
40 itlich(er)6 besunder. «
Si stuonden im bi, unz da3 geschach,
da5 man den segen (da) gesprach,
Si entwichen im niht einen trit,
unz er in muoste volgen mit. 7
45 Zesamen si ir pfruent truogen,
und herzten inö mit worten kluogen.
Als die vrouwen wol kunnen;
dem andern si niht gunnen,
Da. kunnen si mit worten
50 krenken an allen orten,
Mit also behenden siten,
da3 da an' wäfen wirt versniten,
> mit triuwen. D.
3 Yür Beines wel wir. D.
i Vater, <lü Bist //.
» bililcfa kein. // biUicfa zc hüs, als.1? » wo dai folgende Riimpaar fehlt.
i itröt Ej5« da i»i unter U.
- m ir iiliehs. i>.
i» niiii wollen vi.n im unz er muosle volgen in. u.
I hf-r/U-n in fehlt in D. , uro amlall Zeile 1047— 70 fleht
Giengen si im sicherlich c nlch .
im/ <r in ouch rerjach .
Da-, ei den sünen bat verjeben .
wie si den slüssel beten erleben
I)cr 7.110 der feisten w.iri geSOlW
dem rolgenl viel sin-,yi mil ,
Der hon en si euch . sundei wA« .
«wfn riiicli sincm I6<1 M ,
In Würd1 ir teil om Ii \ ii r fffll
gelich gewegen als ein bii
1)6 it in iiü K-ir lni geteil
dM wArr-n ii. s. w.
446 XLIX. Wex $M)l«ßet.
lr rede ist als ein salbe guot,
diu wol einer wunden tuot,
1055 Diu von ir kreften heilet,
[ist] ob sie gemeilet
(ist) Mit unreinen schäm,
da kumt vil liht der klam
Darzuo, da3 si bleichen mu03:'
60 des ir [reine] salbe machet buo3.
Mit vrouwen gela^e und mit ir si L*
habe wir niht hie ze tuon(e) mit.
[Muost'j wir sagen von dem alten,
wie des wart ge walten:
65 Des genuhtsam nam zuo,
beide, spät unde vruo,
Als ein teik wol erhaben,
die vrouwen heten in ab geschahen :
Die täten im ie da3 beste.
70 er sagte in ze leste ,
Als er den sünen het geseit.
der rede wären si gemeit,
Unt kusten in an sinen hart:
vater nie ba3 gehandelt warl
75 Von keinen sinen kinden.
Nu woltens' niht erwinden,
Si wurden mit ein ander
ze rät(e), ein und ander,
Da3 in l iglich kint gar
80 Ü3 und in2 behielt' ein jär
Mit gewant und mit spise.
also5 wart der grise
Von sinen kinden ergezzet,
unt von der kisten gesezzet,
85 Beide, in ere und in gemach.
Und doch zelestcn* d;i3 geschach,
i in fehlt H
3 alerst. U.
* bi3 doch ze jungst. V
hh".
XLIX. 3tx S^lttgel. U
Da3 er sterben bekande:
siniu kint er besande.
Vier burger und ein1 platten.
1090 sin2 dink wold' er schatten.
Er sprach: »nü hoBret, liebe kint,
vier werde burger3. hie sint
Und min her der4 pfarraer(e).
biderbe und gewser(e),
95 Die bit' ich des waldcn,
da3 si iu behalden
Die slü33el, unz ich ze[r] erde
schon beslatet werde,
Als e3 kristenlichen zem;
1100 zehant iuwer ieglicher3 neni
Besunder den slü,55el sin,
unt luot ui" alle6 den schrin.
Int teilet da3 guetel ' schone ;
da,5 iu min trehlln s lune!
5 Wan ich dise vorhte9 hau.
ob er würde iezuo üf getan,
Da3 liht ein kriek da1" würde,
war' beswaert11 min bürde.
t'nde li<*5t den lich[n]aml- ligen,
10 dem der löl wil an gesigen.« ,a
IHMI //.
"111 //
* ricr ritaler. D
* ber <i«t fek/i n
■ ipiil • i
i geneii ui. i>-
- grli ü
* iueh irinrur Gol l>
'' <\\s>- vorfatep ich n
»" <|.. frh/t n
" *unl<- gMVClt II
H Ir iM-vrit (I I lilil l> '
i] /; fnh,t \,,l
ni. UlOlll .'in ini l.ui i linfl liilil IkI 1*1 vii|rhni
im »;is iml i u-ii
ii.i <r «iisiu . 1 1 n ^ begienli
i k v rni gpvifnk
, 448 XLIX. 9er £d)läöel.
Die slÜ33el er behalten gap.
mit eren kom er in da3 grap
Und mit schoener bevilde.
da3 waer' im gewesen wilde,
1115 Wan sin geselle mit der kisten,
der gedähl(e) des mit1 listen,
Das Sl 'n der schänden werten,
[und doch] 2 die sele an im nerten.
Der rede küme wart erbiten,
20 darnach si mit gemeinen siten.
Beide, vrouwen unde man,
giengen zuo der kisten dan,3
Diu vrölichen von in wart
. ' mit vünf slü33eln enlspart;''
25 Da3 überlit man küm erwegt':
oben Ü3 der kisten regt*
U3 einem großen slegel ein stil.
nihtr' mer ich iu sagen wil,
Wa3 in der kisten wa3re ,
30 wan der selbe slegel sweere;
Der rede lät iueh niht belangen:
an den stil was gehangen
Ein brief, 6 ze breit, noch ze smal,
der wart gelesen liberal
35 Den, die der kisten waren7 bi;
da was8 gesebriben: »swer der si,-
Der ere habe unde guot,
da bi so nerrischen 9 muot,
Da3 er al[le] sine ,0 habe gebe
40 sinen kinden, und selben ll lebe
1 mit den. H.
2 un ouch. D.
3 stän. H.
* üf gespart. D
s reht. D
6 zedeJ. D.
7 stuonden. 1).
8 sluond. D. *
9 un darbi so närschen. D.
10 er sin. D.
11 uil er selb. D. selbe 6f.
XL1X. U>er $&*&{. 449
Mit ucelen und mit gebresten. •
den sol man zelesten1
blähen an die hirnbolleu
mit disem Siegel en vollen. -
1143 Das im das hiru mit alle
üf die zungen valle.
Und sol in denne vueren en wek3
und werfen in eiuen rinderzwek. « *
Daran niht mere geschriben was.
50 und dö man den briefgelas,
E3 erplatert'5 wip und man,
und sähen vaste einander an;
Ir aller vröude diu wart toup,
reht6 als ein erloschen schoup.
• zuo dem betten. D
1 l) nimt ballen: ze val'en
i in uu-reii den veg über einen höhen sieg. U
• irek I'. . tut dem Zmtat%t , dri hi-i b'chstählu /i f'o/yt :
Auff aine lach Sluiul am kra
B lehn; \ast ha ha ha ha
Nanc Lislu da
no merck mein sprach ebü
Uasiu deine ehindn dein gm %;*-!* r»
vff ir geuad d* in hab
>o |>inIii lurfr ib-ii Bill rab
Waii der us,>ii^l die ii;tin_ -in
N "i den jü^'ii clundi'lin
l.r furi || in ii Jugend
ii rabiw ii uniugend
Hi* >.i> ir nerd .
V> .in 1 r -1 pi in. 1 /• |.ii_.-n
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Aii'i tr«-»i ■!•• 11 1 nialt* *m)->
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/•<'••< II
• d .11 /rJ
450 XLIX. Per flöget.
1155 Si wänten, si vünden * grÖ3en schaz:
dö was in ein ander saz
Mit listen eben vor gespilt.
min sin sich des niht enhilt,
Er het in reht(e) mit gevarn;
60 des jähen ouch alle die da warn,
Heim(e)lichen under in.
si bejagten2 den gewin,
Da33 si giengen danne, als dar,
des guotes Ü3 der kisten bar.
65 Diu rede hie sich* enden wil:
e3 wart ie einem als(ö) vil,
Als dem andern gewegen,
an' ge3enke und äne siegen.6
Also het der geselle guot,
70 als noch vil manik geselle tuot.
Der triuwe unde wizze hat,
dem guoten man gegeben rät
Gegen [den] ungetriuwen kinden.
als man noch hiute [mak]6 vinden
75 (mak) Be33ern lant7man,
der dem vremden (mer) 8 guotes gan ,
Danne9 geborner vrunt;
e3 gestet nü10 niht der munt.
Davon ich immer triute
80 die getriuwen lantliute. il
Wie diz maerlin sl genant,
da3 tuon ich iu bekant:
1 wänden vinden. D.
- si bagten niht nmb D.
3 Da3 fehlt D.
1 red' ich iu. D.
5 An' zanken und fln" kriegen. D.
f> ich n. h. wil. D.
7 Getriuwen landes. D.
•5 dem andern reht. D
'' den darnach. D.
10 gestatet. D.
1» triut: Hut R.
XLIX. jD*r 841a0el. 451
E3 ist genant der Siegel. —
swer spilen welle der kegel,
1 185 Der sol gen üf den plaz ,
da vindet er mangen vürsaz;1
Oder ge2 üf da3 rennen,
da sezt man vür3 etwennen,
Davon vil manger wirt4 betrogen:
90 iu wirt da3 helmel5 vür gezogen.
Welt ir suochen kamel6spil,
in wirt7 diu veder, und iu der kil.
Und enruocht,8 swa3 man iu guote39 seit,
get ot10 nach der affenheit,
95 Und weset daran unverzeit,
so wirt iuwer11 eselbeit
Ze beden siten vil breit,12
und wert den narren gemeit,
Und den wisen herzen leit:
1200 da3 nim ich üf mlnen eit.
1 D^te Zeilt frhlt l)
2 er gang'. D.
1 wirt er geroufel D
* Vil m. w. di. D.
1 helmlin V.
i goucbes. 1). Al$o gampel.
■ belibt. D-
! Huocbent. D.
» gUOtC3 fehlt 1/
V
" dio. D.
13 wol bereit D
L.
JH arttttdfefl.
Von
dem Stricke r
fjin reicher Bauer leierte die Martins -Nacht mit seinem Gesinde
über diemafsen; sie trunken so viel guten Weines, dafs alie von Sinnen
kamen. Das gewahrten schlaue Diebe, brachen ein Loch in seinen
Kinderstall, und der Verwegenste schlüpfte hinein. Da fingen aber7
zween Hofwarte Hofhunde, grimmig an zu bellen, dafs der Wirth es
hürte; er nahm ein Licht und ging zum Stalle. Der Dieb konnte nicht
entrinnen, warf rasch sein Gewand ab, so dafs er nackt dastand , als
der Wirth eintrat; und so machte er über ihn und seine Kiuder,
desgleichen über jedes Rind mehr als zwanzigmal das Kreuz, und mur-
melte dazu wie einen Segen. Er winkte dann den Wirth naher, sagte
ihm, er sei St. Martin, und segne sein Gut, zur Vergeltung des Weines,
welchen er am Martinsfeste gespendet habe. Zugleich habe er der Heilige)
e Kinder gegen eindringende Diebe behütet, und wolle fürder all"seine
Habe bewahren, drum möge der Wirth getrost sein Fest fortsetzen.
Der Wirth weinte vor Freuden, pries sich glücklich, dafs St. Martin
ihn so gewürdigt habe, löschte das Licht, und ging wieder ins Haus.
Hier rerküadigte er die Erscheinung des Heiligen, und forderte Alle
auf, zu Ehren desselben fürder zu trinken : er würde seinen Hühnern
schenken, wenn sie Wein trunken. Sein Weib musle einen allen Kaee
auftragen ,' damit der Wein desto befser schmeckte; und man trankauf
sein und seines Weibe? Leibes- und Seelenheil, und vor allen zu
! .'rhtnis , so viel, bis Alle sinnlos dalagen. Un-
trieb der Dieb alle Ohsen und manche Kühe hinweg.
Als der Wird; seinen Rausch ausgeschlafen hatte, und am Morgen
• i er ihn leer, und klagte seinem Gesinde, dafs
M Martin alle Kinder genommen habe, dem er nun keinen Becher
mehr v henken volle. Er heulte , und alle seine Kinder mit ihm. Sein
M . : lall ihn selber ein Kind, dafs ei den Heiligen Marlin ge-
ii /n haben «rannte. So halte ei Schaden und Schande, beklagte
l h mehr j<-nen , all dil
Drum --,11 m.ni k« imin Diebe Hauen, der sich keinen Tag fristen
konn inen Dieb g&be und der den Leichtgläubigen
an neiaten r>
L.
Sente Merfines naht.
Hie ist. wie an Sente Merlines nahl
Bin gebüre 96 vaste trank über mäht:
JE3 was ein richer bu man .
der sere schallen began
An Sent Mertines naht.
er trank vil vaste üb r mahl.
> Als tet da.3 gesinde sin.
er hete harte guoten win.
Do si des so vil getrunken.
da3 in die zungen hunken.
Do kwamen karge diebc dar.
10 die wurden des vil wol gewat
An den Worten, diu si taten.
dag sj niht sinne haten.
Do wurden si des ze rate,
dnt3 si biicbeo vil dr&te
1) Rio loch in ttnen rinder stal.
doch «■nls.^on si des Wirtes sch.il.
I),i3 ir M-tsiichcr dar 65s beleip
und itnefl gesellen drin Lreip:
Od nn. is ein kuener ander in.
90 der \il vrcvelliclicn sin
Zoo diebei irepte traok
iiud w;is mich kundik genuok .
Der iloul m fangest dar in.
dö beten im den gewin
458 L. Jflarttnefe|t.
25 Zwen' hofwart(e) nach genomcn,
die begunden zorniklichen komen
Und bullen vaste^ in den stal.
do vernam der wirt disen schal,
Und gie mit einem liehte dar,
30 und wart des diebes gewar.
Do des der diep wart innen,
da3 er niht moht' entrinnen,
Do gewan er grÖ3e ungehabe,
unt zukte sin gewant abe,
35 Da3 in der wirt nakket vant,
unt tet [im] mit slner zeswen hant
über den wirt und [ü^ber] siniu kint
und über iesliche3 rint
Da3 kriuze me dan[ne] zweinzik stunt.
40 dar zuo ruort' er den munt,
Reht als er sprseche einen segen,
dfs begunde er vli3iklich(e) pflegen.
." > der wirt da3 gesach,
do stuont er, da3 er niht ensprach,
45 Und nam ot siner geberde war.
do winkt* im der diep dar.
Der wirt gie dar näher ba3,
do sprach der diep: »sihestu da3,
Wie ich din guot gesegent hän?
•SO ich wil dich niht Verliesen län :
Ich bin Sant(e) Merlin,
und wil dir gelten dinen win,
Den du getrunken hast durch mich;
din trinken ist so grÖ3lich;
55 Da3 du durch minen willen tuost,
da3 du sin vil wol genie3en muosl:
Hie wären diebe her komen,
die wolden dir gern[e] hän genomen
Din rinder und din ander guot;
00 durch da3 hän ich mich her gemuot,
Da3 ich din guot unde dich
behueten wil; da3 Iä3 an mich,
L. Jttartinsfeft. 459
Des wil ich vli3iklich(e) pflegen,
ich hän getan minen segen
65 über dich und alles da3 du hast,
swä du nü din guot ligen last ,
Da3 dir nie man niht verstelen kan.
nü lesche da3 lieht, lieber man,
Und gang an dinen gemach hin.
70 dannen ich her komen bin,
Dar wil ouch ich hin wider varn,
und wil dich immer(me) bewarn. «
Do weintfe] der wirt vor liebe,
und geloubte dem diebe,
75 Da3 er Sant Mertin waere:
»wol mich armen sündaere!«
Gedähte er in dem muote sin
»da3 mich Sant(e) Mertin
Hie heim(e) hat gesuochet.
80 und der gnaden ruochet,
Da3 er mich unde min guot,
mit sinem segen hat behuot. «
Er neik vil williklichen dar
unt verlaschte da3 lieht gar,
85 Und wolte vil gewis sin,
e3 waere Sant(c) Mertin;
Da3 kwara von slner trunkenheil;
des was der diep vil gemeit.
El gie \ii-licli bin wider in:
90 »wol mich, da3 icl. Itk bin
><p sprach er kuo den stnen
»ich li.iii Sani licrtinen
Mit nlneo ougen hie gesehen«
mir mag im nimmer misseschehen
i.i h,it mir des gesagel daofc
'li;, i» li i«; 80 volliklich c Irasfc
Durch lieb«
ei jiiii, d.13 ich die diebe
üevttrhte oimmei mta
HH) ci li'il mit h ,ilsü mm
460 L. iWartinsfeft.
Gcsegent undc min guot.
da3 mir deheiner niht entuot.
Die mir nü triuwen schuldik sin^
die trinken hin(te) minen win
105 Durch Sant Mertines ere.
ich wil nü nimmer mere
An sinem lobe gehinken.
wölten min|e] huener trinken,
Den wolde ich schenken.« sprach er.
10 »schenke vrölichen her,«
Sprach er ze sinem kneble
»ich hän bevunden rehte,
Swer die Heiligen eret,
da3 ist vil wol bekeret.
15 Wir suln trinken minen win
so sere, da3 Sant Mertin
Immer mer ein herre si.
und suln trinken da bi ,
Da3 er uns sin immer dank sage;
20 sit ich im so wol behage,
Da3 er mich vor schaden wil bewarn,
nu enwil ich nimmer niht gesparn,
Swa3 *cn gewinne hinnen hin,
da3 wil ich trinken durch in;
25 Des hän ich rehte schulde.
wie möhte mich sin hulde
Immer sanfter anc komen!
sit ich von im hän vernomen
Da3 er trinken(ne)s gerl,
30 des wirt er von mir wol gewerl. «
Er sprach wider sin wip:
»nü gank, so dir din lip,
Unt trag ein[en] alten kaes(e) her.
den sul wir e33en,« sprach er
35 »Da ist da3 trinken guot nach.«
dö wart dem wibe vil gäch,
Und bräht' im, swa3 er vor sprach.
(s)wa3 [döj da trinken(nc)s geschach .
L. ittitrtinsfeft. 'Dil
Des wart (nüj ein vil michel teil;
140 si trunken umb(e, diu zwei heil .
Sin [sinne] und sines wibes.
xder sele und des libes.
Und der andern [alle] gemeine :
diu wurden des uahtes kleine.
i5 [Er sprach:] »trinket vaste, liehen kittt :
e3 ist reht alle3 ein wint,
Swa3 hie trinkens ist geschehen .
man sol noch solhe trünke sehen,
Die wol mit eren mugen sin.
50 wol dir, herre Sente Mertin.
Wer mühte dir geliehen!
si mue3en dir alle entwichen.
Die da ze himel riche sint.
hebet üf den beclier, liebiu kint,
55 Und schenket in des kalten.
Sant Mertin muo3 es walten,
Da3 wir hint' gelrinken so,
da3 unser sele werden vrö.
Trinket varsje über mahl!
60 welch Heilige hat ouch eine nahl
So guot, so Sant(e) Mertin!
mÖhte wir allen minen win
Noch hlnt' allen gelrinken 113.
ichn' wanl' e3 nihl mit einer grü$jQ
Soi trank er und die sin.
dem guoten Saut .Merline
Ze liebe unl m minnen,
un/ ii 1 warnen von »im sinneu
l Dt keiner wiz/.cn plli-n,
70 und enwesteo "■> s< lägen.
Dar .in geachach dem dieb<
de* nahleg barle lieh« .
Dei treip 113 trinera stalle
sin starken (ibyei) all«-
7 > l ml dal /in» in. ii, < . umIc Km».
i>m dei wii 1 des moi -'<'ii \ ruu
462 L. Jttarttn*f*(i
Erstuont von siner trunkenheit,
und hin ze sinem stalle schreit,
Do was er rinder laere.
180 dö sagt' er boesiu maere.
Und sprach zuo dem gesinde stn:
»ich waen', uns Sant(e) Mertin
Diu rinder elliu hat genomen;
ichn' weis niht, war si sint komen. «
85 Don enwart der morgen, dunket mich,
dem äbende ninder gelich;
Dem er des äbendes het wol
geschenket zweinzik becher vol,
Dem schankt' er nü niht einen;
90 er begunde vaste weinen.
Also täten alliu siniu kint.
do sprach sin wip, er waer' ein rint
An allen [den] wizzen sinen ,
da3 er Sant Mertinen
95 Mit sinen ougen wände sehen.
sust was im schade und schände geschehen;
Doch klagt' er michel vaster. •
den schaden, dan[ne] da3 laster.
Da mane ich mine vriunde bt:
200 swie guot des diebes rede st
Und sin geberde dar zuo,
da3 man im doch sin reht tuo
Und (in) vür einen dieb hab(e);
er muÖ3 die liute leiten ab(e)
5 Mit sinen worten, swä er mak:
ern' werte niht einen tak,
Jaehe er selbe, er waer' ein diep;
des ist im not unde liep,
Swä mit er sich gevristen kan.
10 man sol in vür ein[en] getriuwen man
Durch siniu wort niht (en)hän,
ern' lä3e diu werk der nach gän.
Em* triuget niemen so vil,
so den, der im gelouben wil.
LI.
Der Wuiuv ÜUerfaljrt.
Von
dem Freudenleeren.
Vormals war die Welt fröhlich , die jetzo nur auf Gut gestellt ist,
und Frau Ehren verschmähet. Doch lebt noch mancher, der sie lieber
hat. Burggraf Uerman von üewiu ijetzo Teben, unterhalb Wiem,
ein wahrhafter Mann ohne Tadel, dessen Seele Gott gnade, erzählte mir
dieses wunderliche Märe. Der Freudenleere hat es gedichtet, wie
er es zu Wien von guten Leuten hörte.
In dieser guten Stadt, in Oesterreich, lebt man wonniglich, und
hat alles in Hülle und Fülle. Dort ist eine Art Bad, in- welchem ein
Fremder bald des Silbers und der Kleider völlig blofs gemacht wird.
Dieses Bad gefällt mir nicht: sonst ist Wien zu loben, belebt von Bos-
sen und allerlei Kurzweile! Sagen, Singen, Saitenspiel und anderen
Künsten; für Geld giehts da viel Köstliches, den Haufen (Donau-
lisch, und süfsen Ungar- Wein, und manch schönes Fräulein fröhlich
und reich.
Hier nun safsen einst reiche Bürger, fremde und bekannte, beim
Weine, und afsen dazu Speisen mit Safran und anderen Würzen, die
den starken Wein versüfsen. Sie safsen auf einer Laube (bedeckten
Söller, , die mit Gras bestreuet war, und leerten, bei mancherlei Kurz-
weile, die tiefen Becher und Gläser so gründlich, dafs ihnen die Füfse
kugelrund wurden, und mancher seinen Nachbar nicht mehr erkannte.
So ging's bis zum Abend, und als Licht angezündet wurde, hub das
Trinken von Neuem an. Der WTein war gut; der Kellerschreiber musle,
zur Freude des Wirthcs, immer mehr bringen. Alle wurden reich; der
Dürftige verhiefs dem Freunde Silber und Gewand. Dieser bereute seine
Sünden; jener berechnete von Adams Bippe her seine Sippschaft mit
einem andern, so nahe als Ackers (St. Jean d'Acre) an Prag. Kiner
sprach von Seereise, ein andrer von der Wallfahrt nach St. Jakob (in
Pftf ttttflh , der dritte von dor l'reufscnfahrl [ftgetl die heidnischen
l'reulsen . Alk lärmten, immerfort trinkend, durcheinander; mancher
taumelte, und sprang auf die Hanke, mancher sank daneben.
Da verkündigte eil reicher Bürget einen guten Buh, und Alle riefen
nai h Wem, um zu hören. Jener forderte nun Alle auf, zum schuldigen
Gottesdienst über Meer zu fahren, sein Nackter stimmte bei, dann ein
dritter, und bald wollten Alle lieh so den kräftigsten Abiais holen, und
auf der Stelle gen Ackers steuern Sie ruckten /usatnnien , und schaff
len viel Speise, und /nmal J rank in ihr Schiff. Der Kcllcrschreiher
brat hie des-, n die lulle. Der Wjrtli selber war einer der eifrigsten
l'ilger, und bei holen, andere gaben Muskat , Ingwer, Galgan,
kubeben, Vlkcn : vorauf der Wem iheils wann, (heil«; kalt, desto
befser mundete >ie lUBgM und sagten Alle durch einander, so lic
gabaa sie sJek na Schiffe, Heften «las Segel aufrichten, und elf n
ober Mitternacht kam, wähnten sie lieh schon iul dem .Meere, und
.. 4. Hmt,m 0...«.(.Ltai««(r II ',il
sungen ihren Leisen Kyrieleis): .,in Goltes Namen fahren wir." Einer
empfahl scheidend seinem Freunde Weib und Kind. Alle baten um
gulenWind, und liefsen immerfort Wein bringen: einer lag und schlief,
der andre lobte laut, der dritte strauchelte und fiel; der vierte meinte,
das Schiff schwanke so, und Alle stimmten endlich ein, dafs ein Sturm-
wind sie treibe. Mancher ward seekrank; andere wehklagten um Weib
und Kind, Seele und Gut, und gelobten, ihre Sünden zu büfsen. Sie
sahen, von der Laube bedeckt, kein Gestirn, und gegen Morgen, als
sie erst halbweges gen Brandeis Brundifium) waren, ward der
Sturm immer heftiger. Die Laube schwamm von Wein, und den Un-
tergang fürchtend, riefen sie zu Gott um Hülfe. Ha sah einer einen
reichen Bürger neben der Bank liegen, verkündigte darin Gottes Hülle,
und hiefs den Todten, dessen Bosheit Schuld an dem Sturme sei, ins
Meer werfen, um es zu besänftigen. Alle stimmten ein, stunden müh-
sam auf, hüben den Betrunkenen zum Fenster, und stürzten ihn,
trotz seiner Lebcnsbetheurung , als einen Todten in die Strafse, auf
Stock und Stein, dafs er Arme und Beine brach. Dann setzten sie
sich fröhlich wieder hin, tranken fürder, freuten sich, dafs sie gen
Ackers gefahren, und sangen Loblieder, so dafs sie das Zetergeschrei
des Hinabgeworfenen nicht hörte?). Endlich lagen Alle sinnlos da, der Wirth
sammt den Gästen, und auch der Kellerschreiber, mit der Zeche im Kopfe
Am Morgen kamen die Nachbarn, und riefen die Trunkenbolde
auf: die Sonne stehe schon baumeshoch. Da erzählten diese von ihrer
stürmischen Meerfahrt und Bettung durch den Auswurf. Die Nüchternen
lachten, sprangen aber dem Ausgeworfenen zu Hülfe, und sehallen
die Meerlahrer, die, noch immer trunken, in ihrem Wahne beharrlen
Darüber kamen die Freunde des Beschädigten herbei, und schon erhub
sich Gedränge und Schwerlerklang zur Bache desselben: die Besonnenen
jedoch bewirkten durch Bitten und Vorstellungen eine Sühne, und män-
niglich führte seinen trunkenen Freund zu Bette. Es währte wohl bis
zum dritten läge, ehe sie völlig den Bausch ausgeschlafen halten, und
des Schadens innc wurden; St. Getrudens Minne (Anrufung um gute
Herberge) ward ihnen Leid. Der schwerverletzte verklagte sie Alle: da
hub sich Kriemhildens Nolh; schamrolh sahen sie, was sie ange-
richtet hatten ; und kaum konnten die Vermittler es dahin bringen, dafs
zweihundert Pfund Silbers zur Bufse für des Mannes Schaden angenom-
men wurden. Daliir hätten sie die Meerfahrt mit Ehren machen können.
So ward ihnen der süfse Wein sauer, der, mäfsig getrunken, Weib und
Mann erfreuet, aber im Unmaafse an Seele, Leib und Gul schadet, und
an allen Hauplsünden I heil hat,
Jedoch mag einer, der Gut lieber hat als Ehre, zuweilen Wohl über
den Durst Irinken, damit er doch eine kleine Müdigkeit begehe. Wer
immer nur auf Gut gestellt , und allen Bitten taub ist, er sei nüchtern
oder satt, der ist voll Bosheit, und Golt slofsc ihn vom Glüeksrade.
So endet der Wiener Meerfahrl: ich küfse gern einen rolhen Mund
LI.
Der Wiener mervart.
Diz buechel ist [von! seltsamer art ,
und hei5Pt der Wiener mervart
Diu werlt stuond ctswenne so,
<la,3 die liute waren vro
In tugentlichem muote
unde kerten ze guote
5 AIlc.3 da,3 sie künden;
swes sie dö begunden,
I).i3 was gerne tugentlich :
nü hat diu werlt verkeret sich
Alle3 hin nach guote;
10 in wunncnkllchem muote
Vindet man ir kleine,
die riehen alle gemeine
Habent ie zuo lieber guot,
denn« wunnehkllchen muot;
15 \ rölichcr muot ist tiuw
d«i3 guot ist so gebiuwer,
Da£ sin all i u diu werk gcrl.
hie vor dö was vrouw' EfC w < • i (
Nu ist d.15 guot wenler gar,
20 dennc vrouw' Erc, da£ 'st U,H
Den beesen ürtwewenden.
man vindet mengen enden
N li ld tilgend riehen man,
468 LI. jDIfr Wiener Jttcerfal)rt.
der Ere ba3 getriulen kan,
25 Dan ein schemeliche3 guot :
da3 ist hovellcher muot,
swer die vuoge gerne tuot.
Mir hat ein wärhafter munt
ein(e) rede gemachet kunt,
30 Diu mag wol hei3en wunderlich;
also hat verrihtet mich
Von Dewin burgräve Herman.
der nie schänden mal gewan
An schentlicher missetät.
35 oa3 im der sele werde rät,
Des sol man im von schulden bitcn;
er was ein man von guoten siten ,
Gezogen und getriuwe gar
was der herre, da3 ist war,
40 Gegen vremden und[e] gegen vründen;
des mach' in Got von Sünden
Dort an der sele vrl
durch siner höhsten namen dri!
Der saget' mir diz maere:
45 da3 hat der Vröudenlaere
Gemachet, als e3 dort geschach,
als man im ze Wienen jach,
Von guoter liute worte,
dö er da3 maere hörte;
50 Da3 lit in Osterriche,
man lebt da wunnenkliche;
Swer silber unde golt hat,
der vindet manger hande rät.
In derselben guoten stat
55 man vindet einer hande bat,
Da3 hän ich dikke wol gehört,
da man unz an den le[t]stcn ort
Einen unbekanten man
schiere blÖ3 gemachen kan,
60 Des Silbers und der kleider
pfendet man in beider.
LI. Per Weiter Jtfeerfaljrt. 469
Swer dem bade volgen wil,
der wirt gesezzet an da3 zil,
er habe wenik oder vil.
65 Da3 bat gevellet mir niht wol,
die stat ich anders loben sol :
Wiene da3 ist lobes wert,
da vindet man ros unde pfert,
GrÖ3er kurze wlle vil ,
70 sagen, singen, Seiten spil,
Des vindet man ze Wiene(n) gnuok,
hübscheit und(e) ungevuok,
Swem diu wirt ze teile,
die vindet man da veile.
75 Swelchje] man hat den pfennink,
der vindet manger hande dink,
Den hüsen und den sue3en wln,
und manck schoene3 vröuwelin
Vil wunnenkliches muotes
80 und riche des guotes ,
Die mag man da ze Wien(en) sehen.
in der stat ist geschehen
Diz seltsaene maere.
die riehen burgaere
85 Sä3en ze einen stunden,
die vremden mit den künden,
Ze einem wlne, der was guot,
der dikke trüregen muot
Ze vröudcn kan gewenken gar,
!K) und lie3en vaste holen dar
in hovellcher wlse
ir wol gemachten spise
Mit wiir/cn und mit safran ,
der ieUUdfeg wol gemachen kan
95 Dem starken wine soeben smak
sie trunken vaste durch den tak,
BDI ir trüren gar gelak.
Uf einer louben du geschaeh
diz vrollchc hns gemach.
470 LI. Jbet Wimtt Jftmfaljrt.
100 Da die herren sä3en,
[beide], trunken und(e) ä3en,
Und[e] heten kurze wile [vil] gnuok.
die spise man vür sie truok;
Da was geströuwet gruene3 gras,
5 beide, becher unde glas
Wart da seiden Isere;
sie trunken äne swaere,
Unz in da3 bat erwarmete;
ir keinen da3 erbarmete,
10 Sic trunken alle zuo der stuni
da3 tiefe glas an den grünt
Durch des wlnes sue3e;
des wurden in die vue3e
Als die kugeln sinewel;
15 e3 ist war und niht ein spei;
Der win was guot und niht süi\
etlicher sinen nach gebür
Zejungest niht erkante.
darnach man lieht enbrante,
20 Diz geschach vil dräte,
dö der abend nähte,
Do huob sich trinken aber, als c,
sie hie3en vaste holen me:
da3 tet dem wirte nirgcn we.
25 Sie wurden alle riche:
der vil kumberliche
Des morgens nüchtern muoste leben,
der wolde da ze wette geben;
Der gelobte mit der hant,
30 beide, silber unde gewant
Ze gebene sinem vründe ;
der klagete sine sünde;
Der reite (da) die sippe:
» von Adämes rippe
35 Si wir gar mäge,
als Akers unde Präge.«
Sprach einer zuo dem andern dö,
LI. jGUr Wiener Jttcerfnljrt. 471
und wurden Ü3 der ma3en vrö;
Sie sagten ir maere.
140 der stolze schribaere
Holte vaste kuclen win.
der wolde mit den besten sin:
Sie trunken vaste, äne wer.
einer sagete von dein mer
\o Unt von Sant Jäkobes wege,
unt trunken vaste (da) ze pflege,
Der von der Priu3en vart :
mit hellender stimme wart
Vil swinde da getrunken,
50 da3 die starken sunken
Nider bi die benke;
der wart so gelenke,
1)33 er tümelt' unde sprank
von der tävel üf die bank,
55 da3 er sider vaste hank,
Do diz alle3 geschach,
ein richer burger sider sprach
"\VoI(de)t ir mir volgen nü .
ich wolde raten wol darzuo,
60 Wa3 da5 beste mühte sin.«
sie riefen alle: »bringe win,
So Iuse wir dem maere.«
'!<> sprach der burgaere :
»Ich sag' iu, wa3 m'cn dunket güol;
05 weit ir an (Got) den muot
Vieh minem rate keren,
wir loHea anserm herren
Dienen lobellche ,
wir sin des gflotea riebe
70 Unt vermugen'5 harte wol,
Gol uns darombe danken toi,
I inl nullen ub<r iiht varn ;
dl enwil ich nimmer Nor gespart!
Wedel lip, noch d.«3 guot." —
75 »m \\ bau onefa den selben muot.o
472 LI. JJet Wen« Jtteerfnljrt.
^^
Sprach sin näkebür da bi.
darnach schiere wart ir dri,
Die sprächen alle gemeine:
»der antlä3 ist reine,
180 Den man über mer holt.«
[und] unlange wart diz sint vcrdolt,
Sie riefen (da) mit schalle,
die kumpän' almetalle:
»Wir wellen endelichen dar
85 mit einer kreftiklichen schar
Varen durch Gotes gucte.«
des wlnes übervluete
Half vil sere zuo der vart,
da3 in des ze muote wart,
90 Da3 sie der grÖ3en arbeit
gerne wolden stn gereit.
sust wart diu mer vart üf geleit.
Diz wart gelobet under in,
sie wolden mit ein ander hin
95 Gegen Akers varen, als man pflit,
kaem' e3 immer an die zit,
Da3 man ze rehte varen sol ;
da3 geviel in allen wol.
Do rukten sie ze samne ba3,
200 sunder allen boesen ha3,
Unde vi[e]l dar under;
sie sageten alle wunder,
Wa3 sie wolden vueren;
der win begunde "rueren
5 Ir houbet dö mit siner kraft;
splse wart da vil geschaft
Und[e] guotes trankes in den kiel;
mit worten, als ich warnen wil,
Mit den werken kleine.
10 da3 wi33et algemeine,
Sie wären vil verme33en;
da enwart niht vergC33cn,
Swa3 man haben solde,
LI. J)ex Wiener Hflrctfatyrt. 473
von silber unt von golde,
215 Des heten sie ze Wien(en) gnuok.
der schriber vaste win dar truok,
Und[e] sprach gegen in allen:
»lä3l iu die rede gevallen,
Wir haben unser zeche nü.«
20 er gap vil grÖ3e trünke zuo.
Der wirt was ouch der besten ein,
der des nahtes da erschein
An der pilgerime schar;
der lie3 zejungest holen dar
25 Vil laktwärje dräte;
der gab die muschäte,
Der ingeber, der galgan;
da bi gab ein hübscher man
Kubeben; dirre neilikin.
30 darnach trunken sie den win,
Den gewermet, disen kalt,
da3 die jungen wurden alt
l'nd die alden sere junk.
sust begegent in manik trunk ,
35 [Inder] einander üfder loubcn da,
zuo der vart wart in gä:
da3 mer was noch vil unna.
Do huob sich singen unde sagen,
d.13 diu loube mohte wagen
40 Von dem gr63en schalle,
die kump;in' almetalle
Heten fsich) geneiget, *
drJ3 in wart erzeig: t
Des sue3cn wlnes guete;
45 sie heten ir gemuete
Alle zuo dem mer gekart ;
trinken wart d;i nihl gespart;
Sie Uten ir str.'iv;
von vsincs iiber mififi
50 Heten sie den sin verlorn;
heten ille ffol gesworn
474 Lh "Bit Wiener JHcrrfatjrt.
Sie waeren halben weg gevarn;
do hie,3en sie den kil bewarn,
Da3 in da3 wa33er schatte niht;
'255 sust wart der segel üf geriht
Und ir dink wol begat :
sie wären verre von der slat.
Da Got menschlichen gienk; l
des wines kraft sie bevienk;
60 Da3 sie wurden töreht gar,
als diu kint, da3 ist war.
Mit sulhen vröuden sä3en sie .
und retten dort unde hie,
unz diu zit hin gie,
05 Alle3 von dem Gotes wege ;
sie trunken vasle (da) ze pflege
Den starken win über mäht;
dö kom e3 über die mitter naht,
Do wurden sie durch schellik
70 unde so gar gesellik,
Von des wines sue3ikeit
wurden sie so gar gemeit
Und des muotes also vrö,
da3 sie wänten alle dö,
75 Sic wahren ie zuo an dem mer;
sie lie3en allen herzen ser
Und sungen vil schöne
in einem lülen döne
Uf der louben offenbar
80 irn leisen, da3 ist war:
»In Gotes namen vare wir!«
der sprach: »vriunt, ich la3e dir,
Beide, kint unde wlp
üf sele unde üf Itp,
85 Da3 du der mit triuwen pflegest,
und dich nimmer des bewegest,
Als ein vriunt ze rehte sol.
• Vgl. Walthers von der Vogelweidc Kreuzlied. Minnesinger fh. I, S. 279.
LI. jDcr Wtewex ilTccrfoljrt. 475
da3 geviel in allen wol .
»an sie wären wiues vol.
290 Sust vuoren sie mit vrouden hin.
äne wislichen sin,
Sie wären tumb, als diu kint .
sie bäten umbe guoten winl .
Da3 in den Got gesenle;
95 da3 ein bruoder kente
Den andern, des enwaen' ich niht;
do sie vuoren in der schihl
Und an der wunnenklichen stat.
der gebot, dirre bat,
300 Da3 der schriber brachte win;
mich dunket an den sinnen min.
Sie heten guotes windes genuok;
so man den win vür sie truok ,
Durch trunkenheit und darch guf'l.
5 so sluog in diu vi! sue3e luft
Allen undcr diu ougen ;
ich rede e3 äne lougen,
Sie trunken harte swindc.
des wines ingesinde,
10 Da3 einer lag unde slief,
der ander schallet' unde riet,
Der dritte strouch unde viel.
der \icrde sprach: »e3 ist der kiel
l)<;r sust \v;mkende gel.« —
15 Dein stürm weter uns btsU
Sprach der rflnfte sä zc haut;
dem Sehsten idfga was brkant.
Der gesegenf sich \il swindr
M»r dem grögon winde;
20 Da wanlen sie iftrr m.-crc.
(I,i5 ('3 daj nur wa;re:
l><» was ej der ^ i 1 sm-y. \n in
der tet sine guete schln.
Sust wurden sn tr\;iTel;
j> Nun wtne gar bat w vre)
d76 LI. 3tt Weiter itteerfaljtt.
Was ir houbet, da3 ist war,
sie wären alle trunken gar,
Da3 was ir hoehster ungemach.
der eine jaemerlichen sprach:
330 »Mir tuot da3 houbet sere wc;
swa3 Got welle, da3 erge,
Uns wil ein stürm weter kumen,
da3 wirt uns allen klein(e) vrumen. «
Do huob sich michel trüren
33 von den näkebüren,
Der eine klagt(e) den lip ,
der diu kint, der da3 wip,
Der die sele, der da3 guot.
alsust lag ir übermuot,
40 als er noch vil dikke tuot.
Der win begunde vaster toben,
sich huob ein swern und geloben
Mit henden und mit vue3en;
sie wolden gerne bue3en
45 Swa3 sie heten getan,
und[e] wolden des ze buo3e stan.
Der eine ze ietslichem sprach:
»da3 diu vart ie geschach,
Da3 mue3e Got(e) sin geklaget!
50 der wint den kiel ze sere jaget
Und des wa33ers ünde;
mich riuwe(n)t min sünde. «
In tobte da3 gehirne',
sie künden da3 gestirne
55 Vor der louben niht gesehen,
des wil ich iu verwäre jehen,
Do gieng e3 an den morgen;
sie vuoren (da) mit sorgen,
Und wären dannoch, Gotewei3,
60 (niht) halben wck gegen Brand C13,
Do nam der win überhant,
sie ruortcn dannoch niht da3 lant,
Und[e] riefen doch vil sere:
LI. jDer Wicntx Jtteerfaljrt. 477
»hilfä, lieber herre,
365 Diuer armen hantgetät!
du engebest lere unde rät,
So mue3e wir verderben gar.«
innes sach der eine dar,
Do lag ein richer burger dort,
70 der was von einer täveln ort
Bi die bank gevallen,
er sprach gegen in allen:
»Geverlen, nü gehabt iuch wol ,
menlich Got(e) danken sol,
75 Da3 er uns geholfen hat;
sin sol werden vil guot rät ,
Dirre grÖ3en wa33ernöt:
ein pilgerim der lit hie tot,
Des ist gewesen disiu schult,
80 da3 da3 mer sin ungedult
An uns hat erzeiget hier.
ir heren, volget alle mir,
Nemet disen töten man,
der uns niht geholfen kan,
85 Den werfet drätc äne wer
Ü3 dem kiel(e) in da3 mer,
So lae3t e3 sin toben sin. « —
»nü walde sin unser trehlin! «
Sprachen sie gemeine
90 »da3 mer ist so reine,
Dag C3 keine bösheit
mak gellden, so man seit.«
und wurden alle gar gemeit.
Sie ituonden öl vil drate,
!)5 mit gemeinem rate,
Den vor größer trunkenheit
darinnen d«3 gen \sas gel eil,
Und ninen iren uAkebür,
«lern \s;irt der lue^e nnIu mI IUI .
WK) Und[e] truog« 11 in mit grimme
111 einer loten stimme
178 LI. Per Wtftwt Jttcerfaljtt.
Gegen einem venster, da3 was he!
der man begunde ruofen dö 1
»Lä3t mich mit gemache.
105 ir seht wo!, dtytj ich wache,
[Jnd[c] bin gesunt, sam iuwer ein.
sie sprachen alle: »triuwen, nein,
Ir sit veige (hie) gewesen,
ir möht(et) nimmer doch genesen,
10 l)a.3 ist uns allen wol bekant. w
und(e) truogen in zc hant,
Swa3 er gerief unde gebat,
vaste hin von siner stat
Unde würfen in hinvür,
15 Ö3 dem venster vür die lür
Mitten in die strafe ,
da3 was ein unma3e,
Uf stok und(e) uf stein,
da3 im der arm und da3 bein
20 Von dem vaile (da) zebrach ;
da3 was ein boese hüs gemach. —
Vor sus getaner mer vart
wil ich gerne sin bewart;
Tuot e3 aber der süre win,
25 so muo3 ich mit den andern sin.
Do giengen sie mit vröuden wider
unde sazten sich dar nider
Unt trunken ander weide,
sie lie3en herze leide,
30 Unde krigen aber vür ba'J.
diu loube was von wine na3,
Da3 mer schal' in kleine ;
sie sprachen alle, gemeine:
»Uns ist ein michel heil gesehen,
35 da3 wir den man haben gesehen ,
Der so veige ist gewesen;
wir mühten nimmer sin genesen,
Waer(e) der man hinnen hüben:
Got hat in selbe hin vertriben
LI. jDrr Wiener IHeerfaljrt. 479
UO Und 113 dem kiele gesant
mit siner gotlichen hant,
l'nd(e) hat uns alle erhört;
da3 \va53er gieng uns an den bort. «
und[e] sungen vaste lobes wort.
io Nu schrei der burger sere :
»zether immer mere!
Wag ist an mir gerochen?
min bein ist mir zebrochen
lud der arm ouch en zwei. «
><> in jämmerlicher stimme schrei
Der riche burgaere
von so grÖ3er swaere
lüde klagte sinen val,
d«3 e3 über al die ga35c schal
S5 Die her gesellen waren vro,
undfej sungen also lfite du.
D15 sie in niht enhorten,
\<>n sust getanen worten,
Diu der burger klagte.
»»<> bl der zit e$ tagetc,
Der eine zno dem andern sprach:
wol uns, da3 e3 ie geschach ,
D,i5 wir gegen Akcrs sin gevarn!
dot s(»l uns desterba3 bewarn
-not unde lip;
<',ot bchnetc un^er wip
und <liu Unt, nach uiu-em vrumen .
am d.13 wii im lande Itujnen. «
Sie enwesten niht dei sum
70 die tumbeO Wiena-ir,
D.13 sie /( Wime, 11 vs.'iren.
dl lie ?0n kindes jaren
Ml«- \s Iren erzogen;
-ler \siu bei e »ie betrogen.
7 > Dar nach wßri ej UehUr iak .
daj i( i" 9tt w/m lagen niak <
Sie muoslen linne färben .
480 LI. $er Wiener Jtteert"nl)rt.
sie wären, sam die garben,
Gestrüchet und gevallen.
480 der burger lie3 sin schallen,
Der des nahtes also rief,
und so rehte kleine slief.
Der was noch betoubet,
doch hete sin houbet
85 Des wines kraft gerümet;
er hete sich versümet,
Da3 er ze schiere entsiafen was,
davon er küme sint genas,
Dem tet der val harte we,
90 und was im verre wirs, dan [\v]e;
Da3 was sin bester antlä3,
da3 er was von bluote na3,
und des valles niht verga3.
Des morgens vruo körnen dar
95 ir näch[t] gebüren, da3 ist war,
Die den schal vernämen;
dö sie ze samen kwämen,
Die nuehtern sprachen alle dö:
»ir sit Ü3 der mä3en vrö
500 Gewesen alle dise naht
und habt lange gnuok gewaht
Und habt grÖ3en schal getriben.
ist des wines iht mere blibenV
Diu sunne stet wol boumes ho.«
5 die trunkenbolde sprachen dö:
»Ir sult uns des wol gunnen,
wir sin in grÖ3en wunnen
Hinaht gevarn über mer,
gewaldiklichen, äne wer;
10 Da hat uns Got geholfen zuo,
beide, spat unde vruo,
Kr gab uns sere guoten wint:
dar nach huob sich aber sint
Ein stürm weter harte grÖ3,
15 da3 uns da3 wilde mer VI63
LI. Der Wuntt ittmfüljrt. 481
(iewaltiklichen in den kiel;
da von huop sich sorgen vil ,
Wir wänten alle des verwar,
wir solden sin ertrunken gar,
520 Wan da3 uns doch ein heil geschach ,
da3 ein pilgerim ersach
Einen man, der was tot,
als e3 selbe Got gebot,
Den würfe wir vil dräte,
25 mit gemeinem rate,
l 5 dem kiele über den bort ,
als wir heten vor gehört
Und der marner uns gebot,
unt verwunden sulhe not.
30 Do der stürm wint gelak
unt vil manik doner slak. «
Die nuohtern lachten vaste;
der wirt lag bi dem gaste,
Und waren sere trunken;
35 der schriber was gesunken
Bl der bank hin ze tal,
der weste klein(e) von der zal.
Wer da3 meiste teil galtj
noch was der win unbezalt.
40 Do rief der bürgere
iiinl[ej klagte sine swa;re,
Der in da 3 rner geschossen wart.
do wart tili rnicliel zun \;nt
/no den seihen stunden.
Hl <!<> BIC den m;m runden,
Der was gefallen , hoch cnpor
ron dem renaler, in dag hör,
Dt3 rn.in sin niht erkanlc.
un/. <m sich seihe oante;
>0 l)'i w;is ci der hcslcn cm
iprlcheo alle ^ ti iuwen . nein .
Der ^i"»t ist im ruht guot gewesen
dei ui.in soi küme genesen
4 H-r || ,( I
48*2 LI. Per Wiener Jfleerfat)rt.
diz I03 buoch ist unreht gelesen.«
555 Do die vriunde da gesan .
da3 der schade was getan
An dem manne riche.
sie liefen zornikliche
Mit ein ander alle hin.
60 übellich was ir begin,
Sie wolden jene erslän.
die da3 het(t)en getan.
Sie sprächen zorniklichen gar:
»ir habt nnsern vriunt vcr war
65 Verderbet vrevelliche,
der was nehten riche,
Dem ist der lip zebrochen;
e3 wirt an iu gerochen,
Da3 ir die grÖ3en kündikeit
70 an disen man habt geleit.«
Die herren sprachen säzehant:
»diu maere sint uns unbekant.
Wir haben rehte gevarn,
Got sol uns dester ba3 bewarn,
75 An des dienste vare wir (i)e;
beswaert ir uns an ihte hie,
Des welle wir uns mit rehte wem;
sulle wir guot also verzern,
Da3 ir uns missebieten wolt?
80 ja habe wir silber unde golt
Uf dem Gotes wege verzert;
dan da3 uns der hat ernert.
Wir waeren alle blibcn tot;
wir kwämen in so grÖ3e not,
85 Da3 wir küme sin genesen;
weit ir uns darümbe vint wesen,
Da3 ist uns leit, da3 wi33e Got;
e3 was des marners gebot.
Und niht gar ein kindes spot;
90 [des lobte(n) wir alle GotJ.«
Nu huop sich aber ein grÖ3er ha^
von den vriunden umbe da3
LI. T)tt Wiener itteerfabrt. -183
Und ein zuo dringen
und ein swert klingen
o9ö Und ein boeser stürm wint:
wan da3 die besten alle sinl
Vaste dar zuo traten,
vlehlen unde bäten.
Unz sis brähten ze tage.
600 alle3 nach ir beider klage.
Des mannes schade was in leit,
und waren vrö der trunkenheit,
Diu den herren was geschehen;
sie heten alle wol gesehen,
5 Da,5 diz von grÖ3en trunken kwam.
menlich sinen vriunt dö nam
Uod[e] vuorten sie ze bette.
da3 ich die muo3e hette.
Ich sagete hie von Wunders gnuok.
10 den burger man ze hüse truok,
Der so höh' gevallen was.
da5 er küme genav
EM sie da gelägen
unde der raowe pflägen
15 Wol bi3 an den dritten tak,
da3 der stürm wint gelak
Unde dea »oegeii wines kraft.
danile sie wären behalt,
DA sluondeo sie mit sorgen
20 ut gegen d<m iDorgen;
Urea! irarl in do bekam .
<\;\-, SIC \% ; i r < • ! i gepfanl
Von Lninkenbeil . der sinne
ü I (, <• r (i r ii de D ■ i n ii t
■2 > \\ ;ii I in siilcr hat t€ mii
<ici kmrgei . ii nan gebfti .
hei \v.i> der reise nibl /<• n
dei beklaget' lie all»- do :
I >■ tiiio|) SICD K n m Ii i I (1 C ii ii " i
;in sie \s urden schemellchen i <>\ .
484 LI. Per Wiener ifcleerfal)rt.
1)6 sie die wärheit gesän,
da3 sie hel(t)en getan
Den schaden an dem guoten man ;
da gewunnen sie niht an.
635 Die burger sprächen alle nu
da3 beste vaste darzuo,
Da3 C3 küm(e) darzuo kwam,
da3 man be33erunge nam,
Da3 sie gseben zuo der stunt
40 dem selben manjne] zwei hundert pliint
Vür den grÖ3en schaden sin.
sust wart in sür der sue3e win ,
Do sie da3 silber wuogen dar.
da mite waeren sie verwär
45 Mit eren über mer gevarn.
swer den win niht kan gesparn.
Und wil in trinken über reht,
da wirt der man des wines kneht ,
Und niht des wines herre.
50 swer trinken wil ze sere,
e3 krenket im sin ere.
Nu hoeret, wa3 der win luot:
er vröuwet trürigen muot,
Beide, vrouwen unde man,
55 swer in ze rehte trinken kan ;
Und schadet doch den eren,
swer den sin wil keren
Uf den gro3en über trank,
davon wirt der lip krank,
60 Und[e] schadet ouch dem guole.
nü merk[e]t in iuwerm muote.
Wa5 der win geschaden mak:
der win ist der sele slak;
Swer in trinket über da3 zil
65 unt kein ma3e haben wil,
Daz ist der sele unheil;
an allen houpt Sünden teil
Hat diu leide trunkenheit;
LI. jDcr Wiener Jttmfatyrt. 485
davon wirt der lip gemeit,
670 Dem er vliu3et durch den munt,
da3 machet mangen ungesunt
Die sele, guot unde lip.
des huetet, man unde wip,
Da3 ir von sulher trunkenheit
75 iht kumet ze langer arbeit.
Man vindet ouch vil mangen man,
der die beste(n) mä3e kan
An grÖ3em über tränke;
da3 ist Got wol ze danke
80 Und der werlde ouch damit,
swer trinken wil nach rehtem sit'.
Swer aber si des des muotes,
da3 er des kranken guotes
Mer schönet, dan der eren,
So den wil ich trinken leren:
Der mag underwilen wol
sin houbet guotes wines vol
Durch kurze wile trinken;
so muo3 sin karkeit sinken.
(.K) Da3.er durch grÖ3e trunkenheit
eine kleine miltikeit
Underwilen doch beget.
«•wem der muot aber stet
Anders niht, dan uf guot.
98 der h;"it zaghaften muol.
Ei il nuohtern oder sat,
^\n;i-, man den büMen ie gebat.
'1,13 hilfrt nilit * - i 1 1 miu/eii bl.it
Got werfe in M'fi gelü&kes rat,
~(H) der lieh boeheit undersat,
^\ser worden i^t ;m eren mal.
Dl/ Ilieir |f| u- ,j|i dine sl.ll
I);i3 ist di u m <■ r \ a rl genanl ;
den Danen la^t iu ito bekant.
i Daj m Mi ifl n [ an dii rc itunl
ieb kofte gei dc ein en röten munl
Anhang«
Aus
an e n (0 n t n k c l *
eltbud)?.
$,d)Ulc6 unfc pnfcnmta.
Schon neun Jahre und einen Tag lagen die Griechen vor Troja.
wo Schach- und Brettspiel und Würfel erfunden wurden von einem
Griechen; der Streit währte fort, und der furchtbare Hektor erschlug
viele Griechen, so dafs sie missmulhig waren. Da befragte ihr König
den Weifsager am Brunnen , wie Troja endlich zu gewinnen wäre,
und dieser verkündigt, es könne nur durch den jungen Achilles ge-
schehen, der in Frauenkleidern bei Jungfrauen verborgen sei. Sogleich
ging der Koni;.' zu Käthe, wie Achilles zu finden wäre.
Achilles. des Peleas und der Tetis Sohn, wurde von ihrem
Wildschützen Schiro, der halb Koss halb Mann war, erzogen, und
dieser lehrte ihn Springen. Bingen, Sleinwerfen. Bogenschiefsen und
alle Künste. Als Achilles zwanzig Jabr alt war, hörte er viel von der
schönen Tochter eines Königs, jenseit Meeres, der gelobt hatte, sie
nur dem zu geben, den sie wollte Achilles gedachte, sie in Frauen-
verkleidung zu erwerben, und wünschte ein Mittel gegen den Bart, und
Bcbiro brachte ihm eine Wurzel in einem Linnenluche, die um den
Mund gestrichen, kein Maar wachsen liefs. So völlig einer Jungfrau
gleich schifte er ins lleidenland nach der schönen Deidamia.
I)<»rt anlandend , ging er alsbald auf die Burg, an deren Thor er
die Wäscherin der Königin traf und sich für eine Unglückliche ausgab.
weiche ihren fürstlichen Verwandten entführt worden . von einem
Manne, der ihr mH Ehren rerbeifsen. sie aber verlafsen habe, so dafs
sie buifloi sei, und gerne eine Konigin Griechisch lehren möchte, damit
re bisher I. ••wahrten Kleider nicht verzehren müste. Die Wäscherin
erbot sich mitleidig, ihre Herrin für sie anzusprechen, ging hinein und
Beeidete ei der Königin. Diese liefs die Fremde kommen , erkannte sie
für rill - Weib, und befahl ihr die Tochter EUr Feine, für reichen
Föhn Achilles dankte der Gnade, raffte die Jungfrau bei der Hand
und rerhieJ Griechisch tu lehren wenn sie ihn dafür lieb hätte
hu- Jungfrau \s / seinei Pflege übergeben, und man bettete beide
■MM
tcbilles -.Hin nun daraul * mil ihrem Willen gewinnen
und erzählte ihr fraulich die seltsame Griechische Bitte, wie
die Jungfrauen, unbesebadel ihrei Bbre sich vergnügen können, wenn
iwei heinilieh beisasemea sind, und fragte sie oh sie wol ein
Mann -•■in möchte. Sie wünschte es lieber, als dei Griechen <«"id m<-
wollte dann um Frauen m fremden Landen ritterlieh abenteuern, und
rerbiefi reichen Lohn Achilles lehrt« lie bieraul die Kunst, dafi «'ms
son ihnen beiden eia Unna werdi ei kenne einen fröhlichen Gotl Kai
der hui inbrünstiges Gebet wiche« verleibe Ei sprach iln das
Gebet vor, worin dem Gölte, mit drei Kniebeugungen, hohe Ehre und
ein Beihaus gelobt wird Nachdem beide es für sich dreimal gesprochen,
hiefs Achilles die Jungfrau sich mit ihm ins Bette legen, um die Wirkung
zu erfahren. Hier fand er noch Busen und wonnigliches Frauenspiel,
nur Weibheit an ihr, und rühmte, dafs sein kräftiges Gebet befser
erhört sei. Sie überzeugte sich handgreiflich, und beide lebten die
Nacht, und fortan in Freuden. Der Gewinn war beiderseitig : die Königs-
tochter gewann dazu ein Kindlein.
Unterdes ward ihr Vater krank; der Arzt kam, und hiefs den
Harn des Kranken im Glase bewahren, um ihn zu beschauen. Das
Glas wurde der Sorgfalt der Tochter übergeben. Diese setzte es aber,
als es am nächsten Morgen gefüllt war, verkehrt hin, so dafs alles
verschüttet ward. Sie wüste jedoch sich zu helfen, und ersetzte den
Verlust gleich aus eigenen Wittein. Als nun der Arzt kam und den
Harn beschaute, da verkündete er ein Siechthum, wie noch kein Mann
gehabt, und den sichern Tod: weil der König ein Kind trage, davon
sein Leib verderbe. Der König fragte, woher das käme, und als der
Arzt ohne Antwort wegging, liefs er die Königin rufen und schalt si«
zornig, dafs sie Schuld habe an seinen Kindesnöthen und Tode, weil
sie von jeher mit Teufels Gewalt auf seinen schwachen Leib gestrebi
habe , wie ein Mann. Sie beklagte sein Weh und entschuldigte sich,
indem sie ihm nur Liebes thun wollen, und hiefs die wunderliche Ge-
schichte den Arzt nochmals prüfen lafsen. Dieser wiederholte zornig
seinen Ausspruch, kam jedoch und beschaute diesmal den wirklichen
Harn des Königs, und erlheilte nun die frohe Kunde, dafs der König
des Kindes ledig sei und genesen werde. Dieser liefs ihm alsbald
hundert Mark geben, und die Königin war voll Freuden. Nicht minder
ihre schöne Tochter, die fortwährend minniglich bei Achilles lag. bis
sie ein Kind trug.
Als sie dessen inne ward, mischte beider Freude auf der Minnen
Heide sich mit Leid, und sie furchten den Tod. Sie wehklagte; jedoch
tröstete sie Achilles: sein Gott werde sie beide behüten und alles zum
besten fügen; es sei nicht ohne Ursache so ergangen.
1.
Achilles und Deidämiä.
0.13 her da vor der stat lak
niun jär und einen tak.
Da3 sie des iigens verdr(>3 da :
da wart manig spil vunden sa,
> 1)33 man nie vor het gesehen.
des muo3 ich von der wärhail jenen.
Schach zabel und(e) bretspil
wart vunden da anmaßen vil,
Würfel würden da berait :
10 da3 tet ain Kriech' mit kiindikait.
Dos Iigens sie vil gar verdroß,
beidin, man slnog und sch(>3
Def Kriechen d;*i ein micliel teil.
d.15 w;i> def selben anheil,
1 > l od w;i> der Troijer ?röud en spil ;
auch wart < 1 • r zu<> barl e) vil
Von den Kriechen leben lös.
«j,i von dei Iran wcir1 sie i erdrö3.
Hektof du des Dicht enlie^ .
'jo \il mengen er [da] ron dem leben itie3
w.iii in dei rechtens nicht rerdrc^,
beiden . er slnog nnd sch05
Di ril mangen Kriechen her.
1 rönten lieh <iu- l roijer sei :
28 1 • 1 m m /• -'i eil -'11(1 \ nun man .
rantf «In- •.«•int degenleich in
494 1. 3U)tlles untJ l&nfcamin.
Do die Kriechen manige zeit
lägen vor Troijen weit,
Und sie des ligens da verdre^:
30 wan man ir [da] vil ze töd' erschÖ3,
Als ich eu vor gesag(e)t hän.
der künik von Kriechen kom gegän,
Da er ainen weissagen vant,
er sprach: »du solt mir tuon bekant,
35 Wie wir Troijen gewinnen,
seit du hast vveis(e) sinnen.«
Er sprach: »da3 sag' ich dir schier,
wilt du e3 gelouben mir:
Du macht mit deinen sinnen
40 Troijen nicht gewinnen.
Du gewinst dan ainen man ,
den ich dir wol nennen kan,
Der ist Achilles genant,
ze streitfe) gar ein weigant.«
45 [Der künig sprach:] »wä sol ich in suochen,
ob ich des mans wil ruochen?«
Er sprach: »er ist verborgen
under junkvrau[we]n mit sorgen,
Unt trait an der vrouwen klait,
50 ungevuog(e) ist im lait.«
Do der künig da erhört'
des weissagen wort,
Do sant' er vil drät(e)
nach seinem nähsten rät(e)
55 Und betracht' an den stunden ,
wie sie Achillen vunden,
Der da was in vrauwen klait
durch seines leibes hübschait. —
ISü lä3en wir die rede stan ,
60 und greifen da3 maere an .
Wie e3 dar zuo ka3m(e),
da3 Achilles naem(e)
An sich weipleichen klait.
durch seines leibes hübschait
1. ÜdjiiUs untJ jDettJamta. 495
65 Gieng er in vrauwen wät,
recht als(6) ain vrauw(e) stät,
Da3 tet er durch ain vrouwen guot,
deu nimmer kam au3 seinem muot.
Und het sie doch nie gesehen;
70 des raao3 ich von der wärheit jehen:
Ain biderb man gese53en was.
der was gehalten Peleas
Sein weip was Tetis genant.
den baiden ward ain kind bekant,
75 Achilles sein nam(e) hie3;
seinem wildnaer' er e3 Iie3 ,
Der was gehaizen Schirö;
die pfaffcn nennent in also.
Dor was halbs ros, halbes man,
80 vür war ich eu d«3 sagen kan,
Da3 Schiro zoch daz kint,
un3 er vi 1 vrum wart und besint.
Er wart auch von im wol gezogen;
er lert' e3 schieson mit dem bogen.
85 S[>ringen, ringen, werfen den stain
alle gevuog' lert' er e3 gemain.
Do da,5 kint gowuochs, nach recht,
<'5 wart z'wär ain vrumer knecht,
l'nd wol zwainzig jar alt.
(n) im ward dtkk(e] vor gezalt,
Wie ain junk ?rauw' wasre .
\ii edel und fernere,
l'nd wasr1 enbalb[en dem wilden mrr;
ir rater h »• i e manig her
u ) Und w;im' ain künig i eich e .
der bete [die junk vrouwen] nicherleich(e)
Gelobt, da3 ei sie m<- man solde
iicn. w.iii den sie nemen WOldo.
I)<> \< liillcs' wart Kuiil geUbl
100 di-, in. i-n ,|,, begund* er gAn
/ Scbirä d i ei m ranl ,
ei ^i'i ach mö< ht' mii werden bekanl
4% 1. 3U)ilU9 unb jDeitiamta.
Ein vil seltsaine3 dink
daran stet aller mein gerink,
105 Da3 mir nicht wiiecht,' ein mannes bart,
da3 waer' mir äne ma3en zart.«
Do da3 erhört(e) Schirö,
er sprach: »ich vürcht(e) kain(e) dro.
Ich bring(e) dir vil schier,
10 da3 solt du gelauben mir,
Ain würz her in kurzer vrist,
den dir harte niizz(e) ist,
Da3 dir wechset dehein bart,
wan ich han dich gezogen zart.«
to Zehand er im ein würz bracht',
deu was mit leinein tuoch bedacht ,
Er sprach: »lieber herre mein,
streich sie umb den munt dein,
Dise würz also guot.
20 und habe des deheinen muot,
Da3 dir nimmer kain haerlein
her au3 mug(e) wachsent sein.«
Dö Achilles da3 vernam,
da3 im der bart was wider tan,
25 Er lait' an sich vrauwen klait;
im was gar unmä3en lait,
Da3 er die haidcninnen
nicht solt' von herzen minnen.
Deu junkvrauw' hie3 Deidamiä;
30 sie wa3 im liep von herzen da,
Swie er sie doch nie het gesehen,
doch wolt' er ir des preises jehen.
Verholn(e) huob er sich von dan,
ze ainem kiel kam er gegän,
35 Unt vuor hin gen der haiden lant.
vür ain vrauwen was er bekant.
Do er an da3 Stade stie3,
seineu zuht in nicht enlie3,
Deu gab im die ler(e),
40 da3 sein ersten krx(c)
1. 5Vd)ilUö unfc IDefottmta. 497
Er gein der bürge tor [er] dö gie.
der künigin wasch' in da enpfie,
Unt vrägt'e) sie der maere,
von wannen sie komen waere.«
H5 Er sprach: »ich bin ain arme3 weip
und hän vil traurigen leip;
Getörst' ich e3, liebeu vrauwe mein,
eu hie gesagend(e) sein,
Da.5 e3 waer' verborgen:
30 ich leid(e) manige sorgen
Umb meinen kranken boesen leip;
ich bin ain nötige3 weip;
Von meinen vreunden bin ich dan
gevuort, da3 hat getan ain man,
55 Der mir michel er' gehie3 :
an disem kumber er mich lie3.
Da3 er unsaelig mue3(e) sein!
er hat mich von den verunden mein
Gevuort, da ich het eren vil.
60 vor eu ich des nicht enhil,
Ich trauw' eu, liebeu vrauw^e) mein,
mein gebrest' sol eu geklag(e)t sein;
Wan ich hie laider nieman hän,
d i ich getür mich la3en an.
66 Swet mich hie wolt' versuochen
in den Kiicchischen buoehen,
heu kund' ich wol bescheidenleich .
irrn ain Icüniginne reich.
WCs!' ich, wer mich darum b nerl\
70 i|;i-; k h mein Haider nichl wiy.erl'.
Deu ich hao \il kaum erspart,
-int ich Mi*»r der unsa-idm trarl
Und mich der man bll verlan.
mil df-m ich von lande bin ^c^än,
7) Dei machet' mich an sinnen hlinl :
ich |,||| /"w.U .Ullis Vllislcn Uni.
heu wescfa e züchlikleichen ipraefa
mit |f( \il laid cur unuem;i< h |
ii -t'Z
498 i. 3U)illes nnfc jDettmmia.
Ich wil zc meiner vrauwen gän,
180 ob ir hie mügt bei ir bestan,
Da3 wil ich eu heut ervarn ;
ir mügt bei euwern jarn
Verdienen umb mein vrauwen guot,
da3 sie eu grÖ3 er(e) tuot.«
85 Achilles ward der rede vrö
und dankt' der weschinne do.
Deu weschin do des nicht cnlic3,
Achilles sie vil wol gehie3,
Und gie zuo der vrauwen do,
90 sie sprach: »vrauwe, nü seit vrö,
Ich hän mit meinem sinne
ain lermeisterinne
Vunden nach dem willen dein,
deu nicht ba3 gelert mag sein.«
95 Sie sprach : »hei3 sie versuochen ,
an den Kriechischen buochen,
Der ist sie geleret wol,
sie ist aller künst(e) vol,
Der ain vrauw(e) künnen wil,
200 der kunst hat sie an' ma3en vil.«
Deu vrauwe(e) sant' nach ir zehaßt,
mit dienst sie sich ir underwant,
Sie sprach: »auf die treuw(e) dein
la dir wol enpfolhen sein
5 Mein schoenc(n) tochter, die ich han,
deu muo3 dir werden undertan,
Ler' sie von Kriechen deu buoch,
mit züchten du an sie versuoch',
Ob sie e3 gerne lern(en) wil,
10 so gib' ich dir an' mäsen vil,
Von silber manik klainöt,
ain arm spank von gold(e) rot
M1103 dein, be namen , sein,
ich schaff(e), da3 der herre mein
15 Dir sein lönet mit treuwen,
e3 sol dich nicht gcreuwen.
1. JUriUes unti Peifcrttta. 499
Ich sich. da5 du ain edel weip
bist, wan dein wol gestaller leip
Waer' wol aines küniges wert.
±20 dein leip vil hoher eren gert.
Dein gebaerd' sint vil vveipleich.
z.Var. ich wil dich machen reich.«
Achilles züchtikleichen sprach:
»nach meinem grÖ3en ungemach,
25 Ist mir ain saeld' von eu bekant.
da,5 ich bin komen in diz laut,
Des mag ich mit vröuden alten;
mein er' mag ich behalten.
Wan ich nie kainen man,
30 an' disen bnes(e) wicht, gewan.
Der mich her gevuer(e)t hat;
mein mag nu wol werden rlt«
Die junkvraun nam er bei der hau!.
er sprach: »eu wirt von mir bekant
35 Z'wär die Kriechischen buoch Stäben.
weit ir mich darumb liep haben.«
Den junkvrau volget' im mit
Achillen gar nach seinem sit'.
Darnach <ng' ich eu offenbar,
i-0 da3 man Achillen für war
Kettet' ziio der schoenen magt.
all uns da3 buoch hat gesagt,
Das NV'5V'1 Mcherleich(e).
der edel künig reich(e)
15 Der \<-i bangt' eg mit willen gar,
er sich legt* zun ir, vin war .
Wan er wanl', v?} mmx> ain weip,
tll w.i ir der leip.
Achillei i • '-'und c schien ,
>o ruh lellsain dink betrachten,
Wie er ei a Qi b(e die knagf ,
dl ich '-II \nr h.in \«.n gesagt •
Dag ej geschssh' mil ir willen gar,
dag ««•■in dm man würde gewai
500 1. 3U)ilUs uirt jDettJamirt.
*255 Aines listes er im gedächt',
der im iren willen bracht';
Er sprach: »junkvrauw(e) guot,
well ir mir sagen euwern muot?
Ich wil eu meinen willen sagen,
60 weit ir mir euwern nicht verdagcn. «
Sie sprach: »main ich, z'wär,
ich bin dir heim(e)leich(e) gar ;
Sprich alle3 da3 dir lieb sei,
da sol mein will(e) wesen bei.«
65 Er sprach: »e3 habent die Kriechen,
die gesunden und die siechen,
Z'wär ainen seltsamen sil\
da sie ir ere behaltent mit:
E3 ist da nindcrt ain junge3 weip,
70 hat sie wol gestalten leip,
Und ist ir dan icht nähen bei
ain junkvrau, (s)wie deu genant sei,
Und wellent die zwo sein enain,
und versweigent e3 undcr in zwain
75 Da3 ir betrachtung(e) ist,
sie vindent mangen vremden list.
Nu sag(t) mir, schoeneu junkvrauw' mein.
ir seit ain schoene3 magedein,
Des ich eu wol von herzen gan,
80 sagt mir, waert ir icht gerne ain man?«
Do sprach sie: »auf die treuwe mein,
möcht' ich ain man mit recht gcsein,
Da3 naem' ich vür der Kriechen golt,
so wolt' ich sein vrauwen holt;
85 Zähei! und sold' ich wesen ain man.
so wold' ich wunders vil begän,
Ich wold(e) varn in vremden lant,
und wolt' da sein ain weigant,
Und wolt' da er' erwerben,
90 oder ich muest' da ersterben.«
Do Achilles erhört'
der cdeln junk vrauwen wort,
1. £ld)tUes unti jDeitJamia. 501
Er sprach : »junk vrau . gehabt euch wol .
eur leib muo3 werden vröuden vol.
295 Ich muo3 besehen, ob ain man,
von eu immer werden kau.
Den list lernt' ich ze Kriechen lant.
dö ward er mir von erst bekant. «
Do deu junk vrau da vernam
300 sein red', an' aller slacht'e) schäm.
Sie sprach: »liebeu meisterin,
nü ker(e) darzuo dein(en; sin,
Da3 diser list an mir erge;
ich schaff'e), da3 du immer me
> Mit vröuden mu(e3ejst alten;
dein treu solt du behalten
An mir. ich bin ain magedein ,
ich wil dir hold mit treuwen sein,
l'nd wil dir leihen und(e) geben
10 an' aller hand(e) widerstreben.«
Achilles liepleichen sprach,
wan er in züchten gein ir verjach:
lnnk vrauw(e), weit ir volgen mir.
mein kunst wil ich eu zeigen schier;
15 Ir seit ain magt und ich ain weip,
davon haben wir geleichen lei|».
Des mag mein weiibeit vür sich gan.
d*3 ich oder ir wert ain man.
l»-h erkenn' ein[en] abgoi vröuden reich.
-20 wel[lejn wir dag bitten »icherleicfa
Mit d-m gebe! , als ich pro] kan .
wird? ich odei ir ain man ;
Eg erloBsfl um icbiei von imerzen.
wr lflc]n wir mit laulcirn herzen
25 Dag mMK« nbgol beten an,
untei ainem muog <■- wni ergän
Swem dag »link sol wesen bei
•Ich hm die andern lorgen rrei
lank vr.-iiiw'. ich wil dir tuon bekant,
M) - ic d 13 .ib t'ni isi genanl
562 L 3U)tlUs unti Jüeftnmin.
E3 ist gehai3en Ratuan,
au3 unser ainem wirt ain man,
Da3 wai3 ich sicherleichen wol,
wan e3 ist g(e)näden vol.«
335 Deu junkvrauw sprach: »maisterin, sprich,
svva3 du wilt, da3 tuon ich.«
Achilles sprach: »junkvrauwe guot,
habt da3 abgot in euwerm muot,
Und bitet e3 [an] ze allen Zeilen.
40 nähen unde weiten,
Und get an ain verborgen slat,
da sült ir nider vallen drät
Drei veni dem abgot ze eren,
damit sült ir e3 eren,
45 Und rueft C3 an mit stille,
ich wai3, da3 ist sein wille,
Und sprechet: »her her Ratuan,
helfet mir, da3 ich werd' ain mau;
Darumb wil ich euch eren
50 und euwer lob meren,
Ich wil eu ain bethaus machen
mit seltsain(en) sachen,
Z'wär nach heid(e)nischem sit',
da wert ir wol geeret mit.«
55 Diz sült ir dreistunt tuon,
so gewinnet ir des abgots suon
Und sein hulde an zweivel gar;
da3 ich eu(ch) lcr(e) da5 ist war.
So wil ich des selben pflegen
60 und wil mich vür sein vue3(e) legen
Und wil e3 biten än(e) spot.
mein gena3dige3 abgot,
Wan ich wil nicht schallen,
nider vür e3 vallen,
65 Und wil e3 vle[heln von herzen,
so vertreibt e3 mir den smcrzen .
Da3 wai3 ich sicherleichen wol,
wir werden von im vröuden vol.
1. ^d)tlUs uirt) 30eitiamia. 503
Genauen guot vil an im leit:
370 ai. \va3 e$ uns nü vröuden geit!«
Deu junkvrau lobt' im da3 staete .
da3 sie vil gern(e) taBt(e),
Wa3 er ir vor het gesait,
daran was sie unverzait.
75 Dö da3 ze dem dritten mal geschach,
Achilles gein der maget sprach:
»Junkvrau w, habt ir da3 gebet getan.
so sül wir balt ze bette gan,
Da3 abgot wil erzaigen da3,
80 wer im hab' gedienet ba3-«
Dö sprach deu magt gar unverzagt:
»wa3 du mir hast vor gesagt,
Dä3 hän ich alle3 getan.«
sie begunden an da3 bett(e) gan.«
>> Do sprach Achilles: »junkvrau mein.
mag e3 in euwern holden sein .
So zaiget mir hie, ane spot.
ob eu da3 werd(e) abgot
Hai/ gewert euwer bet,
90 da£ ';,t roich greifen hie ze stet."
Er graif an der brüst zetal
_■• in dfm bain liberal
An dag vrerd e rranwenspil;
dl raod et «ranne also vil .
Dag ich sein nicht gesagen mak, —
lein rröude wert1 am an den tak —
D 11 an ei niebl dan weiphail rant.
ipracfa : "Miir 18 1 «1.15 wo! bckant.
Dag abgol h.it mir bag getan:
400 greifet bar, ich bin ain man;
leb bin im rerlobf museUf .
da- abgOt rriM ii ba5 erhol I li.it .
Ich ipraca daj gebet? ron Kriechenlanl,
dl n 011 um rröude i-t hie bekant.
I M ak .
\\ in 11 den hanl /<• tal ilail
504 1. JVrf)iUe9 utit) jßMfcamta.
sie prach: »e3 ist ain wärhait,
da3 du mir hie vor hast gesait,
Da3 greif ich sicherleichen wol,
ilO mein hand ist alleu vol.« —
Deu naht gie in mit vröuden hin:
sie heten bedenthalben gewin.
Der vröuden triben sie genuok,
unz da3 deu magt ain kind(el) truok:
15 Des wart sie dannoch nicht gewar;
ir heimleich' was mit vröuden gar.
Darnach ir vater siech wart;
die kemenät(e) man verspart',
üö er da siecher inn(e) lak,
20 ain arz(ä)t sein (vil) schön(e) pflak;
Do wart im gewunnen da
ain urinäl hie3 er im sä
Bringen an derselben stunt:
»daran so wirt mir kunt
25 Da3 euwer leip nie3en sol
und eu tuot an dem leibe wol;
Da3 muo3 ich an dem brunn(en) sehen ,
so kan ich darnach recht(e) spehen.
Wie ich eu darnach erzen sol,
30 da3 sich ich an dem brunnen wol;
Des hai3(e)t pflegen tugcntleich.«
also sprach der arzät reich.
Er sprach: »Tochter, das du m'r bist
vil lieb, an' allen valschen list,
35 Des solt du lä3en genie3en mich,
da3 ich hän ie gcminnet dich,
Vür alle3 da3 ich ie gewan,
und dir von herzen guot(e)s gan ;
Da von lä dir enpfolhcn sein
40 vil gar auf die treuw(e) dein
Dizz(e) schoen(e) urinäl
huet' sein vor staub unl vor val,
Dä3 C3 icht zerbrest(c),
wan e3 ist krank, [und] nicht vest(e);
1. ^d)iüc9 unti lÜcitJamta. 505
W6 Des trauw' ich nie man so wol;
nicht vürba3 ich dich manen sol.
Da3 (d ir nicht lait daran geschieht.
und daran gewirret nicht.«
Die nacht der künig lag mit sorgen.
50 mit sochung* bi3 an den morgen.
Sein liebeu tochter muost' auch sein
vor hem lieben veterlein;
Des wolf er von ir nicht enbern.
mit züchten muost' sie in gewern.
55 Du in des zeit daucht(e),
da3 der tak schier laucht(e).
Dö hie3 er im da3 urinal
die tochter raichen, än(e) schal;
Sie enpfie darin den brunnen sein.
n'> er sprach: »vil liebe3 kint mein,
Nu ptlig du des glases wol ,
«ran ich dir sein danken sol.«
Des glas(e)s sie sich underwant.
sie sazt1 e3 mit ir wei3en hant
65 ZetaJ, als er sie lert(e)
da£ glas sie umb(r) kertie);
Da3 dl lüzzel beleih darin.
lie gedacht': »wa3 füllen du mein sin!
Ich bau z'war e) missetän.
70 mein[en] valer ich verlorn ban«
Einet listea ne ged tcbl e),
dei -ic /(■ rröodeo brach)
Si< nano da£ ghu tu die banl
ii brunneo sie darin verawaut',
Sic dacbl' in -»hon und araidenleich .
dei ward ür herxc rrduden reich.
Dei morgena, du dei arzal kam
und roo dem künig e \<-i nau
- in[en] breiten und lein iwa?i e
BO ss\< im du- nacbl wa?re
i eaea ftenfl odei bei l «•
i& i-i ii.. siwt gewi I i
503 1. JVd)tUes unfc IDntiamia.
Vernam, wie im (da) was,
er hie3 im raichen da3 glas;
485 Do er den brunnen an sach,
nü sült ir hceren, wie er sprach
Gein dem künig säzestunt:
mir ist ain siechtuom von eu kunt,
Da3 wserleich nie kain man
90 solhen siech tagen [nie] gewan.«
Der künig sprach: »lieber maister mein.
wa3 siechtuoms mag da3 gesein,
Mag ich genesen daran?« —
»da3 muo3 an euwerm abgot stän;«
95 Do sprach der arzät zehant
»ir habt den töd an der hant:
Ir tragt ain kind, da3 ist war,
davon eur leip verdirb(e)t gar.«
Der künig sprach: »lieber maister mein,
500 sagt mir vonweu mag das gesein,«
Er sprach: »da3 wai3 ich wserleich nicht,
diz ist ain wunderleich geschieht.«
Der maister urlanb nam
von dem künig huob er sich dan.
5 Do sante(ej der künig reich
nach der künigin sicherleich.
Da deu künigin vür in gie,
vil zorniklcich er sie empfie,
Er sprach: »den tot ich von eu dol,
10 da3 wai3 ich von der wärhait wol,
Du wolt(e)s mich sein nie erlän,
seit ich dich ie ze weib gewan,
Du wolts auf meinen kranken leip,
swie ich was man und du weip;
15 Davon trag1 ich ain kindelein,
daran muost du vil schuldig sein,
Da3 ich nü leid' die grÖ3en not
unt von dem kind muo3 ligen tot;
Des hietst du mich wol überhebt,
20 und (nicht) dein[en] leip so ser gestrebt
1. 3ld)ilU$ unfc jDeibamta. 507
Uf meinen leip ze aller vrist;
der teuvel gab dir disen list,
Da ich den leip umb muo3 geben;
du woll(e)st nur auf mich streben,
525 Des muos ich Verliesen meinen leip.«
do sprach da3 wol gezogen weip:
»Owe mir diser grösen not!
und sol dein leip nü ligen tot
Durch mein wunderleichen sit',
30 ich gevuor dir doch mit treuwen mit,
Und wänt', e3 wser' dir also liep.
der teuvel der mirc3 ie geriet,
Der mue3' immer unsaelik sein!
genäd', vil lieber herre mein,
35 Ja sol dir doch gewerren nicht
von diser wunderleichen geschieht;
Lag e3 den maister ba3 an sehen,
ob er noch kün die wärhait spehen.«
Der maister zornikleichen sprach:
40 >An dem glas ich nindert sach
Des künigs leben ze dhainer vrist,
swie künsl(e) reich mein leip ist,
Ich sach nicht lebens, wan sein tot.«
doch gie er dar, des twang in not.
45 Da3 urinäl nam er zehant,
nun brann e) ward im do bekant.
Er sprach: »seit vio, vil selig man,
de* vindefl seil ir worden an',
l od wolt ir mir die miet(e] geben,
50 ich behalt' eu WOl da;, leben.'
Zehanl gab er im li 11 11« 1 <- 1 1 mark.—
»feit eu\s e 1 mief ist IlsO slark,
M \mI ich eu dag leben iii'icn;
und wii en des recht e swen n
Dal null der kuiiik wol geüfJ
diu kttnigin dei \i" p
1 od den leboBn e tocbtci ieio
hei wunnikleicben schein
508 1. ,Äd)ilU$ unfc IDetoamia.
Deu slief dannoch Iiepleiche[nJ
560 bei Achille vröudcn rciche[n].
Und was ze minncn also kluok,
da3 sie ain kint Lei im truok.
Do sie des wart von im gewar
dö ward ir baider vröuden schar
65 Gemisch(e)t wol von laide
auf der minnen haid(e),
Sie vorchten den künik und die küniginn(e)
sie würden getoet(e)t umb ir minn(e),
Die sie da heim(e)leichen tet.
70 also sie wider Achillen ret,
Dö sie der wärhail wurden gewar,
sie vorcht', sie verlur ir leben gar,
Und ir gesell' Achilles genant,
in würd(e) baiden da bekänt,
75 Da3 sie Iilen grÖ3e not
und(e) z'wär dar umb den tot.
Doch tröst(e) sie Achilles ser,
er sprach: »liebeu vrauw(e) her,
Uns mag baiden geschehen wol.
80 meinen abgot ich manen sol
Umb unser wunn(e), die wir hän,
C3 mag uns baiden noch wol ergän.
E3 ist nicht an(e) sach' geschehen ,
des muo3 ich wol von schulden jehen.
85 Davon gchab(e)t euch wol:
ich luon, wa3 ich luon sol.«
2
Per 3tuiberer UHrßUhts.
Zu Rom wohnte ein grofser Zauberer, Virgilius, ein Heide
und Kind der Hölle. Er fand die Zauberei so: er arbeitete in einem
Weingarten und schlug mit der Haue tief in die Erde, dafs er auf ein
Glas kam . welches voll Teufel war. Er hob es aus dem Boden und
freute sich des Fundes. Da sprach ein Teufel aus dem Glase und bat,
ihn sammt allen darin verschlofsenen Geistern auf die Heide fahren
zu lafsen, sie wollten ihn auch viele ergetzliche Künste lehren. Vir-
gilius schwur es zu thun, wenn sie zuvor das Verheifsene leisteten.
Da lehrten die Teufel alle ihn die Zauberkunst, wie sie heute noch in
der Christenheit überall umgeht. Hierauf zerbrach Virgilius das Glas
an einem Stein . und enlliefs die Teufel. Er freute sich, ohne Mühe
Gut und Ehre zu gewinnen . und versuchte alsbald seine Kunst.
Er machte zu Rom das Steinbild eines Weibes, deren Leib mit
solcher Kunst gebildet war, dafs alle Unkeusche, die zu einem Weibe
gehen wollten, sich daran verunreinigten.
trieb er noch viele andere Zaubereien , von welchen ich nur
eine erzihle. Er warb um die Minne einer schönen Römischen Bürgerin,
die jedoch ihre Treue nicht brechen wollte, und wenn er so schön wäre,
kbsalon: eher müslen alle Steine zerbrechen. Als er dennoch, und
koste H sein Leben, nicht ablafsen wollte, ihr Gold und Silber die
rolle bot. klagte sie es ihrem Mann und verlangte seinen Rath. Der
Mam freute '•ich ihrer Treue, und die Frau (hat nach seiner Weisung.
Sie liefs den Virgilius rufen, klagte ihm, dafs ihr eifersüchtiger Mann
*ie hart geschlagen, und weil er zornig weggeritlen , werde Virgilius in
• im Nachl lie willig finden. Virgilius war freudig bereit, und sie hiefs
ihn lieb heimlich m einem Korbe zu ihr aul den Thnrm ziehen lafsen
In der [faehl stellte er sich ein, und warf ein Steinchen an das Fenster,
ran, in B< ihres Mannes, öffnete, riet hinab und vernahm
us. der den Korb rerl Sie liefs den Korb hinab, und als
Virgilius darin st lie ihn empor, |edocb nur drei Stockwerke hoch:
da strickte sie real und liefs ihn bangen. Sobald es tagte, rernahmen
du- Homer das Abenteuer; mancher rollte es dem weisen Manne nicht
futranea. 411« IbcrzeogM jedoch der Augenschein. Auf ihre laute
inderung antwortete Virgilius, es sei snn Wille Der Ehemann
fragte 1ha noch icblrfei bedauerte Ihn Jedoch, und liefs ihn frei.
Virgilius sana aoi auf Rache Er machte, dafi alles Feuer m
Kom erlös« li s«, ,|,,|s mau weiler kochen OOCfa backen konnte. In
i Roth r 1*1 h ein Rianer, sieh an den mächtigen Virgilius zu wenden
Alle lebten ihn, dei Hungersnotfa tu steuern Ei weigerte sich sreil
sein Mitlei ihnen zu schwer lallen würde; als sie ihm aber ihre State
Huld und alles, was er geböte, zu thun zuschwuren, erklärte er, dafs
nur die Frau sie retten könne, an deren Thurm er gehangen habe
Man eilte zu ihr, und ihre Freunde drangen in ihren Mann, dafs er,
obschon ungern, sie zu Virgilius gehen iiefs. Dieser empfieng sie
schön, und fragte sie, ob sie nach seiner Weisung Land und Leute
retten, oder mit ihnen umkommen wolle. Sie bat ihn, sie aus dem
Spiele zu lafsen, da sie doch Leides genug von ihm habe. Virgilius
aber betheuerle, es müste eher der Rhein austrocknen, als dafs ohne
sie die Nolh aufhöre. Da ergab sie sich drein , und Virgilius er-
öffnete ihr nun: sie müste sich auf jenen Stein stellen, nackt bis auf das
Hemde, dort auf allen Vieren stehen, und das Gewand hinten aufheben,
so könne man da wieder Feuer anzünden ; wenn jedoch einer dem andern
Feuer mittheilen wolle, so erlösche es, und müfse jeder also unmittel-
bar es dort am glimmenden After holen. Die Frau wollte eher Ver-
bannung oder Tod dulden: Virgilius aber behai rte, und verkündigte
ihr den Zwang. Wirklich baten anfangs ihre Verwandten und selbst
ihr Mann, obschon ungern, und als sie trotz Flehen und Drohung lieber
sterben wollte, liefs er sie binden, entkleiden und auf den Stein stellen:
so muste sie dort alle Kerzen, Unschliltlichter, Reisig und Späne an-
zünden , und solche Schmach und Noth leiden , dafs sie schier erstarb.
Damit verliefs Virgilius Rom, und baute die noch wolbekannte
Stadt Neapel mit grofser Kunst, indem er sie an drei Eier hieng, so
dafs, wenn man diese zerbräche, sie versünke und alles Volk ersöffe.
Hieraufmachte Virgilius ein ehernes Rild , dessen eine Hand auf
den Rauch wies, und die andere auf den Rerg (Vesuv); mit der goldenen
Inschrift, dafs es einen Hort zeige. Alle gruben darnach den Rerg um,
fanden jedoch nichts. Da kam einst bei Nacht ein trunkener Mann an
das Rild, und schlug ihm, damit es fürder niemand äffen sollte, mit
einer Kolbe den Hals ab: so dafs das darin verborgene Gold ins Gras
Gel, und den reichen Hort derjenige fand, dem er beschert war. —
Gott gebe auch uns Glück und Heil!
2.
Virgilius.
Ain man ze Röm(e) sa3 alsus.
der was genant Virgilius,
Der was ze Römfej also kluok,
da3 er zaubers vant genuok.
5 Als ich eu wil beschaiden,
er was ain rechter haiden ,
An rechtem glauben was er blint,
er was gar der helle kint,
Ich wil eu sagen, wie er gewan,
10 Virgilius der helbfe) man,
Da3 er künde zaubers vil,
vor nie man ich da3 heln wil.
Ich sag'ej eu ze rechte
von dem selben knecht(e),
15 Wie er ''da) da3 zauber vant.
da3 ist mir von im bekant :
In aincm Weingarten haut' er
vil gar nach seines herzen ger,
Vil rast er In die erde slouk,
*20 da3 ('3 deu bauwe kaan vertrouk;
SA grög sein hau wen, sein slag was,
da3 er kam auf ain glas,
I);i3 was teuvrl also vol.
(la.3 ich sein nicht sagen sol ;
'25 I)a3 glas er au3 der erde Htm:
\il wurme ich in den BjltJ l li-iii
4 h.,.. %%ttmmukm\m m n '■'
514 2. tHrgiltus.
Sprach der selb' Virgilius
»ich wil e3 hie behalten sus ,
Des hän ich vrum und er(e),
30 swa ich in dem land' hin ker(e).«
Do sprach der teuvel au3 dem glas,
der darin versiegen was:
»Virgilius, lä3 uns varn ,
wir wellen dich immer bewarn
35 Vor aller handfe) laid(e);
lä3 uns varn auf die haid(e),
Wir wellen dich kunst leren vil ,
da3 du hast vröude und(e) spil
Immer unz an deinen tot,
40 in disem glas ist grÖ3eu not,
Zwen und sibenzig ist unser schar,
wir sagen dir sicherleich vür war.«
Do sprach Virgilius der man:
»ich mag mich nicht an euch gelän.
45 Lert ir mich ganze ler(e),
so swer ich eu des ser(e),
Da3 ich da3 glas zerbrechen wil;
lert ir mich kunst also vil,
Da3 ich sein vrum gewinnen mak,
50 ich swer eu noch an disem tak,
Da3 diz glas von meiner hant
zerbresten muo3 sä ze hant.«
Zehant die teuvel alle
lerten in mit schalle
55 Die zauber list an' arbait,
als sie noch in der Kristenhait
Allenthalben umb(e) gät,
wer zaubern kan, an' missetät.
D6 er die kunst von in enpfie,
60 ze ainem staine er dö gie,
Er brach da3 glas, und lie sie varn,
die teuvel alle mit im scharn.
Zehant gedacht' Virgilius:
»ich muo3 ir kunst versuochen sus,
1. HugUtn*. 515
b5 Seit die teuvel sint von hinnen,
nu gclrauw' ich wol gewinnen.
Baideu, er(e) und(e) guot;
wie wol da3 meinem herzen tuot ,
Da3 ich vrum und ere
70 gewinn' an' herzen ser(e)!«
Virgilius der selb'e) man
begunde (nü) ze Röm(e) gän
Unt versuocht' sain maisterschalt.
ob [e5] waer' war der teuvel kraft.
75 Er macht' ze Rom' ain stainein weif».
von künst(e) den het ainen leip,
Swanu' ain schalk, ain bneser man
wolte ze ainem weibe gän,
Da3 er gie ze demstain(e),
80 der boes'e), der unraine,
Da3 im was bei des staines leip.
recht als ob er waer' ain weip.
Nicht vürba3 ich eu sagen sol,
mein mainung' wizt ir alle wol.
N5 Des zaubers traib er gennok.
er was ain man unmä3en kluok,
Ich mag ez nicht gar gesagen,
der wärhait muo^ ich vil verdaten .
Wan ninc3 wai3 ich vürwär,
90 d»3 sag' ich eu offenbar,
Di.-j er umb ainer vrauwen min
warb, deu was ain burgaerin
l ml was ze Körn1 in der stat
ii . wan er sie dikk'ej hal .
96 ha-, lic n mjcnj willen taet(e, :
doch was den rrauwt itstfe),
Dag sie in ijkIiI woll/e) gewern.
dei er an sie mncht'e, gern.
Docfa lieg CT nicht sein werben.
I00 61 jach . er rniicst' i slc-ibni .
I dag ich von eu l.'i-r ;
MM miniic kumt mit /<• mi-/
516 2. lUtrailtue.
[Sie sprach:] »euer unsin eu lait gebirt,
wan ich sag' e3 meinem wirt;
105 Und weert ir schoener dann' Absolön,
mein minne ist eu versaget schön;
Ich wil eu sein gar ze rain;
e3 muesten bresten alle stain',
E ich eu weerleich wolt' gewern ,
10 des ir weit an mich begem.
Get hin, lät mich än(e) not,
mein man tuot eu den tot,
Dem wil ich e$ sagen sicherleich,
euwer red' ist gar unbilleich.«
15 Virgilius sein nicht enlie3,
silber, gold er ir gehie3,
Der vrauwen sicherleich(e) ,
er was an' mä3en reich(e).
Do er die vrauwen wol getan
20 von dem gewerb nicht wolt(e) lan,
Do gie sie zuo irm wirt
(und sprach): »ain weiser man ir birt,
Und(e) seit nicht ze alt;
achtet (nü), wie ich behalt'
25 Mein(e) weipleiche er',
die ich von meiner kinthait her
Mit züchten hän behalten ;
mit eren muo3 ich alten,
Ob e3 nü euwer wille ist.
30 nü ratet mir in kurzer vrist,
Da3 ich Virgiliö enge;
der tuot mir not und(e) we"
Z'wär umb mein(e) minne;
nü nemt in euwer sinne,
35 Wie ich sein kunst umb(e) ge,
da3 mir mein er' von im beste.«
Ir eleich man sprach zehant:
»vrauw', dein laster und dein schant
Waer(e) mir von herzen lait;
40 swie vol er ist der kündikait,
2. tUirgtUus. 517
So wil ich trachten, vrauwe mein,
da3 er muc>3 geschant sein.
Nu volg', vrauw', meinem rät(e),
send'e nach im drät(e),
145 Und glob' im, liebeu vrauwfe) mein,
du wellest (gar) den willen sein
Laisten heint bei diser nacht,
des habest du dich vil wol bedacht;
Du solt im deu maer(e)
50 sagen, ich sei mit swaer(e)
Von dir geriten und mit zorn,
du habst mein huld umbsust verlorn.
Sag* im, er müg(e) nicht schier
in da3 haus komen zuo dir,
55 Ich habfe) dich in starker huot;
sprich: »mich dunket guot,
Da3 ich eu lie3* ain[en] korp zetal,
darin so sizt ir äne schal;
Deu sorge) euch vil gar verbirt,
60 wan sein nie man innen wirt;
turn willen tnon ich sicherleich,
auf zeuch ich euch vröleich
In den turn den ich hän,
euwern willen wil ich began.«
65 So er sieht den willen dein,
td wil ich Inf ang(e)8t sein.«
Swa3 ir der wirt vor sprach,
deu vrauwe tet <\~, alles nach:
Sic lanl e Dach Virgilium,
70 sie gprach: »seil ir ein degen vrum,
Da3 ifllt ir [mirj beiül erzaigen:
ich ^ib' niidi cu für Blgei]
Ib-mi r- bei Äser nacht;
mein man li.il rieh nicht bedacht,
78 Wan ei muh se> geslagen hat;
dl von M3 i-i 'Li;, mein rat,
ha- ii licmt c kuml iv rini
ii ihm ii Int . <la- tuon ich ichiei
518 2. "Uirötliuo.
Heint bei dirr(e) nacht(e) zeit;
180 mir ist in den landen weit
Nicht so laides, so mein man;
laides ich im vil wol gan.«
Do der her Virgilius
von der vrauwen hört' alsus
85 Die red(e) die sie het getan ,
er sprach: »sol ich heint zuo eu gän?«
Sie sprach: »ich vürcht(e) die hnot.
ich rät(e), da3 ir so wol tuol:
Lät euch in ainem korb(e) schier
90 herauf sicherleich zuo mir
Ziehen, da3 ist recht getan.«
»vil gern(e), vrauw(e).« sprach der man.
»Wan ich e3 immer dienen sol,
ir seit aller tugent vol.«
95 Des nachtes dö e3 späte wart,
Virgilius gie auf die vart
Zuo dem selben turn(e) hin,
er warf mit ainem stainlin
In das venster, da3 e3 erhal.
200 dö gie deu vrauw(e) äne schal
Und entslÖ3 da3 vensler schier.
ir eleich man gie mit ir;
Sie sach herab, und sprach alsus:
»seit ir da, her Virgilius?«
5 Er sprach: »vrauw(e) wolgetan.
den korb sült ir herab(e) lau,
Da wil ich sizzen in.« —
»ir habt daran weisen sin.«
Zc hand sie den korb Iie3,
10 als sie Virgilius da hie3,
Da sa3 schon Virgilius in:
»ir habt daran weisen sin.«
Wan sie in auf mit sinne gar
in den turn zöeh //war
15 Wol dreier gadem hoch;
nicht vürbji", sie in auf zöch,
2. t>trtjiliu$. 519
Sie strikt' in zuo, und lie3 in hangen:
sein will(e) was nicht ergangen;
Sie was ein (vilj reine.3 weip,
220 keusch und schoenfe) was ir leip.
Des morgens dö e3 tagte,
den Römern man e3 sagte .
Da3 der weis' her Virgilius
waer' an ain[en] turn erhangen sus;
25 Dö sprach (vilj manig man:
»ich glaub' sein nicht, ich seh' e3 an;
Wan z'ware, sein weiser leip
ist weiser, denne man oder weip;
Davon e3 nicht ergen mak,
30 sein leip ist weise nacht unt tak.«
Dö sagt' man in deu maer(ej,
da3 e3 deu wärhait waer(e);
Dö gierigen die Römaere dar
und nämen seiner not war.
35 Ze jungest kam ir eleich man
schön zuo im geriten dan ,
Sam er waer' von dannen gewesen.
Virgilius mochte,, kaum genesen.
Wan er het swaer' und ungemach
10 iegleich Kd'mer zuo im sprach:
»Wie ist d.13 komen, Virgilius.
da3 ir hie banget ilsus?«
\ irgiliiM spraefa in stille:
»Cg WM /.'war mein willc<
15 I)<» ipradl der vrauwen eleieli man
»v,v\ brächt euch /.im» dem lumfej dan
I»;i5 11 baflgl an meiner maiir?
ich w;eii'. (3 sei eu worden sau 1 .
Doch isl 05 mir an eil lail .
><> ir habet erlilen Mnachail.«
hei wirl icbaod den weisen man
he- m vi, 11 dem Im u <• dan ,
Daj in dag volk alle^ Bach,
ei hei großen ungemach
520 2. tS>tr0tUue.
255 Unt vil grÖ3en s merzen
an leib(e) und an herzen.
Do man Virgilium herab gelie,3
als in des hauses wirt hie3,
Do begund' er ser(e) trachten
60 und in dem herzen achten,
Wie er dem getset(e)
da3 deu vrauw(e) stset(e)
Von im laid gewünne,
und auch al3 ir künne
65 Von dem laid geschant würd(e),
da3 was ain swsereu bürd(e).
Damit der ungeheur(e)
schuof, da3 da3 veur(e)
Erlaseh, da3 in Röm(e) was;
70 wunder was, da3 icht genas,
Man mocht(e) nicht gebachen,
noch e33en gemachen,
Man mocht(e) nicht gebreuwen;
sie heten vil der reuwen,
75 Sie wär(e)n nach des hungers tot,
davon sie liten grÖ3e not.
Do die Römaer(e)
liten gröse swa3r(e),
Do begunden sie trachten,
80 wie sie da3 gemachten ,
Da3 sie gewunnen veuw(e)r;
da3 was nie man so teuw(e)r,
Der e3 betrachten kund(e).
in der selben stun(de)
85 Sprach ain Römaer' under in:
wich wil eu sagen meinen sin.
Ich rät', da3 man Virgilius
bit(e) vlei3ikleich alsus,
Der ist gar ain herre,
00 dem sagen wir, wa3 uns werre,
So wirt unser ungemach
verkert.« also der Römer sprach.
2. tJtrflilius. 521
Der rät begund' in allen
vil rechte wol gevallen;
295 Do giengen leicht' und(e) vrum'
alle vür Virgilium,
Und sprächen: »herre, euwern rät
suochen wir, umb ain missetät,
Sie tuol uns also grÖ3e not,
300 vor hunger wellen wir ligen tot,
Wir mügen nicht gebachen ,
wir mügen nicht e33en machen,
Des mue3en wir verderben
und hie ze Rönr* ersterben:
5 Nu wi33en wir, her, dein weistuom,
der ist uns unmä3en vrum.«
Virgilius sprach: »ich wil eu sagen,
ir mügt der rede stille dagen,
Wan sag' ich eu die wärhait,
10 da3 wurd' eu än(e) mä3en lait,
Ir litet ser und ungemach.«
alsus Virgilius gen in sprach.
Do sprächen gar mit swaer(e)
die weisen Römaer(e):
15 »Herre, sein ist nicht ze vil,
swa3 du, vreunt und herre, wil.
Dag tuon wir gern mit sinnen,
dag wir veur gewinnen,
E wir alsus verderben
20 unt hie ze Korne, sterben;
Der hunger machet uns blint,
uns stiihct weil» und e, kinl.«
Bf ipraefc: .ist eu der hunger lait,
so sweret mir des aiuen ail.
25 Dag ich euch li'H-;c tuon in /eil.
d.13 ir dl wider nimmer seit.
I od dag ich euwer huldc
beb* umb die leiben schulde ;
w an ich durefa enwern willen
u> wil bie dag reun «• 1 finden.
522 2. "DUflUiu*.
Do wurden sie ze rät(e),
da3 sie vruo und spät(e)
Im nimmer wolten wider sein,
[sie sprächen:] »wir wellen den willen dein
335 Tuon vil gar, nach deinem rät;
ob sich under uns ieman hat
Versäumt gegen dir, da3 133 du varn,
wir wel[le]n uns gen dir vürba3 bewarn.
Er sprach: »da3 swert mir hie ze stet.«
40 alsus Virgilius gen in ret;
Des swuor(eJn sie im mit laide
iegleicher zwen' aide. —
»Mit hulden ich e3 sprechen sol,
euch be wart nie man so wol,
45 Der euch von laid(e) schaid(e),
da3 sag' ich cu bei mai[ne]m aid(e),
So deu vrauw(e) sicherleich ,
deu da ist in dem turn(e) reich ,
Da ich mit noeten an hienk.«
51) vil maniger nach der vrauwen gienk,
Die ir mäge wär'ejn,
die sach man nach ir värfejn,
Ir man mit vleg(e) und mit bei',
doch er e3 ungern(e) tet.
55 Wan er muost' in des günnen,
er und al sein künne,
Da3 sie zuo her Virgilio gie.
Virgilius sie schon enpfie;
Er sprach: »vrauw'e) wol getan,
(>0 weit ir da3 land nicht län zergän
Und die leut' darinne,
so volget meinem sinne
Unt tuot nach meinem rate .
so gewiul ir veuw(e)r drät(ej ,
t>5 Oder ir mue3t verderben
und mitsamt in sterben.«
Sie sprach: »lieber herr(e) mein.
möcht' (l3 in euwern hulden sein,
'2. V'\x$\liü9. 523
So baet'e, ich euch (vil, gern.
370 ob ir mich wolt et gewern,
So He3t es sein ain ander spil:
ich hän doch von eu laides vil.«
Er sprach: »vrauw\ des mag nicht gesein,
e3 muest' e trukken sein der Rein,
75 Ob ich e.3 lie3' an disem tak:
an' euch, e3 nie man geschaffen mak.«
Den vrauw(e) sprach: »so lät mich sehen,
swas mir hie sülle geschehen.«
Damit Virgilius sprach,
<SÜ dö er sie schönte) vor im sach :
»YrauwfeJ, seht ir disen stain.
darauf sült ir sten alain,
Da3 gewant sült ir ab ziehen .
ab dem stain sült ir nicht vliehen.
No Ir sült nicht haben . wan ain hemd e
ander klaider sint eu vremde .
Lud sült ir da3 aftermuoder i'wär
hinden auf heben gar,
Und an allen vieren stau :
1K) ze hand so sol w cib und man
Zünden vor dem hindertail.
iwer dan gewinnet da3 unhail,
L)er zuo dem andern zünden wil .
ri nmii jn baideo nicht ze vil,
!>ö Wan sie erlesenen! baid* da3 Ltechl;
dag man «■- nimmer brinnen sieht:
WCIIcn sie ftber venu e r lian
10* iiiiK'-cn sie bin wider ii.in
I ml mm 5C11 w ider Bünden .
'»<H> so begin[ne]l der aller lünden.o
IM iprach den rrau* i wol getan:
vs f>it' ich den leib i.in
I ■'. iih bei e |0UlC mIi.iiiI.
ich wolt' e räumen allen lant.«
. iin iprach \ irgilnui dei Dan
also1 ma§ '•", nniii ei gan
524 2. HKtötliue.
Im muo3 anders geschehen:
wein sie vröud' und wunne sehen,
Sie mue3en euch darzuo twingen,
410 so mag in wol gelingen.«
Do da3 erhörten ir mäg(e),
dö heten sie manige vräg(e);
Auch sach e3 zehand ir man,
da3 e3 nicht anders mocht' ergän;
15 Do griffen sie an mit vleg'. mit bet'.
deu vrauwe e3 ungernfe) tet.
Wan sie schämt' sich sere,
ir laides des ward mere;
Sie jach: »ich lä3* mich toeten e,
20 e e3 also an mir erge.«
D6 nicht half weder drö, noch bet'.
nü hoeret, wie ir wirt tet:
Er wolt' des nicht erwinden,
er hie3 die vrauwen binden ,
25 Da3 gewand hie3 er ir ab ziehen,
des mocht' sie nicht enpfliehen,
Er stalt' sie nider auf den stain,
ir schäm was (da) nicht klain :
Da muost' deu vrauwe) mit schal
30 da3 veuw(e)r geben liberal,
Wan sie muost' auf dem stain^e) stän ,
des wolt(e) man sie nicht erlän;
Der ain(e) truog ain kerzen dar .
der ander unslit z'wär,
35 Der dritt(e) truok ainen schaup,
der vierd(e) ainen boschen laup,
Der vünft'e) truog ain buechein her.
der sechst(e) ainen brand swaer'.
Also zunten sie allesamt:
40 da3 was der vrau[we"|n ain bitter amt;
Also muost' sie e3 leiden
und mocht' e3 nicht vermeiden,
Sie muost' die schäm und die" not
leiden, sie was nähen tot.
2. U>u0Utu9. 525
445 Damit Virgilius drät
vuor von Rom', und baut' ain stat.
Als sie heut(e) ist bekant,
die ward Napels genant,
Mit listen er e^ ane vie.
50 da3 e3 nach seinem willen gie.
Recht(e) als er wolde
und als er mit listen solde,
Wan e3 ze recht also ergienk:
die stat er an dreu eijer hienk,
55 Da3 e3 von im noch hat die kraft
unt von seiner meisterschaft,
Swer sie zerbrsech', deu stat versünk(e),
da3 volk vil gar ertrünkfe).
Da3 bewart man in der stat wol.
60 swer gegen dem eije greifen sol,
So zitiert deu stat liberal
und die heuser äne zal.
Darnach Virgilius der her
vant dennoch liste mer,
65 Er macht' ain bilde erein,
da3 bilde muost' von golde sein ,
An dem bilde was gegraben
mit guideinen buochstaben:
DI ich hin zaig*, da3 ist ain hört;
70 swer in begreift, da3 ist ain ort
Seiner armuot ab bckomen.«
<i<') d.13 die leut'e hetenj vernomen,
Dö k;im[enl der leut' ain michel tail.
iegleicher versuocht' sein hail,
75 Ob im der hord würde,
d;«3 im der sorgen bürde
Miiest' dl ron geringel sein
und ganxea rröadc werden icheio.
Die ;nn btlld het «1.13 bilde
80 gefeit auf den bauch wilde;
l)ei .inder ;irm itllOIld u'erakl.
dei nuoiger dikke lacht',
526 ± ftrgUtuft.
Da3 bilde da zaigen began
mit seiner hand wol getan
485 An ainen berg, der gegen im lau ;
also zaigt' e^ nacht unt tak;
Mit dem vinger vür sich hin:
da suochte maniger den gewin
Und gruoben den berg umb(e),
90 der weise und der tumb(e).
Sein vinger im gerekk(ejt was
gegen dem berg, als ich 63 las;
Der ander vinger zaigen began
gegen dem bauch den hört an.
95 Des verstuont sich nie man da:
sie vuoren nach dem vinger sä,
Der da stuond nach dem berk,
darinne so worchten sie manig werk,
Wan sie wanden , da3 sie dort
500 vünden in dem berg den hört:
Den hört da nie man (ge)sach.
aines tages ain trunken man sprach :
»Wie lang sol uns da3 bilde
effen an dem wilde?
5 Ich wil die leut' an im rechen
und wil e3 genzleich zerbrechen.«
Sein[enJ kolben er bei dem orte vic,
vil trunken er gegen im gie,
Und sluog e3 da an seinen nak,
10 da3 e3 auf der erden lak,
Seinen hals und sein(en) nak,
dannoch schain nicht der tak,
Wan e3 bei der nacht was:
da3 golt viel nider auf da3 gras.
15 Daran sol man gesehen wol,
wer grÖ3e3 guot haben sol,
Dem muo3 e3 werden beschatten.
e3 sein laijen oder pfaffen;
Als dem trunken manne geschach,
20 der da3 bilde (da) zerbrach. —
>. VtrjUtas. 527
Diz bild' sol nie man effent sein —
der west' nicht, das ^33 guot was sein.
Unz er daz golt truok von dan :
da ward er ain reicher man,
525 Im wart beschert grÖ3e5 guot.
owe, wie sanft e3 manigem tuot.
Da3 er gewinnet saeld' und hail.
owe, wurd' uns des auch ain tail!
Des helf uns Got von himel reich,
30 z'wär, so würden wir vröuden reich.
3.
<£ r a k l t u 6.
d Haf ■■ 0**M ■ II
14
Als der König Pbokas in Korn herrschte, kam ein Heide dahin
und bot auf dem Markt einen Knaben feil, der aller Weisheit voll war:
wie er dem Heiden zugekommen war, weifs ich nicht. Des König»
Schaffner feilschte auf dem Markt um den Knaben, für welchen hundert
Mark gefordert wurden, und der Knabe, Eraklius genannt, rühmte
sich: er kenne die Kräfte aller Gestirne; ebenso könne er jeder Frau
ansehen, ob sie getreu oder wankelmüthig sein werde; endlich verstehe
er sich auf die Tugenden und Mängel eines jeden Rosses: diese drei
Künste habe er von einem heidnischen Sternseber gelernt.
Der Schaffner legte dem Könige den Handel vor, und dieser liefs
sogleich den Knaben kaufen. Als der Schaffner ihn brachte, prüfte der
König ihn, und befragte ihn über allerlei Gestirne: worauf der Knabe
ihm eines jeglichen Kraft angab.
Nun führte der König ihn auf den Markt, und hiefs ihn das beste
Koss auswählen. Der Knabe zeigte ihm einen jungen Hengst, der
tadellos und des Königs würdig wäre, wenn er gut gepflegt würde.
Das Ross wurde gekauft, und ward so trefflich, dafs der König nicht
ein Land dafür genommen hätte.
Hierauf hiefs der König den Knaben , ihm ein vollkommenes Weib
zur Gemahlin aussuchen. Er liefs alle, die neue Kleider tragen wollten,
zu einer Hochzeit (Fest laden, und es kamen viele Herzoge, Grafen
und Dienstmannen, sammt allen schönen Frauen , die sich köstlich ge-
schmückt hatten. Sie safsen in drei Palästen, in einem die Fürstinnen,
im andern die Burggrafinnen, im dritten die Ritlerfrauen; die übrigen,
Mann und Weib, safsen im Hole. Als alle über Tische safsen, läfst«
'i'-r K ■» n i _: den Knaben bei der Hand und führte ihn zur Braulschau.
Im ersten Paläste fand Erakliua keine des Königs würdig. Im folgen-
den , wo die Dienstmannen und Ritterlrauen safsen, sah der Knabe
auch mir solche, die willig wären, wenn man sie um Minne bäte.
IkHN war es im dritten Palast. Da führte der König den Knaben in
den Hol . wo das gemeine Volk safs : da ersali Eraklius eine Jungfrau,
du- eh.-n so rein und keusch . wie silion. und lUCb getreu wäre, wenn
man sie ungehUtol Itejsc. Der Koni,: wollte sie zur Gemahlin nehmen,
»•im es sich gewiss so verhüll.- Fr.iklius MlCtC l#tl Haupt zu Pfände,
warnte jedoch . .lals die Hui lifl wankdmulhig machen werde; und dei
konig gelohte, ihr m trauen.
Alsbald winde die Juru'lrau königlich gekleidet, die Frauen leinten
sie mancherlei Tugend, und so luhrtc man |f« .ms einet Kammer her-
vor Dl halte der Körnig alle i,.ist<- . Fdle und Borger, Manner und
I r.iueri herulen und vcikundigle, dals er die JuOgJrail zur Gemahlin
erwahi- i : / , pwiaaeo. Alle hiefiefl ei ^n Bienul trat er
mit ihr in emen Kreis der Herren, und lordeih so- .ml. ihm di<tJUBg-
frau /u |f|>M l).i- |6KlMD , und beul'- lel.t. n in liol.cn I nuden
So rtjgtonj ein j,)Ih d.i ward tot Frau dem Könige io Utb< dtfi
er lie nicht ohne Hill JatM-n konnte und ihr seine Bchwtftaff "|,ül lind
früh zur Aufseherin setzte. Das that ihrLeid, sie sagte sieb, da fs ohne-
dies ihr reines Herz getreu sei, wollte nun aber versuchen, was die
mislrauische Hut helfen könne.
Eines Abends safs sie fröhlich, mit der Krone auf dem Haupte, in
einem Fenster: da ritt ein junger Römer vorbei, den grüfste sie minnig-
lich. Der Jüngling, hocherfreut darob, sann Tag und Nacht auf ihre Minne;
er ritt alle Abend an ihrem Fenster vorüber, und sie sah ihn heimlich
und grüfste ihn lieblich. So zwang die Minne sie beide, dafs er fast
vor Liebe starb und sie ihm von ganzem Herzen hold war, obgleich
sie noch kein Wort gewechselt hatten , doch liebten sie sich herzinnig.
Die tödtliche Minnenoth war beiderseitig, dennoch wüste keines von
beiden um des andern Herz. So minnewund versank sie in schwere
Siechlage , dafs der König für ihr Leben fürchtete.
In diesem Siechlhume kam zu ihr ein altes gewitztes Weib. Namens
Komphea, die sah ihren Zustand, befühlte ihr Haupt, Hände und
Hüften, und erklärte sie für minnesiech; sie möge aber ihren schönen
Leib nicht verderben, sondern den geliebten Mann nennen, damit sie
genese. Die Königin rühmte die Alte, dafs sie es getroffen, und bat
sie verschwiegen zu sein. Romphea gelobte es bei tausend Toden, und
die Königin vertraute ihr Alles. Romphea versprach ihr Hülfe, trotz
aller Rehütung, und die Königin verhiefs ihr reichen Lohn. Nun rieth
die Alte, die Königin solle Mittwoch in der Stadt umher reiten, und
sich an das Haus führen lafsen , in welchem sie wasche und spinne,
und vor welchem eine Lache von dem ausgegofsenen Wafser stehe :
dort in ihrer Kammer wolle sie den Mann verborgen hallen. Die
Königin konnte diesen nur dadurch kenntlich machen, dafs sie ihn
zeigte; und die Alte blieb da, bis er am Abend wieder vorbei ritt. Da
erkannte ihn Romphea, und verhiefs, ihn zu gewinnen: die Königin
möge beim Heimreiten an ihrem Hause das Gefolge entlafsen und allein
vorausreiten , dort ihr Pferd an einem Stein stolpern lafsen und selber
in die Lache fallen; man werde ihr heraushelfen, und während ihr
trockene Kleider geholt werden, solle sie sich in das Haus führen lafsen,
wo sie den hübschen jungen Mann in der Kammer finden werde, erst
thun könne, als wäre es ihr Leid, dann aber stehe ihr Bette zur Lust
bereit Der Königin war dieser Ralh völlig zu Willen.
Am Mittwoch früh ritt sie aus, mit Frauen und Rittern, deren zwei
der Königin Ross am Zaume führten. Als sie an die Lache kam, that
sie alles, was Romphea geralhen , und liefs sich in ihr Haus führen,
wo der junge Mann sie erwartete, und beide der Minne pflagen.
Das trieben sie heimlich so lange, bis der König es inne ward, sie be-
obachten liefs, sie bei einander betraf und beide tödtele: jedoch weifs
ich nicht gewiss, ob sie nicht mit dem Leben davon gekommen sind.
Der König sandte hierauf nach Eraklius, schalt ihn, dafs er ihn so
getäuscht habe, und drohte ihm den Tod. Eraklius aber entschuldigte
sich: man habe gegen seinen Rath, die Königin durch argwöhnische
Behütung zur Missethat gereizt. Der König erkannte sein Unrecht, und
bereute, dafs er den Rath nicht befolgt und sein Weib behalten hätte.
3.
E r ä k 1 i u s.
Darnach ain künik ze Römfe) was.
der was gehai3en Föcas.
Vil wunders er da begie;
ich kan nicht wol wi33en, wie
5 Oder von wannen er dar kam,
und'e, da sein ende nam,
Wan, aine3 ist ra'r von im gesait
vür die ganzen wärhait,
I),i3 ain haiden bei der zeit
10 kam auf den markt weit
Und het veil ainen knaben sus,
der was genant Eräklius,
Der knab' was aller weishait rol ;
>la- West' man viir die wärhail wol.
15 Wie er den beiden was zuo körnen,
hi ii ich von im nicht verumncn,
Wan dag der haiden in het vail;
das k;"M '"i v,it m -l ".5« in hall.
Der konig bei innen ichaflsr e
20 det wai trenn und 61 bm e .
Dei rait an den markt guol ;
all in «I.j l<i ( <• .ein muol ;
i> 15 kan den kinl le hall 1
Ei aklim was vail 1
1 . Dei i< ii-iii 1 r lieg ikfa nicbl i>« U kij
den haiden begund1 er v ragen
534 3. €rahltu$.
Wie er den man geben wolde,
und wie er in kaufen solde.
[Er sprach:] »ich gib' in umb(e) hundert mark;
.\0 wan er ist änfej ma3en kark.«
Do sprach der scharTserfej :
»der kauf ist mir ze swaerfe; ,
lr wolt(et) mir dan gunnen,
da3 ich hört', wa3 er mocht' kunnen.«
35 Do sprach Eräklius zehant:
»herr'e) . ich tuon eu bekant
Da3 ich in meinem herzen hän ,
ob es mir hie der haiden gan.
Mein kunst ist nicht klainfe; :
40 ich kan ain iegleich gestain(e)
Besehen, wa3 e3 krefte hat
undfe) wie e3 ze lobe stat.
Saphier und(e) jöchant,
deu sint mir all(e) wol bekant.
45 Und darzuo gemain(e)
alle3 edel gestain(e),
Wa3 kraft ir iegleiche3 hat ,
da3 kan ich besehen drät.
Darzuo kan ich mer(e) ;
50 e3 ist kain vrau so her(e).
Oder (al)sö arm getan,
swenn(e) ich zuo ir gän,
Ich(n) sehe an ir varw(e) wol ,
ob sie staet beleiben sol,
55 Oder ob sie hat ain[en] kranken muot;
da3 kan ich, lieber herre guot,
Ich kan e3 sicherleich(e)
vinden an in gcleich;e).
Darnach wil ich eu mer(ej sagen
60 ain kunst muo^ ich State tragen ,
Des kan ich nicht verge33en,
deu ist mit lieb gese33eu
Sta3t(e) in meinem muot:
da3 dfe)hein ros ist so guot.
3. C*roklius. 535
65 Ichfn'j kün'n an im ersehen wol,
swa3 guoter tugend' e3 haben sol ,
Oder ob e3 ist untugenthaft ,
da3 sich ich wol an seiner kraft,
Lauft e3 snell' unde drät,
70 da3 kenn' ich wol vruo und spät,
Und wil e3 recht an dem ros sehen,
also kan ich ir tugend spehen.
Die künst(e) alle drei
sint mir waerleich gar bei.
75 Als ich eu wil bescheiden,
ich lernt' e3 bei ainem haiden,
Die da hai3ent sternseheerfe),
da lernt' ich die kunst swaer(e).«
Der schatTaer(e) sprach zehant:
80 »meinem hern tuon ich e3 bekanl;
Er lät den kauf nicht under wegen,
er hai3et dein schön(e) pflegen.«
Dem künik tet er e3 bekant:
»kauf in, ich naem' in vür ein lant. «
8o Also sprach her Föcas,
des kaufes er gar vrö was.
Der schaffair' kauft(e) in zehant,
und nam in schon an die haut;
Vin den künig er d<> gie,
90 der herr'cj in schön enpfie.
Bf sprach: >A;\$ mich dein kunsl sehen,
ob ich ric ron dir kttnn(ej soeben.«
1.1 bic3 im itain(c % i 1 und genooli
rttr in trageo : »bistn so kluofc .
h.i- ilii rni! in diaer vrist .
wir iao iegieieber oflzz(eJ ist.«
Die itain' Eräkliua n.im,
• 1 i_'[ <• im do , in e schäm .
\\ .15 ki.ilt bei iegieieber ilain .
|(H> ei m 1 65 oder klein
h< dei kttnik vrö.
Ei viK.if in ;iui den mark! &6
536 3. «Eräklius.
Ze Rom* in der grÖ3en stat.
vil vlei3ekleich er in dö bat,
105 Da3 er im ain ros erkant(e),
des bat er in und mant(e),
Da3 drät lief und snellikleich,
und wol zaem' ainem künig reich.
Vür in zöch man mit schoenhait
10 manig schoen ros gemait.
Der künig sprach: »\velhe3 sol ich nemen
da3 meinen eren müg' gezemen?
Da3 tuon ich gern, nach deinem rät.«
er sprach: »der vol der dort stät,
15 Dem wirt nicht geleich(e)
über alleu künig reich(e),
Heistu sein pflegen schön(e),
er zimt wol deiner krön(e) ,
Er hat nicht vlÖ3gallen,
20 er muo3 dir wol gevallen.«
Der künig dö des nicht enlie3,
den volen er dö koufen hie3«
Er wart der best(e) den man vant:
der künig hiet(ej nicht ain lant
25 Genomen vür den volen guot,
er het in stät in seinem muot,
Des was er herzenleichen vrö,
da3 er het disen volen dö.
Er sprach: »vil lieber Eräklius,
30 nü hast du mir gezaiget sus
Ros und edel gestain(e),
die wärhait gemain(e)
Hän ich an dir wol gesehen:
du solt mir (nü) recht(e) spehen
35 Ainen gar vol komen leip;
ich hän nicht ain eleich weip.«
Dö sprach Eräklius der knecht:
»ich kan eu beschaiden recht
Ain weib nach euwerm willen gar.
40 Iä[3e]t ir mich ir nemen war.
3. <£rakltus. 537
Geschech eu daran immer icht ,
so lät mich sein genie3en nicht.«
Ze hant der künig sande
weiten in dem lande
145 Undfe) hie3 den leuten sagen,
swer neuweu klaider wolt(e) tragen,
Da3 der kaem' zuo der hoch zeit.
da3 sait' man in dem lande weit,
Da3 er wolt' halten Wirtschaft.
50 dar kam[en] der leut' ain michel kraft,
Herzogen, gräven, dienst man,
die kämen zuo der Wirtschaft dan ,
Und dar zuo alleu schoeueu weip.
deu beten gebreiset irn leip
55 Zuo der werden hoch zeit
heten sie sich schon an geleit,
Ir wäre;n dar zuo vil bekomen,
da3 ich da5 von in hän vernomen.
Da3 drei grösfe] palas
60 von vrauw e n also vol was:
In ainem sä3en vürstin ,
in dem andern burggrävin.
In dem dritten rittersweip;
HC heten örleichen leip.
I»') \\;i> in dem hof gese35en
.die.-) < l*i.3 wolt' e33<n.
1 -; \\ i i l weip oder man.
da3 /.uo der hoch zeit wolle gan.
l».i \ic der I uiii-r Eraklium
70 bei seiner bende : »dein weistuom
Dm iol lieh hie erzeigen
weist «in. <l;i-, iiu mein eigen
BUt, I.i MbeiBeD deinen weisluoni sljik
ich k.iuit e (lieh umlt hundert ni.nL
7 ) Swie da£ leib <• mein guo( id •
prei miefa beirsti . und lus \n i
l leg um wtr& iin i aineg * <-ip .
deu wiii um lieb alsara mein leip
538 3. €rahltu9.
Deu sei arm oder reich(e),
180 wan ich ir nicht entweich(e).«
Eräklius antwurt(e) dö:
»herre , du solt wesen vrö ,
Feh merk(e) dir au3 ainfe) mait,
deu rain ist und unverzait.«
85 Damit er in den palast gie,
der künig in bei der hend(e) vie,
Da die vürstinne
wären gemain inne.
Er sprach: »ich sih(e) kain(en) leip,
90 der dir zaem' zuo ainem weip.«
Zehand dö gie er schauwen
zuo den andern vrauwen ,
Da dienst man und ritterweip
heten wol gezierten leip.
95 Der künig sprach: »nü nim vür vol.
ob dir ieman gevall(e) wol,
Sint die hin nicht staete.« —
»etleich , der sie baete,
Deu brach1 ir treuw(e) gern,
200 ainen man möcht' sie gewern,
Der ir möcht' gedienen vil,
der sie umb minne biten wil;
Davon ist etleich vrauw(e) guot
rain und staet an irm muot,
5 Ob man sie icht biete,
da3 sie e$ gern(e) taete.«
In da3 drit palast er in bat
gen; da3 geschach drät;
Der künig sprach: »trachf mit sinn(e) ,
10 ist icht junkvraun hie inn(e),
Deu staet an mir beleibfe) hie.«
in dem palast er umb(e) gie
Und schauwet' sichert eich(e)
die vrauwen da geleich(e).
15 Er sprach: »ich sich nie man hie.«
der künig in bei der hende vie
3. (ßroklius. 539
L'nd weist' in in den hol zehant.
da er da5 volk gemain e, vant;
Er sprach: »nu sich mit sinne.
220 ist indert kaineu hinne,
Deu mir ze weib gezaem(e)
und die ich mit erfe)n nsemfe,.«
Da begund' er umb(e) schauwen :
da saeh er ain junkvrauwen,
25 Er sprach: »ich sich dort aine,
deu waer(e) keusch und rain(e)
l'nd'e, waer' recht wol getan,
der sie wolf nach eren hän.
Ich sag' eu, lieber herrfe) guot.
30 der sie haben wolt' in huot,
So behabt' sie nicht ir staetfe),
wan sie dan missetaet(e):
Wil aber man sie an' huote lan ,
so mag ir nimmer missegän,
3ö Wan sie behalt ir keuschait.
da3 sei dir, herrfe), vor gesait.«
DA sprach der herrfe) wol getan:
»sol ich da3 auf dir hän,
Da3 sie belib'e) staete
40 und nimmer missetaet(e),
SA nim ich die mag(e,t z'wär.
iwie halt ich an ir gevar.«
DA ipracfa Kraklius zehant:
odefl sei mein haub'e.t dein plant.
16 Wilt du sie nicht in hunt^e, hän.
•A mag dir nimmer mfeftegan;
Will du iff aber hurlen,
so beginne! ir hart1 wueten ,
Sie mag da von unrecht treten.
60 ob lic ic man hat gebeten.a
oNain ich,« ipracfa der kttoig dral
i'wai . ich gerar nach deinem ril
Ich «ril n getraowen wol,
eil ie ifl rainer keusche rol.«
540 3. tfrahlius.
255 Zehand man der junkvrauwen truok
klaider deu warn reich genuok,
Als ainer küniginne zam.
deu klaider sie sich an nam ,
Do wart sie ain schoeneu mait,
60 da3 man da wunder von ir sait'.
Die vrauwen nämen sie mit gewalt,
und lerten sie tugend manikvalt,
Und weist' man sie leis und nicht drät
au3 ainer kemenät,
65 Da het sie sich an geleit.
z'wär an der selben zeit
Bat der künig die vürsten gän
und die vrauwen wol getan,
Dienst man und rittaer(e),
70 knappen und burgser(e),
Die muosten da gemain(e) sein.
der künig sprach: »liebeu vrauw(e) mein,
Ir seit zuo mir komen her
nicht umbsust,« sprach er
75 »Ich wil ain weib mit sinn(e)
nemen, dabei ich gevvinn(e)
Erben, deu ist wol getan.«
dö sprach weib und(e) man
Alle geleich(e),
80 arm' und(e) (reiche):
»Herr(e), da3 dunket uns guot.
von ir wert ir wolgemuot.«
Man weiset* sie an ainen rink.
nü hoeret des küniges taidink ,
85 Wie er gegen den herren ret;
er sprach: »gebt mir sie hie ze stet,
Wan ich wil sie gerne nemen,
ze er(e)n kan sie mir gezemen.«
Dö gab man sie im wunnikleich.
90 sie wär(e)n baideu vröuden reich.«
Dö sie der künig het ain jar,
dö ward sie im so lieb gar,
3. (Craklius. 541
Da3 er ir hie3 mit huot(e) pflegen,
und lie3 all(e)3 dink under wegen,
295 Er sazt ir sein swester zuo,
da3 sie spät und^e) vruo
Huott' ir schön vor üppikait.
da3 was der küniginne lait,
Do sie die huot' ersach,
300 wider sich selben sie dö sprach :
»Wil er nü gar an' ang(e,st sein,
mich hat das rainfe, herz(e) mein
Und(e) mein rainer muot
mit ganzer staet(e) wol behuot;
5 D«i3 ist an mir wol worden schein :
wa3 dann' al deu huote sein!
Seit er mir nicht getrauwen wil
gar an meines herzen zil,
So wil ich besehen, ob sein huot'
10 im icht grÖ3en vromen tuot.«
Ainer nacht sie in ain venster sa3-
als irs laides sie verga3;
h<» rait ain junger R6maer(e;
vür ir haus an' swaer(e);
15 Do sa3 sie in irem venster schön
mit irer guideinen krön';
Den gruo3fe) sie minnekleich.
dM wart' sein herze) vröuden reich;
Wan er lag und(e] nacht
20 in ir minne h<:t, gedacht.
Darnach rait er .ii nacht spat
rür n renale) u Nlir M kemnai.
Sic nano -<'in taugenleichen war
und gruo3t' in minneklaicben dar,
96 Wan h<* in dd vol erkenf,
i ..i ron im twang der minne i>;mi .
D;i3 der k t j . ■ p p <•, rröudenrejch
rail ffti die rranw.en wunnikleich
in betwanl nAcfa ir der minne o6l
H dag af vor lieb t na< h arai i«»t
542 3. (ßrahliu*.
Auch betwank ir herz' sie nach im.
und ir muot unde sin
Was im mit ganzen treuwen bei.
swie [doch] zwischen in nicht red(e) sei
335 Ergangen, doch was sie im holt;
er het e^ nicht nmb sie verscholt;
Do was er ir in [ir] herz(en) guot.
und het in Staat in irm muot.
Also het er sie z(e) war
40 liep an ej mä3en gar.
Bedenthalb heten sie ungemach;
so ie da3 ain da3 ander sach,
So was e3 nähen nach im tot;
des betwank sie baid' der minn(e) not.
45 Doch enwest' dhain3*des andern herz(e).
des laid sie von im smerzen.
Davon so ward sie minnen wunt.
da3 ir der siech tag dö wärt kunt.
Do wänt' der künik, sie leeg(e) tot:
50 dö twank sie neur der minne not.
Dö deu vrauw(ej so siech was,
da3 sie vor siechtuom kaum genas,
Dö kam zuo ir ain kündige3 weip,
deu sach ir leben und ir leip,
55 Deu greif ir haub(ejt, hend' und diecli,
sie sprach: »ir seit von minne siech.
Da3 wai3 ich waerleich vür war,
euch twingt deu minne also gar.
Welt ir euw(ejrn schoeuen leip
60 verderben hie, vil saelik weip?
Zwar da3 ist unrecht getan.
sagt mir, vrauw', wer ist der man.
Nach dem ir seit minne wunt?
ich mach' euch schier davon gesunt.«
05 Da3 alt(ej weip hie3 Rompheä.
deu küniginne sprach da :
»Vür war, ich des wol swuere,
der al den krai3 ervuere
3. CroKltuö. 543
In Römischem reiche ,
370 ist nindert dein geleiche.
Nu wil ich dir auf gnäde^ sagen ,
du solt e3 auch von mir verdagen;
Und ist e3 von dir wol verdait,
mein heimleich' muo3 dir sein gesait.«
75 Do sprach da3 alt' weib Rompheä :
»ir sült des sein an' ang(e,st sä,
Und waer' e3 umbej tausent mort ,
ich braecht' e3 nie man an ain ort.«
Sie sprach: »so wil ich dir sagen,
80 und wil des vor dir nicht verdagen;
Ich hän gen dir nicht gallen:
mir ist gar vast gevallen
Ain junk man in da3 herz(e) mein;
wirt mir der nicht, so muo3 ich sein
85 Immer (merj an vröuden tot,
mir tuot sein minne sölich not,
Da3 ich nach verschaiden bin,
sein leip benimet mir den sin:
Und hat noch nie d ejhain wort
90 mit mir geredfejt an ain ort.«
Rompheä sprach: »vrauw(ej mein,
l;it euwer trauren sein,
Ich tuon euch der sorgen vrei.
iwie U1Ö3 euwer huot ej sei.»
95 Sie sprach: »nü rat, 1111 Irre,,
j dien' ich immer mer(Cj.«
Sie spinch »liebe \iauw c, mein,
ir iflll v on berzeo \i<« (ge)sein,
11» 1 ,1 euch <l< 1 milticben seil
100 rueren in die stat weit,
l 1 aioem pforl . da nun ich gaum .
and h.ii-t euch raeren bei dem /.mm
\ ur riicin bailf) 'Li icb inric
wasch' und e] sj>iiuic
1 D hu l;n IT. deil von um fleugt ,
von <lcm \%;i,5vr d.15 rn.in geugl
.544 3. (ßrahliu*.
So birg' ich den selben man
in mein kamer wol getan;
West' ich neur deu maer(e).
410 wer der stolz' man waer(e).«
Do sprach deu küniginnte):
»ich zaig' dir in mit sinn(e),
Wan er reit al nachlekleich
vür mich also vröuden reich.
15 Da soll du mit vröuden spehen,
so macht du in heinacht wol sehen ;
Du macht in schier da vinden.a
»dein trauren muo3 verswinden,
Gewin[ne]st du mir den selben man,
20 den ich dir gezaiget hän.«
Romphea sprach: »z(e)wär,
ir sült sein an' ang(e)st gar,
Ich sich [noch] heinacht sein reiten,
ich wil sein hie innen beiten.«
25 Des nachtes der junkher wolbeklait
vür die küniginne rait.
Sie sprach: »der rain', der wolgemuot',
dem wider var hie alle3 guot!
Sein ros da3 get in sprung(e):
30 da reitet her der jung(e) 1«
Romphea in vil wol an sach ,
sie sprach: »habet guoten gemach,
Vil edeleu küniginnfe,,
ich getrauw(e) meinem sinn(e),
35 Ich gewinne eu den selben man,
wan ich in erken(ne}t han.
In den selben zeiten,
da ir sült ab reiten ,
So merket da3 vil rechte,
40 da3 eu ritter unt knecht(e)
Vor meinem haus entweichen,
so sült ir sicherleichen
Vor in (allen) reiten ain,
unt kert da3 pfserd auf ainen stain,
■\. <£rahüu5. 545
415 So tuot, als ir. an' euwern dank,
vallet ab dem pfaerd'e) lank
In die lachen hernider,
so hilft man eu auf wider.
So seit ir na3 als ain maus,
50 so hai3t euch weisen in mein haus
l'nd sendet nach klaidern zehant;
so hän ich eu vor gesant
Nach dem hübschen jungen man.
den vint ir in der kamer en) stan;
55 So sült ir tuon, als e3 eu lait
sei: so ist mein bett' berait,
Zehand da leget (ir> euch an,
und umb'e; väht den selben man.
So kan eu nimmer werden b§3.,
60 vür war ich eu sage da3.ee
Do sprach deu küniginne :
»du hast vil weise sinne,
/'war bei meiner warhait,
du hast geraten und gesait .
65 Z'wär nach meinern willen wol ,
recht als C3 ergen sol.«
An dem mitichen morgen vruo,
deu kftnigin berait' sich darzuo.
Als ir deu alt' gerälen hat',
70 d*3 sie woll' reiten in die stal;
\ 'lauwcn und e] ritler guot
iitt-n mit ir. sie w.'irn vruot;
Do* zäumten iwln' ritsre
die i.iini-iii .in' iwane.
75 Do lie kamen zun dei Lachen hin,
dl fiel lie mit gnoiem lin
In d.i.- iiuci) <• wt59ei
dl miiotl lie werden nasser;
DA lue- lie sich weisen il
ho in das baut iv Romphel ;
h.i irai dei imi>-< h man Uwe
und w.ii 1 ii | <lci kUniginne .
1 1
15
546 3. (ßrahltitft.
Als sie der künigin het gesait,
also ergie deu hübschait,
185 Da3 sie der minne pflägen
und bei ain ander lägen.
Do lobt' deu künigin staet(e),
da3 sie e$ gern(e) ta3t(e).
Der haimleich' nämen sie in genuok,
90 sie waren wach unde kluok,
Unz sein der künig innen wart.
dö wart nicht lenger gespart.
Er sazt' in baiden läg(e),
nach der meider sage,
95 Unz er sie bei ain ander vant :
der töd wart in von im bekanl ,
Als man mir hat von in gesait.
ich wai3 nicht selb[ej die wärhail,
Ob sie schieden lebendig dan ,
500 oder in der töd gesiget' an.
Doch ist mir gesaget sus,
der künig sant' nach Eräklius,
Er sprach: »sag' an, unsaelig man.
wie ist dein weishait au3 gegän ,
5 Da3 du mich so ser hast betrogen!
«iii hast mir von dem weil) gelogen ,
Du jaeh', sie waer* ain stiege) weip:
darumb solt du deinen leip
Waerleich(e) lä3en hie.«
10 er sprach : »warumb(e) oder wie
Han ich den töd hie verscholt?
ich satt' dir, da3 ich nicht enwolt',
Den rät man gegen mir übergie —
da3 ir ieman huet(c) hie.
15 Darumb wil ich unschuldik sein
umb die lieben vrauwen mein,
Hat sie getan dhein missetät,
seil man hat den meinen rät
Daran übergangen.
20 ich soltfe) billeich hangen,
3. SErakltue. 547
Ob ich schuldig waer'e;.
so lid' ich billeich swsere).«
Do begund' der künig jenen,
im waere recht geschehen,
525 Er sprach : »und hiet' ich deinem rät
gevolgt. ich waer' An1 misselät.
Und hiet' nicht herzen swaer(e),
und hiet' auch al mein er(e).
Und hiet" ich gevolget deinem rät.
30 so weer' mein weib an' missetät.«
#
ptv CeufeU-fapß.
Em Mann ward, wie ich vernahm, folgende! maisen tapst zu
Rom. Er war vornämlich ein Spieler und ohne alle Tugend, aber
wohlgelehrl; er schrieb und las alles was man ihm vortrug, und war
des neuen und alten Testaments aus dermafsen kundig. Dabei war ei
bitterarm, weil er im Würfelspiel alles verlor. Da beschlofs er, sich
von der Armut zu befreien und dem leufel Seele, Leib und Leben
zu ergeben. Er trat auf einen Kreuzweg, zog einen Kreis um sich und
rief den Teufel herbei. Dieser erschien alsbald, und lhat unwillig,
dafs der »Lollerpfaffe« ihn so mühe. Der Beschwörer begehrte vom
Teufel, dafs er ihn der Armut enlrifse. Der Teufel erbot sich, ihn
gewaltig über alle Christen zu machen, nämlich zum Papst in Rom:
dafür müfse er aber, sobald er am Allare zu Jerusalem als Papst die
.Messe singe, seine Seele in die Hölle führen lafsen. Der Pfaffe bot
sogleich Leib und Seele für das Papsllhum . indem er nimmer nach
Jerusalem zu kommen gedachte. Der Teufel verlangte, dessen zu Ur-
kund, einen Brief mit seinem Blute, und der Schüler stach sich in den
Finger, und schrieb mit seinem Blute den Vertrag. Hierauf ging er,
nacb Weisung des Teufels, zum Bischof. Da war eben des Bischofs
Schreiber, vom Teufel verleitet, zum Weine gegangen und ganz be-
irunken. Der Bischof aber wollte gerade einen Brief absenden und
biefl eilig den Schreiber herbei holen: der Teufel Jiefs ihn jedoch nir-
gendl linden. Unwillig auf seinen Diener, rief der Bischof heraus, er
wolle den reich machen, wer ihm zur Stund einen Brief schreiben
konnte. Das horte der arme Schüler, sogleich erbot er sich dazu . und
\ermafs sich, ihn EU genügen, und wenn es um ein Land ginge.
Dei Bischol glaubte ihm, gab ihm den Gegenstand an, und der Arme
ich rieb einen Brief, dafi Keiner ei befscr gekonnt bitte. Das gestand
ihm der Bieebol Dil Freuden, und erbot lieh reiner anzunehmen,
wena ei dm Würfelspiel liefae Der Schüler gelobte es mit manchem
Knie , und der Bischol lieft ihm durch seinen Kammerer neue Kleidet
geben, Abi beste Gewand von fpern. Da war der neue Schreiber dei
stattlichste und geebrteste Mann Obecbon er dai Spiel nfcbi lief« so
ist i'uiei Ihm doch die Würfel /.um Gewinnen. Der Bischol
gewann Ihn so lieb, data er ihn reich machte, und nach einjährigem
Dienst ihn mii absei freudigen Botschaft nach Rom sandle. Dei
Schreibet richtete dieselbe 10 lücblig aus, dafi dei Bischol ihn noch
liebet halte vnd lieh aimmei von ihm trennen wollte. Darnach sandle
dei Bischol ihn ■r>«,rmalj nach Rom u*- dei Schreibet funfTagereiser
weil war, kam ein Bole und meldete den Tod des Bischofs. Da er-
nannte der Papst den Schreiber, der ihm auch ein lieber Freund ge-
worden war, auf des Teufels Ralh, selber zum Bischof, und verlieh
ihm sogleich das Bislhum. Der Schreiber, nun als Bischof, machte
sich durch seine Freigebigkeit bei Allen beliebt, und war frohgemuth.
So lebte er drei Jahre: da starb der Papst, und der junge Bischof
wurde durch Eingebung des Teufels, einstimmig von den Patriarchen,
Kardinälen und Fürsten zum Papste gewählt: so safs er nunmehr herr-
lich auf dem päpstlichen Stuhle, wie der Teufel ihm verheifsen hatte.
Da traten eines Tages die Kapläne vor den Papst und forderten
ihn auf, am nächsten Morgen, wie es ihm gebühre, in Jerusalem
das Hochamt zu verrichten. Der Papst verwunderte sich, weil er un-
möglich binnen Tag und Nacht jenseit Aleeres nach Jerusalem gelangen
könne. Die Kapläne aber erklärten ihm, dafs nur ein nach Jerusalem
benanntes Kirchlein zu Rom gemeint sei , welches der Papst jährlich
einmal besingen müfse. Da erschrak der Papst, und wehklagte, dafs
seine Seele verloren sei. Am Morgen muste er mit den Kardinälen
nach dieser Kirche reiten. Dort legte er den päpstlichen Staat zum
Hochamt an, bestieg so den Letner (das Lectorium) . und rief vier
seiner Knappen herbei. Sie musten ihm schwören, vor der hier ver-
sammelten Christenheit alles zu thun, was er beföhle, so fern es ihnen
nicht ans Leben ginge. Er liefs einen Block, ein scharfes Beil und
starkes ÄSefser bringen. Hierauf legte er eine öffentliche Beichte ab:
wie er. vom Teufel betrogen, ihm Leib und Seele für das Papslthum
verschrieben habe, und heule ihm verfallen sei: jedennoch hoffe er auf
Gottes Erbarmung. Er gebot nun den Knappen, ihm die Füfse abzu-
hauen, die ihn zum Teufel getragen, und die Hände, womit er sich
ihm verschrieben habe; dann liefs er sich die Ohren und Nase ab-
schneiden und die Augen ausstechen, die alle so gern dem Teufel
gefröhnt haben; und endlich sollte man ihm die Zunge ausschneiden,
die so willig mit dem Teufel geredet, und lästerlich Gotles Ordnung
gebrochen habe: alles solle man den Teufeln hinwerfen Also geschah
es. Die Teufel ergriffen alsbald die ihnen verfallenen Gliedmafsen,
spielten Ball damit, und führten sie hinweg, angesichts alter in der
Kirche Gegenwärtigen. Wie es aber Gott mit ihm jenseits geschaffen
habe, darüber hat noch niemand dorther Kunde gebracht.
4.
Des teuvels habest.
Ze Rom' wart bäb(e,st auch ain man,
als ich von im vernomen hän;
Wie e3 (aber) darzuo kam,
da3 man in ze bängst nam ,
5 Da3 hat man mir kund getan.
davon wil ich euch'3 \vi33en län.
Er was des ersten ain spilaer(e),
aller tugend' was er laer(e),
\V;in er wol geler(e)t was,
10 da3 er wol schraib und(e) las.
Swa3 ni,1n vor 'm zalt(e),
«li«- ricuw' e und die alt'ej
Kund' er gar an' m^en vil,
<li\.»ii ich nicht versweigen wil.
15 Ich well' den hüten tuon bekam.
wie er batosl ward' und bdbst genant.
Kr wai ;iiu arm rltttig man.
sn an der würfe! gewan im an.
I)a_5 ei was gnot t i alaä bar,
20 dij ich es niclii gesagen tar.
/.<■ > inen Eeitec <•! gedächt',
dag in iuo dei blbsthail bricht'
I 1 dicht1 in dem sinne sein:
1 v,\r i <d i< h arm sein '
_' » Ich nn H dem Leuvel geben
e . I< ib ni. d mein leben.«
554 i JS\n Teufels -fop|l.
Damit er an ain gevvik(kej gie,
er sprach: »war um b oder wie
Sol ich arm hie bestän ?
30 ich wil dem teuvel mein sei' län.o
Vor ang(e)st was im hai3,
er umbrai3 sich in ainem kraJ3,
Und ruoft(e) den teuvel dar.
dar kam er offenbar
35 Mit ang(e)stleicher vart,
so bitters nie gesehen wart.
Er sprach: »wa3 wilt du loter pfaff(e) ?
du bist ain rechter aff(e),
Da3 du mich muejest so ser.«
40 der nak[ken]t man sprach: »ich wil dein[erj ler'
Gern(e) haben umb(e) guot;
mein armuot mir unsamfte tuot.u
Der teuvel (sprach) : »wilt du mir
volgen, so ler' ich dich schier,
45 Dji3 du wirst ain gewaltig man,
und die Kristen dir [alt] undertan
Weiden (al)gemaine:
gib mir dein sei' alaine,
So wil ich dich mit Sachen
50 ze Röm(e) bäb(e)st machen;
Gib mir von deiner sei' ain len,
wann' ich dich still* an sen
Ze Jerusalem in bäb(e)stwät
und da3 dein munt ze singen gät
55 Ze Jerusalem auf dem alter,
da3 ich dich dan mit swaer'
Vuere, swar ich well(e)
in die wei3' oder in die hell(e).«
Do gedacht im der lotterpfaf:
60 »taef ich des nicht, ich waer ain ai.
Wan kaem' ich ze Jerusalem?
da3 mich dan der teuvel [hin] naem'.
Da3 geschieht an mir nimmer;
ich bin vrei vor dir immer.
i. jPcr üeuUU-'Payfi. 555
65 Wer sieht mich enhalb mer(e)s gän?«
also dächt' im der tumbe man:
Da west(e) er nicht die geschieht ,
da3 er ze Jerusalem nicht
Maint', da3 enhalb meres lak .
70 da3 was dem tumben man ain slak:
Er maint' ain klain(e)3 kirchelein.
das muo3 stäl ze Röm(e) sein,
Und muost' ain iegleich bäb(e)st z'wär
ainest besingen in dem jär.
75 Des enwest(e) nicht der man ;
er spracht »mag ich die er(e) hän,
Da3 ich werd' bäbst und mug(e) sein,
so hab' dir leib und sel(e) mein.«
Der teuvel sprach: »des (soltu) mir
80 (geben) deinen brief vil schier.
Also da3 ich mit deinem bluot
schreib' an ainen brief guot,
Da3 der mein wortzaichen sei,
da3 du seist mein, und nicht vrei.a
85 Zehand dem schuolier(e)
was den red' nicht swaer(e),
Er stach in den vinger guot
also da3 im da3 röl(e) bluot
Da zuo dem vinger herau3 ran.
(H) da ichraib der valandes man
Aloen briei mit dem bluot;
tbjs WM dem .sclmol.ei' nicht guot.
Er sprach; »ich WÜ dich In ■< • n .
du soll ze dem bischof ker(e)n,
95 I),i wil ich dich bereiten uro! -
dag <lü w j i < i ganier vröuden voLa
Zehand <:r zun dein bischol gie;
nie man in da schön enpfie ,
DI ituond er RU3en an der tüi •
MX) nie man ließ in bin rür.
D< !i bist hol i schreibet von im schiel
■k im der teuvel riel
556 4. 2>er Teufels -fapj't.
Da3 er gie zuo ainem wein,
[unt trank,] da3 er nicht trunkner möcht' gesein
105 Do wolt' der bischof an der stat
seinen brief senden drät;
Er sprach: »ir sült mir senden drät
mein[en] Schreiber in ain kem(e)nät,
Und eil(e;t des baldikleich,
10 ich muo3 in haben wgerleich.«
Da west' der teuvel an der stat,
der in ze dem wein geschikk(e)t hat'.
Der lie3 nicht vinden den schreibser',
dem herren macht' er in unmaer'.
15 Wie vast er au3 der kamer rief:
»waer' ieman, der mir ainen briet
Künd' schreiben ze ainer stund(e),
sein armuot im verswund e).«
Da3 hört' der arm(e) nakkent man:
20 »törst(el) ir euch an mich län ,«
Sprach er »ich schrib' euch sicherleich;
ich bin gar künst(e) reich,
Da3 secht ir wol an meiner hant,
und solt' e3 sein umb ain lant,
25 Ir waert mit mir versäumet nicht,
an meiner geschrift man da3 (wol) sieht.«
Der bischof glaubt(e) im vil gar;
die matery gab er im gar;
Damit schraib der nakkent man
30 ainen brief, da3 nie man
So guoten brief het gesehen ;
des muost' im der bischof jehen,
Do er den brief da gelas,
des ticht(e)s er vil vrö was,
35 Da3 er was so künst(e) reich;
er sprach: »ich sag' dir waerlcich,
Woltest du da3 würfelspil län,
ich wölt' mich umb dich nemen an.«
Des swuor er im manigen ait,
40 er sprach: »ich wil mein staetikait
4. IDer £eufcU-pup|V 557
Herre, nicht zerbrechen.«
do begund' der bischof sprechen
Zuo seinem kam'ejraer e :
»ring' im seinfej swser e^
115 Und gib im an sein neuweu klait,
ob er mir biet' seinen ait^
Das er well' da3 Würfel spil
län, wan er kan sein vil.«
Däviir bot er manigen ait.
50 da3 er wölt' sein staetikait
Dar an läsen vür gän.«
dö gab man im klaider an
Von Iper da3 beste, ,
da3 ie man da west(e).
55 Er ward der ba3 gerietuest (?) man,
im ward berait der eren van.
Damit er dient(e) z'wär
dem bischove wol ain jär.
(S)wann' er begraif da3 spil ,
tiO der teuvel in nicht lieg vil
Verliesen, wan er in lert(e),
den würfel er im kert(e)
Ze dem besten nach gewinn(e),
da3 des nie man ward inn [e \
65 Davon der schuolaer(c)
gewan an(e) swcer(e)
AIIe.3 das er woltfc),
wan der teuvel im helfen wolle.
Daj traib er wol aiD jar.
70 dei ichreiber ward den bischof gai
Lieb sicherleicfa e ■
er macht(e) in reich e
Do er leinen muoi erkant t
/<• Rom* er in [in den palaal I s;i"i e
78 Mi f liner rröudenbotschaft,
er gab im /finii-' die krall ;
Des w;i> <icr ichreiber gemait,
auo hin palaal er d<"> rait,
558 4. Hier Teufels -|)ttp|l
Und warb sein botschaft, als ain man
180 der kranken muot nie gewan.
Davon wart er dem bischof liep:
»er mu(e)st(e) sein ain übel diep,
Der mich von dir wolt' schaiden:
Juden. Kristen, haiden
85 Mag mich von dir geschaiden nicht;
deu saeld' muo3 mit dir haben pflicht.«
Also sprach der bischof guot
»ich trage dir (vil) holden muot.«
Ze ainen Zeiten da3 geschach,
90 da,3 der bischof zuo dem Schreiber sprach,
Er solt(e) balt ze Röm(e) varn,
und solt(e) sich darzuo bewarn.
Damit der Schreiber nicht enlie.3.
wa3 in der bischof tuon hie3,
95 Er was im (vil) gar berait;
er vuor ze Rom' mit staetikait.
Als er auf dem wegfe) rait,
wol vünf tagwaid'. als man sait,
Do kam ain bot' und sait(e) maer(e),
200 da3 der bischof tot wser(e),
Da3 sait(e) man im sicherleich.
dö sprach der bäb(e)st reich :
»Schreiber, lieber vreunt mein,
du solt selber bischof sein.«
5 Ze hand er im da3 bistuom lie3,
vil wol er im darzuo gehie3-
Als dem babst der teuvel riet,
wan er in vil gern(e) hiet.
Da der Schreiber bischof wart .
10 dö wart nicht lenger gespart.
Er liebt(e) sich den besten.
künden und{e) gesten
Gab er sein bröt willekleich;
sein muot der was vroudcn reich.
15 Dö er da3 traib dreu jär,
dö starb der bäb'ejst, da3 ist war,
4. 2>er Teufels -yapji 559
Do viel deu wal gar an in.
da3 daucht' den tenvel ain gewin.
Wan er ze allen Zeiten riet.
*220 wan er den Schreiber gernfe hiet.
lJatriarken unt Kardinal
und die vürsten, die die wal
Helen 'aljgemain e .
die lobten in gemainfe .
2a Da3 er bAb'ejst würde:
da3 ward im ain bürde.
1)6 wart nicht lenger gespart.
der bischof ze bäbst'e} wart.
Da besa3 er den stuol schon ,
30 da3 was des teuvels Ion.
Darnach giengen aines tages vür in
und sprachen mit guotem sin.
Sein kappelan gemainre;:
^herre guot und rain(e),
35 E3 ist morgen da3 recht dein.
da3 du ze Jerusalem solt sein
Und solt da3 ampt da begen,
vil schön(e; ob dem alter sten.«
I><> 'da.-, der bäbst erhört' und sach.
10 wider die kappd Inj er [do] sprach :
Wie sol da3 immer an mir ergen?
um muo3 Jerusalem slen
Knhalb rners; ich muo3 verzagen.
wie sol ich in so kurzen tagen
Die Irirchen Ai beringen?
irie m&eht' wir 16 wol geringen .
Daj ich morhr in lag und in naehl
über rnei . ;i|s n h;il)t gedieht?«
l)<» sprächen die kappelAn
> I bei . < ;, M fl nicht ergän:
1 3 ist ain 1 ueir hie nähen bei .
di ^<>li <iu morgen sorgen frei
In singen . daj 01003 ergftn ,
<lis mal I .hu bab e sl ab gestan
560 4. Wn ©eufeU-popft.
255 Deu kirch' ze Jerusalem isl gennnt .
und ist vil weiten (wol) erkant.«
Der bäbst dächte : »hoch geborn !
so isl mein sel'e) verlorn.«
Also [da3l deu sorge mit im tank
GO unz da3 der morgen auf drank.
Doch muost' er mit den kardinal
varn, da3 im da3 herz' erhal.
Er gedächt(e): »ich muo3 varn dar!«
gegen berg so gie im da3 har,
65 Unz er kam ze Jerusalem geriten.
zehand dö ward (da) nicht vermiten,
Er garwte sich an, sicherlich,
alsam ain habest reich,
Sam er da3 ampt so;l) singen;
70 da gie er auf den letter steigen.
Er sprach zuo vier knappen sein :
»euwer treuw(e) sol mir werden schein,
Jen hän eu hie getrauwet wol ,
ir habt mein red(e) hie vür vol,
75 Swer(l) mir hie ainen ait
hie vor diser Kristenhait.
Da3 ich euch hai3e schatten
mit laigen und mit pfaffen ,
Da3 ir da3 tuot an' widerstreit
80 hie bei mir an diser zeit.«
Die knappen spräch(en) allfe) vier:
»herre, ir sult g'e.lauben mir,
Wir schaffen hie euwer dink.«
dö sprach under in ain jung(e)link:
85 »Da3 uns nicht fge) an da3 leben,
da3 sül[le]n wir nimmer widerstreben.«
Da swuoren sie vil schier(e)
starker aid(e) vier(e).
Dö der bäbst vernam ir ait,
90 dem swuoren sie [beid] ir wärhait,
Er sprach: »nü bringt ain stok her,
das ist meines herzen ger,
4. Per äkufcU-|Jap|i. 561
Dabei so sol ain beihel sein.
da3 nicht scharfer mag gesein,
295 Und ain vil starkes rae55er.
da3 nimmer möcht' sein be33er.«
Do man da3 alles dar brächt',
»ich sag' eu. wes ich han gedacht."
Sprach der bäb'e.st ze hant
300 »lieben leut', seit au mich gemant .
Ich wil mich beichten offenbar
vor diser Kristenhait vürwär,
Und'e, da3 ir wi33(e)t drät.
wie (so; mich der teuvel hat
5 Getwungen, als ain krankes weip:
ich lobt' im sei' und e, leip,
Das er mich bäb(ejst macht(e) hie;
also er mit mir umb;ej gie,
Da3 es ist hie von im geschehen,
10 des wil ich vor eu allen jenen,
Heut' sol er mich vueren hin.
nü hän ich ze Got doch ainen sin,
Da3 er sich barm' über die getat,
die mein leib hie begangen hat.«
15 Er sagt' in recht, als im geschach
und als der teuvel gegen im jach.
I);irnäch hies er dar gän
die vier knappen wol getan.
Li sprach: »stacht mir [ab] die vue3(e] hin,
20 die troogen mich ze dem teuvel hin.«
D.13 wart vil schier [e] da getan.
er sprach : »ich wil die hend <■ läo .
D.irnit ich im geschriben h;m
dem selben tcn\clleichen man.«
2) D.ifmitj saif er in mit guotem sin:
»sneidet mir den oren hin.
Di mit li;m ich gelner <• I in .
lies miios sergin mein leib mein sin,
Mein ii. is e 1111103 di leiden i
90 sie woii' d.is im- vermeiden ■
11 •«>
Sie wolt' den teuvel smekkend' sein.
so stich mir au3 de» äugen mein,
Deu künden in vil recht(e) spchen.
wan sie wolten in (an) sehen.
335 So ist da3 meins herzen gir,
da3 man mir au3 dem rächen hie(r)
Sneid' au3 mein vlaischleich[e] zung e .
deu hat ir ord(e)nung(e)
Zerbrochen, wan sie mit im ret ,
40 da von (da3) sie e3 gern(e) tet.«
Er sprach (me) mit guotem sin:
»werft Lsie] alle3 den teuveln hin,
I)a3 sie e3 in ir reich(e)
vuer(e)n gewaltekleiche).«
15 Dem teuvel e3 geworfen warl :
da wart lenger nicht gespart,
Sie sputen damit bal schon,
und heten in deu klainet ze Ion.
Da3 sahen alle gemain
50 in der kirchen, gro3 unt klain.
Die dar komen wären
bei den selben jar(e)n.
Wie e3 Got mit im schuol" dort>
des ist noch nie man an ain ort
55 Komen, an ain wärhait;
wan C3 nie man her wider sait.
o.
& n t f t v pagober t.
W ir lesen . dafs Kom ohne Kaiser war, und die Kardinäle und
Furslen alle zusammen im Palaste safsen und gelobten, wer zum Kfsen
oder Schlafe weggienge, der sollte die Wahl verloren haben. Da ge-
schah es, dafs Alle dafselbe Gesicht hatten: sie sollten einen Wann
wählen, Namens Da gb recht, der arm, aber gerecht war, und auf
dem Kaisersluhl alles Krumme schlicht machen werde. Als sie hierauf
zusammen kamen und sich besprachen, da erkannten sie Gottes Weisung
in dem wunderbarem Gesicht, und wollten es erfüllen.
Während die Herren sich noch darüber beriethen , ward es ihren
Kindern, die davon hörten, zu lang, sie rillen hinaus, schlugen ihr
Gesell auf, und trafen nach einer Weile Weges, einen Eirer (Eier-
händler , mit einem Korb auf dem Kücken, worin er Käse und Eier
trug, weil er zu arm war, ein Ross zu kaufen. Sie grüfslen ihn und
fragten nach seinem Namen. Der Wann wollte ihn nicht sagen, weil er
unschön sei, und bedauerte, dafs man ihm keinen der manchen guten
.<bcn , welche im Lande gangbar sind, wie Heinrich und
(Conrad. Die Juagberren aber hielten ihn fest, bis ersieh nannte:
recht der Eir« ^^leich riefen sie ihn zum Kaiser aus. Dag-
brecbl hielt M f u r >|-oi t. und wollte fürder seinem Gewerbe nachgehen,
nkinder betheuerlen jedoch seine Bestimmung, wie sie ver-
nommen, absehen er manchen nachmalt im Leben strafte. Sic nahmen
einem Piachef mit nebligen lein Nets, 1<l: t<-n es Dagbrechten i nd
führten ihn m naefa Rom
Üi :• i irsten im Halbe die ünbesonnenbeil ihrer Kinder ver-
nahmen, hatten lic such schon im Lande umfragen lafsen, «>b ein
lur>l Namens Da^brecht da warrv Man (and jedoch keinen, und 10
mnslen sieh Alle dahin rereinen, dafi sie den Gefundenen sls ihren
Herrn »nahmen Dsgbrecbt bat, ihn nicht en rerbohnen, und ihm
nur tu efsea in sehen , weil er schon den driiien Tag nüchtern sei
Dil Ben i ibei logea ihm das . Net/ sb, legten ibm fürstliche ileidei
sa un<! erwiesen ihm hohe Bhrc Als Dagbrccbl ihren Brnsl und sich
sa Ml den rbron erhohen sah. heis ei sich ron Alien Geboraam
schworen, beriel sltbald einen n.,i und rerbol bei Lebensstrafe Alien
lt. ml) un 1 Itraml
Da verdrofs es manche Fürsten daheim, dafs dieser Eirer ihnen so
ans Leben dräute, und sie hüben um so stärker wieder an zu rauben
und zu brennen. Als Dagbrecht dieses vernahm , entbot er alsbald
alle Fürsten des Reichs zu Hofe. Derselben kamen auch zweiundvierzig
mit grofsem Rittergefolge. Der Kaiser, der sich dazu vorbereitet und
gerüstet hatte, rügte hierauf mit Zorn den Frevel der Versammelteu,
und kündigle ihnen allen an, dafs sie Freiheit und Leben verwirkt
haben. Alsbald liefs er die Fürsten ergreifen , und ohne Gnade allen
die Häupter abschlagen.
Seitdem fürchtete man den gerechten Kaiser Dagbrecht so sehr,
dafs niemand sein Gebot zu übertreten wagte. Er machte alles Krumme
«blicht, und Friede herrschte unter ihm im ganzen Reiche.
o.
Kaiser Dagbreht.
Nu merkt da3 ich an dem buoch(e; las.
da.5 nicht kaisers ze Röme was ,
Da sä,5en zesamen die kardinal
und die vürsten, an den die wal
5 Stuonden ze Rom sicherleich,
die sä3eu in dem palast reich
Und gelobten das gemain,
da.3 under in da[nj dehain
Wser\ der dehein[ejs e33ens pflaeg(ej,
10 der dannen gieng' oder laege.
Kr liiet'c) seilte; wal verlorn;
da3 lobten die hern hoch geborn.
Da3 triben sie unz an den tak,
vür war ich da3 gesprechen mak.
\ö Den icd' ist |nc laugen.
in kom iMen iv sogen,
Sic leiten nemee einen man .
den ich en wo\ nennen kau.
Kr was geheimen Dagbrechl
90 und wm n rechten dingen ilecbl
Als ich eu brsrhaiden kau.
er was / wn ;iiii arm man.
i>«> die bern den mm
|| vcrn.iriK-n .,11' s\N,ri'ej.
35 legleicher befunder, —
irai lin itai l t 3 wundei
568 5. 4äat|Vr JJagubert.
Sie giengen zesamen, als in zam,
ir iegleicher sprach äne schäm.
Da sie zesamen kamen.
30 und ir red' vernämen ,
Da leil' ain jegleicher viir,
von dem gesidel unz an die tür.
Da3 in da3 best(e) daucht' gelän.
dö sprach under in ain weiser man :
35 »Nu hoert ir alle besunder,
ich wil eu sagen wunder.
Eu allen gemain(ej.
mir ist heut' alain e .
Ze äugen kernen ain man.
40 den ich eu wol nennen kan,
Der ist genant Dagbrecht
und ist ze rechten dingen siecht ,
Also ist er mir ze äugen komen.
ain rechtikait hän ich vernomen.«
45 Dö ir iegleicher erhört'
des vrumen herren wort.
Dö sprächen algeleich(e)
die herren also reich(e)
E3 waer' in auch ze äugen komen.
50 sie heten gern(e) da3 vernomen,
Da3 Dagbrecht der selb(e) man
besage) den stuol wol getan.
Da3 waer' ir will' und(e) recht,
er möcht' die krumben machen siecht
55 Got het' e3 nicht an' sache getan,
da3 er so manigen vrumen man
Des nachtes wser(e) ze äugen komen;
sie heten gern sein kunft vernomen.
Dö sprach iegleicher besunder:
60 »diz ist ain grÖ3 wunder,
Da3 uns allen samt geleich
ist da3 maer(e) sicherleich
Komen gar ze äugen.
da3 ist Gotes taugen.
5. datier ^Dagobert. 569
65 Wir sül[le]n nü nicht erwinden ,
man muos den man vinden.
Der unser herr(e) hie sol wesen,
an' herren miigen wir nicht genesen.«
Die weil' sie des rätes pflägen.
70 do begund' ir kind betragen,
Des riten sie au3 an da3 velt
und sluogen auf ir gezelt,
Sam noch tuont der vürsten kint.
die darzuo geborn sint,
75 Dö sie da riten in kurzer weil'
vollikleichen ain(e) meil\
Da wider vuor in än> swaer(e)
ain armer airser(e),
Er truog ain krezzen auf dem ruk,
80 die er het(e) manik bruk
Getragen und(e) manige3 mos;
er het ze vergelten nicht ain ros;
Er truok kaes; und ay(e)r vil,
sein[en] kaufschaz ich nicht nennen wil.
85 Do sie den airser' sähen,
do beguoden sie zuo im gähen,
Sie sprächen: »Got grue3' dich, vrum man;
euwern namen nie man nennen kan,
Wie ir seit hie genant,
90 da3 ist uns laider unbekant;
h sult euch hie nennen.
da£ wir euch miigen erkennen.«
DA ipracfa der vil arm(e, man:
mein Damen ich nicht nennen kan.
95 W-iii er 1^1 unschöne;
er mag WOl h.ii^en Inen e
Der mich .iIm) nennen hie.5 .
und manigen guoten namen lit'3 .
Haineicfa uii<i ej Knonral
(M) ;illes in dem l.ind uinb gät.«
Die junl herren jähen te hanl :
• im nam e muog um irerden bekanl .
570 5. iüaifer Dagobert.
Ir entrin[ne]t uns dan von dirr(e) stat.
den namen wel[le]n wir \vi33en drät.«
105 Do sprach der vil arm(e) man :
«seit ich eu nicht entrinnen kan,
So wil ich in eu hie nennen,
da3 ir in müget erkennen,
Er ist mir doch vil swaer(ej ;
10 Dagbrecht der eiraer(e)
Also bin ich genant.«
sie saiten: »so sint eu den laut
Wserleieh alliu undertän,
die vürsten all' euch erweit hau:
15 In dem kaisertuom habt ir gelimpf. «
Dagbrecht sprach : »lät euwern schimpf
Lät mich gen, das st^t eu wol ,
meines kaufes ich pflegen sol.«
Do jähen der vürsten kint geleich:
20 »ir werdet kaiser sicherleich,
Als wir vor haben gehört.«
vil manigen er von dem leben stört'.
Sie gaben im an vremdeu klait,
darzuo waren sie berait:
25 Sie sähen ainen vischaer(e),
dem ward da3 da vil swaer(e, ,
Sie nämen im sein nezz(e),
und gäben im [da] die lezz(e;.
Da3 sie in zersluogen,
30 sein red' sie im nicht vertruogen .
Dagbrechtefn] laiten sie e3 an,
unt vuorten in in die stat dan
Vil snellikleichen und(e; drät
hin ze Röm(e) zuo dem rät.
35 Do den vürsten ward gesalt
der edeln kinde[n] tobhait,
Do heten sie auch e gesant
zuo den vürsten in deu lant.
Ob ieman west' deu maer(e),
40 da3 under in ain vürst' waerc,
Matfer jPttgobert. ">71
Der Dagbrecht waer(e) genant.
da5 man in da3 tset' bekant.
Der vand man nindert kainen.
davon rauosten sie sich ainen.
145 Da3 sie disem guoten man
waeren alle undertan.
Sie sprächen alle gemain'e)
au3 ainem mund alain(e):
»Seit euch Got hat her gesant.
50 so sült ir herr'e) sein bekant.»
Dagbrecht sprach: »her, disen spo'
den mue3' eu vergeben Got.«
legleicher zuo im sprach.
wan er gen im verjach:
öo »Z'wär, auf die treuwe, mein.
ich wil nicht lenger sust sein;
Ich bin heut' den dritten tak
z'wär unge33en; ich enmak
Nicht lenger e3 vertreiben .
60 ich enmag nicht sust beleihen.« -
»Jr mue3et uns der bei' gewern,
tuot e3 schier und nicht ungern.
So ziehet diz nezz(e) ab,
wan da3 ist ain boeseu hab'.«
65 Ze hant mau im klaidcr gewan.
wan man im der eren gan.
hu der herrfcj Dagbrecht
n in hcnen und ej knechl.
Die irn dienstCI träfen underi;m
Td ei sprach: »weit ir nicht rät hän.
Ich mue^e euwer herr t sein,
ri iweret ;illc des willen mein
Laiiten /<• eilen zciien,
nahen und(ej a eiteo.
78 l><^ iwuoren m<: in alle
mit lineaa großen icfcaftle.
Aloen ii«»i -(hol ei /<■ ban(
Den vürsten allen in den lant.
572 5. iaaifer ^Dagobert.
Dar kämen ir ain michel schar,
180 da3 sagt uns da3 buoch vürwär,
Da3 gebot er in geleichen,
den armen und den reichen
Da3 sie (behielten) alleu lant
[behielten] än(e) raub und än(e) brant:
85 Swer des nicht entaet(e),
er solt' da3 \vi33en staet(e),
Da3 er in erzürnet' ser(e),
und benaem' im leib und ere.
Do in deu red(e) ward bekant,
90 dö vuor(e)n sie heim in ir lant.
Etleich[er] sprach: »e3 ist mir swaer(e),
da3 mir diser airaer(e)
Sol dröuwen an da3 haub(e)t mein,
e3 muo3 wol halbes umb in sein,
95 Da3 er nicht gern an mir sieht,
durch in so lä3(e) ich sein nicht,
Ich well' rauben und brennen,
man muo3 mich herr(e)n nennen.
Mir ist sein red(e) swaer(e) ,
*200 des selben airaer(e).«
Damit huoben aber deu lant
starken raub und(e) brant.
Da3 ward gesait Dagbrecht(e);
er sprach: »diz ist unrecht(e).
5 Sül[le]n deu lant nicht mit vrid(e) wesen,
so lä3' ich z'wär nie man genesen. «
Damit er ainen hof zehant
gebot über alleu lant,
Da3 sie ze hove kaemen
10 und sein red' da vernaemen,
Alle gemainleich(e),
beideu, arm' und reich(e),
Die dem reich' warn undertän
unt vürsten namen solten hän.
15 Do sie sein(e) bolschafi
vernomen heten und sein kraft,
5. $aifrr Dagobert. 573
Do kämen ir zwen unt vierzik dar
mil rittern und mit braiter schar.
Do sie alle wären komen
•220 und da3 der kaiser het vernomen.
Und er sie erst(e) an sach.
sein wort er zornikleichen sprach.
Wan er sich het darzuo berait
mit harnasch und mit sicherhait.
25 Er sprach: »ir hern gemain(e),
da;5 deu lant nicht alainfe)
Sül[le]n haben von eu vrid' und suon'.
davon wil ich eu kunt tuon,
Da3 ir mue3et gevangen wesen :
30 euwer ainer mag nicht genesen.«
Zehant hie3 er gähen.
die vürslen alle vähen.
Er lie3 nicht durch vleh', noch bet,
er hie3 den herren da ze stet'.
35 Deu haubt ab slahen gemain.
e3 was ir nindert dfehain.
Er muost' sein haub(e;t vor im län.
davon ward der selbe, man
Gevorcht also sere.
W> d^3 ir de hainer mere
Getorst' zerbrechen sein gebot;
man vorcht' in serer. dann(e) Got.
E3 ward auch vrid' über alleu lant.
der vrid o wart von im bekant,
15 Von «Jrm herren Dagbrecht:
ei nacht' alle krümbe tlecbt.
in < itoonden allen reich e
bei im mit rride geleich e
6
Conftatttttt.
m
Consta ntin, des Römischen Reichs Herrscher, war der un-
ehliche Sohn König Constantins und der Helena, der schönsten
seiner zwanzig Frauen. Sein Vater war noch ein Heide , er selber
jedoch nicht mehr gänzlich , sondern herrschte löblich und gerecht zu
Rom. Seine Gemahlin aber war den jungen Männern hold, und lieft
sich minnen.
Consiantin beschlofs mit seinem Schreiber (Kanzler;, eigene Münze
mit seinem Bilde, zu prägen, wie die von Kaiser Augustus geschlagenen
Augustiner dessen Gedächtnis bewahrten. Der Schreiber besorgte
gern, dafs die Münzstempel nach seinem Sinne gegraben wurden.
Nun hatte der Schreiber einen Bruder, in einem Kämmerlein unter
der Stiege wohnend, dessen krumme Füfse über einander giengen, wie
eine Wiege, der aber dreister war, als wenn er unverkrüppell gewesen
wäre , und um die Königin warb. Eines Tages sah ihm die Königin
nach, und gewährte, was er oft verlangt halte; sie wies ihn in einen
Keller, wo beide des Bettspiels püagen. Das trieben sie so lange, bis
es ruchtbar und dem Könige kund ward. Dieser stellte es so an, dafs
er beide in einer Kammer betraf; er schalt die Schamlose, dafs sie
sich einem solchen Wichte, der wie eine Kröte schleiche, hingegeben,
und durchstach sie mit dem Schwerte , dafs es zum Rücken hinaus
fuhr. Zornig spornte er dann sein Ross auf den Frevler, dafs es ihn
zu Tode trat. So den Krummfüfsigen üherreitend sieht man ihn noch
zu Rom auf einem Stein , den ein Römer aushauen liefs: wo es sehen
kann, »er es nicht glaubt.
Als der Schreiber dieses vernahm, liefs er den Stempelschneider
ein andres Munzeisen machen, weil da<* erste dem Herrn nicht ge-
falle, und darauf eingrabe*, wie ein Mann sein Weib durchsticht: um
dm Koni/ und seine Kinder dadurch zu beschimpfen. Dann rill er
aus dem LMM
Wahrend Censtaotia se noch gewaltig in Rom war. Modle Gottes
Zorn ihm den AoSOtttl !)■ r König befiel die eftfeO Muster dcrAr/nei-
kunde, und rerhiefs ihnen Ruciitlnirn fm Heilung. Sie giengen 10-
glekfe ESJ Reibe, und einer rofl ihnen n.inuie ;i|s eioiiges .Mittel das
renoiteole Mol Hemer Kinder, womit man den Siechen bestreichen
uiuKe - ri es dem Koni- und als dieser sogleich bereit dazu
war, ineisen sie ihn einen tiefen Marmorslein beschaffen, darin du
Mol gOtnOMDCH wurde. Kr liefs nun dimli viele Meiriniei/en den Mar-
mor aushöhlen, und gobol die /w.-ij.iln i_. u Kinder des Landes zu
briogoo Man brachte ihrer so >ieie. dafs drei/Mg Wagen sie kaum
. • ri. Hioler ihnen bor aber erscholl grofses Geschrei Da fragte Coo-
*taritin . r reroahni ' t\ das Webgesehrel dei
I||HI»II1'II.M.|IU>I II ■>/
........
Müller und Väter der Kindlein, gieng der Jammer ihm so zu Herzen, dafs
er lieber auf seine Genesung verzichten wollte und den Altern die
Kinder wiedergeben liefs; worauf Alle froh heimkehrten.
In der Nacht erschien St- Peler am Bette des Königs, den der
Schmerz nicht schlafen liefs, und sagte. Gott habe ihn gesandt, Con-
stanlins Erbarmung an den Kindlein angesehen, und wolle ihm die
"Gesundheit wiedergeben: der König möge sich seine (St. Peters; Er-
scheinung wol merken. St. Peter trug eine Casel , eine Inful auf
dem Haupte und einen Krummslab in der Hand, alles reich und herr-
lich. Er hiefs den König am Morgen einen Mann aufsuchen, der eben
solches Gewand trüge, und bei Haut und Haar fordern, dafs er ihn
gesund mache.
Sobald es tagte, berief der König seine Käthe und verkündigte ihnen
die Erscheinung. Sie erklärten diese für eine Täuschung ; der König
aber, in seinen schlaflosen Wehtagen an allen Gliedern, ritt hinab in
die Stadt, und hiefs aus jeglichem Hause die Bewohner hervortreten.
So kam er endlich an ein Haus, aus welchem zuletzt, bei Todesstrafe
geboten. St. Sylvester in derselben Tracht hervorgieng, worin St. Peter
erschienen war. Da freute sich Constantin , er bat den heiligen Mann
um Gesundheit und verhiefs ihm reichen Lohn. Sylvester fürchtete Ge-
fängnis und Tod, weil er den Christen heimlich gesungen hatte. Man
führte ihn aber ins Haus, wo Constantin seine Bitte wiederholte. Sylvester
entschuldigle sich, weil er kein Arzt wäre. Constantin jedoch drohte,
und offenbarte ihm die Erscheinung und Verheifsung St. Peters. Da
war Sylvester bereit, diese zu erfüllen, wenn Constantin an Jesum
Christum glaube. Der König war willig, sobald er die Wahrheit ver-
nähme. Nun sprach Sylvester ihm den Glauben vor, und Constantin
ihm nach. Das zum Kinderblute bestimmte Marmorbecken wurde mit
Tiberwafser gefüllt, und nachdem der König seine Beichte gethan, laufte
der Bischof ihn: und auf der Stelle ward Constantin rein von dem
Aussatze.
Hierauf liefs der König alsbald alle Heiden Iahen, die sich nicht
zum Chrislenthumc bekehren wollten, und taufte so viele, dafs das
Wafser der Tiber; sie kaum fafsle. Zugleich begabte er die Geist-
lichkeil so reich, dafs sie die Fülle hat, so lange die Christenheit lebt:
jeder Landbauer muste ihr den Zehnten, und jedermann ihr die Ehre
geben. Endlich liefs er einen goldenen Mantel bereiten und St. Peters
Bild in Rom damit bekleiden.
1
6.
Konstantein.
Dannoch muost/ vrid' ze R6m(e) sein.
ain vrumer künig hie,5 Konstantein
Darnach reichsen began ,
als ich von im gelesen hau.
5 Er ward nicht geborn von rechter e,
darnach geschach im vil we,
[Wan] sein vater het mit sinne,
wol zwainzik vreundinnc,
L'nder den allen was ain weip.
10 deu het wolgestalten leip.
[Unt truogj bei im [undj muosl' gewinnen
deu selbe vreundinne
Konstantein den künig reich,
da3 sag' ich eu sichcrleich.
IS F)eu was Helena genant
und die scliGBiiftfej die man vani.
Kr hie3 selber konstantinus,
<l;i von schreibt man in al MS ,
Des gelanben was er ain haiden,
20 dä|von| muosl' er von Got schaiden.
Von Konstante in seinem sun
da von wil ich eu kunt tuou .
Wie der El Korne lebt'e
und n. oh erco streb! e
25 Er w,-h Dicht] gar ain haiden,
dl ron begund1 im laiden
580 G. Conftantin.
AUeu ungerechtikait,
wan sie was im lait.
Er het ain hausvrauwen guot,
30 deu truog den jungen holden muot
Und(e) lie3 sich minnen,
deu selbfe) künäginne.
Er lie3 sich nicht betragen,
er begund' sein[en] Schreiber vrägen .
35 Wan der was gewser(e),
er sprach: »die Augustinaer(e),
Die (kaiser) Augustus sluok,
der hän ich gesehen genuok,
Da bei muo3 man gedenken[t] sein :
10 ich muo3 haben pfennink, die sint mein.
Nu rät, lieber schreibaer(e),
wie ich pfenning* swaer(e)
Gewinne), du bist also kluok,
nü schaf, da3 ich ir hab' genuok,«
45 Des ward der schreibaer(e) vrö ,
er hie3 graben münz eisen do,
Wol nach seinen sinnen
muost' man sie gewinnen.
Nü het der schreibaer(e)
50 ainen bruoder mit swaer(e),
Der was an baiden vue3en krump,
und was auch ain man vil tump ;
Er het ain klaine3 kemerlein,
da er muoste inne sein,
55 Da3 stuond under ainer stieg',
sein vue3e giengen. sam ain wieg'
über ain ander besunder:
doch was der krumbe tumber,
Dan ob er hiet' ganzen leip;
60 er warb umb des küniges weip.
Ze ainen Zeiten da3 geschach,
da3 im deu künigin nach sach,
Sie sprach: »schemler, nü bis gewert ,
des du dikk(e) hast begert.«
6. Cöiiftantiu. ÖS1
65 Sie weist' in in ain keller guot,
des was der scheraler wolgemuot,
Da pflägen sie des bettes spil;
nicht vürba3 *cn e5 sprechen wil:
Da3 triben sie bi3 auf die zeit,
70 da3 e3 wart erschellet weit,
Und dem künig wart kund getan.
da begund' er mit in umb(e) gän
Vi] recht kündikleiche)
unz da3 er sicherleich(e)
75 Die vrau[we]n vand und den krumben man
in ainer kamer wol getan.
Do sprach er: »unsaelig weip ,
wie habt ir euwern verschämten leip
Getailt mit ainem solhen man.
80 der nicht enget, wan äffen kan,
Recht als ain bceseu krot".
ir habt zerbrochen mein gebot,
Des mue3t ir unsaelig weip
mir hie lä3en euwern leip.«
85 Er stach da3 swert durch sie,
da3 e3 da z' dem riikk' au3 gie .
Also wart im an' mä3en zorn,
er nam dä3 ros mit den sporn.
l'ud rant' auf den vil krumben man,
'J<> da3 er nie'mer, kam von dan,
Er wart zc töd ertreten d.i.
als man e3 noch findet sä
Zc liom <■ strii an ainem stain •
da3 er im sein krumbeu bain
/'■rtrat mit dem ro&fi ej gar:
\wt dei nicht glaub', der Dem sein w,n
Ze Köm'c, 6£ geworcht släl.
tk f'3 ain Kömaür' würken b
1 1 d*5 erhört' der schreit
100 er ^:\t\V hin nach dem graber,
Dei den eisen bei ergraben ,
er ipracli ich 10003 ain indi r& haben
582 G. €ott|tanttn.
Diz eisen gefeilet mir nicht wol,
mein her wil e$ nicht haben vür vol:
105 Grabet mir ain eisen. da3 daran
ste, dn3 ain gewaltig man
Ain swert durch sein weib stach
und sich mit gro3em zorne räch.«
Er gedacht in seinem muot(e):
10 »wä die pfenning' guot(e)
Werdent an dem praech bekant,
so wirt mein herre geschant
Und seineu klaineu kindelein,
wan nie man spricht, da3 sie sein sein.«
15 Zehant dö da3 wart getan,
und da man da3 pra3ch sach an
Auf den pfennig(en) guot,
do rait er dan mit vreiem muot;
Umb des küniges schände
20 muost' er von dem lande.
Dannoch muost' her Konstantem
z'wär ze Rom' gewaltig sein.
Doch Got sant' im ainen zorn,
da3 er lieber wser? verlorn ;
25 Wan er wart z'wär
au3sezzik gar.
Dö er des an im innen wart,
dö ward nicht langer gespart,
E3 ward snellikleich gesant
30 nach vürsten meistern zehant.
Dö die selben arzät
körnen ze Rom' in die slat
Vür den künik Konstantein,
er sprach : »lät eu geklag(e)t sein
35 Meinen siechtuom den ich hän,
rnügt ir mir den understän,
Z'wär ich mach1 euch alle reich,
des swer ich eu sicherleich.«
Den maistern den ward lait,
40 da3 sie die au^sezzikait
6. Conftantin. .583
An dem künige sähen.
sie jähen: »wir siillen gähen
Und werden hie ze rate,
wie wir den künig dräte
145 Bringen von seinem siechtuom.
des mue3en wir haben vrum.«
Do sprach ain maister under in:
»ich wil eu sagen meinen sin,
Mir ist da3 vil wol kunt,
50 da3 er nimer wirt gesunt.
Wan von klainen kindelein,
der bluot muo3 bei ainander sein,
Damit man in bestreich(e),
so wai3 ich sicherleich(e),
55 Da3 im der siechtuom zergät
und in. an der stat lät.«
Da3 leiten sie dem herren vür.
der künig sprach: »ich des swuer'.
Ich hiet' ze Ilöm(e) wol da3 hail,
60 da3 ich gewunn' ir wol ain tail,
Darzuo waer' ich nicht ze sain.« —
»ir sült uns ainen marmel stain
Gewinnen.« sprach der maister do.
des was der künig also vrö,
05 Er sprach: »da3 tuon ich, maister mein;
in welcher gewechst(e) sol er sein?« —
»Ich mno.5 haben also vil bluot,«
do Sprach der maister guot
i Ir sült glauben [mir] der mter(e),
70 da,5 man guot' maurac;
M1105 wanrleicn cj halten •
die den marmel au3 graben."
/.( band der künig gande
null meistern in dem lande.
75 I)i<- dl maiinMi kiinden;
oder Fi1.1111c.il le befinden .
Der kam dar/uo ain mirhH tail.
das Ns;,s ,l<v ktlnigei unbail
584 6. (fomßanttn.
Den marmel (stain) sie im z'wär
180 worchten nach seinem willen gar.
Zehand der künig sand'e)
au3 in dem Iand(e),
Da3 man im braecht(e) kindelein,
deu zweier jär' alt solten sein.
85 Die boten wurden (dö) berait,
als man in vor het gesait.
Kindel brächt man im genuok,
drei3ig wegen sie kaum getruok.
Da wart nach ain michel schal ,
90 ain grÖ3e3 geschrei liberal.
Dö vrägt' der herre Konstantein,
wa3 diz geschrai möchl(e) sein.
Dö sait* man im ze meeren,
da3 e3 der kind' muoter waeren,
95 Und iren vetern den waer' not
alles umb der kindel tot.
Dö gie der herre Konstanlein,
do der jämer nicht grÖ3er möcht' gesein
Von vater unt von muoter klag(e),
200 der herr(e), nach des buoches sage,
Und sach den grÖ3en jämer an;
davon er reuw(e) gewan
Und jämer von der barmikait,
da3 der kind(e) vater(n) was so lait.
5 Er sprach: »ich tuon eu allen kunt,
und solt' ich nimmer werden gesunt
Unz an meines leibes tot,
ich wil die angfc stleichen not
Sehen an der armen
10 und wil mich erbarmen,
(Sjwie mir sweren meineu glider,
gebt iegleichem sein kind wider.«
Sprach der herre Konstantem
»ich wil e mit nocten sein,
15 E ich so manige not
sech . ich wil e ligen tot.«
6. Conftanttn. 585
Damit man in deu kindel dö
gab, des wurden sie vil vrö,
Unt vuor iegleiche3 hin wider.
220 Des nachtes leit' sich der künig nider.
Dö kam Sant Peter gegän,
hin vür da3 bett(e) stän,
Er sprach: »släfest du, Konstantein?« —
»nain ich mag nicht släfend' sein
25 Vor meinem grÖ3en smerzen,
den ich hän an leib' und [an] herzen
L'nd^e) trag(e) ze aller zeit,
ich hän bitterleichen streit.«
Dö sprach Sant Peter zehant:
30 »mich hat Got her zuo dir gesant,
Lnd hat (erkantj die barmung' dein
ferkant], deu nicht grÖ3er mocht' gesein.
Da3 du dich über deu kint,
deu vor dir genesen sint,
35 Hast erbarmet guetleich,
da wil Got von himel reich
Dir deinen gesunt wider geben.
an' allerhandfe) widerstreben.
Nu sich mich an, wie ich stän,
iO und wa3 ich gewandes an mir hän.
Da3 merk' in deinem muot'e).«
sprach Sant Peter der guot e).
Ich sag* eu, wa5 er an truok,
sein Uaider war e n vremd' gcnuok.
45 Ain kasul was im erkant,
ub knunbfUb in seiner haut
Hei « r <i< herleich
er vn.'is In1 m;'i3rn reich'«' .
Ain infel er ob den haubl truok.
60 deu was reiche genaok:
Mm ^.ich er in vor im stän.
win gewanl ich aller, nolit enkait
Gemerken . wa& <r in truok ;
\n;iii . »■- v,;\s r«eh I <• nii<>k.
586 6. Conflantin.
255 Vür war ich da3 gesprechen mak.
Sant Peter sprach: »wann* e3 werd* tak.
So solt du suochen ainen man ,
der da sei als ich getan
Undfe) sölich klaider trag(e) ;
60 nü merk' recht, wa3 ich dir sag(e) :
So dir der selbe man werd* kunt,
so sprich, da3 er dich gesunt
Mach(e) sicherleiche z'wär,
ob du wellest hau[b]t und här
65 Slahen von dem leib(e) sein,
des sol er gewis sein,
Betwing in darzuo schön(e),
so geit er dir ze lön(e)
Vil sicherleich(en) deinen gesunt,
70 da3 ist mir wserleich von im kunt,
Dein gebrest aller von dir vert:
da3 hat dir Got darumb beschert,
Da3 du dein barmung(e)
hetest gen den kinden jung(e).«
75 Des morgens dö e3 tag wart,
so ward nicht lenger gespart,
Er sant' nach seinem rät(e),
da3 geschach vil dräle.
Zehand dö sein rät dar
80 ze samen kämen, sunder war,
Dö sait' er in die wärhait,
als im Sant Peter het gesait.
Dö der rät erhört'
des küniges wort,
85 Sie jähen, e3 wa3r' ain trugenhait,
da3 im des nachtes waer' gesait.
Dö tet der künig, als ain man,
der vor we tagen nicht enkan
Entsläfen, wan er was siech
90 an leib, an henden und an diech.
Er rait zetal in die stat,
au3 iegleichem haus er gen bat
6. Conßantin. 587
Alle3 sein gesind'e);
da3 was etleichem geswind(e).
295 Ze jungst er an ain haus gie,
kainen menschen man (da) lie,
E5 muost' herau3, da3 er e3 sach,
und'e) da3 e3 im verjach,
Da3 nie man mer waer' darin,
300 oder e3 kaem' ze ungewin
Den selben, wan er in tset' not,
oder sie muesten leiden [den] tot.
Da gie herau3 mit swaer'
der guot her Sant Silvester,
5 Unt truog recht deu klaider an,
als er Sant Peter sach vor im stän.
Do er ersach den man vil guot,
dö wart gevröuwet sein muot,
Er sprach : »lieber Silvester,
10 ringer mir mein greife) swaer'
Und schaf, da3 ich werd' gesunt.
darumb gib' ich manik pfunt.«
Dö wänt' der her Silvester,
er wolf in toeten mit swaer',
15 Wan er in dem gerwe gie,
dö in Konstantinus vie,
Und het den Kristen gesungen;
in daucht', im waer* nicht gelungen.
Zem hause weistfej man in dö:
20 »mach1 mich gesunt, so wird' ich vrö,«
Sprach der herre Konstantem.
er ipracb: »ich kau Dicht nrzät sein.a
Zehand de? kunlg .'1113 zorn(e) sprach:
ng6 muosl du großen ungemach
_' > Leiden hk von mir,
und machest du mich nicht schier
An meinem leib e) abtönt.
mir ward daj heint'e wol gekaut,
Dag n li solt' werden licherleich
{<• geranU 16 ipracli der kunig reich
588 6. <tfim|lttnttn.
»Von dir an dem leibe mein,
des wil ich gewis sein:
Nu hilf mir hie von meiner not,
oder ich muo3 schiere ligen tot.«
335 Do sprach Silvester der guot':
»sag' mir hie recht deinen muot,
Wie dir hcint(e) sei geschehen,
des solt du vor mir verjehen.«
Damit der künig sait' zehant,
40 wie im Sant Peter tet bekant,
Da3 tet er im schön(e) kunt,
er solt(e) von im werden gesunt.
Do sprach Sant Silvester:
»ich wil dir ringen deine swaer',
45 Wilt du gelauben an Jesum Krist ,
der himel und erd' gewaltig ist.«
Do sprach der künik Konstantein:
»des wil ich gern(e) vlei3ig sein ,
Ich wil gern der wärhait
50 gelauben, wer mir die sait.«
Do sprach er im den gelauben vor;
er sprach hin nach, nach seinem spor
Do hie3 der künig springen,
der Teifer im bringen,
55 Unde hie3 den marmel z'wär
viillen mit dem wa33er gar.
Do hie3 Silvester an der stat
den künig sein beicht tuon drat,
Unt tauft in sicherleich(e),
60 den werden künig reich(e):
Do ward der künig an der stunt
von seinem siech tagen gesunt.
Darnach hie3 er gähen,
alle haiden vähen,
65 Die sich nicht taufen wolden
und beker(e)n, als sie solden.
Er tauft(e) ir so genuok,
da3 sie da3 wa33er kaum erlruok.
6. (Üonßantiiu 589
Der pfafhait gab er die er',
370 da3 sie heut' und immer mer'
Habent, die weil' die Kristenhait
lebt, in grÖ3er wirdikait.
Er schuof, da3 ain iegleich man,
der bauwet oder gebauwen kan.
75 Geb' der werden pfalhait
und in mit dienstfe) werd' berait
Alles bauwes den zehnden tail.
da3 was in ain grÖ3'e3) hail,
Und hie3 den hailigen leich[n]am
80 bestäten gar an' alle schäm,
Und hie3 sie eren, da3 was recht,
herren, ritter und(e) knecht.
Er hie3 beraiten von goldfe)
ainen manlel, als man sold(e),
85 Sant Peter ze eren,
sein lob damit meren,
Sant Peters bild' mit züchten gar
den gab er ze Köm(e) z'war.
7.
Pes fteußenkomj^ CndjUr.
Im Reufsenlande herrschte ein mächtiger König, der hatte
ein schönes Weib und eine noch schönere Tochter, die keinen Mann
nehmen wollte, welcher ihr nicht zusagte. Den Vater freute ihr An-
blick über alles, und als ihre Muller starb, und die Landesherren ihn
drängten, sich wieder zu vermählen, um einen Erben zu gewinnen,
wollte er nur eine so schöne wie seine Tochter nehmen. Da wurden
Boten an den Rhein gesandt und in alle Länder: aber nirgends fand
man eine eben so schöne Jungfrau. Nun gelobte der König, immer ohne
Weil» zu bleiben. Die Herren jedoch beriethen sich, und erkauften vom
Papste milGold und Silber die Erlaubnis, dafs der König seine Tochler
heiraten könne. Der König, hocherfreut darüber, berief die Fürsten
und seine Magen Blulsfreunde . und verkündete ihnen die Bewilligung
des Papstes, und dafs es seiner Seele nicht schaden solle; worauf es
Alle gut hiefsen Freudig sandle er weit umher nach den kostbarsten
Kleidern von Sammt und Seide. Die Tochter empfieng dieselben, im
Wahne, dais sie einen ihr anständigen Mann erhalten sollte: als sie
aber vernahm, dafs es ihr Vater wäre, gieng sie tiefbelrübt in ihre
Kammer, schnitt mit der Scheere ihr schönes Haar vom Haupte, warf
das Brautkleid ab, zog einen grauen Rock an, und zerkratzte ihr
Antlitz dergestalt, dafs das Blut herabrann. So trat sie wieder heraus,
und Alle entsetzten sich, wie vor einem Teufelsbilde. Ihr Vater sank
*or Leid in Ohnmacht, und als er wieder zu sich kam, enlliefs er
die Geladenen, und nahm Rache: gegen die Nacht liefs er ein Fafs
bringen, und befahl dem Marschall, die Tochter mit den schönen
Kleidern darin zu \ erschlagen. Sic wollte e.s lieber dulden, als in eine
bei (.bristen unerhörte Ehe willigen, und wurde mit dem Fafse in die
See geworfen.
Die Hüten trugen sie nach Griechenland. Da stund der König
am L!«-r . und befahl einem Fifcber, das schwimmende Fafs ans Land
/u holen, und «.einen Knappen, es EU öffnen. Diese zogen die Ver-
sal den ichonen Kleidern hervor, und brachten sie dem
k'.ni_- l.r lt wer ihr d.is gelban habe. Sie verschwieg es,
und klagte nur ihr l aheil an. Aul seine Frage, ob sie noch Magd
betheuerte lic es, und dafa sie ic unglückselig, auch
nimmer einen .Manu nehmen wolle. Der König beklagte ihr Leid, und
erkannte auch an ihren Kleidern die fürstliche Herkunft. Er behielt
lic im Hofe, und lic erwiea lico so lugendlich, dafa er nach einem
Halbjahre MC EUI Gemahlin nahm Bald darauf ward sn- schwanger.
De-, Königa Muttei aber w.n ein bösei Weib, die, samt allen bösen
Weibern In den Bin in ertrinkl werden lolilc; lie verwünschte ihren
Sohn wegen diesei Missheiral in den Rhein, und vermaafa sieh, bis
tum i oiie. iii r verbalsten Scbwiegertochtei allei Leid anzulhun. Hier
■ul befahl dei König dem Marschall, leine Muttei aul eine entfernte
burt; /n fuhren w§ lie unschädlich wäre. Dal geschah.
Hawaii Hiii ein itreitbarei K< n Einfall in Griechenland
verwül I Der hen könig beriel alsbald
• d Hm. II •»''
eine Heerfahrt, und zog dem Feind entgegen, den er an einem breiten
Wafser traf, und sich ihm gegenüber lagerte. Unterdessen gebar die
Königin ein schönes Degenkind (Sohn), und meldete, nach des Mar-
schalls Rathe, solches in einem Briefe dem Könige. Der Weg führte
den Bolen auf die Burg der alten Königin, bei welcher er sich für die
frohe Botschaft Lohn verdienen wollte. Sie verhiefs ihm Reichthum,
machte ihn trunken, und während er fest schlief, stahl sie den Briet
ans dem BrielTafse (Driefbüchse) . und schob einen andern dafür unter.
Am Morgpn eilte der Bote weiter zu seinem Herrn, und übergab den
Brief. Der König liefs ihn lesen vor dem Zelte, und vernahm, als
Meldung des Marschalls: die ungeheure Schande, wie seine Gemahlin
einen Teufel geboren habe, ein Scheusal, vor dem Alle sich entsetzen,
so dafs der König es nicht dulden könne, sondern die Mutter mit ihm
vertreiben müfse. Der König liefs auf der Stelle seinen Schreiber
dem Marschall antworten, dafs er angesichts des Schreibens, bei Lebens-
slrafe, die Königin mit ihrer Missgeburt wieder in ein Fafs verschlage
und den Fluten übergebe. Weinend vollzog der Marschall den Befehl;
die Königin betheuerte ihre Unschuld , und Alle beklagten sie und ihr
schönes Kindlein.
• Die Wogen trieben das Fafs in die Tiber bis nach Rom. Da
stund ein edler Römer, der am Apulischen Fieber litt, auf der
Tiberbrücke, und hiefs einen Fischer das Fafs herausholen; als er die
schöne Frau mit dem Kinde und den kostbaren Kleidern darin fand,
nahm er sie, als von Gott behütet, freundlich auf, und übergab sie
seiner Hausfrau , der sie ganz zu Willen ieble.
Der Grrechenkönig besiegte unterdessen die Heiden, und führte sie
gefangen heim. Als der Marschall ihm wehklagend entgegenkam, und
sich die Täuschung entdeckte, liel der König, von Jammer übermannt,
auf die Heide. Der Bote wurde alsbald gerufen, und die Verfälschung
des Briefes befunden; worauf der König dem Marschall befahl, die
teuflische Mutter zum ewigen Gefängnisse zu vermauern. Trauernd
begab sich der König selber, zur ßufse, auf die Fahrt nach Rom.
Hier hatte unterdessen der Papst vernommen, wie die Frau mit
dem Kinde aus dem Wafser in das Haus des Bürgers gekommen, und
diesem dafür Erlafs aller Sünden ertheilt, dafs er die Frau bei sifh
behielte. Da geschah es im fünften Jahre, dafs der Griechenkönig
nach Rom kam. Zu derselben Zeit traf auch der Reufsenkönig dort
ein , um ebenfalls die Versündigung gegen seine Tochter zu büfsen.
Als nun der Papst der beiden Könige Beichte vernahm , erkannte er
in der zu Rom geborgenen Frau mit dem Kinde die von ihnen be-
trauerte Gattin und Tochter. Er bat beide Könige zu Gaste, und beim
Mahle liefs er die Frau mit dem Kinde in ihren kostbaren Kleidern
hereintreten , und gab dem Griechenkönige die Gattin mit dem Sohn,
und dem Reufsenkönige die Tochter wieder. Die Freude war über-
schwänglich.
Hierauf kehrten alle vergnügt heim , und die Königin lebte fortan
mit ihrem Gemahl in hohen Ehren und Gnaden Gottes, der sie so wun-
derbar erhallen halte.
7.
Den tochter des küniges von Reusen.
Nu süllen wir an' schand(e)
von der Reu,3en land(e)
Von dem künig heben an,
wie der darnach reichsen began.
5 Er was gewaltikleichen stark,
er het geldes manig mark.
Er het fauch) ain schoen(e) weip,
deu was im lieb sam der Ieip.
Dabei het er ain tochter guot,
10 der was er vro und wolgemuot:
Sie was so schoen(e) , da3 ist war,
da.3 man nindert offenbar
Vinden mocht(e) irn geleich;
des mnotes ward sie also reich,
15 Di"; sie kainen man wolt' nemen ,
wan ricr ir IC mann e) möcht' gezemen
Den tochter dem rater lieb ITIU,
da3 er vor vröadefl kaum genas .
Vi er sie <m<- leben soll',
•m herz •), sein leib w;is ir holt.
Do er also In e weih was.
■li man von den ltünig(e) las,
hö giengen ine die berren sein.
ipracben »lieber herre mein.
50G 7. 3Des tWußcnhiintgs %oA)ia.
25 »Solf diz lant verderben
also da3 ir sült sterben ,
Da3 wir nicht haben von eu ain kint,
dem lant und leut' gemain(e) sint
Vil genzleichen undertän?
30 süllen wir gebresten hän,
Da3 kumt davon, da3 euwer leip
nicht wil haben ain weip.«
Des antwurt' der künik zehant:
»e3 muo3 immer da3 lant
35 Von meinen schulden an' erben sein,
ich mue3' denn' haben ain magedein ,
Deu meiner tochter sei geleich. «
also sprach der künig reich.
Die herren sprächen (dö) zehant:
40 »so süllen wir boten in da3 lant
Senden sicherleich(e) ,
ob ieman[t] ir geleich(e)
Müg' vinden ein(e) schoene magt,
deu meinem herzen wol behagt,
45 Seit e3 mag anders nicht gesein.«
sie santen boten an den Rein
Und in deu land gemaine(e):
da vand man nindert ain(e),
Deu irm antliz waer' geleich.
50 da3 sagte man dem künig(e) reich,
Da3 man geleich nicht vund' irm leip.
»so wil ich immer äne weip
Sein,« sprach der künig guot
»(s)wie da3 lant werd' behuot.«
55 Da wurden die herren ze rate dd,
e sie beliben an' her[re]n also,
Sie solten e zuo dem bäbste kern
und in mit gold und silber ern,
Da3 er dem künig erlaubt(e) da3,
60 da3 er die tochter, äne ha3,
Naem(e) ze ainem weib(e),
da3 von ir baider leib(e)
7. jDfs Tkuftcnhimüjs &oct)tcr. 597
Got sie ains kindes beriet(e) ,
da3 da3 lant nach ihm hiet(e).
65 Des volgt' in der bähest dö,
wan er des schazzes was vil vrö,
Da3 man im gab silber und golt.
davon er was dem künig(e) holt
Und erlaubt' im sicherleich
70 ze nemen sein tochter wunnekleich.
Dö die boten kämen,
und [der künig] die Reu3en vernämen,
Da3 er die tochter solt' nemen mit recht
des vröuten sich ritter unt knecht,
75 Der künig was herzenleichen vrö,
wan er sant' nach den vürsten dö
Und nach seinen mägen,
und begund' in allen sagen,
Da3 im erlaub(e)t waer(e)
80 sein tochter äne swaer(e)
Nemen ze einem weib(e),
iren eren und irm leib(e)
Soll' er pflegen, als er kau:
»der bähest hat mir kund getan,«
95 Begund' er in dö verjehen
»an meiner sei' sol [da.3] nicht geschehen
VOfl «1er geschicht(e) d(e)hain lait;
alfO* h;it mir der babst gesait.«
Die berren begonden alle jehen:
90 »SO mdebt' (-3 wol mit recht geschehen.
Seil eg der bähst erlaubet hat,
ri \s.i'i' eg .111 <■ missetat.«
Die berren begunden aber jenen,
mdciif e.j wol mit recht geschehen .
{y> Wan ('5 der bebst eriaub(e)t biet'.
t\ iprach: »«eil mich Got ie befiel
Der \ii lebosnen tochter mein,
möcbt' mein vröud' nicht grÖ£er m-iii.«
i).i rmt et 105 in deu lanl
100 manigen frumen boten laot'
598 7. Pe$ tUu^enköttigs ®ad)ter.
Ua3 man im reicheu klaider brächt' ;
wan er het im des gedächt,
Da3 er gseb(e) reicheu klait
al den seinen; als man sait,
105 Der tochter sein hie3 er geben,
an' allerhand(e) widerstreben,
Von pfell(e)r unt von sameit
gab er ir deu reichsten klait,
Deu ie kain vrauwe an getruok;
10 z'wär, sie wär(e)n reich genuok.
Doch was der vrauwen unbekant,
da3 sie irn vater zehant
Solt' nemen ze ainem mann(e) da:
sie wand', er wser(e) anderswä,
15 Der ir ze mann(e) solt' gezemen
und(e) den sie solt(e) nemen.
Do sait' man ir deu maer(e),
da3 e3 ir vater wser(e).
Des wart sie traurig und unvrö;
20 in ir kemnäten gie sie dö,
Und nam ain scharf(e) schaer(e),
sie sprach: »mir ist unmaer(e)
Mein schoene3 här da3 ich hän,
und sol mein vater sein mein man.«
25 Da3 här sie von dem haubt(e) snait ;
ir guot gewant da3 ward ir lait,
Da3 zöch sie ab irem leip,
da3 selb(e) wolgetän(e) weip,
Ain[en] gräwen rok leit' sie an sich,
30 sie sprach: »wärleich, ich wil mich
Machen als ain schem gevar.«
sie zerkrazt' ir antliz gar ,
Da3 ir da3 bluot ze tal ran.
also begund' sie hervür gän
35 Vür die vürsten äne zal?
da3 sie sie saehen liberal.
Dö sie sie da sähen,
gemainleich sie da jähen,
7. jDcs lUußenluintga <Jod)ter. «599
Sie wser(e) dem teuvel geleich.
140 deu e was schcen und wunnekleich.
Do diz ir vater ersach,
wider sich selben er dö sprach:
»Herre. was mag da5 gesein?
wa3 wirt der schcenen tochter mein?
45 Da3 sie ist alleu bluotvar
über ir antliz(ze) gar.«
Den vürsten sie also genaik;
ir vater hinder sich (dö) saik
Vor laid unt vor ungemach.
50 do er wider kam, gegen in er sprach:
»Ir herLrejn. vart heim ze lande);
mein tochter den hat schaud(e)
An mich geleit vil ser(e) :
so wil ich nimmer mer(e)
55 lirwinden , ir mue3' we geschehen,
des wil ich vor eu allen jenen.«
Ain va3 er hie,5 beraiten drät,
da3 was gein der nacht(e) spät.
I nd hie3 sie versiahen schier;
(>0 da3 guot gewant leit' man zuo ir,
l'nd lie3 sie rinnen, als ain weip,
deu gar biet aincn verschämten leip.
Er sprach zuo seinem marschalk guot:
muo3 doln den kraz, dn3 bluot.
66 Daj lie umbaust bat getan.
ilcs mu»»5 iie wol /<• buog e) stän.«
I)-. der marscbaU da£ erhört*,
dei küoigei red1 an ain ort,
DA ipracfa tri »Kebeu jnnkvrau mein.
70 ii ruiic.-l fei itö^en sein
In disem \ «i.j ; mein berre bal
i baffe l, das lr'' *3 luo ^r,l[-
Den j ii nk vr;i ii sprach Iraurikleicfa
1 13 ich in meinet tater reich'
78 \n 1 1 bo lein areip ■
/ vs.11 . ich w ii •• meinen leip
600 7. Pes Bmßeitkuntflö Sod)tt>r.
Verliesen ; wan e$ nie geschach.«
also sie wider den marschalk sprach
»Wan von Kristen nie kain man
180 sein kint ze weib(e) gewan.«
In da3 va3 man sie twank;
ir klaider weit und(e) lank
Lei!/ man zuo ir, deu war(e)n reich,
»herre Got, mir nicht entweich !«
85 Sprach sie »wan du bist so guot.«
man stie3 sie auf des wages vluot,
Damit sie von danne ran.
Deu selb(e) magt wol getan
Deu ran ze Kriechen in da3 laut.
90 das ward dem künig da wol bekant.
Wan er stuond bei dem mer z'wär.
er sprach: »tuo war, wa3 dort var
In des (wilden) wages vluot.«
sprach er ze ainem vischer guot.
95 Der vischer vuor dem wa33er nach,
als der künig gegen im sprach,
Als er da5 v»3 s webende vant.
er vuort' C3 mit im an da3 lant.
Do sprach der künig reich(e)
200 vil gar gewaltekleich(e):
»Beseh(e)t, lieben knappen mein.
wa3 in dem va33(e) müg' gesein.«
Die selben e3 auf sluogen gar
und nämen in dem va33(e) war,
5 Da sähen sie ain scheene mait,
deu was rain und unverzait;
Die selben maget sie viengen,
vür den künig sie giengen
Vil balde und(e) vil schier,
10 ir klaider truogen sie mit ir.
Der künig wider sie dd sprach:
»wer tet eu disen ungemach,
Da3 ir gevangen seit gesant
her zuo mir in dizz(e) lant?«
7. IDes Beu&cnkonujs <&od)iet> 001
215 Sie sprach: »der e$ hat getan,
z'war. ich den nicht genennen km
E3 hat getan mein unhail,
da3 ich dem \va33er wart ze tail.«
Er sprach: »sagt mir, seit ir ain magt?
20 da3 sol von eu sein unverdagt.«
Deu junkvrau sprach wunnikleich :
»da3 \vai3 Got von himel reich,
Da3 ich nie kainen man
bei meinem leben(e) gewan,
25 Noch nimmer mer gewinnen wil;
wan ich hän not also vil
Erliten,« sprach deu junkvrau guot
»als ir mich auf des wa33ers vluot
Sähet her ze eu vlie3en ;
30 wo\V euch sein nicht verdrie3en ,
Ich klagt' eu meinen kumber schier,
wolt ir e3 gelauben mir,
Wan da3 e3 waer' ain kinthait,
ob ich eu meinen kumber klait'.«
35 Der künik züchtikleichen sprach:
»mir ist vil lait dein ungemach;
An euwern klaidern ich wi^en sol,
da3 ir seit edel und guot wol,
Ir habt vürstleicheu klait.«
10 <ilsö er der junkvrauwen sait'.
DI mit er sie behielt;
ir tugend sich nicht enspiclt;
Sie inj bei im, dag ist war,
völlikleich ain halhc3 jär,
16 Dag sie nicht entet, de« sie hiet schäm:
darnach sie der Icfinig nam
/<: .iiiicr konen deich.
all 05 wolt' (10L \ 011 himel reich.
l>;i ituond (-5 nnlanger,
)•> uns kindea ward sie iwangi
41i e3 <i«»i selber trold(e),
und ;i|s eg freien lold e
602 7. Pc$ tleu feit kirnt gs &öri)ter.
Der künig ain muoter het(c) z'wär,
deu was (vil) bitter gar,
255 Als noch deu Übeln weib sint:
sie mue3en werden all(e) blint,
Die nicht wellen guot sein!
man sol sie ertrenken in dem Rein
Und darin versenken.
60 des muo5 ich ir gedenken,
Des küniges muoter au3 Kriechen lant ,
deu was mit übel wol bekant;
Da von der vrauwen ungemach
vil dikk(e) da von ir geschach;
65 Wan sie zuo dem künig(e) sprach:
»du soldest billeich ungemach
Leiden umb den heirät dein,
man solt' dich werfen in den Rein
Und dich darinne versenken
70 und dich ze töd ertrenken:
Hast du genomen ain boese3 weip,
wie kan deu gezemen deinem leip?
Ich sag(e) dir da3 vür vol,
mit ir so kan ich nimmer wol
75 Geleben unz an meinen tot,
ich tuon ir hie vil grÖ3(e) not.«
Do da3 der künig erhört' und sach ,
wider den marschalk er dö sprach:
»La dir von mir enpfolhen sein,
80 nim die alten muoter mein,
Unt vuer' sie auf ain burk ver hindan;
ja hat sie laides vil getan
Der lieben haus vrauwen mein,
lä3 sie ver(re) von mir sein,
85 Da ich s' nicht gehoeren mag, noch gesehen.«
also begund' der künig jehen.
Do der marschalk erhört'
des küniges red' und sein wort,
Dö vuort' er sie balde dan
90 auf ain(e) bürg wol getan.
7. jDt-9 TUuftenkimigs &od)Ux. 603
Ze den Zeiten was ain künig balt
geriten mit grÖ5em gewalt
In da,3 lant ze Kriechen,
und macht' da manigen siechen,
295 Die wund e) lägen in den tot,
da3 sie liten grÖ3e not.
Do ward dem künig da3 gesait.
der hie3 auch unverzait
Ruofen zehand (ain) her vart.
300 dö ward nicht lenger gespart,
Da3 sült ir wol gelauben mir ,
mit her leit' er sich gen im schier
An ainem wa33er, da3 was brait,
da lägen deu her unverzait
5 Baid;eu) gegen ain ander.
Do ward deu vrauw(e) s wanger,
Deu künigin au5 Kriechen lant,
ainen biief sie dem künig(e) sant',
Nach des marschalkes rät,
10 als ir vrumkait wol an stät,
Der brief do geschriben wart,
der bot(e) huob sich auf die vart,
Geschriben was daran z'wär,
d*3 sie ain kind offenbar
I > Bei gewonnen mit liechtem schein.
dag nimmer sclnencr möcht' gesein ;
Ain degenkint wa?r' 1*3 ze recht.
e3 w«r(e) ritter oder knecht,
Allen lieb, IC vi um (-3 w.ii'.
l>0 <l<r bfliel H>ltJ sagen dem kiinig deu n\di\'.
l)«» «irr bot' \oii danneo gebiet,
»ein reis(e) tno der traawen geriet,
he- kfinigei muotet ü.5 Kriechen lant;
\s.fil<jch Lei M n Ixk.niL.
I »i;; ei fUOrt1 «lern kiinig e) i'wAi
■inen briel offenbar.
1.1 ipi ■co - liebeu vrauwe mein •
nur sol nicht reitag l ' lein
604 7. Pcs fttitßtnhimigg <&oA)Uk.
Euwer \verde3 boten bröt:
330 mein vrauw' ist genesen von irer not,
Und hat ain schoene3 degenlrint.
wä vreunt und(e) mäg(e) sint,
Die sül[le]n des werden vröuden reich ;
e3 ist ain kind gar wunnekleich,
35 Mein herr(e) mag mich z'wär
von meiner armuot(e) gar
Schaiden unt von meiner not,
er geit mir reiche3 boten bröt.«
Da3 übel weib wider in sprach:
40 »wän, mir lieber nie geschach ,
Ich wil dir helfen au3 der not
und wil dir geben da3 boten bröt,
So du kümst von dem sun(e) mein,
dein armuot sol versvvunden sein.«
45 Sie macht' in trunken, da3 ist war,
und hie3 im sanft(e) betten dar;
Den rechten brief sie im stal,
da3 selb' sie vor den leuten hal,
Ainen andern brief sie im leit'
50 in sein briefva3, da3 was weit.
Des morgens dö der tag auf brach
und da3 er den schein ane sach ,
Dö huob er sich drät(e),
da3 er nicht kaem' ze spät(e),
55 Und eill(e) von dannen zehant,
da er den werden vürsten vant.
Dö er den herren ane sach,
vil züchtikleich er zuo im sprach:
»Eu enbeut mein vrau höchgemuot
60 iren willen und iren dien(e)st guot,
Und hat eu disen brief gesant,
und der marschalk von dem lant.«
Den brief er da lesen hie3,
als in sein vrümikait tuon lie3;
65 An dem brief dö geschriben was,
den man im vor der hütten las:
7. IDes tmtftenkontgs %oA)ttx. 60ö
»Der marschalk enbeut eu, herre,
das ain grÖ3er werre
Ist worden in eurm land(e),
.370 des mue3t ir haben schand(e) :
Ainen teuvel hat mein vrauw' getragen,
da3 wil ich eu vür war (ge)sagen,
E5 ist gestalt als ain schem';
ain teuvel e3 schier hin nem'!
75 Ir muest mit im haben schant,
unt koemt ir immer in da3 lant,
So mügt ir nicht beleiben.
hai3t sie von hinnen treiben;
Des habt ir vrum und ere,
80 oder ir muesjejt herzen sere
Leiden unz an euwern tot,
alrest so hebt sich euwer not:
E3 ist aisleich getan,
e3 getar nie man sehen an.«
83 Zehant dö der herre
erhört'ej disen werren,
Do gewan er gro3en ungemach,
wider seinen Schreiber er d6 sprach:
^Schreib . snellikleich(ej
90 meinem marschalk reich(e),
Wan er den brief seh(e) an,
d.i.- er des nicht 1^3' ander stan,
Kr slah' die bausvrauwen mein
in ain vag riebein,
9 > \l- sie mir »■ ward bekant,
und send e sie au3 in deu lant
\ ii balde aod(ej \ii schier.
lind(e] leg* «I.15 Unt ZOO ir,
Da5 (so) sisleicri ist getan.
'»oo wil er Dein boUcbafl (ibergan,
lud er d;r; tOO nnlil /< h;inl •
11111C3' mir raomeo dag lanl
1 od 1 rinde,
ich nimmer erwinde,
006 7. Uta Beußenhonige %oä)Ux.
405 Er muo3 mir Iän den leib sein;
da3 hab' er auf die treuw(e) mein ,
Vind' ich kind oder weip,
z'wär, e3 get im an den ieip.«
Der bot(e) eilt(e) drat,
10 als er in reiten bat,
Unt vuort' den brief dem marschalk guol.
des ward da traurig sein muot,
Do er den brief da gelas.
wie recht traurig er dö was,
15 Da3 künd' eu nie man gesagen,
sein leib begunde dö verzagen ;
Des vorcht' er des küniges zorn ,
da3 sein leib waer(e) verlorn,
Ob er nü da3 lie3(e),
20 das sein her tuon hie3(e).
Ain va3 gewan er drät,
die vrauwen er wainend(e) bat ,
Da3 sie im vergaeb(e) da3,
er muest' sie slahen in ain va3;
25 Des möcht(e) d(e)hein rät (ge)sein.
sie sprach: »wem sol da3 kindelein
Beleiben? da3 solt du mir sagen.«
er sprach: »man sol e3 auch vertragen
Zuo eu in da3 aichein va3-«
30 doch er des wainens nicht verga3-
Dö sprach deu vrauw(e) wol getan:
»da3 ich die hult verlorn han,
Und meines herzen swaer(e),
west' ich, wannen da3 maer(e) ,
35 Von weihen Sachen e3 wser1 geschehen.
der mir des wolt' ain wenik verjehcn —
Ich hiet' mich e geleit in sucht,
e ich kain(e) Unzucht
Het an ichteu begän, —
40 ich künd' e3 vil wol understän.«
Wa3 sol ich mer(e) davon jehen?
so manig(e) klag' ward nie gesehen,
7. j0ts tWußenluiiitgs $od)Ur. 607
Als umb da3 klain ej kindelein.
und umb iren minnekleichen schein.
Ii5 In dem va,5 man sie versluok ,
da3 kind^elein, man zuo ir truok
Und guoter klaidefr] ain michel tail:
reuw' und jämer was ir wolvail.
Man stie3 sie auf des wages vluot.
50 dar an deu schoene vrauwe guot
In die Teifer, da3 ist war.
au3 dem mer offenbar
Ze Röm(e) vür die grÖ3en stat,
als sie Gotes wille bat.
55 Dö was ain Römser(e)
gegangen mit swser(e)
Ze der Teifer auf die brükk(e),
dem was we in dem rükk(e)
Und het das Püllisch vieber gar;
60 der sach da3 va3, da3 ist war.
In der Teifer \lie3en :
»ir lat euch nicht verdrie3en,«
Sprach er ze ainem vischcer(e)
»da3 va3 sei vol oder lser(e) ,
05 Bringt mir e3 her an die stat ;
euwern Ion gib' ich eu drät.«
Der vischser' let, als er in bat,
er bracht c) d*3 r«3 an die stat,
h 1- wart zerbrochen an der zeil .
70 den klaider man ze tarnen leitf:
Den sranw' \\a> niinncklcich ui-tän;
mit züchten sie der Römer an
Sach, und sprach wr&un e) guol .
(i«»t bat euch in seiner hnot .
75 Bach und das bmm Irinddeiv;
di ron aril ich «•- ziehen! sein.«
\\-<> er 100 der rraowen ipracfa
I ir habt bei uiii Quoten gemach
I I | kindel nnd «In- rrauwen guol
SO behiell ei dei ward sie wolgemuot,
008 7«. 2D*ö tüeußnthiintgs &od)ter.
Deu edel Römserinne;
von Kriechen deu küniginne
übergie der vrauwen willen nie,
swä sie sa3 oder gie.
485 Nu läsen wir die red(e) slän,
und greifen von Kriechen den künig an,
Der dort mit seinem her lak.
vor laid er kainer vröuden pflak.
Doch gesigt' der künik z'wär
90 den haiden an vil gar,
Unt vuort' sie haim gevangen;
e3 was im vvol ergangen.
Do er ze lande kert(e) ,
als in sein vriimkait lert(e),
95 Und (er) den marschalk ersach:
»wie klagest du meinen ungemach,«
Sprach er »lieber marschalk guot?
e3 wart zornig mein muot,
Dö man mir deinen brief las;
500 wie rechte traurig ich was
Da3 kan ich dir nicht gesagen ,
mein herz', mein leib wolt' verzagen;
Dö mir wart kunt von ir getan,
da muost(e) mein vröud(e) zergän,
5 Da3 e3 als ain teuvel waer(e),
dö wart mein herz(e) swser(e),
Wan mir laider nie geschach.
ich muo3 laider ungemach
Leiden von dem brief dein.«
10 Dö sprach der marschalk: »herr(e) mein,
Den brief den ich gesant hän,
da was da3 nicht geschriben an:
Mein brief sprach, da3 nie dhain kint,
deu e, noch seit geborn sint,
15 Nie so schcenes wart getan.«
der künig sich raufen began,
Vor jämer unt vor Iaido)
viel er auf die haid(c) .
7. jBes XWuftenkimigs ^oc^ter G09
Da3 er ain wort nie gesprach,
5*20 noch weder hört(e), noch gesach.
Er hie3 den boten vür sich gan,
er sprach: »sag* mir, vertäuter man.
Wie ist dem brieffe) geschehen ?
der wärhait solt du mir verjehen ,
25 Oder ich tuon dir den tot.«
deu vorchl dem boten (dö) gebot ,
Da3 er sprach: »lieber herr(ej mein,
ich kan nicht wi35ende sein ,
Wie dem brieve sei geschehen,
30 wan, aines wil ich eu verjehen:
Do ich kom zuo der vrauwen mein,
deu euwer muoter solt(e) sein,
Da belaib ich über nacht;
ob sie icht arges mir hab' gedächt,
35 Des kan ich gesagen nicht.«
»der teuvel hat mit ir pflicht!«
Sprach der künig an der stat
»den brief sie dir verker(e)t hat.«
Vor zorn hie5 er gähen
10 und sein muoter vähen
Und [hie3] sie vermauren ewikleich .
dl muost' sie ir siinde sunderleich
Buchen unz an iren tot
mit smerzen, jämer und(c) not.
15 »Ich leide billeich ungemach;«
aliO der kiinig ,1115 zoin'o, sprach
1 < )\n «• mir vil armen!
wie lii/./cl iofa < •rbarnM'ii
l dod] den ;ii mechtlgen <iot!
)•» ilcs DU05 ich leiden ^pot
i ml» die lieben rrauw(e)n mein ;
-■> 91005 i« li immer iraorig seinen
Er gedacht': »ich D005 ie Rom(e] gan
und 0 ii <1 1 in /c D003 <• itfn
> > l imIi mein ang ;'c bleichen tat,
mcm leib begangen bat ■
610 7. IDee tÜeuftenWnigs Softer.
Ze Rom' huob er sich an der stat,
in grÖ3(e) buo3(e) er da trat.
Do was dem bäbst gesagt mserfej ,
560 da3 ain edel vrauw(e) waer(e)
Und ain klaine3 kindelein.
da3 nicht schoener kund' gesein,.
Zesamen beslo33en waer(e)
in ain va3 mit swser(e),
65 Und wser' ze Rom- gerunnen dar,
des hiet' genomen ain burger war,
Der het sie behalten schön(e).
»so wi! ich geben ze lön(e),«
Sprach der bäbst ze urkünd'e)
70 »ich wil im vür sein sünd(e)
Geben unt vür sein missetät,
die sein leib begangen hat,
Da3 er behalt' die vrauwen guot;
seiner sei' er ain grÖ3* er(e) tuot,
75 Und behaltet er sie schön(e),
im geit Got der eren krön(e).«
Darnach den künig ze urkünd(e)
rnwen [darnach] sein(e) sünd(e),
Von Kriechen was er genant,
80 ze Röm(e) gie er, da er vant
Unsern vater, den bäb(e)st z'wär,
sein sünde wolf er sagen gar,
Die er an seiner vrauwen guot
getan het, und den übermuot.
85 Da3 was darnach z'wär(e)
in dem vünften jar(e).
Ze den zeiten Got der reich(e)
mant' auch andaechtikleich(e)
Den künig von Reihen, da3 ist war,
90 er gedacht': »ich wil mein sünd(e) gar
Bue3en, die ich begangen han
an meiner tochter wol getan,
Wan ich e3 gar umbsust tet,
sie enhalf weder vleg', noch bet',
7. 2De$ Tkufrenköutgs <&ort)ter. 611
395 Sie muost(e) den tot von mir doln.
auf da3 \va33er hie3 ich sie boln,
Da hat sie verlorn iren leip:
ich gesach nie so schoene3 weip.
Ze Röm(e) wil ich heben ,an
000 und in grÖ3er buo5(e) stän.«
Ze Rom derselb(e) künig gie,
wan im die reuw' sein herz 'e) vie.
Do iegleich künik ze Röm(e) kam ,
und der bäbst ir beicht vernam,
5 Do west' der bäbst deu maer(e) ,
da3 e3 deu vrauw(e) waer(e),
Die der Römaer' het behalten,
da3 jung' kind und die alten.
Do sie ir sünd(e) heten gesait
10 und iren gebresten geklait
Dem bäb'e;st an Gotes stat,
der bäbst die vürsten baid(e) bat,
Da3 sie in sein haus sae^en
und sein bröt mit im ae^en.
15 Do sant' der bäbst an' swaer(e)
nach dem Röma3r(e)
Und bat in durch den willen sein,
da3 er braucht' da3 kindelein
lud die vrauwen da ze stet(e),
20 d.13 was sein vlehen und sein bet(ej.
Do brächt' der Romaer(e)
die vrauwen Ine swaji
I > « - 1 j lrno|4 dö ireu reicheu klait,
lll ICO cu vor hau gesait.
28 M Hfl davor gesä3en,
getrunken und geA^GD,
Do ipracii der bibft: »beerte] gtiot
von Realen, mi seit wolgemuot,
tobl 11 ich! gern eower kini |
JO ei ipracfa 1 ich wolt(c ie) »eil Mini .
\).\-, ich soir leben die lochtet mein
und Iren werden Hechten schein
612 7. jDes HUiißenkäntgs %oü)Ut.
Dö sprach er: »her von Kriechen lant ,
ob eu eur hausvrauw' wirt bekant,
635 Woltet ir des nicht vrö (ge)sein?«
»ja,« sprach er »lieber herre mein,
Das ich sie sehen solt(e) an,
so wser' ich gar ain saelig man,
Darumb(e) so wolt' ich geben,
40 so mich Got lie3(e) leben,
Meinen VU03 und mein(e) hant,
da3 sie mir noch wurd' erkant.«
Der bäbst züchtikleichen sprach:
»ain end' hab' euwer ungemach
45 Und euwer herzen ser,
nü habt vröud(e) baid' und er'.«
Der bäb(e)st gie au3 vür die tür,
die vrauw(e)n weist' er hin vür
Und da3 klain(e) kindelein.
50 ir vröud(e) kund' nicht großer gesein ,
Do sie die vraun an sähen,
do begunden sie beid(e) gähen,
Da3 was an in ain guot sin.
der bäbst sprach: »nemt die tochter hin,
55 Her künik von Reusen, deu ist guot.«
do ward der künig wolgemuot.
Gein dem Kriechen er dö sprach:
»nü seit vrei vor ungemach,
Habt eu weib und(e) kint.«
60 all(e) die e geborn sint
Die wurden in ir reich(e)
nie so vroeleich(e),
Dö was ir vröud(e) nicht ze klain.
die vrauwen und da3 kind(el) rain
65 Vuorten sie baide geleich(e)
haim in ir künik reich(e).
Dö ward sie [schön] ain küniginn(e);
nach eren kund' sie ring(en),
Baideu, tag unde nacht,
70 da wart vröud* in ir acht.
7. 2Ues tUuftenköniijs <£od)t*r. 013
Da3 sült ir wi33en all(e),
sie lebten mit grÖ3em schall(e)
Und mit grc^er wirdikait,
alleu wunne was in berait,
675 Und wurden ergezzet gar
alles des in ie gewar,
Von Got von himel reichte),
dem ist nicht unmügleich(e).
Der geb' uns da3 ewig reich(e)
80 und mach' uns vröuden reich(e)!
8.
liarl >er © r o p e .
I. Uebeszaubei*.
Äarl that eine Heerfahrt gegen die Ungarn und begann sie zu
Christen zu machen. Er drang bis zu den Walach en vor, und lagerte
mit seinem Heere nahe am Meer. Er hatte seine Gemahlin beschieden,
wenn er länger als zehn Jahre ausbliebe , dann 'wäre er auf der Fahrt
umgekommen. Nun war er schon über neun Jahre in Ungarn: da hub
sich zu Acben am Rheine grofse Schande, und überall Raub und
Brand. Karl hatte mit seiner Frauen verabredet, wenn ein Bote ihr
seinen Ring brächte, so sollte sie seiner Rotschaft glauben.
Als es so tief ins zehnte Jahr gieng, da traten die Herren des
Landes vor die Königin, beschwerten sich über die Verwirrung
im herrenlosen Land, und verlangten, dafs sie einen andern Fürsten
zum Manne nähme, weil Karl ihr wol Botschaft gesandt hätte, wenn er
noch lebte. Sie weigerte sich der Schande; Karl werde sie tödten,
wenn er komme; noch habe er ihr das Wort -Zeichen (verabredete
Wahrzeichen nicht gesandt, und sie wolle ihm Treue halten. Die Herren
behaupteten, durch Boten zu wifsen , dafs Karl todt sei, und drungen
so lange in sie, bis sie eiuwilligte, dabei jedoch alle Schuld und Unheil
auf das Haupt der Herren lud. Diese versicherten, die Forldauer des
herrenlosen Zustandes wäre ihr Aller, und auch der Königin Unter-
gang; und bald darnach gaben sie ihr einen mächtigen König zum
Manne, mit welchem am dritten Tage die Hochzeit sein sollte.
Da sandte Gott einenEngel zu Karl im Ungarland, der verkündigte ihm
Üi Bedrängnis seiner Hausfrau, und belehrte ihn zugleich, wie er die
115 Raste bis in sein Land noch vor der Hochzeit zurücklegen könne.
Karl, nicht an Gottes Wundermacht zweifelnd, that, wie der Engel
gebot. Am nächsten Morgen kaufte er von seinem Schreiber dessen
starkes Pferd, safs sogleich auf, und es trug ihn in Einer Tagereise aus
der Bulgare i über Feld, Moor und Heide, bis zur Stadt Rab. Am
lolgenden Tage, noch bei Sonnenschein, erreichte er Pas sau an der
Donau, fand dort den bezeichneten Wirth , der ihn freundlich auf-
nahm, und als am Abend das Vieh heimkam, lief auch ein schönes
n den Hof; Karl ergriff es bei der Mahne und verlangte es von
den \* irthe. Dieser wandle ein, es wäre noch zu jung, auch unge-
-'. K.irl ab«T bestund darauf, und der Wirlh überliefs es ihm
*r«rn für siele Goldstücke; ebenein bot ihn Karl sein bisher gerittenes
Pferd zum Lcikaul. * Am dritten Morgen liuli bestieg Karl das junge
I und es trug ihn denselben Tag bii \<t seine Burg zu Acben
wo <-m Wirih ihn bebei i eberall in den Gaben der Btadl \v.ir
lad Klang ranzen und Springen; und Karl rernabsn, nächsten
'i lei die prächtige Hochzeil leinet renneinten Witwe mit eines
robei ihm. wie Allen, Bpeise and Trank und Kossfutter ge-
ltende! verde Karl abet nobile nichts vom Hob- annehmen, and ne-
bol iicrn Wfrtne ihm liles einzukaufen; naa dieses inr d.t> reichlich
gegeben»- Gold gnras ihm 1 • K.tri berrlien zu rieche, und lieft den
Wirth and Bann mit genleisen. \i- ei Kscbl nard und
ll-t AmffU ab* litm ktdmnfm.r, frui >u/n /"«»/». n*»n >m lll O'trOni f..<
n'tmkmmf) »*H itf/iit '"r'nu/in mit lllrb' am I , tA tirfl m dtm I (I
t t » -
Karl schlafen gieng, muste derWirlh ihm einen Wächter bestellen, ihn
zu wecken, sobald der Singofs l im Dome geläutet werde. Das geschah
Karl belohnte den Wächter, legte sein königlich Kleid an, und bat den
Wirth , ihn als Fremden, zum Dome zu geleiten. So kamen sie an das
Burglhor, vor welchem starke Riegel lagen; der Wirth wies ihm, wie
er hindurch könne, aber sein Gewand beschmutzt werde: Karl achtete
dessen nicht , und schlüpfte hinein. Er hiefs den Wirth heimgehen,
gieng allein nach dem Dome, setzte sich auf den Königsstuhl, und legte
das blofse Schwert über seine Knie. Da kam der Mefsner, die Bücher
hervorzutragen, und als er diese Erscheinung sah, lief er zum Priester
und verkündigte sie. Die Domherren wollten's nicht glauben: einer
von ihnen gieng mit einem Lichte hin, sah die Wahrheit, und floh zu
dem Bischöfe. Dieser liefs sich zwei grofse Kerzen vortragen, erschrak,
als er den greisen Mann so still dort sitzen sah , beschwur ihn jedoch
zu sagen, wer er wäre, geheuer oder ungeheuer. Da antwortete der
auf dem Stuhle, dafs er als König Karl doch wol bekannt genug sei.
Der Bischof trat nun nähei , erkannte ihn, umfieng ihn und hiefs ihn
freudig willkommen. Dann führte er ihn in sein Haus, und liefs alle
Glocken läuten. Als die zur Hochzeit geladenen Gäste so vernahmen,
dafs König Karl heimgekehrt sei, riefen sie nach ihren Rossen und
flohen hinweg; und wer nicht reiten konnte, sprang über die Stadt-
mauer. Der Bischof erbat sich von Karl zu Lohne, dafs er der Königin
nicht zürnte; gerne gewährte Karl, und war ihr hold, wie zuvor.
Als darnach Karls Hausfrau starb, bewies er, dafs sie ihm so lieb
war als das Leben. Er liefs das schöne Weib baisamen, und ein
teuflischer Zauber, den sie unter der Zunge trug, bewirkte, dafs er
allnächtlich mit ihr umgehen muste, wie ein Mann mit seinem Weibe.
Solches wüsten nur zween Kämmerer, welche ihm den Leichnam baden
und ins Bette legen musten. Doch wollte ihn Gott, ansehend seine
stäte Reue und Beichte, nicht an Leib und Seele verderben lafsen.
Eines Tages sang ein Bischof (Aegidius) vor ihm die Mefse : da kam
eine Taube auf den Altar mit einem Briefe , worin Karls heimliche
Sünde geschrieben stand; der Bischof las ihn, und schalt den König,
dafs er eine Todsünde verschwiegen habe; Karl läugnete, aber der
Bischof überführte ihn durch die Offenbarung von oben, und Karl
beichtete nun alles, sagte jedoch, er könne nicht davon lafsen. Der
Bischof verlangte die Todte zu sehen , und Karl öffnete ihm seine
Schlafkammer, wo die Frau im Bette lag, als wenn sie schliefe. Auf
des Bischofs Frage, ob ihr Mund noch wohl rieche, hiefs Karl ihn
sich überzeugen : da thal der Bischof ihr den Mund auf, und erkannte
alsbald den Zauber, der, wie eine Scherbe grofs, herausfiel. Sogleich
sank der Leichnam angesichts des Königs und Bischofs zusammen,
als wenn er schon vor einem halben Jahre faul gewesen, und ward
ganz zu Asche. Da verwandelte sich des Königs Inbrunst in Abscheu,
und das todte Weib, die ihm Leib und Seele verderben sollte, stank
ihm wie ein fauler Hund. Hierauf büfste er an dem Leibe seine Sünde
bis zum Tode
I Singoj , singi>33el. Glocke. Glbcklem zum Zeichen, Lal sigmiluin . Frani toesin.
1.
M i n n e zauber.
Da mit vuor der weigant
hin ze Ungern in da3 lant
Und begund' sie Kristen machen.
die Ungern unz in Walachen,
5 Da leit' er sich mit seinem her.
e3 was nähen bei dem mer.
Er gelobt' der vrauwen sein.
wenn' er [waer'] zehen jär von ir schein
Und da3 er lenger waer(e),
10 da3 sie dan west' deu maer(e),
Da3 er waer* mit größer not
z'wär auf dem wegfe) tot.
Da belaib er sicherlich für war
mer dannfe) neun jär
lö Ze Ungern in dem land(e).
da huol) '«ich £.03 e) schand(e)
/.(• Ach(C) hei il-TIl Kcill-
«In er /.<• lang .111.5 \M>lt'e, sein ,
Sich huob raub unde brant
20 i*wir über alleu laut.
l 1 bei gelobt der muwei sein,
wenn' er 11 saut' ain vin^crlcm
i).i-, mI i' irj »ein erkauf .
'I.13 seil/ bei ec i? roi genanl
i> 1 ml in i n v~, gezaigel dl
.•r sprach - v. 'in i i ge ibeal ic
620 8. &arl fcer <^ro^.
Da3 guot(e) vingerlein,
wa3 dir gesagt der bot(e) mein,
Des solt du gelaubig sein
30 zehand, liebeu vrauwe mein.« — —
Nu lä3en wir die red(e) stän,
und greifen den künig an ,
Da er lag in Ungern lant,
als ich eu vor tet bekant:
35 Er was neun jär au3 gewesen,
da3 sült ir an dem buoch gelesen,
Do huob sich raub und(e) brant
über alleu seineu lant,
Als ich eu vor hän verjehen:
40 da3 wolten die hern nicht über sehen ,
Die in dem lande wär(e)n
bei den selben jär(e)n;
Die giengen ze der küniginne:
»z'weu süllen unser sinne?
45 Seit wir nicht haben herren,
des haben wir grÖ3en werren,
Davon wellen wir euch des biten,
da3 ir, vrauw', mit guoten siten
Nemet ainen vürsten guot,
50 damit deu lant sein behuot.
Mein herr' ist waerleich(e) tot;
in möcht' nicht twingen sölich not,
Er hiet' eu, vrauw', in dizz(e) lant
seine botschaft her gesant.«
55 Deu vrauw' antwurt(e) zehant:
»so muest' ich sein von im geschant,
Swen künik Karel rain(e)
kaem' in die lant gemain(e),
So möcht' er mich wol toeten
60 mit ang(e)st und mit noeten.
Mir ist da3 wortzaichen nicht bekant,
noch her wider nicht gesant,
Da3 er mir gab, dö er sich schiet
von mir; dö mich sein Got beriet,
I. ütebesjauber. 621
b5 So brach ich nie die treuw(e) mein,
sie sol auch immer staet(e) sein.«
Die herren zuo ir jähen:
»sül[le]n wir eu nü versmahen,
Da3 wir disen werren
70 haben, än(e) herren?
Uns ist da3 (vil) wol bekant
von boten, die wir haben gesant ,
Da3 unser her mit groser not
ist auf dem weg(e) tot.«
75 So lang(e) die herren au3 sin
redeten mit der künigin
Und manten sie ir ungemach,
unz deu künigin verjaeh:
wund sol mir icht werren,
80 da3 kumt von eu, ir herren ;
Ich zeuch e3 an Got den guoten,
den getreuwen, [den] wolgemuoten,
Da,5 ich vil gar unschuldig bin.
tuot von mir die red(e) hin.
85 Geschieht mir icht, da3 muo3 von eu varn;
ich kund' mich selber wol bewarn.«
Die herren sprächen aber dö:
»vrau, so würden wir nimmer vrö,
Sül[Ie]n wir mit disem werren
00 immer leben, an' herren,
>) w i 5 1 . ir mue3t des teuvels wesen,
wan unser liizzel mag genesen.«
Die vi.iiiw e) züchtikleichen sprach:
i b* ie -i""; im iei niciii uDgemacb ,
M 86 wil ich eu im volgent sein.
BWIfl grÖ3 im gei der kiirnber mein;
Wan ir mich sein nicht well erl.m,
etrwero willen \nü ich begdn,
I • • i gl mir ulicl oder wol.
100 eurn willen ich nichl brechen sol.«
Darnach itaont e5 unlang(ej ieit,
im/ lie in hoch /<ii
622 8. Äarl tier «toße.
Geruoften mit ai[ne]m künig reich,
den gäben sie ir sicherleich.
105 Deu hoch zeit, nach des buoch(e)s sag(e)
solt' werden an dem dritten tag(e);
Da3 wolt' Got selber understän,
als ich vor mir gehoer(e)t hän ,
Wan Got ainen engel sant*
10 ze boten in da3 Ungerlant,
Da der künig (inne) lak,
und was gelegen manigen tak.
Do in der engel da vant,
deu botschaft ward im wol bekant:
15 »Ob e3 dir lieb ist, oder Jait,
künig, sei dir vürwär gesait,
Kümst du nicht zuo der künigin,
z'wär so verlaitent dich dein sin,
Ain ander künig hat sie genomen,
20 davon solt du ze lande komen
Z'wär an dem dritten tagfe),
gelaub' du mir, wa3 ich dir sag(e).
Dein hausvrauw(ej wol getan
wil z'wär (vil un)gern(e) gän
25 An aines küniges bett(ej reich,
des gelaub' mir sicherleich.«
Der künik Karl sprach zehant:
»wie sol ich komen in mein lant
In drein tagen offenbar?
30 z'wär ich sag(e) dir vürwär,
Da3 dar ist hundert rast(e) lank ,
dannoch so ist da3 mein gedank,
Baideu, spät und(e) vruo,
da3 vunfzehen raste ist dar zuo
35 Z'wär in da3 land mein:
wie sol ich dar komend(e) sein?
Solt' ich dar reiten oder gän?
da3 selb' ich nicht betrachten kan.«
Do sprach der engel an der stunt:
40 »und ist dir nicht worden kunt,
I. jTtebes3auber. 623
Da3 Got mak tuon, swa3 er wil,
sint er hat gewalt(e)s vil?«
Der künig sprach »da3 mag wol sein.
ich glaub' e3, lieber herre mein.
145 Da han ich kainen zweivel an,
vil wunders er getrachten kan.«
Zehand der engel vil gewaer'
sprach: »ge ze deinem schreibeer'
Der hat ain pfert also stark,
50 da3 kauf umb pfenning' und umb mark .
Wie du im e3 mugest gewinnen an,
da3 guot e, pfaerd wol getan
Da3 reitest du vöilikleich ainen tak
als ich vürwär gesprechen mak,
55 Deu tage, waid(e) wirt dir lank .
doch hat da3 pfaerd solhen gank,
Da3 e5 dich snell' unde drät
trait ze Rab in die stat.
D.i3 ist dein erst'e, tag(c) waid(e),
60 e3 trait dich mos, veld und haidfe,.
Des andern tages vruo
solt du beraiten dich darzuo.«
Also sprach der engel reich
»dag du reitest snellikleich,
66 &ö lümst du gen Paföauwfe]
hin ;iul zun der Tuonauw <• .
I > ; • .5 ist dein andren i;<- e waid e
von den pfaerd e] du dich scbaid i
/.»• J'.i.xV'iu rindest du ainen wirt.
70 da£ dich ('('m '''''' s'' n:,r vcrhirl.
I)u kurnsi dar bei sonnen scheue
des solt du vil jcw u lein ,
Der leib <• wirf isl a/ol gemuot
iiii ainen ichcenen rolen guot •
75 Den m>Ii du kaufen an dei stal
tili ii ail dich bald unde drlt \
S6 undei steil du dannocfa wol
dl»- hoch teil diu d,i wesen sol.o
624 8. Juri tor ftroße.
Zehand er da3 pfaerd gewan
180 seinem schreibaer(e, an,
Und rait des morgens taugenleich,
der edel künig reich,
Unz Räb , als im der engel sait':
dö sach er die wärhait.
85 Was da3 nicht ain stark(ej rais(e)?
da3 er rait mit grÖ3er vrais(e),
Da3 er von der Bulgarei
rait also gemaches vrei
Hin ze Raben in die stat,
90 als in der engel reiten bat.
Er sprach: »ich Got wol getrauw(e,.«
Des andern tages gein Pa33auw(ej
Kam er von Raben geriten,
nach Gotes 1er', mit guoten siten.
95 Als im der engel het gesait,
vand er den wirt unverzait;
Er schuof im guoten gemach ,
mit guotem siten da3 geschach.
Er kam dar bei sunnen schein,
200 des dankt' er seinem trechtein.
Des äbents dö da3 viech in gic,
dö lief der vor*, er in gevie
Bei seinem köpf und bei der man,
wan im des voln Got wol gan.
5 Er sprach: »her wirt, gebt mir da3 ros,
da3 wil ich reiten veld und mos.«
Dö sprach der wirt : »herre mein ,
der vol' mak ze junk sein,
Er enmag euch nicht getragen. «
10 er sprach: »wa3 well(e)t ir mir sagen?
Gebet mir den volen guot.«
der wirt sprach: »er eu laid(e) tuot,
Z'wär, lieber herre mein,
er muo3 euer aigen sein,
15 Wser' er gezemt und geriten.a
der künig sprach : »ich wil euch biten
I. $'ubt*$a\\bex. 625
Immer durch den dienest mein.
da3 ir den voln lät mein sein,
Und gebt mir in in kurzer vrist.«
220 er sprach: »seit er eu so lieb ist,
So sol er eu nicht sein versait.«
dö kauft er in mit staetikait
Umb guidein pfenning(e) guot;
da3 pfaerd er im ze leikauf bot,
25 Da3 er het dar geriten
von den Bulgern, mit guoten siten.
£3 was ain wunderleich geschieht,
da3 er im was erlegen nicht ;
Wan daj selb(e) wunder
30 da3 schreibt man billeich be sunder.
Des dritten morgens vruo
der künig berait(e) sich darzuo,
Da3 er rait alaine;,
drät und nicht sain(e),
35 Hin ze Ach' vür da3 burgtor;
da vand er ainen wirt davor,
Der her bergt' in, als im gezam,
den worden künig lobesam.
Do hört' er ainen großen schal
40 in der stat liberal
Von vloiten unt von singen,
vqn tanzen unt von springen
Wart da ain michel wunder
in den £333011 be sunder.
45 Im wägt' der künig der maer(e),
w,i5 in der slat waer 1
[Lrsprach:j MU\5 ^ag' ich eu [vürwarj, herre mein.
MO hoch zeit kfind' nicht gro3er sein,
Den sol troo hie ergan,
.') * J - 1 1 mm Ml UM MED niaui^ man
• 1' Minift in die grögen stal •
IM >ic mein w.m Ixt komm lt.it.
Den tili genonen linen man.
rttrwtt ich MI da3 gesagen kau.
r. d. IfM, OftaaaUitaUarr. II. '
626 8. Äntl Tier tfroßr.
255 Der ist ain künig reich(e);
da3 sag' ich eu sicherleich(e),
Tr möchtet kost' wol än(e) sein,
wan man geit bröt und(e) wein
In der stat, und speis(e),
60 er sei junk oder greis(e),
Man geit in allen genuok;
den rossen man da3 vuoter truok
Ungeme33en vür sie dar,
des hän ich wol genomen war.«
65 Der künig wider in dö sprach:
»her wirt, mag ich hinn(e) gemach
Haben mit hulden,a sprach er
»so wil ich enruochen, wer
Die speis' vom hove nemen sol;
70 z'wär, ich enbir ir wol,
Ich hän wol die kost(e) mein,
ich wil irer kost' äne sein.
Her wirt, kauft mir in der stat
die speis' umb pfenning(e) dräl,
75 Z'wär(e), die sint guidein,
her wirt, die lät von mir sein
Eu gegeben ze eren,
eur kost' die wil ich meren;
Deu speis(e) sol sich heint von mir
80 mern, hai3et sie beraiten schier,
Da3 euwer diener und eur knecht
mein heint genie3en, da3 ist recht,
Ir schaffet uns vil und g(e)nuok.«
der künik vil pfenning' vür in truok.
85 Dö der wirt da3 gold ersach,
wider sich selber er dö sprach:
»Diser herre ist ain edel man,
seinen geleichen ich nie hän,
Z'wär(e) , mit den äugen mein
90 gesehen, er künd' nicht milter gesein.«
Dö deu kost(e) ward berait,
ze tische sa3 er, als man sait,
I. f\tbt*$anbtx. 627
Von trinken unt von speis(e)
heten sie da3 päradeis(e).
295 Damit der kiinig des nicht enlie,
als e5 wart nacht, er släfen gie,
Den wirt gar erbaer(e)
bat er umb ainen wachtierfe),
Der sein des nachtes pfleegfe),»
300 do er an dem bette laeg(e).
Er sprach: »waechter, tuo mir bekant,«
also teuw(e)r er in mant',
Wan den kiinig des nicht verdrös,
er sprach : »so man den singÖ3
5 An ziech zuo dem tuom(c) reich,
so wekk(e) du mich sicherleich,
So wil ich dir ze miet fe] geben ,
so mich Got l^e) leben,
Diz vingerlein guidein,
10 da3 du dir last enpfolhen sein,
Da3 mir da3 leuten werd' bekant,
du solt mich wekken zehant,
Als lieb dir diz klainot sei,
wek mich, so wird' ich sorgen vrei.«
15 Da3 tet der wachtaer' zehant,
den herren er slaien(de) vant,
Bf sprach: »herr'ej wolgemuot,
gt6l Inf, und gebt mir mein guot,
.Man leutfe t den iingö^«
-20 den herren do des nicht verdroß.
I.i teil' an sich sein reiche wat.
den wii t «m vlei3ig leiebe bat,
ha-, er nni im gii
iA da-, min in iebt fienf i
I.i war' do laider unhekant.
den wirt den rieng er bei der hanl .
Si< < ii EUO d«-m hui Lf lor ,
• I.i waren ittri c rigel' vor;
h<> befand d<-i wnt ruefen :
30 »[her, | ir nuegl hie dun h »liefen,«
628 8. Marl Her <&xo%e.
Sprach er zuo dem künik zehant
»so wirt horwig euwer gewant.«
Der künig sprach: »des acht' ich nicht,
ob e3 wir(de)t gar en wicht,
335 Da3 wi33(e)t sicherleich(e).
so sprach der künig reich(e).
Zehand er slauf ze dem tor hin in,
der herre het da weisen sin,
Wan er zuo dem tuom(e) gie ,
40 den wirt er haim(e) gen lie ,
Und gie er selber in den tuom,
da3 macht(e) sein weistuom,
Da3 er z'wär(e) nicht verga3,
wan er auf dem stuol(e) sa3,
45 So muost' er künig sein genant:
auf den stuol sa3 er zehant,
Da3 daucht' in dö ain guot gewin;
ob dem swert(e) lie3 er hin
Sliefen die schaid(e), da3 ist war,
50 er nam da3 swert also bar
Und leit' da3 über seineu knie,
zehand der mesner zuo gie
Und wolt' deu buoch hervür tragen:
dö begund' er gar verzagen ,
55 Do er in also sizzen sach
mit blÖ3em swert, er nicht ensprach ,
Er gie, da er den priester vant,
und(e) sprach: »mir ist bekant
Ain vraidige3 maer(e),
60 das ist m'r hart(e) swaer(e) :
E3 ist ain man leis(e)
gese33en, der ist greise,
Auf dem gesegenten stuol z'war,
er hat ain blÖ3e3 swert bar
65 Geleit über seineu knie;
dö ich zuo dem alter gie
Und ich in sach sizzen,
do begund' ich aller swizzen.«
I. $ube*i,a\ibtx. 629
Do sprächen die tuomherren:
370 »will du uns machen werren?
Des mag an uns nicht ergän.« —
»die wärhait ich gesehen hän,«
Sprach der mesnaere
»davon ist mir vil swsere,
75 Gelaubt ir mir nicht, da3 ist mir lait:
get selb' und secht die wärhait.«
Damit ain tuomherre gie,
der selb' ain Hecht mit im gevie,
Und gie zuo dem stuol unverzait:
80 da sach er selb(e) die wärhait,
Wan e3 im sicher ward bekant;
da3 liecht warf er aii3 der hant
L'nt vlöch bald(e) von im dan,
dö er sach den greisen man.
85 Zuo dem bischof er dö gie ,
er sprach : »weit ir hocren , wie
Uns zuo dem tuom ist geschehen!«
der wärhait begund' er im verjehen.
Dö der bischof da3 erhört',
DO der körherren wort,
Dö eilt' er vil dräte
»03 seiner kem'e,näte.
Gegen dem luome(e) man dö gie,
zwo* grö^fe] kenen man d<» ^rvie,
96 Dr'15 täten zwcnV kncchl l
und tauchten im vil rechte
Hin. «Li def kuni^ »3
,111! (lern BtUOl . <t im hl \r1ga3,
Er bei dag iwerl alfä bar .
100 dag lagt 11 11 ^ dag booeh vür w.h
Dö der bifCbof und Belli m.in
kirnen /uo dem stuol(e) dan,
l nd ei in dl erbtikt(e] -
ror verebten <t erscbrikl
.'» I 1 ipraeb < 11 füll mich wr,-«ii l.in ,
wci eu 1« hi laidea hab' getan .
630 8. #ttd tttx <8>xo%t.
Oder wa3 mannes ir seit,
da3 sag(e)t mir, wan des ist zeit.
Seit ir ungeheur(e)?
410 euwer red' ist mir teur(e).
Ich beswer euch bei dem Gol ,
da3 ir leistet mein gebot,
Und sagfejt mir recht an der zeit,
wa3 mannes ir seit;
15 Wan des ist zeit z(e)wär,
die red(e) tuon ich offenbar.«
Der künig antwurt(e) zehant:
»ich was e wol erkant,
Do ich der künik Karl hie3,
20 an gewalt ich nie man vür mich lie3.cc
Zehand der bischof gein im trat,
als in dö sein will(e) bat.
Mit treuwen er gein im sprach ,
dö er in rechte ane sach:
25 »Seit wilkomen, lieber herre mein,
eur künft(e) wil ich vrö (ge)sein.«
Zuo im er liepleichen gie,
mit arm(en) er in umb(e) vie,
Und weist' in sicherleich(e)
30 in sein haus reich(e),
Und hie3 die glokken liberal
leuten, dö ward ain grÖ3er schal.
Dannoch e3 nie man west(e),
die künden , noch die gest(e) ?
35 Die dar wär(e)n komen,
die heten disen schal vemomen,
Dö vrägten sie der maer(e),
wa$ in der stat waer(e).
Dö sait' man in sicherleich(c) ,
40 da3 künik Karl der reich(e)
Waer(e) komen in die stat.
damit ain iegleichfer] gast bat,
Da3 man im braecht(e) sein ros,
sie vluhen veld und(e) mos.
1. fubf staubet. 631
44ö Swer nicht moeht' gereiten,
der wolt' nicht lenger beiten.
Er viel die maur e, ze tal.
von den gesten ward ain schal,
Da sie entrunnen von der stal.
50 der bischof den künig bat,
Da3 er im gaebe, ainen soll,
und der künigin wser'e) holt,
E5 waer' gar an' ir schuld e .
da3 er ir gaeb' sein huld(e).
öö Den bischof er gewert' der bel(e)?
und ward ir hold aldä ze stete. — — —
Dar nach in kurzen Zeiten
wolt' Got nicht lenger beiten.
Im sturb' deu hausvrauw(e) sein.
60 da.5 tet er mit werken schein.
Da3 sie im lieb was, sam der leip:
da3 selb e wolgetanfe] weip
Hie3 er baisamen, da3 ist war.
;iin /.anbei hei sie bei ir gar
6 ) l iider der zungen,
d<s teuvels ordenungen.
Davon er sie nicht mocht* l.m.
• •i maOfl' al nacht mit ir iiinb gan,
Ah ain man mit ainem weib(ej luot;
70 er het ainen vertäuten muot,
Dag macht' das /a,'ber da3 sie truok,
im waf n.ich ir s\ r genuok.
hoch west' nie man den in.er'c),
wan zw« n •■ k;im <■ i.ri
7) Dm baid e warn im baimleicfa gai •
du- nniosten die rrauwen löten i'wai
Badeo /<■ allei teil
abu i<»t m;in sie üb teit(ej
\n CU3 bei . <i.i »1 an lak :
SO mit d«i ImIcii 11 d«> pflaV .
Ms ii h eu hau voi gcsail
ird im -1.11 11.11 h i.iii.
632 8. &arl *er Große.
Doch wolt(e) Got der reich(e)
vil gar sicherleichfe)
485 In nicht lä3en verderben,
noch an der sele ersterben,
Er hiet des guoten sit',
da er sein sele behielt mit,
Mit beicht, mit reu ze aller zeit,
90 swa er (vuor) in dem land(e) weit
[Vuor], da ruwen in sein sünd(c),
da3 was ain guot urkünd(e).
Doch wolt' er der sünd' nicht lau,
die ich eu vor gesag(e)t hän.
95 Doch ze ainer zeit da3 geschach ,
da3 man vor im mess(e) sprach,
Da3 tet ain bischof der was guot,
dö kam ain taub(e) deu was vruot
Vür in auf den altar
500 deu brächt' ainen briet [der was] offenbar,
Der brief mit gold(e) was erhaben
gar mit schoencn buochstaben:
Da was deu sünd' geschriben an,
da3 der künig nicht wolt(e) län
5 Von dem toten weibe,
we geschach ir sei', ir leibe.
Der bischof ob dem alter was,
den brief er (dö) schön(e) las.
Do er die mess(e) gesank ,
10 er sprach: »jr habt ainen wank,
Her künig , lieber herre mein ,
der euwer sei' muo3 schad(e) sein.«
Künik Karl der best(e)
sprach: »(s)wa3 ich [meiner] beicht(e) west(e),
15 Die hän ich eu kund getan.«
dö sprach der bischof: »lieber man,
Ain sünd(e) habt ir mir verdait
und habt ir mir noch nicht gesait,
Die hat mir Got von himel reich
20 kunt getan gar sicherlich-
I. fubeöjaubrr. 633
Ain vrauwen habt ir, deu ist töt?
davon 1111103 euer sel(e) not
Leiden und fauch) euwer leip,
da3 ir habt ain töte3 weip.«
325 Der künig sprach: »lieber herre mein,
mein sünd'e) kan nicht grÖ3er gesein ;
Ich kan mich nicht geänen ir leip,
nie lieber ward mir kain weip,
Mein leib mag sich ir geanen nicht,
30 swa3 mir halt darumb geschieht.«
Der bischof sprach: »gebt mir ain lc[hc]n,
lät mich selber da5 weip sehen,
l'nd gebt mir da3 ze lön'e),
ob ir leip noch smek schönfej.«
35 Der künig sprach: »das tuon 'cn diät.«
er tet auf die kem'ejnät
l'nd weist' in zuo dem bette hin.
da3 daucht' den bischof ain guot sin.
Des küniges bett(e) da3 was tief,
40 deu vraiiw'e) lag, als ob sie slieP.
Di von der künig het sie vür vol.
»smekk(e)t ir der mund wol ,«
Sprach der bischof »herre mein?«
der künig sprach: »das sol sein,
15 Ir mue3t e3 sehen sicherleich.«
also sprach der künig reich.
Det hischot tet ir auf den munt,
• In w.inl im .111 der stat kunt
h.15 laober an£ dem mund Vi viel,
><> m dei gro ■-, <• sam ain schiel.
/..■ band <i" das ako" gesebach,
der bifcbol und der künig sach,
h.15 sie viel ie samen in der gebtei 1
'ii sie ranl irew 1
• » \ 01 ainen Dalben jar,
also* ward sie /.<• aacben gai
Dem künig begund' sie widei stan,
1 1 pii« b : »waj ich lieb4 100 ir bau ,
634 8. #tttl tot ^ru^e.
Die hän ich (nü) al vcrkorn;
560 sie het mir leib und sei' verlorn,
Sie stinket sam ain vauler hunt,
ir böshait ist mir worden kunt.«
Darnach deu buo3(e) muost' ergan
dem künig, wan er het sünd' getan
65 An dem toten weib(e),
des muost' er mit sei[ne]m lcib(e)
Bue3en also ser(e),
der edel künig hcr(e),
leiden muost' er grÖ3(e) not
70 unz auf seinen tot.
II. Naturreclit.
li.arl war der beste Richter, so man je gesehen. Ueberall wo
er war, rausle man eine grofse Glocke aufrichten, die jeder läuten
konnte, der Gerechtigkeit verlangte, und deren Klang ihn sogleich an
Gottes Gericht mahnte.
Eines Tages, als er am Mahle von Hühnern und Fischen safs. er-
klang die Glocke, und Karl wollte sogleich dem Armen, der ihn so
anriefe, jede l'nbill richten. Die vier Hüter der Glocke traten hervor,
sahen aber niemand , und meldeten es dem Könige. Indem läutete es
abermals, und Karl drohte den Hütern den Tod, wenn sie ihm nicht
den Mann brächten, der da läutete. Die Hüter spähten überall umher,
konnten jedoch niemand entdecken, und brachten dem Könige die
Nachricht. Da läutete es zum drillenmale, Karl drohte den Hütern
allen nochmals den Tod , wenn sie den Mann nicht herbeischafften.
Diese belheuerlen ihre Unschuld, und suchten abermals vergeblich: da
schaute einer von ihnen in die Glocke, und sah darin eine lange Natter,
die sieb um den Klopfel schlang, so dafs sie die Glocke läutete. Diefs
Meldeten MC nun dem Konige, der ein Gotles-Wunder darin erkannte,
und die Thür aulzulhun gebot. Alsbald schlüpfte die Natter herein,
und nahte sich dem Könige, der ihr kein Leid zu thiin gebot, woraul
lie -ich zu seinen Pfiffen legte. Karl erkannte daran, dafs sie Gericht
w»n ihm retlange; CT redete sie an, und beschwur sie, ihm ihr Leid
kund /ii thun Hicraut i^ienj.' die Natter wieder hinaus; Karl hiefs die
rier Bfitei lie begleiten, nnd sie folgten ihr in einen Baumgarten bis
m ein Dickicht dii kbrteu die Hüter, und laben nun, ^ie eine
Kröte breit uber den Eiern der Natter la^. Da trieben lie die Kröte
mit maiiiiicni Beklage bii rot den Konig bin; der biefa alsbald einen
- durch <iic Kröte Mofa i
\s ie gewall ig der gerechte König war, dennoch konnte er den Wie
Mag in der Well nicht verbieten. Unihn Ofterland Üesterreich
i>t wenig davon bekannt; Ja lind nur zwei Beebtsbräucbe: man i^ibt
/*o Nadeln für cm j-.i . und iveei .Mite Heiler im einen Pfennig.
IL
Karies r e ch t.
Doch was er, mit der swaer(e),
der bestfe) richtaer(e),
Den ie kain aug(e) het gesehen,
des muost^e) man im dö jehen,
5 Swä er was oder belaip,
mit gericht er nie man vcrtraip.
I);i.5 was an im ain dank.
ain grÖ3(e] glok deu laut erklank
[Die] miiost"' man auf richten, swä er was,
10 davon er an der sele genas.
Die glokken het er durch die armen.
die begunden in erbarmen,
Wann' er sie hört' klenkcn,
l£ begund' er gedenken
15 Au Gotei zorn und an sein gericht',
des muost' er richten nach der sucht'-
Ains taget sa3 er ob dem tisch,
dl er 33 huener nod(eJ visch,
AU von recht ain kiinig sol,
2S) die glokken hört' er klenken wol.
Li iprtcfa : ' dlZ iffl UO arm man,
hat man den laides icht getan.
Dt5 rieht' ich lobön, lau nir mein leip,
i man odei weip."
i > /•• band die tmtt»m
i! bei 105 an' sw.er e, ,
638 8. Äarl tor ®xo%<.
Unt täten des armmannes war,
deu glokk(e) aber offenbar
Het geklenket umb da3 recht:
30 sie sähen weder weib, noch knecht.
Da3 täten sie irem herren kunt.
deu glok klenket' ander stunt;
Er hie3 sie aber herau3 gän,
er sprach: »bringt ir mir nicht den man,
35 Dem laid und not ist bekant,
z'wär, ich toet(e) euch zehand.«
Do sie des künges red' vernämen,
wie schier die vier(e) kämen,
Die der glokken pflägen,
40 die getorst' des nicht betragen,
Sie muosten umb(e) schauwen,
ob e3 waer(e)n man oder vrauwen ,
Wer die glokken klankt(e),
ir iesleicher sich zetal sankt(e),
45 Ob sie ieman saehen,
da3 sie dem künig verjaehen:
Nie man sähen sie da.
sie sähen auf und anders wä:
Da künden sie nie man spehen,
50 den sie mochten da gesehen.
Do giengen sie vür den künig stän,
sie jähen: »wir sehen nie man,
Der die glokken hat geklenkt;
unser iegleich[er] het sich gesenkt ,
55 Ob wir ieman seehen,
da3 wir des verjaehen:
Nu sehen wir nie man an der stunt. «
da3 klenken ward im aber kunt.
Da3 was ze dem dritten male dö.
60 der künig tet in manigen drö,
Er sprach: »bringt ir mir nicht den man,
der dise glokken klenken kan,
Z'wär, ich hai3', mit noeten
euch all(e) vier(e) treten.«
II. tUtnrred)t. 639
65 Do giengen sie aii3 schier(e) ,
die knappen alle vier e .
In tet deu ang^e)st grc^e) not ,
sie jähen: »sül[le]n wir ligen tut
l'mb die gro3en unschuld(e),
70 su geb' uns Got sein huld(e)!«
Also ainer zuo dem andern sprach.
der ain in die glokken sach.
Und sach da,5 ain nater lank
sich umb den klechel swank,
75 Davon muost' deu glokke klingen.
damit begunden sie dringen
Hin wider vür den künig guot.
»ist ieman, dem man schaden tuot,«
Sprach der künig »den hai3t her gän
HO ich wil im gerichts nicht ab gestän.«
Die hueter jähen im zehant:
»her, uns ist da3 wol bekant,
Da.5 bei der glokken ist nie man,
iran ain nater wir vunden hau.
85 Deu swingt sich umb den swenkel gn>3
unt tuot der glokken ainen 9I03:
K3 ist ain greulich kunder.«
1X1*3 l>l Goto* wunder ;«
Sprach der künik Karl dö
90 ^ic mag sein traurig und unvro,
W 111 11 mag sein lai<l geschehen.
des sie mir wil gar m-i jenen«
Tuot .ml die fui l.it si<- hei in.
iefa 1M103 besehen recht ir mh;
I > \\ .15 Gol beschaffen wei mii ir .
dag bin ich besehen schier.
Und wie eg hie mit ir gevai .
lief Milien wir inrririi war."
I>" -Mc «Ich nalci \i;iisam
HM) \<m dei glokken <me schäm
l nl k< 1 1 e iM'in "In Im hm j
dei künig bie3 sie lasen in .
640 8. Marl ter <&n>&e.
Er sprach: »wa3 tuot deu nater lank?
sie hat ainen aisleichen gank.«
105 Do sagten im die herren reich:
»sie get gein eu sicherleich.«
Do verbot der künig da3,
da3 sie ir icht truegen ha3,
[Doch] ir nie man lait taet(e).
10 da3 gebot belaib an ir staet(e).
Der künig zuo den seinen sprach :
»der nater tuot nicht ungemach
Kain mensch(e hie) vor mir.
ir herren sag(e)t (ir) mir schier,
15 Wa3 diseu nater tuo.« —
»sie get (ge)gen eu iezuo
Und leit sich nider an den VU03;
vürwär ich eu da3 gesagen mu03.cc
Do sprach der künig reich:
20 »sie gert genäden sicherleich,
Und wil, da3 ich ir richt(e)
und ir iren kumber slicht(e).«
Er sprach; »dir sol geboten sein,
da3 du mir zaigst den kumber dein;
•25 Bei Got, dem nichts verborgen ist,
tuo mir bekant deinen list,
Wa3 dir laides werr(e).«
also sprach der herre.
Deu nater gie von im herdan;
30 dö sant' er ir nach vier man,
Da3 sie besaehen da3 wunder,
wa3 ir waer' be sunder.
Des begunden sie warten:
sie gieng[en] in einen bäum garten
35 In ain dikk(e3) staudach,
da sie nie man inn(e) sach;
Da3 zervuorten (da) die man,
die dar wär(e)n gegan
Mit ir, da3 sie sehen wolden,
40 wa3 sie dem herren sagen solden:
IL tlaturred)t. 641
Do sahen sie ain kroten brait;
di3 was 'däj der na lern lait,
Wan sie ob irn aij(e]rn lak.
der kroten tet man manigen slak ,
115 Und. brächt' sie vür den künig hin;
da3 was der kroten ungewin;
Der künig richte) ir zehant;
ainen sph man durch sie verswant
Da3 schuof der künig Karl guot;
50 des ward deu nater wol gemuot.
S)wie gewaltig der künig was,
als ich an dem buoch/e) las,
Doch kund' sein gebot manikvalt
under sten nicht den gewalt ,
55 Als ich vür war gesprechen mak,
da3 er nie den wider slak
Rund' in der weilt verbieten,
die weisen im da rieten,
Kr soll' den wider slag understan:
(>0 des mochte, Wierleich nicht ergän.
Iris ist vil lüzzcl bekant
waerleich in dem Osterlant,
Der recht ej sint neur zwei:
man geil zwo nadel' umb ain ai;
!) M in _ . * t umb ainen pfennink, —
da3 ist ain \\ tr «• 3 dink —
/.wi'iii' belbliog', siot sie guot,
daran nie rinn schaden lUOt
4 llmgt» '■"■«•ii' ..lru»r II
II
9
Salami n.
Sdladin war der mildeste König, er gab alles hin, Rosse, Kleider
Gold, Silber und Edelgestein, so dafs er nur einen Tisch behielt. Das
war ein Saphir drei Ellen lang und zwei Ellen breit, auf einem gol-
denen Gestelle. Alle bewunderten ihn, wenn man ihn vor den König
hinsetzte, und mancher Fürst hätte ein Land dafür gegeben. Saladin
hatte zehnlausend Pfund Goldes Einkünfte, litt jedoch Noth durch seine
Freigebigkeit, indem er Keinem etwas versagte.
Bei aller Milde ward er todtkrank. Er liefs die Aerzte kommen, die
beschauten seinen Harn, und erkannten, dafs er nicht genesen könne.
Da ward er traurig und besorgt für seine Seele. Er zweifelte: wenn
er sie Machmet empföhle, so wäre es der Christen Spolt, die ihren
Gott für mächtiger hielten; dagegen die Juden ihren Gott als den
stärksten priesen: wer unter diesen dreien ihm Sicherheit gewähre,
dem wolle er seine Seele geben, und die andern beiden verlafsen.
Er verhiefs demselben Gott auch seinen lisch; weil er jedoch keine
Entscheidung darüber erhalten konnte, so beschlofs er, den edlen
Stein allen Dreien zu theilen. Er liefs den Tisch bringen und durch
cm Beil in drei gleiche Theile hauen. Er gab dem Machmet, dem
ChrutengOU und dem Judengolle jedem ein Theil, und sagte: wer
nun der -iirk>te sei, der möge ihm helfen, sei es der Heiden, oder
Christen, oder Juden Gott. Damil schied die Seele von hinnen.
S a 1 a t e i n.
Ich kan eu waerleich nicht verdagen,
von ainem künig c) wil ich sagen,
Der was gehai5cn Salatein,
z'wär, der kund' nicht milter gesein*
5 Er gab ros und (auch) gewant,
so man sie wol vail(e) vant,
Silber, gold. [edel] gestaiu(e)
gab er alles gemainre),
Sein milt' sich nicht vor eren spielt,
10 wan er neur ainen tisch behielt,
Der was ain safir grÖ3,
da3 nie man vand seinen genÖ3,
He33er dann' ain rubein ;
kainjes] hört kund' nicht be33er geseiu,
15 Wan der selbfe) tisch was.
sein leng(e; ich geschriben las:
Kr WM dreier elen lank.
zun dem tisch was inanig drank,
Dö man in vur den vürsten truok ,
3 » t6 bei er ichauw(e)r gcnuok.
Sein weile wil ich eu mc53en ,
des nag ich [eu] nicht fergeggeo
Wan et w;is au der selben zeit
wol zwei er eleu weit.
I > & in _< itell(ej wai von goM
|J| t& Gol wuiiselieli sold'ej.
648 9. Salritn.
So reichen (tisch) nie man sach,
als es manik vürst(e) jach,
Wer disen tisch, den stain erkant',
30 er sprach: »ich nsem' in vür ain lant.«
Der her was milt, als man im jach,
so milte3 herz(e) nie man sach,
So er het in dem leib(e) sein,
unt tet da3 mit werk(e) schein;
35 Wan vor milt' im nicht belaip,
den hört er allen von im traip.
Ich sag' eu alle[n] sein gelt,
da3 er in steten und in velt
Het vil sicherleich(e),
40 der edel künig reich(e),
Zehen tüsent pfund goldes rot:
dabei laid er grÖ3(e) not
Und gebresten, von der miltikait;
wan grÖ3er gab' was er berait,
45 Er versait' sein gäb(e) nie man,
vür war ich eu da3 gesagen kan,
Dem gab' er miltekleich(e) tet,
nie man verzech er seiner bet',
Wan milter herz' ward nie gesehen,
50 des muo3 ich von schulden jehen.
(S)wie milt der selb(e) herr(e) was,
doch wart er siech, und nicht genas;
Do im deu krankait was bekant ,
nach guoten maistern er dö sant'
55 Und hie3 sie seinen brunnen sehen,
sie begunden alle jehen,
Da3 er sicher nicht genesen
möcht', er mueste tot wesen.
Dö ward er also sßr geklait;
60 vrauwen, ritter und(e) mait
Klag(e)ten nicht ain(e),
die vrauwen algemain(e)
Und da3 volk alle3 gar,
wan deu red(e) ist (al)wär,
9. Salafctii. 049
65 Heten umb in ain solich klagen,
da3 ich e$ nimmer kan gesagen.
Do der vrum;e) haiden
gesach, da3 er solt' schaiden
Von er(e) und(e) von guot.
70 dö wart traurig sein muot,
[Wan] sein leben wolt' im laiden,
er sprach : »sol ich nü schaiden ,
So muo3 ich des verjehen,
wie sol meiner sei' geschehen?
75 Wer sol der pflegend(e) sein,
so sie schaidet von dem leib(e) mein,
Wer püigt ir danne ze stet(e)?
sol ich sie Machmet(e)
Enpielhen, da3 ist der Kristen spot,
80 die jehent, da3 ir herre Got
Sei so stark dan Machmet,
also resleicher Kristen red(e)t.
So ist mir da3 wol bekant,
Da3 die Juden (aljzehant
85 Jehent, das 'r *J°l sterker sei.
welh[er] under den [dreien] mich sorgen vrei
Macht, dem wil ich mein sel(e) lau,
und disen zwai(e)n ab gestän.
Nu ist laider diser streit
90 wider den Juden LKristen] zc aller zeit;
Die (Kristen] jehent sein auch nicht.
da3 ist sin jaemerlcich geschieht;
Ovsr. wett4 ich den DMBrefe),
welher der teur e,st Wffil e -
86 Dem wolt' ich meinen lisch geben
In* lllei band ej widerstreben.
Seit ich den [ rechten] nicht enwi33cn kan
und ich ir aller zweivel hau,
84 wil ich den cdelfe,n stain
loo in tauen (allen drein] genuin,
Ich 'main'y, der tisch der dl ist mein,
/.'war, der 1111103 ir dreier sein."
650 9. Saltttitn.
Den tisch hie3 er vür sich tragen ,
[z'wär] da3 kan ich eu vür war sagen.
105 Ain beil da berait(e) wart,
dö ward lenger nicht gespart ,
Den tisch hie3 er mit hnil
lauen in dreu tat!.
Da3 ain(e) tail gab er ze stet
10 seinem got(e) Machmet;
Da3 ander tail [gab er] än(e) spot,
gab er durch der Kristen Got;
Da3 dritte tail gab er gar
vür der Juden Got z'wär.
15 Er sprach: »swelher sterker sei,
der muo3 mich tuon sorgen vrei;
Wan ich nicht be33ers wi35en kan.«
also sprach der vrum(e) man
«Und sei der Got der haiden
20 gewaltig, der muo3 mich schaiden
Von meinem ungemache gar ,
wen mein sei' von hinnen var;
Sei aber der Kristen Got [Got]
gewaltig, der helf' mir au3 not;
25 Sei aber Got der Juden reich
gewaltig, der helf mir sicherlich:
Der muo3 mich nicht von im verlän!«
damit deu sele schict von dan.
f t $ a v 1 1 n ,
Anmerkungen, Berichtigungen und Nachträge.
Lesarten.
XXI. Das Häselein.
Str ajt bur g er Sammlung o.
1. vergeben. Vgl. Gottfrieds Tristan 1 IV. 2. go^es.
3. Genemet. * befser mr^en: verwa3en. 4. Men. 6. nidem.
zobüa. 10. Und?. 12. micA. 13. nidere. 15. hau. 16.
n?/t (öfter). 19. sprengen. 22. gwnsf. 27. 36. Und?.
3S. nettes. 40. Unde. 43. mitte. 44. i. s. h. 48. glueget.
öl m?n. 53. Zwo. 70. gn/?ste sü sü. (?neist). 71. üch
(meist). 81. Do. 89. schrin?: vingerline. 95. (jem?/sehet.
96. */*<?* v/13. 109. 22. Und?. 23. do. 25. cizoigen. 26.
an in. 29. sitte. 30. ma/jse. 33. * A^/irr selbe». 36.
EwpfaDgeo nette. 38. do. 42. im? (kann überall bleiben).
44. Stalle. 51. Io?belichen lebend. 52. minnewcl. 56.
Bitz?. 60. zi/. 63. Bitz?. 65. suo/tt. 67. * befser yarnes.
73. im?. 75. nach nu^?n — mal: twal. 80. wer. 81.
W. ,4. 92. \\»rde. 96. oeben. 97. hette. 202. rfohter.
6. muote. IS. 23. hette. 19. geritten. 21. 27. Und?.
28. Gehebet. 32. Deinen. 33. su/fenl. 37. do mitte. 17.
Erfülle. W. erbitten: litten. 50. Men. 53. belle. 61.
reinen minne*. 64. die mere b. vereint. 68. minnencl.
70. },;il,«7. 75. ünde. 79. hell. 81. do für daz. 82.
halle. 89. Unde bet 93« Unde. 95. * befeer Bcbcenen.
96. b?t — do. 304. wilei wiir. 6- Men. 7. weninge.
I h 1,1 Rede der Mutter. \>. und?. 19. froeilicne.
20. Die. 96. eefrtint i~i. Unde— megede (kann bleiben)
ichappe/fin. 29. b. ras\ d. meraf. 33. 1 nde. 34. und.
38. priifet. M>. /Ute. 19. 51. do. 58. mitte so.
Do. .'is. beato 66. 'gedabte (ist ><i<i>r fehlerhaft). 6<x.
73. dohie\ (wieigt). ~\. werbt 76. wolle*. 79. Wilr
lafllenl. M. habe«. 82. tagende, st. sitzen. 99. geritten:
siften. 94. wmrl der do. 98. Vnde I. unde. 101. Vnde
moehte. :>. bette: stete. 8. 12. belle. II. ernestes. 16.
• be/ser Träge. 20. game/n isf Druckfehler. _1. wert' sich.
23. auf, 2s. in//. 3|, Vnde. 33. der Dach. 36. Vnde.
io. Helle sü gehebel '*2 ein« .■». brualust. 67. der.
654 fesarten. XXI.
470. wonrfen. 72. w?*rt — men. 73. Vnde. 75. oeben.
77. koeiflich. 79. er s\t ir. 80. Der. 85. waren*. 86.
so. 87. wurden. 88. Welle ime. ( Vielleicht in für wie).
95. hüben. 501. kappeüane. 6. oeftentlich.
XXII. Der Sperber.
Handschriften: Heidelberger Sammlung (H.) 192. Coloc%aer
Abschrift (C.) 125- S t r afsbur g er Sammlung (St. J 21. Wiener Samm-
lung (W.) 14; lnsbrucker Abschrift (I.) 1£. D re sdner Sammlung (/}.} 1.
Lafsbergs Liedersaal QL ~) 31. -fl*i</fr«' W« ener Papierhandschrift Nr.
270, ß/. r>8 — ßi) hinter Labers Jagdgedicht (Wn.) Berliner Pergament-
handschrift (B.y vor Gottfrieds Tristan 4, ins Niedtnheinische umgeschrieben
Ueberschrift: Ditz ist ein schonez mere Von einem
sperwere H. Ost beim Abdruck übersehen). Ditz buchel
heiset der sperwer Des sit furwar gewer C. Hie hebt
(sich) an der (von dem) sparber WI. Hie hebt sich an
der ritter mit dem sperwer Wn. Der vrouwen sperwere.
B. Folgenden Eingang hat allein Wn: DI. czcit schul
wir vertreiben Pey wol gemneten weiben Da nicht mag
an gewezzen Do schol man singen oder lezzen Oder sagen
ettewaz. Zu chürczcweile vmb daz Ob ein manichcz ge-
denche Daz im chan sorgen chrenche Daz er sich travren
mazze Vnd die weile da von lazze. 1. Als mir (vns) e.
m. i. (ward D.) H. B. L. Wn. 2. Gar H, PTar L, Nit
defi D, Für e. (de) gantz(e) w. W. B. 3. eyne lügene B.
lügen Wn. N. den v. e. bysp. D. Vnd auch mit surem
sp. L. 4. hübsch(e) L. D. R, eben W. ist für ouch Wn.
vn siwebel W. 5. sag H. B. W. Wn. D. ew es ff, id
uch B. sait auch W. Wn. L. D. 6. So W. D. gelcrne(n)t
so sagern t B. L. D. [ouch] H. 7. [h. v.] H. L. B. m.
mir s. L. a. mir ist ges. B. Als vns fürwar i. gcs Wn.
8. inde wale B. u. gemeit W. 7. 8. Ez w. e. kl. a. m.
s. G. u. darzü w. b. D. [9. 10.] W. 9. Erbuwen L. D,
Gebuwet harde w. B. 10. [man] D. B. durch r. D. e.
kl. v. r. H. 13. w. schone vr. B. 14. gote Wn. B. m.
minnc D. [13. 14.] D. B. [15. 16.] ß. 15. legliche(w)
L. W, lellichu nach D. Cze einer iczleichen l. Wn. tag
ff. 16. got w. H. W. D. L. 17. [a.] H. L. B. best H.
W. D. 18. Si m. W. Wn. B. D. L. m. [sich] auch Wn.
B. 19. Als W. B. musten L. man n. soit D. 20. Nehen
of B. Ain alter L. (meint nsejen aide). Von seiden b. brin-
gen Wn. So musten si b. ff. 21. Alder w. L, Of wirken
ß, Vnd w. H. in D. 22. sin für des L. Wn. d. w. f>.
Ir yeg(e)leieh wolt(e) sich (sere) scham(en) W. B. 23.
Daz si m. W. Die aber m. Wn. [da] L, do B. war L.
W, waren H. D. Wn. w. m. D. plibfi D. B. 24. Si H:
B. D. Si hett entworfen ald geschr. L. of si sehr, ß, vn
sehr. ff. W. [25. 26.] Wn. 25. Ir i. B D. eigelich ff,
fesartnt. XXII. 655
ictlichu D. Ettiieh hant ir L. irre B. aht H. D. L. Alle
in iren achten W. 26. Worht H. L. Ygliche w. nach ir
m. L. macht L. D. geniaht H, Was si gutes m. D. Si
worchten als si machtn W. [27 — 34.] B. D. 27. [ez]ü.
w. m. also g. L. Als in. nu i. g. Wn. 28, wonh. Wm.
29. enkain Z>? chain W, [n.] chainer slachte in. JJ~. 30.
getorst i/, soiti L. nicht enkam IF. 31. Nach Wn.
chainer hande s. Wn. ^ench. slachte s. W. L. sach :
gemach H. 32. warn da Wn. lebtn W. 33. Inderhalben
H. Inreth. der kloster L. 35-. cheinev k. nicht h. Wn.
ki dehein H. Da k. ir chaine nymmer v. ir. Das ir kaini
kam h. L. 35. [Wan] Wn, Vnd D. am p t Wm, D. ampter
L. a. da D. 36. Vnd an — wie« 1. D, Dar an d. w. 1.
in*. Vnd die n. witzig waren L. 35. 36. Wan die wol
chomen warn Zu iren gantzen iarn W. [35. 36.] B. 37.
Sie Wn, Die andern W. inrenlh L, inderth. Wn. inner-
halb W. Das ir vrome müchte sin B. 38. Do Wmy So
leide ir /?. schuim. II". Wn. B. D. L. maistrin W. Wn.
D. B. [39. 10. J W, 40. Vnd \\i //. Jnde m. schonen z.
w. ß. Als ir zucht soll w. D. 41. Baidi ^u , e\, L. D.
Wn, Gepet W. gan ( : stan) L. W. Wn. sagen D. spr.
ze chor g. W. Zu köre zytlichen geyn B. 42. chor //.
D, ker L. gen. vnd auch D. Mit den andern bestan W.
Inde mit schonen zugten steyn L. 43. in ir Wm, [da]
//. H". ß. L. B. 44. warn d." münd vil IT. munt. L. so
/>. 0. irev mündel r. Wm, iru mündlin r. D. 45. So- w.
II. Wan waz 11". baten D. Wn. B. L. beten: teten
//. 16. Seil l\. D, willen Wh. zvhten //. Mit vi. si
daz t. I). Vnd das m. vi. t. L. \~. [er] L. Wn er in
I). Dimer H*/<. d. /,. B. chund(e) D. L. Daz Got ze
kainer iland w. Den r. fl. roselechle m. Wn.
manigem r. m. W. Zu der selbfi stund D. 41). Betleicbev
n«. GaisÜicher l) . Erkain l. Chain zimleich pil mocht
i w. 50. i / n. Do ir«. 51. Eyne /;. fraw D. ir.
52. Vi' ^s P. n war u // . swei ir. were si geweist ß.
5:{. I).. //. Dai n. lin /,. mofet //. L. ir». möeht />.
haben Wm, D.i man li bedde geseyn it. Da sei die law!
hetn -. W. ' bq/ier muhte). V». levl //. />. /,. mochten
d. I. ban _<j. L. Da müste man ir hain gegeyn it. Daz
<>i musin ban gegebn netel gejehen W, > >. beyn H.
/i, [lenani u. lichei i. gai mineclich i). wer; bei //. />.
w;ir: bar /,. >*',. \/i u \\ . ;ui w.iiultl \nd an erb I).
Scbän rnd alwere Wm, [57 — <><). | H" s »///</'
//. 57. rnd auch /). 58. Si wai ojg a. //. /, it. 59.
w.i \. ii . Vollic eni lieben //. i. h l>'/ /- Swej ain
rn. an wein g. W, 58 60. Pöldich «roll wert allez
/ l> 6k Nu />. An »!//. Awi //. ii .im i i W, it.
\>\. <•. | Wm, Dei ich6nen fi in»/1 dai g. /' 63. der lawl e
656
lesarten. XXJJ.
PF. ß. wcre Wn. 63. [Und] W. Wn. B. [daz] D. [si] in
Wn, Doch in H. d. selben 1. ff. PFw. 64. siet PFw, seit
ff, ere sede ß, vihe PF. Het si werder 1. n. s. erkand
( : land) H. Lüt noch disz n. das e. L. Niemant da e. D.
[65. 66.] D. 65. Wes Wn, Was L, Als W, Noch d. B.
auzzerth PF L, anderswa ß. 66. [Wan] PF. Wn, Want
B. also m. Wn. mangen B. D. 67 In dem(e) W. L. B,
Vn was in einem D. bleuen ß, plibn J). 68. hat ff,
hadde B. de z. ß. [do] L, dar inn Z>. 69. nach L. Wn,
na B. Wol PF. ß. in dem fünfczechendn D. zehn ff. W.
70. Vnd geachtet PF«, Inde in a. ß. achte(o)t L.
D. aht H. nie Wn. het n. acht PF. [als] H. L. W. Wn.
ja. u.] B. 71. Vp al d. werlde B. weit W. L. D. 72.
leuede ß, lebet PFrc. in einer e. ff. Wn, in rechter e. L,
gar in e. D. einvelt £. ö. ß. 73. [ü.] ff. D. Nach
rechtem (gantzes) kl. Wn. L. Rechte n. kl. ß. Recht n.
irs kl. ordn D. 74. [Da] L, Hie D. erz. w. H. w. si e.
lt. D. Wn. e. wordn D. Si w. erwachsn da mit W. 75.
fraw(en) W. D. 76. Ains tags W. L. D. d. ir schaw W.
[d.] schawen ff. gieng si schawe(n) Wn. D. 77. den r.
hin aber g. ff. m. si (do) gieng: vieng Wn. D. 75 — 77.
E. t. se vp de mure geync : ueyne ß. 78. vmb ff. W,
vmme Wn. 79. Nicht v."v. W. L. Wn, Nahe by D. des
klosters W. D. L. B. mur D. 80. [Do Wn.] D. gieng
D. Wn. B. ein 1. W. D. L. 81. kam L. D, qua B. [dar]
W. Wn. her D, da ß. 82. Deme ß. [wate ß.] Wn. Gar
n. ritterlichm s. D. 83. Paidew 1. vri g. W. B. Schon
was s. 1. D. 84. Einen ff. B. uorte ß. 85. er ir k. W.
L. B. kam L. D, quam ß. Der k. ir D. 86. Iren D.
Irn gr. begunde er e. D. 87. Waz (zehant.) bi im ff. W.
Wn. eme ß. da da si in an s. Wn. Waz da si den ritter
an s. D. 88. JFan si a. wider W. Vnd dan z. Ww. Vnd
aber do si z. £. Mit züchtn die jückfraw sp. D, Zu deme
schriuer si sp. ß. 89. wöld Wn. sol (wil) vnd müz i. vr
W. L. Herr i. m. u. w. i. vr. D. 90. lant L. [meist)
ew FF. Daz ensol i. D. 91. Sa^ent mir 1. ß, Sit wille-
kome 1. ß. 92, Habt ff. PF, Ha(be)nt />. D, Sait mir
hait ß. [ir] PF. ir hüt i. D, ir aber i. Wn. 93. Das D.
ß. Gev. d. vogel Wn. vogalin L, vogelgin ß. 1/4. [i.] ff.
PFw. jückfraw sp. D. L. 95. [so] PF, nü D. 96. dat v.
ß. vögeleirc PF. D, uogclgin ß. ist i. v. D. 97. Eme s.
sine B. Sin v. s. im PF. Wn. füz PF. Wn. D. [al] ff. PF.
L. ß, [also] Wn. gelc : senewele ß. 98. Sin L. PF. sin-
wcl ff. D. L. 99. geuedere ß, vedern Wn. waich D,
schon Wn. 100. Wer ff. PF. D. L. Vnd [w.] im L. Wn.
im newr (nü) PF. D. der sn. PF. snabelin D. 101. So
w. PF. L, in were ß, ist Wn, west ich D. bresle(n) ff.
PFn, prechn ß, gebrüch ß. 2. wale ß. im für mich ff.
iVsurten. XXII. 657
[des] W. D. enst. H, verst. W. D. Wn. B. erst. L. Ich
wen alz i. m. v. D, Wie w. v. i. m. daran Wn. 103 er L.
v. wol Hr. D. jL. 4. Weiher JF. D. B, Weler £. [vr.]
Wn. ir ez H. Wn. D, ir daz L, man ez W} dat irt i*.
Hierauf Dw mag ez vil gern han Ez ist so recht wolgetan
W. 5. Vn m. — lieb W. l>. Wan ez D. schone uogelgin
B. vogalin L. 107—10. versetzt B hinter 144. 7. [vil]
D. wale B. 8. junk] W. 9. pey n. VF«. £, sicher L,
ainig da D. 10. Schön IP*. Eynueldich inde B. albere
W. Gar an wandelber D. 11. Also t. er ir D. [also] H.
W. Der ritter l. ir erk. L. dede der süzer b. B. 12.
were B, ist ß. sparw(b;er FF«. W. 13. Er i. m. nü v.
D. Er sprach vr. ez ier) i. m. v. H. Wn, Vn (He) spr.
er i. m. v. L. B. 14. Er L. D. Wn, Inde B. 15. wolt H.
Wn. Will ß, We(ö)nd /). £. in m. B, m. in (nü) VF».
L. D. Ob ir ez tewr \n . g. W. 16. nv g. m. m. Wn.
17. Czv der W«. pfrüod die W? pt'unt /f. Zecheri pfund
D. 18. Chom an H, Vnd chöml ir in Wn, Komet in B,
Nemet ir ain ander ding D. 19. [selberj H. W. L. Wn.
Ist d. i. m. han ez erwernn kan) L. D. 20. lazze H. IL
lan L. D. den kauf W. D. L. B. Den chaut liez i. n.
21. gerne hedde B. Ich h. v. g. d. schöne Wn. vögelin
//. l). vogalBn L. uogelgin B. 22. [vil] liebi L, liebew(u)
W. D. jnnckiraw D. [23: 24.] W. 23. Seint Wn, Sint
ß, Sid daz L. des k. D. Wn. kautls — beg. D. _ 24.
iKMüi' /y. gerne H'//. B. D.üwer L, irn IF». ure mihe w.
B. -I). wil evch H, wil ez VT. B. w. in (evch) Ir. D.
umbe /y. cv>r 11'. 96. Da W. Hr. 0. #. sül(len)t W». 1>,
solid /,. n. hart st. W. 27. Da sp. L. Wn. D. Do sp.
de min€cJiehe abo li 9B. do\n — bin is B. gern W. L.
wen lt. Wn. -2U. 30.] lf\ 29. Nv J/. Wn, Nu Z>, Nu
in B. i. nit \s. />. IHi \\. nit 1. L. 30. haut vor L, vor
bau B. Oder w. ir m. band erz. X>. [31 — 52.J D. 31. 32.
lu/utrhrfnt \\ . 31« Vnd dal m. ist />. Das ir dw m. W.
Wan dal nra m. /y. 32. ■ « l /y, So n . vmbek. Ich han
mich dar an nicht geflizzen Dai mir vmbe minne sei ge-
«i -/« n H//. 33. in w. w. minne m. n. mag ir. i. L.
lein it. Ich rnd alle die hinne : schreine n /<. 34^ [n.]
w. /. n. mer Wn. mime /f. m. chäulerlein /. 3-> — 48.
■and '// / hiutru i,uib wegger[f$tm. 35. I>. H\ /, Wann
/,. Vol Bwenc Wn* bildnir //. 36. nadein ir. /• H »,
nadlin />. naylden. inde eyne u. 37. /.wn wan! #/.
ain onwei />. js. m. w. \\\ n. l. veieriegel. Wn.
:v.i. In da bin n . Vnd oca ancb den m. /.. Wn, Vnd
meii .». / »n. in ^ bi mime //. M. Nie »r. /. /..
in«- />. //. Nie ii. g. in. U ii. ^2. liin /,. luv. H'w. aus
nem en i«u ir. .1. \ \. ciurnte Wn, dannc "• Wn, denn
/, . aotfa N miim.iiiii : rogalin L. \\. hoch h. i. //,
658 lesartcit. XXII.
Jedoch hett i. gern Wn. {Vgl. zu 107). 145. junckfro L.
46. i. schöner 1. H. 1. de is /?. rain H, minnen Wn, [so]
minicklich £. lr seit so recht wunnikleich W. 1. 47.
baide H. Ja travt f. (Ich getru) pei evch v. L. Wn. Daz
i. pei ew vol traw v. W. I. De minne ich wale bi ug
vinde B. 48. Sölt. L. mir Wn. Ob i. m. sol u. W. L
Of i. m. ur u. winde B. [49. 50.] L, umgekehrt B. 49.
i. si bi uch [solt] B. so! W. 1, getorst H. 50. Oder
Wn. In wilt ir des ß. [sin] H. Ob ir s. weit g. VT. i.
51. Daz i. i. h. ab L. heb(e) W. B. mawer Wn. [her]
W. 52. So kern i kom h. L. kom(e) H. B. dan W. B.
hin H. 53. 54. umgekehrt D: Zu der j. vr. sp. er do.
54. Des w. d. r, vro W. D. Des reden w. d. B. 55. Er
sprach W. L. Wn. [vr. d.] W. junkfro d. füg L. gevuegc
Wn. Ich gewysz euch w. B. 56. [daz] H. D. was W.
L. * lies herz(e). 57. De leuer he B. Er bot ir die hant
D. 58. Vnd v. L. fürt L. Jf, weiset Wn. auch si sa
ze H, sie san ze Wn, si da ze L. Da fürt er si ze D.
57. 58. erweitert W: Lat ew penam genügn Ich kan ez
wol gefügn Daz ir wider komt auf die mawr Ob ez mir
wirt ain wenig sawr Ich verchlay wol dw arbait Yil schier
er hin zu rait Vnd nam dw fraw münnikleich Auf daz
ros für sich. 59. \n fürt sei in W. 60. b. ir H. ilisz L.
W. D. Mit vi. b. er W. L. 59. 60. umgesetzt: Dey schone,
dey zarte: garte B. 61. Ob D, Da B. nimen jtf, ieman
W. L. D. da (do) sach : beschach L. D. enfach : geschach
H. B. *{lies ssehe). 62. Swaz H. W. [b.] W, b. da B.
zwain(e) L. D. [63. 64.] W. 63. haft D. 64. An B. L.
D. 65. Inde oyg B. 66. herze H. B. was B. L. vr.
were H. Für 65. 66. Ez liez sei zu der erde Er gedacht
im vil werde W. 67. zu der lieben in D. Zu irs. er in
dem W. de B. 68. guten t. [er] H. Er t. d. 1. (guten)
W. D. L. d. süzer senfte B. [69. 70.] W. 69. min D.
L. bis #, da B. 70. Er trut (kuste) si da (dar na) ze
hant L. B, Dar nach truckt er si zeh. D. 71. hielse L,
halst H. [si] D. 72. ölte H, dick vnd in g. L. 73. min
L. D. a. d. m. W. Die m. s. er a. B. 74. fraw also W.
B. L. Hierauf Herr ist daz dw minne genannt Dw wart
mir nie mer pekant Do sprach der ritter tugentleich Ez
ist dw minne werleich W. 75. Si sprach so n. ewr. W.
Nu n. L. nement L. B. vre B. 76. * lies rehl(e) mit(e).
Vntz d. ich r. gen üch v. L. ich r. da m. D. gev. W. B.
i. da m. uch neyt intv. B. 77. m. an euch nit B. 78.
MerkentjL, Vernement B. Ich horte genüch lüde künden
( : versünden) B. 79. Wer c. gut B. L. B. Swelch mensch
e W. 80. [neyt B.] H. L, recht D. ez s. wol W. 81.
er [sin] niht g. H. D, er ez n. Jg.] L. Daz ez daz vnv. W.
82. Ez W. si eyne g. mis B. [83 — 88.] B. [83. 84.) W.
feaarttn. XXII. 659
D. L. svcht H. 185. TN. ir i H. Ir (Dauö) n. der manne
\V. Z>, >. miner min L. wie v. (wz) ir w. W. L. D.
86. daz W. recht D, gar W. vil L, hört H. [meint harte),
erz. D. 87. h. gar g. Z>. ir n. sit wol g. H. 88. Nempt
IF. Nement L. D. [ir] if, der min\e) wie D.W, hin w. £.
89. 90. umgestellt D. 89. Sint B. man L. i. e\v m. m.
W. minjnen] B. D. L. 90. getru L. VF. [iu] B. Ich
trewn euch D. 91. Geldcns B. L. wil i. sin b. D. ich
ger. ß. 92. r. uil g. D. houischz inde s;. B. [wol] VF. L.
93. Süchte JS. [da L.] VF. B. 94. Daz W. D. im VF. In
dachte B. von allem H, in sime i*. 95. eme B. nie kain
D. 96. Also D. Wale ff. 97. Eme B. sagt H, sait L. I).
set IF. ouch1 H, also VF. sins herzen sin B. 98. Daz
nie auch nie W.) kain (clevnes B.) L. vogelin D. 99.
Würde B. vergolden H. B.B. v. v. D, B. v. w. e VT.
200. halpt er B. hub sei VF. mur D. H, mawr hin VF.
L. 1. Li I. n. er (der ritter) W. D. [zuo ir] H, von ir
L. ie D. 2. Hin r. er IT, Vnd r. h. D, Er r. von dan
L. liesz L. D. do : so D. 1. 2. He reyt in wech. sc geync
in Nu mirket rechte desen sin B. 3. An W, Jnde B.
hörend W. D, hört H. h. rechte wevt B. ergieng : vieng
I). B. Wund ir hören L. 4. Inde //. an /*. VF. D. 5.
-i<ijg sa ze D, hub sich zu IF. gahet H, ille JL*. De zarte
de geync /u B. (>. de m. ß. maistrin VF. D. 7. Vnd
9p. \V. L. liebe mümalin : vogalin L. mümlcin VF, nun
De üii I). IL S. Ditz //. 0, Daz VF. £. schonez H, schön
il . gar s. A>. v. is min 0. 9. erk. D, kauft gar VT". Ich
haynt gelrifl B. 10. all U. 11. ritter Z>. schriuer de
hayl i» m. B. geben W. H. 1). L. Daz hat e. h. m. VF.
\-2. Sa W. I). 13. eme B. 14. lie W, vmb Z/. vm vers.
lt. in pei mir li W. 15. Ains daz i. D. />, Ains i. dw
lt. 16. Dai 1F. />. L. B. m. nu w. B [wol] VF. erk.
/>. //. 17. Dai mich ball W. enrachte : suchte w.b.d.
LS. die,., c n. /,. //. en />. m;ins IF. si uers. D. 19. [r.]
n. /,. ^ 1 1 />. e. in. gar //. 20. w&ier iL 21. Ainen L.
u. iL solichen />, ie getan aers. />. 22. Ez //. m. hat
vnd iemei /,. iL rm alin m . müys m. werden sw. /*.
«in iw. //. ein iihrrtfrst in-irbrit . 23. sinl />. doch] VF.
/,. Nu lejet) w. dez g. r« il -i\. Vnd i. />. hak if, gar
/> . m _'.ir />. vnganckl. //. 25. 2i>. umgekehrt, l. [iliij,
/>. dez /,. gebrechen 11. enbr. let : bete //. 16. Dai
man doch v,<>\ rail if. Dai aifl man ar. h. />, Dai ie man
vaii /,. i~i . \ n<i \s . if />. Wera euer u. iL vnser g. nii
/> d n. a>. /v. 2S. iold(tn sv. alle //. /,. Wir 1. alle
n i\). Da w . piriinic //. pfründ aebn balb b. g,) \\ .
IL L fd. an /,. :{(). I. ^u\ IL i. mir n. //. [mihi] IF. IL
m 11. Vnd aoll ich lusent jar leben l Bl. belfe //,
ififnil|ir // hüll L. W ■ Dill 0, m //. //• «'/ m. willen
660 fetatttn. XXII.
g. ff. 132. alt VF. L. begund ff. VF. L. allten begundn
ff. si seh. ff. ff, ser seh. L. 33. Die ff. rüchtc ff. [ser VF.]
L. 34. der komeschaf ey D. befug L. 33. 34. Si rauften
si vil ser Vnd slügen si ymermer D. 35. mocht W. ff,
must ff. got w. VF, got immer ff, zu g. B. si ez got
möehti £. 36. hadde si zn t. na B. hettn ff. gesl. V.L.
[37 — 44.] L. B. [37. 38.] VF. D. 37. Irz ff. 39. Si
sprach(en) VF. D. du b. w. VF. 40. [vil] ff. 41. die e.
ff. 42. Die ff. ff. gewinnestu ff. 43. Werden VF, Vnder
rainen ff. fraw VF 44. Dez m. (must) du ff. VF. [immer]
ff, wol ff. 45. ward on masse D, w. michel inde B.
46. Mangen L. ff, Mengen D. slag I,. ff. ff. PF. 47. Hadde
ff. lieb 0, süze ß. 48. dit ff. nur vv. ff. 49. freut ff.
VF Do gedacht L, Da beriet s. ff 50. gedaht VF ff. ff.
* [lies gedaht(e)) Vil dick in L. ir[e]m W. L. ff. ff. 51.
der seh. L, den schulden : hulden VF. Wer si wider kome
in ir D. S\ dachte mit wilchen schulden : Milden ff. 52.
Wider kä(o)m ze h. L. VF, Si weder queme zu irre m.
h. ff, Zu irs nünleins h. ff. 53. dank ir in L. in irm
(irem, irme) ff. ff. ff. 54. Hinlz an dem VF. Vntz an d.
andern L. 55. Da W. D. Sie b. L. ff. heiml. ff. W. ff.
L. 56. [Wider] ff. L. ff. mavr ff. TF. ff. £. hin wider
sl. ff. ff«s Atel? m VT folgende Reimpaar hat auch L:
Vnd s. — [hin] W. mur L. 1. auf vfi n. VF. 57. de seilde
B. besch. ff. I,. 1F. 58 r. aber saech : beschach ff. 59.
[st.] L. [al ff.] ff. 60. was id ff. niht 1. ff. ff. Vnd (Daz)
d. IF. D, Slunt nu i. vil u. W. L. 61. Bis ff. Vntz L.
der ritter (schriner) L. ff. quam ff. dort h. kam ff. [d. h.]
L. ff. Do k. der ritter g. VF 62. eme ß. zu im W. D.
L. m. (guten) s. VF. ff. [63—70.] ff. 63. 64. umgesetzt
VF. 63. Herre (Vnd) h. L. ff. VF. hebt ff. VF, hebentJD.
ff. mur ff. ff. VF. mich her n. L. 64-. Herr VF. gebt
VF. ff, gebent D, gelten L. 65. nempt VF, nement L. ff.
[ir] ff. ewr VF [66 — 73.] VF. 66. Wen ff. nünnelin ff.
ff. 67. [M. m.] L. (al) so s. ff. £. 68. giht ff, spricht
ff. L. 69. Vrä ff. einen L. verlorn L. ff. 70. minen
£,. magt von ff. .L. Vn hab weibez name erkorn ff. 71.
Nu 1/. hebent 7,. ff, Hebt ff. zu d. ff, an die L, vp
de erden ff. 72. w. müge werden ff. 73. Mine inde ff.
vm f*«r vnd iu ff. ewer ff. ff, ur ff. 74. Er L. ff. [vrou]
ff. ff. Gern vr. VF. sal ff. C/asf immer J. VF fäftr* /'oit
Sprach der ritter zehant Er nam sei pei der weizzn haut.
75. satte ff. sasz zu ir in L. Vn fürt sei mit in VF. 76.
Er D. VF. B. dede ff. [ir] ff, der liebn VF. reht ff. ff.
Z,? auch VF. aber a. ff. als Z,. ff. ff. VF. 77. s. auch ir
ff . Vn galt ir ir VF. L. ff wiederholt Alz er getan hettetc.
78. So er in (an) VF. .L. Daz er m. seine sinne Kund
nimer mer gewinne ff. 79. Alz er a. ff. best L. ff. VF.
harten. XXII. 661
280. wer m. sein W, vnd d. mirs D. 81. wölt aber kauften
D. ain L. 82. So W. D, Want mir B. giht H, spricht
D. L, speht W. [a.] £. daz H. nunnelin H, nünlin D.
83. hayn is JB, h. so L. groz H, grosses D, grozzen JS,
michel L. W. 84. Des 5, Da von L. mü(g)ent W. L.
minet mich D. dez W. L. [85 — 88] W. In B. sind diese
Reimpaare versetzt: 89. 90. 85 — 88. 85. Macht m. magit
w. B. ich (wider) werd m. H. D. 86. wen(en)t H. L,
fürchtend D. lichte, dat id m. do B. ir tü(üge)nd D. L.
87. Inde will B. we(ö)nd D. L. liht H. L, uilleicht D.
'lies liht e,. 88. Des L bedürfent L. D. Ir in dürfet d.
umbe n. B. 89. Machent D. L. Daz (Vp. d.) ich w.
werde (werde w.) maget: klaget W. B. [91. 92.] W. L,
versetzt B. hinter 94. 91. wale vor g. B. Ich wil ez a.
h. für g. D. 92. Waz D. H. vz m. H. nü m. m. D. 93.
Wenn D. So m. doch L, Vn m. auch W. 94. [gr.] W.
D. z. gen mir D. grozzen zorn H. 95. Als L, Wenn D.
mer H. D. L. 96. Da D. Ir (Dw) min(ne) g. (gab) L. W,
He g. ir de minne. B. [da B.] D. L. W. an der H. W.
Z>, zeL. B. 97. Ich sags ew liebs fräwlein W. 98. lang
pei ew W. 99. He sprach ich B. m. penam W. von ew
VV. L. 300 müisse uch sele inde B. ew wol b. W.
297 — 300. Vnd nam vrlavp (von ir) sa Wan (Wen) er torst
n. I. da Bi der juncfrow^en] sin H. D. 1. n. a. D, n. so
B, von mir n. //. ja v. ir n. da h. W. [2J D. Vmbe B,
Dar vmb W. [soj B. W. L. [3.-8.] W. [3. 4.J D. 3.
wolt H. wülde B, wund L. m. liht b. H. 4. grülich L.
E. wulde ich mit uch kr. B. 5. fvrt H. Si sprach ir
varent so int L, So vnbeschaidenlich D. 6. hant L. D.
m. nu v. z. L. non vnv. mir D. 7. Ir namet D, namt
//. & Das D. Ir sint c. u. hunt L. 9. Weltent — also
/>. So W. ir m. FF. mich so beswichen L. 10. must H.
W. [mir] L. warlichen L. D. 11. dritt(e) W. D, derde
//. nun bei W. L. 12. Will ir i. /J. Wolt ir da w. i. W.
wölleol wond [ibi] D.L. 13. So hait B, hau /,, hattet
/). rnü/./t ir babfl W . i. U'. /> 1 t. |Vil] W. />. 15.
Dci icbriaer de wai B. tugentricn //. /*. r. aber <lo w.
16. In d. d. r. 0. io<i dünkt mich />. gamenlicfa /,. Kr
wart ain seinem herzen fro iv. 17. 18. ir an der seiner
stal De dirde mifie als li in bat ii- Da gewert er si (Er
/,. Vnd i«-i aber ir. des si m pat. Vnd Er L.\
hall ir liuh sei W '. an die alten wider an ir \Y. //.)
stat />. /,. \\ . D fügt hinzu Vrlop nam der ritter ie so
Er Betöret nit lengei pleibfl do vgl* %u 300). 19. 20.
B irr jnncfra* sein Kr r. b. ai gieng bin w. in />. Er
1. da b. ij gie b. im !)<•/. soit si billich trurig sin //, Vn
tuii mit im alein l>w fraw schied mil fräwdfl ein
vv. 21. Si w. de« w. barde /', Irj \v. w. si gar W% D<>
662 ^warten. XXII.
w. si doch irs W. L, Vii w. auch ir ietwcdru D. 322.
irre B, der L. maist(e)rin W. D. ß, nvnnen H. gie W.
23. Min v. L, Herze B. D, Vn sprach v. W. nün(ne)lin
D. H. 24. Nu laz L, groys B. zuru Jf. d. z. gen mir D.
Du solt d. z. lazzn VF. 25. lasz L. I>. din H. VF. D.
haben /,. [26.] L. 27. 28. umgekehrt L. vmb VF. D. L.
rn. fer h. VF. Mb H. mer W. IF. D. geslagn : sagn H. W.
L ersetzt 26: Das han ich dir gern vertragen. [29. 30.]
VF, umgekehrt L. inine m. B. Do wart mir w. L. 30.
Da ü. Heut(e) H. B. ir slief(en)t H. D. du sleyfes ((lieft)
B. L. hie inne L. 3t. Hevt H. L. lange v. L, verre v.
B. Vnd ee ez wer n. D, Da du schlieft ze n. W. 32.
Da D. W. [vil] B. L. W. D. 33. herr W. D. die für min D. Die
min(n)e [min] die ich im (eme) L. B. 34. Vngehabt VF.
[und] VF. B. Ich gie von dannen L. one Jk. H, ayn .B.
Der haiff mir an die altn stat D. Auch das Uebrige ist
in D ganz abweichend. 35. gieng W. [g. i.] einen w. L.
36. selzen B. L, gemleich W. 37. mir zürnst H. zürnest
W. 38. giht H, Sprech W. er hett(e) L. B, ich hiet W.
mine B. 39. minnen B. mir /wr gar W. L. B. 40.
[Und] VF. L. er ni(e) in daz (dit) lant k. H. L. B. 41.
So m. i. (Ich m.) doch W. L. B. [sin] H. 42. wille eme
B. So er mit seldn müzze wesn W. 43. [Wan] B. L.
gar e. g. i>, e. vil güyt B. getwrer W. 44. verstan —
[wol] L. Vil w. i. m. des verstan W. 45. [Wan] — gutlich
vnd(e) L. W. B. 46. geb H. W. L. wale B. [47. 48.]
W. wünsche i. eme B. Ich w. a. i. von rechte s. L. 48.
zemede in desen kl. B. kam dem kl. ze brobste w. L.
49. Weir B. Solt er h. sin L. W. 50. Do (Nu) sp. d. a.
a. (d. maistrin) do L. W. a. [diu] sp. H. 51. Waz W.
L. B. iemant H, man W. L. B. dir saget L, singt W,
redit B. alder L, of £. 52. h. doch B. alber(c)n W. H.
hest als ainen andern m. L. 53. Wan (Vnd) w. H. L.
war L. H. W. nu d. seh. B. schaden e. L. W. B. 54.
were B. ez W. L. B. des de (dar) B. L. 55. Sid es nu
aber i. besch. L, Sint nu der schade i. //. 56. Daz H.
W. So s. ichz — vers. L. 57. Seit W. Sid aber ichsX.
58. wil L. mein zürn VT. L fügt hier zu Der disz mar
gehöret hat Der merck ainen kurtzen ral. 59. Wer L. W.
levwcr iZ, mer W. 00. daz ez in VF, d. er sich H. nit
L. In L und W folgt hier noch Ez si wib (fraw) oder
man Wer (Der) übel vnd gut verstan kan (k. v.) Daz
frumet (Ez frumt) in vil (im dick) sere Vno behalt im
och (im all) sin ere. 61. Wer L. also für aber H. Ist a.
daz er s. ü. W. 62. Vntz im c. seh. L. niemant W. k.
bewarn H. [64] H. fraw W. 65. Daz s. er VI7, Den s.
man H. [66] H. Aid er L. Oder er s. ez vor W. 67. i.
der weisn W. i. nu der L levt H. W. 68. ist vns bc-
iMurten. XXII I. 663
zaichnt W. 369. Daz hübsch ihofenliche) W. L. 70. der
vrowen juuckfrawn L. W. An. ff, Daz gut mer hat ain
ende W. — Mit 334 beginnt der ganz umgearbeitete
Schluß in D: Dem ich mein miiie gab (333) Der hüb
mich zu im hinab Vn gab mir wider die mine mein Vn
nam auch wider sein fögelin Gar schon autt sein hand
Die allt sprach 350 dz du seyest geschand Dz du so uil
mege schlag grosz Vnd auch darzü mege stosz Darvm
hast enptangen 246 — 47. Vn pist aber da hin gangen
Das haut gemachet dein tum5 sin Da wz der zorn vm si
hin Da sprach aber die alt Daz sein der tüfel walt Der
ain ding nit kan vnd5 stan (363) Der solt ez mit gut varn
lan 365 Wen ez wer ain schad pesss den zwen (353)
Fürwar alz ich ez uerslen Nu tu ez nims me Du hettest
ez pas gelassn ez Des antwurt ir die gut Gar mitv5dachtem
müt Ich gib dir mein trewen Ez hat mich ser gerüwn Seyt
du zürnest_ so sere Vnd sprechet ich hab mein ere (337
38) Dar vm uar uerlorn Vnd hab weibez name erkorn
267 — 70 So wartet nü auft* mein er Wan ich tun ez
nimer mer Hie mit v'gab si ir schuld Vnd liesz si habn
ir huld Si halt! ir pess'n vn püssn Der raine vnd der
siissn Vnd das ist uon dem sperber (370) Gol helft' vns
ausz aller swar. — In Wn steht am Schlufse dieser Er-
zählung von derselben Hand: In pricio creavit deus celü
et t'ram etc. Lieben front die meinen ich han ein wort
in der laten t für. Daran ich grozze weishait spver.
Daz ich die bescheid also daz ein iczleich mensche werde
tro Dar vmb Sprech ein frowe vnd ein man Einen pater
DMtei der in chan Vnd ein aue maria dar czu Daz got
»ein genad an mir tv.
Will. Das Gänselem .
Ueidtlkergtt Sammlung (II) UM Colociaer Abschnft ( (. ) \H2
Vgl Wientt SamwduHs Ml \ 24 ln$bru*ket Abuhrifi (I.) ->:\
I therm hrifl : magteio //. i \ ausgekratmt . Ditz ist von
den gnisrlei/t du~ n<i> ein .srhime.s juin ero/i elin C. ( nur
ikx h z. l 142: das fiebrige ist ausgeschnitten}, Das
mit lim gesH M . /'". mur r<m der genee i. Die fol-
genden Lesartsn gehören ff. 1. eacÄ (meist). -2. wer.
lt. //as. 13. 24. niemand. 21« mer« 26. manche. .V).
Riten. \±- ntirt, 15. gewert: gert. iS*tnde, 53. nutzer.
/ -< bäne. 61. idtolden. 72. kernen. 7'i.
mvn<7<. 7$. neu { Luiiu hie, he, t ) . K!>. in / in h. 91. gen«.
98. \.ist\iii. 108. bekom. 8. gedacht. II. beint. 16.
gedacl : lagt. l?'. lil \ mit. 31. mocble. 36. maaoaer.
Iro« >'- 'i" okende. ■>!. Lande. 69. aref
m roda i. 7» wen T'r »-/ Uni und aa streichen
664 |e*arten. XXIV.
und stns zu lesen. 187. begonden. 90. nimant. 95. Unde
— sint. 96. besamt. 97. vnde kocA : woc/i. 98. nehent.
201. Vnde scAult vns ein. 211. man. 16. wo tet ir
eiwern. 17. wits. 24. was m. gesohlt: 27. vnde. 32.
vmbe — kom. 36. mvnc/t. 39. haimlicA : tovgenlic//. 41.
saget meint sag' et. 42. vielleicht dir diu. 43. gen*. 44.
Hierauf folgt noch, überzählig: Den apt alles des er an
in gert. 48. tait. 49. aöte. 52. selben. 62. an. 68.
zwe» muncA. 69. erkennen.
XXIV. Der schwangere Mönch.
Heidelberg er Sammlung (H.) 54» Colocsaer Abschrift (C.) 5t- Lafs-
bergs Liedersaal (L ) 136.
Ueberschrift : genuc C. 1. evch H./L (meist). e«was
L. 2. So enwaisz ich nit was L, 3. Wen L. 4. merckent
L. dits JH. 5. genug L. 7. Vnö" H. Z/. ers L. 8. scmd
Z>. geben L. 10. [einem] £,. Qbefser). 11. weit jL. vmb. H.
12. er a. war L. 13. ei» w. £ *(befser). 14. Er w. nu s. L.
15. Er lernet schriben lesen u. JD. seh. gern zv aller zit
H. 16. wol für also £,. 17. er L. 19. n. basz an d.
lernen L. 20. Den an^er «nie n7 tu L. 21. [daz] —
jungt. L. 22. ze kamrer \n L. 23. morgen vor JL. metten:
betten H. 25. daz L. 26. Do if. 27. bletelin H,
briefaWn L. 28. gedacht w. mag dih sin L. 29. betüt:
Kit jL, moÄte bedevten : levte H. 31. ?«ii er d. büchalm
L. *{befser buechel hin). 32. In sines hertzen srin L. 33.
wnrt L. 34. VFaz Z,. 35. begonde H. begunö" /tiechen Z/.
36. Dem k. togenl L< [37. 38] L. 39. tunckt — gefar:
wa'r Z>. 40. £r Z,. 41. Aid L. wo L. H. möcht L. 42.
[bi] L. [43. 44] L. 45. antwort H. 46. wissent seift L.
47. [da] hant gefragt L. 48. 49. Jc/i /mn üch schier ge-
sagt Ob — legent vnd vnges. Fro m. L. [50] L. * [reimt
befser). 51. PFem sy gii ir gnten t. Z/. 52. lait L. 54.
spisz L. 55. nn/ss Z/. 56. werrf Z>. 57. den rat : bat L.
59. [ein] L. 60. Sin £,. 61. [vil] L. vor Sachen steht
schwachen durchstrichen H. 62. wolt er gut L. 63. er-
/b//et sin gebett L. 64. [u.] pfaerit lech er ]m ze st. L.
65. dar zu silber gn. L. 66. w. s. also L. 68. Gesamnet
me den z. Z». 70. da H. 71. r. jm v. L. 72. volget
sinen L. 73. n. me vz w. L. kvmen : vernvm H. 74.
nette H. 75. komen H. 76. «?«wft herberg oat L. 77.
ae*talt Z,. 79. ü. \ant L. 80. [da h.] H. 82. daz sitöer
L. 83. ex Z>. 84. bald si Am u. L. 85. hett(e) £. ZZ.
86. Bisz ain L. *(befser). 87. weg : pfleg L. 88. Do H.
Durch d. m. pfl. L. 89. Dar L. 90. Baidi (meint Beidiu)
w. vnd L. vn fl. (meist). 91. ca7en Z/. 93. Ans*, u. [ir]
i/. 94. tuncket L. 96.. münc/* wärent L. 98. Wissent
fworten. XXIV. 665
ir Äain L. 99. her« L. 100. d. u. pfennigL. 1. irow — stats.
aing: gel. pfenmng L. 5. lieze« H. L. 6. [woljL. 7. frow —
[al]X#. 8.versez*Zy. 9. Werde«/,. Wirt m. dazZZ. lO.jun^Zy,
fehlt H. 12. tun JL. 13. ha«t L. 14. Vnd H. nementZy.
15. Als — wölt L. 16. Der münch i. beschölt L. 17. N.
ewch er s. L. 18. zechen L. 19. dar L. 21. Absatz IL
L. erfüllet L. 22. Ir L. 23. münch si rfo s. L. 24.
i^niht] an / roden L. 25. Sterne Zy. 26. varfe ir »«««dalin
L. 27. he«d L. 28. wisz für sinewe! L. 30. d. sitzens
v. Zy. 31. kond der knecht n. fl. [k. er] ni* mer i/. 32.
[kn.] H. [die] 1er L. 33. *Faz Zy. hiez : liez IL 34. daz
n. L. 36. min« sy i. ir L. 37. griffest si vröl. 38.
[wol] H. vergo/*en L. 39. rede L. 41. du irow L. zv
m. H. 43. 44. samenungew Alten vnd junge« L. 45.
tor wont ez L. 46. du münch gar L. 47. Wem H.
Wären* ron der mi» L. 48. war* er ser. 49. wirU« Äom
L. [51. 52] L. 56. fro L. 57. siwt Zy. Ja s. ir H. 58.
Tu«t — r. vnd laut den sitt ( :nit) L. 59. bai* : lai* L.
60. müncA L. 65. heMe H. gesche« H. 67. stiU L. 68.
Wann er v/ist L. 69. scAolde H, so« JL. 70. vo« L.
71. [s.j I». 72. kon* s. vnd Zy. 73. den« mit der minn eL.
~\. iro in ir sinne L. 75. liste« daz ftedach* : mach* L.
77. sins aftfliegentz ftedr. Zy. 78. aiw L. 79. dem Uiz ze
/>. 80. pfej L. 81. war* «6er g. L. 82. Vas* ruckt si
im L. H'.]. Hl. si äff in trat Der münch jämerlichen bat
L. 85. rucken Z>. 86. [sere] Z>. 87. war L. 88. im wer
vn mär L. 92. Das — erAorn L. 93. Wann si g. im e.
L. 95. )ige«t ir böser L. 96. \'\b L. 97. min« Zy. 98.
vare»t />. 99. Dos sinnen — [wol] L. 200. do H. gerJe
sti// 1. L. 1. Utes ei />. mitte //. Zy. 2. t'ro L. 3. 4.
Vtl w. i] ir hend SM <iraiffet vmb <He wen«* Zy. 5. Vo«
minnew "/.s <lii natflff />. * [befser als //</• so). 6. schaden
//. Wawti i] zu dm ich. //. 7. tränt L. 11. */*'e.s- denne
//. dan L. \1. liencki im war du min« L. 13. O
wie Mtttd />. da /,. //. 1i. di?. i. «/« a. />. 15. geben
/>. 16. mfigenl L. nv hinter ir wiederholt iL 17. [vil]
sli// /,. 1!*. Sllfa der tili /,. 20. kr/m n. we (\afiirL.
•i\. e. litota //// r. t. /.. l>l>. dritte />. * heftet drittiu).
i\. m z>. ±\. kirn lecyen [do />. leteen oder lecfenj
//. 25. driU L 96. da« m. /,. 27. mfiocfa />. 99. \n-
i er dannew l. :io. er zorntcUchen l. M.
Ih'/v/// ieaa //. '»j. wök bitten />. •{'<-. Wietz ergingen
\s. /,. :{.'). I). ron herzen %, />. :{6. v. hin d. //. 37. in
/,. .'{8. A//, entwerchi über« />. :{!>. Nb- dann BtorkerJL.
'♦o. |i feUweden w. i. i.. II. haid en /,. //. 14. ^«cht
/>. 15. gai /,. '<<». im /,. 50. Da g. i. fiflf sn. //.
53. mer: ii'/ ici L. Bd. m den linen \s. //. 56. Br ip«
i. d. knechl /,. M. Iv. d.l /y. Iwoli rernvmen : kvmen
666 fesarten. XXIV.
L. 258. k. da v. L. 59. Wo H. zwa L. 60. [Ntt] Lu
64. ängstlichen £. 65. [al] L. 66. Erst — oek. L. ®f.
dacht [o we] L 69. Fnd w. L. 70. han i. g. m. er f>.
71. verlür i. du pf. L. 73. münch al gemain : klain
L. 75. w. ich 1. L. 76. E das i. \it disi not L. 77.
zwö'lf 1/. 79. hette H. Als sy im hett f/. 80. fragten
f>. 81. 82. Wa von er war so dürr Ob im an dem lip
icht würr L. er so were waz im w. Vnd o. so g. d. H.
83. ez in kaim L. vor j. ff. 84. [der] H. minn was be-
schächen ff. 85. er duz w. heU oesw. Z,. 86. war L.
87. zw e. mitten t. L. 88. Po k. L. 89. sinen Ä. 90.
horte ff. 91. t^tf L. 92. .4iner w. Z,. m. ein rint gesl.
H. 93. 94. umgestellt L: obnan — dortan. 94. [E. r.]
H. Min — hett erw. L. 95. claines kelbalin L. 300.
Das cz kompt ze tfädinge L. 2. er ze L. 3. [wol] L.
4. Des hofm. L. 5. Der münch n. — [er] L. 7. kam: red
verna/n L. 9. gie : willecMch enphie L. 12. hörent L.
13. [hiut] H. 14. hasfL. 15. erw. L. 16. Ich din o. ff.
[o. w.] £. 17. Solcher slea L. 18. [Wan] L. 19. aift
lebend k. trag : sag L. 20. ieman* H. 21. gar w. fteckant
L. wert ff. 22. [sä] L. (25. in Z,. ist wol zu lesen so
enmag). 27. keMer i>. 28. ez e. freudig L. [meint wvl
vradig), vreveJich8 ff. 30. Ez i- ir sicher k. L. 32. /m/t
i. 33. 34. umgekehrt. L: triben. 35. [aber] L. 36.
Her — ez gern L. 38. Wie d. ml w. g. L. 39. [ir] k.
nit L. mü(u)gent L. H. [40] L. 42. \a die/* n. f,. darauf,
für 40: Wann ich muz sin lagen L. 43. Vnd sl. m. ser
daz L. 44. Vnd tenck n. L. 45. Jnferl. £. 46. Waz
— fast Z>. 48. mark L. D. w. d. w. s. L. 49. ff er d.
h. d. da I. L. 50. koment morn n«c/i prim L. 51. fe*£f
ich üch L. 52. ez werd L. 56. iV?/ k. o. n. L. 58. M.
ww u. L. 59. knüttel L. ff. 61. kvm ff. 62. Da H.
63. vn ff. (63. Er sprach in L ist überzählig). 66. dirs
noch L. 67. Do sp. f>. 68. schult H. sunt üch vz der
L. 69. [v.] schier L. 70. Maib n. wan L. 72. [und]
wärent L. 73. lift f>. 74. Ez w. ir «ins nie L. 81. tors*
s. m'e f>. Dar inne aelorst n. lenger ligen ff. 82. grozzen
L. 83. dritf L. knu(i)«el ff. L. 85. \asz din L. 87.
[O we] — ge/*an L. 88. wolt — amman L. 39. si mir
ez werte L. 90. has gen wald jL. 94. dir diw/'y L. 95. ie
mer we L. 96. sogest ain f>. 97. kurtzer L. 98. Läfesfa
L. 09. O. werden L. 400. den L. 1. VFe/s^n a. H. 3.
brütlewt fy. 5. gerichtet f>. 6. Gen den walf wa* d.
/ta«en L. 7. mocAt — dolen : holen L. 8. [wider] L. 9.
tober L. 10. hertz — ze st. L. 11. hen£ L. 12. Daz
— doc/» L. 13. Vor lai* f>. 15. [vo»j vnwisscn^ d. ge-
ri^en L. 16. mainent ir da mitten L. 17. waz — sehu/£
f.. 18. hanl soiich vngeduk f.. 20. i. h. m. k. L. 21.
i\'9örtcn XXV. 667
h. s. H , selb ha« L. 423. geritten — zorw L. 2i. [wolj
L. 25. En kain.m. k. tr. L. 27. samwunge H. 28. Da*
ff. 20. Vnd enrü'cAt L. 30. türst vnd d. L. 35. sint L. 36.
schendentL. 37. all du in de//* ordenl/. 39. zeaiwemiy. 40.
Ich nicht — [noch] m. 6esch. h. 41. 42. umgekehrt ff. Von
wunder sp. d. alt : walt L. 43. weiten £,. 44. in ff. [sere] £,.
45. henrf — dieb L. sam ff. 46. syrf — lieft L. i8. sond
w. en/>hinden L. 49. i. d. xmb ze mu^L. 50. Wie 1. er
gerüwt L. 51. kül/en : gross hüllen L. 53. alt g. ie £.
54. netten ff. D. münch im ate «in n. gie Z/. 55.
aim stricft : dicÄ L. 57. So er s. kint L. 58. £ er L.
59. miincA s. alt nament L. 60. m. ain ander L. 61.
Da — sach L. 62. taugen/cl. ff. Denmütichch der münch
sp. £. 63. [an 1.] — &esche/*en L. 64. ich für ir L.
60. müss Z/. 66. me L. 68. wölt ez haizzen L. 70.
prio* //. 71. Dar — keller L. 72. Die münch d. mär
L. 75. sieg L 76. Allü L. 77. war £. 78. dez b.
gaistes L. 79. da L. 80. besweren ff. 82. Als sin gebot
wart gelaisl L 84. grossen L. 85. apt — [do] L. 86.
Si ü. d. m. 6atten L. 87. Ir guten s. jsi do] L. 88.
begunrf oassen L. 91. er //. enp/mn it. 92. * lies so. wölt
ich nimer clagen 1. L. 95. sin ff. [so] JL. 96. Ez timcftet
*'n so sm. L. im rnmere ff. 97. gwug 1/. 499. 500. w/«-
gekehrt IL Vnd fo besp. ff. 1. Waz si n« t. L. 2.
tröten t/. 5. zwöllV L. 6. frört /,. 8. d. a. ff, o*a för
UH>1 />. 9. n\t sinnig war : kerker />, karchere ff. 14.
ze ezze/i wie L. 15. unri L. 16. Er b. o7c/t durch g.
L,. 17. 18. daz k. da hin sant : erkant Da ez cristan
aamen erkan! L. 19. 20. de« funfzechw lagen Uegund d.
m. d. ;i. clagen //. 21. 22. l>i< lit recht — minn u. d. knecht
L. 23. da ty. 25. ir IL 2ö. riiinw jL. 27. sait wie
er im t,. 29. 90. bfil bieofa e. Ihm Du daref n. um Lr<"//rni t,.
31. NO« fön t>. prior : kor L. 33. ü. 8.] it. [u.] /,. 3*.
Vnd t/. L. soll /,. 35. ' diu /v/r dd t/. (bejürj. 36.
«lim //. 37. sümJ t>. 3S. Ewii t„. 3!>. mir: zwingewer £.
\\\. M NachHjtM.
, ; i Sammlung * //
Mi ^/ etM hübUch tprttch von liebe. I. Was. 10.
tan ( uniiirr ). 11. fretn \i>sntz. 14. embor. 1h. 1!>. \ n
iiiinnr nnlit Hilde, h« / 1 <• (mrisl). kiiu/. 2i{. gegent.
27. ricA : weidelicÄ. :;!. schön. 33. oemen. 10. junp.
iH. gwnde. 19. raubte. ö'<. u <». 55. magt. 58. menscA
kowmen. <>(>. Rweyger. 61. garte», öl. Do. 69. het.
70. wuiiv.. 77. hi/. K2. 'in ist Druckfehler für im. des
ist überzählig. 88 fcHn Abtat', magr. 96. knappe.
III. u// 16 beide. is. wfi. 31. D//s. J2. D««Mwen.
31. Wlle. '.'• ireren VI ichfer. \\ >\<>. i8. gcf»g-
668 fesarten. XXVI.
150. schrecke*: erwecke. 5t. Un ez. 55. sie. 61. schier.
64. wo. 67. fnge. 73. liplich. 75. do. 76. kurU. 78.
duh!. 81. gesmncket : ge!n<cket. 86. Hmaht noch ninem.
90. da. 95. sulent. 97. \ett. 98. * befser und. 202. üt.
10. geslicAen. 14. rage! v. a. in. 20. stnnd. * befser und.
22. *UesSi. 29. moh!. 36. plagen. 41. erwache*. 51. sinnen.
54. were. 57. ir sin!. 58. wartent. 61. bede. 63. beiagen.
XXVI. Frauenlist.
Heidelberger Sammlung (H.) 42; Coloczaer Abschrift (C.) 41. w. I.
Der vil mancher wise ist. C. 16. wurde C. 19. Swo
H. C. 21. redet C. 25. snlche H, solich C. 28. lip /f.
33. spricht ff. 38. siner C. 41. din e. H, die e. C. 52.
do ff. C. 53. Sinen C. * (wo! s!eig — stolzer zu lesen).
60. siner herzen C. 61. Äem Absatz H. C. 62. di!x C.
69. hertzens C. 70. tor/U C. 72. torft C. 75. munt C.
83. wortern H. C. 91. Absatz ff. C. 92. begonde — w.
hebe ff. 94. mir si sei ff. 96. scAullens C. 99. sie
(immer) lieht C. 105. sis C 14. 19. umbe C 26. nflvcke
H. C. 28. W&z H. C. 31. ver!urbc H. C. 33. verürbet
i/. C. 35. sie (7. 38. Sim C (ist Sih im, vgl, hinter 348J.
42. Fnr war C. 47. 50. 64. sie ff. C. scheuen : gel!en C.
52. Sonen w. H. C. 54. wolde C. 56. traf C. 57. Ertliche
C. 65. schire C. vernnmen : knmen H. C. 68. michs
H. genietet C. (wol nur Druckfehler). 72. Solde C. 75.
kein Absatz C. grevz ev ff, grnz ucA — vrowen C. 77.
disen C. 79. war C. antwort HC. 82. *sie H. C. (befser).
83. houöt H. C. 86 Sie mes!c C. 87. dri unde C. 89.
antwort #. C. 92. gruze C. 94. knmen H, kome/i C.
97. Absatz. C. 200. Unde — dirne C. 4. Rede C. 6. si H.
(nnhe>nsam?). 7. grv(u)ssam ff. C. 14. in /f. 15. Legen
daz C. 19. Äein Absatz ff. C. 22. Gienge H C. 24.
iren vi. mit s. C 26. do ff. C. 38. kome C 42. genaden
C. gero/tt H. 47. vrowen C. 49. spra/tt H. 50. [ha] C.
52. bescheinet C. 58. Swo Jf. C. 61. stricke C. 62.
behabe C. 63. o. a» s. C. 64. 1. ie gescheen C. 65.
spielt C. 66. liebe C. 68. geboren H. 71. sage: trage C
73. h. gedenken C. 74. Menslich H. 80. Sulch(e) antwort
C. ff. 83. daz w;*s ff. 87. gonde U. C. 97. kindes C.
98. * sel/*e für selöe is! Druckfehler. 303. m. dew d. C.
5. sie H. 6. * befser ich ie mere. 9. Swo H. C. gevalle»
C. 12. iren H. 14. nimen H, niem«n C. 17. vernnmen
ff. C. 18. da C. 21. si H. 25. 46sa!z. H. C. 26. ich
sj sm. C. 27. liden C 28. umb C. 31. mute ich sterben
C. 39. Sterbe is! Conjunctiv, nach swen, wie 320. 40.
dienst C. 43. 46s«!?;. H. C. 44. ser C. 45. Do H. C.
hinten C. 48. smiren H. C. Das hierauf allein in C.
feoartrn. XXVI. 669
Folgende lautet buchstäblich: Und allez daz ir an get Mir
für nichte enstet Da von lazet under wegen Und machet
zu mir iwer Stegen Nicht mer daz ist niht not Daz uch
iht beswere der tot Von sunderlichen schänden Und von
grozen banden Die uf uch wirt gebunden In vil kurtzen
stunden Sie dacht aber her wider Und sprach ouch sider
Sim vgl. 138 was tzihest du den man Der dich mit
triwen kan Lieplichen truten doch Dem sollt du sin Ionen
noch Mit sunderlichen dingen Und nach siner minne ringen
Und im damit vergelten Daz du in dicke schelten Gedachst
umb sin kose Dar an wer du böse Und unversunnen ge-
nuc Wan er dir doch triwe truc Nu wil ich umbe keren
Sin selde und gelucke meren Und in bringen inne Daz
ich in von herzen minne Daz geschach sie wolde Im
Ionen nach ir holde Und im ertzeigen gunst Daz lerte
sie der minne kunst Daz sie im bewiste Ir liebe und im
geleisle In ir herzen wol Als ein vreunt dem andern
sol Des wart er ouch inne In sines herzen sinne Unde
quam dar nach dnr Und antwort ir zwar Unde sprach
(349). 55. en werde C. 57. lip H. C. 60. eija steht
öfter ausserhalb der Reimzeile, wie andere Ausrufe, und
nie Er, Si sprach. 62. * lies mich. 63. gibe — ber :
ser C. 65. bevilAt H. C. 68. kr/gen H. C. 70. mues
C. ~i\. Unde C. 'lies besehe [befser besihe). 83. Absatz.
II. C. 8*. «aller C. 89. Swar ir C. 91. daz für des
//. C. 400. * befser minne. %. wollet C. 5. Iwer C,
Eiwern //. (ist durch das unrichtig hinzugemalte E ent-
standen, nie 418). 7. Wilf du 11. C wirde C. 8. r. roter
rarwer //. V. 10. stunl //. C. 13. Absatz 11. C. Xrow
| 15. wolf C. 16. erkngen H. 17. zeiner C. 18.
Bfwern //• (wie 105). ^0. geschehen C. 27. vmbe C.
:\i). solche« V. 3*. wolde C. 35. kein Absatz. H C. 39.
Unde C. 13. Sie — Irom : körn //. \~. c/wcr II. (vgl.
406). /wem gen a den sozzer frp c. is. daz schone klare
W. ('. 52. mi-' Bin //. ( . ')»>. da C. 57. kein Absatz
ir ( . 56. Beide // c. \>\). wnd R. 64. vor bewareafe/M
behebe durchstrichen u 65. antwort(et) — schire H. C.
65. mH du ii. C. 69. solt t\ II. 70. Wo n. c. verdient
C 11 Do f. 78. sitint H, stunl C. 7!). Mochtet?. S3.
und für ffooi r ss. denne c. 9.*i. antworl // c. 96.
dl« r :,(K). Sind n 3. gibe C. s. umbe C. 9. vor
Mi-/ tiehi /.it durchstrichen n. 10 mancAen //. C. 11.
ist ////• ich C, 13. were gescheAen f. 14. hefe C. 22.
umbe c. 93. ilreel //. (kann bestehen), empfanden C.
31. Bf gen //. f. getan! C. 33. wirsl </u //. f. io.
liebe ß M. hn //. C. ide C. 18. Im //. 0. 47. neme
G\ '*9. feain Ab$e4te* //. f. •>'«. jade« - sa« r. 56.
/an./ // m. ledocb r. 64 So //. 9fcN f. f«f|( 13s>.
670 juartrit. XXVJil.
567. *unk(e)t H. C. schribe C. 68. schände C. 73. heim-
liche C. 75. swenne C. 76. sulche H. C. 78. Unde C.
79. begond(e) ff. C. *81. Absatz H. C. (befser). Um H.
88. fremde C. 89. svlt H. 91. sott C. 94. [allenj C.
andern ist übergeschrieben H. 99. ougew rechte C. 601.
vrow; H. gonde H. C. 5. da C. 7. siAe C. 9. dar für
da« 6'. 10. v\em für nein C. 14. sihest C. 20. scheid u.
Jesu* C. ihü J/.
XXVII. Frauenbeständigkeit.
Heidelberger Sammlung [H.~) 195. Fehlt in der Colonaer Abschrift.
Veberschrift reiner, mufs bleiben , i/;ie 46'8. Die
gröfseren Anfangsbuchstaben der Absätze sind nur in der
kleinen Vorschrift da, vom Schriftmaler nicht ausgeführt.
Ebenso in den folgenden Stücken der Handschrift, 1.
fremeden. 12. Des. 23. vruZ. 26. begondc. 29. * selben
(selber ist Druckfehler). 32. 33. sie (immer). 50. Vnde.
60. lehe. 71. gihl. 100. scbade». 2. wolt. 13. tag ze. 15.
scÄolt. 20. enpor. 32. antwort. 36. gonde. 39. gem. 43.
Vielleicht AI die zit. 55. antwort. 56. valsch. 65. vnde.
70. hetze. 72. zw ein. 77. Absatz. 80. i/iht. 82. nunew
rucÄ. 95. Sc/mlt. 207. antwort. 20. kond. 26. viher
(das h über geschrieben J. 28. gewerf. 36. han für stan.
39. kein Absatz. 48. Sonera lazzeraf. 50. 53. vn. 55.
Nunen weiz. *Die Redehäkchen sind im Drucke vergefsen.
66. in £wank scheint t eher f. 68. krmen. 76. * hinter r wie
fehlt ein Komma. 82. d'itz. 85. t\. hant i's£ afs ungültig
tinterpunktirt , wrad art übergeschrieben. 87. Absatz. 92.
*6e/ser lä[ze]n. 97. *«<?« sei«'. 99. irx. 303. nach. 8.
Urade. 13. kernen. 25. Do. 27. schult. 31. spis. 35.
Do. 37. *lies sterkestf (ohne Kürzungshäkchen}. 41. *lies
dem selben (getrennt). 45. * befser linde, sieben mit über-
geschriebenem a. 47. ölen. 49. vnde ze ritzen (tz in z
gebefsert: * lies ^eri^en). 62. *lies und owcA diu. 88. befser
wol hove. 93. ichz mit übergeschriebenem e. 97. do wol.
401. sweren : erneren. 7. *Hes ouch. 14. begonde. der ist
überzählig. 20. hmt. 22. 23. erklärt in den Nibelungen
3672 vürwise, urwise. Vgl. Minnesinger I, 354" und Wör-
terbuch zu Tristan verwisen und weise. 26. dese. 27.
* befser iu. 33. vn. 38. rise bette. 39. ste£ : ivet. 42.
*brfser [der]. 55. nv für im. 57. kein Absatz. *lies da?.
für dar. 64. kein Absatz. 66. vn.
XXVIII. Die Teufelsacht.
Heidelberg er Sammlung (H.J 38; Colocstaer Abschrift (C.) 56.
Veberschrift [des] t. eeht : knecAf C. Folgende Les-
arten gehören H. 3. gäbe. 5. vh. 6. hetten (meist).
i'esorten. XXIX. 671
16. wolfe. 27. do. 29. schone. 35. scAolt. 36. mag.
37. * Nu für Vn ( lies UndJ ist Druckfehler. 38. verwizze
•{lies terwtae). 39. kein Absatz. 42. do. 46 da. 51.
pflegen. 68. evch (immer). 69. echte. 72. hin*. 73.
* Sieh für Sich ist Druckfehler, was 77. minnewclich. *lies
bewak für bewak. 85. 86. Vn. 109. echte : bedechte.
16. Do. 17. Vn. 29. Bringen. 29. 30. echte : gedechte. 45.
do. 60. hör. 71. echte. 80. vmme. 81. went'nc. 85.
wacket. 230. begond. 31. *wes (mvfs bleiben). 32. echte.
67. sweick Übe. 72 ist Wiederholung von 70, weil ver-
muthdch die auf 69 reimende Zeile ausgefallen. 73. hvbe.
76. groz. 84. vor erste steht herzen durchstrichen. *Si v.
etslöch für So v. etslich ist Druckfehler. varew. 300.
Von — ban ist als dritte Reimzeile abgesetzt. 1. echte.
16. scÄolten. 17. antwort. 20. Wollen.
XXIX. Der wahrsagende Baum.
Heidelberger Sammlung (H) 199, Coloczaer Abschrift (C.) 122.
Gothaer Handschrift C@-)
Ueberschrift: von dem a. — w. betrowg t/san C. Von
der minne eins albern G. 1. al&er G. 3. dem G. 4.
Wo o. von waw G. wo er trottenden w. C. 5. vasn.
e. ui[» G. 6. 1. als der lip G. 7. [ir] G. engonde ; konde
H. G. 9. iemnn* H. 12. kurzw. sie pf. G. 13. 14. ver-
kehrt II. [noch] — Do s. d natur G. 15. [sie] b. waren
G. S?Sl w. s. b. i/. 16. [zwar] H. 17. ßed. G. 18.
wol ir ///r div. Ich wil es lazzen es ist g. G. 19. Ateus
I. er es diefc fiP. 20. er* H. [d. w.] G. 22. er rfis G?
erz dfcAre //. 2:*. viu/ //. [alze] G. 24. dem wibe vil
ODge O. 2 >. W. /Yrtx s. e G. 26. Und in inn«n G. 27.
Und mit wie getanen ginnen G. 28. Daz er d. sp. be-
ginn* G. 29. bat G. 30. tag« //. 31. um* G. 32. [vil]
G. 33. also G. 34. enm. recht nimmer me G. 35*.
lurchte </«z i. G. mdzze : brzze //. 36. 10. Kondesf du
II. G. kein G. 'M. o G. 38. 39. K.s enw. n. m. w. me
so l. aU G. 10. selber G. I& m. g. G. 43. entruwen
G. U. ////// /'. ich G. 15. vw : bie G. f7. ane H. (farnn
bleiben ). 18. soll <fi // i7. 18. Dar soll du gen uf der
ital Wen mich groi nol betwtwgen bat G. 49. do //.
50. da Uberge$chrieben ii '«9. 50. Wa« dir widervar das
merke Daz dich Go( müzze Sterke g. 51. dineM g.
rinne : iniw G. .'12. l)o //. £3. er /»orrn //. Anrcn/
letii 0 -i /■"" IAmJ //. G. /><^ v d. in. teleO, >•>.
g. 56. \ ode //. c/i w. ni 0. >7. Und b. s. »i v.
G. 5& Hm Me/ er zu G. 61. b. Arocb elf. 63. horel n
[den] rn. hetrorh G. tül. Ar/// \hs,il:.. G. 64. [•€>] n.ihc
6 05. f, tfifer ul i. knie g 66. Unde //. 67. mane
672 jfoarttn. XXXI.
G. 69. wollen G. 70. Umbe H. liebe* G. 71. sulte //.
72. das w*p uz der hülle G. [73 — 88] G. 89. ünde ff.
Minne v. G. 91. kein Absatz. H. G. m. der w. G. 92.
Und geglaubt vil w. G. 92. 93. befser Und. 93. uf für
dö G. 95. 1. bald u. G. umme : krumme ff. 96. u. auch
d. G. 97. kamen : hatte vernwmen H. 97 — 101. Daz sie
heim was kumen vor Do der man gie zu dem tor Sie
sp. bist du kumen Was hast du vernumen G. 100. S*
H. 3. Em ding d. i. dir ungern s. G. 4. [Daz] G. 5.
fwrcht(e) H. G. 6. was dann w. G. 7. Daz G. helen:
: qve/en H. 8. So££ ich langer also q. G. 9. Immer mere
von diser n. G. 10. So w. weger m. d. G. [11 — 14] G.
Absatz. H. 14. bovme ff. 17. Do wand i. d. we tun mit
G. 18 Sie sprach hört a. d. z. it G. 20. Und m. m. g.
G. 21. Dar d. G. m£zze : b&zze ff. 22. Hälfe G. d.
seJoew b. H. 23- gewese ff. G. 24. Es dann d. G. 26.
St. m. guter m. G. 27. Do w. ff. 28. [Und] — w. im
selber k. G. 29. minnew G. 30. begonde ff. [32] G.
XXX. Der entlaufene Hasenbraten. Von dem
Vriolsheimer .
Heidelberger Sammlung (HJ 200; Coloc%aer Abschrift (C.) 123. —
(Seite 147 lies Tischlachen für Fischlache.). —
Ueberschrift : Ditz ist ein mere von zwen hasen Daz
muget ir losen one nisen. C. Die folgenden Lesarten ge-
hören ff. 10. Gezze. 15. kamen : genamen. 17. In
haim. 18. wer. 28. vodern. 40. Waz. 39. kein Absatz.
50. begonde. 51. Absatz. 54. beiien. 55. Satz*. 61. 74.
begond. 66. \nd wist. 68. Sie sp. ist überzählig. 70.
xnd. 78. verholw. 83. Orabet. *(befser Danfnen] tr.) 85.
kamerer. 88. Wo. ("is£ Wa zu lesen, oder min gevater
auszumerzen). 89. bekamen : genvmen. 99. Absatz.
100. l&te. 3. ab. 5. *lies Es 6. scAolt. 8. wo. 9. Eya
(ist wieder außerhalb der Reimzeile zu nehmen). 13.
der vr. [kann bestehen, als Genitiv zu kirche). 16. be-
dach*. 20. do. 22. vfi. 24. Vnd.
XXXI. Der Reiher.
Heidelberger Sammlung (_H.^) 44>; Colovzaer Abschrift (_C~) 4-3.
Ueberschrift: mer : swer ff. Ditz mere ist wie ein
man mit einem hanen einen reiger vieng C. 1. vw ff.
4. Do ff. C. 5. vor ff. C. 11. Do ff. C. Der bekannte
Spruch Freidank. 5. Vgl.LWM, 285. 13. sie si C. 14. alrerst
C. 15. vrevlichen C. [Wortspiel mit vro, vröulich). 20.
fruret C. sie ff. C. 22. Gutes für sie bitten, ihr wün-
jTeoorten. XXXI. 673
sehen. 24. evh H, uch C (immer')- 26. het C. 32.
manerten H. C. 34. begond ff. C. 36. [daz] er C. 37.
Wenwe — ze/mal C. 38. rter ///r er ff. da C. 39. vlock
ff. C. 41. wor in drehte H. 42. [ndW] C. 43. Zeinen C.
45. t. das w. C [meint dar). 46. Do H. C. 48. er wische(n)
H. C. 49. fgew;ar] C. 50. habschs H, habertes C. 51.
begonde H. C. 52. Gescherte C. 54. ttohte H, duchlc —
tetrer C. 56. dem haw C. 57. 58. umgestellt C. 61.
betröge ff. C. 63. ff/e /V/r £r H. C. 67. viene C. * Hinter
han /ert// em Punkt. 69. habe C. 76. \w<rtzen i*. C.
81. trag» H. 82. behage« C. 85. wey : phle</ //. C. 86.
halde C. 90. herren /f. C (Y«s£ immer). 97. «innenkl.
C. 98. antwort ff. C. 99. kein Absatz. H. C. 100.
enda^te H. 1. bereiten C. 2. schir //. 3. hern C. 6.
* //es Vnd hrere. 9. Heiz C. 10. muge C. 14. Do ff. C.
geraten C. 18. ichs C (bejserj. 20. er b. zovwe H.
21. die für (\'\n C. 23. icannen — bekvmen : vernvmen
H. C. 24. habe C. 26. Sin C 28. genieze ff. 29. bringe
C. 30. [ouch] C. 31. schire het C. 32. Witt *v ff. 33.
3*. 39. sie ff. Do IL C. 35. an «ach C 36. g«/tl. ff. C\
39. gescherten Ü. 42. konde H. C. gescherten C. 43. bc-
gonde H. C. 45. vn H. C. 46. Siw» mait H. Sim d?* m.
gen£ C. 51. *L'nsre /'fir Unser ist Druckfehler. 54. und
C. 56. *wil* 0 (befser). 57. do hatten // (7. 60. 64.
wilfprete C\ 66. gevater C. 68. ritten C. 73. Absatz, ff. C.
haften. //. C. 70. vc o rsinne C. H. 77. wil/preles en/peiz
C. 79. Absatz. IL ( . Gevater C. vn ff. 80. Gebet —
wilfpretes C 85. gevater Sünder vlater C. ( Flickreim,
m/1 den Streckvers zu heilen, wie 191, 217, 241, 287,
529, :»,:{.>. 367, 365. Kr\). Vvm IL C. 88. man:. C. 89.
mich C. 91. gevater Sunder vlater C {wie 185>. woltif.
f. \)\. Ab n. C. wer //. Buwer c. 200. uhd« //. 2.
lutzdem r. 6. Wallfahrt zu St. Jakob nach Compostella.
9. Do C. 1!. alfl f. |5. Absatt. 17. Avm Absatz. IL
C 15. ipr. u Im Kffii //•<// r tfej ////« c. {ähnliche Zu-
thal . ,//,< is.i>. Ki. goll /'• «in //. t 18. *««i kvarn
i. 20. ki/men £T. C. ±~ ' tefter Heizt. 2U. Abtatz.
ii. c. 34. :{•'). n li uili bal /.<• Imsc r. ////// auch den
Vert be/hern). M\. Ich lw/// r. m. e. b. ist überzählig,
jedoch ii 240 erforderlich), 37. scAulle C. 38. /<;///;•
Ei C '."'■ trfwen pcscheAen c. 10. bao ( M. /»//-
//. r. ii ij. rrow€ Mtfa Also Inj» ich uch si und
der berre «im So bringe u. d. r. Der \<>t\ dem han wart
i C. (vgl. 18$). \>. ii /// habl le h. C (befter).
16 De« /'. )- iiii-lr r. böse gekose // (7. i ■»• sie //.
»'». 4*#<rt // ( .Mit.,- c. <•<> Send C. 87. beiten //.
C 71. /, f« |6 roumete: soumele B.C. 75. gfnch
//• ( . ml nde gatern r. so. m,,„ c
ii < ;
074 harten. XXXII.
281. heli (für lief} — gevater» : gatern C. 85. gevater«
C. 87. gevater Jensit des guter C (ebenso 293, 297, 317.
Vgl. 185J. geschehen C. 88. nie für me C. 91. den C.
93. gevater über den gater C (wie 287J. 94. sott C.
ha\en ff. 95. übe« ff. 97. gevater Bi dem gater C (wie
287.). 98. kernen ff. C. 300. Und ff. C. regen C. 1.
Und C. 5. kein« C. 8. were C. 11. wolt ff. C. genesen
C. 14. zw« ff. C. ES H. 15. Und« C. 17. gevater Zu
zir über den guter C. (wie 287). 20. besser werdcnt. 21.
gefrumt : kumt C. 23. Absatz. ff. C. 26. Do ff. C. 29.
gevater Bi dem gater C. (wie 287> 30. * [gerne] C. (befser).
31. die schoz C. 32. sie «cA oesloz C. 33. Sie ff, 34.
hinter w. s*e/j£ e*n durchstrichenes g. J/. 35. gevater U&er
den gater C. (wie 287). 36. rissen C. 38. [nü] C. tv
ff. C. O'n ff ist ein n hinten ausgewischt). 42. Do ff. C.
43. Und fru tr. C [44.] ff (eine Zeile ist dafür leer
gelafsen). 45. kein Absutz. C. er beizte C. 47. Ob er
sich C. 48. [Da] — h«^en C. 49. stebe ff. C. 50. wolde
er die </eoe <7. habe ff. ("ein Querstrich über dem e /«£
verwischt). 57. gevater Z« «r «6er *Ze« gater C (wie
287> 62. immer suchen C. 64. sa/n C. 65. gevater ffi
dem gater C. (cnie 287> 68. gut« C. 70. leg* C. 76.
Anspielung auf den grimmigen Wolfhart der Heldenlieder,
Biterolf und Bietleib , Rosengarten , Nibelungen. 77. rrzen
: l^zen ff. 80. Gefruden C (die man um gute Nachther-
berge anrief. XL1I, 20. vgl. XXXV, 290). 81. gegeben C. 85.
do ff. C. 87. ichz C. 88. [da] d. r. v. C. 90. knwtte! ff. C.
91. zog C. 92. ab C. zopfe ff. C. 93. worz. ff, von. ha»
C. 95. zopfe ff. 6*. erfcreifte C. 98. dis s. C. 99. keme-
nate C. 400. trurens C 2. [beide] C. 3. minne Von ir
sinne C. (nie 185> 5. kein Absatz, ff. C. 10. so! C.
13. hben ff. 14. knwt(t)el ff. C. an «cä ze «1. C. 16. m.
dem ha« C. 17. zowhe ff. C. 19. bring* C. 21. vor ff. C.
22. [als] C. 25. hao ff. C. n. g«fer s. C. 28. verhex ff. C*.
29. ha/;t her C. 33. maze C. 34. Do ff. C 35. maze ff. C.
36.geIoubetC. 37.38. umgesetzt. C. nameff.C. 40-srchcff.
42. Und ff. C. 43. ir der /ätzet ff. C. 47. *iu /'«r iue/t ist
Bruckfehler. 48. be*ouben C. 49. Sehet also Aefte C.
XX XII. Ehestand, Tod und Hochzeit.
Hi' id e Iberyer Sammlung (H.) 126; Coloczaer Abschrift (C.) 127.
Wür%b u rger Sammlung (W. — hier als Münchner Handschrift iV/2 be-
zeichnet) 52. W * *" n ? »' Sammlung ( W2) 33. Wiener Pergamenthandschrift
(W*) 154. I««*r«cA«jr Sammlung (1.) 31.
Veberschrift: Hie riet ein gerater der andern wie sie
Ein bloch begrup zehant. C. Vo eine gebure M2. Baz
mer von dem ploke W2, plockAe 1. Fehlt W1. 1. W2
feaartcn. XXXII. 675
pawr :sawr). 4. M2 W2 ninder bi ir genesen. 5. Nuf
CH. haben weder. 8. CH. mir en nam: W2 Der ir daz
leben nam. 10. W2 gaistleich. 11. W2 Er m. ir n. zv
sprechen. 12. M2 wolt sin. 13. Wx M2 So; Wl oder.
14. Alle oder, sprach, nur CH. vnd swaz sie spr. 16. W2
yp lose. 17. Jl2 So. 20. M2 donder, IV2 tonder. 23. *P!
die statt sie). M2 oder. 24. Wi en duchte. 25. M2 si ligen 1.
32. Alle Alle die 1. 34. Nur CH. si, die andern die. 35.
CH. wol erslagen, PF1 vol slagen, M2 volle slagen *Cgewiss
befserj. 36. i¥t*r Ci/. ern, die andern Und künde doch
i). ges. 37. M2 gebrestes. 39. Absatz. Daz \v. diu w. s.
\-2. M2 si sl., W2 so sl. 44. W2 niht me. 45. W2 niht
holt was. 46. M2 W2 Do. 47. CH. W2 M2 So. (Do?)
50. Wl D. ir 1. waere gewesen (der tot von späterer Hand
zugefügt), W2 D. ir 1. wer der tot. 53. M2 W2 wolt.
55.' W2 fehlt ein. 56. IT2 w. irs 1. gewar. 57. Ml W2
Si spr. 60. W2 fehlt so. 61. 312 fehlt iueh. 64. FT2 >J2
Er w. 69. W2 Enpholhen; alle als. SH. ->I2 dem lauwe;
II'2 den lip. 73. >I2 H2 Ich k. , U2 I. k. v ez. 1\. M2
Wes; \V2 Wie ser er mich hat gesl. 78. CH. wen, W2
Er I. newr s. z Hiernach haben Ws' 2 M2 Jch begerte
niht für baz, wan möhtet ir gefüegen daz, daz er sin
»laben wolde län. des hat er mir so vil getan, tuot er
mir mer deheinen slalv. dai ich niht langer {M2 W2 für
bai leben mak. 79. W2 div glatter. 80. W2 M2 m. tr.
-i de» i. pb. 89. Nur CH. haben Em. 83. M2 Under;
W* iij all h., M in also h. 85. \l2 Des. 86. M2 keinem.
87. Wua fehlt en. 88. Wu 2 fehlt ich. 91. W2 D. irs
br. 94. \ur CH. lehn. 96. CH. lieben, W2 Erz. d. I.
kr. Ä W Mu Ir 8. 99. \\2 M2 heize tuon d. t. 100.
II •/ i\s. »• »/ It^ /e///£ ouch; M2 besprechen. 8.
>/ II ■' Und. M Und seht <J.iz ir werbet, H' Und s. d.
nt. 9. >/! Yil rehte ;iK ich iu li.ni gesagt j W2
\il rcbteaU ich \m säst. 10=9) 13. C//. Daz. 16. JT'
/«•/»// je. 17. m n .Mm (hü gevater. 18. m \\u den
lip. 23. »/ ir^ danne mI sere. 25. >/2 lebendic, 27.
»/■ u Die wold ich. 28. »/ W* Sold icb. 29. w vr»
leii. :;<». u in ;nn g. da I.. br. 31. ir* >/: Swie mir.
vastene? 32. >/3 deil §; n i hin b. n. 37. >r setzet
in e. pf. II. w i» ' fr6lich b. f. 12. n " feAtt e. 16.
H n fehitb»\de. M. u2 i\ •' Sweune. 18. »/
n ftfi/l Dii.-h. fo, »/ der gruoben. 52. tfaH^woldich
wenic klagen. 54. >/ W3 sedabte. 55. >/' gcvelride.
56, m n Loste. 57. n "< Mii ist l.nf meiiis gefalt'n
vngeraach (und 58: :;7>. 56. n feMI do. 61. M her-
zehafiez. 62. n * all i. I.. >/ Bisam der 1. 53. >/' W1
I nd mochi ii i hei Iüj zeh. <>'« W peitei leja g. 65.
n w 67 »/ n Silbei cleider pf. 68.
676 harten. XXXII.
W2 Zwar. 171. M2 W2 gar br. 72. M2 W2 gedahte. 73.
M2 stiez. 76. W2 was; M2 W2 vil schiere. 78. W2 M2
U. brahten d. g. mit in [M2 ir) gar. 79. M2 Daz. 80. M2
W2 behielt. 85. M2 ouch vil w, W2 ouch w. 86. Wl
geloubt man. 87. W2 M2 fehlt beide. 88. W2 M2 Si
warb; W2 fehlt ouch. 90. W2 M2 von g. 1. 93. M2 W2
merke (n)t. 96. M2 W2 Als ez. 97. M2 W2 Ez w. 98.
M2 W2 Vil balde si d. h. besl. 99. M2 Den bl. 200. M2
W2 Als si des. 1. M2 Es. 2. M2 dm bl. 3. M2 «f. 5.
iW2 W2 het ez. 6. VT2 muose. 7. JF2 M2 Sus; W2 vn-
geschaften. 10. VT1 Wie ir. II. Wv Naschten spat.
13. W" M2 Von. 14. Wl hienet (also h'mte), M2 W2
hiute, CH. heute. 16. W2 gelten. 18. PF2 fehlt sa. 20.
M2 TF2 Man. 25. W2 M2 Do 27. W2 fehlt nu. 29. VT2
M2 niht an ir beh. 31. W2 M2 waz. 34. W2 M2 ee
[statt an). 36. M2 W2 Dicke u. oft v. 37. W2 M2 Und
ist so. 42. M2 Ir ist d. s. w. g., W2 Vnd ist ir die. 49.
W2 M2 dar in siz, Wl da in; M2 sie ez. 50. W2 M'
Und daz. 52. W2 M2 vil umbetrogen. 59. M2 W2 Die
vier o. und den pfluc. 60. M2 W2 Ob iu des dunket
niht genuoc. 62. W{ gaebe iu; W2 w«z, M2 sw«z. 65.
M2 W2 fehlt leide. 66. W2 Ml saelderc. 69. W2 wenn.
70. M2 Sin si w. 71. alle ze Hefa?. 72. M2 W2 von got j.
78. VT2 M2 leiste(n)t. 79. M2 W2 ze frouwen. 80. W2
M2 ze rechter e. 83. W2 Zwar des; sonst daz. 86. Wl
Ez en w. 89. W2 M2 fehlt wol. 93. \V2 M2 CH Beide;
JF2 und noch t. 94. W2 M2 gibe ich eu. 98. W2 M2
Beide sp. 99. CH leider. 300. M2 W2 do vil gar. 1.
Cfl Do er. 2. VT2 M2 Hinz. 8. W2 M2 grozen vernunst.
12. CHW2 M2 immer. 13. IF2iW2Vurbaz mer betw. m.
14. W2 M2 nie deheinen t. 16. Wl So enmage. 17.
W2 M2 g. wesent fro. 19. W2 M2 zeige e. w. 23. W2
M2 prüefen. 21 W2 M2 Und ist aller t. vol. 28. W2
M2 an e. w. 31. M2 nimmer. 32. W2 M2 si tuo. 33.
VF2M2diew. 34. W2 M2 Hintz han i. s. g. 35. W2 M2
Ich sol i. d. siben t. 36. W2 M2 Gefüeclichen an tragen.
38. IF2M2irhalp; W2 beschehen. 39. W2 M2 Von miner
grozen arb. 42. M2 Si m.; PT2Wan si ist ain minnkleichs
wip. 43. W2 M2 also. 45. W2 M2 fehlt alzehant. 46.
W2 M2 swie i. w. als(o). 49, M2 fehlt nach. 50. M2 W2
Wan ich; W2 fehlt bin. 51. W2 M2 e. fr. richer m. 52.
M2 W2 von dan. 53. W2 auch wol. 56. W2 M2 drumb.
57. W2 M2 Si lie si. 58. W2 E. trinken sl. p. 59. W2
ir I. 61. M2 vil senfte^ W2 vil linde. 62. M2 W2 Dar
uf: M2 snelliü^ W2 fehlt sneller. 63. W2 M2 Sprüngen;
M~ nit gelangen. 66. W2 M2 Schoenez kr. gr. u. grüenez
I. 68. M2 Dille. 69. M2 M». schoenen bl. bed., W2 Da-
mit schon bed. 70. M2 Die warn, W2 Vn was. 78. M2
jffWrtm, XXXII. 677
W7 Wan si den b. vol tr. 81. CH fehlt vil. 383. W2 M2
einen lip. 84. W2 ein schöns w. 85. M2 gegen. 87.
yp keines geborn, W2 kein pawrn. 89. W2 M2 Gesniten
wol ze nach W2) vlize. 90. iU2 E. niwe, W2 schon.
91. W2 M2 Die (Sie M2) under dem mantel tr. 93. W2
hawptuch. 94. W2 M2 wol gestalten. 96. W2 M2 wol was.
97. M2 W2 was. 98. M2 W2 rockelin. 401. W2 M2 An die.
2. ze mazen. 3. W2 3P Daz; W2 fehlt wol. 5. M2 guten
b. w., W2 päwtl guter würtze. 10. W2 M2 z. e. werden w.
11. W2 M2 ein ende n. 14. CH W2 M2 waz ichs. 15.
W2 M2 Spr. d. m. 18. W2 M2 fehlt iuwer. 19. W2 M2
vil vaste. 23:24 kehren W2 M2 um. 27. W2 M2 u{ mich
gen. 30. W2 M2 fehlt so. 32. M2 empizzen hie m. m.,
W2 Ich vnd si vnd ir. 33. Wl Und sult o. hie e. 35.
W2 3P fehlt die. 37. W2 M2 wa ir sit. 38. M2 hintz
an die z. , XV2 piz. 39. W2 M2 besehen. 41. W2 M2 ze
k. g. 42. W2 lieber lan. 44. W2 M2 Biz die m. ges.
48. W2 in d. seh. g. h. 50. N. 1. und grücnez gr. 52.
W2 yP Nu h. ouch s. d. st. 54. M2 fehlt ouch; W2 heten
al d. n. 57. Wi hin in. 60. Wu2 M2 zuo ir. 62. Wl
viJ fr. 63. WL Si d. in e. schons w., Wl Do icas s. e.
so seh. w.; W2 M2 fehlt so. 65. W2 ebickleich. 70. W2
fehlt e. 71. W2 fehlt nu; W2 .U2\ilunbek. 73. W2 M2
Sin. ~\. W2 M2 im (nie M2). 75. Wl vollecliche. 78.
yp W2 irs l. 81. W2 M2 noch unvro. 85. W2 mit gr.
iL 88. yp Sinen. 91. Vi2 SP Besuoder v. d. w. 93.
W2 M Und mit. 94. M2 swaz. 97. W2 M2 Do spr. si.
99. VF yP ie m. d. 501. W2 M2 T. ir disem w. alsam.
i. Dax wiit ein houbethaltiu schäm (M2) , VT2 D. w. mir
;.iu groi ich, •). W2 yP diu. 9. W2 erdenkt. 10. M2
zehant. \1. W M Morgen deone. 17. W2 M2 Daz ist.
\H. M versagt 1\. \\ M2 tugent. 23. W2 JM2 Lat s.
25. W M '.l.-ii'-h. 26. n >/ also vil. :>7. VT2 u2 wesen.
2«. IT* So kund. i/ Si künde; n lesen. 29. W2 iW2
Die manicvaltige e. 31. w hinnan, W2 hinnen. 33. \\
Ar bant. 35. n /Witt danne. 39. n ' Wurde dem toren
_'. i. 10. n niolit. U. >/ enwerl, H niht wert. \i.
u n Dem ist n. 13. n w wider d. m. 41. \v2 yi2
hin v>. SC n. 16, Dd? 16. 11 »/' Als diu u. w . erg.
>/ / ii. VI. n M l><> wart im gar harte w
iwaere. 51. n lud ipr, 58. W? Und l. W H feail
nu. 59. n >/ micli fr Ns-.i gen. 60 n w ist. <>l.
U .Mi! «lern «lern. 62. w >/ . Sui lag er. (*)■'). M '
Des «-ml.. M M Des d.; M H fehU alles c>7. n w
dar uuihe stille. <>8. n zuo im. <»!>. n w alle unde.
70 r// 11 >/ So, ~l± yp >/ | . |,. ,, ,,, NS. 74, m
Ei jach. 7& n >/ feJUl nu. 83. »/ gegen. S4. sica
■Ir ml. I «.uili;.!. SC) II' »/ ul <• S7 »/ \Kus. 91. W2
678 fr »arten. XXXIII.
M2 Gar vor. 594. W2 M2 daz 1. 97. W2 M2 fehlt wol.
601. W2 M2 m. d. I. niht erw. 3. W2 fehlt nu. 7. PF2
M2 slahen. 8. W2 M2 ich da lac. 9. Also bin ich sil
gel. 11. M2 Er spr., W2 fehlt mir. 15. W2 M2 fehlt vii.
16. W2 M2 übel o. g. i. 21. M2 W2 Vernement. 23. W2
Wie. 24. M2 U. n. en. s. 25. W2 M2 doch m. 27. W2
M2 durch d. 1. 28. W2 M2 ervant. 37. Wl Dien. 38.
W2 M2 nam. 39. wart. 40. W2 M2 fehlt was. 44. W2
M2 Der im so. W2 setzt zu: An all missewcnd Hie hat
ditz mer ain end.
XXXIII. Ehe im Leben und im Tode.
Heidelberger Sammlung C^O 127," Coloczaer Abschrift C^.) 128.
Wiener Sammtunsi fW'-J 40; Jnsbrucker Abschrift (1.) 36. Wiener
Pergamenthandschrift CWl) 151. Würzburger Sammlung (_W; hier als
Münchner Handschrift M2 bezeichnet') 49-
lieber schrift'. Hie bat ein man sin wip daz si nach
sinem tode one man beliben solde. C. Daz mer von dem
weib an man W2 1. Von eine (man) vn von sine wibe M2.
Fehlt WK 2. M2 bis. 4. CH M2 dinges, W2 nutzes.
6. W2 verdienst. 10. W^tusentvalt. 13. W2 Sit ir. 14. W2
Daz ir. 15. M2 libe. 16. Wl lebenden. 17. Wl ir fehlt;
W2 got von himel s. 18. Wl Vmbe mich b. niht m. 21.
W2 ver guot. 24. W2 gar t., M2 gar ein t. 25 t 26. fehlt
M2. 27. M2 Und ir iuch selbe des niht schämt (W2 ew
des n. seh.). 28. M2 W2 Des; W2 der toren, Wl eis t.
30. M2 fehlt dich. 31. W2 W* M2 von dir niht. 32. W2
M2 Vnd wil; W2 fehlt vil gern. 37. W2 M2 Setzen nu
al h. ze h., Wl Setzen hie zeh., M2 S. al hie zv h. 39.
M2 Daz du ob. 40. Wu 2 Daz du die w. uf g. 42. M2
aber fehlt. 43. W2 Wie. 44. JF1 Du ne gespr., W2 Du
spr.; WU2 M2n. w. m. 45. M2 wene. 46. fT2 din — din.
49. M2 W2 Hintz wil. 50. M2 W2 du ouch. 51. W2 Des
ph. 53. M2 W2 Daz wil ich tuon spr. er. 55. M2 Min;
Wu 2 M2 ouch fehUm 59 py2 ^/^ ein ^4 *e?n is^ örwc/l._
fehler für ein. TF1 mvte (statt nunne). 67. W2 M2 fehlt
Rente. 69. H^2 M2 Ob ir ez m. u. 70. W2 M2 halbez.
74. M2 Daz, W2 Und daz. 78. M2 MT2 /e/e/f Und. 79.
M2 lere, JF2 lern; W2 M2 fehlt daz. 86. W2 M2 des si
w. 90. W2 fehlt manik. 91. ^T1 chom *{iies körnen). 92.
W2 M2 fehlt ouch. 96. M2 W2 an alle m. b. 98. M2
tuot. 99. W2 fehlt minc. 101. W2 M2 von r. 1. 4. M2
rehte also. 5. * lies ich«, W2 blofs ich; W2 M2 liebe. 7.
W2 immer n. m. me, M2 nimmer genaemest man me.
10. W2 erwirbst du. 11. M2 Vermide du. 12. M2 W2 mide
ich. 13. M2 W2 des ich da beger. 16.W2 Daz ich g. 17.
W2 M2 N. mer dch. m. (nie meint wol me). 21. W2 M2
^Matten. XXXIV. 679
pfandes des du gersL M2 begerst). 122. W2 M2 D. du
mich ouch. 23. Wx 3P So bin ich pf. dir b. 24. Dar-
nach folgt in TU2 M2: Ob du braechest die warheit, daz du
des pt'andes sist bereit (Grund des Ausfalls?) Und daz
[daz du M2} minen vriunden gebest, und da wider niht
enstrebest. 25. W2 M2 Des sw. er da sa zest. 26. W2
setz mir xxx ph. 32. W2 M2 also gar. 35. M2 W2 Ich
w, 36. M* seh. uns. 38. W2 M2 vil g. m. 39. W2 M2
in ein kl. 40. Wl wir enm.; W2 niht b. bew. 41. W2
So lern; W2 M2 biz. 42. W2 M2 D. i. dar nach an all
n. 44. W2 ouch du der wibe. 45. W2 M2 Hintz an.
46. VT1 gwislich. W* JP wol ane. 48. W2D. must du mich
gewern, M2 wem. 49. VF2 vr. nain. 50. W2 M2 Sold
ich; M2 danne lebender an dich s., W2 dann leben an
dich s. Xach 50 Aöfai M2 Wu 2: Do (Und M2, Des *F2,
W1 Da) ich da3 niht erliden tan, Da3 du nach mir
naemest einen M2) man. 52. W2 M2 fehlt dir. 54. W2
M2 Die bete ich a. v. 55. W2 fehlt sa. 59. M2 W2 D.
eil. 65. IV2 brechent dauuoch, BP br. ir dennoch. 67.
>/ >us. 68. iwaeretr; M* dannoch. W2 darzu. 69. W2
M* fehlt Aller. 71. IT1 aetef um 172: 171. 75. W2 M2
J). a;. alle erl. 78. W2 Die der gothait wonen pei. 80.
nlliezen. FF* liezen. 81. IT* Ä2 #Ä**n »an 182:181;
U ' laxe«. 82. \\ M fehlt gar. 85. IV1 fehlt das erste
ir. 86. M2 ir s. ; VF2 Durch ewr sil süze. 87:88 W2
waere : schöpf aere. 89. W2 fehlt varn. 90. W2 fehlt in.
« w rrewnden. 93. W* frewnden. H. W2 M2 U. si.
•'■). M' durch den r. t.. IFa d. sein t. 96. Äa W* auz
der n. 98. M' W* Etlicher. 9!). W2 M2 Etlicher iSvin-
leicher u ez balde tet. 800. if'2M2Do. * [lies körnen).
I. U im. M m iiml» li. 2. W* M2 din seh. 5. W2 M*
frhit aber. 8. n >/ des. 12. »/ ein vmazze. 17. m2
nun. M newr. 19. w2 M1 dunke. 20. W^ Dieben.
21. 1W* hilf in 23. U M1 dankt. 24. rPa 4 Br spr.
mir i. ie?. 2>. \i s(!c //. seil. c. selde. [«*? 27.
n bohzeit. :;<». r// Do; n selber jach. 36. \\2 le-
bendig, ir' lebendicb. 38. iv Nu begert, \\ niht.
{">. W mit wollenen sit. 10. W^deb. «riderstrit 41. w2
■ /*</,// all.-/: H araz. 12. Fl/* M-2 als si s. '<{. »r »/
/<•/,// beid«; MF" an ander feie, i'i. n »/' DaerUe. 'Mi.
W2 Hm - // i
\\.\IV. SrheiilniKf und Snlnit'.
II r i •< . ihr * i . i Itmmtvmg < h. > 12* ' »/••»##! Ah$ekrif* i< ) 129
UtktncMfifti manre a/ibeai l»i< w. /;/. e. a, r.
/><< fol0*nden Lesmrten <i>i><>i<<i II 15. iwel/en. 16. sr-
//»-/*. 23 ajlfwn riti S8 *6</ier werden*. 36. ttv/el.
680 fttarten. XXXV.
39. 40. 41. vn. 59. Do. 60. myze. 63. Hies entsann. 66.
.aihest. 68. zw?/. 70. do. 86 mit. 87. fvnf zehendew.
93. da zv. 102. tev/'el. 6. kein Absatz. 29. Die warne.
31. inderf chonde. 36. mochte* * (befser möhtest). 42. si.
XXXV. Ehefrau und Bulerin. Von Hermann
Fressant.
D i esdner Sammlung (D.) li. Wiener Sammlung (IV.) -> i«*-
br ucker Abschrift (I.) 2. — Lafsbergs Liedersaal QL.) LXXVl. hat eine
ganz, andere kürzere Darstellung.
Leberschrift: Hie heb(e)t (sich) an diu helbertwitz.
W. 1. — Die folgenden Lesarten gehören D , wo nur 519
ein Absatz ist. 2. vn (immer). 3. * (befser dar), niemand
(immer). 4. rücfl'et. 8. herpffi. 11. Wen — set (meint
seit). 13. Wen — red. 14. betagn. 16. alz. 17. korfi.
18. nein. 21. kurtasyen. 22. Wie 23. nit Cmeist). 24.
red. 32. jüng/ing. 38. gewichtig. 40. mer. 43. gesetzt.
44. 19. Wen er \\o\t. 50. so. 52 * lies vertrzben. 55.
lieb«. 56. Wen — land. 57. Nu (immer). 58. 59. wolt
steht hinter er. 60. Vrä — wurd. 63. da. 68. lieba
traw. 69. beha# : sag. 71. land : and. 75. Müssend i.
new;. 79. sülln. 82. raanfel. 83. de*. 84. *lies v/iL 87.
beW : weit. 88. Da. 89. such*. 101. gü£. 4. ser : er.
5. Gerüc/t — gü£:hü£. 7. Ser. 8. Hü*. 19.* hinten fehlt
ein Komma. 20. Da. 23. sag für vragte meint vielleicht
sae/t. wer : Gelauo — mer. 25. vsiss. 27. würd. 34.
schier. 38. on. 41. fürt. 45. fraw;. 50. Was. 52.
Wainent — £il_ln. 60. * lies Alle. 63. gelus* ; kus*. 67.
geo. 73. zvjivnt a. tür : gehür. 75. geril. 77. Den. 78.
]iebs. 79. erwisch : frisch. 85. wurd. 89. Haissewd wen.
90. wissent. * Das Komma vor daz gehört dahinter. 92.
\eut. 200. Red«. 3. mer : wer. 9. schier 25. traw :
getravv. 27. dieft ser : 1er. 29. hinter Leben scheint noch
baz zu stehen. 35. witz : ditz. 45. körnest. 47. witz.
49. vmdes* du. 52. erwirbesfw. 53. huld. 54. well. 57.
enlasz : Wa — strass. 65. \rui. 70. dan. 71. i'rag. 76.
Mang. 79. red süsz : rnusz. 81. hüt : müt. 86. Da. 90.
St. Tobias wird zur glücklichen Reise angerufen: nie St-
Gertrud um Nachtherberge. Vgl. XXXII, 380. 92. mä'ngen.
95. gehür : tür. 96. * sollte ein Absatz sein. 97. land : erkand.
303. ebund : stund. 6. wissewt sicherleicA : gedeic/e. 8.
wa. 12. geb (meint gaeb'). 17. enrficht wz. 19. tag:
sag. 25. Wan. 35. kert : lert. 40. //intz — begund.
43. erfreschen. 47. geblüwn. 54. seyew. 55. witz. 56.
aiw. 58. hörent. 59. 60 da. 60. an an. 61. clagf. 67.
riefln. 71. mar : war. 73. hat* : tä*. 78. nu meint niwan.
nie 500. 604. 80. Da 85. witz : sliU. 91. port : cihor*.
jfcscutcn. XXXVI. 681
98. helblings. 399. sag : behag. Nach 400 fehlt uol eine
Reimzeile zu der als überzählig bezeichneten, etwa: Ich
wil dich wol beraten. 3. land : gewann. 6. drey. 8.
ietlich?/. 9. swer. 10. a\z. 13. erd : werd. 17. gewu7^d:
fimd. 19. müt_: gut. 23. genatf. 24. aM. 25. merc/c. 26.
den. 29. Wen. 30. Iründ nimpt. 31. not: genöt. 39.
\ert : Da — kert. 41. land : gewand. 50. 51. Da. 51.
mer : wer. 57. du/rf. 58. gedenck. 59. hott. 60. dick.
61. gab ward: entlos — bürd. 63. früntlicß. 66. 68.
Da. 69. rett. 70. hetf. 73. t'rid. 84. */>e/s£?r unde. 85.
sprecht. 86. D«. 89. xnd. 92. wurrf. 95. Nackend. 96.
sag. 98. geläugwen. 500. nun ist niwan, wie 372. 1.
mochf. 3. tremrf. 4. o«. 5. schaff was. 7. bar«. 8.
Hättest du. 9. weres£ du v. gehür : tür. 20. rech£ lieft.
28. Da sät — mer. 31. komers. 40. pctf a6. 47. siill:
will. 53. daucÄt. 55. frissel. 6i gedacht wer. 66. sliess
in. 67. wer. 68. gedacht. 70. hauss. 71. begnnd. 72.
witz. 75. zierlic/*. 76. aine» zier. 81. * lies noch für ouch.
83. vnma'r : vier. 85. kürnual. 86. porfc'ual. 87. süng.
b. wen. 89. künnenf. 91. mint? — dew. 92. gafrin.
93. mü£ : frü/. 95. gamieriet. 96. küntf. 98. \wd. 601.
VTaz. 3. wena". 4. begwnnent. (nü tofe 373). 7. ll^ic
— war: deuche — swär. 9. stincA: : hinc/r. 14. erden.
16. Hat. 17. laffUen. 19. ho/er. 21. \\u\d. 25. alz.
31. Alz ich d. m. die ich. 32. alle. 31. künnenf. 35. wo\
Preisen. 37. ge nichtig. 40. wer g. 44. nam. 46. n/iez
////• i ilit. SO. 53. mengen. 51. weift : leib. 51. bewert.
56. vnraiw : maiw. 57. 58 Da. 59. wer. 65. Hit : sie/.
71. Wie. 77. volo — raut : spauf. 80. gelr«i. 82. näen.
_<!(/>/. 87« tr?/?. 95. mer. 96. besagt. 97. ermä'rf :
erfarf. 70<>. !)•/. 3. maint : beschämt. 6. recht. 7. ge-
selbchaft. 9. 'lies [Dax]. 11. recht. 16. Den. 21. trui :
mii. 27. Da 30. Wie. 36. Um. :V7. weg«. 41. lanrf.
')'). >/'/"i. 14. reich«. 16. wend 17. rerf. 50. haissf.
Wol Preaianl Frejszohn. 51. genennt : erkent. 55. Leb
lenif. 6J BÖ/ltfcbfi. 63. i;i'" frawn. </<-. gie"«. 65. mefl
o. mer er. 98. rai*. 69. uDgemtft:gür. 72. ir/7*. 76. entf.
XXXVI. Dtflfl warme Almosen.
II . , il . lh. , ,, , i 8anim/iJ„i/ (II ) l'.iT (,,/,,,,,,, .\i,-il,,i\i (( ) |2|,
H .. „.-, Sa,,,,,,),,,,., ( \\ Inabruektr Abschrift <l.i :.i:.
Ueberschrift i Hie fuhr/ si<i< an daz wattae almusen
i on ihm armen mini c. Van der frawn alnws{e)n. W. /.
— Hu- foiaenden Leearten gehören il '■>. hatte. 7. phlipt.
9. Wo. \i. kowde. 17. Eines. 24. Matt. 95. enhette.
96. Mm 10. ScAold. 31. konde. 3& ernte, 14. fori
in do. is. werft l& de wo. 64 selch*. 72. Do. 78.
682 harten. XXXV11.
Wennera liest. 84. begonde. 92. Wen. 95. do. *lies der
karge man. 96. \mb. 105. schöltest 7. schvlt. 9. Ab-
satz. 12. Und*? gibe. 13. linde. 15. 19. kein Absatz.
23. Sprech.
XXXV1L Die drei Wünsche.
Heidelberger Sammlung (H.) 129; Coloczaer Abschrift £C.) 130.
Würzburger Sammlung (W : hier als Münchner Handschrift JW2 be-
zeichnet) 40. Wiener Sammlung ( W$) 38; /VA/* rn der Insbr ucker Ab-
schrift (IS) Wiener Pergamenthandschrift (W^) 3o.
Heber schrif't: Ditz ist ein raere von drin wünsch ge-
walten zu einer lere. C. Ain mer von drein wünschen.
W3. Von eim man vn vö sine wibe. M2. 2. W3 M2
paider. 3. Wl grozer ungenaden. 4. Wl D. er uns lat
so armen s. 6. W3 M2 groze. 7. M2 selben, W3 selb.
8. W3 diu armuot (M2 din). 11. Wu 3 M2 Ich k. 13. M2
ode. 17. W3 vmb dein schuld. 18. W3 M2 Wider bring
ze. 20. W3M2 D. han ich gar (alz W3) m. d. g. 21. W{
son. 22. W3 Äabe g, g. 23. W3 M2 Grozer e. u. g. 24.
M2 gerechtes. 25. W3 CH Gert, Wl Gerten; W3 Wir
sein, W{ M2 wirs. 26. W3 geh; W3 M2 swaz. W^3 M2
fügt nach: Wir sullen die gir nu keren Mit alle nach
gotes eren. 27. W3 M2 Vnd s- 30. Wl Er siht an, W3
M2 S. er u. st. m. 32. Wl Daz wir sp. u. fr. ; W". 3 M2
fehlt beide. 34. W3 M2 si u.; W2 fehlt si(n). 36. M2 S.
ich v. minen 1., W3 S. i. v. mei 1., Wl S. ichs v. danne
den 1. 37. W3 M2 fehlt baz. 38. W3 M2 Baz danne i.
1. n. II. W3 M2 Do s. sis n. m. 42. W3 M2 raanten.
45. M2 Von w. u. v. gebet ( Reim von 47 J, W3 M. w. u.
von gepet (46 : 47 fehlt M2 W3). 46. Wl L. si ir 1. n.
r. 50. W3 M2 Und b. sin so I. phl. 57. M2 gehebt. 58.
Wl daz r. 59. IV1 allen tuot. 60. M2 fehlt michel. 62.
M2 din t. 64. Wl Mir ist i. daz 1. 65. W3 M2 gutes.
66. Wl Da tuot mir g. gew. an. 67. M2 bin. W3 Als w.
pin ich g. w. 68. W\ 3 M2 Als; Wh M2 Als die er. 69.
Wl mirs; PF3 iW2 mir ez ich sold; Wl so soldichz h.
70. Wl Er muoz. 71. W^1 in {statt dich). 72. W3 M2
Hinz er. 75. M2 W3 wilt. 79. M2 W3 arm m. 81. W3
Nu h. dir. 82. M2 sin. 83. W3 M2 Die w. alle dri w.
84. W3 M2 hundert. 85. M2 So h. du. 86. Wl Ob guol;
W3 Ob g. bei d. beleiben w.; M2 mit d. bei. 87. W3
M2 nu (statt so\. 88. W3 gahte, M2 gahet. 90. Wl
M2 fehlt Er sprach. 91. M2 die n.? W3 div. n. 92. Wl
312 erwendet. 93. W3 M2 Noh m. d. w. geb. h. 94. Wl
wol in. Darnach W3 M2 Und biten in niht mer umbe
guot er hat erfüllet unsern muot. 95. W3 M2 wir m. mit
fr. (M2 imner) 1. 99. W3 M2 bewant. 101. W3 M2 Von
feearten. XXXVII. 683
golde. 105. Wl Des — zeinem male, W3 ains Wunsches.
8. W3 ewikleich. 9. Wl- 3 nemen. 10. W3 M2 Oder; M2
feätf ze. 12. VF5 Äa Daz w. spr. 13. JF3 M2 nu mer d. ;
M2 ze vil. 14. W* fditt Na. Darnach W3 M2: Durch die
triawe, die du mir Leisten soll und ich dir. 16. W3
BP niht da w. str. 19. W3 M2 fehlt So. 20. Wl. 3 als.
21. W* M2 als d. d. d. 25. M2 Nu s. d. du den best,
so, W3 wol (:). 26. M2 Daz sin al diu, W3 D. wir sein
werden frawden vol. 27. IV1 Nu, W3 M2 Daz. 29. W3
Alls, M2 allez. 30. W3 M2 frawen oder an w. 31. W3
M2 In der w. w. ges. 35. Wl 3 itf2 uns. w. 36. Cfl wol
a. w.; W3 frowen. 37. W3 M2 mit dir. 38. W3 U. h.
wol b. g., M2 U. h. verre b. g. 39. W3 M2 niemen holt.
43. W3 so I. 44. W3 D. ez in deim b. w. 48. M2 in
ierm I. 49. M2 gerizzen. W3 Vn het si gerizzen nah
enzwei. 50. Wl 3 do W3 M2 Wie iaemerleich si. 53. W3
M2 Do si gehorten den seh. 54. Wl burgern, W3 lawt,
M2 liute; W3 hat 154 : 153. 55. W3 in. 56. M2 im seit.
57. M2 Wie ez; W3 M2 dem [statt ir). 59. CH ir. W3
Jf2Die drangen zu m. seh. 60. W3 M2 U. spr. zorniklichen
a. 61. W Erlosent. 62. M2 iezunt. 63. ir — ir fehlt; W3
M2 M. u. sw. si zueten Auf in si do rukten (M2 Dar nach
Im i sje do ruckten). 65. W3 M2 Als er do. 66. W3 M2
sines w. u. 67. W3 M2 U. dar zuo [= irn M2) freunde
dro. 68. W* M2 si. 69. \V< M2 Und spr.; W3 M2 D. w.
uns er M aller tr. 70. W^ " wurde. 71. VF3 Vn daz.
7:2. \\n Do oe teuer , W TM wttre; W[- ■ M2 ir laides n.
LW2 nihs nit mc. T.\. W* M2 Si w. der u. tri. 76. W3
H Nu: W* fehlt sie. 77. M2 feAtt niht; W3 gut. 78.
it >/ Der w. ir seit. rerj. 80. vasler; VT3 M2 In wer
beiden m. 81. W3 M2 dem manne. <S2. HA) M2 gar besch.
83. U M fehlt wart. S7. VT1 >/ was. 88/ H3 sein.
90. M '/ Die f.; HC »ölten; IV allen den in I., iW2
allem den in I. 91. w Uler laute ir o., >/ T. u. n.
die o. 92. u- ff1 Er wer über ander t. 93. iy3 jtf2
Mit \v bedonet. 94. iv »/ gehoenet. 96. n lud
ron groazem lakJ st. 97. n ' »wer noch. 98. Hri M2
gr. laid; is' • - 1 dan kür, */ darumbe erkör, Cfl drumbe
rerebor. 99. f// doch fehlt] \\ dar mW. 300. H'1
-it vergibt 1. »/ klagen. :i >/ Vnrehte red mrechts
ii. {. n I). i. wand.t.a. 8. n ggi enwiht 12. \\
w fe uro! e. in allen, H" im alle/. 1 '< ii'1 fremde, w
t.unij.- M /#•//// vil. 16. W >/ iriaer. 17. \\ w
friundc. 18 n dei \ 1 1 h. Kr.- n II hl unser herre
Jesu Ci 19. w aleine. 20. m m gar kl. . >/ hart Kl.
27:28. >/' /'-/'/'. ii ■ /»(/ rfafflr: Hie hat daz mer am
ende Gol \ na alle int li.ni wende,
684 fesarten. XXXIX.
XXXVIII. Weiberlist.
Straf sburger Sammlung CSt0 17. ohne Absatz, außer 239.
1. Eine — i\ch (meist). 2. * hinter list fehlt im Drucke
ist. 3. wie. 9. nettes mit (meist). 10. Do m. men.
11. einew. 24. lie. 27. sin*. 34. men — men. 37. werden.
42. do. 43. torn : vorn. 47. sü (immer). 63. tü/'el. 78.
Der. 79. D« — fridera : gelidere. 85. Zwischen*. 90, ta-
tent. 92. zuo eiw. 94. wüste o. soh'che. 96. lone. 106.
Mine. 7. gein. 8. do. 14. rot. 23. dohter (immer).
24. Azewt. 34. * gehelfen für helfen ist Druckfehler. 36.
do. 37. wo w«r. 39. kirche. 43. werat. 44. mache. 49.
waren*. 50. 51. do. 61. Do mitte. 62. ducke. 66.
hoererct. 79. Vn entrat e. eine h. 80. hoerewt. 84. het
dins. 88. ersehn. 209. Do. 10. vereine. 13. dirce. 14.
*diu für die ist Druckfehler. 17. Eis. 34. voerhte. 36.
alsu. 38. gelou&es. ir. 45. gettate. 51. solte. 52. het
{lies hat). 63. soltw dwz. 74. kunnen*. 79. erbeit.
XXXIX. Der Ritter und die Nüfse.
D resdner Sammlung QD.) 4- Wiener Sammlung (W.) 2\ ; lnsbrucker
Abschrift (7.) 21-
Ueber schrift: vnd für mit D. nuzzra W. Die fol-
genden Lesarten gehören D, ohne Absatz. 3. kündn. 4.
merckerct. 7. Da. 9. fäld. 12. nie" (meist). 13. kam :
näm. 15. 17. 18. Da. 15. vnd. 18. bet*. 25. gedacht.
32. netten. 33. püserc. 35. Da — nuss. 38. weif 40.
Da. 41. wind. 42. ain cratzot. 44. pet. 46. Da. 47.
gähn. 48. bedürftest k. angst ha&rä. 49. ligercd. 50.
*(wille) für will(e) ist Druckfehler. 51. vm. 55. VTas —
sweigewd. 56. glaubet. 60. Da. 62. Dort. 63. hang:
lang. 65. ein. 67. do:zo. 70. begund. 74. Rittest.
76. pfle^es* du. 80. Sü. 81. kurtzweil. 82. gleich. 85.
nwss. 86. angst. 88. * dir für ir ist Druckfehler, bedürf-
test. 89. her'. 90. on. 91. käwwatn. 92. sind. 94. Ich
für iu. 96. Helfierad — nusx. 97. niema*. 98. Da —
nuss. 99. vm. 101. begund. 3. wem. 5. bett. 10.
tal«g. 11. sünd. 15. schier. 20. pessere. 21. dem. 23.
wer. 25. mei — gieng : erslieg o. vieng. 27. bedenc/c.
29. Da. 29. 30. hrri fraw : schaw. 31. vnbesiw*. 32. wita.
* lies guoter wizze. 35. Was du talest talast g. 37. kern.
38. niemä* da vernem. 43. getrüwn. 44. Sü sp. du red.
51. rech* : knech*. 53. Wie. 54. Dennoch*. 55. pett
miwet : getrauet. 62. gesait. 65. mer : wer. 69. hauss.
70. kam schand. 72. sag. 73. Da. 75. begind. 76. vas*.
79. kerercl. 8t. räumet. 82. verdecÄt. 83. Da — gesät.
85. verholw : püm. 88. Da. 91. Vnd. 93. gü* : hüt.
iesörtcn. XL. 685
XL. Die Mairin mit der Gaifs.
Dr e s dner Sammlung QD.) O- Wiener Sammlung fW.^ 13 '■> In sb rucker
Abschrift (7.) ü.
Veber sehr ift : Von der schön mairin W. 1. — Die
folgenden unbezeichneten Lesarten gehören D; ohne Ab-
satz. 3. wai//. 6. nit (meist) 7. hut : müt. 9. * lies
spähen. 10. lachen^. 15. ow. 16. seyd. 17. kinw ir
prawü. 19. weng/in. 21. vnd. 22. sinwe\. 23. arm
sefrollen vno\ 24. vnö*. 25. hendlein. 26. grafin. 27.
still. . 30. hoher. 31. getagn. 32. mair. 35. hüt. 36.
haim. 39. pfarr — püra. 40. vnd. 45 \et. 46. on maus«.
47. selo. 50. möch*. 51. müt: gut. 54. *befser si (des)
niht. 56. freu*. 57. clüg. 59. Jkuw ritterlicA. 61. gauo.
62. nett nald. 65. Recht gern. 69. susz s. wa. 70. Da
— hüpscÄ. 72. ir d. u. g. 73. giena : verfiena. 79. stund:
tund. 81. Da — clua. 82. gern. 83. Wa ich nun (immer)
hin. 8i weil. 85. geswe//. 86. o. ir br. 89. hot. 93.
Besechcnd. 97. *iu für ir ist Druckfehler. 98. ciain weil.
99. Da. 100. da. *( lies ■ si Aö). am geng gaisz. 3. nacht»
(1. \\o\ff. 4. Sprechewt. 8. ma?r. 10. heltlenf. 13. altt.
wend steht hier öfter für weint, wellet, wollt, tind
lautet Schira bisch noch so). 16. mair ein. 17. da d.
hxxst. 19. wond si möch£. 21. Da — slolts. 24. mair.
■26. nU. 26, 27. da. 28. 29. niemät. 29. Da da. 30.
pal* 32. idt. 35. Dennoch*. 36. lug*. 37. dings. 38.
finstr«. '.VK Da. It. I<ir. 42. 44. Da. rieft d. m. /*ay
\\ft\ I. (also schrei im Reim). 45. mair D. I. hab£ ir 1.
M. gedacht : prechl D. Piz vns si jm gedacht 1. 48.
mayer aufl praehJ /. 19. Da. 52. alt. 53. irausz D.
tu/// du nana /. 61. 56. Da. 55. ganz prcaw I. 56. her
dan / abfitttr '>. me den! /. 59. rorig /. 60. rerlewil
/. verinrt D. vi\ B. /. 51. nier : s\\;'n />. Hie endet sich
dei m. /. 6& n allesw. I. [63. 64] i. alle« m. wen//.cnä\
\U. Der Ritter unterm Zuber. Von Jakob
Appef.
Si i n j > h u > ij ,■ i Siitiniiluiiij ( Si ) \S Meyers 8tvnmhsftg ( M ) .'{.
Uebersckrift: DU tti von der wibe UH st. ohne Ah-
oi 1. rof für wo\, lf. -. Dai onroste I. u. lt. .»/. 3.
etteMtht »/ i. Do mitte 8t. H. [▼«] >/. 5. yren >'. 6.
vil <l. perl. M 7. si'i ,S7. »/. ( nintirf ). S. iicmi'/t/ ,S7.
>/. der m. 8f. ni'-i'-// St, 9, ei« offen Iure >/. 10. i ////
s. ,S7. 11. nii/- tu. >/. 12. Ktnri teite /u «n,r, >/. 13.
u/zum si . w. 13. 1 I. Wie ei einer w. Diente mit bertien
rfl mit nn »/ 15« liefen/ 8t. >/. bWde rtn a. >/. 16.
beidei \i. möhti ffrein M. 17. fm b.j M. 18. (;r M.
686 foarten. XLI.
mohte St. M. verholen ( : verstoI«nj M. 19. körnend sü
beide zu M. 20. So w. St. 22. [zw.] by ein a. M. 23.
wer«te manigen M. 24. War ist az ich üch sag M. 25.
he(a)tte M. St. drig«:ds sige JT. 27. sü rfo b. M. 30.
31. g. neme d. e. Du rchter M. 32. Vfi spr. ztt iwie weysfu
M. 33. Was &f. dilti« M. 34. grosz« vnse/ikeit M. 39.
wart (immer) — do St. Jf. 40. 41. lr süllent sin keinen
glouben han Sü hat nieman liep denne M. werlichi&l.
42. Dz wolt« ich swer«n M. 43. vn ouch so 3f. 44. nit
also t. itf. 46. /?«£ es g«tribew me denne e. M. 47. öffenl.
♦Stf. -lichew M. 48. «//er menglich in der M. all« »Stf. 49.
vfi ouch m. M. 50. Dz lastet* M. 52. [nu] M. 53. Do
sprochen£ (öfter) sü — ittt jtf. 54. [nu] wissen M. 55.
kürnen M, komen Stf. 56. mornett St. 57. etwar M,
e«ew«r : her St. 58. n. kume M. 59. ja.] M. 60. So
went wir für« dt« tür« M. 62. *Sö für Du ts£ Druckfeh-
ler. Vn hör« m al M. 63. kein Absatz, schier St. 64.
Moro«tt. do M. 66. Vn o. d. vr. wart M. 69. W«nn« ich zd
M. 71. ein solicÄ g«oot M. 72. nüt >Stf (meist). Des ich
n. m. g«lan M. 73. IcA k. i*T. 75. Absatz, wie was seist«
M. 77. [do] St. mitte St. M. 79. Sü sp. [grose Ätf] itf. 80.
also alleine M. 81. bli;t M. 82. w«nne i. d. vnsanflt e. M.
83. itt lr. so riet sü ime St. 85. W«ttne sü bj. M 86.
vmb M. 87. irett St. an sinen mimt: hertzen grunf M.
89. m. vil 1. w. M. 90. m. hertze d. M. 91. g«dohte sü
da; haim«l. M. -lieh« St. 92. [wen] weresfu M. wersl St.
93. jzar wenig M. 94. iYu müsze din d«r iW. 95. So wotte
ich han hie gtft 31. 96. dem« — ges. M. 100. wart Stf.
[vil] M. noch Jf. Stf. (öfter o — ausgesprochen a — für aj.
M fdükrt /'ort: vfi bald schosz im in. 1. w. bl. M. 2. er-
weitert M. 3. Hin brt/der h. d. b. Jf. 4. [Wan] M. 5. Er
sp. geha/tiH. 6. denne M. 7. W«nne — hin. Jf. din«Stf. 8.
Sü St. 9. kein Absatz. Also do d. M. 10. [w. do] St.
14. 15. Der r. sp. wol dz m. g. ie ges. Vn wart der meren
harte fro M. 17. Vit k. d. n. balde d. Jf. 18. würten
M. schone M. St. 19. in u-ilkumme M. 20. Sü sprach
vr. u. [1.] M. 21. sülte St. Wir süllent wunnettelic/* M.
22. g. u. h«t dz gilt g. M. 23. het g. M. 24. süllent
St. M. [g.] Jf. 25. [er] 0*. 26. h«t M. 27. 28. tr. im d.
vil gute sp. Vn pflag sü mit gute flifze M. [29] M, wo da-
für nach 30 Was ir gebielent dzsol sin. 31. suMent St.
32. sin* St. [31. 32] M. 33. Vn w. M. went St. M. sol
M. 34. Do St. Ich wil mich in truwen laszen sehen M.
[35. 36] M. 37. 38. Duncket es üch wol g. So s. w. bede
sl. g. M. Wwr süf/«nt St. M fährt fort Sit man es als
gedencken sol So ist die naht kürtz dz wissent ir wol
(aus 135J. 39. gerttt St. Was ir gebietent dz sol stn:do
hin M. 42. Ein«s — [da] M. do St. 43. Als« m«n St.
Lesarten. XLI. 687
gyuesit 2tf. [145 — 54] iW. 48. one. 51. scheidendes (meint
scheidenwesj. 53. selbe. 54. dahte. 55. Des was d. w.
her w. M. 56 — 58. h. sine bruder mit ime gen Die st. i.
do n. bv Mittenander trv M. brwder drige:bige St. 58. ime
do. St. M. 59. horestuili. do : yo M. St. 60. Enrfruwent St.
61. sü öei'tfe do inne M. 62. triegen* S£. M. 63. Ich höre
den m. vrä. d<f.v w. M. 64. Zwore es itf. 65. brnder >Stf.
[so] es i. M. 67. a/so s. M. 68. Owc miner ere M. 69.
wor St. 70. Do St. Dz i. verbärge M. 71. [vil] M. 72.
Do St 31. ussen M. 74. Do slieten S£. Dar u. sl. JH. 75.
do n. tr. ilf. 77. Nackent verb. M. 78. h. wie 1. were
M. 80. Also — Sicher M. 83. gesach M. 84. Doert St.
Der w. do m. M. 86. [vil] St. 87. zucket d. ture vil
seh. JE. 88. frungen* St. M. 91. do inne M. 92. Sü v.
die ii inckel alle ler M. 94. Ds wart d. w. g. -wol z. itf.
95. [dinne] v. M. *erv. für env. *'s£ Druckfehler. 96. Zünde
— der trafst 31. 97. Los — dis g. M. 98. 99. dem nie
d. m. den seh. Tut an güf M. 200. vmbe M. 1. wwrttin
M 3. * erb. für enb. ist Druckfehler. 5. 6. falle« Ich
höre gehöret i. knllen M. 7. tribent St. Das ir mitten
,\nder hant M. 8. w:«s usseivendiy an M. 9. •namen^Nt.
.»/. kl. n. .>/. 10. horte — Mafien M. 11. Jtortte. Die
frone sp. !o Jlf. 12. go£ v. h. rieh M. 13. hant Si. M.
14 ;i. >/. 15. Vsz demme tröwe — inne I. M. 16.
<iro/e ,S7. sorgen M. 17. Fn wone iW. he£e St. 19. Do
»/. rerfe st. (.'»('nv.ms St. üf, 20. 21. Wemie — gütz M.
22. Vit k. M. 94. So kunt- zw M. 26. engeltc St. 27.
Wesen M. 28. [o.j M. 29. Wanne — keiner M. cinre
stund«' St. 30. an m. u nie M. Nie u. an m. beyunde
st. 31. Finden liez z. St, Was z M. 32. i. dir m. M.
33. bei ->/. hatte ein St. 34. so ich >/. 36. £r b. mit-
lem al /• M M. dine«< .}/. 18, imc st. 44. ang. St,
rngerfingenl .)/. 15. /ü r. br. .>/ 46. rma .»/. 18. Der
« ,/,;- ip, |9. Ins mI .)/. .)(. i/i oticA pft h. iW. 52.
brooderu st. \\\. bfoes ^. .)/. 55. /'>'« w. irtl 1. M. 56.
Ermordete d. m. sr//,rs I. >/. 57, Do St. M. 58. gofte
SL M. 59. 6eer kr. .sv. 60. Bige*cAaflt .»/. 61. kein Ab-
mix. -1/-NS »/. 63. 64. rfl o. den brüdern s. MiiecAgatell
rnd ander w. .>/. 65. r. sei 8. >/. 66. Sil ir. .»/. 67.
schalle v^- ->/• 68. es für doch >/. <ü». tu. [do] kleiner
>/. 71. l.mrr st. Wmme <-. >/. 751 De St. M. 73. i.
w 7i. Dl Ii c bar vn ooeh ümmt >/. <-. "//'s /t. ,S7.
T'>. Weawa "■ deiaaie >/. ~r>. Der j*f. ao inoebei m. 77.
l//s|c ,sv. ei dar i ff M. 7K. (1// A*ft für d.isi Jf. 79. M
für dea »/. so. \„ ,,, der d. i. at 81. NN'-nin- - dar
ii. >/. m. [cht] >/. ni. hu tindeat in niergen a. ^/. do
9f, 85 \v inne- der u. fliehen >/. ^c>. dti fdr m. 0. M.
■S7. Soocheai du [in] St. \>\^\n >/ 90. Er sp. ar, m. ahn-
688 iuarttn. XLJI.
m. M. * lies \\i\tu. 291. einem t. %löbe M. '92. Noch s. St.
sint — bet. M. 94. [d. w.] er hat geh. M. 95. Alles dz
w. h. M. hanf St. M. 96. Zwor i. i. lange« M. 97.
Wenne — vr. Jensen t. M. 98. 99. Doc/t müsz der vil
gehüre mit glückheit w. v. uch M. 300. Wie — hawt ££.
M. vil ir t>/" ÜT. 1. Do sp. d. w. 1. fröwe min M. 3. Vn
hette M. 4. wer« sicher diner M. 5. sur*w. sammer M.
6. Do M. [so] St. vsz dinem sp. M. 10. verstandener iW.
12. werdewt St. M. noch b. bei. M. 13. offenl. Sf, -liehen
M. 14. AI« begunde es ietzen t. M. 15. kein Absatz.
Do n. g. nohe do 6*/ itf. neben£ St. 16. Ein gar »i7 kl.
br. M. 19. 20. Waste .Stf. M. oweft w. M. sü fär bede ££.
21. gehört M. 22. [gar] M. 2i. Do Stf. M. 27. ATu wo«e
M. 28. gawa hin an M. 29. miner M. 30. Vn br. vns
d. z. h. ^«rfer vsz M. 31. nehtm »Stf. leich : verzeich M.
32. m ir nit g. A7. 34. garat St. 35. Gent Stf. 36. War
{öfter J muesera£ St. 37. wurtin M. 39. Saa diner —
si^ehaft M. 40. 41. Vn sag in das es sige sache schaft
Vn das sü m. M. 42. So getet sü m. M. 48 Wewt St.
56. men fär ich St. 57. gelouberct Stf. 64. hawt St. M.
65. muezeat St. M. 66. [mit] M. 67. Wenne M. 68.
Do sjr. M. 69. Würt [meint wirret) miner M. 73. Wie
St. 74. seh. woAe M. do St. M. 75. 76. Do ging die b. b.
hin Vn stiesz ein für dar in M. 77. so St. 77 — 80. Do
man des füres do befant Do schrei man fürio all z. h. M.
80. *befser der. 81. 82. Do k. d. w. g. dar Vn sine brueder
alle gar M. 83. \h lieflewl M. 84. d. vü g. M. 86. Zu
der hindern turew M. 87. ime M. 88. Vn bat g. dz er
in solte b. M. 89. an den m. M. 90. Hie M. do St. M.
91. frem Absatz, [so] M. 92. Dise St. [m.] M. 93. kün-
nen£ S*. M. Hie hat der ritter vnder den zubber ein ende
got vns allen kummer wende amen M.
XLI1. Die treue Magd.
Esche nburgs Handschrift. Ohne Absatz. Die unmittelbar voranstehenden,
und bei Esphenburg als Eingang der Erzählung gedruckten 38 Reimzeilen sind
ein gar nicht dazu gehöriges Gleichnis von zwei Rosen auf einem Aste, deren
eine sich mit der Sonne schliefst und erhält, die andre offen bleibt und vom
Nachlthau verdirbt : schwerlich auf 202 zu beziehen.
7. und. 10. kbjeh. 14. han für dan wol Druckfehler.
19. der eyn. 20. vgl. XXXII, 380. 25. *lies skriver. 28.
yarra. 30. * lies dem. 57. yewehman [meint wol einich
man). 67. dustern ist Hochdeutsch tschostieren. 69.
steten. 71. 73. und. 74. mit den in zwei Zeilen
abgesetzt: vielleicht fehlen zwei Reime. 78. helbw. 81.
85. ritter. 98. tzartsen. Richtiger 267. 111. kerw : le?*n.
14. 15. und. 16. holt 17. per£:wer£. 18. hete. 19.
mwder. 24. des tobet. 29. * or ist befser zu streichen.
paarten. XLII1. 689
134. growen für groten? auch 175. 36. rüge. 42. und.
65. * ist das Komma hinter verne zu versetzen. 68. die
Sonne hat ein goldenes Bette: wie der Lindwurm
auf Gold liegt und dadurch sich nährt , wächst und
gleifst. 69. euer. 85. megefin. 86. 92. und. 94. perf
— sporw. 98. sinnt. 202. deme des morgen sint up. 4.
hanf. 6. myf fogentl. 9. 10. *groete — dot für grwte —
dwt sind Druckfehler. 13. ntz. 15. noflick. 18. gy. 21.
ju für wu? 27. mac/ien. 33. hertze. 44. 46. was. 48.
aventlang entspricht dem tagelang > tälang : noch Nieder-
sächsisch aveling abends, gegen Abend. 49. nnd. 53.
'rermiden für vormiden ist Druckfehler. 54. 61. murf.
63. myf. 69. ge. 71. raufe. 73. myf. 75. sege. 79. yd.
80. per*. 87. g\. 89. perf. 91. molmezie — drang:lan#.
93. frage. 96. blavnder. 99. hanf. 302. gy. 8. \nd. 9.
sali. 11. dar to/tant : vanf. 19. warf. 21. ysf. 22. #y.
39. wand. 43. se^en : le^en. 44. mnd. 52. safz. 53.
mufe : gufe. 55. hufe. 57. hant. 58. dar toftanf. 61.
scriu erere. 62. juwre. 63. mnd. 64. dof. 68. 73. gy.
75. vrunfl. 79. vorfriuen. 80- mnd. 81. hand. 91. er-
were. 92. wen/. 95. gy. 96. hanf. 97. dar fobanf:hanf.
401. vangen. 7. sege. 9. enlsc/tlapen. 12. sats. 20.
werf. 21. ejyn. 21. segcn. 26. lege. 32. werd. 38. lanf.
41. ore für cme. 42. hant. 43. scgc * (mm für min ist
Druckfehler . 14. sehest u. 45. mochst — se#e. 47. sege.
50. und. 53 häuf : hanf. 55. scgeslu — hanf. 59. und.
62. werf. 68. hanf. 70. fo. 76. hir. 77. daU. 81. gluf:
guf. 82. mud. 89. wert. 92. ouer. 93. want : hanf.
§5. werwe. 503. baf : raf. 8. mud. 10. vnste. 11. 15.
h m/ \ani. 19. hufe. 21. want : hanf. 23. guf : gluf.
26. yd. 28. magef. 30. saU. 31. hanf. 34. 49. 53. werf.
M. g\. f6. dyee». 51. etwa fune fgr schune zu lesen?
97. Nf. öS. reyf. 65. fter de sere. 74. fogenlick. 79.
'mif /»r mid ist Druckfehler. S2. * <1< r ftfr de desgleichen.
raunt. 84. SO. ,/\. S!>. Wal was. 91. mniii'ii. 95. want:
vanf. !)7. vl\.s. 600. Ic/iun. 3. *Godf0r gud ist Druck-
fehier. s. und - magef. 9. rruchteden. 19. magef.
11. uA. Am Schlujee lieht: scriptum in liaonia per ma-
\w\-> Johannii post creationem mundi 7231, dai ist 1431,
// " unter //r/u fugenden Gedichte derselben Handschrift
ri, u ihm dieeem Schreiber eteht,
XIJII. Der verkehrte Wirth. Von Herr and von
WÜdonie.
.1 ■ i, i u i <■ i 9mmmbtn§ Bi 2 IT1'- oi,,i< Ahiai%.
i. Abentewr. >. So deichte. 10. rcdter« 97. ly
Chnmer) vi. cmphie (immer). 35. sdwen. 38. entgalt.
». d. //«;•» , C.iiaaLk.Qttatr. 11 • '
690 Lesarten. XLIII.
40. gab im. 45. euch (fast immer). 46. empoten. 48.
vnd. 56. kümbt. 62. ward (immer). 64. *wang. 69.
Wo. 71. rntz. 72. 73. 82. Da. 83. Höret. 84. Derwische*
* (das Häkchen vorn ist Druckfehler J. 90. one — on. 93.
rweff. 102. bedarfft du. 3. wisset. 4. der mein her. 6.
wirs£ du. 13. vnd. 31. rentier. 36, küsse«. 59. 69. Da
— vnd. 74. teuft. 76. *bejser fällt beeser weg, und bleibt
«ntriuwen. 80. swnst. 85. Redt. 86. kumo. 96. werdn
* (befser werden?). 201. yemand. 2. erwachs. 7. vnd.
20. kumb. 21. wo : rigl do. 30. zug/cet. 31. schöew.
33. an#st. 38. da. 43. solt. 46. * lies gen. 48. pwesse
e/wphan. 54. em bekannter Sprach. 63. zwang ir w<lngc.
6i. Da. 65. erwache*. 67. rüe. 73. ewr. schnüre. 75.
ewr. 80. from&den. 83. 84. Da. 89. ewrn. 91. ew;.
92. wohin. 97. * vor ze ist zuo im Drucke ausgefallen.
301. solt. 5. ewr. 20. gestrelt. 21. ewpern. 25. verloren.
29. seger. 31. erschracke. 47. swechet. 51. man«. 52.
cwr/*: 5fc. solts. 62. mare.
XLIV. Die Beichte.
L afsbvrgs Liedersaal XXXlll. Ohne Ueberschrift.
5. folgt -lag : klag. 6. gan# (wol Druckfehler). 9.
Dez. 11. Absatz. 12. ki/chen. 15. vmft. 18. gern. 21.
Absatz, hern. 28. örüü. 31. Absatz. 37. müh' solU.
40. nütz. 49. bück — schösalin. 50. drü stösalin. 52.
hao ich. 55. kondiger. 56. hestu. 57. Absatz. 58. hübst.
61. klencs. 62. sch«n. (61 ist etwa umzustellen: Si het
an ein hemde klein). 63. ir irem. 70 vielleicht ungebär.
74. kein Absatz. 75. Wo. 78. wiben. 83. wewd zwingen.
XLV. Der begrabene Ehemann.
Heidelberger Sammlung (H.) 266; Coloctaer Abschrift (C.~) 131.
Ueberschrift : Ditz ist wie ein man sin wip begrup
lebendic ysan. C. ysan H. Die folgenden Lesarten gehö-
ren H; ohne Absatz. 6. Dunerc m. 16. wirbesfv 49. Da.
52. mitten. 54. gemacht. 57. mitte. 65. v/7. 66. Hetes*
dv — gemacht. 83. dar mit er f'vr. 84. h'be. 85. Gewinne.
Das n von nimmer ist übergeschrieben. 88. so desgleichen.
91. vn. 112. Getvs£ dvz. 16. * verkam fand sich auch bei
nachmaliger Vergleichuny der Abschrift mit der Urschrift.
17. noch. 18. bego/ide. 19. umb. 21. Sie. 23. vn. 25.
gmch. 30. [er]. 33. Wart inherze. 34. *im zwir als wol
(ist aus der Hds. zu berichtigen). 35. sie. 40. * die Wie-
derholung von ouch wol ist Druckfehler. 46. sie. 56. dar.
66. Soldes/ dv. * lies tüsen£. 68. Da. 70. bezzert. 79.
jCVsartcn. XLVI. 691
ev/t. 180. Einez. 82. gesehen. 84. meinestv. 85. bis? dv.
90. Gmch. 94. Da brochte. 200. sie. 3. sie sine. 4.
lichnamen. 7. sin. 8. schön. 12. leider m<ere? (denn
daraus ist leider abgekürzt). 13. Dvne» solt. 14. be-
gowde *("/*e.s begundej. 15. 20. sie. 20. vn. 24. *wile für
werte ist Druckfehler. 29. 41. Sie. 38. begonde. 42.
Vn. 45. lichnamen. 47. vn. 51. Die. 55. sateet.
XLVI. Das heifse Eisen.
Heidelberger Sammlung (H.) 131, Coloczaer Abschrift (C.) 132.
Wiener Sammlung C^O 13» in sbr ticke r Abschrift C^O 16- Dresdner
Sammlung QTt.) 6.
Ueberschrift: hais C. Ion dem haizzen eisen W. 1.
D. Die beiden Zeilen in D gehören auch hieher : Nvn
sechnt mit welchm lüge Die zwey dz haiss eysn trüge.—
Die folgenden unbezeichneten Lesarten gehören D. 1. fraw
— im». 2. chrndc H, chind. 5. schön* — irümfcait.
7. H'z e. schöne man z. 8. Da H. sorg — [be]. 10. m.
also. 11. mir fdesj. 12. du in mir andrti w. n. 13. 14.
wölt i. also scr Vrn dich vord. i. mer. 15. [des] seift.
16. wereflr, 19. liebu iraw. 20. Ich fteger kainer dann.
21. lieb ob «lle 1. 22. vngemer //. Oder i. müsz sein e.
offner d. 23. dcheine» H. Hab i. kain den. 24. g. Ion
D. zeicA. 25. sv/chcz ff. sölh'chez wit entü. 26. bis? dx
H. D. lieft. 27. d*/j H. v:i\ d. sein b. 29. begerst : be-
wirft 31. zartn. 33. vn t\st dv //. \nd. 34. kaim m.
ii. [35. 36]. 37. Gehandlot vnd i. wesen. 38. gerich?.
:\\). Das. 40. Bai« //. D. A. recht 1. — fze vr.]. 42. [r.]
S3. U'az liebi. \\. 0» schule/. 45. n. v. d. 46.
w. aber <l\ //. wiliu m. tfez. 17. Daz ist ein ewiger h.
//. 18. Das lostu ii. wenn vin. %%. andru. 50. hast kain
acht. 51. red i. "". 53. Den das i. erwirb. 54. wil t. a.
55. i. gerfeat*. 56. Nil lenger ich das vertrag. 57. Ich
wil dira n. 58. jeez. 59. I>;>/ u. damit beschäm. 60.
h h i. aisi. 61. nunc deinen. <>2. ander «an //. Vnd zu
dir Itain ander. 63 Nor// n. g. andern m. 64. |^r<-|. 65.
Zweite //. italn wurdn. (»7. Do //. Das — seine rechln.
66. he*. <>•'• <lw< //. deiner trui werd gewar. 70. naigt.
71 I>" //. />. 72. [Vor]. 73. iie //. 7'i. sei» — enpfand.
76. '"-\\. 77. [dir] ra. I. vnd m. I). danok //. 78. gewo*.
70. ie ir. trifte*. 86. c/ dane /"'<• s. //. VI sehr. D.
~i\). ho. \ n alz d;i/ da der man Volbracht Int \n getan.
81. i// l. rie //. Da lies« <-»■• bi. Hi. »// rotba ich j. K.'i.
KebaltA. 86. laUch* an. 87. dir schön. 88. ums/. 8!).
km*- 90i N« t immn) — gepet. M. »In o. |m.| 93. statte.
Ich gestaM "»:. [hie] geschechfi. 94. dem iran. 96.
692 $e*axUn. XLV1I.
solt. 97. [ez] wimer kern. 98. [dir] ie getät. 99. [doch]
w. [wie]. 100. du ze t. ma\h. 1. mir 1. den. 2. nw las»
dem claffh. 3. Dm wollest. 4 [zwar] a. wirt o. dar. 5.
Dvnew H, Du — [sin] D. 6. Bvnen m\gst H. [iezv] D.
7. er ez — fwir. 8. Vn H. D. glvtez H. ser D. 9. let
— im o. 10. heb. 11. weil ez d. hitz. 12. Wann ez i.
D. \z H. 13. wärlich. 14. heosf — lichn. 15. Du.
16. geseU. 17. [v.] c\ainer. 18. tun i. die weil i. 19.
20. Du last ez durch mein gepat Was i. ye lieos d. getät.
20. gewers£ dv H. 21. tanck m. damit D. [mir] H. 22.
[nv] — hit. 23. [sich]. 24. Menger ding sich enthaltn.
25. st. m. u. starken 1. H. 26. seyera w. plödu. 27 \ 29.
30. im/geno" — enthaltn w. 28. kraft. 29. sie t. vn H.
vnd D. 30. den dingrä. 31. kreft. 33. niman H. 34.
e^ew. H. 33. 34. ettwen w. Vn vns in sünd sencken.
35. Da vor H. gib — aiw D. 36. Vn n. kain. 37. Den
d. das — verj. 38. gerichf. 39. Vn d. 40. heb. 41.
trvt geselle H. 42. Dax — bitt. 43. gediew ich H, wil
i. verdienen D. 44. w. i. 45. du ez yc getä£ : stät. 47.
hertz Heb. 48. trüwer mineclicher. 49. Vnde H. Hebt.
50. Wan du h. w. an. 51. Ob — rfry. 52. [so] H. [zv]
m. tan 1>. 53. So tu noch w. [v.]. 54. verdien — vrä.
56. balde H. 57. man — swi : pfund drui D. sie: drie H.
59. pfenig n. w. 60. Du ez. 61. Von m. 1. sey geschec/m.
62. [h.] sechn. 63. A. recht 1. ich d. 66. gib m. vor.
67. vor lan. 68. red D. grcvc H. D. 69. Spr. [t.] 70.
[en]. 71. Ich t. d. sicherlich. 72. müst — von. 73.
nam si in. 74. übel. 75. [l.j seh. m. grozer u. H. vn-
gehao : ab D. 79. wol* H. 80. 81. sie H. 85. Do D.
hört H. D. vn H, vnd D. 86. Mit — da. 87. deiner.
88. s. du ez dez. 89. furpas. 90. Vnmerer i. dan. 91.
das dz dir. 92. zu aller. 93. Nv hast n\ H. 94. vn H.
— In H. folgt unmittelbar hierauf, ohne Ueberschrift,
nur durch einen gemalten Anfangsbuchstaben bezeichnet,
eins der „Beispiele" aus Strickers „Welt" (das Bei-
spiel von der BurgstalQ; vermuthlich auch in C.
XL VII. Das Schneekind. Vom Stricker.
Wiener Sammlung (WJ 37; Insbrucker Abschrift (1.) 3- Lafsbergs
Liedersaal (X.^ CCXLIl ist eine völlige Umschmehung mit einigen Ueber-
bleibseln von Stricheis Rede und Reimen. — Mafsmann hat seine mir %um
Abdrucke mitgetheilte Abschrift aus zwei Wiener und einer Münchner
Handschrift entnommen- Vgl. L.
Ueberschrift : Daz mer von ainem (dem) sne palln
W. I. L. beginnt mit Sprüchen und vermehrt die zum
Schlufse, die Erzählung kürzend. 1. 2. Ain man hett
ain schon w. Du im w. 1. sam sin lib L. (5. 6). 12. n.
ftiatttn. XLVIII. 693
vi\ manger tuot h. (10 . 21. 22. er si d. m. Wer de3
kindez vatter w. Z>. (15. 16). 25. 26. Dez lait ich in d.
m. Do wart ich s^anger ze stunt L [25, 26]. Der Schnee-
sohn wird im Heidenlande verkauft, und der Kaufmann
sagt, er sei in Aegypten von der Hitze zerschmolzen. L
schliefst Cmit Wiederholung von 3. 4) Der ist gar ain
wiser man Der lug mit lug gelten kan.
XLVIII. Die halbe Decke.
Heidelberger Sammlung (_H.) 48» Colocz aer Abschrift C^) 4i. Wiener
Sammlung (W.) b; Intbrncker Abschrift Ql.~) 5. — Dresdner Sammlung
CD.) 11 15/ eine gan% verschiedene Darstellung , von dem Huf f er er. Lafs-
bergs Liedei saal QL.~) LXXVlll ist abermals eine ganz verschiedene Dar-
stellung.
L'eberschrift: ist — buzeC. Daz mer von dem chotz[e)n
W* /. — Po dem rittet mit dem koczen D. — 5. unver-
zagt ; unversaot C. 14. [manic] H. 15. bei williclichen
ist cli als Berichtigung übergeschrieben H. 16. [vn. o.] C.
19. 'bejser sali* : gezalt. 25. Ynd — gante C. 27. * lies
So. 28. einem H. C. 29. Vriwclichen C. 30. trüge C.
32. Do setzte C 33. w;az C. 36. kan machen C. 39.
menschAeit C. 42. sie H. C. 45. Vnde C. 46. Absatz C.
47. s'ch)migen H. C. 49. gestriwet:gelriwet H, gestrewet:
gevrewet C. 50. seiden C. 51. handlunge C. 56. Dem
f. 57. libe //. 61. vn H. 62. Swa ez C. 68. vn H.
70. anders- C. ~i\. wurde: bürde C. 79. blozes C. 82.
breit C. 83. wunne haft H. C. patriarcAen H. C. 85.
sollen C. 86. dienst C. vmb H. C. 93. vrisen H. 94.
agen //. ('. kalten C. 98. Gelorst /f. C. 105 truwe C.
7. Aem 4A#ate. //. C. 14. solf <v (dv, f/. C. 15. rvchcn
//. 23. Ynd neme C. 37. gnvc //. 4i. bcgonde C. 49.
er nennet (?. 52. enen C 54. do //. C. 58. gedenket
//. r. vgl. 285. 60. wer f. 64. rfranea //. C. 68. dv\m
H. C. 09. rrog //. 72. die* P. 73. minem C. 74. nie-
mnri C. 79. Will ff //. 82. kvn,/ //. 89. Ar/n Absatz
II ( . 201. triften //. 2. gescheAen 0 8. ver gib C.
11. fach C. 16. reibe //. unr/e C\ vn //. 17. Beifre C
firoi nvr Druckfehler). 24. rad //. C. 26. war c. 27.
l'nde t*. 31. er für der C. 34. Er pelzet C 35. kleMen:
[i/'/cii //, 37. Dtf honig« c 40. kein Absatz. //. (7.
'*:{. geschehen C. \>. getarfet C. 16. getafel u. C. 53.
den 0. 00. endei //. C. 62. wil« C. 68. trade //. r.
Ti» / TT. So. s< ii. //. c. 7«. Und*, Bf. sie C.
85. gedenkel ntifof icoJ gedenft1 '/; u fa l'is. 90. blinlC
'»'>. Rnez C. 101. ei k igel er C. 2. er pal r.
694 feearten. XL1X.
XLIX. Der Schlägel. Von Rüdiger dem Himthover.
H ei d eiber ger Sammlung (H.J iß; Co loczaer Abschrift (C.^) 4o- Dresdner
Sammlung (D.) lö. Wiener Sammlung C^'O 32; lnsb rucker Abschrift
(!•) 30. — Die erheblichsten Lesarten der drei ersten Handschriften stehen
schon unter der Ausgabe dieser Erzählung , uo die mit H. bezeichneten Lesarten
auch für C. gelten. Die folgenden unbezeichneten Lesarten gehören Di ohne
Absatz.
Ueberschrift : [mere] C. Von dem schlegel D. Hie
hebt (sich) ein das mer von dem schlegl (s/egel) VF. 1.
1. hört. 2. ding. 3. nü (immer) Aergand D. gesehen C.
4. ains *(lies eines). 5. Ru(ü)dtger C. D. 6. £z i. e.
tugenthaftes. 7. 8. Unde C. Jungen u. a. z. h. g. So
werdn ir tailhaft sä'liges mut. 10. \nd ra. du e. 11. d.
daz a. se.v beh//t : }ngent vngnt. 13. Wenn — kindlein.
14. die tr. C trui D. 16. vrelt vil ser. 17. Vn das si
tägliches. 18. tugend. 19. D. si w. w. gehuir : tuir. 20.
Nemet D. Tester t. C. 21. mag m. iitg. 22. verneinet.
24. Er — keuf C 27. wert (immer). 29. vn pr. C, v»pr.
H. 30. lobes. 31. umbe C, vm vnd vm D. 32. VTa.
33. -Amcä h. 34. Zwu H. C. Zwü töchlem D. und tf. C*.
D. fune C. 35._Igfich H. C, Ietlichs D. bestattet H. C.
36. gut. 37. V/7 das — in. 38. Vn tfas in nich^z. 39.
kam. 42. dacht C. 43. all gemain. 44. m. in 1. allain.
45. Bes. on. 46. Vn m. 47. b. norden a. 48. Und C
vfi /f. B. 49. ran C 50. Meine. 55. sei. 59. [des].
61. er in n. 62. geo C, gab J). 64. Land (meist). 65.
[dem] 1>. grafc : stao C. D. 66. g«n. 67. m. h. C. 68.
evh(ch) H. D. C. (meist), geben C. D. 69. mir nu C.
70. [en]zäm. 71. [o.J D. lichte C. 72. auch für nu. 73.
meiw gros*. 76. he&t C. 77. nach. 80. Daz. 81. erzaig.
83. hend ennf. 84. wiste C, wiset D. 85. vnd H. D.
86. sine« H. 87. stunde C. 88. Ob. 89. alle. 90. Die
iceil vn ims. 91. [w.J. 92. Hintz. 95. Vn H. D, Und
C. merck recht meine. 96. vor //. C. 98. wi/. 99. haft
C. D. 103. sey. 5. want H. C. Ich furcht daz ez in 1.
D. 6. [nam]. 7. [da]. D. klopfet C. 8. schnell. 9. snur
und sun für C. 11. Unde C. 12. matra* C. 13. [vil].
14. Ynd H. C. 16. ?/;a {immer ohne s). 18. schickte. 24.
mrge H. 25. [und] — ettlich. 27. [DazJ. 28. sprach
— 6ew. 29. 30. jungen ist anstatt üben versetzt. C. 31.
seh. er o. 32. kam. C. D. fun er da k. D. 33. Unde
rurte C. ring D. 34. kamen. 36. der für ze. 37. Unde
lie/'C. d. vatlerD. 38. schön töppich. 39. und edeln C.
24. er auch des. 43. ain e. 44. sprach. 45. geswi/ten C.
46. Unde C. do /f. C. 49, *t?or Du isf Solt, ausgefallen,
durch Druckfehler: D allein hat es. 51. sprach — [mir].
52. [ein] o. s. t. 53. tohter C, töchlern D. 55. gebn.
57. mit. 59. da. 60. er da kam. 61. Unde C. klophet
iwarttn. XL1X. 695
C. D. 162. liez ff. [ouch] C. ff. al ze C, ze D. 64. do C. im
da gütez. 66. Sie C (immer)- 68- Wie C*. 69. Sw. u.
attdl r. 70. Ion C. D. 71. m. schon D. v/1 ff ff. 73.
kein Absatz, er von. 74. er do kam. 75. in vollem. 77.
Und C. 79. Töppich. 82. Unde /f. 84. Getempert C.
[wolj ff. C. 88. wolde C. 90. vor rfrungen C. 91. da.
93. iioaate. ff. C. lieb ff, /V?/iff C. 95. %. alten br. Mi».
C. 97. Vasz. 200. Bis im by e. w. d. 1. Er — tund.
3. kam C. ff. [al] ff. 7. die w. 11. Er kam zu d. älter«.
12. schön«. 13. da n. 15. Unde C. 19. kamen. 20. sein
v. 21. fein liest nur C , in ff. 22. kamen C. 23. ez
Wunen fürwar. 24. vermißt. 25. Absatz ff. C. 26. sprach
s. v. w. 27. bistu ff. [so] C. 28. rede. 30. Er «eiget
ff. C, Erzaig* ff. 31. sprach. 32. kmd ich han. . 33.
Sun ain ding dz. 37. hält. 38. Susz. 39. wirt gwt r.
II. gienc C. 43. s. vil w. 41. r<7 ser. 47. Oder. 48.
erlic ff. C. 49. Dez er vor was gewent. 50. hantfl.-C
I). wart er entwent. 51. vor ff. C Dies vov (zwar öfter
anstatt \in aad dto Punkt hinter Wartj ia ff, deutet
auch die Lesart von D an. 52. buse« C\ 53. Absatz.
II. C- [n.] C. 51. Niat w. C. 55. Du. 57. nit nie. 58.
si. 59. Baidu h. GO. llo/t ff. 65. gedachte C. 66. kind
mein. 67. Uaz gedenckt — trüwe. 68. geit m. leicht w.
69. vnder weilri ata tccisz br. 71. gen — hollart ff. mich
( . 72. WC mir ff geboren C. 74. [Gar]. 75. Ynd ich.
7^ inr ;il». 7!). Und bin /<// C 80. wölt. 86. dacz der
b. 87. eile» Cj el«i />. 88. Suas gieag — rersm. 92.
Um ff. a 93. [So]. 94. sin C. lide IL glider ff. !)7.
und £7. 98. ez gevoit. 99. do #/. C. 301. do ff. C. da
e, \\. />. 6. Bald«. 7. ruchet C 8. kaume C. 9. «/<
10. da für so. 11 [aen]. 12. l'nde (7. /•///. 331.
399). 13. g. im aber ach \n we. 14. ge. 15. Die l).
%uü ll. < . 16. i«' ////• in [gar] ('. IS. 20. kam. 19. \)a.
20. fedoeb. 23. bis wil. 25. [wilj. 29. lainet. 30. Dar
man. 31. under //. r. /■///. :J12 ). 32. berait. 34. im
geirewet w. dz. :>•>. Alrersl C, Aller erst />. begoade //.
( . begund />. 37. gedacht« c. 39. selber. 40. II. mina
koU n/v caban Doch alz r. 13. [k.J 16. vom c. 17.
Iiini/. i). -ischea C Ich enw. r. Ich w. alt — [a.J
ernei />. >2. [der]. 53. kein Absatz. ('. säumet: räumet.
55. I nda //. C •-!!'/'.'/ />. >7. ew. 58. sia //. Ct %Ü me
D. )'». fraget [in . 65. Ei . uil a/ol l»\ i«. 70. bin
u li //. ('. n. ~±. Wan ez. 74. In b. d. i. />. 75,
Bi den //. C. ofen C. 0. '7. mvei //. 80. \n u. D, si.
sia H. (öfter , in C?. tetmerj, 84. die /'ör so C. 85. schire
r. 89. debeiner ( . d^jrp li^///i. />. 90. vojgel C. />.
!>i. Iran lual . 96. vam C. i> '»-. Ward i. ra \ü
h. dick. 96. dea dca. 99. vgl \\2. S00. I od« r. Si
696 fttütUn. XLIX.
sprach D. b\stu C. D. 401. dins. 2. sprach. 3. wol für
gar. 6. zunge C. D. 7. kese C. 8. i. d. 9. hinnew C.
D. 11. vor. 13. So H. 14. kese C. 15. bewainet. 17.
Salin. 20. 6ew. 21. mü. nu s. 22. in dem Zusätze liest D:
gawt : lawt; wie häufig au für ä. Ebd. kann dz «wc/* des
sem. 23. hete C. getrui D. 28. U. e. j. da g. 29. cham
her w_. D. gewesen für wider C. 32. 33. unde C. 35.
kirchw. 36. Do C. gien# — 7*er v. D. 37. Vnde i/. geh.:
ges. D. 39. <m plicket : ser erschrickt. 41. pilgrim(n)
H. C. D. 42. man* tv H. [ge] D. 46. kume. 47. 6«s Z>.
er her ist in H. umgesetzt , «6er zuerst gewiesen; daher
fehlt er I« C. gieng : geviem/ D. 48. bt'fdicl. 50. ich uch
verhafdel C. 51. pilgrim H. C. 55. so H. C, /Wttf D.
56. Den #. C. D. pilgriw fl. C. 59. Bin C. D. 61. /fem
Absatz. C. 61. gesehen #. 62. diser. 63. [Nu]. 64.
ew ez. 65. daz C, sein D. pilgrim i/. C geseU D. 67.
hai«. 68. i. nit v. 69. zw;ar C. wil fflr w. Z>. 70. man-
gen C, mam*# D. 73. lenger. 75. .* lobt' für \abV ist Druck-
fehler, labef D. 76. Der g. m. im da s. 78. allez. 80.
Aiezen C. 83. bürgere : unde gewere. 85. vnsere. 87.
unde C. 88. u. auch d. gebn. 89. Damit D. verdiene
H. C. 90. vn H, vnd C. D. 91. U. i. m. erb. 92. schier
u. 96. vil w. 99. *[man] für [an] ist Druckfehler. 501.
JJn 1. 2. Unde C. d. o. 1). 3. Dieser Absatz beginnt
schon 1. H. C. 6. obfi. 10. * liest D auch selb, nicht halbe.
11. were C. wern geg. D. 15. inneren. 16. ward. 17.
umbe C. 18. h. sin ze C. 21. Do C, Da hin — [also] D.
22. Alz. 23. Do C. 25. der. 27. halben. 28. ersäch.
31. sag H. Cy gab im auch den D. 32. vn H. 33. Hie C.
gieng P. 35. Hie C. 36. Vn" 77. D, Und C. 37. fraget.
38. arme C. 39. Unde C, 7c/* — mels. 42. al vn az.
43. gien#. 44. sait. 45. wött : sö/t. 47. antwort H. C.
48. m. s. 49. Vn — prüder. 50. i. nü d. 52. gink H.
C. laze C. 56. ain. 57. Für ain w. 58. gelan. 59. gieng
D. do C. 60. An ain stat zu. 61. Unde — denken. 63.
Dacx dem ein D. Do — eile C. 65. Absatz. 77. C. gewart.
66. Wa» weif. 67. mentel in C. Die da d. den m^ntef
gieng : hieng. 68 ze bilde C. 71. hett.entlett. 73. stuf.
75. gien#. 76. arm. 77. hieng : gcfien#. 80. Der sater
tet alz. 83. wott in han. 84. Dvnen s. 77. C 86. hast
tv (du) 77. C. 95. in den. 97. lasz. 600. Vn der k. nit.
1. v. min me C. um C. 2. [Sun] D. du C. D. 6. 7. 8.
Unde C. doch für ouch D. 11. 12. ich noch han Ez h.
7). hülfe C. 14. ie «w/f #esl. 16. inn. 17. her für noch.
21. 22. Yeczo gesf. 1. vr. Zu m. g. -- [nu]. 22. gerne.
23. J. ist er h. 24. sie für sin C. 25. h. i. e. C. D. 26.
gelie. 27. swe« — w. ich d. C. 28. muzen C, müssent
si U. 32. Yeti. D, Ieclichera C. 34. dar für im. 37.
jfraarten. XL1X. 697
lege C. 639. Unde C. ginck. J7. C. 40. Tnd i. — selber
C gan D. 43. Hinnan. 51. Ez w. 57. [er] C. 58. r.
u. m. 59. u. mich. 61. Vn. 63. do H. C. 68. geben.
69. Absatz. H. C. 72. groze C. 79. Alz. 80. herren if.
C, hrn D. 81. /fem 4&s«£z. H. C. [en] D. 83. dankte
C. lanckef im da s. D. 84. sweig es. 85. Die C. 86.
Ez se'y rfew 0. sin C. 87. So du. 88. wz si. 89. kein
Absatz. H. C. tagez D. 91. sün. 92. Da. 93. werkmem
C. 94. juna D. kume C. 96. sprach. 97. wo H. C. 700.
cfwas C. 1. tage C. By seinen tage?i b. D. 2. Sihestu C.
6. trat meins. 11. Dez s. u. n. 12. sülln — [in]. 15.
Absatz H. C. [sa] D. 16. 17. v. an seine g. St. 20.
danket — geneig. 21. in. 22. Hincz — hat gebn 24.
Da. 25. hain. 28. ha n. 29. hain *{befser nein). 30.
31. sol* u. d. a. s. Doch n. J) [alten] H. C. 32. Du k.
vns so D. kumest C. 35. wizse H, wische C. 38. Dem
H, Der C. 42. hein. 43. krieg. 44. \and mir. 46. ha-
sen C \~i. inbiz^ens H. 48. Vn mit dem a. mor/7 g. 49.
vor henget H. C. öl. lobt er zwar C. Vn 1. d. a. auch
zwar f). 52. kom J/. C. 54. die man. 55. edeln C. 58.
ew. 60. Der a. w. 64. blicke C. D 66. Das er im. 68.
Atz ob er. 69. So C. 70. Er also C. 73. Sonerc m. C.
ich dich des I>. 74. kistilin H, kistew D. Auf 78 folgt
80: gan. 81. Vn in. 82. Das i. n. d. getrtri. 84. seinu
sibnu D. sine C. 86. gegeben C. 88. er vr. 90. k. d. k.
/;. kflfllien ('. 91. Darinn waiazf — ?/;ürczling. 96. u. o.
801. die. 3. sein. 7. genennet. 9. [vil]. 12. Inoch].
13. Maines. 15. [do] — dwi st. 18. Der — daran D.
l/t C. 20. [ob]. 21. Daz er m. 22. iet(s)l. C. D. 26.
Bit — [den]. 27. *80 ist vor wil ausgefallen. Druckfehler.
33. der. 36. umb 0. 39. aieren : besweren c\ P. 40.
So ensol <•/ v. d. 13. im friden C. 44. Tnde C. 46.
aeweebt. 51. kn I. •>:{. Recht. 54. in groaz g. 66. h.
menge^ gebii. 68. Unde banchfe— sine C 71. köre c 74.
wer an Im aeaebechfl />. geschehen c. 7(>. II. Im g.
[wol 77. lezl //- leUet C. 78. mer naca n. 7!>. Er />.
und C. n. 80. b. d. d. 83. D« //. C. bell : gel i). 85.
mir /"////. 87. Hain in W D. iv hüte ('. 90. mit im gan
d. 91. [in . 95. »atzte //. 96. 1)//. 97. Ue B. C. sü n
98. fragil n leiste //. 900. Und //. r. i. dauchf. 3.
ich ez. .'). il/( /. 7. alte C 11. f<e*l /> silbrfo. '(silber
M Druckfehler). 12. getan. 17. edelem f. is. UndeC.
1!>. \/i //. />. iinj r. 23. Äwic //. ('. schone gcriletC.
j'<. D«J>. [en] geilet C. 27. ko?meC. -,(». D/e weisse».
:;i). vio.'i //. rraugen ei begund 31. UmbeC. 34. sprach.
:{'i. noen /"/• il :i»». Dein« wons. 'M. da ////• m'i. 38.
h.isin \s v '<<>. diu. II, 12. i teinen i. mir baut.
'•7. soj iiw/n. 18. drfti r. 51 geacbeaen r. //. 52,
698 garten. L.
955. v. seine ander» D. andren C. 57. [0.] 59. zihen H.
61. ab. 62. für si liest H. si sei. 63. suckln. 65. tragen.
66. iemä*. [67 — 72]. 73. mage* C. D. 75. unde manfel
C. 78. wit liest auch C 80. gerne C. 81. Je»es er aber.
84. Unde w. kome C. kam 2). 2« dem Folgenden liest D:
h. öw beweiset. 85. kein Absatz H. C. [kom] D. 86.
selben C. 87. tö'chter». 88. \n auch. 89. eine kiste» C.
90. Fi7 u. C. on maüsse D. 91. vaters C. D. 96. unde
C. 97. ain 2). andre» H. 98. SuMe'C. Sülln w. s. d. k.
1001. An disen m. i. wol sp. 2. 3. In h. — \iii d. 5.
i»j C. 6. vn 2/. 2). 7. sol engan so n. 9. Dez tagez.
10. Den kirchfig. si n. 11 leiten an irn 12. Baid D.
[lieh] C. 13. pfebein H, pfebme C, pfawfi C. 14. 2lecfc£
a. 19. Unde C. ze si»er s. 2). 20. gebiten C. D. 22.
5«« wz haften. 25. liehe» H. sippe C. D. 26. tüs£u. 28.
du d. D. umbe C. 29. versmach». 30. Und H. C. 31.
sparst du H. C. 33. dir ez. 34. sein. 36. dein*. 40.
Itliche C. 41. bi im *tbejser). 42. [ge]. 43. nie /feinen.
45. Ir pt'r. si ze s. 46. lvr(t)zten H. C. 60. mache» H.
C. 66. vn H. 70. leiste H. C. 73. Unde C. 74. Nie v.
b. 76. kein Absatz H. C. w. si D. So. Baid» in er. 86.
kein Absatz: leisten 22. C. 90. Sine C. 91. min» k. 94.
Biderft. 97. zu der. 99. gezem. 1105. dis» forchf. 6.
Wurd si ieezo. 7. lichte C. 9. Uü H, Und C, Ir liessend
2). 11. er ze b. 12. cham. 13. beuiVAt. 17. im seh.
19. kein Absatz. H. C. geb. D. 20. [si]. 21. Baidw. 23.
lieh. 24. a»ff gesp. 25. koume C. erweget: reget. 26.
Obnan. 30. der slüsset. 31. red sol euch nit lan. 36.
Do H. C. 42. leisten H. C. 50. da 22. 51. er pfatert H. C.
56. Da. 58. rerhilt. 59. r. m. in gevarn : warn H. waren
C 63. danne. 64. in. 68. an C. 69. hcUe C. 70.
maniger t. 71. v» H. D. 72. gebn. 73. Ge». 79. getrüti.
80. [Die]. 81. kein Absatz. H. C. sie C. 82. ew. 83.
gehaissn. 84. well. 85. gan. 88. setzet C. eltwen D. 89.
maniger C. 91. Wend. 93. Unde C. ew. D. 94. Gant
— af//tait. 95. Unde C. 98. den narre*.
L. Martinsfest. Von dem Stricker.
Heidelberger Sammlung ( H.) 17-i; Col oczaer Abschrift QC.y 172.
Wiener Sammlung (Wl) ü; lnshr ucker Abschrift (I.) 40. Lafsbergs
Liedersaal (L.) CLX1X. Wiener Pergamenthandschrift 2885 (W3).
Veberschrift : geboutter H. Hie tranc ein gebovr über
macht An sanle Martines nacht C. Ain mer von sant
Marteins dieb W, 2. Wollen jr ain wil gedagen So wölt
ich vch kurtzwile sagen 1. Von ainem riehen bur mann L.
5. Wl Also; L. Sam tett och. 7. Wl fehlt so. 9. W3
fehlt karge. 10. Wl Und. 11. W* gep erden. 12. Wl
faaxttn. LI. 699
D. si wol getrunchen h., W3 D. si vnsinnikleich tetii. 13.
TT1 So w. 14. (brachen?) TT3 Nu vorchtens (meint
worhtens}. 17. Wf hie vor, W3 L. hie auz. 18. Ws hin
ein. 19. FT3 ain5 vnds. 23. L. ze dem ersten, Wl 3 des
ersten. 24. PF1 Des. 25. TP benomen. 26. CL. gunden,
U hund. 2S. W3 Do erhört d. w. den seh. 33. W3 L. Er
gwan. 36. W3 L. fehlt im. 38. Wl yegleichs sein, L.
Vber allii sind r. 39. L. wol '(st. rae); Wl zehen, L.
hundert, W3 tawsent. 42. W3 Geizig, L. fehlt. 43. W3
L. ersach. 44. Wl gestünde; W3 L. fehlt en. 45. Wi
er; W3 L. ot. 47. FT1 hin'n. b.? PF3 hin zo paz; L.
fehlt hin. 51. Wl L. f. b. ex s. m. 56. vil fehlt. 57.
VF13 Ez w. , L. Da w. 58. Wl L. Und w.; gerne fehlt.
59. IV Ander diu, W3 vnd din. 66. PF1 3 fehlt nu; />.
nu 1. 71. Wi3 L. ich ouch. 75. VF1 ez. 84. Wl 3 er-
laschle, Z,. löscht. 85. Wl Er w. 87. CH. Der. 88. TF1
wart; CH. iip [st. diep). 90. 1F1 ^A/f so. 94. W3 niht.
06. H'1 L. /<?/</£ ie; W3 fehlt ic- so. 101. W3 er seynt.
|. ir1 hi naht, L. hie nu. 10. W3 schenka. 12. C. be-
svndern, Wl vernomen. 14. L. Daz er sin glücke meret.
15. W3 Ir sult. 16. TP3 fehlt ser. 18. L. 1F3 Vnd sult.
19. />. /W</£ sin; \\3 fehlt iemer. 23. Wl getrinke; C.
i'vrbaz hin, W3 nu hin. 28. VF3 h. v. i. 29. CH. W3 L.
trinken«, Wl trink«. 3i. Wl Des. 37. PF1 Si br. ; vor
ir spr. 38. JF1 Swaz; Alle do. 39. Alle ohne nu. 40.
WK fehlt diu. 42 ,4//e sinne. 13. /,. al, VT1 aller, IF3
/W</£. IS. IF1 liebiu. 48. VF3 svlhs. L. svlich; Wl 3 £.
Hinken. 19. IF1 3 L. Daz; W3 mag. 54. IT3 liebn. 55.
/,. allen. 56. L. moz sin., IF3 Sein müz/.. 57. L. hinacht.
58. H1 P. sin die s. 61. IF' />. als. 62. VF3 /,. ir. 63.
iL. binaht; allen fehlt Alien. 64. IF' 3 L. Daz wände i.
n. 67. W{ lobe. 71. U ' Da g. 72. VF1 vil 1., W* gar,
/,. maniff. ~'\. \\ Die; L. grozzen. 75. />. fehlt guot.
so. n Nu. 81. \v Er. 83. n ' /,. fehlt elliq; /, bah.
84. /,. /r/,/^ niht; ir! war diu rindet-. 91. />• Sana. 93.
u alden, L allen. 94. 95. fehlen C. 96, u ' ; /,. Des.
97. w michls. 201. if1 gehekze. :i. nr1 ' /,. in. F
!uum- . it /, ribteu ape. •>. IF1 witzen. 6. />. Ez;
ii iver; fF* *&. halben t. 9. W*Hil wew. 11. L. enhan.
1 1. r //. in ; n gekouwen.
LI. Der Wiener Meerfahrt
ii , - 9smmkm§ tu ) :i7. ' •!• i ? " ■ ' 14* htifi f < ) .'W.
Ueberschrifti C. UndeH. Folgende unbezelch-
nett Lesarten gehören C. 1. eUwenne. 4. \n //, Unde C
> | //. < mr^t ). Loftderj begondenii (meist, auch in C).
700 harten. LI.
7. tugen thaft: verker* ir geschaft. 9. sin für hin H. C.
11. Absatz. 13. iezun*. 17. alle die H. C. 22. manchen
H. C (öfter). 26. hoverlicher. 32. Dewen. 38 unde.
40. und. 41. g. «rl v. //. C. 44. sag£. 45. vreuden lere.
46. «z fl. C (häufig). 47. winnen. 52. vn ff. 57. Do.
67. Wierme H, Wienne» C. 68. vn ff. 71. winne. 75.
pfennich : dlnich. 78. manch H. C. 81. do /f. Wiene» C.
83. seltzene C, seltsame C 85. zeinen. 87. Zeinem. 88.
trurigen. 90. Unde. 98. da. 99. vrolicÄ. 102. genuc.
6. selten. 8. erwärmte : erbarmte. 16. sauer : gebur. 17.
siner. 18. jagest. 19. liht H. 23. fiezen. 25. Die H.
26. kvmerliche H. 27. nachtern H. C. 31. geben es.
32. klagte. 33. rcitte H. C. ^ 36. vn H, und orage C.
42. dem. 44. sagte. 47. pr&szen H, pruzen C. 64.
sage C. evch (uch) H. C. (immer). 70. Unde Vermögens.
72. suln. 73. Danen wil. 76. nacA gebur. 83. mitalle.
85. krefticlu/en H (feli ist oben hinein gebefsert) , krefti</en
C. 92. Syst. 93. geloM. 95. alters. 96. kom H. C. 99.
samen. 201. vil. 2. sagten. 10. als. 12. einwart. 15.
wienen genuc. 29. nelikin (die eigentlich Niederdeutsche
Verkleinerung, negelikin, welche in diesem Worte allein
noch Hochdeutsch ist: Nelke, neben dem Oberdeutschen
Nägele in. Vgl. im LXV1. Helmbrecht 727. 744 die be-
deutsame Unterscheidung dieser Mundart). 33. alten. 38.
vn Hj und C. 41. mit. 46. gestalt kart. 55. war. 60.
w. s. 68. kam. 78. tene. 80. Iren. 84. vn H, und C.
96. enweix. 97. geschiht. 302. haten. 6. unter. 12.
Strauch? C. v/7 H. 14. wankende». 19. Für H. C. 28.
hohster. 31. VPaz. 35. na cä aeburen. 39. läge H. C.
42. unde. 47. ie^ichem. 57. gienge H. C. 59. Unde.
66. Dunen g. C. vn H. 67. verterben //. C. 68. U»o*er
des. 69. läge. 78. l«t H. 82. mier H. 85. Der werfe H.
86. kiele. 93. Unde waren. 96. groze«. 98. na/c(ch)gebur
H.C. 406. Un^. 9. [doch]. 12. [gejbat. 18. steine :beine
H. C. 19. die b. 20. zv brache H. 22. sulche (solch)
g. H. C. 27. Vn H. 30. kriegen. 34. gescheAen *{lies
gesehen). 46. zecher. 49. entzwei. 70. wiennere H. C.
71. wiennen. 72. Dax. 77. darteen : ganzen H. C. 79.
unde. 87. mag für was. 90. danne e. 98. nüchtern H.
C. 501. gewacht H. C. 3. über für mere. 5. trunken-
Aolde. 17. viel H. 29. solche. 30. Der der H. 32.
nachtern H. C. 39. umbezalt H. C. 55. do H. C. 60.
ubeJich H. C. 65. verterbet vreve/iche H. C. 75. wire
H , wir : hir C. 78. Sc/rulle H. C. verzen H. 79. misse-
bienten H. 90. wir go£ alle go£. 97. darzu drän-
ge» und traten. 99. Uno" siz H. C. 605. trwnken H. C.
9. /enveh H. Die H. C. bürgere C. 11. hoc/*. 13. do H. C.
14. 17. Uno:. 20. den. 21. Alrerst. 24. vgl. XLII, 70. 25.
jfosarten. 1. 701
harten saure : nachfgebaure. 629. meint der Nibelungen
Xoth durch Kriemhilden. 31. gesah(e)n H. C. 37. koume.
39. gaben. 40. name für manne. 42. sau(w)er C. H.
51. Jr für Ez H. C. 56. 57. sind hinter 671 versetzt. 62.
semmeken mac. 72. Der \erievsl sqI gut uh. 74. solcher.
81. nah. 83. [des]. 84. dan den. 90. ist für er H. C.
96. nwchtern H. C. 701. Absatz, anstatt 702. ff. C. 6.
gern.
Jlws Jansen Enenkels Weltbuche.
1. Äd)ilUs unfc jDri&rtmui.
Heidelberger Handschrift (H.) Bl. 75 jWüncAner Handschrift (M)
Bl 81. G (einher Handschrift (QJ, Gottscheds Abschrift S. VI. — Die
folgenden unbuteichneten Lesarten gehören H. Die Vergleichung von M. reicht
von Z. 59 bis 412-
3. ligend. 4. Do — i'esa G. 5. Des. 6. Daz G. mut
ff. 7. za#el. 8. an m. G. [9.-26.] ff. 12. *«« beide*/.
13. /*es ta*7 : un/tail. 26. hinten fehlt ein Punkt. 27. Da.
28. Troy G. 29. ligend do. 30. ir da vil. 32. kirchen.
35. Troy G. 36. witz vnd s. G. 38. glouben ff. mier G.
43. Achtes (immer). 45. wo ff. Gr. 46. ob des m. ich
r. ff. marines w. ger. G. 47. i. gar v. 48. vr chlait G.
19. der 0. d. eren kl. ff. 50. Vnd gev. i. im recht ff.
51. 53. Da. 51. daz G. 54. nojcAsten G. 56. Achtem.
59. Ia?.z iW. red G. 60. dffz M. G. raaer/ M? maer G.
61. kam ; nam. 64. sein* G. hübschikait ff. 65. 66. Wie
er — Gieng a. M. 68. chom M. 71. pider M. 71—86.
verkürzt G : Do nü Achilles, als ich e las, Zuo seinem
rater Peleaj Haim kom, er wuochs n. v. 72. Polens. [77.
78.) M. 77. lies genauen. 79. hal/> r. hal/> M. 81. ziro
//. zoueh M. H2. ei >/. er vii m-mde w. vmt //. 83.
im ril betrogen. 8i>. gefÜg — [erj. 88. Da wart ez ein
>/. rromei //. 80. IM). Vnd do er uard w. — Do w. im
G. [Und] //. Ol. w*r: erbcr >/. O. 03. tenh. de« iw.
M. hrnt m. >/. Meint biet . 96, biet der M. 07. [er] //.
niemanl ^>\t .• woll //. (*'. 96. 6*. de* der li nlnnonJ //.
99. Dm //. kchiWem >/. O. KM), mer >/. G. da >/. <l<»|
//. 1. Scbiron <io 6. Schirone >/. i. mir ienran w. 3.
leltiein i >/. a . lelexei //. I. miner geink. '■>. \n. der
b. G. 7. Du Af. 8. ///i.iiu >/. f; io. glouben. \2. bar!
.>/. G. 13. wa(e)chjj fcein // G. rf/kain .>/• li. togen.
16. leinem G. leineinein >/. 17. liebee ehkU >/. ftincnnerr
0. 19. Diieti >/. 90. baa >/. 0. cAeineo fv, fcfaeo #/.
21. rfaaio >/. barefin //. 22. Wacbief anl dem pari dein
iW. gewacbten // 2:;. Da. 25. D« legi ei IT. lorl f;. 26.
«n n. m 0. 27. bafcftnne >/, baidninn O. 28. 1. n. v.
702 ftntttn. 1.
h. minne M. min« G. 29. Dyadamia M. ff. 30. Dl M.
31. sei. 32. So w. G. 33. [von] JET. G. 34. chom M. G.
35. [hin] G. 36. vrouw. 37. Da ff. er gein (gen) de?*
stat ff. G. 38. Sein rainew z. G. M. z. er in ff. *ttes
zucht. 39. Äi G. 41. [Her] M. flm gen dem G. bwrgfl.
G. b. dar gie ff. [do] 6?. 42. chuniginwe M. 43. vr. t»
M. maer : waer itf. G. 44. [von] M. G. er M. [komen] G.
45. frömdes G. 47. lieft M. fraw M. G. 48. sagentff. G.
51. [boesen] G. 57. er mit unsaelde« m. ff. G. 59. do
M. G. 60. n. heln -wil ff. G. 61. getraw M. 62. prest
G. 63. Und ich. 64. m. türr gel. M. 65. fTer. 67. *lies
beschaidenleich ohne Komma. 68. Wa ein kunig rieh
waer ein küniginn ff. Pey ainer chüniginn G. 69. [ich].
70. verzer G. 71. gar k. M. [vil] G. kom verspr. ff. 72.
Seit M. G, Sei»t ff. die unseligen G. 74. ich bin von
dem G. Und ff. G. 75. mach? ff. G. an den s. G. 76.
eins G. 78. iuwer. 79. mit m. M. 80. ir (hie) bi ir m.
ff. G. gestan G. 81. heint itf. G. 82. iaren. 84. iu
gutleichen t. G. 85. red ff. G. 86. weschm ff. G. 87.
wesc/t ff. dez do ff. G. 88. Achille/w ff. M. 90. f'raw;
M. G, vro ff. 91. 92. meine» sinne«: maisterinne«. 92.
leren m. M. maisfri«. G 94. möcht M. G. 97. Si i. so g.
ff. geler* ff. G. 98. A. k. i. s. v. 99. Dem ein. 202.
dienste« sich si u. 5- Diu schoß« t. diu M. scheenew; G.
6. wesen M. G. 7. Km'chen. 9. ger« M. G. 11. chleinat
i*f. 12. Ein pa^g v. g. %roz \nd weit M. 14. herr M.G.
15. Ione«. 17. Und s. G. 19. ai«s chünigs G. ^/inniges
ff. 20. er» G. wert ff. 21. Jieplich. 25. saelde M. 28.
sich ff G. 29. VTie M. rfhainen M. G. 30. disem. 32.
Sein M. [nu] ff. G. 33. vrou. 35. Der Kr. G. 36. ir
wölt. 37. volg? ff. [im] G. 38. 40. Achill ei» ff. M. rA\
g. M. 41. m. schon. 42. b. sagt M. 43. wiz£. 45.
Verhieng M, verhengt ff. sem m. G. 46. l«t ff, laet G
(meint leit). 47. wont M. 48. w. sem 1. G. 49. begunde
M. 52. [eu] G. von han M. 53. geschach mit w. ff. ir
g. m. w. gar G. seine M. niemant G. war? ff, w«rd G.
56. ir» G, sinen ff. 60. den ewm M. G. 61. So viil
ich G. */i"es «ain für main. 66. siechen vuruar. 67. H#ot
a. ff. ein M. seltzsein M. G. 68. so ir er M.G. behalte/t
ff. 69. niendert. 71. nicht M. 73. wöllent — im ein ff.
[sein] M. inain G. 74. versüßen ist u. M. 75. Waz ir
frahtunge itf. Pachtung G. 76. Die M. mengen ff, ma-
nagen M. 77. sag ff. scheene G. 80. [icht] ff. M. gern
itf. G. 81. trew G. 82. Mit ich ff. r. sein 31. G. [85.
86.] ff. Zahai M. ffey sol* ich sem G. [89. 90.] iff. [er']
ff. 90. verderben G. 92. fraw« ff. 94. iuwer. 96. An
ew »immer itf. 98. mir alrerst M. erchant G. 99. [da]
ff. G. 300. alles ff. all schäm G. slacht c/ioj» itf. 1.
fesortre. 1. 703
maisterinwe: deine sinne 31. 307. ra^gedein M. 10. hand
ff. G. 12. Und in z. gen G. gen ir iach M. 13. wolt.
15. [ich]. 17. Do mag G. mag einem w. ff. 18. Wirt M,
wird G. 19. apfgot 31. G. 21. bet ff. G. 22. wert (wirt)
ir o. ich G. ff. 23. Er — s/cAer G. 24. pjMerm 3f. 25.
apfgot rufen 31. G, 26. aincn 3/. 27. Wem fl. Swem
dann ditz sol M. 28. den a. G. 30. apfgot M. G. 32.
uns G. 34. gnaden. 35. maisterinwe 31. 36. l^Taz —
wii ich ff. G.~ 37. [junk] ff. G. 38. ha& — in dinem
ff. G. [39 - 74.] ff. 39. pe£ G. 40. und G. 41. ver-
porgnen ncw 31. G. 42. so/t da n. G. 43. ap/got M
(immer). 44. solt du G. weren itf. [meint in eren). 45.
rueft" — still G. 46. daz ez i. s. will G. 47. sprec/<£ G.
48. Hi/fG. 19. dic/iG. 50. dein G. 51. dir G. 53. * lies
huid e nischem. 54. wirst <?« w. geerf G. 55. Daz G.
56. gewinl G. 57. hulrf G. 60. /c/t w. G. 62. genaedigs
G. 63. w. w*tf seh. G. 65. flehen «iE h. G. 66. er G.
09. Vi! gn. an G. 70. ffey — [nü~ G. 71. [daz; G. *("«
~.u streichen ). 73. .S'waz G. 75. daz geÄet g. ff. 76. gen
— iach 31. zu G. mag/ ff. G. 77. die Anrede steht hier,
nie öfter, aufserhulb der Reimzeile. £an M. 78. >// sülle(n)
— beti //. G. SO. h«£ ff. gedien/ ff. G. 81. [gar] M.
82. w,r //. G. 83. tan. 81. begund M. 385 — 410. sind
in Gottscheds Abschrift r<>n G nur durch zwei leere Zei-
len angedeutet. 86. an 31. 87. an. 90. gratriten 31. 92.
IV\ dem 31. 94. also ->/. 96. frawd ->/• 97. Du er n.
WD w. M. 96. wol 17. 100. r./v/. 2. verhört. 3. [daz]
nz der Kr. //. 4. mir norden ist ff. Für 5. 6
wiederholt II 399. foo. *ff/7.s st* 5 fehlende Reimwort ist
ohne Zweifel greif. 7. r He* .sprach), rfir w. >/. 8. [hie]
10. i-i mir also \. 31. 11. 12. //. paidenth. vtotud 0.
_. 14. däi G. 15. dennoebf. 16. cheamaten
8 19. Da er der liecA G. 21- 26.] //. 27. Der sprach
ich m. iuwere brenn. 28. rechte . B0. tfeu. 31. tn-
tenlicfa. 32. arUI O. 33. tochterj G. t. fadenk ü, 34.
allen . 35. Das // lim G. 30. ich Ie bau lieft aeAupt.
;7 t.2 //. i. niemand 6. ichlG. 84. der fflr
ir. I 07. [da] G. 66. im. 66. roissfan. 70.
Zwar Di. 73. if /'"' die 0. 7'«. rerewan. 7.'>. dac/.i
/"/«;i/i/ilndi G. JSO. w.r/- G. Nl botinf G. S7. (w/n G.
81 //. v». iaain G. 96. Stiften siechttiOM i«- O. 92.
,ii g. •>.). ;ii i// g. 06. [von] iuwer. 99. /<;/• ipr,
900. es sein g. 2. / i I G. 7. / „<i $i da faV g. s.
chtealeicfl 6. *ffet enpfie. 9. 101. 11. wolUI nicht Ö.
12. w. da*. 13. woltzl G. li. ii le Ich w«r G. II.
chinilein G. 16. 6a m. da an g. [17 32. //. 19. flieUl
g. ;'< ,s/ /(/w. i a |m|| //.' ., h . 36. <li«'
w. kund. [39—44 //. 16. '»»>. Den brennen rie man /<•
704 ftmtttn. 2.
h. Der w. dem meister do. 549. mir darumbe g. 65. lai£
G. FürlX — 82. hat ff nur: Do deu tochter des ward gewar
[vgl. 563. 571), Daz sie ain kind in irem leib gebar, Do
ward sie alles laides vol (565); Doch tröst' sie Achilles
wol (577). [85. 86] H.
2. IDer tauberer UHrgilii».
Handschriften: zu München zwei QM, Mm) Bl. 144 > 236", zu Augs-
burg (A.) Bl. 202; zu Xeresheim (N) , Z. 237Ui zu Heidelberg (H)
Bl. 225; zu Wolfenbüttel zwei (W, Ww) Bl. 141, 46-
1. Pei der zeit ein man was alsus W. R. gesessen a.
Mm. 2. V'gilius ff O^eist so). 3. wart ff. 4. zau6snns
ff. Nach 4: Da von in Augustus lieb het Vil ern vnd
wirden er im tet W. 5. ew da w. M. A. N. 7. rehterc
gel. M. A. N. 8. Da von ist er der A. hellen ff. 10. *ties
selbe für Aelbe. 11. kund ff. 12. neman ff. 16. Von
im ist mir daz ff. 17. hut ff, hauet M. A. N. 19. erde
ff. *lies slwok. 20. daz der houwew kamen gnuok ff. *lies
vertrwok. 21. sinew ff. slagew M. N. [s. sl.] Mm. 22.
chom M. 23. [was] W. 25. [erde] ff. 26. wunra ff. 30.
VTa — lande M. A. N. [hin] ff. 32. inwe M. A. N. v. gar
w. ff. 33. wns M. 34. [wellen] d. i. mer b. ff. 36. uns
M. 37. wollen ff. lern M. A. N. 38. vröud ff. 41. uns
ff. 42. [dir] M. A. N. 44. \u ff. 45. Leret M. A. N.
ganz M. 46. [des] ff. 47. brechen ff. 50. [noch] ff.
52. zerbrec/ten ff. M. Mm. [so] M. A. N. 53. aU ff. 54.
m. grozem schale ff. 58. zouber« ff. 59. emptie ff. 60.
Zu ff. siein M. A. N. 61. lies ff 62. alJ ff. 63. 64.
erweitert ff: Ze hand do Vsgilius Daht im alsus Ich muoz
ir kunst versuochen An lesen mit den buochen. 65. Seint
ff. 66. Gevarn ich trouw wol ze g. ff. 68. Vil wol ff.
[69. 70.] A. gewinne M. N. 72. ßeguno" ff. 73. *lies sein
74. Ob war wer W. Als er wa?r der ff. 75. steinen M.
A. N, stein« ff. 76. k. het st ff. 77. Wanne M. A. N. 78.
Wol* M. N. A. einen ff. 79. gieng zuo M. N. A. 80.
Der bi der ff. 81. steins ff. 82. alz si w. von art ein
M. .4. N. 84. aU ff. 90. [iu] ff. 91. Dar M. 91. 92.
minne : purgerinne M. A. N. 94. si vil dick ff. 96. vrouw
ff. 97. n. moht noch w. ff. 98. Daz M. N. W. *e£ be-
gern A. si moht und wo?t g. A. 99. lie ff. 101. laz ff.
2. Iuwer mm — raax ff. 3. ewr M. A. N. 4. ez niemant
ws£ ff. 5. waeret M. A. N. 6. minn — versag* schon Ir
sült an ein ander geren Diu iu mug iuwer bet gewern ff.
[7. 8] Mm. 8. m. e br. M. A. N. brecÄen all ff. 9.
[waerlich] M. A. N. geweren ff. 10. Das ff. wolt M. A.
N. ff. gern M, begeren ff. 9. 10. Ir sult an ain andrw
gern Die ew mug ewer pet gebern Mm. 11. m. ewnot
jfosarUn. 2. 705
M. 114. ewr M. A. ZV. [15 — 18.] Mm. 16. Wann s. vnd
S. IT. Gold vnd s. A. [17. 18] it. 19. Da — vrouww H.
21. Da 3f. 4. jv. [22] A\ wis ir birt H, weiser baz ir
birt Mm, weiser uivt M. weiser ich pit dich W. 23. Su
s. Ä sait H. N. s. im vi] pald N* 24. Ah£ ff. 21 — 24.
Si gie zuo irm man palt Vnd sprach ir wirt aht wie ich
behalt A. 25. wiplich H. M. N. ere M. 27. han ich ge-
halten H. 29. ewr M. A. N. will ff. 30. rat ff. 34.
niemp* — sinn H. 35. 36. min er uol beste Wies. k. u. ge
H. 40. künsfheit ff. [42-45] M. A. N. 43. volg* H.
44. Send H. 46. wo/lest H. 48. habs* du dich vil wol
f/. 51. [und] H. 52. habest u. s. m. h. M. A. N. 53. mag ff.
54. ehernen M. A. N. 55 arff st. ff. 56. dun&< i/. 57. 1. in e ff.
58. inwe so M. A.N. sceztiranH. 59. iu ff. ewpirt W. [59.
60] Mm. 61. luwern ff. 62. [ich] in H freilich W. 64.
Ewrw M. A. N. ich attf iu b. i/. 65. sieht H. 67. PTaz
ff. 68. frair M. A. X. 70. ir seit M. A. N. 71. [ir] H.
heat 3f. A. N. 72. iu Aem* v. H. 73. dirr M. A. N.
11. «erdaht ff. 76. [das] M. X. Ar. 77. ehoeme* M.A.N.
78. Das ff. ich mich M. A. N. ba?t d. ta?t H. 79. Enden
heint M. it. iV. Endtent [heint] ff. 80. dew \and H. 81.
82. leide* M. A. N. gar w. ff. 83. Da M. it. N. H. herre
i/. 84. trort H. 88. diu H. 89. e?r M. it. A\ in wiinew
H. 90. 91. ziechen zuo mir Sicherleich M. A. N. 92.
[vrouwe] M. A. N. 94. s. t. also v. ff. 95. da M. A. N
er spat H. 96. V. der g. H. 98. staind lin M. it. JV.
200. De M. it. A\ an mit s. H. 3. er ab ff. 4. herreff.
7. 8. ein : sin M. A. N. H. 9. konb W. ( immer J. 10.
I) herre V. h. ff. 11. saz er s. in it. ein H. N. 12. Daz
traf von im nicht ein guoter sin W. 13. sinnen H. 15.
lea II. 18. ergangen II. 20. [und] H. 21. Den —
t Igt H. 22. Romarn — sagt H. [ezj M. A. N. 23. [her]
>/. .1. .V. Sit. gehangen A. 25. Da M. it. A7. 26. gelaub
es — sech 3f. gelavbi HF. sechs eVie* an it. N. ez de/*»
an //. 27. zwar M. A. i\. 2K dann m. oder w. H. 30.
wtser f/. 31. 33. De >/ A. \ 33. ra?mer AT. it. N.
Romere dar f/. 35. feglicfa //. 36. [achön] ff. io. ieg-
licher eno f/. It. K. her V. //. \i. tr aangenl aus /f.
'*{. U. /;< stii/: «rill n mit w. 3f. 16, t. ean ff. 47.
hanget >/. i. \. 50. baM erleiten u. 51. Ze h. d. wirl
ff. '52. in ff. .).{. De //. "i'^. h. erUten g. ff. 57. De
>/. i \. //. m. hrr V. her ;ii» fiel if. 58. hoa wirU B.
50. Da >f. ,1. A. ff. s.-rc ff. 6t. tttt /f. (').'{. (ii.
wiinu: kann u. 66 If. we?f //< //"/" n' 69. iei //. 70.
k'Ii >///<. iruifiii ii , 71 oiht] bachen ii. 73. e^pclwen Jf.
i. \. paweo ff. 7i. dej //. 76. grosa »/. i. .v. 77.
7!). l)./ m i v 7S. \ittu ii Alm I i 83. 84. kund
Hund II. S8. ritzig // 5U« »/ 1 N 89. (H>. hrrr lins
706 ge*avttn. 2.
wen- M. A. N. 291. wnser M. A. N, diser ff. 92.
Romar ff. 94. reht M. A. N. 95. Da M. A. N. 96.
all ff. 97. hcrr ewr M. A. N. 99. uns allz M. A. N.
301. 2. mzjgen — Dachen ff. 4. sterben M. A. N. 5.
wir deinen M. A. N. 6. uns ist M. A. N. V. tet in do
Sagen A. 8. mwgt — stiU ff. 9. sag ff. 10. in wwmazcn
ff. 11. leidet M. A. JV, terf te'fff. 12. Also V. zuo in ff.
13. Da M. 4. N. Doc/t ff. 15. ist so vil niht A. 16. herr
M. A. N. 17. 18. sinne : gewinne M. A. N. v. gntrok g.
ff. 20. ze R. h. ff. 21. mach? ff. tuot u. we und ivind
W. 22. Und st. Mm. stiert ff. sterbet JV. Dar zuo stirbt
uns W. 24. swert ff. [des] M. A. N. 25. [iuch] M. A.
N. 26. niht s. ff. 27. 28. huld : [selben] schuld ff. [29.
30] A. [daz] Mm. W. W. v. h. v. ff. 31. D«s ff, Da M.
A. N. 34. 38. wollen ff. [35 — 38] Mm. 36. icman* ff,
37. versum/rt, H versäumet M. N. lazze v. M. 38. w. g.
d. uns M. * Hinten fehlen die Häkchen der Rede. 36 — 38.
Wan ez vnz an die not gat Vnd waz wir wider dich
haben getan Dez well wir gen dir ze puozz stan A. 39.
sweret M. A. N. 40. Also H. [gen in] M. A. N. redt ff.
41. Si sw. im N, Die sw. im M, Do swuorens im A.
swuorrc — leid H. 42. IeglicA z. eid H. 44. niemand ff.
[43 — 46] A. 46. * lies me*[ne]m. 47. Er sprach die A. fraw
A. ff. 49. 50. Die mag daz wol vnder stan Daz ir mügt
daz fewr han A. 51. mag N. A, magew ff. VT, manne
M. ze hant die da ir A. 52. nach in H. * Das Punkt ist
zu löschen. 53. Ich main m. vi. M. N. [mit] vi. N. siegen
ff. 55. ir ff. günne M. N, gunnen ff. 53 — 55. Der man
der muost ir auch dez günn A. 56. alle M. N. alle* ir
chünn A. künde« ff. 55. 56. sind irol umzustellen. 57.
3. her V. [gie] ff. 58. si vil s. empfie ff. 60. Wölt ff.
62. volgf m. sin» ff. 63. tuonl ff. 64. gc/rinnet M. A.
N. 65. muezzet M. A. N. 66. samöt ff. 69. iu ff. 71.
liezzet M. A. N. 72. leid* H. 73. da* ff. W. sin M. A.
W. 75. Ir m. e ertrinken in dem R. ff. Daz sag ich auf
die trew mein A. 76. niemand ff. 78. Waz — sülJ H.
82. Da s. ir auf M. N. A. 85. denn ein H. 86. sem A.
[87. 88]. Mm. 87. mäder W. 88. legen M, buchen A.
W. H. Cvon liechen, luchen, louch, ziehen, schlief sen't )
91. für Zünden lesen alle Handschriften Niden. 92. Wer
d. gewi/^ ff. danwe M. A. N. 93. von dem A. N. W. zünden
ff. 95. paidk' M. A. X. d. few;r ff. 96. man ez riimer
M. A. N. 97. Wellen« M. A. N. * Hinten fehlt ein Komma.
Wollen si a. dan v. ff. 98. hin der w. ff. [99. 400] A.
99. zünden ff, zunten Mm. W, zünden iV. 400. begund
— 7/;nten H, bunden (= wunden) ZV, Iuonnten W. C. weiset
auf Lunte). Wan wilich ew künden IV. 2. 4. wölt ff.
3. söttch M. A. N. 4. r. daz I. ff. 8. Wollt — wiinw.
fesarten. 3. 707
H. Wellent M. A. X. 411. erhör* ir mag H. 12. Da —
manig M. A. X. wag H. 15. Da M. A. N. vi. und m. H.
16. vrouw H. 17. scham6t s. ser H. 18. Icids — mer H.
20. an m. a. H. £ daz daz an A. derge M. W. 22. hoert
H. ret M. A. X. 26. e/«pfl. H. 29. Do H. 33. k. lieht
d. JT. iV. kerx JJ. 34. ?*nslit itf. A. (in Schlesien Ins eltj.
35. [truokj H. 36. ain pöss 1. W. [37. 38] A. VT. 37.
[truog] M. X. puochein M , pu/cAe/t Jüf»i. einen pikkelt H.
ein... her N. 39. 40. samot : amot H. 41. muosten H.
16. pazref M. A. X. 48. napo/cz H. Napels ist si g. Mm.
49. ez an H. 50. sine« w. ergie ff. 51. 52. wolt : solt H.
53. 54. ergienge : hienge M. A. X. ergie H. 55. Da si
n. h. v. im M. A. X. 56. von im die m. H. 57. Swer
ez z. M. A. N. 59. bewahrt Mm, wert M. N. 60. ei H.
61. 62. st. ane xa\: h. über al A. W. st. aMe samt: h. über
al genant M. AT. 62. h. mit schal H. 63. 64. herre:mere
M. A. N. Wst H. 65. 66. 67. bild H. {immer), muoste
M. A. X. gold if. 67. /n M. A. N. 68. guldeiw JW. A.
X. 69. da ist A. Mm. X. W. 70. das ist M. Mi«, sei»
o. W. begraid'et M. A. X. 73. 74. umgestellt in H. [der]
H. 75. 76. in — würd : in bürd H. 77. gering« ff. 78.
ganz M. A. X. vröud ff. 79. 80. bild: wild ff. 79. einen
>/. A. X. 80. an den ff. 81. gerac/tt VT. 82. Daz ff.
dick >/. A. X. BS. [der] ff. 86. zaiget JW. vi. 2V. 89.
gtuob ff. 90. wis ff. 91. gerecht TU. A. N. 92. Gen iW.
i4. Jf. [ez] ff. 94. hart ff. Vor 94 not/t Mit siner hand
wol getan ff. 95. niemant M. A. X. ff. 96. vuorn ff.
ffnger dar M. A. X. 97. in dem ff. 99. 500. si vünden
dort In (1. b. (I. rollen b. //. einen h. W. 501. niemand
>/. .1. V. ff. 2. tnmkner s. A. iach W. 3. uns M. A. X.
\. allen in d. wild //. d. peria w. VF. (gevilde, oder der
Wilde? i). [genirloh] M. A. X. 7. ort gevie ff. 8. trun-
kener er X. trunk/M-r er Mm, truncfc er M. 9. fda| ff.
ftei* M. i. X. |10. 12] A. [11. 12.] ff. 13. Auch ez A.
15. aesehea //. 16. eroi //. 18. gg //. 19 man //. 20.
brach M. A. x 21. trildt >/. i N. [nieftant] //. eilende
M. «Heut >////. //. W. 11. dai goü iw. A. Ar. 23. daz
%UOi II l.\. 11. sind in II. umpet teilt, 21. rieh M. il. ZV.
25. _in?. #/. \'nd u'<v,;ui IUCD <i vnd guot /1. 36. samft
// Dai Mlll noch rn. s. t. A. 11. gewiftl //. |27. 28|.
n. [87—80] .1. 9B. fiM »och dea e. >/. A'. 30. wir
dl\ vr. //.
:i. «Crukline.
// ,1 /,./.. /• > I / I ■ ., W.uu/infl , »».■- f " Mm ) 11/ 1 2 1 , 2il'{ , v4 1/ | . I, u t -
;■ , I I ) III |fl \ ,.,/,.,,„, r( A ) Hl. V.)\ , H. ,,!,//,, , ,,, || m/> «/ m.
j. i // >/. \oe.is ,v. :{. do %euie begie //. 4. 5.
I i dai • arano ei < h.rm nanu > W v. |('»| //. 7.
708 festtrten. 3.
e. ich von im vernam H. aines A. M. JV. H. 9. b. seiner
z. A. M. JV. 11. ein H. chnappen A. M. JV. Corner). 12.
Dez namen hiezz E. A. M. JV. jfferaclius JV. 14. west
er H. 15. waer A. M. JV.' 16. Daz M. 18. chom A. M.
JV. 20. getrew A. M. JV. 22. chert M. 23. dem künic
H. 27. [ge&en] A. M. JV. 27. 28. sott : wott H. 31. Da
A. M. JV. 33. welif A. JV. gunne 4. M. JV. 34. hoere w.
er künde 4. M. JV. 35. Da A. M. JV. 36. [tuon] H. 37.
[geben] M. A. JV. 38. mir ez M. A. JV. 40. Aan einen
ieslichen stein H. 41 . Gesehen — krefft M. A. JV. er JFT.
42. wie leb tatt JJ. 43. iechant M, jachant JV. 46. Als
edel* H. 47. iegleicher M. A. N, ieglichs H. 50. rfhein
M. A. JV. 51. 0. sei a. M. A. JV. a. genant oder g. Jf.
52. Wenn H. 53. sich IT. 54. Oder ob H. 55. [Oder]
H. 56. her M. A. JV. 57. an ein ieslich H. 60. st«?t M.
A. JV. 62. mir 1. bes. H. 64. Äein H. 65. kund an im
6es. H. 66. VFaz M. A. JV. 67. ist tugendhaft H. untu-
genAaft M. A. JV. 69. CAauttet M. A. JV. 70. ch«n ich
[wol] M. il. JV. 71. Vil reht JH. JL. JV. 73. all H. 74.
swnt H. [gar] JU. 4. JV. 76. pey den h. 78. lert M. N. A.
80. herren H. 81. l«?t M. A. JV. 82. heiz* H. 84. Icft
kouf in ich H. uim M. A. JV. 85. Focas H. M. A. JV.
90. [herre] H. 92. \un H. 93. [im] — grcuok H. 96.
nutz M. A. JV. 99. War M. A. JV. 104. vleizzick M. A.
JV. [in] H. 12. mein8 H. eren wol gezem M. it. JV. 16.
ellew JW. 4. JV. 17. Heizzes* du M. A. JV, Heizt du Jff.
*lies Hrtislu. 18. #ezimt M. A. JV. 22. voln A. JV, tolen
M. 24. het H. 25. votten #, vota M. A. JV. 29. [vil] H.
30. Iran h. — gezeig* H. 33. Chan M. A. JV. 39. ewrm
JH. A. JV. 40. lazt #. 41. geschieh H. 42. liest H. 43.
44. sant : div lant M. A. JV. H. 46. PFer #. w« kl. M.
A. JV. 47. chü?m M. A. JV. 48. den landerc jtf. 4. JV.
lan* H. 50. chomen M. A. JV, liutew JFJ. 51. gra/en JBT.
54. Die h. ge^r. M. A. JV. gepris* H. 56. chomen M. it.
60. vrouwrt H. 61. 62. fürstinne : purgerinwe M. Ä. JV.
66. d. volk w. ff. ,67. 68. m. o. wip Zuo diser h. z. vil
wit H. 69. Do A, Die M. 70. hen* H, haut M. A. JV.
den w. H. 71. * hinten fehlt ein Komma. 73. laz [seh inen]
H. 75. IFie #. 76 mich hie und fl. 78. als sam tf, alz
m. A. JV, 1. sam m. M. 80. l'won ich ir n. entzweien JH.
A. entsweich JV. 82. soltu H. 83. m. tu H. 86. hand
gevic H. 87. 88. Die vürstinra W. g. inra H. 89. sich
dhe'men M. A. JV. 93. [Da] H. ritters M. A. JV. 95. ver
vol 31. JV. 96. ieman* H. 97. hin?j JMT. 4. N. 97. 98.
staet : pset M. A. N. etlichs H. 99. ir s^A* M. JV. 201.
dienen H. 3. etslichia H, 4. inw JW. A. JV. 5. 6. paet:
tae* M. A. JV. 7. palaz M. A. JV. 10. Ist ist j. vrouwn
H. [12—15] H. 16. hand gevie H. 17. weiset M. A. JV.
tfeoarten. 3. 709
[219— 22. J H. 20. ninderL ehaiti hie inne M. A. hinnen N.
25. 26. einew : reinew H, ein : rein M. A. N. 27. w.
auch w. A. r. und w. H. 28. in e. .4, ern M. N. 31.
behaltet M. A. iV. 33. Wil m. tf/e vrottwen an ff. huot
.}/. .4. JY. 35. behaltet ir ka'usch?'c//ait M. A. \[. 38. auf
ir ff. Mm. /an JH. 41. mag* ff. 42. IFie ff. holt M. A.
N. 43. h^r ac/ius JT. ii. iV. 44. des seinein h. ff. h. ze
pf. 31. .4. X 45. Wil M. A. X. 48. begffnd ff. 49.
(7*4 m. — torren ff. 50. iemant h. in rorhtcn ff. 51.
ich ff. 52. var ff. 53. trouwen ff. 55. frawnM.it. N.
56. jrwuok ff. 57. ffaz e. küniginn ff. 58. si an si ff.
59. ha M. A. X. 60. von in M. 62 \ert ff. 63. [man]
ff. M. Man w. si .V. Si weisen si anch vil d. it. 64.
kcmnat M. A. N. 65. si [sich] inn an ff. 81. Merckt d.
donkf ff. [83 — 90J i/. [94J ff. 95. Un/i aaft ir s. sw.
z. wuudzegn ff. [96 — 98] ff. 300. selber ff, sel6 ilf. A
A". [301. 2] ff. 3. Äft'dk hat m. /f. 4. st. waz b. M. A.
X. |5. 6J //. 7. mir dfcz n. tr. ff. 8. V7r gar M. A. N.
min.s //. 10. fn/men M. A. X. 11. Eine* abents si ander
ein ff. 12. Alles irs /ifte« si gar v. ff. leidens M. A. N.
13. Da itf. J. xV. 14. ane M. it. JV. 15. Da si saz in ir
M. A. X. 16. irr mildem .)/. i4. iV. 17. gruezzet si
// ///michleich M. A. X. 20. minn ff. 22. venster und
vür //. 23. tugentleichen >/. A. X. 21. gruezzet in min-
nichleich M. A. X. 25. [doj w. erkand ff. 26. von so
tw. si //. min// ff X. [2J— -46] //. .)///*. 30. er von minne
ii. >/. 31. 32. herz und sin Und irn m. säst si nach im
A. M. [trade sin] X. BS, [im .V. 39. zwar ach N. [40.
ii] -V. .>/. VI. \e ain.s A. M. 43. w;irn si n. ein ander
t. .>/. A. 14. p*d4ic M. A. 47. Dez w. di fraw m. M.
rninn Y 18. Do ir d. s. I. w. AI. X. 47. 48. Auch ward
ir im lin herz gen im '/ein ir) b(wuint Da von ward
tler franfejn <-in siech tum b kunl //. Hm. [49 — 52] H.
mm 10. 50] \. 10. \)u wool u. ,1. 52. siechlay >/.
,1. 53. Da M. \. \. kam iL Mut. kündiaz M. küudii-3
\. kundig Mm. 54. Die lach »/. irn I. \. 55. Die [fraw]
sprach sam mit mein leff* .»////. '/. [55. 56 Ww. //. 57.
Ich greif! <•/. au tv, u.iw bai ?ür war Hm. //. 58. minn e)
üU ;ai >////. //. [59 54 W». //. )!>. We«l »/. .1. \.
63b minn \. 54. ttehe\ x. 55. Romphia //. 66. chuni-
_iii// »////. Wer bat dir - i Daz ich nach minne fewt
w. \. i hu . n7. <i.i Hui. iwuer a. vw//i >//// sewr
M. Prion als rngebewi A. r.7— 70j A. 68. Äwer all/'/*
den kr. erfoei »/. >////. \. Nieman so weil erchtlr >/• S.
60. In //////// Romischen //• reich : geleich »/. Um. \.
[7i— 74] »////. //. 71. Ich w. <\. ;mi dein geuad »/. \.
72. [oucfa >/. %. 7i. sr.n ihi \. 75. Ipr. ea I'«. »/. \.
i»i ira// H i Rompbtfa // 75. an ingsl iln //. 7s
710 jfoearUn. 4.
ez immer ff. 380. Und min heimlich vor ff. [81] H. 82.
gevallen in ff. 83. jung8 ff. [84 — 88] H. 89. fcein ff.
90. gere* M. J. JV. 92. ewr M. 4. JV. 93. ew e?*;rer s.
M. A. N. 94. Wrie H. cwr M. A. JV. 99. Haizset euch
der mischen M. A. JV. biz ff. Mm. miüich enzit H. 400.
in den march JW, marcfr* JV. 4. 2. Haizzet ewch M. yt.
jV. 3. 4. inn : spinn ff. 5. ein gazz d. Mm. vor mir A.
die ni* i?J. Mm. ff. 9. nur ff, nnr Mm, dann M. 11. 12.
küniginn : sinn H. 13. reite* aller naechtichleich M. A.
N. 15. m. gar vr. ff. [15-30] Mm. ff. 18. steht vor 17.
25. jung(k)m«w JV. M. 31. in wol ane ^4. in ateo ersach
Mm. H. 32. habent M, ha6* JV. £f. gu* JV. 33. 34. kü-
niginn : sinn ff. edlew M. A. JV. 34. mit m. ff. 35. ge-
winn ff 36. in vil wol gesehen ff. [37. 38] H. 39. Nn
merk* vil ff. rech*:chnech* M. A. JV. 40. So iu /f. 42.
ir in s. H. 43. Reiten vor in M. A, JV. 44. Daz pf. k.
M. A. JV. 45. ewrn M. A. JV. 45. Walt von /f. 48. hilf*
ff. 49. wert ir A. 50. haizae* M. .4. JV. 51. sendet M.
A. JV, send* ff. 52. [ich] M. A. JV. 53. höbschen M. JV.
54. vindet M. A. JV. kemnaten ff. 55. 56. iu s« leit Si H.
Ey Jtt. b. weii M. N. 57. leg* enchan ff. 58. vahe* JW.
A. JV. 60. sag IST. 61. 62 küniginn : sinn ff. 63. 64. 65.
Alz ez erget mit sichcrhait M. A. JV. 65. minen H. 67-
mitticA ff. 68. beraite* M. A. JV. 71. vrown ff. 72.
waren ff. 73. Die M. JV. Si zanten z. rit*8 gwo* H . ritter
erber Mm. 73. 74. ritter : swaer M. A. JV. 75. Da M. A.
N. H. 76. guoten M. A. JV. 78. naz* ff. 79. Da M. A.
N. 81. hö'bsch M. A. N. in : künigin ff. 83. kuniginne
M. A. JV. 84. höbschait M. A. N. 85. minn ff. enpft.
M. A. JV. 89. ha inieich JV. [in] gnuok ff. 90. warn M.
Mm. JV. A. Wan si w. beAend u. kl. JV. w. paide nnkl.
Mm. w. peidenthalben unkl. A. ff. 92. D« M. A. JV. H.
93. la# A. JV. 93. 94. hg : sa# H. 97. im M. 4. iV. 500.
ftesiget M. A. N, gesig* H. 1. gesag* ff. 4. [sag an] M.
A. JV. 7. iaecht M. A. JV, iahst ff. 11. verholt ff. 12.
[en] M. A. 13. Daz A. g. dir ü. M. A. JV. 14. nieman*
huet H, iemant huet*e* M. A. JV. 17. Schein H. *(lies
dhain). 22. li* M. A. N. 23. Da M. A. JV. 25. hei H.
dhainem M, deinen JV. 26. Gevolget M. A. JV. [27 — 28]
ff. 28. alle M, noch A. [29] ff. 30. Geroßt so w. H.
[29. 30] M. Vnd hiet ich g... acht Zeilen leer JV. Si wrcr
auch zwar an missetat Hi£t ich geuolget deinem rat A.
4. Der tafel0-$)apß.
Heidelberger Handschrift Bl. 203
15. wöll. 19. iar (a ans e gebejsert). 23. in seinem
sun«. 37. Er sprach ist wieder avfserhalb der Reimzeile.
jfosarten. 5. 711
39. mue^est. 40. nackend, 'vi. uns^mlte. 46. * lies [all].
50. paust. 51. 52. leben : sehen. 55. 56. alt : swar. 58.
weis. 84. siest. 90. valantz. 94. zu. 98. niemand —
empfie. "(lies da). 100. niemanls. 9. paltiklich. 12. zu.
13. schrib-. 16. iemanl. 17. zu. 19. 29. nackend. 25.
versüra/n. 27. Der botschaft gl. 31. guots. 31. \raiv.
36. warlich. 47. wäll. 48. wi\. 52. Da. 53. einer. 54.
iemanrf. 58. bischo/*e. 63. Zw. 61. die niemanl. 68. wolt.
bejser solle. 73. Da. 90. "daz ist überzählig. 207. ;?abst der
tiu/'el. 16. 17. D«. 18. einen. 19. /«Vir Wan ist wol Daz
s« lese«. 1\. i/m. 27. Da. 31. gieng er e. 32. sprachn
sin kneht mit. *Das Komma ist zu tilgen. 33. iCin kappe!
gemein. 54. 57. pabst. 6i. "lies här. 67. garM. 70.
sl/eircn. 11. vor vol. 76. Hie am Rande, ivor. 11. heizew.
82. seit 89. pabsl. 90. De». 91. stol. 93. sfrihel. 94.
m. n. seh. 96. nöme/i. 302. dise/i. 13. barm sich. 15.
sagt im. 20. zu d. tiu/'el. 37. Snil. 39. redt. 46. n. I.
17. paUZ. 4S. kleineit. 49. allew. 54. 56. niemanl.
5. Äntfer Dagobert.
H a ndschr iften: twei .Münchner (M, .">///»),• Augtburger (A) ; N e-
resheimer (.\); Heidelberger (H) Bl. 216.
1. merciie/it M. A. iV. ?/az A. 2. Rom ff. 3. Car-
dinal M. A. X. 4. und /ral 4, ///id dfe ge/ier«l Mm 6
zesaen ff. in de« M. A. p. //eil M. 7. lobten ff. 8. [da
rfhein .>/. .4. A. 9. chcines M. A. N. *((ies dchainfejs
exzen ff. 9. 10. pflog : \ag ff. danncnl AT, dannant M,
dann A. d an nach Mm. \»a A. 11. Der hat ff. 12. ge-
tourbten die herren ff. 13. treiben ff. H. Daz ei an
dem /il lack .4. 15. 16) it. M//i. 15. an ff. 16. chan
II. 17. Die >/. \. 18. [wo!] .>/. .4. Bf. 19. Da/Brecht
>/. oYocApreeht A. .V. .>////. Datjtfecbl IT, 221 niederholt
il dn^ erstemal am Immer man. 23. Da M. A. x. ff.
herren ff. 23 28] -4. 24. all u. veraatnen >/. IV. ff.
n »war ff. 25. 26] Mm. 26. starte* ff. 28. igkio/» w.
\ an //. 29. Di >l. .V. A. II. si «tt /. II. rhonicn : \vr-
Qomefl •»/. \ 1 ff. [31. 86 Mm. laet /W Y. A 'Hn'fser
\aiV . icsh k hti \ . eugsHeither M. gidel »/. !U. Da —
weit il 36. beeren I [im w. i \ all 1/. [37. 96] 4. 37.
i// ewca ///'•/// »/. all ff. 39. ch&itten »/. \ 39. 10.
Daz hui «in man in disef rrist Eieinl le aügen chomen
i. ||. Tackptecht M. \ \ M. tu Men d. i/. [43.
M I >///' a</Jer woi sein für am. 15. 'i7. Da u. /v.
.1 //. ftOfl II. Im-;-// W. t. \ 'ü. dir .1///. ;ill/' >/ . utrh
\ al \. io >/. kfn. .><). bitten -i. 'las /-/• j<im n. 51.
7.H I./mc iii \ . Pr< hl 1. »//// >! m //////AI die
in. 1/ 1, riioiii I. I.ni/// // dI \ >> \Ch II •)<"> iiiai)//rn
712 fttaxUn. 5.
JV. frum M. 58. chunst M. A. N. 61. [samf] ff. 63.
Cha?men M .4. iV. D#z M. Mm. JV, Zwar ez A. 67.
«inser h. [hie] M. N. A. 68. magn ff. 70. fragen ff.
72. irew zeit JH. ,4. iV. 76. Völliklic/* ff. 77. ane M. A
JV. swar ff. 78. ayer&r M, ayar ff. 79. einen M. N,
ainw A. 80. [er] ff. manigera ff. 81. man#esJV? manige«
ff. 82. ze gelten Mm. ze v. h. er A. 83. u. huener M.
JV. ff. Mm. 84. nemen ff. 85. 86. Da M. A. JV. ff.
ayerer M. A. JV. 87. [Sie spr.] ff. Die M. 88. niemand
M, raeme« ff. [nennen] M. 89. s. h. ff. 90. 7*ns M. A.
JV. 91. 92. ew ff. 93. [vil] ff. 94. Meinerc— wennen ff.
95. m'At schcen A. 96. [mag] ff. w. wesen A. han Mm.
100. Alz — lande M. A. 2V. 1. herm M. A. JV. sprachen
ff. 2. Ewer ff. uns M. A. JV. 3. Du entrins* A. «ns M.
A. JV. Ir antwurt u. den von dan von stat ff. 7. [iu]
ff. 8. rm/at ff. 9. swar ff. 10. Tag(k)precM Jtf. JV,
Drackprecht A. 13. alJ ff. 14. [all] M. 4. JV. ew e. hawd
fl. 15. Zu dem chaisterstum ff. gJimpf M. A. N. 16.
Takprecht — den seh. 17. siat M. A. JV. 19. Da M. A.
JV. Jahn ff. 20. werdew* ff. [21. 22] A. gehört : st<ert
M. ir vor ha 6* — ir von Mm. JV. ff. 23. im auf Mm.
frawden ff. [24] ff. 25. Daz ersach ein A. vischar:
swar ff. da daz Mm. es ff. [27. 28] A. 27. im da s. M.
29. D«r amo si A. 31—33. Dragprehten fuorten si in die
stat A. 31. Tackprechten M. JV. leeten M. 34. Hernes
ze ff, Hincz JV, Uncz M. Mm, Gen A. 37. Da M. 4.JV.
auch sy ff. 38. in daz ff. 39. Ob under in jemand ff.
40. Der M. Ob by jn icht ain ff. 41. Tag(k)precht M. N.
A. ff. war ff. 42. im. 43. deinen M. A. JV. 44. ffar
t?mo so m. ff. 46. Werent M, wurden A, werdent JV.ff,
werden Mm. 47. [Si] — all ff. 48. muot 4. m. chlain
ff. 49. ew ff. 51. Tagpr. ff. Mm, TaeÄpr. JV, Ta/>r. M,
Drackpr. A. 52. Dez Im. vergeben Mm. ff. Lat durch
den reichen g. A. [53—68] Da wolten si in niht erlan Si
wolten in ze herren han A. 53. Yesl. ff. 56. 1. fürst H.
58. unge essen ff. 59. Nicht ez bes. ff. 60. [en] — süss
ff. 61. muss£ — geweren ff. 62. T, ir ez JV. 63. So ir
ziechewd ff. 67. Da M. JV. ff, Do nu A. Tagpr. M. JV.
ff. 68. herrra M. A. JV. 69. warw M. A. JV. 70. wollt
[ir] ff. 71. musz ff. 72. So wert jr aller* d. w. [min] ff.
75. 76. alJ: schal* ff. 77. Seinen ff. pot JW. A. JV. 78.
das 1. ff. 79. Do k. ir dar e. H. 80. ans M. A. JV. 81.
Dax ff. 85. Wer ff. 86. Der ff. 87. [in] erzürnt ff. 88.
benam ff. 89. 90. Da M. A. JV. ff. 91. swar ff. 92.
[mir] d. ayrar ff. 93. drawS ff, frowen M. A. JV. 95.
[an mir] ff. 96. [so] ff. 98. herr ff. [99. 200] A. Mm.
3. gesaat ff. 5. Stillend ff. 6. ich niemand m'Al g. M.
A. N. niemand ff. 7. gepo?t;t M. 4. JV. 9. ho/ M. 4.
fcsorUn. 6. 713
_V. tt. 210 [da] M. .4. N. [11. 12] A. XU H. [beidiu] H.
13. waren H. 14. aolten H. A. N. 15. Da Jf. A. N. H.
16. vernamen und H. 17. 19. Da M. .4. A\ 18. ritter /f.
19. all H warn Jf. 4. N. 20. [daz] //. 23. [het] H. 25.
herrai fl. 27. von ew h. H. 29. müssend H. 30. £?/>•
M. 4, AT. 32. al/ H. 33. lie da n. d. flecA rnd b. H.
flea AT. A. A\ 34. herrn Jf. .4. A. 36. w. da n. chain
H. 39. 40. ser : raer M. A. N. chainer H. 42. sei* H.
43. von \nn H. v. im w. A. N. 45. herrn Tagprechl M.
A. N. h. her Ta/?recht H. 46. m. a?/c/t all chrum H. 48.
Mit vr. all pey im g. H.
6. (Conftnntin.
Handschriften: zwei Münc kner (M, Mm) Bl. 154-, 204; .Äu^ sftwrp e»
r.4> ß/. 207; Neretheimer (i\) Bl. 277; Heidelberger QH) El. 250.
1. Dannoch* fl. [vrid] Jf. iV, 2. vrum H. 6. [vil] Jf.
8. Waen z. fräwd vnn H. 9. in a. M. A. N. 10. «o/ ein
g. H. 11 steAf hinter 12. Die tr. .4. 12. seift M. A. N.
f'rewntein H. 13. der H. 15. fGlena M. A. N. 16. u.
waz d. M. A. N. 17. Costantinus H. 18. in niht umb sus
H. 22. Rom itf. it. IV. [25 — 28] Mm. 26. m AT. 27.
unrechtikeit M. A. N. 28. im waz N. 30. neiden «. [31.
321 Jf. A.A. kfiniginnen H. 35. wan er M. N. H. [37.
38] Mm. 38. gnuok //. 40. Man m. — [die sint min] H.
h. ein müzz die ist m. A. 41. rat an I. Jlf. ,4.AT. 42. swar H.
4'f. [ir] U. [45-48] H. [47. 48] A. 49. Do A? Da M. 50.
swar //. 51. l'nd w. it. 52. Er w. Jf. A7. Ein m. d. w. v. H.
[vil] M. A. N. 53. eines klein H. 54. muoetJf. A.N. inw
//. 55. eiw //. 56. \uczen H. fuvzz M. A. N. 58. krumbl
//, krum// AJ. A*. w. er dennoch t. ^4. 59. Dann« M. A.
Y. 60. küniga //. 63. schamler //. t>i. Das /f. gegert
»/. .Y. 65. Die weiset >/. A. N. einen ketct //. <>7. Do
//. r»8. icfa wter i. 1. 69. treiben fl. 70. \n. ged/fentwl
_i eracb. \*;irt >/. \. //. erschel/J //. 71. traut w. Ä
72. im iirnl» //. da mit u. 1. 78. UDMlig //. 79. Ge-
teilet - stieben .»/. .1. A. 80. enget newr (nur .•«. m\
\. ii. 81. Sichl ü. >/, .svlit ;i. /Y. ' 83. unsalig //. 84.
In.- I. rv,m >/. \ \ 86. Du/ E110 dem niKkcii //. 88.
M den //. 89. I r. -g«r kr. >/. t. \. 91. ih w. \
petretten n 93. an/ e. >/. -4. 94. slniu //. »5. Zertrett
\. Itfirtiea m A. 96. geUub .>/ t. \ ^>7. !>s i.
Kamel Jf. \. HH). ?.//o d. >/. N, den erabajr i I. />/>
die eiten beten gegr. ►/. \. e#sen // -l. getefl m. [niht]
//. i. berren ir. /'/< ••/ //. peruol M •>• Grab) //. <>.
M ein //. 7. 8. Ein scharflei ^\. it. D.
i, vs . u. i, i. >/ i a. Vor 8 /'"' // ""«//• Und lieh
mit zornikch räch. 10. NN" //. 11. pradh f/. 1^. heri
W I \ 1 | I ♦ I . 'Iiiiid/rii. w V. III. III. Hl/ >/. y. //.
714 iTesarten. 6.
gicht M. JV, spricht ff. 115. Do da daz A. 16. [Und] M.
A. JV. prech H 17. Und den pf'enning ff. M. A. JV. 18.
Do M. A. JV. 19. schan* ff. 20. er räumen daz I. M. JV.
ff. lande M. N, \*nt A. ff. [21. 22] 4. 21. Dannocht ff.
23. s. g. in einem. 24. w. 1. M. A. JV. 25. 26. in einer
Reimzeüe: ausseezik M. A. JV, Aussikeh ff. 27. das M.
JV. ff. im in w. ff. im w. gewar A. [28] 4. [niht] JV.
lenger ff. gespart: An der selben vart JV. 29. wr«rd s. ges.
drat M. 30. Pofera nach A. zehant: Chsemen pald in daz
lant M. 31. Und do A. 32. gein R. ff. 34. chlagen* M.
36. rm/gt ff. 41. küni# M. ,4. JV. 42. jähen ff. 43. 44.
raf : dra* M. il. JV. dem k. M. JV. ff. 46. vrumen ff. 47.
Doch M. A. JV. 57. Die kunst 1. ÜT. ZV. ff. \a>ten M. JV.
herm Jtf. JV. .4. 59. hetf ff. 60. wol ir M. N. amen JV.
ir gewinn ein michel t. ff. 61. [ze] A. 62. «ns M. A.
JV. maermel M. A. JV, marftel ff (immer J. 66. welhem M.
68. ffo ff. 73. 74. sauf : <tas lan£ M. N. A. ff. nach den
m. M. JV. ff. [75. 76] 4. 75. murrc ff. 77. dar «wo e. ff.
78. w. zw;«r d. M. JV. 81. 82. san£ : die lant M. A. JV.
Weiten auz X. dew !. ff. 83. br#ht ff. chindlein M. A.
xV 86. [vor] ff. 87. kinderc ff. 88. fruok ff. 87. 88.
genuogen : truogew A. 89. w. not e. ff. 91. sprach ff.
her M. A. JV. 93. D« — im daz ze maem : wa?rw M. A.
JV. 95. ir« M. A, ir JV. v«tern ff. [den] JH. 96. Alle*
M. 4. JV. 97. herr M. A. JV. 98. Wan der j. mocht n.
groezzer sin M. A. JV. 201. disen j. M. A. N. 3. barm-
Aersichait A. ff. 4. v«?ter A. [3. 4] JMj». 7. m. /ieoes
libes ff. 8. aengstl. M. A. JV. 9. den üf. A. JV. ff. 10.
m. über si e. ff. 11. swr^eren ff. 12. siniw ff. 13. herr
M. A. JV. 14. e nu mit ff. 15. maniges A. M, marages
JV. 19. ieslich ff. 20. Wt M. A. JV. 21. Da M. A. N.
23. watest ff. 25. Vor« ff. 26. ha& Mm. 28. haft einen
b. M. A. N. 30. [zuo dir] ff. 31. erbarmung ff. 32.
gr«?zzer m. sein M. A. JV. 34. gewiesen M. JV. ff. 40.
gewatfs ich ff. gewanfes M. A. JV. [43. 44] A. 44. smiu
H. Dia kl. Jlfm. waz M. 45. kasaui M, gasau(w)l A. N.
Mm, 5«wl H. 46. krumper Jtf. ^1. JV. [47 — 50] Mm.
[47. 48] A. [49. 50] i/. [52-56] A. 52. ewÄan fl. 54.
Sin gewant w. r. gwwok H. 55. sprechen M. ^4. JV. 56.
wenn JJ. 57. tu M. JV. jEr sprach morgen solt A. [58]
H. seira M. Der als ich sei g. A. 59. Der s. A. 60.
[reht] i/. alz ich M. 61. selo M. A. JV. 63. s. gesunt z.
ff. 64. wollest H. w. im h. M. JV. (wo? haut /V/r haubt).
im daz houbl zwar A. 65. d. haubt s. JWm. JV. ff. 66.
Daz hab auf die trew mein A. 68. dir den ze H. 69.
den ges. M. 70. [ist] m. [waerlich] H. 69. 70. So tuon
ich dir daz sicher chunt Daz er dir geit d. g. A. [71—74]
A. 71. prest Mm. [aller] Mm. H. 72. g. von im b. fl.
ffsartcn 7. 715
274. Hast gegen M. Alm. dein H. 76. Da — langer M. A.
X. 78. [Daz geschachl Da vi! J/. dra^ A. Alm. X. [79.
80J 4. 81. Drt Jff. J. ~AT. 82. [im] H. 83. Da M. A. N.
[83. 84] A. Do .17. A. 84. tn/ahait AI. A. 86. waa g.
Jf. .4. A. [87 — 90] A. 87 Da M. N. 88. von itf. X.
90. an juezzen u. BS, X. 93. [sin] JM. A. X. ges/Vnd //.
95. [an] JFf. 96. Dhainen itf. JV. Dez selben er niht enlie
A. [97-302] .4. 97. Er H. 99. niemand H. niemt —
darinrte AI. X. 300. kam H. ungewinni M. X. 1. man
er H. tet er in M. tat H. 2. muosten H. dulden M. N.
*. [her] M. A. X. 6. vor im saeh AI. A. X. 7. 8. Da
_>/. A. X. H. gevröuwH H. 10. Ring AI. A. H. [gr.J Afat,
grozzetc 2K, groz #. .4. [11—18] 4. [lt — 14] Mm. H.
14. erlösten A\ 15. gaerb M , gaerbe (A.) oder gaerbd X,
grab Mm. H. 16. enpfie jW. 19. Ze hau* weiset M. N.
A. w. er it. 20. [mich] H. werd M. A, pin Mm. 21.
Da spr. M. herr JH. 4. X. '22. [Er spr.] itf. Er i'ach Ü.
ZV. ich mag Mm. Aan n. </ra^ s. H. 24. du /iden gr. H.
25. L. v. m. hie H. 28. [wol] H. 30. also H. 31. leio
M. A. X. 32. Das H. 34. schier JH. A. X. 36. [hie]
W. A. X. [rehtl i/. 38. iehen H. 42. w. v. im A. M.
43. Da M. A. X. 14, din //, deine**; TW. 46. und er g.
//. 19. die .)/. A. X. 50. in nach A. Das zweite nach
fehlt H. A. 53. Da AI. A. X. 54. De« t. [im] H. teyfer
.>/. A. X, tei/fer //. 55. Und — ma>rme! M. A. X. 59—62.
Ynt lautltin /.sinnt Vnd mäht in auch an dem leib gesunt
A. 61. Dfl AI. A. Y. 6't. alle die h. H. 65. 66. wollen :
sollen, 68. w. kam geauok //. 72. Lnbeiit in gros il.
7i pawr oder pawen M. X. 75 Gab //. Geil uns (unser)
)/. 76. waer //. 77. b. v.ehen t. M. A. X. 78. in so gr.
79. leichnamen. AI. A. X. 80. Bestatten so gar //. 81.
er« //. 82. Pride r. >/. 1. AT. 85. Petent //. 88. Gab
i i den viantei mit /übten /. yl Hom an alle swar //.
7. Urs tUufunkönigfl £nct)tcr.
// andtchri [(■ H ■> ( M'„ ) Jii ±~\ Au<nl, u, ,, , < ( A) III >\ J,
ri r.V) /</ i|g| Hll,t,ib,,,j,r(U) III 27.i
1. s//ll«-n //. an< I. ttl». .\ •_>. /.niesen // , raiissco
»//// ri ,// ii l. \ u.iIIkA A. Mm. gewtllicll*
leicA A 6. goldes a YLm. \. .■. tübert //• \. 8. f. snu
!>////. 9 Dar zu .4 )i»> \. 10 ward U. 13. [mocht] #/. 14.
mjrtei A. 16. heim fernen //. I!). ;m //. 2i. her« I.
tfipi \ 25. daz //. 26. [also] .1. 27. Also daz. I. 29.
K«ntzleich \ >////. \. Kl süll I »/>//. \. 31. kumbi
// wi \ >//// \ :». erb //. 36. dann i- ü». I
.'>H 'in pr«ch »<i '/" " die \ 13, M//^r //. 16« a
ii. rn. // Mi [boten] 1. IU <■<"' >///'• \ '<!> ;nill//l/ I
716 harten. 7.
Mm. N. 50. sagt A. Mm. N. 51. irn ff. 52. an ff. 55.
rat .4. Mm. N. 57. tt'olten A. Mm. pabst A. ff. Mm. N.
57. 58. keren : eren ff. 58. [in] ra. g. mit s. ff, in mit
gnt e. Mm. il. 60. an ff. 63. [si] ff. 65. pabst A. ff.
Mm. N. (immer). 66. ward M. [vil] ff. Mm. N. 67. u.
%ut ff. 68 was er N. [67. 68.] J. [71-74] A. 7*2. k.
wnd die Mm. N. rawssen ff. Mm, rseuzzen N. 73. ze r.
Mm. 78. b. ez a. M? b. es m a. N. 80. t. se nemen a.
.4. an ff. [81 — 86] A. 82. ern M»*. N. kern Mm.
84. Jan Mm. 85. Wegun# — da A. 86. daz sol ff.
[87 — 90] A. Mm. ff. Seit mir ez na der pabst A. Mm.
N. erloub* ff. 92. so ist ez noJ an A. Mm. 93. b. alle
j. y|. Mm. 94. mag A. Mm. [95 — 98J A. 95. pabst er-
laube Mm. ff. hilt Mm, hat ff. 96. [Got] ff. 97. Die N.
Mm. 99. Do ff. 100. mangen [vr.] A. Mm. 2. daz N. 4.
t/nd den AT. [al] A. Mm. 7. pfell ff. 9. [ie] A. Mm. d/tain
iV. trat«; A. Mm. N. 11. lYoch N. wown ff. 13. 14. do:
so A. ff. Mm. N. 14. wan£ A. Mm. N. 15. gezamen ff.
20. chemnaf A. Mm. N. 23. Ein A. ff. Mm. 24. werden
ff. 26. was Mm. N. 27. ab von irm 4. Mm. N. 29. l«?t
A. Mm. N. *Cbefser laiV. So immer J. 30. w«?rleieh nu w.
A. Mm. N. 31. [ain] ff. 32. erkr. ir antlite ff. antlätz .4.
Mm. N. 35. an ff. 36. si si ff. 37. 38. Do si do s. gem.
Beidiu arm und rieh, Gemeinlich si da jähen, Alsbald si
erst an sahen ff. 38. gemainefcleich A. Mm. M. 42. selber
A. Mm. N. 43. Herre A. Mm. N. ditz A. Mm. sin ff.
44. wirret N, wirket ff. 46. antlits ff, antlnfz A. Mm.
N. 48. hinter ff. 50. Do — kom ff. 52. [diu] ff. 53.
gel«?t A. Mm. 57. hiez er ff. 58. gen A. Mm. N. 60.
\egt A. Mm. N. 62. het e. verstanden ff. 63. dem m.
ff. 64. dotun die kreiz Mm. daei^en A, daewn N. 65.
het A. Mm. ZV. 68. kü/*#es A. Mm. N. 70. m. zwar v.
A. Mm. ZV. 71. herr A. Mm. N. 72. geschah ff. 78.
den vatter Mm. 79. dfcain A. Mm. N. 81. man in t. N.
83. Iset 4. Mm. 84. Herr A. Mm. N. 87. dan ff. 89.
Si it. Mm. IV. 90. [da] A. Mm. N. schier b. Mm. 94.
95. vischo?r A. Mm. N. 97- sieben* A. N, sweben Mm.
sweJen ff. 98. zoc/t A. Mm. 20t. Sehent A. Mm. N. 2.
mug ff. 3. sl. zwar ff. 4. in daz A. Mm. N. 5. Do A.
ff. Mm. N. schoene«; A. Mm, schoen N, reine ff. 9. pald
A. Mm. ZV. 11. w. sicÄ ff. 12. tnot ff. 13. 14. s. in
daz lant Her zuo mir gesant ff. 19. [ir] ZV. 18. [wart]
ff. 25. [mer] A. Mm. N. 29. Sah* — [iu] ff. 32. gru-
ben ff. 33. [ez] ff. kinchait ZV, chinefrehait ff. 37. ewrn
A. Mm. N. kleider ff. [39. 40] A. 40. fraw Mm. 42.
einspielt ZV, spielt 4. Mm. 44. volliklichen ff. 45. nie
getet A. Mm. ZV. 47. einem ff. 48. G. w. ff. 50. Aines
4. Mm. ZV, Einen ff. 51. 52. wol* : sol* ff. 54. Des was
ÜVsarten. 7. 717
si b. H. 255. seint H. 56. Die m. a. w. i/. Si w. an den
augcn bl. A. [57 — 60] .4. Mm. 57. wollend H. 58. sol*
H. 60. ich 7«ir JV. 62. Des was tftei //. ^rchant A. Mm.
N. 64. [da] A- Mm. W 66. sogest i/. 67. die b. A.N.
68. Und dich ertrenchen in dem i4. Mi«. [69. 70] A. Mm.
69. [dich] darinn N. 70. [ze] toi H. 71. bo3s H. 75. t.
rfir H. ir zwar hie [vil] A. Mm. 77. [daz] N. H. 79.
empi. H. 80. F?/er wir die A. Mm. N. 81. [U. v. si] — ecto
d .4. Mm. xV. 83. frawn A. Mm. N. 84. von uns A.
Mm. N. 85. hasrn mng n. sehen ^4. Mm. iV. 86. k. ze
dem marschalk j. H. [87. 88] 4. 88. künigs Mm. H. [sin]
/f. 89. Zehant v. A. bald #. iV. 91. der k. Mm. 92.
fgrözem] A. Mm. N. 94. [da] H. mannen ,4. Mm. N. [95.
96 A. der not N. 96. grozze*? Ufa». JV, groz H. 97.
[daz] A. Mm. H. 99. Rnefl'en ,4. Mm. N. heren v. //.
300. D« f/. 1. [wol] A. Mm. 2. \cfft A. Mm. 6. Da H.
10. irr vrümkeit A.'Mm. N. 11. da A. Mm. N. 13. da
von z. H. 16. schwn N. 18. wnrfe k. AT. 22. frawn A.
Mm. N. 23. künigs H. 2i. warlich H. 26. briete ff.
27. fraw A. Mm. N. 29. ewr A. Mm. N. 30. irr A. Mm.
Y. 31. schren A. Mw. HT. 32. Wo H. [35 — 38J A. 37.
mit von eirir Mm. 38. riehen f/? reich ZV. 40. Wann
Nj Zwar it. Mm. 41. Des w. ich h. dir uz n. A. Mm.
42. jwil A. M. 13. ko/nst //. 4*. s. gar v. //. 50. [daz
wasl'.l. Mm. \ 52. daz] an //. [ane] N. 53. Da A. Mm.
A. //. 55. dann A. Mm. Y. 56. Do A» Mm. N. H. 57. an
H. [57. 58 Mm W). enpeutt A. 60. im — im A. Mm.
A 63. do //. 64. vn/mkeit //. 65. [do] .4. Mm. N. 66.
von der booren //. 67. 68. epeutet ew herr : werr A.
Mm. Y. groz //. 69. iuwerm H. 70. Das f/. 73. ist ein
g. //. 7i. schier] //. 75. miieaat A. Mm. N. 78. Haizzet
\ Mm. Y. SO. sei //. 82. al/er erst //. killt sich »////.
83. y«licb //. 84. lar //. Nieman g. ez s. ,1. [85. 86] A.
herr: um //. war X. borl //■ 87. D« i4. Mm. 2V. um?.
//. 89. Sebriber //. w. Schrib Mm, //. 91. secA Mm.
92. ei fi Mim. i 93 fratc it. Mi». A\ 5Mi. gen* .1. >////.
\. si yim daz //. !)7. bakf // 98. |und| d. k. I. Mm.
\. 99. ist cisi. // 101. daz innt tool /<■//. 2. mtioz fl.
:i. 4. riod : erwiod //. c>. Dn den trtwen \. Mm, at.
7. 8 Mm. 9. eilei .4. >/m. a. 11. dem n. d. br. n
12. da i. »////. \. 14. recht] //. 15. kao \ flm. \
nj Diemanl //. l<>. brgund •!<» i. Mm. \. 17. Doa
kfinigi //. i!>. im i. Hm, n. 21. Deut r. »////. 22.
\r(.uu// er «reinol t» //. 31. freici //• ' lies d e Hain . 25.
ol //. 28. tragea \ Hm ¥. ->(». in «w //. 80.
De« v. . ii Qi| \. |. }lm. \ weinen/ //. 3'(. wniilir I.
Mm. \ ') ihi.. u.it. //. :i(i. <W/s w. e. AVe/// //. .'{7.
tu'/l // .«l.el in ein !. I lfm. V 5'». nililiv /|. »//n. \
718 jfrsarteit. 7.
442. geschehen ff, wo hierauf, im Uebergang zu Blatt 283,
wiederholt wird Der mir das wölt ein klein verjehen. 43.
chindlain A. Mm. N. 44. ir» M, ir A. JV, den Mm. 45.
m. schon z. Mm. 50. [Schoene] iraw Mm. N. A. 51.
teiffer G, teyber Mm. A. JV. 52. Da ran diu vrouw o.
an dem mere zwar H. 54. gols will H. 56. ane sw.
Mm. A. N. 57. tiefer ff, Teytier Mm. A. JV. 59. pulsick
A. JV, nulsich Mm, Vulsiech ff fiber ff. 61. 7aio der
teifer ff. lieber Mm. A. JV. 65. * befser daz oder der
stat. 66. ewr M. A. JV. 68. * befser daz oder den
stat. 74. hafc /f. 75. klei» Mm. A. JV. 76. ich ez wil
ff. 77. wider die iWm. 4. JV. 79. vrouw ff. 81. 82.
Römerin» : künigin» ff. 86. grä'uffen Mm. A. N. 88.
dAeiner fräwd Mm. 4. N. 89. gesigel Mwi. 4. JV. 91. vuert
Mm. 4. N. 94. im Mm. A. JV. 98. was ff. sein m. Mm.
A. JV. 99. Da Mm. A. JV. den br. ff. 500. rech* JWwi.JV.
4. 2. W^V m. h. ?md m. ff. 3. [von ir] ff. 4. ergan
/f. 5. Da Mm. A. N. 5. 6. Dax ez — ft?«w gevar : swar
ff. 6. Da Mm. A. JV. 9. * befser brieve. 10. Da Mm. A.
N. 12. Da* w. n. ff. 13. [dhein] ff. 15. ward Mm. A.
X. 16. [sich] ff. 19. 20. ansprach :sach ff. 22. du v.
ff. 23. "befser briete. 24. jehen H. 25 — 30. verkürzt
ff: Do antwurl' der bot' zehant Und sprach: daz tuon
ich iu bekant. 28. wizzen*. 29. brief. 31. Da Mm. A.
JV. 32. ewr Mm. A. JV. 33. Do ff. 34. [mir] ff. 35.
Gen mir daz ff. 36. hao ff. 39. Vor grozem z. ff. 40.
[Und] Mm. A. N. 42. die s. A. Mm. JV. 42. 43. si ewik-
lich sicherlich lr sünd b. [unz] ff. irn Mm. A. JV. 46.
die alt sp. Mm. A. 47. We H. 48. erparm Mm. A. N.
49. Dem Mm. Die a. aothait JV. 51. [lieben] vrouw» ff.
52. Des m. ff. 53. 54. gen : sten Mm. A. JV. [da in] ff.
55. Und m. ff. aengtleich getat Mm. A. JV. 56. Der die
H. 58. do M»*. N.l'A. H. 61. chindlein M»*. 4. JV. 62.
nim»*er M/». A. JV. 63. Zuo einander Mm. A. N. 65.
gerungen H. 66. het ff. 73. vrouw« H. 76. er» Mw*.
A. JV. 77. der k. Mm. JV. 78. raawen s. s. dar nach
geswind H. rawen Mm. A. JV. 79. Von Reussen ff. 80.
do H. 81. U. pabst ze Rom z. M»*. A. JV. 82. sünd Mm.
A. iV. 83. an der t. ff. tohler {für vrouwen) Mm. A. JV.
H. 88. Fand ff. 89. raüssen Mm. A. JV, lawssen ff.
93. Daz Ä. 94. Regen Mm. A. JV. 96. Aoln Mm. A. N.
H. 97. ir» Mm. A. JV. 600. groz H. 1. [selbe] ff. 2.
m ff. 3. Da Mm. A. JV. 5. Da Mm. A. N. ff. 9. Da
Mm. A. JV. [si] N. sünd ff. 10. ir» Mm. A. JV. presten
Mm. [11] JV. babsl an gots ff. 12. [beide] H. 15. Da-
une Mm. A. N. 17. [sin] ff. 18. kindlein A. Mm. JV. 19.
vrou ?rn ff. 21. Da — purger Mm. A. JV. 22. vrou?r»
an H. 23. an ir r. A. Mm. JV. 25. Da si da g. A. Mm
itsatten. 8, I. 719
xV. 627. Da Mm. A. N. 28. rceuzzen Mm. A. N, ranzen
H. 29. [ihtl H. tu* Mm. A. X. 30. wöll H. 32. im
Mm. A. X. 34. imrer H. 35. WöJfeirt H. Wolf iWm. A.
X. ftam H. 36. [sprach er] Mm. A. X. 37. [si] X. 39.
wölt H. 40. lazz üfw. .4. X. 42. bechant A7. 43. züh-
tenlich H. 44. ende hr.b ewr 31m. ^4. iV. 45. ewr Mm.
A. X. 46. b. vr Mm. A. X. 48. vroiiT/: H. 49. chind-
lein Mm. A. X. 50. gr^zzer sein Mm. A. X. 51. framren
JKm. ^4. X 51. 52 53. Da Mm. A. X. [beide] H. 53.
(in] Mm. 53. 54. sein Der b. spr. das ist ein gnot sein
Nif m'mpt die H. 54. n. ewr. Mm. A. X. 56. Da Mm.
A. X. 57. Gen Mm. .4. IV. 61. \rm Mm. A. X. 63. Da
Mm A. X. 64. vrouw-n H. 65. si heim in gleich H.
paidew Mm. A. X. 66. Zuo irem werden r. H. [künik] Mn.
67. si al3 ein k. A. 68. ring A. X. H. 69. n. und t. H.
70. Dax iV, Dan H. vr. «nrf ir xV. H. Mm. 74. AI iJ. wunn
A. Mm. X. 76. (htz M. 78. ungemütlich H, ungezwgleich
Mm. 80. uns oll vr. Mm. X. 79. 80. Der geb vnz allen
seinen segen Vnz wiuez vnser cwicklcichen pflegen.
8. üavl tier ©ro&e.
I. Liebeszauber.
Hart dschriften: zwei Münchner (M, Mm) Bl 158, 267; Augt-
burger (A) Bl 200; S >- » >i -s h ei m er ( S ) Bl. ±',i\ ; Heide/berger ("H)
Bl. 25! I
1. 2. Der f'uor in vnger ze ainer zeit In daz grozz lant
weit A. 2. Lncz u. M. 3. b. d« kr. A. 4. [in] M. u.
sl tf<> \\. Mm. Anlachen Mm. A. X, palachen M. H. 5.
laet M. X. A. 6. nahe* //. 7. gelabt H. 7. 8. sein:
von heim 47. X. A. [Und] M. X. A. 10. den wist 77. 11.
[grözer //. 18. So 77. law wolt auz m. A7. ,4. 19.
tmd >/. X. A. 21. gelaicht der vroutctf //. 22. sant ir
//. [23 — 26] Mm. 23. Daz si ?/oJ erkanl //. V. 2i. ge-
saut //. 25. hiei II. 2S. *ad 47. X. A. 29. D</?. //. '30.
firan 47. x. 2!). 30. Daz so! t n gelauben sicherte ich Edlen
küniginne reich ,4. 33. Der du — Unger 1. //. 34. tcl
wm //. 35. Und er A. 36. lese* >/. A'. //. 37. \)a M.
Y I. 38. al i/i seine/// >/. \. .4. 10. D;i/. sollen *///■?. die
berren //. II, länd //. 13. künigin //. 44. Si jähen z.
M. X. A. Zoo in s. a kein sin //. 15 Seinl //. 45. '<6
fjer /•// w er /•// \i. v \ '<•>. Nemenl //. '>1 Dein h. 47.
\. i. betea //. 52. bette, »/. v A. solh //. 53. h«l //.
54. Sei« b. s//./ >/. A. yl. 57. H'eiili k. I\;u7 //.
:>s. die 9tat //. 61. nichl //. 64. docl auch A7. gol sin
//. 65 DlAi //. 6<>. niM h sl. «// //// minier //. 67. Iieir//
//e//^// ii »/ .v. .4. 68. in '/« v. //. 70. Süllen h. //.
heim »/ I v Tl. ftnt »/ \. .1. T2. die aus haben?
>/. iu,„ 1 73 ffnsei >/ \ i 7 > IFo /. >/. So rW<n
720 iTrsarten. 8, I.
d. A. herrw M. A. Mm. mit s. A, an sinne M. 76. Re-
dent Mm. ff, Reten M. JV. [Redeten] A. kuniginw? M. 78.
küniginwe M. A. JV. 79. l. raw. 80. kumo* ff , chumpt
M. [ir] A. M. Mm. [81 —86] A. 8t. geziueh ff. 82.
trewen rnd den guoten M 85. Deschiht M. 86. selö ff.
87. Des h. ff. 88. werden* H, Verden 31«. 90. Jamer
M. 92. änser M. 94. Wie g. [nü] ff. 96. g. im si ff.
97. micks n. M. 98. ewr« M. N. A. [99. 100] Mm. 99.
JEr JIT. ff. oege M. 100. iuwern ff. 1. Da st. M. JV. A.
2. sicA M. 3. Deruoften M, Äuolten A. 8. [vor mir] A.
gehör* ff. 10. der U. ff. 13. Da — do M. JV. A. 14.
[wo!] M. xV. A. 15. d si 1. o. ff. 16. k. so si A. Mm.
17. kumöst ff. küniginne M. 18. erlaitent ff. Mm sinne
M. So wirst du laider maer inn A. 20. lanö" ff. 22. mir
daz ist war M. JV. A. 25. In M. JV. A. 29. dri ff. 32.
Dannocht [so] ff. 33. 34. umgesetzt ff. 33. Paide M. N.
A. 34. vtfnf z. ras* M. iV. 36. dar zwo k. ff. Chömen* M.
N. 31— 36. Daz hundert razzt ist von hinn Vnd fünfzehen
in meinem sinn A. [37. 38] Mm. dar zuo r. ff, die r.
A. 38. So snell ditz ich niht wol getrahten chan A. 41.
waz ff. 42. Syd seint er ff, Wan er .4. 43. m. noch w.
M. 44. horr üf. JV. .4. 46. belv. M. JV, drehten Mm. 47
gewere i/. 48. gewg M, gmg iV. 50. kout* er u. ff. pf.
oder m. A. Mm. [51. 52] A. 51. im mutfst Mm, im ez
muost ff. im in gewinnest M 54. völliklichen ff. 55. ich
dir v. ff. [55. 56] 4. sölhen M. X. 57. und M. JV. A.
trat ff. 58. ze raben M. 57. 58. Ze r. in d. st. Snell u.
drat A. 59. Daz sey dir sicher gesait A. 60. v. m. u. h.
N. A. 62. dich b. ff. berait sein dar ff. 63. sp. er zuo
dem kiinig r. ff. 65. kwmosl ff. ze p. M. JV. 70. Der ff.
[vil] M. JV. A. wol erb. ff. 71. k. gar biz ff. 72. Ldu]
ff. [vil] M. JV. 4. 73. [ist] -4. Mm. ff. 74. Der ff. A.
[Er] Mm. [schoenen] A. Mm. 76. Der ff. und M. JV. 4-
77. dannoch* ff. 83. ffinz ff. Rabew M. JV. A. 96.
hiemit endet M. 97. guot .4. Mm. 200. traht in ff. 1.
abends — ein A. N. Mm. 3. Bi dem volen u. b. dem
manew ff. [3. 4] Jftf»». X. 4. das [voln] ff. 5 herre. 6.
Ich wil ez r. A. 7. herr 4. Mm. JV. [en]mag A. N. Mm.
11. Gebt — \o\n also g. A. JV. Mm. 13. herr A. N. Mm.
14. Ez Mm. *{befser mues'). ewr JV. Mm. [15- 20] A. 15. es
ff. gezawmpt Mm. ff. 16. ew Mm. JV. 18. volin Mm.
19. vreist ff. 20. seint ff. [so] Mm. N. 22. [mit] ff. 21.
22. Do k. er in m. st. Den voln er im n. v. A. [23- 30]
A. 24. in — but ff. leitkauf* JV. 25. Da er h. da ff. 26.
Purgern ff. der nurg m. guoten Mm. JV. 30. [Daz] Mm.
[33] Mm. 36. [da] vor 4. JV. Mm. 37. [in] ff. 41. vleiten
ff. 47. in vtir war h. ff. herr A. JV. Mm. 48. z. die k.
n. gr&zzer >1. N. Mm. 49. scAol ff. 51. Gesamet A. JV.
feierten. 8, J. 721
Mm. 254. sagen A. N* Mm. [55. 56] A. [61-64] A. 61.
gnuok ff. 62. da v. ff. 66. ich Äaw g. ff. 68. enfruochen.
69. von A. N. Mm. hof A. X. Mm. ff. [71. 72] A.N,Mm.
77. Im geben ff. 77. 78. ern : mern A. N Mm. luirer k.
[die] ff. 79. sol ich M. Mm. 80. [Mern] nu heizest ff.
haizzet xV. b. mir Mm. 81. etcr d. A. Mm. , N. iuwer k. ff.
82. geniezenrf ff. 83. schaflent ff, chauft Mm. [83: 84 i
.4. 86. selb fl. 87. herr A. iV. Mm. 88. nie geu-au ff.
A. Mm. [89. 90] A. 90. ir kund o. m. sein Mi». JV. 91.
[Do] A, Da xY. 92. tisch* A. Bf. Mm. 93. Von kost u.
ff. ' 94. Het er ein p. ff. 95. [des] ff. 97. w. er g.
timer ff. 98. [er] ff. 300. Da — petf A. N. Mm. 1.
fcant Mm. [2. 3] J/w*. 2. er in t. N. Mm. trew. Mm. 3.
Wenn Mm. 4. sagos Mm. [Er sp.] — s. sazehant A. 5.
in dem ff. 6. [du] A. 9. vinger* 4. iV. Mm. 10. l/nrf
la dir daz e. A. e. I. Mm. [11 — 14] A. [13. 14] 2V. 18
Ste ff. 19. singez M/n. 20. des do ff. 21. [sich] A. iV.
Mm. 24. [daz] — niht ff. 25. doc/t ff. 26. [den] v. ff.
27. g. beid ze ff. pwrg A. 28. war« A. Mm. N. 29.
rieften A, raffen N. Mm. 32. narbig ewr A. Mm. N.
harwig ff. 34. gar wirt A. Mm. eo*w. ff. [35. 36J A. N.
37. st?/f A. iV, slief ff. 38. herr A. N. 39. 40 umgestellt
in //. 39. er umb gen ff. [41. 42] A. (er] ff. 42. mache*
\ 13. Zehand er n. A. 44. den [45. 46] A. 45. m. er
^. k. Mm, muz er s. ein k. xV. s£. er ze h. Saz so was er
künig genant ff. 47. tuht ff. [dö] A. Mm. iV. 48. Me
\ Mm. N. 49. [die scheide] ff. 51. legt daz A. Mm.S.
52. mesn&r A. Mm \. 53. buocher her ff. 56. sw. und
n. X Mm. >7. do .1. .>////. JV. 58. Er sp. m. i. das ivol
I). //. 59. iraizzames N. 60. So sprach der mesna3r ff.
01. ein lies lis //. ainer 1. A. Mm. 62. rf«s ff. greis A.
Mm. \. 63. i' ii \ gesegitoten //, gesellen Mm.
64 >//// /;. //. bloz //. plozz i aar //. 65. diu k. ff.
66. ilt'/i v 66. »Her] //. 72. w. wil ich sehen an //.
73. 7'*. mesnsr: \il gw»i i Mm. \ 75. Glaubt ^4.
>//// \. m«m in. //. 76. G. ii. s. selb d. ganzen w. //.
77 so >/»/. 77 in. se/fl der t. //. herr /l. Mm. Y. 78.
I. ff,/ m,t „. \ I .',/ - \ 80, 1)0 .1. .V. Kl. s< IUI //.
s; ///// im // sr>. i.o/n i. Um. .v «7. sw. Uns berren
Zoo *). i. d<u astioa "A feben //. 88. begunde« ti
im Mm. v jenen >/»<. 90. berm I. V. Mm. 91. 92.
drai . kemnal t v Um. \'\. /.wen gr. Innen //. \i<
\ um d<3 \ 95, «ii, »/. ir../ »///, rehl .1. \ Mi».
'»7. / //// inj},,, bin i- ''S. Zoo 'i- ^t- '/" ei 4a iaz .1.
W / »,/ bei .1. 109 Chomen i V. >/»<• st. gon //. 3.
erp/lichl ff. '»• Voi sorjpen Kf*t. r. motu >/»' Daz süM um
// //. w.in >///< \ 1. •) 10 i V. >//// II. iwerZV
i// i //. >//// \i. insi /.» 15 (Km // 13 16. r. wer
ii 16
722 <ffStttUn. 8, II.
ir seit Daz ist zwar an der zeit (zwar d. i. z. Mm.) A JV.
Mm. 418. w. iu w. oek. ff. 19. Da A. N. Mm. [derj
A. Mm. 21. der küniy ff. gen A. N. Mm. 23. Ivnren ff.
gen A. JV. Mm. 24. an ff. 25. So s. w. herr A. Mm.
willik. 1. herr JV. 27. lieplicÄ ff. 32. o~ax was ff. 33.
Dannoch* ff. nieman* A. IV. Mm. ff. 36. dm seh. ff.
[43] ff. 44. (befser vielleicht vlohen). 45. PFer ff. 47. vie
ff. 49. Daz - in der ff. 51. ein Mm. g. daz se s. .4.
52. wurde A. 55. [bischoi] ff. 56. [al] Mm. an der st.
M. ste* A. JV. M?w. 59. stürbe» ff. 61. sin lin A. N. Mm.
63. [er] ff. Waschen Mm. (wo häufig b f«r w steht), Bal-
samen 4. iV. ff. 65. den ff. 66. der itfm. ordenung A.
N. 83. niemand A. N. Mm. 74. Den ff. 76. t. vr. Mm.
IV. fraitm IV. I. gar ff. 77. Bringen dar gereite Beid ze
a. z. ff. 79. in ff. do A. N. Mm. ff. er do I. ff. 81. Daz
— [vor] ff. 86. Vnd ff. sei sterben A. N. Mm. 87. het
A. JV. Mm. 88. Das ff. se* A. JV. Mm. 90. VFa ff. 91.
ranen ff. rawen M. N. Mm. 93. die Mm. 94. gesei* ff.
97. t. san* Egidius d. w. g. ff, t. Egidius d. g. Mm. 98.
Da ff. 501. ergra6en ff. 2. m. gn/din schoßn ff. 3. Do
A. N. Mm. ff. 4. Die ff. 6. [We] g. irer s. in» ff. trr
s. vnd 1. Mi», leib : weib A. JV. Hfwi. 7. San* Egidius ff.
M/». an dem ff. 11. herr 4. JV. Mm. 12. ewrr A. JV.
Mm. 16. sp. San* Egidius 1. ff. 17. s. die h. ff. 18.
[noch] Mm. m. die n. ff. 21. vrouw hiet ff. hett A, he*
Mm. 22. 23. ewr A. N. Mm. 25. herr A. N. Mm. 26.
s. diu k. ff. s. miigen n. Mm. sein A. JV. Mm. [27. 28]
A. 27. irx I. Mm. 28. [mir] ff. 29. [sich] ff. 31. Eai-
di</s sp. ff. Mm. b. begund in flehen A. 32. seift A. Mm.
ff. [33. 34] -4. 36. sin k. ff. 37. pet* A. JV. jflj». 38.
tüht Sa?i* Egidius ein pewin ff. [ein] g. sein A. JV. Mm.
39. [daz] ff. Mm. 40. [ob] A. JV. ff. 42. [ir] ff. 43. Sp.
Sant Egidius der h. ff. herr A. AT. Mm. 44. scÄol .4.
45. muezes* ff. 46. [künig] A. 47. San* Egidius te* uf
ir ff. 50. In das gras s. ff. samn ein /fiel fc. 51. [also]
A. Mm ff. 52. San* Egidius u. ff. 53 [der] Mm. par
ff. 57. k. w. stuont ff. 58. [waz] ff. 60. Ez h. ff. s. n.
1. M. JV. 61. Si s\ siinkt A. N. Mm. alz A. JV. 65. ze
b. m. er gen .4. 66. An d. k. swaz er s. h. ff. [D. k.]
w. er s. h. M. 70. an s. ff.
II. Naturrecht.
Handschriften: eine Münchner (Mm) Bl. 270; Augsburger (A)
Bl. 212; JXeresheimer (N) Bl. 331; Heidelberger (H) Bl. 27t
1. [der] Mm. er an gevwr A. 4 muoz JV. Mm. m.
ic/t ?"on im Mm. [dö] Mm. IV. ff. 5. So er saz ff. J^o >4.
tfesarten. 8, II. 723
N. Mm. 6. niemand A. N. Mm. ff. 8. gros ff. vazzt
erkl. A. AT. Mm. 9. wa ff , wo X. iV. Mm. 10. Dar umb
ff. sei A. N. Mm. 11. der armen ff. 13. er die ylocken
h. ff. 15. gota — [an] ff. 17. Eines ff. tags do A. N.
Mm. 18. do er az vi. AT. Mm. huenr ff. 20. er erkl. ff.
23. [schon] — der 1. vi. A'. Mm. 26. ane vi. A. Mm. 27.
arme« N, ff. 28. der die grozen glocken ff. 29. geklenckt
A. Mm. ff. 30. s. in an weder ff. 31. irm A. N. Mm.
32. klencto sich an der st. A. N. Mm. 33. [si] ff. 35.
i. 1. u. n. A. 37. küni$res ff. 39. 40. vernomen : komen
,4. N. Mm. 43. 44. klenckt : senckt Mm. ie^leicher A. N.
Mm. [45. 461 A. iemanf Mm. 47. 49. niemand A. N. Mm.
[49. 50] A. 50. m. da ff. 51. Si g. v. ff. 52. Si saiten
N, Lud saiten vi. Mm. [53 — 56] 4. 53. hao A7. Mm.
Alenckt N. 55. wir im ie ff. niemand AT. Mm. 57. An
der selben st. A. sech wir Mm. 58. [im] ff. in A. [aber]
Mm. [59. 60] A. 59. [dem] ff. da AT. Mm. ff. 60. ma-
nigen dra ff. mewigiv Mm. A7. 61. Sp. aber br. vi. 62.
die gl. A. N. 6i. [viere] ff. [65. 66] vi. Mm. JV. 65. D«
ff. 67. Do tet in A. Mm. A7. 68. sprachen A. Mm. N.
69. grozz A. Mm. N. 71. Alsus£ der ein under den ff.
7i. an <lcii JV. ff. klachel Jf», kchenkchel H, swenckel A.
71. 751 A. 70. ,S7 giengen vür vi. [wider] Mm. 78. ie-
manrf //. 79. heiz ff. 80. (if*i ichts wil ich im vi. [niht]
//. »tanJHitt. A. ff. 81. reriahen vi. Mm. N. 82. glo^ken
[ist] ff. 85. swinge* ff. swenkel ff, swencfci Mm. 86.
manigen st. ff. 91. Wer ir leid si gar g. ff. 92. üil ff.
94. [muoz] b. wir si sin ff. b. ber si sein Mm. b. das
wunder ain A. 95. beschaffe ff, schallen vi. A7. Mm. w.
seh. Mm. 96. gesehen vi. [97. 98] vi. 98. sull Mm. 99.
//. 100. gl. gie an //. 1. 6. gen A. N. Mm. 2. het
<\ Mm. ein A. V >7m. 3. fluot] ff. 4. yeslichen ff. 7.
Da vi. A. >///<. II - 16] M. 15. Wa //. diu n. ff. iMm.
tool // 17. Die oater la»l sich für seinen v. M. 18.
sagen A. N. Mm. SO. gauden //. 22. [ir] irn A. A7. Mm.
i\. / i \ >////. i~. leidj //. 28. berr vi. A. Mm.
30. Dach //. :i2. />.r/ //. 35. itandecfa N. 36. niemand
i \ >/;//. //. 38. Die da //. 3fc si daz I, vi. A7. Mm.
sollen Hai. //. toltcn 4. 10. berren] //. polten //. vi.
13. ob irm arm I. //. H. m;nw/rn 4. A. Mm. 46. der
natem gewin Ä. A 17. ii Ir M //. is. sj>/Vs .i. A'. Mm.
\\). D;.^ der kania gul Dai ich. d. k. K. g. //. (der] vi.
.v ,n u;.s //. M. der s*la lf. //. :>.> D«a ich ff. 57
•Hl // 60. D. 4c n. vi. N. Mm.
724 tfewten. 9.
9. $alatin.
Heidelberger Handschrift Dl 273.
9. 10. spilt : behilt. 10. mir für niur. 13. niemand.
17. eilen. 32. niemand. 41. rote* goU. 50. Das. 52.
was. 53. Da. 57. 58. möhl genesen. 59. Doch. 67. Da.
78. steht zweimal, zuerst: So ich si mach met. 79. Em-
pfahen. 92. jamerlich. 106. Da w. n. I.* 19. daz Got.
21. u. zwar ger. 27. Dter.
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